Nr. 128 Der Sietzrner Anzeiger erscheint täglich, außer -onn- und Feiertags. vezutzspreir: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10 80 einschließlich des Bestell, gelds; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftlcitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: anjeif er Sletzen. Postschecktonts: Sranffart a. M. U686 Erstes Blatt 170. Jahrgang Donnerstag, 3. Juni 1920 GietzenerAilzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Druck und Verlag- SrShl'fche Univ.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lan-e. Zchrlftleiturrg, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen u. 34mm Breit« örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20°/9 Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. wäge und wähle! I. Der 6. Juni bedeutet hoffentlich für das deutsche Volk eine Zeitwende in seinen Schick- salsschlägen! Ein neuer Reichstag wird gewählt, ein neuer Aufmarsch der innerpolitischen Kräfte erfolgt! Es war die höchste Zeit dazu; die Nationalversammlung war int mannigfaltigen Wechsel der politischen Lage, in den erschütternden Wendungen und lieber» raschungen, die wir drinnen und draußen erlebt haben, zu einer verbrauchten und lebloses Körperschaft geworden. Die Stürme der Opposition hatten seit langem ein neues Werden angekündigt, und der Drang nach einer Besserung unseres nationalen Daseins rief mit lauter Stimme nach einer Erneuerung des Parlaments. Die bevorstehende Wahl wird Klarheit darüber schaffen, welche Folgerungen die Gesamtheit unseres Volkes aus den Erlebnissen seit dem 19. Januar 1919 gezogen hat, welcher Umschwung eingetreten ist in den Erwartungen und Forderungen, die jedermann auf dem Herzen hat. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung haben die stürmische Aufwerfung der Schuldfragen, die Anklagen wider die „K r i e g s s ü n d e n " eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Auch diesmal können wir an dieser Streitsache nicht vorübergehen. Nur liegen doch alle diese leidenschaftlich umtobten Probleme heute in anderem Lichte, ruhiger und geklärter, vor uns. An WeltanschauungÄ- irrtümern sind wir nicht gescheitert, und das monarchische oder militärische Prinzip kann man ruhig dabei aus dem Spiele lassen. Dagegen steht es fest, daß wir über falsche Einschätzungen und Ueberspannungen gestürzt sind, die beim Mangel staatsmännischer Autoritäten von unserer militärischen Führung hervorgebracht worden sind. Das war ein großes Unglück, ein schweres Verhängnis, das uns über nicht zu blinden Anklagen wider den alten Staat verleiten darf. Man mag gegen diesen aus anderen Gesichtspunkten zu Felde ziehen — es ist aber durchaus denkbar, daß unter dem alten System der Krieg auch hätte gewonnen, oder wenigstens zu einem erträglichen Ende geführt werden können. Von rechtsstehender Seite wird bekanntlich daran festgehalten, daß gerade auch eine zügek- lose und unverantwortlich rücksichtslos arbeitende Opposition wider die Führung das Unheil vergrößert und beschleunigt habe. Wir sind der Meinung, daß bei oer bevorstehenden Wahl mit einem großen Teil dieser alten Streitigkeiten aufgeräumt werden kann. Die diesmaligen Wahlen werden mit anderen Glocken ein* geläutet als init denjenigen, die der Nationalversammlung galten. Die Geschichte hat ja Erfahrungsblätter von allergrößter Tragweite hinzugesügt! Ein großer Teil des Vergangenen erscheint!ia in ganz neuem Lichte! Wir sehen die unseligen Wendungen, die unglaublichsten Enttäuschungen am schwersten auf denjenigen lasten, die das deutsche Staatsgefüge am schroffsten bekämpft und alles Heil vom besseren und erleuchteteren Geiste der anderen Völker erwartet hatten. Die Sonne der „Sieger" brach hervor — aber nun spüren die Gläubigen und Vertrauenden, wie der aufschauende Faust, das „Flammenübermaß", das ihnen da entgegenbringt, und sie kehren sich, „vom Augenschmerz durchdrungen", erschüttert weg. Oder kann eine der Linksparteien noch mit frohen Illusionen für Völkergleichheit im Wahlkampf Stimmung erwecken und Anteilscheine dafür ausgeben? Das Ausland bleibt, wie es gewesen ist. Unsere Hauptregierungspartei in bpr Gegenwart, die Sozialdemokratie, iftlim Kreise der Völker völlig isoliert in ihrem Streben nach Verwirklichung des Erfurter Programms. Die großen demokratischen Ideale für Völkerversöhnung sind in der Atmosphäre der letzten Zeit stark verblaßt. Nein, es gilt, alte Irrtümer abzulegen, neu sich aufzuraffen, in nationaler Selbstbesinnung! Das ist die ersteErneuerungsforderungbeider bevorstehenden Abstimmung. Nicht Rückkehr zum Militarismus ist die Parole; der Versailler Friede ist kein Stück Papier, das von uns willkürlich zerrissen werden kann. Wir haben uns aber zu besinnen auf die eigne Leistungsfähigkeit, auf eignes Wollen und Handeln. Sonst gibt es keine Gnade für uns. Wie wollten wir anders auf die Vernunft unserer erbittertsten Gegner, der Franzosen, wirken, als in starkem Willen zu nationaler Kraft und Einheit! Ein weiterhin gelähmtes, zerfallendes Reich würde die Machtgier des Erbfeindes immer stärker reizen. Mrt nationaler Se'.bsterhaltungspolitik muß unser Bestreben einsetzen, den Gewaltfriedensvertrag zu revidieren, das Unrecht der Abtrennung deutscher Volksgenossen und deutscher Landesteile wieder gutzumachen. Diese Notwendigkeit steht freilich .in keinem Könner mit dem Erfurter Programm. Aber wo sie — ohne nationalistisches Uebermaß im Verweilen bei Erledigtem, Unmöglichem — unzweideutig und würdig betont wird, da kann man bei der Wahl Vertrauen gewinnen und weiterprüfen. Unsere auswärtige Politik bedarf einer grundsätzlichen Erneuerung. Sie sollte kein Schwelgen in Phrasen und Theorien gestatten, durste nie uno nimmer in parteipolitischer Jacke oder Mütze sich präsentieren, sondern sie hätte in steter Wachsamkeit die gegebenen Tatsachen auszuwerten und zu nützen, unablässig den charakterfesten Kampf um Recht und Gerechtigkeit zu führen. Denn noch lange Jahre bleiben wir leider in der Rolle der Besiegten, mühselig Beladenen und Mißhandelten. . . Bei dieser Sachlage mangeln also einer international-sozialdemokratischen Praxis in Deutschland alle Boraussetzungen. Keine Hand des Entgegenkommens und Gleichstrebens streckt sich ihr aus dem Auslande entgegen. Soll unser geschundenes Vaterland nun das Probiermodell für phantastische Weltverbesserung sein? Unser Staat voll Armut und bitterer Not? Wie steigern wir unsere Arbeit und Wirtschaft, wie vermeiden wir alle Vergeudung von Kraft beim Wiederaufbau — das ist die Hauptftage, von der unter aller Wohlergehen abhängt! Die sozialdemokratische Partei hat es in ihrer „klassischen Periode" wohl selbst oft genug gefühlt, wie ihrem Programm durch die Ereignisse der Boden entzogen worden ist. Aber auch hie Programme der Unabhängigen und Kommunisten entbehren, in diesen Zusammenhängen betrachtet, völlig der Aussichten, eine neue Welt und neue Menschen zu schaffen. Selbst wenn die radikale Linke in Deutschland gegenüber der Mehrheitssozialdemokratie, von der viele Enttäuschte abwandern, bei dieser Wahl eine Stärkung erfährt, fristet sie, weltpolitisch oder international betrachtet, dennoch ein höchst kümmerliches Dasein. Der russische Bolschewismus stellt sich als verfehltes Experiment heraus, und die kommunistischen Ansätze, die bei anderen Völkern hier und da zum Vorschein gekommen sind, waren mir aus momentanen wirtschaftlichen Beklemmungen ermaßen, aber nicht von einer welterobernden Jdeenflut getragen. Welche Folgen und Einwirkungen die radikal- materialistische Bewegung in Deutschland bereits gezeigt hat, wird sich erweisen, wenn wir in einem weiteren Aufsatz zu einer Prüfung unseres feit den letzten Wahlen laufenden innerpolitischen Kurses übergehen. Die russisch-emlischen lvirlschciftr- oerhändlsügen. Amsterdam, 3. Juni. (WTB.) Der „Daily Mail" zufolge erhielt Kvaf'in die Erlaubnis, ein russisches Ha ndels bureau zu errichten, oas mit dem Antt für überseeischen Handel zusammenarbeiten wird. Tie „Daily Mail" schreibt ferner, eine sehr zuständige Persönlichkeit habe sich gestern dahin geäußert, Krassin habe beit Auftrag, in England auf alle Fälle und yi jeder Bedingung die Lieferimg von Eisenbahn material, landwirtschaftlichen Maschinen und Textilwaren abzuschließen. Tas Matt fügt 'hinHu, e-3 'habe Grund zu der Annahme, daß der Entschluß Lloyd Gorrg.es, die Handelsbeziehungen zu Rußland zu eröffnen, in Widerpsruch zu den RatschÜÄ'M sttthch die ihm von anderen Mitgliedern des Kabinetts gegeben wurden. Endlich will die „Daily Mail" in Erfahrung gebracht haben, daß Koassin vor seiner Ankunft in ämtfon folgenden Beding un- gen zugestimmt fj.ibe: Sofortige Freilassung der englisckien Gesangeneit in Rußland, Verzicht auf . Propaganda und Intrigen in Indien, PalMna, Penten ufw., Verdickst auf jede weitere Einmischung in die Verhältnisse des nahen Ostens. Im eng* lischst Unterstufe sagte gestern ht Erwiderung der Frage eines liberalen Abgeordneten der Erste Lord der Admiralität, es sei nicht richtig, daß sich England im Kriege mit Sowjetru schind befinde. Borsichtsnvabua'stnen zum Schlitze der von den Ättnerten geschützten Plätze bedeuteten noch feinen Kriegszustand. Haag, 2. Juni. (WTB.) Nach einer Meldung aus London sott im Laufe der WvckM eine zweite Zusammenkunft des englischen Kabinetts mit Krassin stattfinden. London. 3. Juni. (WTB.i Reuter echIhrt, daß die Vertreter der anderen Alliierten neben den Vertretern Großbritanniens an den BetchEungen mit Krassin teilgenentmen haben. Geldsendungen von Rustl.md kommen nicht in Frage, vielmehr ist das grintd'iLtzliche Ziel der Austauschhan- bei mit Warm. Rußland» Liefern,rgsmöglichkeit. Amsterdam, 2. Juni. (Wolff.) Dem Londoner „Star" zufolge erklärte Krassin bei einer Unterredung mit Lloyd George, daß die Getreidebe stände in Rußland nicht übermäßig hoch seien, daß Rußland aber eine große Menge Torf, Flachs, Häute und verschiedene andere Rohstoffe liefern könne. Nach dem „Star" sprach Lloyd George Krasftu gegenüber seine Bereitwilligkeit aus, Rußland aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten zu helfen. — Im Unterhaus wurde gestern von der Regierung erklärt, daß,-übcr die Besprechungen mit Krassin amtlich noch nichts mitgeteilt werden könnte. Frankreich gegen die russisch-englischen Verhandlungen. Paris, 2. Juni. (Wolffs „Ocuöre" bchrup- tet, daß Ministerpra idcnt Millerand nicht bte russisch-englischen Vrrl.'arLcungm billige. Lloyd George habe auf eigene Jni.'iattve gehandelt, als er dm Vertreter von Sowiei-Rußland empfing. In Paris aber fei-'man der Ansicht, daß alle Entschließungen der Attiierten inbetreff Rußlands nach gemeinsamem Einverständnis er- folgen müßten. Lloyd George habe Kvassin empfangen, bevor die Airtwort der sranzö r'ck-en Regien mg über die Verhandlungen mit den bolschc- wistiscAn Vertretern erfolgt fei. Als bte Antwort Mttlevands durch den Botschafter Paul Cambon nach der Downing (Street übe bracht worden sei, sei bte russisch-britische Konferenz schon im Gange gewesen. KriegSgewinuabgabe in England. Am st er da m, 1. Juni. (WTB.) Laut Reuter hofft Chamberlain, in einigen Tagen im Unter» baust die Entscheidung der Regierung bezüglich der Abgaben auf die im Kriege gewonnenen V er mögen zu geben. Laut „Daily Chrvnicle" wird das Kabinett die Abgabe für unzweckmäßig erklären. Die englischen Truppen im Osten. Amsterdam, 2. Juni. (WTB.) Int englischen Unterhaus teilte der Vertreter des Kriegs- wnts mit, in Polen befänden sich keine englischer: Truppen, dagegen ständen im Allen st einer Abstimmungsgebiet und in Danzig je ein Bataillon, zusammen uitgchShr 1500 Mann. Man /hoffe, daß das Allensteiner Bataillon bald nach Whältung der Abstimmung tfirt 15. Juli zurückgezogen loerben könne. Dagegen sei es gegenwärtig nicht möglich zu sagen, warnt das Besatzungsbataillon von Danzig nach England zurückkehren werde. Der Vertreter des Schatzamts teilte in Erwiderung einer Anfrage mit, daß für den Unterhalt d er Besatzungstruppen in Deutschland deutsche Lieferungen im Werte von ungefähr 4 Millionen Pfund Sterling erfolgt feien. Die englischen Ersatz- cmsprüchc betragen Ende Mai 1920 noch etwa 45 Millionen Pfund, wozu für den Rest des Finanz- jabres 1920/21 schätzungsweise noch 2 750 000 Pfund Sterling kommen wurden. Die Kämpfe der Polen. Kopenhagen, 2. Juni. (Wolff.) Einem Telegramm aird Warschau zu'o'ge wird oon der bolschewistichen Front gemellxtt: Die Niederlage, die die Bolschewisten in Weißrußland erlitten haben, hat ihre Offensive zum Stehen gebracht. Alle Versuche des FeüideS, weiter gegen Südwesten vorzurücüen, sind ge cheiteet. An der B e r e s i n a hat der Feind eine neue große Niederlage erlitten, diesmal nördlich von Bobruschk, wo die polnische Kavallerie ein russisck)es Kavallerie-Regiment umringte und gegangen nahm und dabei große Mengen Kriegsmaterial erbeutet:. Es bestätigt stich, daß die B-olschotvisten dce Fne-- de:rsoechanstlir-igen mit Lettland zum Anlaß nahmen, um an der lettischen Front östlich von Tünaburg einen Ueberrumpelungsversuch zu machen. Sie wurden jedoch van ben Letten zurückgeworfen und erlitten große Verluste. Persischer Hilferuf an den Völkerbund. Paris, 2. Juni. (Wolff.) Wie die Morgenblätter melden, hat sich die persische Regierung an den Völkerbund gewandt tvegen der Besetzung von Euseli durch die wle Armee. Ter Minister für auswärtige Angelegenheiten, Prinz Firoux, der sich augenblicklich in London mrp hält, verlangt den Schutz des Völkerbundes auf Grund des Artikels II des Statuts. Erfolge der Nationalisten in der Türkei. Konstantinopel, 2. Juni. (WTB.) Havasreutcr. Die nationalistifchenStreit-- k r ä f t e erzielten überall Vorteile über die Regierungstruppen. Einem Gerücht zufolge wird zwischen der Regierung und den Anhängern Kemals durch eine Mittelsperson verhandelt. Konstan tinopel, 3. Juni. (WTB.) Die Nationalisten haben Butt und Adabazar besetzt und nähern ffch Jsmid und Ehemdek. Sie sind st bereits im Besitz der ganzen Küste südttch des Meerbusens von Jsmid. __ Amsterdam, 2 Juni. (WTB.) Die Tiwes meldet aus Konstantinopel. daß die türffsche Regierung mit Rücksicht auf die allgemeine Ein helft gefeit der öffentlichen Rdeinung l^zügttch des Fri-e- densvertrages beschlossen hat, den Feldzug gegen die Nationalisten nicht weiter fort-' zuse tzen. Es ist nicht betont, ob ein Abkommen ftesckFosscn wurde, jedenfalls ruhen aber beidersetts bte Waffen. Die Bedingungen für Oesterreichs Entcntekredite. Wien, 2. Juni. (WTB.) Im Finanzausschuß teilte Staatskanzler Renner die Note der Pariser Reparationskommission über die Oesterreich zu gewährende Kredithilfe mit. Danach wird die österreichische Negierung ermächtigt werden, gemäß den Instruktionen der Reparationskommission unter Kontrolle der österreichischen Sektion Schatzscheine zu emittieren, für die der gesamte Besitz und alle Einnahmequellen Oesterreich an erster Stelle haften werden. Diese Haftung wird allen Reparatwuöverpjlichtungen vorausgehen. Ein Teil der Schatzscheine wird zur Konvertierung der der österreichischen Regierung seit dem 3. November 1918 gewährten alliierten und neutralen Kredithilfe den betreffenben Regierungen gegen Rückstellung aller Verpflichtungs- urkunden und aktiven Garantien übergeben werden. Den zweiten Teil der Sckiatzscbeine wird die österreichisck>e Regierung den verbündeten und neutralen Regierungen für die Kredite übermitteln, die gegenwärtig der österreichischen Regierung gewährt werden. Diese Kredite bestehen in Darlehen von 200 OCX) Tonnen Mehl durch die Vereinigten Staaten und in stiahrungsmittel- unb Rohstoff-Krediten, über die noch verhandelt wird. Solche Schatzscheine iverden auch mit Zustimmung der Reparationskommission für allfällige neue Kredite gegeben werden. Die Schatz- scheine werden am 1. Januar 1925 im Gelde des Gläubigerlandes zurückzahlbar und mit 6 Prozent verzinsbar fein. Die freigegebenen Aktien werden von der österreichischen Sektion kontrolliert werden. Wenn es die Reparationskommission verlangt, werden Monopole, Kunstgegenstände und der Besitz des ehemaligen Kaiser hau, es, über die die österreichische Regierung verfügt, ebenso wie die flüssig gemachten Aktiven der österreichischen Regierung von der österreichischen Sektton der Reparationskommission nach Maßgabe ihrer Verfügbarkeit kontrolliert und verwertet werden, um Oesterreich die Lieferung der notwendigen Lebensrnittel, Kohlen und Rdymateriattcn gemäß Artikel 181 o- s St. ©er meiner Vertrages zu sichern und dann die Reparationsverpslichtungen wahrnmebmen. Der „Staatsanzeiger" bemerkt hierzu: Wir rönnen nicht anders, als den attiierten Mächten dafür dankbar sein, daß sie uns eine solc^ Kredtthilfe gewähren und dem Wiederherstellungs- und Wiederau fbau- kcedit das Vorzugsrecht vor den Reparationskosten eiiu-äumen. Ein Protest Bulgariens gegen die Besetzung Thraziens. Amsterdam, 2. Juni. (Wolff.) Der Korrespondent der „Times" meldet aus Sofia, daß die bulgarische Regierung eine Note an die Entente gerichtet habe, in der sie gegen die Besetzung Th r a z i e n s durch griechische Truppen protestiere. Gründung einer grünen Internationale. Köln, 2. Juni. (WTB.) Wie der bayerische Bauernftchrer Dr. Heim hier in einer Versammlung der christtichen Volkspartei mitteilte, sind bei den sämtlichen vereinigten Bauernvereinen Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, Belgiens, Hollands, Schwedens, Norwegens Vorbereitungen zur Schaffung einer „grünen Internationale" für die gesamte Landwirtschaftswelt mit dem Sitz im H aagin die Wege geleitet. Am 6.x Juli findet in Passau eine Besprechung cer deutschen, österreichischen, ungarischen, bulgarischen und rumänischen Bauernführer in dieser Änge-q legenheit statt.--- püsichgerüchte. Berlin, 2. Juni. (WB.) Das „Berl. blatt" veröffentlicht unter der Ueterschrift: „Ansammlung von reaktionären Putsch- truppen vor Berlin" Nachrichten, uad) denen in einigen Borurten Berlins dte befebl5ioti>nge Ansammlung von Truppen fest gestellt intb be- haupiet wird, daß in der Nähe von Erkner und der I-angschleuft, ferner in Fürstenwalde und Potsdam sL-deut'che Truppen, (e onberS auch solche bayerischer Kontirrgente, eingerüSt seien. Amtlich wird feftgefteftt, daß alle diese Behauptungen in vollem Umfang unbegründet sind. Es befinden sich im ganzen Bmmkoerse .ron Berlin keinerlei Truppen, die nicht bcses.lsgemLß sich dort auszühalten haben. Wenn im beson- beten behauptet wird, daß der Bürgerm schlossen. Uus dem brsetztrn Gebiet. Zum Rücktritt Noyes. Mainz, 2. Juni. (Wolff.) Wie das hiesige „Echo du Nhin" mitteilt, ist her Rücktritt des amerikanischen Vertreters bei der R d e i n l a n d k o m m i s s i o n , Noyes, auf Veranlassung der W a s h i n q t o n e r R e gterung erfolgt angesichts der Unmöglich kett einer unverzüglichen Ratifizierung des Versailler Vertrages. Noyes kehrt mit den Mitgliedern der amerikanischen Sektion der Nheinlandkommission nach Amerika zurück, während der Oberkommandierende der am eh kanischen Streitkräfte im Rheinland, General Allen, eine Reorganisation in seinem Stab vorbereitet, um die Zusammenarbeit der ame rikanischen Zone mit der Nhcinlandkomln > sion zu sichern. A«» Stadt und Land. Gie tz e n, den 3. Juni 1920. Veranstaltungen. Donnerstag, 3. Juni: Stadttheater, 6 Uhr, Siegfried, Gastspiel des Landestheaters Darmstadt. — Cafe Leib, 8 Uhr, öffentliche Versammlung der Deutschen Volks patter. — Dotel Einhorn, 81/2 Uhr, öffentliche BeamKnoersamm- lintg der sozialdemvkratisckzen Partei. — Neue Aula, 8 Uhr, Vortragsabend des Vereins für das Deutschtum im Auslmid. — Postkeller, 8 Uhr, Mitgliederversammlung der deutsche ationalcn Orts-, Frauen- und Jugendgruppe. — Lichtspieltheater wie gestern. Karl Scip (Hattenrod). -m. Langd, 3. Juni. Ter des hier am Montag verübten E i n b r u ch d i e b st a h l s ver- dää'!ige Knecht konnte bereits gestern in Fricdbcrg verhaftet werden, als er im Begriff war, einige mitgenommene Wertgegenstände zu veräußern. Ter sehr hohe geraubte Otelbbctrag wurde * fast voll- hiänbig noch bei ihm vvrgefunden und üvnnte dem Besitzer wieder zugestellt werden. Kreis Friedberg. Die Gedenktafel fitr den Grafen Ävlnein. ^Friedberg, 2. Juni. Heute nachmittag fand in der Nähe von Nieder-Wöllstadt an der Stelle, an welcher am 7. April Leutnant Graf K a l n e i n seinen Tod durch französische Kugeln erlitt, die feierliche Weihe einer von hiesigen Offizieren errichteten Gedenktafel statt. Die schichte Tafel trägt die Inschrift: „An dieser Stelle wurde am 7. April anläßlich der völkerrechtswidhgen Besetzung von Frankfurt Leutnant Leopold Graf von Kalnein-Kilgis aus dem Hinterhalt von ixm Franzosen erschossen." Bon dem Bahnhöfe Nieder- Wöllstadt aus bewegte sich ein Zug, bestehend aus den Schülern mehrerer Klassen, Abordnungen der hiesigen Reichswehr, der Kriegervereine von Nie- der-Wollftadt, Ober-Wöllstadt und Friedberg, des Dragonerregiments Nr. 24, dem der Verstorbene früher an gegärte, der Strckxt und des Kneifes Friedberg nach der Bahnunterführung, in welcher der Gedenkstein in die Mauer eingefügt ist Nach einem Choral, der von der Kapelle des hiesige Reichswehrbataillons gespielt wurde, nahm Pro Dr. D. Diehl das Wort zu einer Ansprache Hauptmann Hupe übergab den Gedenkstein der Gemeinde Nid>er-Wöllstadt und der Bürgermeister dieses Ortes übernahm ihn in den Schutz der Gemeinde. Nach Niederlegung mehrerer Kränze schloß die Feier, die trotz ihrer Schlichtheit au alle Teilnehmer einen tiefen Eindruck machte. K^eis Wetzlar. wa. Wetzlar, 2. Juni. Die im Kreise Der- anstalttte Sammlung zuGunstenderver- trifbenen Ausländsdeutschen hat folgendes Ergebnis gehabt: Bürgermeisterei Aßlar 1541,35 Mk., Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach 2178,95 Mk., Bürgermeisterei Braunfels 1111,70 Mark, Bürgermeisterei Greisenstein 101 Mk., Bürgermeisterei Hohensolms 854,50 Mk., Bürgermeisterei Rechtenbach 2005,85 Mark, Bürgermeisterei Schöffengrund 1156 Mk., zusammen 8949,35 Mk. wa W e tz l a r, 2. ^uni. Tie Stodwevottmeten haben in ihrer letzten Atzung die Erwerbung eines Polizeihundes für den Preis von 4000 Mk legung des Juxplatzes. Erhöhung des Preises der Straßenbahn. Erhebung von Gebühren für die Ausfertigung von Gutachten und Zeugnissen durch die Schlachchofoerwaltting. Baufluchtlinienplan für eine Straße im vormals Tvoß- scl)en Gelände an der Rodhffmer Straße. Ge uch des C. Nowack in Gießen um Erteilung der G-- nAnniguna zur Errichtung eines Küchenaufbaues aut dem Geschäftsraum Seltersw g 85: hier: Abänderungspläne. (^en^Ümigung ton Rechnungen der Firma Katzen stein und Seipp für 2i?tcnmy Don Hobelborde für die Kleinwo'Uuungsbauten in der MM'straße- Baugesuch der Bank f_r Handel und Industrie für einen. Anbau an das Haus Jo- haiinessiraße 1. Gesuch der Firma Wilh. Zurbuch um Genehmigung chnl- baracke auf dem Hofe der Schule in der -schiller- straße. Bewilligung eines Kredits für die Beschaffung von Schulbänken für die Sckmle in der Schillerstraße ErhöhungdesSchulgcldes an der höheren und crw. Mädchenschule. Verwendung des Gebäudes Bergstraße 20 (Steins Gatten- zu Verwaltung^zwecken. Erweiterung der Zuständigkeit des Oberbürgermeisters und der Schlachthof-Deputation in bezug auf die Vergebung von Arbeiten imo Lieferungen. Gesuch der Kriegsverpflegungsanstalt Gießen um Befreiung von der Hundesteuer für einen Wachhund. Gewährung eines Darlehens an die Baugenossenschaft 1894. Gewährung eines Darlehens an den Eisenbahnheimstätten Verein. Gesuch des Einhcits- verbandes der Kriegsbeschädigten D itt ch cmds um Ueberlassung eines Geschiff szimmcrs. Beiitttt der Stadt zum Hess. Wohnungs- und Heimstätten- Verein c. V. Gesuch des Vorstandes der Lehrer- Witwen- und Waisenkas c um Erhöhung des Beitrages der Stadt. Gesuch der Mannschaften der Sicherheitswach' um Erhöhung der Bezüge. Er-, höhuug des Wochenmarkttarifs. Erhöhung des Standgeldes aus den Vieh- und Krämermärtten. Erhöhung der Wieggebühren. Bildung eines Aus- sck/usses für Leibesübungen. Vorschu stlei stun g zu den sachlichen Kosten des früheren Arbeiter- und Soldat en rat es. Ver- Die wahibewrgvng. Die Wahlstimmung in Hessen wird in dem führenden Zentrumsblatte, der Köln. Volkszeitung, u. a. wie fofot geschildert: ,,Schars im Kampfe liegen miteinander die Deutsche Volkspartei und die Deutsche demokratische Partei. Es wäre Vogelsttaußpolitik, wenn die Demokraten das Erstarken der Deutschen Volks Partei übersehen nollten. Diese Pattei hat sich nach ihrer Niederlage bei den Wahlen 1919 eine starke und weitverzweigte Organisation ge- chäffen, »velchc auch die Frauen erfaßt. Die Deutsche Volkspartei hat an erster Stelle wieder ihren seitherigen Vertreter in der Nationalver- ammlung, den Finanzminister a. D. Dr. Becker, und an zweiter Stelle den Landtmrt Christian Schmitt in Guntersblum (Rheinhessen) ausgestellt. Die demokratische Partei bat ihre beiden seitherige» Vertreter nicht wieder au,gestellt. An erster Stelle steht der bekannte Pfarver und frühere Landtags- abgeordnete Korell (Nieder-Jngelheim), der bei den Nationalwahlen sehr auffällig im Hintergründe geblieben war, obwohl er doch vor dem Kriege bei mehreren Wahlkämpfen sich dir größte Mühe gab, in den Reichstag zu kommen. Allein die Wähler entschieden stets gegen ihn. Ob außer Korell auch der zweite ftanbibat, Prof. Dr. Jng. Heidebrvek in Darmstadt, gewählt werden wird, darf man füglich bezweifeln. Die Demokraten haben doch zu viele Wähler an die Deutsche .Bolkspartei wieder abgdben müssen." Versammlungssprengungen in Darmstadt. $ arm ft ab t, 2. Juni. Die „Franks. 8tg.N meldet: Nack-dem bereits vorgestern erne öffentliche Wählerversammlung der Teutchna ionalen Volkspartei durch Anhänger der unabhängigen Sozia-' listen vereitelt worden war, wurde beute abend in einer von der Deutschen Volkspartei ein-' berufenen Versammlung in der Stoßen Turnhalle am Woogsplatz, bei der ausdrücklich nur Mitglitt>er der bürgerlichen Patteien eingeladen waren, der gleiche Terror geübt. Anhänger der Unabhängig e ri hatten otc Tribüne des Saales besetzt, und kaum hatte der erste Redner der Boll's-pattei gesprochen, spritzten sie mit einem Hydranten große Massermengen in den Saal und nxirfen Stuhle herunter. Das Publikum, unter dem Damen und Herren in größerer Zahl verletzt und vor allem gim durchnäßt wurden, flüchtete schreiend in das Freie, wo sich noch stundenlang die erregte Masse in Affigem Wortwechsel auflrielt. Die Wassermengen, die von den Unabhängigen auf die Versammlung ergossen wurden, dürften eine gegenteilige Wirkung haben und Waffer auf die Ätühlen der Rechtsparteien werden. Ein Beschwerdetelegramm der Hessischen Volkspartei an die Rcichsregierung. ♦* T i e Deutschnationale Volkse Partei ersucht uns um Aufnahme nachstehender Zuschrift: In den letzten Tagen wurden Versammlungen der Teutschnationalen Tolkspartci planmäßig von gegnettscher Seite gestört und immög^ lich gemocht. Der Vorsitzende des Hessischen Lan-^ desverbaudes der Pattei, Herr Dr. K. Klingspor in Offenbach, w-and.e sich dieser halb an kus l-essische Ministerium des Innern unb bat um Schutz, der jedem Deutschen nach § 118 der Reichsveffaisung verbürgten rreien Meinungsäußerung. Ta bawtuf* hin die 'hessisck-e Regierung nichts unternahm, wurde seitens der Patteileitung Beschwerde bei der Reichs«, regiming in Berlin erhoben. Ter Wortlaut dieser Beschwett>e wird 'hiermit veröffentlicht: bertt>eatem mit höheren Bildungszwecken cntspre- rfvnden Spielplänen schildette (darunter auch das Rlxin-Mainisck)e Wandertheater). In längerer Aussprache imirbcn verschiedene Wünsche, namentlich aus Rlieinhessen, vorgebracht. Man einigte sich dann auf die Wahl folgender Personen für einen Arbeitsausschuß, der möglichst schnttl bte Sache Prüfen und fördern solle: Direktor Loehr vom Landestheater (oder der spätere Intendant). Landtagsabgeordneter Kaul ^Offenbachs. Dr. Fran (Mainz), Sckniffsteller Michel i Darmstadts, Land- mntmann Henrich (Darnrstadt1 sowie ein von ihr noch zu benennende? Mitglied der Ortsgruppe der Bü Inten genossenschaffen am Lartdestheater. — In der Sitzung des Aussckmsscs nnrrbe ferner der Schaf- fintg eines Ratgebers für guten künstlerischen Haus- toti) Schulwandschmuck, sowie der Frage der SPan- der Kmtstausstellungen grundsätzlich zugesti 6mt> der Zertttalstelle die vorbereffenden Attn übertragen. Hu* dem Reiche. Die Verminderung des Heeres. Berlin, 3. Juni. Aus einer Unterredung mit dem Reichswehrminrstec teilt das Berl. Tagebl. u. a. mit: Die Durchführung einer weiteren Heeresvermtn- derung stoßt auf die allergrößten Schwierigkeiten. Die Wehrmacht verträgt es einfach nicht mehr, über ihr Schicksal weiter im ungewissen zu bleiben. In Spaa werden hoffentlich die bezüglichen Fragen mit großer Sachlichkeit behandelt werden können. Dtc Lösung der Frage der Heeresstärke etwa im Sinne der Verstärkung der Polizei finden zu wollen, scheint wenig befriedigend. Aus dem bayerischen Landtag. München, 2. Juni. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Landtages gelangte das neue Deamtenbesoldungsgesetz zur Erledtt gung. Entsprechend dem Regierungsentwurf nahm das Haus zu dem Gesetz über die Vereinigung Koburgs mit Bayern einen Zusatz an, daß dem Freistaat Koburg das Recht eingeräumt wird, anstelle der abzuordnenden Mitglieder drei Abgeordnete durch unmittelbare Walst rn den bayerischen Landtag zu entsenden. Zu der Interpellation Sänger (Soz.) betr. die Ausweisung Fremder aus Bayern erllärte der Ministerpräsident v. Kahr, daß im Interesse der SiäMheit W* Maßnahmen nicht zu entbehren sind. Die Zustände in Bayern könnten nicht ohne Einfluß auf die auswärtigen Staaten bleiben. Jeder einzelne Fall der Ausweisung sm von den Behörden zu prüfen. Von den 20000 Oesterreichern würden nur 65 ausgewiesen. In der Judenfrage sei selbstverständlich, daß die Israeliten dasselbe ReckK finden müßten wie jeder andere. Von einer Erdrosselung des Fremdenverkehrs könne nidjt gesprochen werden. Die Regie- rmig befasse sich seit einiger Zeit damit, die zur Zeit möglichen Erleickfferungen in der Fremdenpolizei vorzunehmen. Präsident Königbmier bemerkte, daß die heutige Schlußsitzung voraussichtlich die letzte sei; es l>andele sich aber lediglich um eine Vertagung. Eiiiigungsverhandlungen der Aerzte und Krankenkassen. Berlin, 22. Juni. (Wolff.) Ain 31. Mai und 1!. lJuni fanden im (Reichs- arbeitsministerium unter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs Dr. Caspar und unter Mitwirkung der Ministerialräte Dr. Na- m el und Dr. Sitz le r Einigungsverhand-- lungen zwischen den A e r z t e n und Krankenkassen statt. Sie führten in der Frage des Arztsystems zu feiner Verständigung der Parteien, die eine wesentliche Annäherung an die Durchführung der freien Aerzte w a h l bedeutet. Ebenso wurde ein Einvernehmen über die Schaffung von sozialhygienischen Einrichtungen durch die Krankenkassen erzielt. Ueber die Frage der ärztlichen Vergütung mußte mangels einer Einigung der Parteien ein Schiedsspruch der Unparteiischen gefällt werden. Dieser sieht bei Bezahlung nach einzelnen Leistungen eine Verdoppelung der bisherigen Sätze vor, die auch bei der Bemessung einer Pauschalvergütung zugrundegelegt werden soll, lieber die Annahme des Schiedsspruchs haben sich die beiden Parteien bis zum 15. Juni zu erklären. Cine Gedenkfeier für Skagerrak. Stagen, 1. Juni. (Wolff.) Anläßlich des Jahrestages der Schlacht am Skagerrak fand bei den Kriegsgrabern auf dem Skagener Kirchhof eine stimmungsvolle Feierlichkeit statt, zu der 400 Mann von der deutschen Minensuchflottille erschienen waren. Es wurden 5lranze an den Gräbern niedergelegt. Die Feierlichkeit schloß mit Predigt und Gebet Ides dänischen Geistlichen in Skagen. Ans Hessen. Darmstadt, den 2 Juni- ** Mit der Frage einer hessischen Landes- Wanderbühne beschäftigte sich eine Sitzung des Aussck^usses für Theater unb Kunst der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendp'lege in Darmstadt. Der Generalsekretär des TheaNnknlturvepbandes Dr. Ernst Leopold Stadl in Heidelberg hielt einen Vortrag über die ,,Bedeutung und Organisation der Wander- lnlhne", in dem er die bi^er schon in Deutschland Im lernommenen VersuclZe zur Schafffmg ton Wan- Offenbach a. M., den 1. Juni 1920. An das ReichsamtdesJnnern Berlin. Wir branden heute: Minister des Jünern, Berlin. Unsere Partei Versammlungen hier planmäßig durch roheste Gewalttaten und MiLLMblunqen ton Kandidaten und Parteifreunden unmöglich gemacht, trotz bringender Bvtt'tellungen bei hessischer ^Regierung Verne Whilse zu erlangen, fordern von ReichZregicrung Ein-, griff zum Schutz der verfassungsgemäß verbürgten Rechte der Versammlungs- unb Rebefrei heft. Landesverband Hessen bet Teuffchnotionalen Volkspattei. Dr. Klingspor, Offenbachmain. Hierzu bemerken wir folgendes: Nachdem an verschiedenen Orten Hessens unsere Wahlversammlungen von sozialdemokratischer Seite, teilweise unter jüdischer Fühnmg durch erwiesenermaßen bezahlte Elemente getoalttähg gestört worden waren, wandten wir uns mit der Bitte um Sckmtz innerer verfassungsmäßigen Rechte an tr.e hesiische Regierung. Wir wiesen darauf hm, daß Parteimitglieder und Zuhörer durch Fußtritte und Stockschläge schwer mißhandelt wurden, ja mit Schuß- unb Stichwaffen bebroht worden find, ferner daß in dem sozialdemokratischen ,Lessisckrn Volksfrennd" auf die für gestern in Darmstadt anberaumte Versammlung, in her unser Stoibibat Professor Werner sprechen sollte, in nickst mißzuverftehender Weise hingewiesen worden sei. Trotzdem gesck^ch nichts, um uns Berstimmlungs- und Redesrcibeit zu sichern: sck»vere Mißhandlung von Versammlungsteil- neljmcm und Bedrohung des Kandidaten mit Ermordung zwangen uns, van der Versammlung abtzniehen. Wir verlangen von der Reichstegierung, daß ne durch die Tat dafür sorgt, daß wir nicht schütz- und rechtlos den Gewalttaten des Pöbels ausgeliesett sind, und dafür Sorge getrogen wird, daß die jedem Deutsck«n nach der Verfassung zu- qefidx’rten Rechte mit allen zu Gebote stehcndar Mitteln aufrcchterhalten werden. Wir sehen einer baldigen Antwott entgegen, wie bte Regierung für uns einzutrden gedenkt. Hochackstmtgsvoll Hessische Volkspattei (Landesverband der Deutsd-nationolen Volkspattei) gez. Karl Klingspor, Dr.-Jng. h. c. Im Gegensatz zu Darmstadt und M^ey war bkn dlxh ^Partei kviedn 3tg.‘ eme öffentliche tonalen Bolls- * Sozia. h:ute abend in »Partei ein. M Turichllle mir Mitglieder m waren, der ■ Unabhän- iles besetzt, und &)li‘§Krrta ge- idrmrten große warfen Stühle m Domen und und vor allem chreiend in doZ i erregte Raffe 5 Mm inuntI7. * % fr em* mden llmE^ Wflungen w We * * ; ..;rung eW 'maögemff W 3«* ®‘ A >>e Sf in W SfllL^unt u°- n«0®' sichern fett ^4 Sä §W KS- »t [titerttx 5to rot und Mach-, hessis^n Lon- r. K. ÄingsM an das heM Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. I. N. d. trauernden Hinterbliebenen' Fra« Christiane Knorr Wwe. Lina Knorr. Gardinen-Abteilung [6122c Größte Auswahl in Hermann Graßmann. 010110 von oioio» kann, so lernt unmg geht bis M.Wunderlich, Bleichftr.28 p. Der Iufchneide-u.Schnittzeichenklursus für Schneiderinnen beginnt Mittwoch deny.)unl,vorm.9Uhr. Anmeldungen werden noch entgegen genommen. Halbstores, Langstores Garnituren mit Uederhang Spannstoffen am Stück Lollar und Alsfeld, den 2. Juni 1920. Die Beerdigung findet Samstag den 5. Juni nachmittags ll/2 Uhr in Lollar vom Hause, Hauptstr. 157, aus statt. 6143 schloffenem Briefumschlag beizufügen. Zur Beuget- lang werden zwei Kommissionen gebildet. Die Kommission für die Volksschule setzt sich aus Volksschullehrern, die für die höheren Schulen aus Obettehrern zusammen. Die Kommissionen bestehen aus je 5 Mitgliedern. Die Bildung der Kommissionen geschreht durch die oberste Schulbehörde. daß man sie auf keine Weise man in der Schule, und diese von der Wiener Uaiverfität) und den Professor der Rassischen Archäologie in Graz, Hebendey. Zum Ehrenmitglied der Gesamtakademie im .Jnlande wurde gewählt der Rechtsgelehrte Franz Klein, Ehrenmitglieds der matlhnncttisch-natrcrwissenschich- licl-en Klasse im Auslände wurden Röntgen (München) und F. E. Schulze (Berlin), korrespondierende Mitglieder im Auslände Wallst ät- ter urld Dorneker (München), Liebisch(Berlin) und Hoops (Heidelberg). Wien, 1. Ium. (Wolff.) Die Wiener Akademie der Wissenschaften wählte zu Mitgliedern: Johansen (Kopenhagen), Tigerstedt (Hel- singßrrs), Fürst (Lund), Nögbom und Jel- lan (Upsala). Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher I anläßlich des Heimganges unserer tei schlafenen sowie für die Kranz- und spenden sprechen wir unseren innigen 1 Die trauernden Hinterbliel I. d. N.: Wilhelm Bender, Schreim Gießen, den 3. Juni 1920. Hochschulnachrlehten. -- Frankfur 1 a. M., 2. Juni. Privatdozent Dr. Wilhelm E i t e l hat eine Berufung als außerordentlicher Professor aus den Lehrstuhl der physikalisch-chemisä-en Mineralogie an der Universität Leipzig angenommen. Wien, 2. Jura. (Wolff.) Die Wiener Akademie der Wissenschaften wählte in ihrer Jahressitzung zu wirklichen Mitgliedern: Hans Horst- Meyer, Professor der Pharmakologie, B w o r a k. Achtung! Nächsten Sonntag d. 6. Jnni lüMlNkM. WIMtl in Sich auf dem Juxplatz in Betrieb. ES ladet freundlichst ein der Besitzer 61561 H. Weber. Statt besonderer Anzeige. Am 1. Juni entschlief sanft unsere liebe Mutter und Schwiegermutter Frau Laura Holste geb. Äietz im 77. Lebensjahre. Margarete Graßmann geb. Holste Ans dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt 9h:. 73 vom 1. Jüni enthält: Reichstagswahl' Kreiswahl Vorschläge. — Ausführung des Bktriebs- rätegesetzos. — Schutz der Fischerei. — Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Heute mittag 12 Uhr verschied nach langem schweren Lejden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Maria Rohrbach geb. Moos im 62. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: L. Rohrbach, Gastwirt u.Oberbriefträger i.R. ** Gietzen, 2. Juni. In nieten Orten unseres Kreises veranstaltete die Deutsche Vol kspa rtei, wie uns die Leitung mittetet, in den letzten Tagen gut besuchte öffentliche Versammlungen. Als Redner waren Anhänger alter Stände und Berufe gewonnen, die in sachlichen Ausführungen und in den sich anschließenden Tis- ?ussronen Getegenlieit fandm, das Programm der Panei zu entnnckcln und die Stellung zu den Lbri-- gen Parteien zu beleuchten. 0 Großen-Linden, 2. Juni. Gestern abend fand Ijücr eine Mählerversammlung der T emo kratischen Pa rt er statt. Der Redner des Abends, Lehrer Fischer-Gießen, gab zu- uächst einen Rückblick über die Politik Frankreichs, die jetzt ihren Niederschlag im Frieden svert rag gefunden habe, den wir nicht durch Krieg, sondern, nur durch Revision mildern könnten. Dazu gehöre aber ein Zusammen-arbeiten aller Parteien in der Außenpolitik. Sodann sprach Herr Fischer über die Siete der Temokvatisck>en Partei und ihr Ver- 'hältnis zu den übrigen Parteien. In der Aussprache ernannte Herr Volk von der Teutsch- nationaten Partei die Sachlichkeit der Ausführungen des Redners an, meinte aber, ba^ ein Vergleich zwischen dem alten und dem neuen L>taat zugunsten des ersteren ausfalle. Der Vorsitzende des Sozialdemokratischen WaWvereins, Ludwig o t 'L), suchte dem Vorredner zu bäpeifen, daß die is eutschroationate Partei nicht unbeteiligt am Kapp- Pütsch gewesen sei. Zum Schlüsse nal-n Herr Fischer Stellung zu den Vorhalten des Deutsche nationalen Spreck-ers. * Grvtzen-Linden, 2. Juni. Am letzten Sonntog fand hier eine sehr gut besuchte Vcv- sammlung statt, in der Dr. Erhard das deutsch nationale Mahlprogramm entaictelte. Au der Aussprache betet,igten sich ein Mehrhcrts- soziaLst und drei Unabhängige. Während ter c. fiere sachlich blieb, ließ sich einer der unab- tzängigen Redner zu den schwersten Drohungen gegen die Rechte hinreitzen. Ihm erwiderte Dr. Blank. In seinem Schlußwort rechnete Dr. Erhard be(oni>er3 mit den UTtabhärtgigen scharf ab, so daß biete schon vor Schluß ber Versammlung den Saal verließen. ** Lich, 3. Juni. Tie Deutsche demokratische Partei, Ortsgruppe Lich, veransteltet am Samstag, 5. Juni, 8 Vs Uhr abends, im Saale von Gastwirt Stein eine öffentliche WäUerversammlung. Es spricht Universitäts-Professor Gey. Medizinalrat Pros. Tr. Sv m m er aus Gießen über die Grundsätze der deutschen Demokratie. auf den Griechen Demokrit zurück. Die Theorie ist eine der ältesten in der Geschichte der Natur- wissenschasten, und nur wenige große Geister — darunter Goethe und Kant — zählten zu ihren Gegnern. Bei dieser Vorstellung galten die Atome als unzerlegbar und massiv, bei den einzelnen Elementen verschieden nach Größe und Gewicht. Währerch Demokrit alle Atome als gleicharttg m- sckh, wurde in späteren Jahrhunderten diese An- schalmng fällen gelassen und die Atome der bisher bekannten 87 Elemente mit je besondere Eigenschaften ausgestattet. Es ist nun außerordentlich interessant zu beobachten, daß bie heutige Forschung auf dem besten Wege ist, zu den Anschauungen eines Demokrit Mrückzukehren. Die Forschungen von Rutherford, Bohr, Tebye haben diese Umwandlung herbeigeführt, deren Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden tonn. Autz der Feder bedeutender Gelehrter bringt ine „U m-- f'cha u" (Frankfurt a. M.) eine Reihe leicht faß- licher Aufsätze über den ganzen Komplex dieser Anschauungen, nach denen ein Atom aus einem Stern besteht, der von einer Elektvonenwolte umkverst wird, ähnlich wie die Sonne von den Planeten. Ter Kern, dessen Größe sich zu den Elektronen etwa wie ein Dennisball zu einem Ozeandampfer verhält, läßt sich nun wahrscheinlich auf ein emsiges Urelement zurücksühren. Bislier erschien in ber „Umschau" ein Aufsatz von Prof. Regener über die Zerlegung des SttckstosB und soeben ein Artikel von Geh. Rat Univ.-Wofessor Scheut über den Bau des Atoms. * „Ein vielverlangtes Buch." ist," so schreibt unter dieser Ueberschrift der Pariser Berichterstatter eines Londoner Blattes, „ein förmlicher Sturm unternommen worden nach H i n- denburgs Erinnerungen in der Pariser „Amerikanischen Buchhandlung", und diejenigen, die es zu haben wünschen, müssen ihre Rainen in eine Liste eintragen lassen und warten, bis ine. Reihe an sie kommt, das Wbrk zu erhalten. Uno da die Schilderung des „Großen Krieges" durchs den deutschen Oberbefehlshaber dn unerhörtes Interesse bietet, durchliest jeder Entleiher das Buch mit großer Schnelligteit, so daß es erstaunlich rasch wieder an seinen Watz im Regal gelangt." Sport» — Fußball. Am vergangenen Sonntag spielte in der Tiplomrunde der Sportverein „Merkur" mit drei Mannschaften gegen den Wetzlarer Ballspielllub. Tie erste Mannschaft spielte nachmittags in Wetzlar mit vier Mann Ersatz. Tas Spiel war ziemlich offen und sehr flott. Merkur erzielte bereits in der zehnten Minute das 1. Dor, dem in der 25. Minute B.-E. den Ausgleich eitt- gegensetzte. In der 35. Minute erzielte der Links-' außen vom Merkur durcl; eine brillante Flanke das 2. Tor. Bis Halbzeit schönes ausgeglichenes Spiel. Kurz vor Halbzeit gleicht Wetzlar wiederum aus, ib daß mit dem Resultat 2: 2 die Seiten gewechselt werden. Nach Halbzeit zeigt sich dasselbe Bild. Flottes ausgeglichenes Spiel beiderseits. Bei Mertur gefiel besonders das exakte Zusammenspiel der Stürmerreihe ebenso war die Hintermannschcfft auf der Höhe. Leider litt das Spiel sehr unter einigen taktischen Fehlern des Tosthüters, der einem solch starken Spiä nicht gewachen war. B.-E. Sonnte daher, trotz aller Ausopferung der Bev- teidigung Garßens, noch zwei wertere Erftrlge buchen, so daß das Endresullat 4:2 für Wetzlar lautet. — Die 3. Mannschaft Merkur spiette ebenfalls nachmittags in Wetzlar und formte den Sieg nach srl-önem überlegenen Spiel mit 4:2 Doven (Halbzeit 2: 2) erringen. — Die 2. Mannscha ft M e r k u r spielte nachmittags hier auf dem Trieb und erlitt eine NiÄerlage. Ter Ausfall dieses Spieles litt unter einem Mißverständnis, so daß die Mannschaft Merkurs nicht vollzählig auf dem Platze war und ran mit neun Marrn antrat. Sämtliche Spiele wurden als Gesellschaftsspiele auLgettagen, da die Verbands-Schiedsrnchter nicht arawsend waren; die Spiele werden tx$cr wiederholt. Entgegen verschiedener, von Gießener Seite verbreiteter Gerüchte, der Sport-Verein Merkur würde ftch auflösen, sei hier ausdrücklich festgestellt, daß dies erfunden ist. Ter Verein wird seine sportliche Tätigkeit nach wie vor ausüben. Fußball. Am letzten Sonntag hatte der Verein für BeweguNgsspiele Gießen auf seinem Sportplatz Trieb den Marburger Fußballverem 1917 zu Gaste. Gießen mußte für seinen verletzten Torhüter Knöpller, sowie für Schott und Möller mit Ersatz antreten; die erste Spielhälfte war Marburg etwas überlegen, die flinken Stürmer brachten in gefährlichen Angriffen immer wieder den Ball vor und erhielten 4 Tore, von denen zwei Stück unbedingt gehalten werden mußten. Der Gießener Sturm war weniger glücklich und ließ mehrere sichere Chancen aus. Nach Seitenwechsel Kunft und Wissenschaft. Preisfragen zur neuen Reichsverfassung. Das Hessische Landesamt für das Bildungs wesen hat unter dem 26. Mai d. I. zur Auswahl zwei Preisfragen zur neuen Reichs- Verfassung gestellt: 1. Wie bringen wir unserer Jugend das rechte geistige und sittliche Verständnis für die aus der neuen Reichs Verfassung sich ergebenden Pflichten des deutschen Staatsbürger^ bei? 2. Wie erziehen wir unsere Jugend im Geiste dec Volksversöhnung auf der Grundlage einer ternhaft deutsche!: Bildung (§ 148 der Reichsverfassung)? Zur Beantwortung ber zwei Fragen srnd sämttiche Ährer und Lehrerinnen der Volks- und Fortbildungsschulen und ber höheren Schulen berechtigt. Die Fragen sollen von den Volksschullehrern unter dem Gesichtspunkt der Volks- und Fortbildungsschule, von den Lehrern der höheren Schulen unter dem Gesichtspunkte ihrer Schulgattung beantwortet werden. Die beiden besten Arbeiten jeder Gruppe iver- den mit einem Preis von je 500 Mark ausgezeichnet. Die Arbeiten sind ohne Namensaufschrift des Verfassers mit einem Kernspruch als Abzeichen einzureichen; der gleiche Spruch ist mit dem Namen des Verfassers der Arbeit in ver- Vu r g zu sprechen. Die Gegner Mitten rumg und sachlich. ** Von feiten ber U.S.P. Gießen wer bat wir um Wiedevgv.be folgender Zuschrift gebeten: In der Zuschrift ber Deutschnationaten Volkspartei betrefsenb die Versammlungen in Bensheim und Alzey beklagt sich die Derttschnationale Partei über die Radauszencn in den in Frage kommenden Versammlungen. Es wird von Bedrohung mit Stühlen und Dolchmessern berichtet. Zum Schluß spricht der Bericht von ausgchetzten Massen und von politischer Sittenverwilderung, die wohl kaum mehr überboten werden könne. Eine solche moralische Entrüstung nimmt sich eigentümlich aus int Munde von Leuten, die in punkto Verhetzung ber Massen den höchsten GipfÄ erklommen haben unb in ihren Domänen an Verletzung ihrer Anhänger das Menschenmöglichste geleistet haben. Als Beweis möge folgender Vorfall dienen: In einer von der Unabhängigen sozial- demokratisck)en Partei auf Sonntag abend nach Queck einberufenen Versammlung gebärdeten sich gerade die Anhänger der Deutschätationalen Partei iuie wild gegen die ebenfalls sachlichen Ausfüh- t ungen des Stadtv. Maier, Gießen. Nur dem Umstande, daß ber Versammlungsleiter, Stadtv. Baum, Gießen, der in der Gegend von Queck befannt ist unb beschwichtigend einMgreifeu verstand, ist es zu danken, daß ber Referent mit heiler Haut davongekommen ist. Nicht besser erging es dem rechtssozialistischen Redner, Stadtv. Diehl, Gießen, dec ebenfalls in der von seiner Partei einberufenen Versammlung am Weiterreden verhindert wurde. Und in dieser Hochburg des antisemittschen Bauernbundes hatte wenige Tage vorher Prof. Dr. Werner „gewirkt. Diese Leute haben also gar keine Veranlassung, sich moralisch zu entrüsten, sondern ihnen gegenüber gilt das Leftnwtiv: Wie mvn's in bat Wald hineinruft, so schalltts Mvück. Dreschmaschine fahrbar, mit RoklschÜttler (1000 mm lang), mit Sor» tiertrommel u«h allem Zubehör, Fabr. Diinerva, gebraucht, jedock sehr gut erhalten, evtl, mit fahrt), musterst preiswert zu verkaufen. ^DlOillOOeie Earl BiUenbero (TeL247). Befichtigung Lagerplatz Dillenburg erwünscht. [6126 ** Lollar, 3. Juni. Am Mittwoch fand in bet .Linde" eine von 500 Personen, besonders viel Fvauen darunter, besuchte Wüplerver- sa m m l u n g der Demokratischen Partei mit Pfarrer Korell als Referenten statt. Die Versammlung verlief musterhaft ruhig. In der Diskussion sprach Schillmg (ÜSP.). Der Referent ging kurz darauf ein und ermunterte zu zahlreicher Wahlbeteiligung. )( Marburg, 1. Juni. In einer hier abgehaltenen sozialdemokratischen Wählerversammlung berührte der Redner düs Abends, Unterstaatssekretär Gräf aus Frankfurt auch die in einer früheren Versammlung einmal gestreifte ft-rage der Verlegung der Marburger Universität. Er meinte, davon könne gar keine Rede sein. Marburg sei eine alte histo- irische Universität, deren Rechte unangetastet bleiben würden, berat davon hänge auch das Wohl und Wehe eines großen Teils der Marbirrger Ein- ^vohitersck-ast ab. Wenn sich Vorgänge ereigneten, die sich nicht gehörten, so müßten diese genau unter» ffuckst und gegen die Schuldigen eingeschritten^ werben. * Schotten, 3. Juni. Am Dienstag abend sprach unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Menget in ber dicht gefüllten Turnhalle Pf irrer Korell. In der ©ritkitimg wies ber Vorsitzende die in einem Darmstädter Blatte erschtenenen Ausführungen eines volkspartei.ichen Parteisekretärs, die Temokoatie sei in Schotten tot, zurück und betonte gercübe für Schotten: „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu." Pfarrer Korell spnuh in lI/2ftünl>igcr Rede über die Aufgaben ber deutschen Politik. vermischtes. Gattemnord. B e r l i n, 2. Juni. (WTB.) Am 26. Februar 1919 wurde aus dem Landwehrkanul )er Rumpf eines Mannes gelandet, der iw einen Paletot eingenäht war. Alle Bemühungen zur Feststellung der Persönlichkeit des Toten und zur Aufklärung des Verbrechens blieben zunächst ohne Erfolg. Erst jetzt gelang es ber Kriminalpolizei, wie die Abendblätter melden, den Toten als den Oberlehrer Dr. Heimberger zu identifizieren, der auf Anstiften seiner eigenen Ehefrau von deren Neffen, einem 22 Jahre alten Schlosser, ermordet worden ist. Die Frau wurde verhaftet und ist geständig. Um das Verbrechen zu verheimlichen, hatte sie vor einem Jahre einen unbekannten Mann, der sich im GrL- nauer Forst erhängt hatte, als ihren Ehemann rekognosziert. Der Unbekannte wurde dann auch als Oberlehrer Dr. HLÜn- berger beerdigt. Schwarze Pocken. Oppeln, 2. Juni. (Wolff.- Im Kreise Oppeln sind mehrere Fälle vv-n schwar-M iMen festgestellt nwröe% ma. Wvrms, 1. Juni. Eine peinliche Ueberraschung und dazu einen erheblichen Verlust erlitt eine junge Dame, die sich am jen- seittgen Rheinufer ein Schwimmbad im freien Rhein leistete. Während sie sich im kühlen Naß tummelte, wurden ihr sämtliche Kleidungsstücke ao stehlen, mit Ausnahme der zierlichen Halbstietel, die dem Spitzbuben entgangen sein mußten. * Das Atom. Die Materie besteht aus winzigen, unzerleg baren Teilchen, die so ttetn sind. MWMerMnMlm!! verbunden mit «teilet für feinere Damen-Betlelöiing Manersand prompt lieferbar. 6146 BanxitvcreiniguuL. Münster bei Lich. Fahrplan. .HersG*, Mitt. Ann -Erv., Gienen, Plockilr. 6. tauten die Einheimischen auf und verlegten das Spiel mehr in Marburgs Hälfte, tonnten aber diese Ueberlegenheiten nicht in Toren ausdrücken. Bis zum Schluß gelang den Bewegungsspielern mir ein Erfolg, so daß das Spiel mit 4:1 Toren zugunsten der Marburger endete. Das Spiel mar äußerst spannend und dürfte auf bie zahlreichen Zuschauer einen guten Eindruck gemacht haben. Die Jugendabteilung des V. f. B. spielte mit ber 2. Jugendmannschaft gegen bie gleiche des B. f. R. 1900 auf ber Hardt unb gewann nach überlegenem Spiel mit 4 :0 Toren. Das Spiel der dritten Mannschaften endete 1 :1 unentschieden. Für den nächsten Sonntag hat V. f. B. Gießen Sportplatz TriÄ> bie Lig amann schäft der Fußballabteilung Germania 1894 des Frankfurter Turnvereins zu einem Privatspiel verpflichtet. Germania ist z. Zt. in Frankfurt bie beste Ligamannschaft und hat burch seine glänzenben Spiele gegen Budapest und Anttverpen Aussehen erregt. Der Mittelstürmer Schnürte ist nach hem Urteil erster Sportzeitungen ein Fußballkünstler, ber an die Klasse der englischen Professionales heranreicht. Germania wird hier mit kompletter Ligamannschaft an treten, so daß ein sehenswertes Spiel in Aussicht steht. ZCivcfye und Scfytilc* R.M.K. Darmstadt, 1. Juni. Das Landesamt für das Bildungsweien gibt betont, daß mit Rücksicht auf bie große Zahl der Anwärter für'das höhere Leyramt Don Ostern 1921 an Referendare, die nicht in Gießen ihre wissenschaftliche Prüfung abgelegt haben, z-mn Aorberm- tungSdienft in den hessischen pifoagogischen Seminaren nicht mehr zugelassen werden. Das gleiche gilt von d.n ResevenL-arinnen. In Ausnahmefällen behält sich das Landesamt die Entscheidung vor. Sichere WU-MM im Herzen d. Inbustxie. 7—10% oeaiüshare Mn-, GMW- üte 8ntont6f.-Be®mgeti zu verkaufen. Erfordert. 5-10000 Mk. Anzahlung. F. Enders & Co. 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Arbeite«. Laubach, den 2 Juni 1920. Gräfliche Forftvenvaltun^ Ter Dberbtocrntcifter. I V. Dr. Seid. Tie Wahl ha ndlu ng beginnt um 8 Uhr vvrmi t tags. Um 6 Uhr nachmittags dürsen nur ivoch die WMler jur Stimmabgabe -u- gelassen werden, die in diesem Zeitpunkt im WalL- raum schon anwesend nxtrert Msdami erklärt der Wahlvorsteher die Abstimmung für geschlossen. Ungültig sind Stimmzettel, Gießen, den 2. Juni 1920. Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. Für die uns anläßlich unserer Der. mählung erwiesene Aufisersamkeit sagen wir herzlichen Dank. Hermann (Biegling und Frau Ottilie geb. Dechert. Okriftel am Main, den 28. Mai 1920. Staufenftrafee 2 p Ihre Verlobung geben bekannt Hedwig (Eiemm Wilhelm Klingelhöffer Pfarrer zu Langsdorf Selteraweeßl kihJLIiabeHand^ Einstimmig ist das Urteil „W änderbar“. Xurnoch heute nnd mergen B» rcriuft Prwpen ,6." dttrcfc Jmmel&Co. Frankfurt a. ü. Kaiserstrafe 41. Fenn». Biair 3792 Telegr. Arbeltce. Hohes Einkommen und vornehme Selbständigkeit! 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Vorstellung erst nach Aufforderung erwünscht. 6139B fceff- Chirurgische Universitäts-Klinik, Gießen. von G. F. Händel A einführende: Der akademisch© Gesangverein und die verstärkte hiesige Reichswehr- kapelle. Tilde Walther (Sopran), Anna Jacobs (Alt), Walter Eischnee (Tenor), Josef Schlembach (Baß), Otto Görlach (Orgel). Leitung: Prof. €>. Trautmann. Eintrittskarten: M. 6.—, 5.—, 4.— und 3»— sind in der Musik alienhandlung Ernst Chai Her zu haben. Studentenkarten numeriert M 3.— nur beim Hausverwalter der Universität gegen Vor- WclchStudent würde ein. sickz.Abiturvorb. Kriegs- besch.Naekk. LHathein.cn. Schr. A.u. 010100 a. d.G.A. 5-PS-Motor m. Kupfer- wickll gegen einen 21/»bi8 3-?8zu vertauschen. Näh. otooae GoethMtr.64, Gießen. Privat: Tanzunterricht erteilt zu jeder Tageszeit Th. Bäulke, Tanzlehrer,610101 21 wolsstraße 21. die nicht in einem amtlich al^fbmüxüvn Umschlag ober die in einem mit einem Knnnzerchcm verfe'iieneii Umschlag übergeben luuröcn sind: die nicht von weißem ober weißlichem Papier sind: die mit einem Kennzeichen versehen sind: die keinen %amen ober ferne Angabe, aus der die Person mindestens eines Berverbcrs un- zweisellxist -u erEcnncn ist, ober auch feine ober keine erfennbaoe Bezeichnung eines Kreis- Wahlvorschlags mit der Nummer aus der amtlichen Bevinutgabe enthalten; die eine Velwal).ung ober einen Vorbehalt gegenüber allen B^verberii eiu'baltcn; die Namen aus verschiedenen Kreiswah.wor-- schlogen ober Bezeicl-nungen verschiedener KreiswalLvorsä-lchge entlxrltni: die ausschließlich auf -andere als bi? in den öffentlich befenntgegebenm sireiswählvor- schlügen auftzefützrten Personen lauten. Bekanntmachung Die Heugrasversteigenmgen von heute sind genehmigt. Ausgabe dec Ab fuhr scheine von Mon - tag, 7. l. Mts. ab. Letzter Fahrtag 2 1. l. M ts. Bekanntmachung. Betr.: Tie Walhlen zum Reichstag am 6. Juni 1920. Tie nachstehenden Bestimmungen für die Mahlen zum Neiä-sag bringe ich hiermit zur Kenntnis ber Wahlberechtigten. MteMkl' Eelrling der schon 1 */2 Jahr bei Zahnarzt gelernt Hal, snchtLehrstelle ohne gegenseitige Vergütung. Offertes enter F.T.4333 an Ala Haases* stein ü Vogler, A.-O., Frank!art a. M. [6144A Serfekte Büglerin, irektiou b. Kucbanses Bad Nassau Nassau a. b. Lahn. Einfache Stütze die selbständig au roirl« schäften versteht, für ruh. Haushalt gesucht. «mm Ackermann, Frks. Str. 57. Äen surdk Sleilmig sten auf d. Lande. Verzichtet nuf hohen Lohn, möchte dagegen ihr 3Dion, altes Kind niilnehmen. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. Oioi» oiou* Gr. Sielswei IS II. Zirka 1500 Gnilfche Falzziegel zu verkaufen Schr. Ang. u. 010093 an den G. Anz. Rkimjs. Daiktl 6 Woch. alt, zu verk. 6165 W i cictf, Nabenauerstr.8. 1 fölutfr mit 10 flütfen 16M. BiiüRitr von fnufm. 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An- 1 träge von Teilnehmern, Zahlungen auf einen längeren Zeitraum au^nbehnen, sind nach Anweisung des Ministers zu prüfen und yu genehmigt n, wenn be'iondevcs wirtschaftlicktes Bedürfnis vor.iegt. Die Beträge werden von dem auf die Einzahlung folgenden Monate mit 4 v. H. verzinst und dem Teftitehmer bei Aufhebung des Anschlusses zu- rückgezal)lt. ** Amtliche Personalnachrrchten. Turch Entschließung des Landesamts für das Br'.- dungswesen Wurde ter Lehramtsrese-endar IWikhelm Kr ieb zu Friedberg zum Lehramlsassessor ernannt. ** Ter Preisrückgang und die Ei sen bahn Verwaltung. Jnf.lgeder Wertt- fieigerung der Marr unb des Rückganges der Preise für Rvhsfafse h t de Zw ig'el e Pv.ußen-Hessen des Reichsverfahrsminis'e'.iums die Eisenbal^n- direklion-en mid d's Ei'cnbckhn-Zentnalamt angewiesen, bei der Beschaffung von Rohstoffen und sonstigen HJiateri-alijn mit te'onterer Bor icht zu Merke zu gehen. Zurückhaltung ist vor ackern zu üben bei Stoff in. von welchen -in größerer Vorrat be'.e't jter d rch Lie e>ungstx.rträge ge- fidxrt ist. Soweit ni.ht for l n ende Be'chasfim- gen nötig sind, sollen langrrf'igc Lreserungs- rertröge durch kurz' i ige M'ch üse ersetzt wer-- den, die der Preisbewegung schnell angepatzt werden können. Ti s gilt auch für Wertte cbinduugs- berttäge, für Verträge auf Lieferung von Maschv- nen und Werkzeugen, auf Ausführung von Bruten usw. Soweit gleitende Preie vereinbart ftn’D, must sobald als möglich auf Anpassung der Preise an h e Gestehungsvosten auch zum Vorteil her Eisenbähnverwaltnng Ungewirkt n« den. Tie weitere Gestaltung der Preise sock überall forgfäitig beobachtet und mit Umsicht und Geschick ausgenutzt werden. ** Aufhebung des Landkartenverbots. Landfarten, auch in Relief, dursten während teä Krieges aus militärischen Gründm nicht hi Maßstäben unter 1:100 000 verkauft, vertrieben oder verschickt werden. Ties gilt auch für Reiseführer, Ortsbeschreibungen usw. Tas Verbot ist vom Heev.s^bwicklnngsbau pdamt Efgehoben worden. Auch auf den Bahnhöstn dürfen letzt wieder Karten ausgehängt werden. Landkreis Gießen. ft. Steinbach, 2. Juni. Am vergangenen Sonntag fand hier die Einweihung des in den schönen Anlagen unseres evang. Friedhofes errichteten Ehrenmales statt. Nach einem feierlichen Gottesdienst, an dem sich die hiesigen Vereine und die ganze Gemeinde beteiligten, versammelten sich sämtliche Teilnehmer um das für die gefallenen Gemeindeglieder errichtete Ehrenmal. Die Weiherede hielt der Ortsgeistliche. Geschulte und gut vorgetragene Chöre der beiden hiesigen Gesangvereine umrahmten die Feier. Das Ehrenmal ist schlicht und einfach. Aus einer Felsyrolte, die aus Basaltblöcken, wie sie unser heimischer Wald gab, zusammengesetzt wurde, erhebt sich ein 2 Meter hoher Findlingstein. Auf diesem ist eine Granittafel angebracht mit der Inschrift: „Den gefallenen Söhnen die dankbare Heimat. 1914—1918." Auf einer Ehrentafel, die in der Turnhalle unserer Kirche noch angebracht werden soll, werden dann die Namen hier 28 gefallenen und 4 vermissten Gemeindeglieder angebracht werden. Unsere Gemeinde dürfte wohl die erste im Kreise sein, in deren Mitte ein solches Ehrenmal errichtet wurde. st. Steinbach, 3. Juni. Wie unsere Gemeinde wohl die erste im Kreise ist, die auf ihrem Friedl.tös einen Ehrenhain für ihre gefallenen Angehörigen errichtet hat, so ist sie wohl auch eine der ersten, die mietet Ersatz hat für ihre ab gelieferten Orgelpfeifen und Glocken. Für die abgelieferten Orgelpfeifen 'hat die Finna Förster u. Nioolaus-Lich schon vor Ostern 1919 neue Pfeifen aus Zink mit Älumininmüberzug eingebaut. Dieses Führ erklang auf Ostern ein neues Geläute. Ter Guß der drei neuen Glocken wurde der bekannten Glockengießerei T. W. Rincker-Sinn übertragen. Ta es sich um Glocken aus Edelstahl handelte, wurden sie in Wetzlar bei Buderus gegossen. Nicht nur die Reinheit der Töne, sondern auch die Unter» und Nebentöne, die mftklmgen, lassen das Geläute harmonisch erklingen. Am Palmsonntag wurden die neuen Glocken gereiht. Tas Geläute klingt wie das Geläute der Johannisiirche zu Gießen, mit dem es schon oft verwechselt wurde. Kreis Alsfeld. c. Alsfeld, 2. Juni. Der hiesige Zweigverein d s Vogelsberger Höhen-ClnbZ, der letzt über 200 Mitglieder zählt mit Bü germei'er Dr. Bölsing als 1. Bor.itzenteii, trägt sich mit der Absicht, auf dem zwischen hier nid Schwarz gelegenen Auerberg einen Aus ichlsturm zu er- aichten. Cs belebt bereits .in Grünte vck, und der Vorstand wurde crmächigt, dem Fonds jährlich einen tes.imm en Betv g zuzusü reu, damit der Plan bald verwirklicht werben fa.it n. Kreis Schotten. e. Schotten, 2. Juni. In tem hiesigen Rafhausfaale wird Sonntag den 13. Juni ein amtHdjcr Kreis-Feuer webrtag >abg^halten, an dem die Befehlshaber dcr örtlichen Feuefwrhvm, deren Stellvert.e er, sowie t-ie f8ürgcrmtij>r t'il- nehmen. An die Tagung schließt sich eine Hebung der hiesigen fteiroiKrgen Feuerwehr an. Kreis Fn dberg. Bad-Nauheim, 3. Juni. Heute findet im Konzerthaus ein Ensemble-Gastspiel von Mitgliedern des Frankfurter Opernhauses mit der beliebten Millöcker- schen Operette „Der Bettelstudent" statt. In den Hauptpartien wirkt u. a. der Operettenkomiker Alois Resni mit, der gelegentlich der Erstaufführung dieser Operette während der Besetzung Frankfurts durch die Franzosen verhaftet wurde und eine achttägige Freiheitsstrafe verbüßen mußte. — Der Chor besteht aus 28 Personen. — Das Orchester ist die staatliche Kurkapelle; die mnsi- kaliiche Leitung: Kapellmeister Walter La Porte. Handel. Berlin, 2. Juni. Börsenstimmungsbild. Durch Len im Aus and cingetretenen Rückschlag in der Besserung des Markckrrses hat auch in Berlin zu Beginn irr Börse ein Umschwung in der Kürsbildmig der AuslandsteVisen stattgefunden. Tiefe waren im freien Verkehr stark gcsuck-t unb für die maßgebenden Plätze wesentlich höher. Ties beeinflußte auch den in der letzten Zeit zi>m- lich gereinigten Aktienmarft günfttg, zumal man sich der Hoffnung hingab, daß der drohende Vank- beamtenstreik doch vermiedest werden wird. Der Kursstand hob sich bei zeftwei'e etwas lebhafterem Geschäft bei einigen Papieren bis zu 10 Prozent, doch stellten sich Bismarckhütte, Phönix, Rheinische Braunkohle, Gebr. Böhler, Neu-Guinea, Otavi, Schantimg und Teutfck-U.b r'ee über btefen Satz hinaus teilweise beträchtlich Haler. Angeregt war das Geschäst später besonders in Petroleum- werten, wie ©teaua Romana, die nahezu 200 Prozent gewannen, Deutschen Petroleum- uwd Erv- öl-Aktien, die sich in geringerem Ausmaß höher stellten. KolonialwTrtr erführen bei ce Ingen Umsätzen gleichfalls eine wesentliche hühere B'Wertung. Banlattien behaupte en ihren Kursstand. Am Rentermrarkt ist eine zw^ipwzentige Erhöhung der dreiprozentigen Reichsanleite zu erwckhneii. Sonst 'bat sich hier bis auf die gleichfalls höheren Mexikaner und Türtenlv'e nichts verändert. Bei etwas lebhafterem Geschäft blieb die feste Grundstimmung auch weiterhin voll erhalten. Frankfurt a. M.. 2. Juni. Bürsen- stimmungsbi-d. An oer Abendliörse setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Das Geschäft verlies lkbhast. Ztunächst zeigte sich besonders für Aiis- laardswerte eine rege Kmrflust infolge der festen Mtinig der Devisenkurse. Deutsche Petroleum wurden weiter gesteigert (615 Ais 617.— bis 614). Neu-Guinea (590.—), auch Olavi-Minen zu höheren Kursen gesucht. Schantimgbahu mit 600.— bis 601 Vs plus 11 Vs Prozent. Deutsth-Uebersee- Elektrische 830 ä 840 ä 835 plus 45 Poozcnt, fest lagen auch Schuckert (172.—), Fetten u. Guilleaume (365.—), Norchd. Lloyd (163.—), «Schantnng- Genußscheine (2600.—). Auf dem Montanaktien- fmarft sind Deutsch-LureTnburg auf spekulative Käufe um 4 Prozent höher (266.—). Erwähn etis- Kvert sind ferner Phönix Bergbau (379.— plus 10 Prozent), Mannesmann (315.— plus 8 Proz.) totb stiegen an der NackÄorse um weitere 5 Proz. auf 320.—. Kali Westeregeln 630.— plus 29.—. Kassaindustriepapiere verbesserten ebenfalls ihre .Kurse. Farbwerte Mühlheim mit 250.— plus 5.—. (In Mexikaner war großes Geschäft. 5 Prozent Silbermexikaner gewannen 25 Prozent auf 285.—. 5 Prozent Gvldmerikaner 10 Prozent auf 340.—. Rumänen lagen fest. Der Schluß war (eW;aft bei durchweg anziehenden Kursen. 5 Prozent Reichsanleihe 795/<. hl. G roß -> llmstabt, 2. Juni. Heber 500 Prozent Verdienst haben die bisherigen Aktionäre der Zuckerfabrik Groß-Umstadt erzielt. Die Zuckerfabrik wurde vor kurzem verlaust. Die Aktionäre erhalten jetzt ihr Geld zurück, und zwar für je einen Anteilschein, für den 250 Mll bezahlt wurden, statt 250 Mk. die Summe von 1375 Mk. Wien, 2. Juni. (Wiolff.) Um die Einfuhr der Noten ber österreichisch-ungarischen Bank einer schärferen Kontrolle zu unterziehen, verfügte das St-aatsamt für die Finanzen, daß die Cinflchr von Banknoten dr österreichisch- ungarischen Bmik, ob abgef.enu.rlt oder nicht, somit auch ter deutschösl'erteichi.clen gestempelten Noten, nur mit besoud rer Genelnnigung der Dc- vi len zentrale gestattet ist. Im Einr-.isererliehr ist die Cinbrmgung von 2000 Kronen drutsch-öster- reichischer gestempelter Noten per Kops gestattet. Die tschecho-'lowakifchen Steatsnvten u"d die jugv- slann,ck)en K.onen- und Dinartiaten können unbeschränkt ein geführt werten. Frankfurt a. M., 3. Ium. Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 1. Juni 2. Juni Amsterdam - Notterd. 1408,601411,40 1508,50 1511,50 Brussel-Antwerpen . Christi ania .Kopenhagen Stockholm Helsingsors Italien London New-Pork Paris Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . . 314,70 315,30 324,65 325,35 684,30 685,70 719,25 720,75 654,30 655,70 694,30 695,70 824,20 825,80 889,10 890,90 204,80 205,20 199,80 200,20 224,75 252,25 239,75 240,25 151,35 151,65 163,85 164,15 39,20 39,80 42,95 43,05 299,70 300,30 327,20 327,80 701,80 703,20 759,25 760,75 634,35 635,«5 679,30 680,70 18,98 19,02 18,98 19,02 27,72 27,78 27,72 27,78 86,- 86,20 90,90 91,10 21,72 21,78 22,72 22,78 Börsenkurse. Frankfurt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum-. 1.6. 2.6. 1.6. 2.6. 57„*Deut.flTkqsanL 79,75 79,75 79,75 79,75 4"/„Deut.Reichsanl. 74,90 74,90 3°/„Deut.Re'chsanl. 64,- 64, - 4°/g Preutz. Konsol» —74,30 73,75 Darmstädter Bank 154,- 154,50 Deutsche Bank. . . 264,50 261,- 258,- Dis conto-Ges-Usch. -,- 193,50 193,25 DresdenerBnik. . —163,25 166,— Nationalbank s. D. —144,- 137,- Mitteld.Cred-tbank 155,- 155,- 154,50 154,- ^.-Amerik.-Pakctf. -,- 160,- 162,25 Norddeutsche» Lloyd -,- 164,- 161,25 162,50 Boch.GußstahIwrk. -,- -,- 236,- 214,- D.'Luxemb.Bergw. 252,- 266,- 249,50 263,- Gelsenkirch.Bergw. 270,- 283,- 271,- 280,75 Harpener Bergbau 249,- 260,50 252, 258,- Oberschl.Eisenb.-L -,- -,- 175,- 178,— Oberschles.Eisenind. -,- 209,- 212,- Phönix-Brgb.-Akt. 356,- 379,- 346,- 373,- Bad.Anilin-u.Soda 409,50 -,- 400,- 410,- HöchsterFarbwerk« 310, — 345, - 335,- 335, - Elektr. 21. E. (8. . . 253,- 262,- 252,- 260,- Schuckert-TUerke. . -,- 172,- 167,- 172,50 FeltenLGuilleaume 340,- 365,- 340,- 370,- Daimler -,- 212,50 207,50 208,- Bud.-Lisenw.-Akt. -,- 250,- 237,- 243,50 Adlerwerke .... 216,- 218,25 217,50 4°/o Hejs. Saatsanl. -,- -,- 86,50 -,- Electron Griesheim -,- -,- 298,50 296,50 Marknottermrgerr. Datum: 1.6. 2.6. Zürich 14,10 13,75 Amsterdam 9,65 Kopenhagen 15,65 14,65 Stockholm 12,75 11,75 Wien ........... 453,50 453,50 Märkte. mit gutem Gelingen fort. Das Heft steht ganz unter dem Zeichen der wichtigsten Blüten schön heften deS Monats, der Schwertlftien und der Rhododendren und Azaleen. Den Iris ist eine große farbige Kunstbeilage gewidmet, die in 31 prächtigen Porträts die schönsten Neuzüchtungen der letzten Jahre in Farbe und Zeichnung mit größter Treue wider-- gibt. Der Mitherausgeber Karl Foerster hab einen ausführlichen Aufsatz dazu geschrieben. — Gleichen-Rußwurm: Dft goftsÄe Welt. Sitten unb Gebräuche im spä.eu Mitteln aller. Prtts geheftet 14 Mk., geb. 18 Mk. Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart. Ter Versft'sir g.üx tert seine Darstellung in gewis'e völkische und zeitliche Einheiten (z. B. dte Blütezeft der flau* drisclien Städte oder Venedigs), von ixiten er umfassende Bilder entwirft. Indem er die wirtschaft licken Orunbtagen, ii'. Linien ber geschichtlichen Entwich'uiig, die VvlÄ-anlagen, grillige Ideen unb sittlichen Kräfte zur Würdigung zu bringen weiß, gi'jt er dm Ganzen wirkungsvolle go* schichtsphil^foPhische Bertftsung. — Die Weltliteratur (Verlag Tie Weltliteratur, Berlin). Das neueste Heft mthält ehtige Beiträge von Grazia Deledda. (In einem Test der Auflage wied-wholt.) Die Unterzeichnung des Friedensvertrages für Ungarn. Paris, 2. Juni. (WTB.) Die üngrrische FriedensdeLegation, die am 4. Juni den F r ben§ti er trag unterzeichnen wird, wird ntor> gen vormittag in Paris ein treffen. Der Papst und der Völkerbund. Rom, 1. Juni. (WTB.) Agenzia Stefcmi. Der Heilige Stuhl versichert nochmals laut „Osser- vatore Romano", daß er nie um Zulassung rum Völkerbund nachgesucht habe, weder durch die Vermittlung eines englischen Staatsmannes noch des Grafen Salis, noch anderer PersönliiUeiten. Kabinettskrisen. Brüssel, 1. Juni. (WTB.) Havas. „Libre Belgigue" behauptet, daß infolge der Rede des Ministers des Innern R e n k i n auf dem Katho- liken-Kongreß und ber deswegen am Montag im Ministerrat ftattgehabten Debatte das Kabinett sich virtuell in Demissionszustand befindet. Die Krise werde binnen kurzem öffentlich werden. Renkin werde demissionieren, was die Umbildung des Ministeriums nach sich ziehe, über dessen Umfang man sich noch nicht aussprechen könne. M adr i d, 1. Juni.. (WTB.) Havas. Es geht das Gerücht, daß Meinungsverschiedenheiten zwischen gewissen Kabinettsmitgliedem bestehen und daß unter Umständen bald das Ausscheiden einiger Minister zu erwarten fei. Die Lage am Schwarzen Meer. London, 2. Juni. (WTB.) Unterhaus. In Erwiderung aus eine Anfrage über die Anwesenheit englischer Streitkräfte im Schwarzen Meer sagte Cong, die englischen Schiffe würden den Schiffsverkehr mit der Krim so lange schützen, bis zwischen ber Armee Wrangrls und der Sowjetarmee ber Waffenstillstand abgeschlossen worden sei. Die Verhandlungen über den Waffenstillstand würden demnächst beginnen. Ferner hätten die englischen Kriegsschiffe Auftrag, einen Angriff Der Sowjettruppen entlang ber Küste nach Baku zu verhindern. Krassin in London. Paris, 2 Juin. (WTB.) Nach einer Mel-» düng des „Matin" aus London soll Krassin bereite die Erlaubnis erhalten haben, in'London eine Art Filiale der russischen Gewerkschaften zu eröffnen. Krassin habe auch bereits in einer großen Londoner Bank ein Depot von einer Million Pfund hinterlegt. Fra nkfur t a. M., 2. Jrnn. Ter heutige Pferde markt war von etwa 1600 Pferden, darunter vielen dänischen, beschickt. Für bestes Material mürben noch hohe Preise angelegt, doch machte sich während des Kaufgeschäfts der Einfluß der Valuta schon fühlbar geltend. Bei starker Nach- Ifragc wurden für Schlachtpferde sehr erhebliche Preise gezahlt. Den Hauptteil der Käufer stellten Saitbnnrte aus der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts. hl. Laasphe, 2. Juni. Der Schweinemarkt war mit Ferkeln zahlreich beschickt, die flotten Absatz fanden. Der Preis beroegte sich bei 4—6 Wochen alten Ferkeln zwischen 180 bis 250 Mk. für das Stück, 6—8 Wochen alte Tiere kosteten 250 bis 300 Mk. Läuferschweine erzielten den Preis von 580 bis 600 Mk. Müller'sche Badeanstalt. lWosferwärme der Sahat am 3. Juni: 17 Grad R. Büchertisch. — , Gar tenschön beit". Das Machest dieser großangelegten „Zeitschrift für Garten- und Mumenfreuno, für Liebhaber und Fachmann", die i"tzt im Berlage der Gartenschonheft in Bettin- Westend erscheint, setzt ihre Arbeft, die Freude an - Garten und Blumen zu wecken und zu Der tiefen, Südafrika. London, 2. Juni. (WTB.) Reuter erfährt, Südafrika würde in der Delegation des! englischen Reiches nicht vertteten sein, da die südafrikMiische Regierung der Meinung sei, daß ihre Ansichten zur Genüge bekannt sind. Ein Dementi. Berlin, 1. Juni. (Wolff.) Von zuständiger Seite wird mitgeteiU: Wie gegen viele Männer, die im politischen Leben an exponierter Stelle stel-eu inerten auch gegen einige Minister immer wieder Anschuldigungen erhobn, die ihre persönliche Ehre schmälern sollen. Die schon einmal als plumpe Erfindung gebranbmarftc Behauptung eines westdeutschen Blattes, daß die preußischen Minister S e v e r i n g und Hänisch in eine Schieberaffäre verwickelt Men (es soll sich dabei um ein Geschäft mit einem Waggon Kakao hanteln) wird von Elementen, die damft ihre politt- sckien Geschäfte besorgen zu kömren glauben, jetzt immer wieder im Wahlkampf in zahlrftchen Fällen Dcrroentet. Es sei hier noch einmal ausdrücklich! festgestellt, daß die ganze Erzählung tendenziöser Schwindel ist. Die Minister haben bereits gegen das betreffende Blatt «Strafantrag gestellt und werten gegen alle Blätter und Personen die sich dec Weiterverbreitung dieser Ehrabschneider eien schuldig machen, auf dem Rechtswege auf das Schärfste vorgehen. Die Gräfin. Roman von G. W. Ä p p l e t o n. sNachdmck verboten.) Fortsetzung 49. Am besten suchen wir es auf, ehe wir eine Meinung äußern. Auf jeden Fall wird die Srche immer interessanter, und ich bin neiig gespinnt. In diesem Augenblick Run ein Polizist des Weges. Ich wandüe mich an ihn und erhielt sofitt die gewünschte AuSkmist. Wir fanden, daß der „Holly Tvee Lane" benannte Weg tem Blicke gwßentzils h>he Back- fteirantrueni bot, über die riesige Ulmen uno Walnußbäume berüterrag'.en: sonst war wenig zu ieten. Es dauerte nicht fange, bis nnr ein morsches Holztor entdeckten, von dem die Farbe bet» nahe völlig durch Wind und Wetter abgewasckien war. Auf dem roftigen Schildchen unter dem Glocken zug war ter N>ame „Moittpelier" cm gegraben. Da waren wir ja, Dick, sagte ich, und versuchte das Tor auszustoßen, was mir indes nicht gelang. Es war sorgfältig zugefterrt. Bis hieher hat uns Simpkins gesührt, meinte Tick. Wir werten uns schon mehr um die Lokalität kümmern als er. Wie lang bist du, Perigord? Ohne Schuhe einen Meter sechsundalbtztg, er» Hiberte ich. Breite tementspvechend, fügte er hinzu. Man behauptet es wenigstens! Gut. Es ist trocken heute, meine Stiefel sind nicht schmutzig. Halte daher tein verehrliches Haupt gegen die Mauer — halt ein wenig! h>! — und wemi ich mein Geld nicht völlig lüeggenxrrfen habe, das ich für Turnunterricht ausgegcben iMte, werte ich einen Blick über die Marler da werfen. Sir ist höchsten- etwas über drei Meter hoch. Im nächsten Augenblick stand er auf meinen Schultern. Bvavv, Tick! sagte ich, und nun, was siehst du? Einen riesigen ©arten, verwahrlost unb verwachsen, erttnterte er, unb ungefähr dreißig Meter weit hinten ein Gebaute, das richtige Bild trostloser Verwahrlosung. Je halber es abgerissen wird, desto teffer. Herrgott! Es sch.intert mich förmlich. In dem Hause tonnte Bein Mensch wohnen. Ta du schon mal oben bist, bemerkte ich, — und du hast ein gutes Gewicht! — so sieh dir ine Sache nur recht genau an. Gar nichts Bedächtiges zu fthen? Nein — doch halt! rief er plötzlich aus. Da steigt ja ans einem ter Kamine Rauch auf! Tas genügt. Halte fest! Ich Homme herunter. Im nächsten Augenblick stund er wieder neben mir. Somteirklar, tetz jemand in dem gottverlassenen Hause ist, sagte er. Darüber, Perigord, müssen wir nachdenken. Mehr als nachten Sen! setzte ich hinzu. Allerdings, psiichtete er mir bei, aber diesen Nachmittag können wir weiter nichts tun. To kommt jemand den Weg herunter. Am besten, wir drücken uns. Wir tonnen ja auf den Vorschlag des Portiers am Bckhnhos eiugeheu und uns in ten „Weißen Löwen" verfügen. Das taten wir denn auch. Zweiundzwan-igsteS Kapitel. Eine halbe ©tunte später waren wir ivicter auf dem Bahnhof unb eilten eben ten Bahnsteig auf ber Suche nach einem Raucherabteil in einem gerate ein gefahrenen Zug entlang, als ich ein paar Schritte vor mir eine Gestalt erblickte, de mir merkwürdig bekannt vor kam. Sofort hielt ich Dick zurück. Halt mal, flüsterte ich ihm zu. Ich glaube, ich kenne den Menschen da im hellen Ueberziehw, gerate vor uns. Während ich dies sagte, fahtte sich ber Herr halb um, ohne mich, wie es schien, zu beachten und stieg in den Zug ein. Ganz gut, Tick. Wir wollen hier einfbetgen! — Und als ter Zug sich in Bewegung setzte, fügte ich hinzu: Ich habe mich wirklich wicht geirrt. Worin geirrt ? fragte Dick. »der Persönlichl>eit jenes Burschen. Es •graf Fvangipani; und wenn er nichts von ter alten Dame weiß, wre er her Gräfin feierlich erd irrte, was zum Teufel führt ihn wach Putney? Kann das bloß ein Zufall fein? Mir kommt es schon verdächttg vor — po viel ist sicher, meinte Tick. Bist du ganz sicher, daß es ter Erbgvaf ist? So sicher, als daß du der Herr Richard Molh- neux bist. Und ich hatte cs für einen sehr verdächtigen Umstand, daß er heute gerate hier in Pute my ist. Es hat ten Anschein, als ob er der Gräfin) etwas itorgefluntert habe. Allerdings scheint dem so zu sein erwiderte ich. Um so besser, wenn der Anschein sich bestätigen» würde. Gerade mit diesem Manne möchte ich ate rechnen. Tcr geieimnisrvlle Salviati nuereinert mich nicht, aber ich habe den sehnlicher, Wunsch mit dieser Kreatur, die meinen Bfter getötet hat — iä) könnte ihr kaltlächelnd das Lebenslicht aus- blasen, Tick! — ein Wörtckzen zu ueten. Die alte Dame hat gesagt er habe ihn ennoitet, mtb sie sEe es doch wissen. Wie tvollen nnr diese Geschichte weilcrführen? Ter Raarch aus dmi Kamm! hat uns e'nert entfajcitenten Fingerzeig g-g, bnt —sie ist dort, die arme Seele, und vor allem müssen^ toir sie befreien. Sollen wir das selber bewerkstelligen, .oter uns zum Beispiel Simpkins^ Beistand sichern? (Fortsetzung folgt.) Hdtft eingeladen. 608Be 6091c MM IW II., WmW den Namen: ■ I 6153c 6136c AZM-SAM-SWIII-MMW Bimtmoeio mittags statt. 6124 120 cm breit 6071c 30oo it 6 A * Deutsche Volkpartei! ,.v> iBticimarltnl'aniinkr kauten bei mir Marken oller Länder. Grone Ans- wahl neu einnetroffcn. Friedrich Engel Licker Strafte 57. Borrä ia 4 Sammlungen AU 6000, 2000, 1900, 0xX)M. am Samstag den 5. Juni im Saale von Gastwirt Stein in (ich. Beginn 81/? Uhr abends. die ernste grau die bereit ist, in wahrhaft völkischem sozialem und liberalem Sinne am Wiederaufbau unsere- schmählich zusammengebrochenen Reiches und Volkes mitzuarbeiten, wählt am 6. Juni Vie arbeitende grau schließt sich der Deutschen BolkS- partei an, weil sie von ihr die Herbeiführung geordneter Zustände und dadurch den Schutz ehrlicher Arbeit gegen Schieber- und Wucher- tum erwartet. Besonder- aus die wertvollen medizinischen Instrumente wird hingewiesen. Junker, 8kkWrchichr, PlMtße 1 e im Hotel „Felsen tellcr" findet am 4. Juni 1920 pünktlich und bestimmt um 2 Uhr «ach- Vie grau, die Mutter gibt ihre Stimme der Deutschen Volkspariei, weil diese sich dagegen wehrt, daß Religion, Pflicht- und Verantwortungsgefühl aus den Herzen ihrerKmder gerisien werden. Keine grau darf fehlen! 6130c zu seinen Wählern spricht. Taten beweisen! [pridit am Donnerstag den 3.9uni, abends 8 Uhr, im »Cafe Leib« über: Das deutsche Volk und die Reichstagswahlen. Hile ülanner und Frauen find zu zahlreichem Betuch herz- Vie lluge grau hat längst erkannt, daß die Deutsche BolkSpartei weder am überlebten Alten hängt, noch sich von demo- kratisch- sozialistischem „Nirgend- land" blenden läßt, auch Es spricht: HM Wfitiils-IWt m. MM« Pros. Dr. Sommer aus Giehen über: MMtonttMeotaoitimt. Jedermann ist freundlichst eingeladcn. m25 Der Vorstand. grauen u.Mädehen! BetIM mit Ue Wl am Sonntag den 6. Juni Wer für Ruhe und Ordnung, Arbeit und Gerechtigkeit, Schutz der Religion, Soziale Fürsorge, Abbau der Zwangswirtschaft, Deutsche Würde und Art, gegen * Schieber- und Wuchertum, Terror und Gewalt, Mißwirtschaft und Unordnung, Umschmeichelung des Auslandes diitritt der wählt und wirbt für die Liste der Deutschen Volkspartei, beginnend mit Wer für die Erhaltung des Mittelstandes jeder Art eintritt, — das war und ist und wird sein: die Deutsche Volkspartei. Lifte Becker - Schmitt-Schian usw. I QSdwSdtf M I Die am 81. Mai veröffentlichte 'ÄillmiilioroeWrnifl QT/odchaifSSalomon. Meter M. V i W- Cuammi O jUmMreße Denondcre preiswert: Prima weiß Voile DeutiäieVolksparfei. Beamte? Handwerker! Gewerbetreibende! Denkt daran, daß Pros. Dr. Werner solange er Reichstagsabgeordneter war, für eure Lebens-Interessen stets unermüdlich und mit gleicher Wärme wie für die der Landwirte eingetreten ist. Sichert darum diesmal seine Wahl, indem ihr den Stimmzettel zur Wahlurne traget, der beginnt mit den Namen: VBA stmllMr Ville! Heute Donnerstug llbeü 8'/-Uhr MMk-W«!»!« im Postteller, Wageugafie. 6132c Tagesordnung: M bkVrjikhtüt RtlGtggsmhl! Mitglieder und deren Söhne und Töchter, die bei der Wahlarbeit mitzuhrlfcu gewillt sind, werden gebeten, sich in die in der Ver» fammlung ausgelegten Listen cinzuschreiben. M U. MM VMl, MW UKMMrMWlk! Um Ihre Stimmen wird jetzt von denjenigen Parteien geworben, die verantwortlich sind für Erzbergers Steuerpolitik. Lassen Sie sich nicht irre machen. Kein anderer ist für die berechtigten Interessen und für eine Würdigung der Notlage der kleinen Rentner u. Pensionäre so eingetreten, wie unser Abgeordneter Dr. Becker, der Donnerstag den 3.)uni abends 8 Uhr im Cafe Leib Sozialdemokratische Partei MSteitasöflU iMi aöesos 8116t im Saale iß Gale Eetti, ®aatofflta6e?4 WMWUMwlMW l.lr. Siieffct=3)armitflöt, 3MitgUe"& Ter 31 atiohatuerfommlttn« 2. Start MMrs-Wen, kkmrkschiftsbemtkr, RMStizSkuiliht. Tbema: U to ZÄK tes Wi Bote! Arbeiter u. Angestellte! Eö dreht fick um Eure Zukunst. Die völkischen Dreiheiten und die Errungenschaften Eurer Organisation stehen aut dem L viele. ’ Mitbürger! Der Tag der Entscheidung naht! Tie Rechtsparteien niieei daran, um Euch für ihre reaktionären Bestrebungen einmsangcn. & Mitbiiracrinuen! Denkt an den Ausspruch eines Deutschnationalen, der die Wählerinnen als liietigeB Unkraut beretcknete. Darum erscheint alle in dieserDersammlung! 6148D Das sozialdemokratische Wahlkomitee. !grische gische! DonnerStag,Z-reitag u-SamStag eintreff. ScheliriHche.Cnbllaa.Stelnbutt, Frische Fiachkotelrtt«. Heringe Prima Holländer stück Hk. 1.— Prima Xorwepr 3 ,, „ 4.— 10 „ „ 13— GebrüderBcrd«x,»A»b>.^ OIL W4£H SCHUH KREM Eiwat fanz Feines FABRIKAT »flL «to» iwi KeispR.c» in allen Aahgrökeu empfiehlt preiswert Emil Schmall Bier Krostbandlung. 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