Nr. 150 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10 80 einschließlich des Bestell- gelds: durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fern sprech - Anschlüsse: fürdieSchriftlcitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sletzen. Postscheckkonto: Zrankfuct a. M. U686 Erster Blatt 170. Jahrgang Samstag, 5. Juni 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Obertzeffen Vrvck unö Verlag. Vrühl'sche Univ.-Vuch- und SteindruSerel H. Lange. Zchnftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm tzöhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- vorschrift 20°/, Ausschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. wäge und wähle! in. Auf Grund einiger Landtags- und Kommunalwahlergebnisse aus der letzten Zeit kann man schon ungefähr sehen, wohin die Entwicklung gehen wird. Die Mehrheitssozialdemo- kratie wird vielleicht in eine Minderheitssozialdemokratie verwandelt werden; die \xxv gemilderte Härte der Zeit, die schlechten Erfolge der bisherigen Regierung, treiben eine große Zahl von Genossen ins Lager der Ultra- radikalen. D>e demokratische Partei, aus der namhafte Führer zu den Rechtsparteien über- getrelen |iru), iffc sich woyt klar ba ritbcT, daß sie ihren Besitzstand an Mandaten kaum zu wahren vermag. Auch beim Zentrum, das übrigens Herrn Erzberger wieder kandidieren läßt, spricht man von Absplitterungstendenzen. Auf Wahlgewinne hätten demnach die Unabhängigen und die Rechtsparteien zu rechnen. Bei diesen Aussichten war es etwas unvorsichtig, daß der soztaldemokratische Reichskanzler Müller und der demokratische Minister des Innern, Koch, in Versammlungen ankündigten, ihre Parteien würden „nie und nimmer" etwa die Deutsche Volkspariei in die Koalition ausnehmen. Nicht ganz sicher ist es allerdings, ob die Mehrheitßsozialdemokratie nach den Wahlen sich nrcht vielleicht entschließen wird, überhaupt aus dec Negierung auszutreten. Ein solcher Austritt wäre keineswegs wünschenswert. Herrn Srresemann, dem Führer der Deutschen Volkspartei, ist aber zuzustimmen, daß eine „K o a l i t i o n a u f d e r breitesten Grundlage" Erfordernis der Zukunft sei. Nicht nur die Partei Strese- manns, auch die Deutschnationale Volkspartei ist, wie ihr Führer, Graf Westarp, vev- lautbaren ließ, unter bestimmten Voraussetzungen bereit, in die Regierung einzutreten. Es läßt sich schwer Voraussagen, was nach dem 6. Juni werden wird. Jedenfalls ist es oberflächlich und wenig stichhaltig, wenn von demokratischer Seite aus Herrn Stresemann vorgehalten wird, er habe ihre Koalitionspolitik scharf.bekämpft, und die Deutsche Volkspartei strebe nun selbst nach dem Eintritt in die Regierung. Es kommt eben, wie wir schon dargelegt Haven, auf die Taten an! Eine Koalition auf.breiter Grundlage, die nicht mehr einen großen Teil des Bürgertums von der Mitwirkung ausschließt, die zucückgreifen kann aus eine ganz andere Auswahl befähigter, sachkundiger Führer, wird nicht mehr an parteipolitischer Enge und einseitiger Aem- terverteilung kranken. Sie wird mit größerem Verständnis als die jetzige Regierung der Hauptforderung des Volles gerecht werden können, der Besserung des Wirtschaftslebens in erster Linie ihre Tätigkeit zu widmen. Wird,das Bürgertum die große Stunde ganz erfassen, in der es sich selbst sein SchiÄ- sal schmieden kann? Wird es sich aufraffen aus dem Staub der Zeit, oder wird es zweifelnd, abwartend, eingeschüchtert, alles beim! alten lassen wollen? Ein klägliches Bedenken ist hier und dort ausgesprochen worden: eine Aenderung der bisherigen Mehrheitsverhältnisse werde die Gefahr eines Bürgerkrieges näher rücken! In der Tat ist mit dahin gehenden Andeutungen in der Presse der Linken leise gedroht worden. Dieser Appell an die Feigheit, an das Schlafmützentum schwachköpfiger Spießer kann doch unmöglich die Entschlüsse am 6. Juni irgendwie beeinflussen! Gerade weil bisher Putschneigun- gen und Diktaturgelüste uns fortwährend beunruhigt haben, kann es so nicht weitergehen. Ein neuer Geist und Wille zu gesetzmäßiger Ordnung und Sicherheit kann in Deutschland nur einkehren, wenn das Volk in einer mutigen und entschlossenen Kundgebung sich dafür erhebt! Es ist ja ganz offenkundig, daß auch dieser Hauptaufgabe, Deutschland reinzufegen von verbrecherischen Landfriedensbrüchen und Uebergriffen, die bisherige Regierung in keiner Weise gewachsen war. Es liegt nun in dec Hand der Wähler, daß wir ohne Mobilisierung von Gewaltmitteln dem Lande seinen natürlichen Schutz wiedergeben. Das Eintreten für eine breitere Grundlage der Regierung bedeutet die Erschiverung gewaltsamer Akte, wirksamere Eindämmung und Abwehr terroristischer Bestrebungen. Wie erbärmlich, wie verhängnisvoll wäre es, wenn gegenüber der aufgeschwolleuen Unmoral und Gesetzverachtung die Volksstimme am Entscheidungs- tag bänglich schweigen würde! Mit noch anderen Vorspiegelungen hat man versucht, den Wähler vor kräftigem Beschließen zurückzuschrecken. Wie das Ausland, besonders unsere bisherigen Feinde, das Wahlergebnis aufnehmen würden, darüber wurden allerlei Bedenken in die Welt gesetzt, und man suchte dieser Frage eine über- triebeue Beseuturig beizulegen. Es wäre der Entente in i er Tat vielleicht am liebsten, tveuu alles beim alten bliebe, wenn sie bei 'ihrer Auspowerung Deutschlands nach wie vor möglichst wenig Widerstand fände. Das deutsche Volk hat aber das größte Interesse daran, daß darin eine Umkehc stattfindet. Im übrigen wird fick) der feindliche Völkerbund damit zufrieden geben, wenn die neue deutsche Regis- rung sich geneigt zeigt, eingegangene Verpflichtungen des Reiches einzulöscn; ein deutsches Kabinett auf breiterer Grundlage wird sich der Entente gegenüber jedenfalls miuds- stens so gut halten können als die Regierung Müller. Welches Interesse der Wähler daran hat, daß wieder Sachkunde, und nicht parteipolitische Gesinnungstüchtigkeit, unsere auswärtige Politik leitet, haben wir bereits dargetan. Der 6. Juni wird uns keine Lustgärten des Daseins eröffnen. Der deutsche Existenzkampf bleibt mach wie vor hart und schwer. Wir wollen uns aber mit neuem Mute rüsten, drückende Lasten zu tragen, wenn bezeugt wird, daß ein neuer Geist in deutschen Landen wieder ein froheres Schaffen einleitet und uns die Wiedergesundung unserer Kultur verspricht. Stehe nicht abseits, wäge und wähle! $paa. Rom, 5. Juni (WTB) Graf Sforza, Untcr- staatssekretLr im Ministerium des Aeuß.rn, wird am Samslag nach London reisen, um der bri- tisck-en Negierung den italieniid)en Standpimkt in der Frage der Ver eilung der Wi-wergiitmachungs- fummc zur Kenntnis zu dringen. Was die Kvn- ferenz von Spoa beireffe, berne'bmen die Blätter, daß die Alliierten aus Ansuchen Italiens vor dieser Konferenz, wLhrlcheinlich am 18. Juni, zusammentreten werden. An dieser Besprechung werden die Regierungschefs von Italien, Belgien, Frankreich und Engla'.rd teil:: Öhmen, um sich dann am 21. Juni nach Spoa zu begeben $ur Erörterung der Entschädigungs- und Wiedergutmachungsfragen mit dem deutschen Reichs- kanzler. Japan wird an dieser Konferenz nicht teilnshmen, da es an den dabei zu behandelnden Fragen nicht interessiert ist. Paris, 4. Juni. (Wolff.) Nach einer Depesche des „Matin" 'hat N i t t i dem Vorsitzenden der italienischen Abteilung der Wiedergutmachmigs- Üommission, Berdolini, erflärt, Italien halte den Anteil der übm bezüglich der von Deutschland zu leistenden Entschädigung zugeteilt toorben sei, für ungenügend, da Italien seinen Anteil an den deutsci-en Kolonien und der deutschen Flotte nicht erhalten habe. ▼ Unterzeichnung des FriedensvertrageS mit Ungarn. Paris, 4. Juni. (WTB.) Der Friedensvertrag mit Ungarn ist heute' nachmid- tag 4 Uhr 30 Minuten unterzeichnet wocden. Eine Trauerkundgcbnng in Ungarn. Budapest, 4. Juni. (WTB.) Ungar. Korr.-Bur. Die heutige Sitzung der Nationalversammlung wurde nach einer Ansprache des Präsidenten Rakovszkh über den Friedens- Vertrag zum Zeichen der T r a u e r geschlossen. Vie russisch-englischen Wirtschaft;. mryaMn^gen. Lo ndon, 4. Juni. (Wolff.) Llo yd Geo rge erklärte im Unterhaus?, es mußten noch gewisse Fragen au§ dem Wege geräumt werden, bevor die englische Regierung sich überhaupt in Verhandlungen mit Krass in einia.se. Eine davon sei die der englischen Gefangenen in Rußland. Ferner würden Garantien gegen Angriffe auf britische Interessen im Osten und in dec Heimat während der Fortführung der Verhandlungen gefordert. Wenn diese Schwierigkeiten beseitigt ferm, dann mürben die Verhandlungen über die Handelsbeziehungen von den Vertretern aller Regierungen g führt w.'rden. Vertreter der ftan- zösischen und italienische Regierung seien anwesend unb bereit, sich an der Fortführung der Verhandlungen zu betätigen. Lloyd George bestritt mit Nachdruck, daß ihm irgendetwas davon bekannt sei, daß in Frankreich über die Verhand- lungen Bcunrul)igung herrsch'. Amsterdam, 4. Juni. (Wolff.) Nach einer Londoner Meldung behaupt t die „Daily Mail", der Staatssekretär des Aeußern Lord Curzon sei entschiedener Gegner der Verhandlungen mit Sowjetrußland. Es sei mit der Möglichkeit seines Rücktritts zu rechnen. Lo n do n, 5. Juni. (WTB.) Reuter erfährt, daß die nächste Zusammenkunft Krassins mit den Mitgliedern des englisck-en Kabinelts am 7. Juni stattfinden wird. Hieran schließt sich voraussichtlich im Laufe der S&xfje eine Konferenz mit dem OberstenWirtschaftsratan. London, 4. Juni. (WTB.) Wie die Times berichtet, fand am Donnerstag abend im Unterhaus ein Ka b ine ttsrat statt, in dem die von der Regierung eingeschlagenc Politik des Unterhandelns mit Krassin diskutiert wurde. Das gleiche Blatt glaubt zu wissen, daß die nächste Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten und Krassin nrcht vor Montag stattfinden wird. Weiterhin soll die Sitzung des Obersten Wirtschaftsrates, die am Freitao stattfinden sollte, auf den 8. Juni verschoben worden sei i. Amerika und Rußland. Washingtons. Juni. (Wolff.) Reuter. Das Staatsdepartement lehnte es ab, dem S u ie .aus chuß der H. iide skammer der Vereinigten Siaaieil Pässe nach Rußland auszustellen. Amtliche Kreise erklären, die Politik der Vereinigten Staaten gegenüber dem Handel mit Rußland bleibe unverändert. Aufhebung der KriegSgesctze in Amerika. Paris, 5. Juni. (WTB.) Nach einer Havasmeldung aus Washington hat das Repräsentantenhaus Resolutionen angenommen, daß alle Kriegsgesetze, mit Ausnahme der Gesetze über die Lebensmittelkontrolle und über den Handel, mit dem Feinde aufgehoben werden. Die Unruhen in Irland. London, 4. Juni. (Wolff.) Die Admiralität widerspricht der Nachlmcht von einem Angriff auf die Marinestation Queenstown. Dagegen wurden zwei Küstenwachstationen nredergebrannt und ihrer Spreug- swffe beraubt. Ferner wurden zwei Leuchttürme überfallen. London, 4. Juni. (Wolff.) Ein Regie- rungsoampfer mit Truppen landete in der Bantrybuckt 1000 Mann. Weitere Abteilungen werben augenblicklich an verschiedenen Punkten ausgeschifft. London, 5. Juni. (WTB.) Heute gingen 2400 Dkann Truppen nach Irlach ab. Amsterda m, 4. Juni. (WB.) Laut „Alge- meen Handels bad" legte gestern <16. nb ein.* Abordnung des Ei.'enbcchnnbundes Lloyd George ben Standpunkt ter Arbeiter gegenüber der Beförderung von Munition nach Irland dar. Englands Kredit für den Wiederaufbau. Paris, 4. Juni. (Wolff.) Nach einer Neutermeldung wurde der Betrag des englischen Kredites für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Mitteleuropas und der baltischen Staaten vorläufig auf 10 Millionen Pfund Sterling festgesetzt. Die Not in Obervsterrerch. Prag, 4. Juni. (Wolff.) Die „Bohemia" meldet aus Asch daß die dortige Bevölkerung bereits seit sechs Wochen ohne Brot sei. Es sei daher anläßlich des letzten Jcchrmarktes zu fRlünberungen gekommen. Gendarmerie und Militär mußten mit blanker Waffe einschreiten. * Uebergriffe der Franzosen in Obcrschlcsten. G l e i w i tz, 4. Juni. (WTB.) Infolge schamlosen Benehmens einer Frauensperson gegenüber einem Franzosen, der sie in Sckmtz nahm, kam es gestern abend in einem hiesigen Tanzlokal zu einer wüsten Schlägerei seitens einer großen Anzahl französische Soldaten, die sich unter Androhung von Waffengewalt Eintritt in die geschlossene Tanzgesellschaft verschafft hatten. Ein städtischer Wachtmeister, der beruhigend einwirken vwllte, wurde mit den Zivilisten ans dem Saal gedrängt. Darauf stürmten 15 0 Fran- zosen, wie die Breslauer Moryenzeitung meldet, eine in der Nähe liegende Polizeiwache. Die Beamten wurden übel zugerichet, u. a. wurde ein schon auf dem Bett liegender schwer verletzter Beamter mit dem Seitengewehr gestochen. Auch die zu Hilfe gerufene Sicherheitspolizei geriet mit den Franzosen zusammen. Schließlich ergriffen die Franzosen, um sich der Verantwortung für ihre Taten zu entziehen, die Flucht. Heute abend findet eine große Kundgebung der Glei- witzer Arbeitersck-aft' statt, die unter allen Umständen die Entwaffnung der Franzosen außerhalb bee; Dienstes verlangt. Der Gleiwitzer Magistrat sandte Telegramme an die Regierung, an die Geschäftsträger der Alliierten in Berlin sowie an die Ententetommissiou in Oppeln mit dem Er- fudjen, sofort einzugreifen, da der Magistrat nicht mehr Herr der Lage sei. Hits öem lleicbe. .Unruhen in der Provinz Sachsen. Berlin, 5. Juni. Aus Querfurt berichten verschiedene Blätter, daß auf Beran- lafsuna von sogenannten Aktionsausschüssen durch bewaffnete Banden aus Naumburg eine Entwaffnung der Einwohnerwehr erfolgte. An der Entwaffnungsaktion nahmen auch die Landbewohner teil, namentlich die Industriearbeiter. Die Wegnahme von Lebensmitteln wurde in großem Umfange verübt, ebenso wurden schwere Plünderungen und Erpressungen vorgenommeu. In einem Falle handelt es sich um 30 000 Mark. Als die Reichswehr anrückte, verschwand die Bande unter Mitnahme von Reitpferden, die indessen später den Besitzern wieder zugestellt werden konnten. Gegen die Fremdensperre Süddeutschlands. B e r l i n, 4. Juni. (WTB.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erfährt von unterrichteter Seite: Die preußische Regierung setzte sich gestern mit der Reichsregierung in Verbindung, um über die Abstellung der Miß stände zu beraten, die sich aus den Aufenthaltsbeschränkungen für Norddeutsche1 | in den s üddeutschen Sommerfrischen ergeben. BeMüsse des Reichsrats. Berlin, 4. Juni. (WTB.) Der Reichs- rat genehmigte in seiner öffentlichen Sitzung am Freitag nachmittag u. a. die Gewährung von Reichsbeibilfen zu den Aufwendungen der Gerne iw den für oie Erwerbslosenfürsorge in der Textilindustrie. Angenommen wurde ein Entwurf von Bestimmungen zum Sckmtz der mit Preßluft beschäftigten Arbeiter. Der Reichsrat gab dem Wunsch Llusdruck, daß «diese Schutzbestimmungen auch auf den Bergbau ausgedehnt werden. Die Paclftschutzordmmg wurde mit den Veränderungen angenommen, die der 6. Ausschuß der Nationalversammlung beschlossen hat. Angenommen wurde ferner der Entwurf einer Regel"ng der Teewirt- fdjiaft nach den Beschlüssen des Volkswirtschaftsausschusses der Nationalversammlung. Danach mürbe insbesondere der Einfluß der kleinen Betriebe gegenüber den Großbetrieben verstärkt. Ferne rwurde die wichtige Bestimmung neu aufgenonv men, daß von dem Reick-Swirtsthaftsrninisterium Höchstpreise auch für Rohteer festgesetzt werden können, (^heimrnt von Waldeck ertlärte, augenblicklich iönne das M uist.rium vo.i seiner Besugn's zur Festsetzung von Höchstpreisen keinen Gebrauch machen, da sonst wiederum eine vollkommene Zwangswirtsck)aft aufgebaut werden müsse. Entsprechend den Erhöhungen der übrigen Eisenbahn - tnrife mürbe auch die Erhöhung des Mili- tlärtarifs ab 15. Juni beschlossen. Danach erhöhen sich die Preise für Personenbesördenmg, um 300 Prozent, für Güterbeförderung um 450 Prozent: auch im Mfti ürtarif sollen künftig Tarife entsprechend den jeweiligen Zuschlägen im öffentlichen Verkehr gestattet werden. * Berlin, 4. Juni. (Wolff.) Gouverneur a. D. Haber wurde zum Präsidenten des Reichsausgleichsamts ernannt. Berlin, 4. Juni. (Wolff.) Der Bund höherer Beamten teilt uns mit: Ter Ausschluß der höheren Beamten aus dem Deutschen Beanrtenbünd ist vom Boamtentag am 26. Mai in Berlin tatsächlich vollzogen worden. Dem Bund höherer Beamt n irurbe eine ferner Mitglieder zahl entsprechende Zahl von Vertretern verweigert. Durch biefen satzungswidrigen Beschluß waren die 50 000 höheren Beamten, die im Deutschen Beamtenbund ausschließlich durch den Bcmd höherer Beamten vertreten, herben, ihrer Vertretung Beraubt. Der Gesamt- porstand des Bundes hlcherer Beamten hat b>e- sckLosstn, von jetzt ad die Interessen seiner Mitglieder unabhängig von dem T-eutsck-eU Be- .amten'frimb zu vertreten. Der Teutsä-e Bearnten- Ibimb hat damit aus gehört, die Vertretung der Gesamtheit der deutschen Beamten zu sein. öer Abbau der Zwangrwirtschast. Berlin, 4 Juni. (WTB.) Nach Mitteilung aus dem Reichsmiuisterium für Ernährung und Landwirtschaft über den Abbau der Zwangswirtschaft werden bis 1. Juli aufgelöst sein: Der Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel und die Kriegskakaogesellschaft. Die Kriegsnährmittelgesellschaft hat ihre Tätigkeit soweit abgebaut, daß ihre Liquidation in wenigen Monaten beendigt ist. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst wird bis zum 1. August ihre bewirtschaftende Tätigkeit ganz eingestellt haben. In Verbindung mit der Auflösung wird die Einfuhr von frischem Obst sofort freigegeben, ausgenommen Luxusobst und Südfrüchte. Die Einfuhr von frischem Gemüse soll spätestens vom 28. Juni ab erfolgen, wobei ebenso roie beim Obst Vorbehalte, daß Einfuhrbewilligungen und andere Formalüädm nj-tvenbig sind, nicht gemacht werden. Ferner wurde die beschleunigte Auslösung her Reichsvcr^i.nngsstelle für Nähr- mittel und Eier ang ordnet; desgleichen wurde angeorbnet d r besch einigte Abbau des R.ich?- Vommissariats für Fi dy eqjrgung. Hinsicht ich der Neuregelung der Fi'cheinsühr schweben Verch nd uu- gen. Die Zentralstelle zur Beschasfung von Heeres- verpfleguug hat ihre Tätigkeit am 31. Mai eingestellt unb wird bis zum 15. August soweit aufgelöst sein, daß nur noch eine feine Abwickelungsstelle übrig sein wird, lieber die Neuregelung der Fettwirtschaft sind Verhardlm^gen tnt Gange: im Zusammenhang damit wird der be- fefrfeunigte Abbau b s Neiehsausschusses für Oele und Fette erfolgen. Tie Reichssuttermittelstell' ist vollkommen aufgelöst. Tie Eeschäfte sind von einer besonderen Abteilung der B zugs.er ftnigung der bentfcTuen Landwirte übernommen. Im Zu- famnicnTxtng mit dem Abbau der Zivangsivirtschist ist endlich auch auf die Neuregelung de r Kartoffel Versorgung zu verwei'en, wvbn eine wesentliche Lockerung der bSTe igen Zwangk- l-ennrtsckiastung eintreien soll. Tie Sicherung für b e Versorgung b"r städtischen Bevö v.ning liegt hier bei den StiDten selbst, die spätestens bis 19. Juni ihren B^-dirf mizunnpen haben, so lern sie [•eii.'fert loerben wollen. Ter Abschluß oov ilieerungdterträgen erfolgt auf Grmch dieser An- rneldung. Die Erntemrssichten. Berlin, 5. Juni. Auf die Frage des Mitarbeiters des Verl. Tageblatts, wie man den Stand der Ernte zurzeit beurteilen könne, ernnderte der preußische Ministerpräsident und Londwirtschastsminister Braun, daß man infolge der günstigen Witterung, wenn das Wetter zur Erntezeit nicht schlecht würde, zum mindesten mit einer besriedigenden Mittelernte, wahrscheinlich aber mit einer reichlichen .Ernte rechnen rönne. Nus dem besetzten Gebiet. Dorrens Helfershelfer. Paris, 4. 3uni. (Wolff.) Zu den bevorstehenden Wahlen in Deutschland glaubt das „Echo de Paris" versichern zu köw- nen, daß das Oberkommando der alliierten Truppen im Nheingebiet keinen Augenblick bezüglich der rheinischen Republik interveniert habe. Das „Eck)0 de Paris" erinnert daran, daß, wenn zuerst die britischen und dann die amerikanischen Behörden Dorten lvieder freigeben mußten, dies deshalb geschehen sei, weil er ungesetzlich verhaftet worden sei. Ferner habe ihn vor kurzem die französische Besatzungsbehörde gegen die ihm drohende Ermordung in Schutz nehmen müssen. Das „Echo de Paris" fügt hinzu, daß die BiÜ- dung eines selbständigenStaates an den Rheinufern,im Rahmen des Deutschen Reiches Don der Weimarer Verfassung als ein durchaus legitives Ziel bezeichnet worden sei, und daß es nichts Ungesetzliches sei, zu verlangen, daß die Sperrfrist von zwei Jahren abgekürzt werde. Dieses sei der einzige Zweck der von Dorten auf seine eigene Verantwortung hin und ohne jede fremde Mitwirkung eingeleiteten Kampagne. Das Dazwischentreten der alliierten Behörden sei durch die verbrecherischen Anschläge auf Freiheit und Leben Dortens verursacht worden. Mainz, 4. Juni. (WTB.) Dr. Dorten dementiert einem Vertreter der Agentur Havas gegenüber die ihm vom „Ex- celsior" in den Mund gelegten Aeußerungen. * mc. Kriftel, 4. Juni. Durch eine Verfügung im „Höchster Kreisblatt" hatte die franzö'i'che Besatzungsbehörde bas Flaggen der Häuser am Fronleichnamstage gestattet. Dessen ungeachtet wurden aber sämtliche Einwohner Kriftels, die geflaggt hatten, von französischen Poften ausgeschrieben und mußten teilweise sofort 100—500 Mk. Geldstrafe zahlen. Die anderen sollen in den nächsten Tagen noch bestraft werden. Unter den „Verbrechern" befinden sich auch der Pfarrer, der Bürgermeister, die gesamte Gemeindevertretung. Wer Einwände machte, wurde verhaftet und.mußte in Höchst einen Tag Arrest absitzen. 1 Arrs Statt Mitt Land. Gießen, den 5. Juni 1920. Bierpreise. Wie bei Vornahme von Revisionen festgeftellt wurde, wird Ziffer 9 der kvrrsamtlichen Fairn inachung betreffend Höchstpreise für Bier und bierähnliche Getränke vom 5. Mm ds. IS. nicht inne® nelwlten und auch mehrfach versucht, die festgesetzten Höchstpreis für Mer zu überfckweit'."n. Es soll batet auch an dieser Stelle darauf hm- ceivielen werden, daß eine Ueberschreitlmg du Höchstpreise für Bi r strafbar ist. Zuwiderhrno- Imuci ober Nichlb solgu^g des vorgesch icbenrn Pre s.-uslangs an sich:barer Stelle i n Verlruss- mmn werd.m unnachfichlich zur Anz-ige gebracht und.es wird auch die Schätzung des betr. L-ovo^s we en Unzuverlässig Veit des Inhabers beantragt werden. Lebensmittel. ** Die Lebensmitteltabelle für die Woche vom 7. bis 13. Juni ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich. ** Milchmarken, die auf V4 Liter lauten, werden von morgen ab mit einem halben Liter Milch beliefert. ** Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). Für die Zeit vom 1.—15. Juni wird gegen die Lieserungsabschnitte 13 und 14 der Süßstofskarte H kblan) und 3 der Süßswffkarte G (gelb) von den Süßswffäbaabeftellen der Landgemeinden do? Kreises Süßstoff abgegeben. Es gelangen auf die Abschnitte 13 und 14 je ein Briefchen und auf den Abschnitt 3 eine Schachtel zur Ausgabe. Mit dem 15. Jmn verlieren die Abschnitte 13 und 14 bzw. 4 ihre Gültigkeit. Bcranstaltunzen. SamStag, 5. Juni: Hotel Einhorn, 8V8 llhr, ösftnt ichc Wählerversammlung dec Deutsch- demvkratischn Partei. — Turnhalle, Oswalds- gart*n, 8 Uhr, öfsent'iche Wählerversamm'ung der Teutschnationalen Bolksvartei. — Eaf4 L ib, 8V2 U^r ö;f-ntttche Wählerversammlung der USP. — Lichtspielhaus, „Das Eabinet des Dr. Eoligari" und „Wer die Arbeit femtt". — Lichtspiele, Selters weg, wie gestern. Sonntag, tt. Juni: Liebigmuscum, 12 Uhr, Führung durch das Museum: Versammlung an der Säulenhalle. — Sportplatz Trieb, 2L 2 Uhr, Konzert der Neick^wchrkapel.e und FußbaUwettspicl. — Liebigshöl^, 3 Uhr, Beginn der Kr^g.'ge'angenen- heimwhrseier. — Gasthof Hindenburg, Seltcrs- weg 68, 7 Uhr, Zuiammenkunst der Mitglieder der Deutschen Volkspatttt. — E.senbaynhotel Hop- feld, 7 Uhr, Zusammenkunft der Mitglieder der Deutschnationalen Vockspartei. — Aquarium, 9 Uhr, Zusammenkunft der Mitglieder der Demokratischen Partei. — Lichtspielth.ater wie Samstag. * ** Amtliche Personalnachrichten. Heber tragen wurde dem Schul« mlsunwürter Josef Ereifert mrs Bensheim eine Lehrerfirlle an Der Volksschule zuIlben ft adt, Kreis Friedberg. E r l e d i g t ist eine mit ein m evangelischen Le>hrer zu besetzende Sdjriilfteüie «t Wei ter sh« in, .üveis Gießen. Dem Stelleninl-aber tarnt eine Ortszulage gewöchrt weroen. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu le etze.-d' Schulstckl>: zu Rinderbügen, Kreis Vülingon. ** Da s Schwurgericht wird am Montag, 7. Juni, 9 Uhr 30 vormittags, gegen Adolt Scheuermann von Echzell und 1 6tenjf,eiitoegen Landfriedensbrnchs ■.erfanMn. Tie Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Eckert, die Ber- ie bigirng sü'tt Nechtsanw ’.Il Ficher und Recht^ anw.rlt Pe.c,.s. — Am Tim.ttg, 8. Juni, vormittags 8 Ufa 30, wird gegen Karl Hrch. Schneider, Mültnbefitzer rvn Bd-Nauhim, wegen N o t z u ch t v e r s u ch s terl?cmde t. Tie Anklage ter tritt Gni ich s .r'se so r Fischer, di e Be-- ledigung führt Rechtsanwalt Schröder in Frvtt>- berg. * * L e 'tzr e ri n i. 9t Math. Tingeldein. Mit Beginn des neuen Schulialtves ist die Lehrerin an der Stadt-Mädchenschule Frl. Math. Tingeldein, die Vvrfitzewde des Gießener Ldhrer- innenvereins, in den Idüheftund getreten. Heber 40 Jahre l-al sie an der Stadt -Mädchenschule gewirkt, bis sie im vorigen Jihre ein schweres Leiden zwang, zunächst Urlaub zu nehmen und dann den ihr so teuren Beruf aufzugeben. Welcher Wertschätzung Frl. Tingellem >ich bei ihren Kolleginnen und Kollegen erfreute, geht ans dem Briefe hervor, den Schulleitung und Lehre r r a t anläßlich ihres Ausscheidens an sie richteten, und den nxr nächstesmd fvl^n lassen: „Bei Ihrem Ausscheiden aus unserem Kreise drängt es uns, Ihnen, verehrte Kollegin, hnrzlichsten Tank zu sagen für alles, was Sie wIxend Ihrer Wirksamkeit der Stcütt-Mädchenschule, dem Löhaerl'olle- gium und Ihren Schülerinnm geroeien sind lieber vier Jahrzehnte haben Sft an unserer Schule gr-- wirkt zum Segen Ihrer Schülerinnen, aber acch zum Seyen der ganzen Schule. Temr Sie waren nicht nur den Ihrer Fül/rung anoertarnten Kindern, sondern auch uns Mi:arbeckern und Mitarbeiterinnen allezeit ein leuchtender, Vorbild treuester Pflicherfüllarny und selbstlosester Hingabe an unseren so schönen, aber auch so v-.rant- wvrtungsreichen Berus. Gern hiben wir daher, wie Sie wissen, bei unteren Beratungen stets auf Ihren erfahrenen Rat gehört, und es wird tms schwer werden, i'hn jetzt auf die Tauer entbehren zu müssen. Daher nehmen Sie nochmals unseren l>erzlichsten Dank entgegen und seien Sie versichert: Ihr Name ist für immer aus das ehrenvollste mit der Gesck-ichte unserer Schule verbunden,^ und nennt nvan die besten Namen der Lelirer- schaft Gießens, dann wird der Ihre in erster Linie genannt werben. Und so nahmen wir — amtlich wbhl, aber nicht mensckslich — ^lbichied von Ihnen mit dem lerzlichen Wunsche, daß Sie recht bald wilder vollständig genesen und sich noch recht lange des Segens erfreuen mögen, der Ih,em Herzen aus dem Bewußtsein treuester Pflichterfüllung irnb vorbildlicher Berufstätigkeit erblühen muß." * * Ausgabe von Kohlenbezugskart en für das Jahr 1927/21. Am nächten Dienstag und Mittwoch wird der 6. Bezirk beliefert. Stehe Anzeigenteil. * * Der Deutsche I ugendbun d Gießen teilt uns mit: Am 3. Juni sprach ht der Aula des Gymnasiums Dr. H. Erhard über das Thema: „National ist au'ch sozial" (Bilder ans der deutschen Vergangenheit. In IV»stündigen Ausfülrrangen bewies der Redner den Zuhörern cm. Hand von geschichtlichen Tatsache, daß wahr- 'ftaft national auch sozial ist. Ter Vortag lteleuch- tete besonders das national-soziale Scha fen unseres großen Kanzlers nird anderer echt deutschen Männer. Die mit warmer Begeisterung getragenen Worte sanden wohlverdienten reichn Beifall. * * Tie Deutschnationale Volrs - Partei lädt gSitg'ieber und Parteisreunde für Sonntag altend 7 Ubr zu einer Zu'ammenkunft im Ei e ch-llmho e! Hopfe.d ein zur Bekanntgabe der Wahl-Ergebnis^. * * Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird äuge chick ich ein eigenartiger Film gefeiert, „Tas Gabi nett, Dr. Caligrri", in dem hundert Jahre aiademischer Sesanaverein. Der Akademische Gesangverein, der, in ^Mrtracht der politischen Derhältnisse, deine Jahrhundertfeier im vergangenen Jahre nickü bcgrbm konnte, vevanftaltet am 9. Juni als nachträgliches Jubiläum skonzert Händel's „Messias". Bei der Bedeutung deS Bereins für das einheimisch' Musikleben gezinnt es sich wohl, einen kurzen Rückblick aus feine Geschichte und Entwicklung zu werfen. Am 19. Februar 1819 gründete her damalige Musikdirektor und Dirigent der 1792 gegründeten „Mufikaliscl-on Gesellschaft", des jetzigen Konzert Vereins, Dr. Ferd. Gaßner, aus Damen und Herren, die zumeist seine Schüler waren, einen ge- ■mtfdyten Chor, den er dis zum Jahre 1820 leitete. jOtefer gemiscküe Ehor ist einer der ältesten in '^uiscl^and In einer Besprechung der Hundert whrfeier de-; ELeilienvereins in FrankNtrt a M., der am 24. Inti 1818 grarünbet nnerd' tznstt es, da ß dieser Verein der 11. Oratorien.i-rein in Dnttfchlanb fei. somit dürfen nnv ivoU mr ben Akademisclvn Gefanaverein die Zahl 12 in An spruck» nelnnen. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, flaffi'dK unb moderne Ehorliteratur zu pflegen. Schm 1820 fand unter Gaßner ein zweitägiges Mnsckfest ftatt mit Romb rg's „Glocke" und Gottfried Webn's „Te bnim". G mu ifelu'dw Leben förderte. 1858 wurde zum erst -- Händels „Messias" aufgefübrt; es folgten >xi „Schöpfung" Händel's „Alexande, - ' u a \ ■ übernahm Wilhelm Mickler die Leitung, ein in damaliger Zeit hockiyeschätzter, feinsinniger fOht» fiter. Unter seiner Leitung wirrdc das ^Oratorium, auch das weltliche sehr gepflegt (Schumann's „Paradies und Peri") und es muß besonders hervorgehoben werden, daß unter ihm schon 1872 das „Deutsche Requiem" von Brahm's aufgesührt wurde und zweimal die Bach'sche „Mathäus- passion". Von 1874—1896 war Adolf Felchner der Dirigent deS Vereins, der das Gießener Musik- leben durch reiche Auswahl llafsisch't und damals moderner Chorwerke dereichrrte: besonders hervor- zul-eben sind: Beethoven's ,.9. Svmphonie" und Schumarm's „Manfred" (1886 mit Ernst v. Poft sart). Felckmcrs Vorliebe für die Romantiker vermittelte uns wiederum die Sckmnvann'fcheit Chor- Iperfc „Paradies und Peri", „Der Rose Pilgerfahrt" und solche von Niels, W. Gade und Max Brach 1896 wurde Professor G usta v Trautmann als Dirigent des Vweins aus Frankfurt am Main hierher beraten. Unter ihn tarn ein ungeahnter Aufschmmg in das musikalische Leben, so daß rmn svnwdl die Kvnzerte des Akademischm 0t?sMtg-- rereirts, als mich die des Konzertoer.ins, lner rote auswärts, einen guten Ruf genießen. So konnte 'tvr Gesai:gverein gelegratlicb seines 90iäbriwn Stiftungsfestes 1909 durch ein dreitägiges Musik fest ben Beweis erbringen, auf mich' künstlerischer Höhe er an gelangt war Damals kamen zur Auf- versucht wird, den Expressionismus auch dem Film dtenftbar zu machen. Es entstehen dadurch ganz auberordentlich starte 2Btr?im?en und der Be uch durfte auch für jeden Kunstfreund von großem Interesse sein. Landkreis Gießen. -m. Heuchelheim, 4. Juni. Am Sonntag, 6. Ju?t ds. Js. Iftndet bei Gastwirt Schäfer die 3 Äkal-Kaninchenartsstellung des hiesigen Kanin- chcnzuchtvercins statt. Es werden ungefähr 200 Tiere, darunter crstklasftge, prämiierte Rassetiere ausgestellt und es bietet sich für Liebhaber günstige Kaufgclegenheit für gute Zuchtkauinchen. Der Verein, der während des Krieges gegründet wurde, hat einen steig enden Zuwachs von sDtitglid>crn zu ocrjcidjnen und steht auf leistungsfähiger Höhe. (Siehe Anzeigettteil.) Kreis Büdingen. Der Zusammenstoß mit Wilderern ** Büdingen, 4. Juni. Um den tendenziös ausgesprengten Gerüchten über den Zusammenstoß fürstlicher Forstbeamten mit zum Teil noch unbekannten Leuten am 28. Mai 1920 im Distrikt Rother-Stutz (in den sogenannten Wachholdern- bittet uns die Fürstliche Rentkammer Büdingen, Abteilung ^orftroefen, um Veröffentlichung folgender Feststellung: Der Zusammenstoß erfolgte nicht mit „harmlosen Wanderern", mit „Hamsterern", sondern mit bewaffneten Leuten, die an den obengenannten Orte widerrechtlich eine Schießübung achtelten. Als wir uns ihnen aus etwa 50 Meter genähert hatten, bemerkten uns die Leute und ergriffen die Flucht, worauf die beiden vordersten Beamten sie mit Halt anriefen und durch die Wachholder verfolgten, bis sie 11 eher ficht über das östlich an- schließer.d? freie Gelände Hatten. H e: sah n sie drei Leute in Richtung Lcisenwald-Waloensberg flüchten, sie riefen mehrere Male „Halt" und erhielten nunmehr von der Gegenseite Feuer, woraufhin sie ebenfalls das Feuer eröffneten. In diesem Moment begann unserers Erachtens ein leickstes Maschinengewehr aus der Gegend der Neftenstra^ zu feu.rn, 7vas die Beamten -wang, i< Deckung zu gehen. Bei dem nun anschließenden ,etwa lV»stün- digen Feuergefecht waren auf der Gegenseite ein leichtes M.--G. und zwei Militärgewehre in Tätigkeit. Wir konnten nicht feststellten, ob einer unserer Gegner verwundet worden war. Erft am 2Ibenb des 28. 3. 20 erfuhr einer unserer Beamten zufällig, daß in einem Dorfe östlich des Büdinger Waldes ein schwer verwundeter Mann mit einem Wagen in ein Krankenhaus verbracht worden fei Es ist bis jetzt unseres Wissens noch nicht feftgestellt worden, ob dieser Mann durch unsere Schüsse oder die der Gegenseite verwundet worden ist, welch letztere Annahme viel Wahrscheinlichkeit hat. Die im Gang befindliche Untersuchung muß dies aufklären. Die Anzeige über den „Zusammenstoß" gegen Unbekannt wegen Widerstandes unter Anivendung von Feuerwaffen ist am L9. März 1920 vormittags telephonisch an die Staatsanwaltschaften bei den Landgerichten in Hanau und Gießen, sodann sckxrisllich an dieselben erstattet worden. Eine Ber- schleppung oder Verschleierung durch uns kann daher nicht unterstellt werden. Forstmeister Hoffmann und die weiter beteiligten Beamten sind von dem Amtsgericht Büdingen verantwortlich vernommen worden. Das Verfahren ist nicht eingestellt, es geht, soviel uns bekannt, seinen Gang. Die an dem Zusammenstoß beteiligten Beamten find alle von Staatswegen eidlich auf ben Forst-, Jagd- und Fischereifchutz verpflichtet, sie befanden sich vor dem Zusammenstoß nicht auf der Jagd, sondern lagen ihrer in der heutigen Zeit wahrlich nicht leichten Pflicht ob, die darin besteht, ihrerseits in ihrem Dienstbezirk für Aufrechterhaltung und Achtung der Gesetze zu sorgen. * x Hirzenhain, 4. Juni. Der Parteisekretär des Metall arbeiterverban- Ides, Schiefer, der bisher sehr energisch die Reckste Urtb Forderungen der Arbeiter vertreten (batte, wurde auf Bctrerben der water links stehen den Kreise der Arbeiterschaft seüres Postens enthoben. An seine Stelle soll der Unnatchängige Diß- mann (Stuttgart) berufen werden. Kreis Friedberg. A Bad-Raubeim, 4. Juni. Durch Verfügung des Reichsarb i snirnipers hat die Rcickis«' kuranstall, früher Militärkurhaus, und während d:s Kiieges Refervel'Kire.t, nuranelr He Be- idjatung „Versorgungsan st alt Bad-Rauheim" erhalten. oa. R iede r - W öl l st adt, 5. Juni. Ter am 3. Pfingstfeiertag auf dem Gute des Pächters Schwind ausgebrochme Brand ist n ut aufgeklärt. Der Brand entstand durch den schsjährigen Sohn eines Schweiz rs beim (versuchen in der Sck>euer, wobei er mit Streichhölzern nach den Restern leuchtete. Mle Maschinen und landwirtschaftlichen Geräte sind dem Brand zum Opfer, gefallen. Ter Geschädigte ist der jetzigen Zeit entsprechend nicht genügend verfichett. Starkenburg und Nheinhefsen. sw. Tarrn stadt, 4. Juni. Die Ausstellung „Deutscher Expressionismus" Tarmstad" 1 23 im f attischen Äusslellungsgebäude auf der Machilsdcmhöhe mir:» am Tvnnerstug beir 10. Juni vormittags 11 Vs Uhc eröffnet. Heffen-Nafsau. mc. Frankfurt a. M., 4. Juni. Im Frantz' futter Schlacht- und Vi.f hos narben in bei: ätzten Wochen unter bc-;i Augen ocr Behörde Hunde geschlachtet, diedarjt wvrl als sckuvai ■- ?' ck xtv tetes Fl ich in Wirt chaften u w. wu.t er.l. Run- melw will die Mctzg-er-Innu g geg n uicen Unfug einschi eiten, b.i dir Be.wai tu g bis er n-oJ: nicht ben Mut gesunden hat, dem Geckcher, das die treuen Vicrfü^ler vom Lebrn zum Tode berörfrTt, oe Türe zu wttsen, angeblich, do das SckLachten aller Tiere erlaubt sei. Kassel, 4. Juni. Als eine ber ersten deutschen Großstädte veröffentlicht die hiesige Stadlverwattung den H a u pt v o r an schl a g für 1920. Er erreicht in Einnahmen und Ausgaben die Höl,e von 193 Millionen Mark gegen 63 Mill, im Jahre 1919. Bei diesem gewaltigen Unterschiede von 133 Mill. Mark spielen 32 Mill. Mark für Kriegsausgaben die .Hatrpttolle. Den finanziellen Grundstock des Haushatt-panes spielten — und das dürfte am iuteveifantesten jein — der der Stadt zufaliewde Anteil der Reichseinkommensteuer mit rund 270 Mill. Mark. Vie Vahlbewegung. Der Aufmarsch zur Wahl. Berlin, 5. Jrmi. Die Tttitsche Allgemeine Zeitung sagt: Im allgemeinen hielt sich die Wahl- tropaganda insofern in den Grenzen des trolv ttschen Anstandes, als sie sich meist darauf beschränkte, die Werbetätigkeit an sich in den Vordergrund zu stellen. Infolge der vielen Parteiverfüg trugen ergibt sich ein vorläufig noch keineswegs Überselchares buntes Bild: das Endergebnls dürfte sich aber schließlich doch im wesentlichen einfacher und scharfer gegliedert gestalten als der vielfach recht stark nach Ziellosigkeit ausfehbare Aufmarsch. Von den 35 Wahltteisen des Deutschen Reiches iverben diesmal drei b.i der Wahl fehlen, die beiden O der schl e si ens, die erst später wählen und Schleswig-Holstein, der erst im Herbst wählen wird. Als neue Partei erscheint die kom munistisck;«, die sich im Gegensatz von der von ihr abgesplitterten, an der Wahl nicht teil nehmenben kommunistischen Arbeiterpartei als Fortsetzung des Spattakuslmndes bezeichnet. Sie hat bei der Aufstellung ihrer Kandidatenlisten Heinen einzigen Wahlkreis ausgelassen. Eine Erklärung Der Gießener Studentenschaft. DieloseBereinigung der Gießener Korporationen hat unter dem 4. Juni folgende Erklärung abgegeben: „An die Reichsregierung, Reichszentrale für Heimatdieirst, Landesabteilunq Hessen. Die deutsche Skudentenscszaft als solche, insbesondere die korporative, betreibt keinerlei Partei Politik: sie hat dies auch aus dem außerordentlichen Hvchschultag in Dresden (16. bis 21. Mai nach außen Inn dokumentiert. Die lose Vernni<7ung der Korporationen der Universität Gießen lehnt habet auf das Entschiedenste jeden Versuch p'tte p üitischer Bceinflusfung ab. auch wenn sie auf Kosten der Steuerzahler seitens der R egierung (Reichrzenttale für H"imatdienstt durch die Ucberfenbung anonymer Dracksckiriften als „R e i ch s d i e n st s a ch c" er- fvlgt. Die „lose Bereinigung" bringt biete ihre Grundsätze zur Kenntnis der Regierung und wird sie auch einer breiteren Oeffentlichkeit durch die Presse bekannt geben. Die lose Bereinigung der Korporattonen an der Universität Gießen. J.A.: Störiko, Vorsitzender. Winke für Oie Wahl zum Reichstag. 1. Das Wahlgeschäft beginnt um 8 Uhr vormittags und endet um 6 Uhr nachmittags. 2. Schiebe die Wahl nicht bis zur letzten Stunde auf. 3. Eheleute gehen möglichst mit ihren wahlberechtigten Familienangehörigen gleich zeitig zur Wahl. Dies erllichtert das Wahft geschäft außerordentlich. 4. Stecke den richtigen Stimmzettel in den Umschlag. 5. Stecke keine zwei Stimmzettel in den Umschlag. 6. Unterschreibe den Stimmzettel nicht 7. Gib keinen leeren Umschlag ab. 8. Versuche nicht, den Wahlumschlag zu zukleben; er ist nicht gummiert. Schumann's „ParcDies und Peri", Händel's „Messias", Brahm's „Deutsches Requiem", Mmvel- sohn's „Paulus und Elias", Beetbovm's „9. Sym- phmrie", Bach's „Mathäuspassion" u. a. statt, als auch Erstauffübrangen von Werken, tne bisher in Gießen uno teillveise auch andenvärts noch nicht aufgeführt waren. Das Bestreben ves Vereins ging von jeher dahin, nicht nur die bekannte klassische Clwrliteratur zu pflegen, sondern, was für einen gedeihlichen Fortschritt des musikalischen Lebens unerläßlich ist, mich die modernen Komponisten zu Ikerücksichtigen: in dieser Hinsicht sind in erster Linie die Werke von Brahm's. Reger, Wolf- Ferrari usw. zu erwähnen, deren Studium sich der Betern, unter Professor Trautmann's Leitung, mit großem Eifer unterzog. Erne kurze Uebersicht aller Erstaufführungen in Gießen dürfte daher von lJntetesse sein und ben Bewers erbringen, wie niete Zeitig auf dem Gebiete ber Ehorliteratur der Verein sich betätigt hat. RLöge es dem Akademischen Gesangoevein, wek- dx-r dieses Mal in schlichter Weise Mn Stiftungsfest begeht, vergönnt sein, sich unter der hervorragenden Leittmg Herrn Professor Trautnmnn's, im Verein mit dem Konzertverein noch wttterhiu in gleicher Weise für das fUtufiöebar unterer Univet- sitätsstabt zu betätigen. Dies istZrer Wunsch ben gewiß alle Musikfremrde unserer Stadt dem Verein zu seinem hundertjährigen Sttftungsfest aus- sprecyen. W. Neuausführungen seit 189 6. Bach: 8-rooU-Meffe, Weihnachtsoratotium, Kantaten Nr. 155, 61, 40, 56, 50, 118, 80, 51. Weltliche Kantaten fitrfrefcnlatc and Jagdkantate. Beethoven: Missa solenuns, Seine Messe, Cborsantasie, elegischer Gesang B e r l i o s z: Requiem, Des Heilands Kindheit, Flucht nach Aegypten. Brahms: Triumphllü», Närric, Gesang der Parzei^. Schicksalslied, Ältrhapsodie, Fvauenchöre, gemitotc Chöre a capella. Debussy: Frauen chvre. De Haan: Werden und Aergehen, Chorwerk. Götz: Nänie. Händel: Jephta, Judas Makkobäus. (Beide Werke in der Stephani'scheu BearbttttrngO Humperdink: Das Glück von Evenhall. Herz ogcnbery: Die Geburt Christi. He ymann-Reinecke: Frauenchöre. Löwe: Chöre a capella.: In der Marienkirche. Im Vorübergehen. Liszt: Die heilige Elisabeth, Tie Glocken des Straßburger Münsters, Faust-Symphonie, 13. Psalm. Mozart: Requiem, Miserioordias Domini. Reger : Ter Einsiedler, Tie Nonnen, Choralkantaten: Meinen Jesum laß ich nicht, O wie selig seid ihr doch ihr Frommen, O Haupt voll Blut und Wunden. Schubert: 23. Psalm. Schumann: Fauststeitcn, Zigeunerleben. Schol z: Silvesterglocken. $ inet: Sonncngesang aus „Franziskus". Verdi: Requiem. W o l f r u m: Weihnacbtsmyfterium. Wagner: Szenen aus Parsifal, Chöre aus Lohoiarin und Tarärhänte Wolf-Ferrari • nuvva. Madrigale von £.. > di Lasso, Haffe, Haßler, Eccard, Reichard ujn? Mmn erfiHht tmm dir Vfgrdnisse der Reichs- mg-wahlen? Die Ergebnisse der Reichstagswahlen soll«: so scknell als möglichbekanntwcrden. Die Wahlvorsteher sind angewiesen, die 9)Mbung über das vorläufige Ergebnis auf schnellstem Wege abzusenden. In gröberen Gemeinden mit mehrer- rrn Wahlbezrrten werden sie erst gesammelt. Die Telegramme sollen möglichst noch am Abend des Wahltages, spätestens am 7. Juni, nachmittags 4 Uhr, abgesandt werden. Die Kreiswahlleiter schicken dem Reichswahlleiter zwei Telegramme. Das vorläufige Ergebnis soll spätestens im Laufe des 8. Juni bis abends 8 Uhr gemeldet werden. Sofort nach der endgültigen amtlichen Ermittlung folgt das zweite Telegramm. Die Post- unb Telegraphenanstalten sind angewiesen, alle Wahltelegramme und Ferngespräche mit der größtmöglichen Mschleunigung zu behandeln. Ueberall ist für ausreichende Arbeitskräfte zu sorgen. Alle beteiligtes Telegraphen- und Fernsprechanstalten müssen am Tage der Wahlen und der Ermittlung des Wahlergebnisses so lange im Dienst bleiben, bis der Verkehr erledigt ist. ** Die mehrheitssvzialdemokra- tische Partei veranstaltete gestern abend im Eafo Leib ihre letzte Werbeversammlung. Dr. Q u e s s e l - Darmstadt wies eingangs seiner Rede auf die Bedeutung des am 6. Juni zu wählenden ReiclBtags hin, der vier Jahre lang die Geschicke des deutschen Volkes zu bestimmen haben werde. Der Redner gab dann zu, daß die Nationalwahlen im vorigen Jahre entscheidend beeinflußt worden seien durch den damals noch frischen Eindruck des militärischen Zusammenbruchs. Deute aber seien die reaktionären Kräfte in starkem Anwachsen, auch im Zentrum und bet den Demokraten. Dr. Quessel versuchte dann eine Charakteristik der bürgerlichen Parteien, wobei auch die bürgerlichen Koalltionsparteien manckxn Seitenhieb chinnehnten mußten. Ueber all das, was die drei sozialistischen Parteien charakterisiert, schwieg sich der Redner mit Absil^ aus. Er wolle dem Bruderzwist nicht neue Nahrung geben und hoffe, daß die «ruseinauderstrebenden Teile des Proletariats im Feuer des Wahlkampfes zusammengeschmiedet würden. Bringe der 6. Ium eine sozialistische Mehrheit, dann sei die Koalitionsregierung erledigt und eine rein sozialistische Regierung trete an ihre Stelle. Im zweiten Teile seiner Ausführungen schilderte Dr. Quessel die im einzelnen ja bekannte Tätigkeit der Nationalversammlung und Koalitionsregierung und kam zu dem Schluß, daß sowohl in der inneren als auch Außenpolitik Anzeichen einer Besserung festzustellen seien, trotzdem die .Lage Deutschlands altes andere ds rosig sei. — Stadtverordneter Mvßdorf, der zweite Redner des Abends, schilderte tveitläusig hauptsächlich das Verhältnis und die Gegensätze zwischen .Kapitalismus und Sozialismus. — In der Aussprache übte der Unabhängige F r t d scharfe Kritik an den Fehlern, die unter der Koalitionsregierung gemacht worden seien, erkläre sich aber mit den Ausführungen der beiden Vorredner einverstanden. Er beschäftigte sich des weiteren mit Mißständen in unserer Gießener Kommune. — Der Demokrat W al t er , ein noch junger Derr, verwahrte sich dagegen, daß die demokratische Partei von Dr. Quessel mit den anderen bürgerlichen Parteien in einen Topf geworfen worden sei. Seine Ausführungen gingen zum größten Teil in der Unruhe der Versammlungsteilnehmer unter. Herr Degenhardt (USP.) würde es begrüßen, wenn die Bolschewisten, die ja nur als Freunde der Av- i-eiterschast kämen, ihre Herrschaft über Deutschland, ganz Europa, ausbreiten würden. — Ein weiterer Redner der USP., Herr Haupt, drückte feinen Schmerz darüber aus, daß dem Volke fein Kontrollrecht genommen worden sei, daß die Nationalversammlung die Arbeiterräte „abgemorksf Labe. — In seinem Schlußwort ging Dr. Quessel auf die Einwürfe der Vorredner ein. * Berlin, 5. Juni. Einen stürmischen Verlauf nahm eine Niefenverfammlung in Neu-Kölln-Berlin, in weld>er der Reichskanz- l e r sich gegen rechts und links wandte. Während seiner Rede hatte sich, wie der „Vorwärts" berichtet gezeigt, daß eine nicht unbet'üichtiiche Anzahl von Unabhängigen und Kommunisten im Saale war. Tie fortgesetzten Störungsver- s u ch e wurden von dem Sprecher so jurüdgenntfen, daß die radaulustigen Elemente zum Schweigen kamen. Nach Sclstuß der Rede verlangte die Minderheit, der Reichskanzler siolle da tüeiben. Er erwiderte, daß er im Garten, wo sich Tausende versammelt 'batten, die im Saal keinen Platz mehr gefunden, reden wolle unb daß er sich nachher den Diskussionsrednern zur Verfügung stelle. Einige der letzteren spvackxn dann unter fortgesetztem Lärm, der durch Pfeifen auf Hausschlüsseln verstärkt wurde. Unter diesen Umständen war eine Fortsetzung der Debatte zwecklos. 4 Bad-Nauheim, 3. Juni. Die Zentrumspartei veranstaltete heute abend in der Turnhalle eine besonders ans Kreisen der Kurgäste gut besuchte Versammlung, in der Frl. Frl. Breuer (Frankfurt a. M.) und Rechts- | Mtetgesuche | Eine schöne 7-Zimr.-Woh- nung, Part., gegen meine 3 Zimmer in bester Lage oder antike Möbel zu lauschen gesucht. Schrif l. Ang, u. 010228 tx. d. G. Anz. 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Zunächst hxnxn etwa 80 Schrttzleute mit Revol- nem und scharsgeladenett Infanteriegiivehren auf» geboten, welche an und in dem Versammlungslokal scharfe Wache hielten. Außerdem tvareit weitere buTti>eTl_beiuaffnctc Mann der Bürgersvehr in der Nachbarschaft postiert mtb aXarmbereit, um auf baö geringste Zeichen ihren biauen Kollegen 5U Hilfe zu eilen. Infolge des starken Andranges formten viele Besucher feinen Platz im ^>aale finden unb hielt Präsidettt Ulrich Von einem Balkon des Nachbarhauses eine Ansprache, die lebhaften Beifall erntete. Für den Wahltag sind besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen. -m. Heuchel h e i m, 4. Juni. Gestern abend hielt die Unabhängige sozialdemokratische Partei im Saale von Aug. Rinn eine öffentliche Wählerversammlung ab, die von bet hiesigen Ortsgruppe einberufett unb gut besucht war. In 2'/»,sündiger Rede belichtete der Sixf^nt K. Benner- Wieieck die Ursackxm, die nach seiner Meinung die Revolution mti> ben Zusammenbruch unseres Staat Äoeseits herbei füllten.. Er ging bann näher auf die Ziele der einzelnen Parteien ein, betonend, daß seine Partei berufen sei, dem sck-afsenden Volke die Freiheit zu bringen und bessere Zustände auf allen Gebieten des wirtsck-aftlichen Lebens herbeizuführen. ©eine Ausführungen sanden reichen Beifall. Ta sich niemaud zur Dis- kttssion meldete, wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Steinmüller, geschlossen. -m. Hungen, 5. Juni. Gestern abend hielt im Lxvale „Zur Traube" die Deutsche demokratische Partei nnxb eine gut verlaufene Wähler-Versammlung ab. Es sprach San.-Rit Dr. Honigmatm aus Gießen über die Temokrair'. Lelwer Fischer von Gießen gab einen Rückblick über die polisifchen VKhättmste des letzten Jahrhunderts und sclstlderte die Kampsesart der Oppo- si.ronsparieien. Zwisä-endurch hat.e ;rch Fräuetn Flick von Gießen an die Frauen geivandt und sie ausgesordert, der demokratischen Port-i ihre Stimme zu geben. Tie Versammlung spendete den sach- ltcheu ausklärenden Ausführungen reichen B.istckl. Nach einem Schlußwort von Lehrer Fischer wurde die Versammlung um 12 Uhr geschsvsson. -m. Hungen, 4. Juni. Gestern abend sprach hier im Saale des „Darmstädter Hofes" Dr. Quessel- Darmstadt immens der <Äozmldeum- kra tischen M^hrheitspartei zu einer zahlreichen Zu- lSrerschast. Ueber den Jühalt seiner Rede verweisen wir auf den Bericht über die gestrige sozialdemokratische Versammlung in Gießen. Zur Aussprache meldete sich niemand, so daß nach einem kurzen Schlußwort des Referenten die Versammlung durch dem VvtptzIider der hiesigen Ortsgruppe geschlossen werden fiormte. * Kes selb ach, 4. Juni. Am DonnerSdag abend stmd hier erre WaUrersamm ug bet Te ixt schnationol en Volksparbi statt, in der Dr. Blank aus Gießen sprach. Tie Aüsfi'chrungen fanden bei dn Zühörern -aß fettigen Beifall. Gegenrede fand nicht statt. ? Lang-Göns, 2. Juni. Montag abend sprach hier der sozialdemokratische Minister N e u- tmann. Eine lebhafte Aussprache folgte, in der Dr. Roßberg für den hiffsischen Bauembmid, ,Dr. Blank unb Dr. Lenz (Gießen) für die deutsckuationale Volkspartei sprachen. Ms darauf der Deutschnationale ftub. med. Jung, ein geborener Äang-Gönser, sprechen wollte unb bic Vorgänge der Werner Versammlung in Benshstm erwähnte, der er persönlich beigewohnt hatte, schnitt ifynt der Vorsitzende das Wort ab. Tie außerordentlich zahlreich erschienenen Deutschnationalen verließen daraufhin den Saal. * * Lau buch, 3. Juni. Ten Reigen der hiesigen Wcktzlver amm.'wgeu schloß am Tonwustag ale .d eine solche ter demo kralis chen Partei, in welcher vor zaUrvicher Zü'^rersthaf. du Präsident des B-ildungsamt s Dr. Strecker über d'.e Not des deutschen Bolzes sprach. In feiner Gegenrede begründete und rechtstctigt; Dr. Lutsch- Gießen die Kritik an den gegenwärttgrn Regierungsparteien. Tr. Strecker sprach hierauf das Schlußwort. Lauterbach, 4. Juni. Der Vorstand des Hess. Bauembiundes, gez. W. Fenchel, Oberh5rgern, schreibt rms: Die in der gestrigen s)Jr. des Gießener Anzeigers verösfentlickste Notiz aus Lauterbach, wonach der Hess. Bauernbund im Kreise Lauterbach, besonders im Amtsgerichtsbezirk Schlitz, sich für die Deutsche Vvlkspartci erklärt babe, entspricht nicht den Tatsachen unb bedeutet eine Irreführung der Wähler. In einer gestern in Schlitz abgehaltenen Bezirksverfammlung des Hess. Bauernbundes hat sich dieser einstimmig für die Liste Dorsch-Werner ausge- fbrorfjen. Ebenso ist es unwahr, daß der Hess. Bauernbund seinen Mitgliedern die Stimmenabgabe freie eftellt habe. Alle derartigen Behauptungen sind nichts als unlautere Wahlmanöver. -m. L i ch, 5. Juni. Gestern abend fand hier in Steirrs Saalbau eine gut besuchte Versammlung der Unabhängigen Waßwwt’r'i ischeu Partei statt, in der Reserent Noack-Frankfurt in fön* gereit Ausführungen über die Ziele seiner Partei und ihr Programm sprach. * Lo n do r s, 4. Juni. Am Tvnmerstag abend um 9 Wc fand hier eine gut besuchte Wahlversammlung der T e u t s ch n a t i o n a l e n Volk s- partes, Ortsgruppe Londorf, im Saale des Gastwirts Borger statt. Nach Begrüßung der Gäste durch den Vertrauensmann. der Ortsgruppe, Herrn Seibel ergriff der Redner, Herr Dr. Lenz aus Gießen, das Wort, um über „Kritik und Ausbau" unb über ,,M(gemeines über bie kommende Rcichs- tagswcchl" zu sprechen. Ta b'x Ver'ammlung zum größten Teil aus Angehörigen der Deutschen demo- kxntischeir Partei und den beiden sir^ialdemokratu- schen Parteien bestund, so setzte sofort nach' Beginn der Rede eine große Opposition ein, die indes nicht in der Lage war, die klar borgelragenen Ausführungen des Redners abzuschwächen. In der Gegenrede, in der d-ie Herren Schäfw, Beckw, Berlin und Häuser auftraten, versuchte man der Tentschnationalen Volkspartei die ganze Schuld am Kapp-Putsch zuzuschreiben, während man für den „Ruhr-Aufstand" und sonstige Mißstände im Reich (Hölz und lZenosseu) wenig Worte der Verurteilung fand. Nachdem die Herren Tr. Mank unb Dr.'Lenz in längeren dtussührungen fcie An- griffe der Gegner abgewiesen hatten, wurde bi* Versammlung von Herrn Seibel kurz vor 1/22 Ul)r geschLosseir. * Münster, 4. Juni. Gestern abend sand im Saale des Gastwirt Darner eine deMofra- tische Versammlung statt. Herr Weith (Gießen) behandelte das Thema D i k t a t u r 0 der Demokratie und versuchte am Schlüsse noch an Hcrirb einer Anzahl Belege nachzuweisen, baß in den Rechtsparteien weite Kreise über den Kapp-Putsch orientiert waren unb ihm sympathisch gegenüber» stcmden. Nach einer Aussprache, in der Frau Pfarrer Simon und .Lehrer 'Jiämet in ber Hauptfach)« die Judenfrage berührten, nahm der Referent >das Schlußwort. § Ortenberg, 4. Juni. In einer besonders von Frauen und Mädchen gut besuchten Versammle g der Teutschnatianalen Volkspartei sprach gestern abend in der „Post" Fräulein Rennert von Gießen über das Programm ber Teutschnationalen Volkspartei. Die Deutschnatiio- nale Bolispartei sei keine rückständige, reaktionäre Partei, sondern die fort]"chrittlichste Partei, die es überck-rupt gäbe: eine neue Partei mit einem stark christlich-sozialen Einschlag, die von jeder Frau unb Mutter deshalb unterstützt werden müsse. In der Aussprache betonte Tr. Löffler nochmals die Pflicht jedes national Gesinnten, am Wat,iltag. seine Wahlpflicht auszuüben. Frau Tr. Löffler, die die Versammlung eröffnet unb geleitet schloß dieselbe um V2II Uhr mit Tankesworten an die Rednerin. ^Ortenberg, 4. Juni. Tie Wahlbew".'gnng steht ar,ch 'hier auf dem Höhepunkt. Eine Versammlung löst die andere ab. Gestern abend sprach im 5)irzelschen Saal in einer Versammlung derM e h r- heitssvzialdemvkratie Abg. Schild- b a ch über die bevorsteh.mben Reichs:agswahlen, es waren ungefähr 55 Zuhörer aller Parteicar erschienen. Ter Redner entwickelte das Programm der Melstheitssozio.lb-emvkratie, legte die Gründe für den Ausbruch der Revolution dar und beleuchtete die Verdienste der Me'höl-oitssozialdemokratte in der Koalitionsregierung, dabei mit der Rechten und bec, Linken abrechnend. Tie Versammlung verlief ziemlich ruhig und wurde von Schveüver- nteifter Karl Meuer eröffnet und geleitet. Eine Aussprache sckstoß sich nicht an. O Schlitz, 3. Juni. Trotz der ungünstigen Verkehrslage des Schlitzerlcmdes im Verhälttris zu Gesamthessen, haben es die Vorstände der hiesigen Parteileitungen verstanden, reckst viele auswärtige Redner für den Wahlkampf zu gewinnen und diesen dadurch recht lebhaft zu gestalten. Mit Ausnahme des Zentrums haben alle Parteien eine ruhige Werbetätigkeit im Schlitzer- lande hinter sich. Die in Stadt und Land durch Fabrikant Wilhelm Zöller geradezu mustergültig organisierte Deutsche Volkspartei hat schon im Nack)winter und Frühjahr hier und im Schlitzerlande eine ganze Reihe glänzend verlaufener Versammlungen abgehalten, nwzu Parteisekretär Dr. Lutch und Prof. Schian (Gießen) als Redner gewonnm waren. Wenn dabei die Deutsche Volkspartei auch nicht in Kampfstellung gegenüber der iwch in den Anfängen begriffenen Organisation der hessischen Volkspartei getreten ist, so galt cs ihr aber darum, sich ihre große alte Aiihängersck)aft unter der bäuerlichen Bevölkerung auch für die neue Wahl zu sichern. V^orgen wird Finanzminister a. D. Dr. Becker nochmals für die Partei hier in Schlitz sprechen. — Eine lebhafte Wahltättgkeit hat auch die Hessische VvlkSpartei hier entfaltet. Nach fämtlidjeit Orten des Schlitzerlcmdes bat sie ihre Redner entsandt. Hier sprach Prof. Dr. Werner in stark besuchter Versammlung, die ohne Diskussion ruhig verlief. Heute mittag kam es nochmals zu enter aus dem ganzen Schlitzerlande stark besuchten Bauernversammlung, in der die Abg. Dorsch und Fenchel für ine Deutschnationalcn sprechen. Die Mehrhettssozialdemokra ten hatten Minister Dr. Fulda als Redner einer ebenfalls gut besuchten Versammlung gewonnen, während für die USP. am darauffolgenden Tage Stadtv. Maier (Gießen) sprach Auch in diesen beiden Versammlungen kam es zu keiner Aussprache. Die Deutsche demokratische Partei hatte auch eine gut besuchte Versammlung anberaumt, in welcher Finanz Minister H e n r i ch für die demokratische Sache warb. In einer Reihe von Orten des Schlitzeclandes war außerdem der Reichstagskarüridat Pfarrer Weidner für die Demokraten tätig, indem er chs Vertreter des Deutschen Bauernbundes über „die Lmtdwirtschaft unb die bevorstehende Wahl" sprach und scharfe Kritik am hessischen Bauernbund übte., x Scholten, 4. Juni. Arn 2. Juni fand in der hiesigen Turnhalle eine stark besuchte Versammlung statt, die von der Ortsgruppe der Deutschen Bolkspcrrtei einberufen worden war. Finanzminisler a. D. Dr. Becke r hob die Aufgaben unb Ziele ber Partei hervor unb beleuchtete die Leistungen bre Mehrheitsparteien in der Nationalversammlung, Er verurteilte, frei von jeber Gehässigkeit unb persönlichen Anwürfen, verschiedene Gesetze, auch beit Generalstreik und forderte einmütiges Zusammengehen des^Bürgerttims unb mehr nationales Ve wußtstin. Seine Ausführungen machten einen tiefen Einbcuck auf die Zuhörer und ernteten reichen Beifall. -m. Trais-Horloff, 5. Juni. Bor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach am 4. l. Mts. abends für die demokratische Partei ftub. Meier von Gießen. Seine Ausführungen waren von lebhaftem Beifall begleitet. Sport Loudor f, 3. Juni. Am vergangenen Sonntag fand in Münster bei Lich eine gut besuchte Bundesversammlung des „Ober'hessiichen Radfahrer-Bundes" statt. Nachdem der Jahresberiäst bekanutgegeben war, ging mau Zur Ergänzungs- Wahl des Vorstandes über. Es wurde unter anderem beschlossen, in diesem Jahre einBundes- Rennen und eine Bundesfahrt zu veranstalten. Tas Bundes-Rennen soll am 4. und 5. Juli in Londons abgehalten werden. Ter Radstthver-V er ein Rabenau-Londorf 1902 in Gemeinschaft mit dem Bundesvorstand haben die Vorbereitungen hierzu bereits in die Wege geleitet. Die Bundesfahrt ist am 1. August ds. Js. und wird sich von Hattenrod aus nach der Wetterau erstrecken. Das Endziel soll Betten'hausen werden. Vermischte». Explosionsunglück in Moskau. Kopenhagen, 4. Juni. (Wolff.) „Ber- lingske Tidende" meldet: Die aus Moskau nach Kowno heimgekehrten Mitglieder der litauischen Friedensabordnung berichten über eine große Explosion in Moskau am 9. Mai, welche die drahtlose Telegraphen- stalion schwer beschädigte. Eine mächtige Detonation brachte alle Häuser zum Erzittern. Es wurde bald bekannt, daß das mächtige Munitionslager im Dorfe Gusev, 5 Kilometer von Moskau entfernt, in die Luft geflogen sei. Sofort nach der Explosion wurde es butid) Militärpatrouillen besetzt. Die Unglücksstätte wurde im Umkreis von mehreren Kilometern abgesperrt. Das.ganze Dorf war dem Erdboden gleichgemacht/worden. Die meisten Bewok)- ner sind getötet, darunter auch die ganze militärische Besatzung. Am nächsten Tage wurde in Moskau die Arbeit zu Ehren ber Opfer eingestellt. Zahlreiche Personen würben verhaftet unter bem Verbacht, bie Explosion veranlaßt zu haben. * I Mexiko, 4. Juni. (Wolff.) Man hat beschlossen, ein Drittel ber Häuser von Veracruz zu verbrennen, um bic jetzt aus- gebrochene Bub 0 nenpest zu bekämpfen. —M—■!-------- fort gesucht 010108 6108 FW.Mcl.Mch» OlQUll gesucht 5548 Seltcröweg 23 Gesucht weg. Erkrankung des bisherigen 6284 Hospitolllr. M 5964 tilchl Iges nudehen evtl, nur tagsüber. Fraa Geheimrat Krflger, Löberstraße 22. 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Nach kurzer Bec,rüßung durch Direktor Has- sing er von der Zentralstelle für Volksbildung gab Professor Goldstein - Darmstadt ein Referat über „Grundsätzliches zur Volkshock^chul- frage" Der Vollsltz)chschullehrer müsse von seinem Stoffe ergriffen sein, diese Ergriffenheit anderen mitteilen und dazu die Gabe besitzen, populär dar- zuftellcn, d. h. er darf nicht seinen Stoff in möglichster Verdünnung. geben, sondern volksverständlich, das bedeute: sckpvierige Gedänkengänge auf wesenhafte Grundzüge zurückführen. Die Volks- hockftchule könne für uns mir eine deutsche sein. Um diese I d e e des Den t s chtn m s zu erfüllen, müssen wir auf die Zeit des deutschen Humanismus znrückgreifcn. Die« Ziele der Volks ho chschul- bildung könne man folgendermaßen fassen: 1. Gilt es den Willen zur Sclbstbildung zu wecken, einerlei, durch welchen Stoff; 2. ein üb rstaatliches, überparteiliches deutsches Menschentum heranzubildcn, in dem die Toleranzidee lebendig un) Vorurteilslosigkeit als positiv empfunden werde; 3. ein Hineinführen zum Geheimnis der Wirklichkeit und des Daseins, damit zur Ehrfurcht, zur Entphi- listerung des Einzelnen; 4. das realitätslose Denken der gegenwärtigen Menschen zu korrigieren. Nicht mehr sollen sie in wesenlosen Begriffen denken, nicht mehr sich nur erinnern an oberflächlich Erfaßtes; 5. muß sich der Abstand zwischen Masse und Geistessührern vermindern, der nirgends so groß ist als gerade in Deutschland, viellcickst, weil die führenden Leute bei uns ragender und in ihrer Geistigkeit chaotisck-er als in anderen Ländern sind, vielleicht, weil die Menschen anderer Länder mehr Gemeinsamkeiten besitzen. — Man dürfe von der Volkshochschule nicht zu viel erwarten, die habe seinerzeit fortissimo eingesetzt, jetzt komme der Rückschlag. Am Schicksal des deutschen Geistes hänge auch die Volkshochschule, aber wir müßen uns bewußt sein, daß vorderhand Volkshochsckmlarbeit Wintersaat sei. Das zweite Referat von Dr. Hans Werner- Gießen brachte Einzckhciten aus der Praxis d e r V o l k s h o ch s ch u l e i n G i e ß e n. Er sprach von den Erfahrungen, die allerdings noch sehr kurz seien, nämlich der letzten drei Semester. Die Wick>- tigkeit der Reklame betonte er und schlug neben Zeitimgsannoncen, Vorlcsungsplänen, als das Wichtigste die Werbung vom Mensck-en zum Menschen vor. Ferner betonte er, nach seiner Erfahrung solle man das Winter- und Sommersemester möglichst lang ausdehnen und zwischen beide genügende Pausen legen. Er sei auch kein Gegner von großen Arbeit.-gemeinschaften, denn die Gemeinde der Mitarbeitenden sei immer klein und für die uichtaktiv Beteiligten das Hören immer aünstig. Aus seinen Listen gab er dann eine Zusammenstellung der Hörer und bedauerte das Fehlen der Arbeiterkreise. Auch treibe die Menschen zur Volkshochschule weniger der Wille sich zu vervollkommen, als beruflichen Nutzen zu ziehen. Dies könne aber im Laufe der Jahre sich ändern; das Wichtigste seien berufene Lehrer, die sich ihren Hörerstamm sammelten als Saathirn größerer Ernten. Als erster der Aussprache gab Rektor Bach-Großen-Linden einen Ueberblick über seine ländliche Arbeitsgemeinschaft, da Dr. Werner nur von seinen städtischen Erfahrungen mit Absicht geredet habe. Mit 20 Hörern habe er auf Wunfch aus diesen Kreisen selbst begonnen und er hafte nun, daß durch diesen Stamm allmählich der Gedanke in seiner Gemeinde Wurzel fassen werde. Allerdings unterrichte er und seine Lehrer in diesen Gemeinschaften nur Elementares. Doch im Laufe der Jahre sei seine Absicht, auch Vortragsreihen cinzuschalten und so allmählich vom Kleinen ins Große zu wachsen. — Pros. Pfannmüller- Darmstadt sprach von den Erfahrungen der Darmstädter Volkshochschule, wo bei 700 Hörern immerhin 100—150 den Arbeiterkreisen angehörten. Er ist der Ansicht, daß, loie man andere. Lehrer in Seminaren heranbildcn könne, man auch Bolkshochschullehrer erziehen müsse. Prof. M e i s e l - Darmstadt wandte sich gegen die Vtode, von der Ueberschätzung des Wissend zu reden. — Pfarrer Sa 1 t l e r - W i e s e ck sprach von den Erfahrungen seiner Volkshock)«-- sckwle, die bei einer Einwohnerzahl von 3500 Seelen 110 Hörer umfasse. Das Interesse sei im allgemeinen sehr groß, und cs wäre interessant, nebelt anderen Statistiken auch eine Konfessionsstatistik zu führen, weil er mit Freude beobackstet habe, daß an seinen religiösen Kursen Israeliten mit Airteil bcigewohnt hätten. — Schwede s - Bensheim führte das Fehlen der Arbeiterschaft auf deren Mißtrauen gegen alles, was Führer heiße, zurück, da die alte Führerschaft bisher ent- täufdyt habe. Prof. Schmidtgen- Mainz betonte, daß bei dem Kampfe gegen das Schlagworr man immer mit solchen arbeite, wie heute das Wort „Leben" i-ud ,,Erck>n" bennv.t werde. Wil- fe*1 s : •• ' * * ■ ' wie das Denkenlernen. Dr. Waas- Mainz bemerkte, daß in Mainz die konfessionelle Frage sehr aktuell sei, da dort die Katlwliken ihre eigene Volkshochschule besäßen. In seinem Schlußwort wies Prof. Goldstein darauf hin, daß er mit seiner Verteidigung der Ratio nicht den Rationali>mus gepredigt habe. Die Ratio erfasse nicht das Letzte,. aber man dürfe auch das Vorletzt • nicht überspringen. Es gälte Platins Wort: „Bis zum Wege und bis zur Fahrt geht die Lehre: das Selien aber ist Sache dessen, der sehen will." Hessisches Landsesetz. Vom Sekretariat des Ministeriums der Finanzen, Abt. für Forst- und Kaineralverwaltung, wird uns geschrieben: . In der letzten Zeit ist die Regierung in Wahlversammlungen vielfach h.stig angegriffen worden, weil sie die Durchführung des Landgesetzes nicht genügend gefördert und die Zuteilung von Siedelungsland an di: Lantzb-.wer-.er unnötig verwgert Hache. — Wer die Schwierigkeiten kennt, mit d r die Virgierung gerade in der Frage der Landbeschaffung zu kämpfen hat, wer fernerhin weiß, wie schwer es ist, die zur Durchführung des Landverfahrens geeigneten Persönlichkeiten zu finden, wird in diese Vorwürfe nicht einstimmen. — Trotz aller Schwierigkeiten ist es der Regierung jetzt gelungen, die Organisation so auszubauen, daß mit einer schnelleren Durchführung der Lcmdzuteilung gerechnet werden kann. Allerdings soll man nun nicht glauben, es könne das Verfahren gleich überall eröffnet und im Handumdrehen durchgeführt werden. Bei der überaus großen Zahl der Landbewerdimg ist dies schlechterdings unmöglich; auch müssen dem Verfahren, will man etwas wirklich Brauchbares schaffen, eingehende Ermitt nugen vorhergel-en, die natürlich geraume Zeit in Anspruch nehmen Man lasse sich deshalb durch haltlose Bel-auptungen, wie sie in den aufgeregten Zeiten des Wahlkampfes besonders gern verbreitet rocroen, nicht irre machen und schenke der Regierung und den Beamten des Siedlungsunternehmens das Vertrauen, daß sie ihr Bestes tun, um dem Land- bewcrber möglichst bald das unumgänglich nötige Land zu beschaffen. Handel» Berlin, 4. Juni. (Wolfs.) Wie wir von zuständiger Seile er^r'hren, steht das Reichsarbeitsministerium mit der Pirmasens e i/ckchuftoaren- industrie in Verhandlungen, um die Wi darauf- nahnie des Betriebes in einem Teil der gcfrWfcncn Schuhwarenfabriken herbeizufül-vw. Es! tpird daran gedacht, aus Mitteln der produktiven Erwerbs- losenfürsorge Darlehen zu yetofflyren, die in ihrer Höhe nach der Ersparnis an Eviverbslvscnfürsvrge bemessen werden. Tie Preise für Schuhwaron, die auf diesem Wege hergestellt werden, sollen sich in der Höhe halten, daß sie auch für die minderbemittelte Bevölkerung erträglich erscheinen läßt. Davon wird zugleich eine günstige Einwirkung auf die Haltung des Schckftr?arestlMst)els erwartet, der sich gegenwärtig vielfach noch nicht zu dem Abbau der Preise entschließen konnte. Brüssel, 4. Juni. (Wolff.) Nach der „Libre Belge" ist tn Antwerpen eine Diam anten- tr ife infolge der Schwankungen der Valuta aus- gebrochen. Als Vorbeugung sniaßnahme ist die Arbeit auf einen Monat eingestellt worden. Berlin, 5. Juni. Börsen st imrnungs- bild. Tie Auslandsdevifen jrigten tm freien Versehr unreg'lmätzigc, aber über-viegond schvächr ■ Haltung, ^bollond 14-35, London 160, Dollar 39, Schweiz 700, Kopesthag^n 690. Davaushin sind Valuta und Ausstrndriie te bcsestigt. Das Geschäft ist still. Man will die Wählen vorübergehen lassen. Oesterrrichische Werte, bftondrrs Staatsbähnen, fest. Frankfurt a. M., 5. Juni. Börsen- stimmungsbild. Der Verkehr am Wochen- schluß bietet nichts besonderes. Das Geschäft Ivar auf allen Märkten infolge der bevorstehenden Wahlen zurückgegangcn. Die Grundstimmung ist aber vorwiegend fest zu bezeichnen. Das trifft auch für die Tendenz des Montanmarktes zu. Kali Westeregeln mit 600 + 15 Proz. Von Elektrizitäts- Werten stellten sich Dcutsch-Uebersee mit 87 20 Proz. gebessert. Chemische sind in der Mehrzahl gut behauptet. Die von Wien abhängigen Werte lagen fest. Lombardei: 33. Oesterreichi>ck)e Kredit-Anstalt 5 Proz. höher. Schiffahrts-Aktien hlieben vernachiäffigt. Schantimgbahn 601 plus 20 Proz. Teutsche Petroleumaktien 565 — 57 Proz. Im Anschluß der schwankenden Haltung des Devisenmarktes zeigen im allgemeinen Auslands- und Kolonialpapieve ein rmregelmäßiges Geschäft. Mexikaner fester. Otavi-Mine-r gesuchter. Prjvot- Frankfurt a. M., 5. Ium. 3. Juni 1622,40 1631,60 1473,50 1476,50 Berlin Abend- 1-Uhr- Schluß- Anfangs- Märtte. 12,35 5,95 13,50 11,- 32,40 92,60 23,28 Devisenmarkt. Geld Brief 13,05 6,80 14,25 11,50 31,96 92,40 23.22 Zürich Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. . Wien . . . . Vörsenlnrse. Frankfurt Datum*. Amsterdam« Roiterd. DrilssebAntwerpen . sshristiania .Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London New-Park Paris Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantmopel. . . . 353,65 799,20 759,25 95:),- 224,75 262,25 175,80 44,82 342,15 80',20 694,30 22,47 32,96 93,80 23,73 334,65 739,25 694,30 889,10 199,80 244,75 159,80 40,70 309,70 724,25 634,35 335,35 740,75 695,70 890,90 200,20 245,25 160,20 40,80 310,3') 725,75 635,65 354.35 800,80 760,75 961,- 225,25 262,75 176,20 44,92 342,85 805.80 695,70 22,53 33,04 94.10 23,73 Geld Brief 4. Juni hl. Kassel, 5. Juni. Zum letzten Zucht - schweinemarkt waren i-Sgeamt 1049 Stück Ferckel und Läusier gegen 821 im vorigen Me- nat anfgetrseb^n. Tie Preise ste^tcu sich elw^s niedriger, so daß ansangs das Geschäft nur schleppend vouslatbn ging. Ferlrl von 6 Wruchen alt öosleten 100 bis 150 Mk. (l<-tz4e NotreriMg 150—220, vorletzte 170—250 Mk.), von 6—8 Wochen alt 140—220 Mk. (letzte Nock'e ung 200 bis 250, vorletzte 220 bis 270 Mk.); von 8—13 Wochen alt 250—350 Mk. (letzte Not e ung 320 bis 470, vorletzte 300—450 Mk.); Läufer von 3—4 Monaten 350—500 Mk. (letzte Notierung 500—600, vorletzte 500—600 Mk.); Läufer von 4—5 Monaten 500—600, über 5 Monate 600 bis 700 Mk. Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 4.6. 5.6. 4. 6. 5.6. 5e/,Teut.ffrteqeanL 79,75 79,75 79,75 79,75 4"/,De>'t.Beichsanl. e —, — 74,75 — . — Z°stDeut.Ne chsanl. «■B . ■ ■■ — . — 67,40 — . — 4e/e Preuß. fionfoli — M — 73,90 - - — Barmstedter Bank - . — 154,- 154,50 155.75 Deutsche Bans,. . . — . — — _ — 263,- 268,75 Di^conto» Nesrllsch. •— e ■ 193,25 196,- Drer^enerB nk. . — . — — . — 166,- — . — Nationalbailk f. D. — —■ 137,87 138,- Mittel Cred ttzank — - — — _ — 155,- — - — Z5.-Am."r;k.-Pakets. 164,50 162,45 165,50 ÄorddeutscherLloyd - . — 167,- 165,- 166,50 Doch. Gußftah.wrk. -- - —E 243,- 242,75 237,50 D.-Luremb.Becgri». 259,- 261,- 260,- 262, - (Bell# rch.Bergw. 280,- 279,- 278, - 278,50 Harp^ier Bergbau 258,- 258,- 261,- 256,12 OberlchllTisenb-.L — — 184,87 181,- Oderjchles.Cisen'mb. — . — — . — 224,- 220,50 Phöuix-Argb.-Akt. -- _ —• -- - •— 369,50 368, — Lad.Änilin-u.Soda 412,50 410,- 409,50 411, — Höchste» Farbwerke 334,- 335,- 330,- 330,50 Llriar. A. L. (B. . . — _ — 274,- 272,- Schuckert-Werke. . — —. 174,- 177,75 175,50 FeltenLtöuilleaums 387,- —. — 392,- 390,- Daimler...... 216,- — . e* 217,75 219,75 Lud.-Eisenw.-Äkt. 247,- 247,50 240,50 Adterwerk« .... 220,- — - ■■ 215,- 222,- 4’/o Hess. Saatsanl. — - — —— _ — 86,50 —. — eitctcon Griesheim — , — 295,- 296,- — , — Marknotieruugrv. Datum: 3.6. 4.6. Wettervoraussage für Sonntag: Vorwiegend bedeckt, meist trocken. Kühle Winde aus nördlichen Richtungen. Müllsr'sche Vadkanftalt. Wasserwärme der Lahn am 5. Juni: 15 Grad R. Büchertisch. — Der Neue Merkur. Mit dem uns vorliegenden, inhaltsschiveren und ausgezeichneten Heste halben die Münchener Monatshefte „Der Neue Merkur" (Verlag Münchm, Theresienstr. 12. Einzelhcst Mk. 4.50, vierteljährlich 3 Hefte Mark 12,—) ihren 4. Jahrgang begonnen, für dcn diese Nummer nach ihrem Inhalt Vieles und Gutes versprickü. Inhalt: DH. G. Massaryk, Für die religiöse Freil-eit. — Eduard Reinacher, Die Reise nach F-igig, Erzählung. — Georges GTrennetriere, (V<.>'7. — Allons V-milft. Wcnde — Mfred Wol- senstein. Die Ewigkstt der Jugend. — Frank Thieß, Die Zukunft des Traumes. — Leopold Ziegler, Buddho. — Rasso Bergmann, Müncl-en. — Otto Flake, Die großen Worte. Letzt: TUidu*tt« Protest Schleswigs geg-en die Elauftnsche Linie. F teils bürg, 5. Juni. i^WTB.) In der gestrigen Sitzung der stäotischm Kollegien wurde auf Alftrag des Stadtverocdnct nvorstchers Justiz- rat Dr. Löh mann eine Entschließung angenommen, in der die städtischen Kollegien nochmals schärfsten Einspruch gegen die logenannte Elausensche Linie als r.je Grenze erheben, da sie nicht dem nationalen Besitzstände entspräche. Eine baldige Revision des Friedensvert.ages zur Festsetzung der Grenze werde unerläßlich sein. Schweizer C Nach einem Telegramm d:r „Berlingske Tideod<" hat b-vt H» ta uische Nattonalversamm ! un g ge. ern die twovi,'ori"che Ver a snng ■.ingunomine.",, di: folgende H Lobes kein Ende und darum auch des Dances nicht. Ihn am Schluß dieser Opernsolge mich Der Leitung des Vereins ausMsprechen, effehrint mir als gern geübte Pflicht. Die Darmstadter Gäste aber mögen uns in so gutem Andenken beb alten, wie es ihnen bei uns gewiß ist. Sie haben uns in schwerer, harter Zeit bei Edlen und Schöner: viel geboten. Unruhs „Platz". Frankfurter Uvausführmcg. Frankfurt a. M., 3. Juni 1920. Fritz v. Unruhs Spiel in z.vei Teilen „Platz" setzt in andwem Bau u'.rd anderer ötüart die Tragödie" „Ciu Ge.chl<.chk" siort. LLitgedanke ist hier wie dort der Wille, eine bessere Wüt aus der in den letzten Zuckmrgen liegenden alten zu schiffen, ein Gdanke, ter wal,ri'ch inlich im Schutzglied der Tichtung zu Gude geführt werden wird Ter jüngste So.,n, Dietrich, führt in „Platz" die Handlung: riu Heilbringcr wie so oft in cx- presfwnistifchen Dvemcn. Aus bent Kriege heim- gekehrt, ist Tietrich ein flamme.-der StYi?gd<}egrer geooed.m, und die herrschenden E-enml en bei „Platzes", d. h. von Volk uni) Staat, will er in jugendlicher B gcisterung enttr-urzeul. Gegen Ob r- ‘OeiT und Greis, die Jacheber der geivordenen Necklsordnrng, gegen Gurinrdblut, der bas ree- knöcherte Erslarr n eines alten Systeens dar stellt, und len hal o eu 5chn unkturschi ber und „Ze.t- aeiwssen" Schlich mutz ec den K mpf auftiehmen. Und als er für die nackte Ge^'.t des V- rgangeicen eine tbcix ©eioalt rin setzen will, dr findet er in der grcnz-ulo en Ve rii.igLmg mit Srer.e (der dran Dockster des Oberarm) 'e-u Weg yi.m neuen Menschen. — Tiefer Haupt>dcn der dluug erschließt sich dem Höreiiden nicket b-ycie Mühe, und es soll offen alisgespvochen fein, drtz der Ti h:ung die Einheit dec ®ef£aItnng5Ti, ia selbst das unmitteibrve FÄhlen erfassen Dann. So gehen auch in der drängenden Hast ter Szeenioige die starken Sprach- und Ge.-ünkenschöNheiten, die z:ixi'el >os da sind und etwa das Ringen Dietrichs in 'hyimvenartigcn ©eiängen beschwingen, mthmtcr verloren; wie ti-.f sie zu wirken vcrcnögen, das zeigt l-ednders Der Ausgang der Dichtung, wo Wort und Gegniwort sich zwanglos zürn Reime vermählt. Tiessiem el'hisckien Wollen des Helden steht all der Schlamm und Unrat einer morschen Welt gegenüber. Hier 'hat Fritz v. Unrckh in ber Foif'en und oft ver- letzcichn D'rseilurg orgi-astück^r Brunst'zenen dos Masi der Mustleri'ch Z stä'ig n tiberftfjri ten. ^>öe Häufung solcher ero ri ch.n Widerwärtig Liten tn ungemildert grc ler Bel- uchtung mackste es begreiflich, datz aus dem Kreis der sonst lo ivillig mit» gelinden Höver während des 2. Astes lebhafte Proteste laut iwurden, die fast zu einem regelrechten Tftrateri'kmch.rl ge'üh t bä!ten. Wenn trotzdem der Brisall am Schlus'e einmütig klang, sv dankt das ber Dickster vvrnri-gend einer geradezu meisterHaften Aufführung. Mit vollem Recht Ejimt?. Oberregisseur Haftung, Ur dem so schnurrigen Werk hingebungsvoll in allen Eiu-kbri en ^mchgegiangen war, sich mit Unruh und l-eii Künstlern wieder und wieder verneigen. Ebert g'5 Dietrich schuf in prachtvoller Sp achUnunq C.’c u'.t neuen Tatmenschen; Fritta B r o y,r G. ita Müller wutzten alle Seiten tveibiiip1 Wesens und >veib- lickier Triebe zu eiit:.iiI:eV;., -tcr „Zeitgei.ofst" Schleich, wurde von Hrrn^Gaerge äu,,erst le- tentrig ve.ckörperi Noch Ee h t eu am refb* losen Gelingen ber Ausfü'Mmg vollen Anteil. Behördliche Anzeigen. Statt. Lebensmitteiamt. Waren-Ausgabe für die Woche vom 7. bis 13. Juni. Nichtrechtzestig abgeholtc Ware verfällt. 1. Brot: 1850 Gramm Brot ober 1370 Gr. Me,',l. Brot Kg. 2 15Mk. Brötchen 15 fßf. Weiren- brotmehl 5rg. 2.GO Mk. Weitzbrot Kg. 2.45 Mk. Weitzbrotböcker: Emil Lanke, Riegelpsad, Ludwig Rühl, Marktplatz. Mehl für Kranke: Kg. 3 Mk. Verkaufsstelle siehe unter Nr 10). 2. Fleisch: Wochenabschnitt 23. Metzger für Fremde: 5xrmann Seligmann, Bahnhofstr. 27. 3. S chwe i n e s ch m a l z: V*fBfb. zu 5.4t)Mk auf Vezn isabschnitt 4 der Auslandsfleischkartc durch die Metzgcrgeschäfte. 4. Kartoffeln: Durch ausreichende Anlieferung polnischer Kartoffeln wird der Verkauf von Kartoffeln bis auf weiteres freigegeben. 5. Butter: Marke 23. 125 Gramm Margarine zu 3.25 Mk. 6. Käse: Montag den 7. Juni 1920 wird Bezirk 1 durch die Verkaufsstellen der Firma Grieb, Schanzenstratze und Plockstratz', beliefert. Anteil etwa 100 Gramm. Preis 6.40 Mk. das Pfund. Die Ausgabe erfolgt gegen Vorlage der Lebensmittelausw-iskartc und Abgabe des Abschnittes 7 zur Lebensmittelkarte. 7. Nährmittel für Juni: Ncoch nicht etngetroffen. 8. Z u eker für Juni: Noch nicht ein» getroffen. 9. Süßstoff: Okym die LieferungSMchnitte 13 und 14 der Süßstoffkarte H (blau) ic ein Briefchen und Nr 3 der Sützstoffkatte G (gelb) je eine Schachtel. (Gültig bis einschl. 15. Juni 1920.) 10. Mehl, Nährmittel, Lebensmittel und Zucker für Kran ke. Zu gezogene und Fremde: Hch. Jung. Rittergasfe 11: Hch. Kalbfleisch. Liebegstr. 71; Ernst Noll, Roonstr. 2; Ehr. Saubach Nachf., Schützenstr. 2. 11. Seife: fDZarfc für Juni: Anteil 125 Gramm A.A.--Seifenpulver das Pfund zu 4.20 Mk. 12. Petroleum und Spiritus: Ausgabe er olg in den bekann en G/schä't n. P troleum das Liter 3.30 Mk.: Spiritus das Liter-4.75 Mk. (ohne Glas). 13. Fische: Verkaufsstelle in den Markt- laubTn. Mitte der Woche zu Tagespreisen. 14. Gem ü se: Verkaufsstelle in den Markt- 1 anbeir. Täglich frische Spargel zu Tagespreisen. Sonstiges Gemüse je nach Zufuhr. 15 Hülsenfrüchte: Verkaufsstelle in den Marktlauben. Weiße Bolmen das Pfund 2.— Mk., Erbsen das Pfund 3.20 Mk. 16. Futtermittel: Hübnergebäck zu 45 Pf. das Pfund, Zuckerrüben zu 85 Pf. das Pfund, Dörrgemüse zu 60 Pf. das Pfund. Bezugsscheine Zimmer 6 des L^bensmittelamts gegen Vorlage der Lebensmittelausweiskarte. Ausgabe bet C. C. Pseis- ser, Steinstrage 11.____________________________6289 Ausgabe von Aohlenbezngslarten für das Jahr 1920/21. Auf dem Bretmstoffamt werden an Haus- hattungen ohne Zentralheizung in der Zeit von 2 — 5 Uhr nachmittags Kohlen- bezugskarten wie folgt ausg g- ben: Bezirk 6. Anfangsbuchstaben A—G am Montag den 7. Juni 1920, H—O am Dienstag den 8 Jrmi 1920, P—?> am Mittwoch den 9. Juni 1920. Die Lebensmitt lau.ro i karte ist mitzubringen. Zur Belieferung wird fr igegeben: Nr. 1 der ü (Haushalt-Karte) mit 5 Zentner Kohlen oder Koks ober 10 Zentner Braunkohlen, Nr 1 und 2 der (Zusatz-Karte) mit je 1 Ztr. Kohlen ober Koks oder je 2 Ztr. Braunkohlen. Die Kohlenbezugskartm find bis zum 1. Mai 1921 gültig. Da Ersatzkarten nicht gegebm werden, empfiehlt es sich, diese gut aufyuberoobren ober den Kohlenbändiern zur verantwortlichen Aufbewahrung zu ü..rgeb.-n. Die aus gedruckten Nummern von 1—6 bzw. 1—5 werden nach inander zur Belieferung fr igegeben. Die auf die einzelnen Nummern en trat enden Mengen richten sich nach den Kohleneingängen. Gietzen, den 3. 5uni 1920. 62268 _____________Stadt. Bvennstosfamt._____________ Heu- und Grummetgrasversteigerungen auf HSräfl. Wiesen. 1. M ittwoch den 9. Juni, von mvr- ge.ns 8 Uhr an, in der Gemarkung Lanboch auf der Geisenwiese: 34 Lose — 30 Morgen: 2. an de m selben Tage, mit Beginn nm 9'/, Uhr norm., auf den Schellenberger- unb Ziegelhuttertcichwiescn (ohne Los Nr. 2 u. 3) ca. 30 Mor.n-n: 3. an demselben Tage, mit Beginn um 10 Uhr vorm., im Tiergarten und Oberlaubach auf oa. 61 Morgen (ohne Hirtenbach Los Nr. 1). Zusammenkunft in der Hirhm'oach: 4. an bt m fej ben Tage, nachmittags Uhr, auf der Schreinersmühle bei Freienseen: 1. von ca. 131 Morgen Wiesen im Wetterauer- grund (Hartmannsdaust-n bis Sorgenlos»: 2 von ca- 163 Morgen im Wolfsgarten mit Ausnahme oou Los Nr. 2e u. 3, Krenzseenergrrrnd, Oberseener-, L.pvcr- und Altenhainergrimd; 3 von ca. 55 Morgen — 26 Abteilungen bet vom Ober* secnerhofgut zurucktvnommenen Wiesen: 5. Donnerstag den 10. Juni, mit Beginn um 9 Uhr norm., in der ,,Aepfels- batb" auf ca. 192 Morgen Wiesen daselbst: am Altenkeller, in den verschied neu Heer brücken, Gollc, Herrn- unb Heienwiese; 6. a n demselben Tage, nachmittags von 1 Uhr an, auf dem Jägerhaus von en. 114 Morxn Wiesen in RuthardshMi'en. Verurteilen, Halrlgartcn, Mnlsau, Üanghecke, Gteräum-< u. Lingelbach: f-Pier von ca. 17 Morgen n der T§r6^.Lmnes, El^rsbach, Giehcrn. Bruckwie'e unb in den irtjcn f*nb'.en. Wiesenwärter SMfe dahier und die betr Gräfl. Forstwarte fwb angrw eien, die Wir-.-u, die durch numerierte Holz pflöcke ober Steine kenntlich gemacht sin^, auf Verlangen vor dem Termin vorzuzeigcn. 61471) L a n b a ch, den 2.\ Juni 1920 Gräfliche Forstverwaltung abends 8 Uhr nachmittags 4 Uhr Verlobte Gietzen, 5. Juni 1920. Statt Karten. Verlobte Gietzen, den 5. Juni 1920 62178 Statt Karten! Klein-Linden •19?»* [6238 B Bietzen, den 2. Juni 1920. 6169 V Statt Karten. Ihre Vermählung geben hiermit bekannt 6288 wählt am 6. Juni otuue orberung erwünscht. 61398 eie» so des r. Zum Ostend Sonntag: 010266 6276 Tanzkränzchen Ende 1 Uhr. Gäste willkommen U ttaurnelcßcnbcit Beginn morgens 8 Ubr. Don nachmittag- 3 Ubr ab l»I«« e äj < v luon nakvmrttago ö udc ao loiiz MtWMmia MtliIII Anfang 5 Uhr. Ter Anhaber. Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand. 010221 Bratiol] (deutsche in allen Pretvlagen liefert HauS. 010020 ans 010274] ES ladet ein <>auS Sirzinger. H. Dechert 010159 gehackt, von 5 Zentner an jedes Cuianium frei Berta Forbach Karl Zimmer Gefr.d.R.W. Alfred Frohmann und Frau Elisabeth geb. Wacker große Konzerte mit Gesangs-Vorträgen und Tanzeinlagen. Jul. Wellhöfer. Telephon 743. Albert Pechtold Friedel Pechtold geb. Schneidzinger Gertrud Hahn Albert Jung Verlobte Minna Hildebrand August Volk Verlobte Bürgermeisterei Wieseck. Schom be r. Gießen, den 2. Juni 1920. Hessisches Amtsgericht. Deutsche Uolfspartei! Gießen (Rodheimer Strotze 2), den 5. Juni 1920. Bieter statt findet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gietzen, den 2. Juni 1920. Hess. Kulturinspektion Gietzen. H. Steinbad), Baurat. Versteigerung Anwesens Neuen Baue 15, Hof reite m. Für die zahlreichen Aufmerksamkeiten anläßlich ihrer Vermählung danken herzlichst Elisabeth Stork geb. Emmriech Wassiellie Itschencko Oberbreidenbach — Gietzen 5. Juni 1920 Elli Griestbach Rudolf Schmidt, Zahnarzt Verlobte Bekanntmachung. In unser Handelsrcgisler Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Karl Ampt, Gießen em- oetragen: Dem Heinrich Deibel in Gietzen ist Prokura erteilt. G. Thoma« 4c Co.. Frankfurt a. Schafergastc 33. ,MT »M-Beste BezugSouelle für Wiedcrvcrkäufcr. Versteigerung der Heuernte. Die auf den Wiesen des Provinzialwasserwerks in Gemarkung Inheiden anfallende Heuernte (ca 24000 qm Wiesenfläche) soll Mittwoch, den 9. Juni 1920 vormittags 10'/, Uhr an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft im Provinzialwasserwerk. die ernste grau die bereit ist, in wahrhaft völkischem sozialen! und liberalem Sinne am Wiederaufbau unsere- sch mählich zusammengebrochenen Reiches und Volkes mitzuarbeiten. Arbeitsversiebung. Für die Feldbereinigungsgesellschaft Ober« Bessingen, Kreis Gietzen, sollen vergeben werden: Wetterlegnlierungsarbeiten, veranschlagt zu 16160Mk. Die Derdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei Ober-Bessingen zur Einsicht offen. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen und sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 14. Juni 1 9 2 0 d o r m. 11 Uhr auf Hess. Bürgermeisterei Ober-Beffingen einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote in Gegenwatt erschienener Sctfintag den 6. Juni 1920 01029l im Saale d. Herrn Bittendorf zu Wißmar Keine $rau darf fehlen! 6130c Vie arbeitende Fran schließt sich der Deutschen Dolks- partei an, weil sie von ihr die Herbeiführung geordneter Zustände und dadurch den Schutz ehrlicher Arbeit gegen Schieber- und Wucher- tum erwartet. Vie kluge grau hat längst erkannt, daß die Deutsche Volksparlei weder am überlebten Alten hängt, noch sich von bemo« kratisch - sozialistischem „Nirgend- land" blenden läßt, auch Die grau, öie mutter gibt ihre Stimme der Deutschen Volkspartei, weil diese sich dagegen wehrt, daß Religion, Pflicht- und Verantwortungsgefühl aus den Herzen ihrerKtnder gerissen werden. Bnrezugehilsestelte unter günstigen Bedingungen per 1. Ju.lt auf unterem Vermallungsburea u zu bcfe'.cn. Im Rechnungswesen erfahrene Gehilfen, nicht unter 18 Jnhve, wollen ihre Bewerbungen mit Lebenslauf unb Zeugnisabschriften vorlegen bis zum 15. lfd. Mts. Periönl. Vorstellung erst nach Auf- Am Eonutag den 6. Juni veranstaltet der Sinin6tn= u. WWzEicttin Hcuihklhkia in her Gartenwirtfckckft von H. Volkmann (Bei.: Ludwig Lrhäfer), Gietzener Str., eine WWeil-UWW Bekanntmachung, Ter Voranschlag der Gemeinde Wies eck für 19 2 0 Rj. liegt .8 Tage auf unserem Amtszimmer zur Einsuhinalstne offat. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen seinen Inhalt schriftlich ober mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. M i e s e ck, den 5. Juni 1920. zu jedem ander-m Betriebe bestens. Näh. Auskunft im Termin wie durch den Bevollmächtigten. 6224 L. Althoff, Telephon 230. Grohen-Linden 5. Juni 1920. Barmen — Gietzen (z.It. Gelsenkirchen, Zeppelin-Allee 3), den 6. Juni 1920. 010I1T Bekanntmachung. Jn unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma Ferber'sche Universitäts-Buch- handlung (Karl Koch) Gietzen eingetragen: Das Geschäft geht am 1. Juni 1920 auf Dr. phil. Walter Huch in Gietzen über, der dasselbe unter der Firma Ferber'jche Universitäts-Buchhandlung Inhaber Dr. phil. Walter Huch weiterführt. 62188 Gietzen, den 31. Mai 1920. Hessisches Amtsgericht. Hotel Schätz Hente abend groS.6*Fiiiiilieotazert Anfaae 7 Uhr Sa^lbau Cafe Uib u. WsiBss Brauhaus Gießen Bcstirer: HanS Nirzinger. Heute Lamstag und Lonutag Gastspiel derGriginal-Sachauer im vorderen Lokal Musik, Gesang u. 2 oberbat). Gcbirgzkomödien 5111 1. Der wciie König Herodes AlS 2. Hin C<'befd)cibun6c«ornMb. Sonntag im grohen Saal Zlügeldall Gäste willkommen. Bekanntmachung. In unter Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Kayensrein & Secpp, Gietzen eingetragen: Die Firma ist erlosckten Gießen, den 31. Mai 1920. 62168 Hefsiick-es Amtsgericht. Hess. Chiiurgifche Universitäts-Klinik, Gietzen. Samstag de nl 2. d. M., norm. 9 U h r, findet vor hisigem Amtsgericht, Zimmer Nr. 14, zwecks Erbauseinandersetzung MdeiW « MM 1CAA TTaaa brauchte das agrarische u. schwer- V ! verkaufen. -VUtUWlVUllv Kurl laarti, DiUeeHri (TeL 147). Ernst Challier,'0 Neuenweg 9. 0000000000000000000000000000000 Bekanntgabe der Wahl-Ergebnisse oder des Grotzkapitals! Wählt den verständnisvollen Freund der Bauern und Gewerbetreibenden! Wählt den frelgesinnten Volksmann, euren oberhessischen Landsmann: Ein lrastbewußier Staat, ein unparteiisches Beamtentum! Sine verantwortungsfreudige, sachverständige und sparsame Wirtschaft! Sin arbeitsames, ehrliches und einiges Volk! Mitglieder und Parteifreunde versammeln sict, am Sonntag abend 7Uhr im Sisenbahnhotel Hopfeld fahrbar, mit RollschüNler (1900 inm langt, mit Sortiertrommel und allem Zubehör. ,>abr. Minerva, gebraucht, jedoch lehr nut erhalten, evtl, mit fahrb. Waagen aller Art werd, eichfahtg beraeftellt siwie itiik Tfjimol- An zweiter Stelle ist ihr Kandidat (anöiöitt Chr. Schmitt-GmilelsülW eine im hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen führende Persönlichkeit, ein Bauer 62470 von Schrot und Korn! Pfarrer Adolf Korell Die Deutsche Demokratische Partei Bietzen. 0000000000000000000000000000000 Musikalien::....... An- u. Verkauf von Lumven, Eisen.Me - lalle«, Knochen. Papier, pklaiche«, nebr. Mnichtucu. 92 inh 8ftttnrofntn empficbh Varl Schmidt. Neuenweg 42. C " tzMAkZMMllO! In seinem »ffiziellen Wahlhandbuch für 1920, Seite 36, erklärt der Bund der Landwirte, dem auch der Hessische Bauernbund angeschlossen ist, datz ihm die Deutsche Volkspartei so nahe steht wie die Deutschnationale Volkspartei. Der Bund schreibt: Abgeordnete des Bundes sind in beiden Parteien. Beide Parteien haben auch Interessen der Landwirtschaft in Parlamenten wcchrgenommen. Beide Parteien treten für schleunige Aufhebung der Zwangswirtschaft und Auflösung der Kriegsgesellschaften ein, verlangen auch vernünftige Siedlungspolitik. Beide Parteien haben Betriebsrätegesetz als schwere Schädigung des gesamten wirtschaftlichen Lebens abgelehnt. Bei Umsatzsteuer beide für Freilassung der kleinen Umsätze und des Eigenverbrauches der Landwirte bis zu 3 000 Mk. eingetreten . . . Wo vereinigte Landwirte nicht eigene Kandidaten für die Wahlen ausstellen, ist jedenfalls Unterstützung der beiden rechtsstehenden Parteien durch Landwirte zu empfehlen. Keine landwirtschaftliche Stimme darf vor allem der Sozialdemokratie und der Demokratie zugeführt werden. Landwirte, kann Euch da die Wahl noch schwer fallen? Der Zustrom, den die Deutsche Dolkspartei von rechts und links, aus deutschnationalem wie aus demokratischem Lager fortgesetzt erhält, beweist, datz sie die grotze Partei des wirtschaftlichen und sozialen Ausgleichs, die Partei des nationalen Wiederaufbaus ist. Wählt Deutsche Volkpartei! Deutschnationalc Volkspartci. stand des Erbschaftssteueramts in Darmstadt, wurde sodann Hilfsarbeiter im Finanzministerium und hat als 29jähriger die großen Verhandlungen über das StaatsstruerwZen mitgemacht Daraus wurde er Vortragender Rat im Fmanzmrnisftrium und leitete vom Jahre 1902—1916 die AbteiUmg für Steuerwesen im Finanzministerium. Gleichzeitig war er lange Jahre hessischer Vertreter im Bundesrat für Finanz- und Steuersragen Erst im Jahre 1916, d. h. nachdem er sich in 20jähriger Tätigkeit in der Finanzverwaltung von unten l-eraufgearbeitet hatte, wurde Dr. Becker zum Finanz Minister ernannt. Ob man jemanden, der so lange m allen Zweigen der Fmanzverwaltung praktisch gearbeitet hat, lediglich deswegen, weil er seine tl-eoretische und feine praktische Ausbildung vor 20 Jahren in der Justiz erhalten hat, als „Nichtsachmann" bezeichnen kann, darüber mögen die Leser und seine Wähler urteilen. Das Urteil der dem frü- l^ren Finanzmiirister unt rstellt gewesenen Beamten gebt wohl ziemlich einstimmig dahin, daß sie ihn gern gegen die heutigen „Fachminister" eintauschen möchten! und daß auch seine politischer Gegner an seiner sachlichen Tätigkeit nichts aus- zusctzen haben, ist auch bcfcratt. 6282 Gießen, den 4. Juni 1920. E. In --------- ------ VolKrportei. in welcher der Abgeordnete Finanzminisier a. D. Vr. Neckte sprach, wurde von dem demokratischen Redner erwidert, and) Dr. Becker sei kein Fachminister, da er doch Jurist sei. Aus Kreisen der Finanzbeamten wird darauf aufmerksam gemacht, daß Dr. Becker zwar Rechts- und Volkswirtschaftslehre studiert uirb die iuristischen Prüfungen abgelegt bat, nach ganz kurzer Tätig- teit in der Juristemaufbahn schon als Gerichtsassessor — es wird wohl etwa im Jahre 1896 gen-esen sein — in die Finanzverwaltung eintrat. Dr. Becker vertrat zunächst den erkrankten Bor- Karl Ulrich, Staatspräsident, Darmstadt. Dr. Ed. David, Reichsminister, Mainz. Dr Ludwig Quessel, Mitglied der Nationalversammlung, Darmstadt. Ludwig Hasenzahl, Mitglied der Nationalversammlung, Erbach i. O. Kurl Moosdorf, Gewerkschaftsbeamter, Gießen. Frau Jäger, Hebamme, Offenbach a. M. Ludwig Lückel, Geschäftsführer, Alzey. Anton Lux, Gastwirt, Rieder-Florstadt. Wilhelm Weber, Gewerkschaftsbeamter Offenbach a. M. Friedlich Vetters, Landtagsabgeordneter, Gießen. Karl Scharf, Dolksschullehrcr, Bieber bei Offenbach. Wunibald Lutz, Parteisekretär, Worms a. Rhein. •Pfarrer Adolf Korell, der als erster auf unserer Liste steht, wirkt zwar jetzt seit Jahren in Rheinhessen, nebört aber unserer Provinz an. Er ist in Alsfeld geboren, hat in der Wetterau, in Lollar und Gießen seine Jugend verbracht und in Alsicld und Büdingen lange amtiert. So ist er mit vielen Teilen unserer Heimatprovinz genau bekannt und mit ihren Interessen aufs engste verbunden, was er auch bei derNeichStagswahl für Gießen-Ridda-Grünberg feinerzcil als Dertrciee des bäuerlichen, gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes vielfach betätigen konnte. Der bekannte verstorbene Abg. Köhler-Langsdorf, von dem ihn zwar gewichtige politische Fragen trennten, sand sich mit ihm, wie er offen wiederholt anerkannte, als Bauernfreund und Gegner der Konservativen und Nationalliberalen, den Vorgängern der heutigen Rechtsparteien, oft genug zusammen. Henle richten wir an alle Wähler und Wählerinnen Oberhessene die Mahnung: Wählt nicht die Anhängsel ostelbischer Konservativer oder der unsozialen Schwerindustrie Mitglieder! Wahlrecht heitzt Wahlpflicht! Kein Mitglied unseres Vereins darf morgen Lsgchumdie Zukunft! Rur ein Tag noch trennt uns von einer groben Entscheidung. Die Wähler und Wählerinnen sollen durch den Stimmzettel erklären, ob Deutschland oorwärts oder rückwärts marschieren soll,' ob in Deutschland die Kriegsschuldigen und Dolksverderber oder..ob Freihett und soziallftischer Fortschritt regieren sollen: ob wir den Ausbau, einer neuen besseren Zukunft oder ein Zurürkroursteln in bie überwunden unfreie Untertanenhörigkeit erleben sollen! Die Wahl kann nicht zweifelhaft sein. Wer eine bessere Zukunft will, mutz mit der Sozialdemokratie vorwärts ! Demokratie und Zentrum wollen stehen bleiben: das führt zur Versumpfung: Die Deutsche Bolkspartei u. die Deutschnationalen begünstigen reaktionäre Putschgelüste und wollen zurück: das führt ins alte Elend der Junker- und Kapttalisten- herrfchaft. Die unklare scheinrevolutionäre Taktik der Unabhängigen und Kommunisten fühtt zum Bürgerkrieg. Beide ‘Parteien arbeiten der Reaktion in die Hände, weshalb den Deutschnationalen auch jeder Unabhängige oder Kommunist lieber ist als ein Sozialdemokrat. Denn nur die Sozialdemokratie mit ihrem in jahrzehntelangem Klaffenkampf geschärften Sinn für Tatsachen und Wirklichkeit ist den Gegnern des Sozialismus gefährlich. Nur die Sozialdemokratie weih aus den revolu- ttonären Errungenschaften für den Sozialismus dauernd wuchttge Waffen zu schmieden. Auch dieser Wahlkampf ist nur eine Episode in der deutschen Revolution. Die neue Freiheit steht in schwerem Kampf mit den Gegenrevolutionären. 3n diesem Kampfe um Deutschlands Zukunft dürfen kein Mann und keine Frau fehlen, denen das Wohl des Volkes am Herzen liegt. Darum, Wähler und Wählerinnen, wählt am 6. Juni MtflW Sozialdemokratische Partei. Mm ooö Stauen! Tretet am 6. Juni geschloffen an die Wahlurne heran. Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, kommt den Parteien zugute, die man nicht hat wählen wollen. Die Zahl der Abgeordneten richtet sich nach der Zahl der abgegebenen stimmen! Stimmzettel, auf welchen ein oder mehrere Namen durchstrichen find, find ungültig. Kein Mann und keine Frau darf an der Wahlurne fehlen. Tretet ein für die Wde Bollspoitel und wählt die Liste: 02466 Vecker, Schmitt, Schian. Wahlzeit 8 bis « Uhr! e wer öas mit uns erstrebt, tritt ein fSr die DeutscheVolkspartei , --------—....... tew.w/; Louis Rothenberger Besichtigung Lagerplatz D«ue»burg erwOMM stU« I IumwhIL Tel«* 17». Dic Firma R. Oppenheimer Sohn, G. m. b. H., Gießen ist in Liquidation getreten. Zum Liquidator wurde Herr Gabricl Spier ernannt. Gläubiger der Gesellschaft werden ersucht, sich bei dem Liquidator zu melden. OrttiBitr Lohn G.m.b.H. in Liquidation. Spier 61bl ÜWUIMM Ein selten gutes Mittel daneben. Tube M. 9.50, Haut- Creme Dole M. 9.50, Wangenrot Tube M.5.—, Augenscuer GlasM.10.-, Auaen- brauensalt Flasche M.M 50, 'DHttel gegen Mitesser M. 8.50, Mittel neu- Warzen M. 10, Haarpflege» Enrakt 1U. 12.—, all. wirklich vorzüglich,- lOOOsach bewahrt. Broschüre „Die mod. Sckönbeitsvflege umsonst. Mal Moller Abteilung M5 HüiWtg 2, Böflfaffl. heran. aPar- e Zahl abae- n ober . Kein Fortsetzung 51. ^Nachdruck verboten.) Putney natürlich. sagte ich und schob ihr die i, das ist für S«. Gehen Sie jetzt wieder nach Punrey zurück? der alten van der Bester! Dank, | kleine Goldsäule hin, Dame? Straße Das genügt, sagte ich, in Sie schaute erstaunt auf. Jawohl, stimmt, Putney. Und wo liegt das Zimmer Im zweiten Stock, rechts aus gesehen. Erst als sie dies gesehen, begann sie zu schreiben. Ich ne Ans^üstungsgegenstärde verschafft: und als Dick überzeugt davon war, die Geschickte von Grund aus zu verstellen, sagte ich: Komm seht! Wir wollen die alte Dame in weniger als einer halben Stunde ausgraben. Sonst wären wir ein paar Dummköpfe, und das, glaube ich, sind wir denn doch nicht! (Fortsetzung folgte Sie liest all ihre schlechten Zähne seben, sagte etwas auf Jtal'e.isch, dis unserem „Bewahre" entspricht, strich die Goldstücke ein und ging ihres Weges. Ich begab mich in mein Studierzimmer, fetzte mich an bc-i Schreibtisch und füllte ein Telegrammformular aus. Es war au Tick Molyileux gerichtet und lautete einfach: „Weister Löwe, neun Uhr, bewußte Angelegenheit/' Ich legte eben einen halben Schilling dazu, als ich die Klingel läuten hörte. Einen Augenblick später führte das Zimmermädchen eine Frau in mittleren Jahren von lehr unfeinem AussÄfen herein. Sie ixemerte bei ihrem Eintritt unierwürsig Trage:) Sie dieses Telegramm fofort auf die Post Marie! sagte ich. Es ist von großer Wick-- tigteit — Und als das ersta.mte Zimmermädchen dle Türe hinter sich geschlossen, wandte ich mich an die Frau. Und mm Frau, waS Sann ich für Sie tun? fragte ich. Bitte, feten Sie sich! Paria Italiano, signore? lautete ihre unerwartete Antwort. Si, Bi, signora, parlo Italiano, antwortete ich läck.elnd m ihrer Sprache. Was gibt es beitn ? Sofort zog sie einen Brief aus ihrem Busen und händigte ihn mir ein. ■ Sie werden mir zehn Pfund in Gold dafür. m. 130 Drittes Blatt skehener Anzeiger (Sensal-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 5. Juni 1920 ■ !■■■ 11» ii in MTitn—r iib iiii"»—»t—11hhmim— Aus Stadt rind Land. G t e st e n, idi 5. Juni 1920. Von welchem Betrag wird die Einkommensteuer gezahlt? Das feuerfreie Existizminimum beträgt 1500 Mark. Für jeden selbständig zu veranlagenden Steuerpflichtigen ist das steuerbare Einkommen um diesen Betrag zu kürzen. Ein unverheirateter Steuerpflichtiger zum Beispiel, dessen steuerbares Einkommen 10 000 Mk. beträgt, entrichtet die Steuer von 8500 Mk. Einkommen. Das Familien- prioileg gewährt für die Ehefrau und jedes zur Daushaltung des selbständig zu veranlagenden Steuerpsliclstmen zählende minderjährige Kind einen Steuerfreien Betrag von je 500 Mk. Für eine fünfköpfige Familie (Eltern und drei minderjährige Kinder) werden somit auf Grund des Familienprivilegs 4 mal 500 Mk. gleich 2000 Mark in Abzug gebrackst. Beträgt z. B. in solchem Falle das steuerbare Einkommen 12 000 Mk., so stellt sich das steuerpflichtige Einkommen, nach Abzug von 1500 Mk. plus 2000 Mk., auf 8500 Mark. Es ist dabei vorausgesetzt, daß keines der minderjährigen Kinder Arbeitseinkommen hat. Hat ein minderjähriges Kind Arbeitseinkommen, so ist es auf Grund dieses Einkommens selbständig au veranlagen. Der Abzug der 500 Mk. findet dann bei dem Kinde statt. Hat daS Kind weniger als 500 Mk. Einkommen aus Arbeit, so darf der Vater den an 500 Mk. fehlenden Betrag bei der Versteuerung seines eigenen Einkommens für das Kind in Abzug bringen. Hat das Kind 500 Mk. ober mehr Einkommen aus Arbeit, und zwar gleichviel, ob daneben auch Kapitaleinkommen u. dgl. vorliegt ober nicht, so ist der Haushalttmgs- vorstand zu keinem Abzug von seinem steuerbaren Einkommen berechtigt. Ein über diese Vergünstigungen noch hinaus- gehendes Familienprivilefl ist in den Fällen gewährt, in denen das Einkommen des Danshal- tunasvorständes 10 000 Mk. oder weniger beträgt. Trifft diese Voraussetzung zu, so erhöht sich der steuerfreie Einkommensteuerbetrag von 500 Mk. für die zwecke und jede toritere Person, in* das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, auf 700 Mk. Beträgt z. B. in einer fünfköpsigen Familie (Eltern und 3 Kinder unter 16 Jahren) das zusammengerechnete steuerbare Einkommen des Daushaltungstwrstandes 9000 Mk., so sind von diesem Betrage abzusetzen: für den Steuerpflichtigen selbst 1500 Mk., für die Ehefrau 500 Mk., für die drei noch nicht 16 Jahre alten Kinder zusammen 2100 Mk., insgesamt 4100 Mk., so daß das steuerpflichtige Einkommen 4900 Mk. beträgt. ** Oberyessis cher Kunstverein. Morgen Sonntag ist die Ausstellung noch van 11—1 ITQ: geöffnet, und zwar als Volks tag, wo der Eintritt nur 20 Pf. bewögt. Da die Kunstwerke des Ausstesierverbandes Münchener Künstler erst am nächsten Mittwoch zur Versendung gelangen, Sonnte es noch ermöglicht werden, die Ausstellung morgen Sonntag offen zu lassen. ** Tie Tageslänge im Juni. Der Monat Juni ist ine Zeit der höchsten Lichtfülle. Infolge des hohen Sonnenstandes erreicht die Tages ange am 21. Juni ihren Höhepunkt mit 16 Stunden 28 Minuten, also Wer 8/3 des Tages. Air 'haben an diesem Tage Sommersvnnenstill- stand und Sommeranfang. ** Die Henernte hat vegonnen. In diesem Jähre, gut 14 Tage früher als sonst. llebercH in den Nachbcrvgemeinden hat man schon einige Fuhren Heu glücklich unter Dach und Fach gebracht. Tie Landwirte loben die vorzügliche Güte des Heues. Man rechnet überall mit enter guten Mittelernte. ** Eine reiche Heidelbeerernte steht in diesem Jahre in sicherer Aussicht. Vom Odenwald, aus dem Spessart und namentlich auch vom Hunsrück wird ein sehr reicher Behang der Heidelbeersträucher und eine vorzügliche Entwicklung der Beeren gemeldet. In etwa 14 Tagen dürfte die Heidelbeerernte schon allgemein einsetzen. ** Stillstano, aber keine Senkung der Preise. Ein Frankfurter Blatt bringt unter dieser Ueberschrift einen Artikel, dem wir folgendes entnehmen: Nichts ist verkehrter als der Glaube, daß die momentane Besserung unserer Valuta, die übrigens eine sehr scÄvanfende Kurve zeigt, nunmehr plötzlichem Fallen aller Preise nach sich ziehen würde. Fertigsavrikate dürfen z. B. aus dem Ausland fast nicht mehr ein- «geführt werden: die Einfuhr wird sich nur noch auf Rohstoffe beschränken. Diese machen nun in Deutschland den Verarbeitungsprozeß durch, kom- -men in zirka sechs bis acht Hände, so daß bis zur Fertigstellung einer Ware sechs- bis achtmal Die Umsatzsteuer von IV2 Prozent darauf entrichtet worden ist. Dazu kommen die hohen Bahnfrachten, die hohen Versicherungsprämien geg/n Beraubun- gen der Sendungen die gegriüvärf gen Löhne und Gehälter, die sonstigen erbbhten B.ckrieb5spesen, aufiervem noch der Umstand, daß trotz her G.schästs- stille der Detaillist beim FabriLcmten nicht billiger I laufen kann, so daß also von einer erheblichen P reissen kun g nicht die Rede sein kann. Dies bezieht sich besonders aus die Belleioutigsbrauck^e. Wenn auch hier und da einzelne Fabrikanten ihre Lager, um sich Luft zu machxm, räumen, so ist eine solche Räumung auf die allgemeine Preislage ohne Wirkung. Die all- igcmchte Zurückhaltung des Pubsikums hat wenigstens das Gute gezeitigt, daß alle unlauteren Elemente aus dem Handel herausgeflogm sind. Die Schieber und Scksteichhandler konnten den Rück- Wag nicht aus halten: sie sind in den meisten Branchen verschwunden. Der legitime Handcl, alle Detaillisten, Grossisten und Fabrikanten haben das ehrliche Bestreben, die Wirtschaftsmaschinc-rie im Gange zu halten und bedürfen dazu der Mithilfe des Publikums. Es ist wirtschaftliche und soziale Pflicht eines jeden einzeln-n, seine Einläufe nach wie vor zu madym, soweit es in seinen mat.-ricHen Kräften steht, dies sollten sich namentlich die besser gestellten Kreise des Volkes gesagt sein lassen. ** Ausfuhr deutschen Mobiliars aus El satz-L 0 t'h r i n g en. Teutchen Bemühungen ist es gelungen, in der Handhabe des deutsch-französischen Abkommens vom 15. November 1919 flirr de Ausfuhr von in Elsatz- Lothringen befindlichen Mobi.siars deutschen Eig.n-- tums namhafte Erleichterungen zu e- zielen. Dt? v-on sianzöfi.cher Seite zugestandene Reuordmmg besieht hauptsächlich in der Bechfeu- nigung des Geschäftsgang s bei den in Fruge kommenden franzöfi'ch.n Behörden, sowie der Vereinfachung der Nachwrife, die vor der Aufhebung des Segrvesters über die Begleichung der Steiger und anderer bevorrechtigter Fo.de ungen von den Franzosen verlangt werden. Für Anträge um Aufhebung des Seguefters oder Erteilung her Ausfuhrerlaubnis ist nach wie vor di? deutsche Möbel- aussichrvommission in Kehl zuständig. ** Reichsbanknvten zu 50 Mark vom 2 0. Oktober 1918 haben ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel bereits seit 10. September 1919 verloren: sie werden nur noch bis zum 10. September ds. Is. von der Reichsbank eingelöst, für die mit diesem Zeitpunkt jede Einlösungspflicht endet. Tie Besitzer solcher Roten werden in ihrem eigenen Interesse erneut an deren rechtzeitige Ablieferung erinnert. Um Irrtümer zu vermeiden, nrirb darauf hingewiesen, daß es sich hierbei nur um die Reichsbank- note vom 20. Oktober 1918 mit der dun k. en quadratischen Umrandung auf der Borderfeite, nicht aber auch um die 50-Mcrrknvte vom 30. November 1918 handelt. ** Drucksachen. Schriftstücke, die mit Durckchruck, Paus- (Kopier)-Presse oder Schreibmaschine hergestellt sind, ferner Drucksachen mit Zeichen, die eine verabredete Sprache darstellen können, gelten nicht als solche Drucksachen, die gegen die ermäßigte Drucksachengebühr befördert werden können. Derartige Sendungen, die nur nach diesen Gebührensätzen freigemacht sind, müssen als unzulässig zurückgewiesen werden. Starkenburg und Rheinhessen. = Groß-Gerau, 3 Juni. Die Gnnetnde- körperschasien haben die beiden in Ame-ckE an* sästsigen Gwtz-Gevauer Anthes und Göbel hx» gen ihrer wckde.holten Spenden zu Gunsten dr On^.rmen zu Ehrenbürgcrn Grvß-Gevius ernannt. Hessen-Nassau. --- Frankfurt a M., 3. Juni. Eine interessante Entscheidung füllte 'träte der Schl i ch- tungsaussch u ß. TaS Dcddertrheimer Kiivfer- toerf hatte zwei Arbeitern, die früher in einem anderen Betriebe schon einmal Kupferdvätz gestohlen hatten, gekündigt. Ter Betriebsrat des Werkes ließ die Kündigung nicht M, weil die Leute sich sonst gut geführt hatten. Ter Schlich- tungsausschuß sprach die Kündigmrg ans, weil die betreffenden Arbeiter nicht wieder in Versuchung geführt wecken sollten, ordnete jedoch an, daß sie gegen zwei Arbeiter aus einem anderen Betriebe auszutauschen seien. wanvern und Htikn, vüder. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen- kluls. (V. H. C.) n. Büdingen, 1. Juni. Zum ersten Maf-? feit Kriegsausbruch fand in diesem Jahre wieder eine Hauptversamrnlung des Boyelsbecger Hölien- clubs in al gewohnter Weife wie m früheren Zetten statt. So ging der Tagung auch ein BArüßungs- abend voraus, bei dem das Vvlksfrück „Droben im hohen Vogelsberg" von Tel?g «vh7nfesre!ickr Peter Fuchs-Offenbach a. M., im Beisein des Verfassers zur Aufführung gelangte. Die Bertreter- versamm.'ung am Sonntag war von 32 Zweigvereinen des Landes beschickt, die insgesamt 3535 Mitglieder vertraten. In Bepl)rnderuira des ersten Vorsitzenden, Kreisdire^or Tr. Merck, Schotten, wurden die Ve ck-rndlUt^nt durch Tr. meb. B r uch- bäu f er. Ulrichstein, dem zweiten Vvrsitzenben des V. D- C. eröffnet. Aus dem durch Lehrer Karl Linck, Rudingshain, gebotenen Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Mctglfederzalsi im abgc- Laufencn BereinIja^oe um mehr als 1000 Brachsen ist, so daß der F.ckedensfüand bald wicver erreicht sein dürfte. Entiprechend feiner Aufgabe als Wanderverein und Heimatbund sind nicht nur in allen Zweigvereinen die Wanderungen wieder eifrig ausgenommen worden, in den Monatsversammlungen wick auch tüd)tige Volksbildungsarbeit gdeiftet. Sckiülerherbergen konnten in Laubach und Lauterbach eingerichtet iverden, in U trüb fleht und auf dem Hohervds'llops sind solche in Aussicht genommen. Zur Herrichtung der Kiubtzäuser wurde von 18 Zweigvereinen ein sieiwilliger Beitrag von 3929,50 Mk. aufgebracht. Ter Klub wurde Mitglied des Bundes Teulsck^r Juyendl-erbergen, Zweigverein Main-La.',«n-Fulda. Die durch Karl Glock, Schotten, gefühtte Rechnung zeigte 10 303,77 Mk. in Eimmyrnc und 8329.13 Mk. in Ausgaben, so daß ein Uel^rschuß von 1974,64 Mk. festgestellt werven konnte. Ter Voranschlag >ourde mit 12 864,64 Mk. gutgetheißen. — Am 4. Juli soll das altgewohnte H v he ro ds ko pf fe st, am 19. September ein gemeinsamer Herbstansflug aller Zweigvereine iwttcrum- hierher nach Büdingen stattfinden. — Als Sitz der nächsten Hauptversammlung, mit der gleitettig eine Gedenkfeier des 40iäl-cigen Besfehens des V. H. C. verbunden sein soll, wurde Sck-otten bestimmt. — Ter an den Gesamtverein abzuführende Beitrag wurde auf 2,50 Mk. pro Mitglick e^bt, um allen Aufgaben des KlübS Tnöglichst gerecht werden zu können. — Anstelle des Kreisdirckuors Tr. Bterck, der sein Amt aus bienfelidjen Gründen niederlegen mußte, wurde Tr.' Brnchhäuser, Ulrichstein, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ten geschäftsführenden Ausschuß bilden künftig die beiden Vorsitzenden, der Schisiftfüh er und der Rechner des Klubs. — Am Sonntag nachmittag trafen eine große Zahl Wanderer von allen Zweigvereinen hier ein, so daß sich im „Fürsbesthof" und „Stern" bald ein äußerst reges Leben und Treiben entwickelte. Turnen, Spiel und Sport. rn. Ter „La"hn-Dünsberg"-Turner-- bund hat seine 10. Bundes-Turnfahrt für Sonntag, den 13. Juni, in Kinzenbach festgesetzt. Der Bund zahlt 36 Vereine, mehr als 403 Turner haben sich für das Wetturnen angemeldet. — Fußball. Wie bereits an gezeigt, empfängt der Verein für Bewegungsspiele Gießen auf feinem Sportplatz Trieb morgen die L i g a - ma.nnschaft der F A. Germania 18 9 4 Frankfurt des Turnvereins 1860 zu einem Freundschaftsspiel. Germania repräsentiert erste süddeutsckze Klasse und nrirb mit seiner vollständigen Ligamannschaft hier an treten Das Spiel beginnt Ium 4 Uhr. Bon 1/28 Uhr an konzertiert die hiesige Reichswehrkapelle auf dem Platze: außerdem finden morgens um 87^ unb 10 Uhr, fowie nachmittags um 1 und 51/2 Uhr Wettspiele von Jugend- wannschaften des V. f. B. gegen Weilburg und Bad-Nauheim statt. (Siehe Anzeige.) Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 75 vom 4. Juni e.ttlstitt: ReichsP.gswrhl: Wahlscheine. — Außrrkrastetzung der auf ®rui b des Art. 48 der Reichstecfas,uug ec(a feuen Vorschriften. — Regelung dcs Fleiichex-rbmanchs. — Erhebung für d>e Versorgung mit Frühfertoffeln. — Mielcinigungsämter. — Wohnungsnot und Wvhnlrngsbau. — Maßnahmen geg2g. Mit woch, Donnerstag nachrn. 6V3:. Se^ens-mdacht. Fv.itag, vorm. 7: Segensmesfe. — Äaspvra-Goi teckfenst am 6. Juni. Ich Düngen 8 Uhr, in Laubach 10 Uhr. • «Kgl« 0° bk g sb ärdüchj® B9 le bevorzugt® Kopfschmerz, Zahn-Praxis! 1292908 (XXf 541 1231060 1256 547 27 2 400005 - 908 926 257 592 870 | 9679785 134 6178V Gewerbebank zu Metzen e. G. m. b. H. Mattern Walther. Arnold. 1044 «19 40 2820 000 - 166 721 70 5646 55 4 123 28 842 Iß 10 920 05 Konlo-Korrent-Konto A 5tonio Korrent-Konio ß Storno pro Diverse........ Zu Kautionözrvecken hinterlegte Spar einlagcbücher........ Borerbobencr Wechfelbivtont. . . . Dividende.......... Gewinn-Dortrag cA 45 676 5390 3 65#* 552 27 576 605 22 2703193 31 579 936 97 267692156 fi 102 .08 65 017 81 21532 1 1 65 000 am JahreSfchluh insgesamt Mk. 3388000. Gietzen, 3 Juni 1920. 150517 ISO 2145 437 129 64*2 830 <>; 172810 23 Reservefonds: a) Hauptreserve .... b) Reservefonds II . . . cl Hnutz-Ncscrve .... d) Efsek'en-Ncserve . . . e) Bcamlen-Pensionöfond^ Spareinlagen. a) mit vierteljährig. Kündigung ....... bl mitaanz-u.halbjährtger Kündigung.....! Pneilva GeschäftSgnthaben: -A a) verbleibend. Mitglieder 126-1880 99 b) au-scheidend. Mitglieder 32 027 77 Die Mttgttederzahl der Menossenslbasl betrug am JahreSschlnh 1445. Im Jahre 1919 traten 108 neue Mitglieder ein Durch Tod und Kündigung schieden 66 Mitglieder aus. Die Geschüstögulbaben vermebrien sich in der gleichen Zeit um Mk. 84 530.11, die Haftsumme um Mk. 148 000. Reviere betrug Noch »u ernvs. Zinsen: ai aus auSgeliehene Bor- sclittsse........ b) aus KautionS-Porschltsse ci „ Vombard-Dorschtisse. d) „ eigene Wertpapiere L Mobilien....... Stahlkammer Eigenes Bantgebäude . . BoriokassC'Bestanb . . . Boraelegie Gerichtskosten. Rüctmechsel...... Aktiva Kassenbesiand . . • • • ■ • • • • fyreinbe Geldsorten und Kupons. . . Guthaben bei der Reichsbanl, dem Post- scheckamt und Danken Schahaniveisungen........ Diskont-Wechsel Wertoavtere: a) Anleihen deS Reichs und der 2>undeostaaten. . . 1 073MO 50 b) soun.bin sengangigeWert- oaviere....... 132 279 50 c) sonstige Wertpapiere. 26QQO — Forderungen auS Beleihungen börsengängiger Wertpapiere...... Konio-Storrent Konio A Konio-Slorreni-Konio B Konto i'ro Diverse......... AttSgellehene Vorschüsse oio. (zwecks Stellung vonKau- tionen aufgenominen». . am 31. Dezember 1919. 35 73 1 072 21 9679 785 !34 I I 320000 - 80000 — 22000 - 190-00 - 100 090 - Möbelfabrik donr.$auer$öl?ne,8uiöo Aurstellung fertiger wohnräume in 5 Stockwerken (Perfonenaufsng). (irfttlaffige, neuzeitliche Ausmachung. Zchlatzimmer in hell Lichen mit geschliff Facettegläsern u. echtem Marmor M. 7500.-, 8000 -, 9000.-, 9500.-. Ltzzimmer in dunkel Eichen: Büfett, Serviertisch, Ausziehtisch u. 6 Polster- stühle «Dl. 4150.-. Dieselben schwerer und mit Anrichte statt Serviertisch M. 8250.-, 8650.-, 9000.-. 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Auskünfte an Bord des Dampfers, bei öen Bertrctungen des Norddeutschen Vlogb, des Miitelenrooätschen Relscb.ireauS (MER), den gröberen Eisenbahnstationen und der Abteilung Seebäderdienst des Nordd.Lloyd,Bremen Babnbofstras,c M W>D MM.«Meil 3ementöielen. SUroeminfteine Zmeul. Clos, 3eni?nt!ail Weiß- nnö SMWkall nliö. »sm. direkt ab Werk, auch in gemischten Ladungen, preiswett zu beziehen durch Schlipp & Wolfs ®. m. b. H. Frankfurt a. M. ÄÄ Telephon: Hanfa 2145. 5925ss Neu eingetroffen: Inletts in allen Breiten Vettkolter in Wolle und Baumwolle Bettwäsche j*, an 6950c WM M MM Korsetten find in grober neuer Auswahl eingetrosien Fritz Nowackr. r Habe mich in Lieh, Bahnhofstraße 7 in eigener Praxis niedergelassen. Dentist Georg Steinmetz c j. / wochentags 9—12, 1—5 Uhr Sprechstunden { Sonntag» 10-12 Uhr. tyTO1 Grundstücksverkaus. Infolge Wegzugs der Eigentümer kommen am Donnerstag den 10. Juni, abends 87, Uhr, in der Gastwirtschaft zum Adler in Dutenhofen nachfolgende Immobilien, den Eheleuten Landwirt und Waanermeistcr Johannes Mehl gehörend, zur frei, willigen öffentlichen Versteigerung: Wohnhaus mit 7 Zimmern und Nebengelaffen, mit Hofraum, großem Hausgatten, Scheune, Stallungen, Werkstätte, Waschküche, an der Prooinzialsttatze Wetzlar - Gießen Haus 3tr. 139 gelegen, Massivbau, 1898 erbaut, 2l