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Erstes Blatt
Ur. 284
Donnerstag, 2. Dezember 1920
170. Jahrgang
u > ur.^ Elftes omu 170. Jahrgang Donnerstag, 2.
IB GietzenerAnzeiger i*. I Fe r u s p r e ch -AnschLff«: IW'
Fern sprech-Anschlüsse: fit die Schristleitung 112;
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck unb Verlag- vrühl'sche Uuw^vuch. uaö Steinbruderd B. Lauge. 5chriftleitung, SefchäftLftelle uud Druckerei: Zchulstratze 7.
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Seb. Deibel
W« 1920.
Die Verhandlungen in Gens.
Der-
»chex werden fihme, und baß, wenn ein anderer teg beschritten werden sollte, er das dem Kabinett
und mit
Absicht hätten, darin zu überwintern, richteten an das Publikum das Ersuchen, sie Lebensrnitteln zu versorgen.
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Konzerttimrrdn I Slreichquart IIHm Scsaiil- kr. 8«hUH* j^Mlobi-GieÜeu ö.-, Ä-l-'iDdh Gallier und abeoi identen erhalten « karte auf allen ri
bei A''onnenienO i sieh der J Plu‘ 1 atz auf M- »"•, „ fc . jon 2. Abend ■ ■ien haben flfiltljW nnrlttiJIedererlk her drei Abende t» ,r UnirereiiAt —
w-s. Reichsminister Wrrth erklärte, datz,vre »n ihm vertretene Borlage mtfyt das allerletzte Htttet xur Sanierung der Frnanzberchältnifle an#
ertragen würde. Jin Hinblick aus dre grobe wltt- Üoftiidzc Bedeutung der garrzm Angelegenbcit tnbe aur Antrag von verschiedenen Seiten der lcichSwirtsckmsksinmrster ersucht, m der morgigen ditzung zu erscheinen und seine Stellung darzu-
haupt Wesen und Form des Notopfers ge- r.gnet jlt, eine Konsolidierung der Reichs- stuanzbedürfnisse herbeizuführen. Nicht außer
t* 1920.
Ware die Kriegsabgabe zur Ursprung- Wh gedachten Zeit veranlagt worden, so wäre die neunmonatige Höchstfrist jetzt bereits ab» gelaufen oder der Ablauf ftänhe unmittelbar bevor. Der Notwendigkeit der durch die No-
hessische Doltsfammer.
St. Darmstadt, 1. Dez.
Am Regierungstisch: Staatspräsident Ulrich, Minister des Innern Dr. Fulda, Finanz- minister Henrich und Reyierungsvertteter.
Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9Vs Uhr. Das Haus tritt sofott in die Tagesordnung ein und setzt die Besprechung des
9. November und 1. Mai
Genf, 1. Dez. (Wolff.) Ter bisherige ... lauf der Kommissionsberatungen läßt erwarten, daß der Bericht der ersten Kommission über die Beziehungen zwischen Rat und Versammlung bis
Lerlag,Geschäftsstelle 51. Lnschrist für Drahtnach« -ichtem Blutiger E letze», postfcheettonto
jranffurt a. M. ULS,
isse nicht zu umgebyr ist, so dürfen in ihr t die Kautelen fehlen, die — wenn auch in bescheidenem Umfange — Kriegsabgabegs- und Reichsnowpfergeseh zur Erhaltung der rivatwirtschaften zu schaffen für notwendig nden haben.
Berlin, 1. Dez. (Wolff.) 5Zm Steueraus- des Reichstages erklärte bei der Weiterberades Gesetzentwurfes zur beschleunigten rhebung des ReichsnotopferS der Itichsbankpräsivent Havenstern, daß die denkbar fsten Maßnahmen getroffen werden müßten, der Papiergeld flut Einhalt zu tun. .Der vor- bzende Gesetzentwurf g?he in dreier Richtung.
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London, 1. Dez. (Wolff.) Havas. Infolge der Ankündigung der Werstbesitzer, daß die L ö h n c in der Woche um 18 Schilling herabgesetzt werden sollen, ist durch die Arbeiterschaft der Streik erllärt worden, der Mittwoch abend beginnen wird.
Amsterdam, 30. Nov. (Wolff.) Reuter mdbet aus London: 700 Arbeitslose haben sich nach dem Gemeindehaus von Tottenham begeben und es besetzt Sie gaben bekannt, daß sie
PctljuraS Heer aufgelöst.
Berlin, 1. Dez. (WTB.) Die „B.Z." erfahrt aus Kopenhagen, daß das Heer des Generals P e t l j u r a nach einer zwei Wochen dauernden Schlacht vollständig aufgelöst sei und 12000 Gefangene, sowie viel Kriegsmaterial, u. a. 35 Kanonen, 300 Maschinengewehre und unübersehbares Eisenbahnmaterial verloren habe.
kurzem Sinnfeinerartilleristen in eigenen kleinen Booten angekommen sein sollen.
London, 1. Dez. (Wolff.) Wie die englischen Blätter melden, erklärte Lloyd George im Unterhause, die britische Regierung sei nicht geneigt, um Untersuchung der Lage in Irland durch einen Ausschuß des Völkerbundes nachzusuchen.
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Schutzmaßnahmen für London und Liverpool.
London, 30. Nov. (Wolff.) Reuter. Außer- orderttliche Maßnahmen wurden getroffen, um hervorragende Persönlichkeiten und Gebäude in Liverpool und London zu schützen. Heute wurde die in der Nähe des Parlaments Dienst tuende Polizei mit automatischen Pistolen bewaffnet.
London, 30. Nov. «Wolff.) Eine Reutermeldung besagt, daß die Geschäftsinhaber und Besitzer wertvoller Gegenstände aus dieBersiche- rungsgesellschasten Sturm laufen, um sich gegen die Taten der Sinnfeiner zu versichern.
London, 1. Dez. >WTB.) Amtlich. Die L e i ch e n der 17 in Kilmichael getöteten Hilfspol iz isten waren iurchtbar verstümmelt, anscheinend durch Beilhiebe. Die außerordentliche Polizei m London hat Befehl erhalten, sich bereit zu halten für den Fall, daß die Simn'einerver- brechen weiter um sich greifen. Das Postamt in Livervool wurde vorsichtshalber gesctzlo'sen. Andere wichtige Gebäude, wie die Bankm, Docks, die Elek- ttizitätszentrale ufro., werden bewacht. Die Polizei verhaftete eine Anzahl von Personen. Die Behörden befürchten in den nächsten Tagen Gewalttaten bet Sillviemer in ßonsaa, da bart m
6r bitte, ihn ohne Abschwächung 'rnzunehmen. große Defizit der VeckehrSverivrlrungen und Kt steigenden Söhne und Gehälter ließen erwarten, laß tue schwebenoe Schuld in diesem Jahre um itoa 30 Milliarden steigen werde. Der Reichsbank-
Jn feinen Ausführungen in der Sitzung ies Steuerausschusses des Reichstages er» litte Reichsbankpräsident Havenstein noch, ich die Weltpreise gegenüber dem Frie- en auf etwa das Dreifache gediegen seien. 51 Deutschlano betrage die Preissteige- :lTtg etwa das Siebenfache. Gemessen wi der Einheit unseres Geldes, seien die patschen Preise also etwa zwei- bis dreimal t >och wie die ausländischen. Unsere Valuta kl jedoch stärker, als unsere Preiserhöhung ttsmache. Die Valuta betrage gegenüber dem Mar ein Sechzehntel gleich etwa 6 Pf. Wenn dchre Preise den Auslandspreisen auf der vLlis unserer jetzigen Valuta sich näherten, bvürde eine etwa dreißigfache Preis- •eigerung gegenüber dem Frieden die sein. Damit würden wir uns den öster- ^ischen und russischen Verhältnissen und in ein bis zwei Jahren uns am . unserer Volkswirtschaft befinden. Star-
kr als die Preissteigerung stieg der Geld- ; in Deutschland. Das Steigen der : jBtoehenben Schuld wäre vor allem durch die
■ rare der ffeinfte Teil in der Lage, Rücklagen M für die später zur Erhebung kommenden Äb- zaben zu machen. Die Rücklage hing also nicht Dom „guten Willen" der Steuerpflichtigen ab. Neradezu zu einer Härte führt es deshalb, «Denn die Novelle Erleichterungen der Steuer- xchlung jetzt beseitigt, welche bei Schaffung ies Gesetzes vom Gesetzgeber doch sicherlich ttcht leichten Herzens, sondern als Ergebnis Htter sorgfältigen Erwägung und Prüfung brr wirtschaftlichen Bedürfnisse gewährt worden sind.
Bei der Beratung des ReichsnotopferS h« man seinerzeit von der sofortigen Zahlung ausdrücklich deshalb Abstand genommen, weil nran der Ueberzenaung a>ar, daß es nicht möglich sei, ohne die Kreditfähigkeit und die wird- östliche Existenz von Handel und Industrie erhaupt zu erschüttern, eine so erhebliche gäbe in einer Summe oder in größeren ülbeträgen einzuzieben. Wenn also die Nolle in Anbetracht dringender Reichsbedürf-
üui dem Reiche.
43,6 Millionen Arbeitstage durch Streiks verloren.
Berlin, 2. Dez. Wie der „Lokalanzeicier" meldet, gingen nach einer Streikstatistik im Jahre 1917 in Deutschland rund 900 000 Arbeitstage durch Streik verloren. Im Jahre 1918 waren es bereits 4,9 Millionen Tage und im Jahre 1919 ergab sich die ungeheure Zahl von 43,6 Millionen Arbeitstagen, die durch Streiks verloren gingen.
Entwurf eines ArbeitsgerichtSgesetzcS.
Berlin, 1. Dez. (Wolff.) Im Reirbs- tagsausschuß für soziale Angelegenheiten teilte Reichsarbeitsminister Braun mit, daß er dem Reichstag int Januar einen Entwurf über ein Arbeitsgerichtgesetz vorzulegen beabsichtige. Durch das Arbeitsgerichtgesetz soll auch die Frage des passiven Wahlrechts der Frauen zu den Kaufmanns- und Gewerbegerichten geregelt werden.
Verstecktes Papiergeld.
München, 1. Dez. Nach einer Mitteilung des bayerischen Finanzministers im Münchener Landtag macht die Gesamtsumme der vom Publikum versteckt gehaltenen Papiernoten 10 M ill.. ien Mark aus, was für das Reich einen schweren Steuerausfall bedeute.
Eine BeleDigungsklage des Reichs- Präsiden tep.
Berlin, 1. Dez. lWTB.) Wegen Beleidigung des Reichspräsidenten Ebert wurde heute der Mitarbeiter der „freien Presse", Siegs, von der Strafkammer 9 des Laichgerichts 1 zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Siegl veröffentlichte am 5. August einen Artikel in der „Freien Presse" mit der Ueberschrift: „Des Reichspräsidenten Ebert Nichte als Schönheitstänzerin". Tas Gericht erblickte in dem Artikel eine wissentlich beabsichtigte Herabsetzung des Reichspräsidenten.
rksam und laaä . ..Studentin«*] leinde le und Üben
K.*t!
Beschleunigte Erhebung des
*Reichsnotopsers.
fort.
Wg. Lenhart rZentr.): Meine Partei kann und will aus der vorliegenden Sache keine Haupt- [unb Staatsaktion machen. Es genügt ihr, ihren ablehnenden Standpunkt mit aller Deutlichkeit auszusprechen. Im übrigen vermißt sie in solch ausgedehnten Debatten die Rücksicht aufs Volk, dem allein wir hier zu dienen haben, die Rücksicht auf die schauerliche Finanzlage, für die ein paar Sörth- tagssitzungen mehr ober weniger wenigstens das Gehalt eines höheren Beamten bedeuten, die Rücksicht auf die Ausgaben des Landtages, die durch oas Volkswohl, nicht durch das Parteiinteresfe vorgeschrieben sind. Von sozicckdemokvatischer Seite sind in der letzten Donnerstags-Sitzung im Zwischenruf die firchlichen Feiertage vergleichsweise herangesogen worden. Dam erkläre ich: Wenn man auf sozialdemokratischer Seite in der Geschichte der christlichen Hortologie oder Festlehre einigermaßen Bescheid wüßte, hätte man sich diesen Vergleich geschenkt. Denn die kirchlichen Feiertage sind auf ganz andere Weise entstanden, als die Sozialdemokratie jetzt beliebte Patteigedenktage gesetzlich zu sanktionieren sucht. Zwischen dem Präsidenten des Bildungsamtes und dem Hessischen Ode rle hrerverein besteht ein Konflikt, der sonderbare Blasen treibt. Ich habe nicht die Aufgabe, mich ht diesen Kon still einzumischen, bedauere aber, daß nach vorliegen- den Tatsachen zu schließen, vom Oberlehreroerein nicht die genügende Vorsicht geübt wiiä». So scheint der Oberle-rerverem ohne weiteres anüQunumen
zum nächsten Samstag bereit fein wird. Der Bericht der zweiten Kommifsiön über die Schaffung einer ständigen Kommission für Verkehrsfragen wird mindestens Freitag fertig fein. Der Bericht derselben Kommission über die Beziehungen der technischen Organisationen des Völkerbundes mit dem Rate und der Versammlung kann vielleicht im Laufe dieser Woche der Versammlung unterbreitet werden. Die dritte Kommission wird nicht in der Lage fein, einen Bericht über den Gerichtshof vor Ende nächster Woche ferttgzustellen. Da- aegen ist der Bericht der vierten Kommission über das Budget des Völkettnmdes ziemlich fettig, lieber die Verteilung der Aufgaben unter die Mitglieder des Völkerbuiches wird die Kommission voraussichtlich kaum vor Ende der Session Bericht erstatten können. Was die fünfte Kommission betrifft, so sind die beiden ersten Unterkommissionen zur Berichterstattung bereit und die dritte Unterkommission hofft, ohne Verzug einen Bericht vorlegen zu können. Der Bericht der Unterkommission für die Abrüstung roirb Ende der Woche fertig sein. Dagegen wird der Bericht über die Blockadeftage kaum diese Woche fertig werben. Die Mandats* frage ist noch mcht geprüft worden.
Eupen und Malmedy.
Genf, 1. Dez. (WTB.) Ter Völkechundsrat veröffentticht soeben den Brief an das deutsche Reichsministerrum des Aeußern, den er in Beantwortung der letzten deutschen Note in seiner Sitzung vom 29. November festsetzte. Es heißt darin u. a: In Beantwortung Ihrer Note vom 14. November dieses Jahres über die Zuständigkeit des Völkerbundsrates hinsichtlich des Beschlusses von Eupen und M a l m e d y bin ich vom Rate beauftragt, Ihnen mitzuteilen, daß die Bemerkungen in dieser Note nach seiner Ansicht keinen Anlaß bieten, die in seiner Mitteilung vom 22. Oll. dieses Jahres ausgesprochene Auffassung abzuändern. Der Völkerbundsrat wünscht außerdem, daß ich Ihnen davon Kenntnis gebe, daß alle Mitglieder des Völkerbundes in der Frage von Eupen und Malmedy auf dem Lausenden gehalten wurden und daß der Bericht an die Bölkerbuilbsversamm- lung über die Tätigkeit des Rates ausdrücklich die deutsche Note, in der gegen die Zustänbigkeit des Rates protestiert wurde, erwähnte.
Wilson Schiedsrichter in der armenischen Frage.
Amsterdam, 1. Tez. (Wolft.) Dem „Te- legraaf" zufolge wirb aus Wishington gemeldet, daß Wilson die Einladung des Böllerbundes. als Schiedsrichter in der armenischen Frage auszutteten, annahm, jedoch mit dem Vor- befralt, daß er nur einen moralischen Emflutz ausüben werde, da er nicht ermächtigt fei, ohne Zustimmung des amerikanischen Kongresses Streit* träfte zu entsenden.
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zu haben, daß das Zentrum bei dem Ausscheiden des Oberschulrates Ritsert tv Hand im Spiele gehabt habe. Ich wollte schon in der letzten Freitag.s^tzung erklären unb belegen, daß diese Annahme nicht der Wahrheit entspricht. Da ich aber nicht mehr zu Wort kommen komtte, hat die Fraktion eme entsprechende Erklärung veröffentlicht. Tor ObetlebrciVcrvin 1 iat durch fernen Vorstand auch dagegen protestiert, bafc rar* teipolitische Momonct Ixn Befetzmig ve an twortungsvoller Stellen ivgendwie mitspielen. Ich nehme zu dem fachlichen (Tetanien nicht. weiter Stellung, kann aber mcfi BesreuiM den darüber nicht MrücLxüten, daß dieser Protest ausgesprock)en m dem Augrmblick erscheint, in dem ma.i Gefahr wittert, daß em Katholik einrücken könnte. Am Schluffe noch ein Work zci Auseinandersetzungen zwischen den Herren Kollege«! Knoll und Kaul. Man wird sich auf den Bänken der Sozialdemokratie doch keiner Täuschung darüber hingeben, daß wir ht der Beurteilung des 9. November mit unserem Fratturnsfreunde ftni-U einig gehen. Denn wrr haben für diese Beurteilung nur den einen Maßstab, den unsere Weltanschauung uns gibt. Unsere Weltanschaming aber verbietet jeden aktiven Widerstand gegen die gesetzliche Obrigkeit. Darum können und dürfen wir keine Revolution machen und keine billigen. Nur in dem Bestreben, nach Ausbruch der Revolution möglichst bald wieder g.ord.rete gefetzlnl^ Zw», stände herzustellen, nicht wie Herr Kollege Kaul annimmt, das Verlangen nach Hercsehaft, hal daS Zenttum sich fefoveren Herzens zu einer nicht gerade leicht verständlichm Koalition entfchließnr lassen. Und sicher hat die Koalition für die erste Zeit der RevolutionSveriode ihren Zweck erfüllt. Wir haben von der Aufgabe des Landtags eine höhere Auffassung und üben darum in solch?« Fragen eine Zurückhaltung, die man im Lande draußen wohl besser verstehen wird, als die Tatsache, daß hier parteipolitische Debatten kein Ende finden können.
Abg. v. vr. D i e h l (H. B.): Durch besondere Umstände ist meine Partei bisher nicht zu Wort gekommen. Ich habe namens meiner Pdttei za erklären, daß wir sowohl die FeiertagSerklärung- des 1. Mai, wie auch die des 9 November ablehnen. Wir lehnen dre Feier der Revolution am 9. November ab, weil wrr nickst bloß wissen, daß der größte Teil des Bo'kes in diesen Ereignisser, deS 9. November das größte Verbrechen sieht, das jemals am deutschen Volke vollbracht wurde, sondern weil wir auch überzeugt sind, daß die Revolution geschichtlich betrachtet, tatsächlich ein Vev» brechen am deutschen Volke war, mit dem wir unS heute abfinden müssen. Wir lehnen den 1. Mai als Feiettag ab, weil er der Feiertag mir einer Pattei seit jeher gewesen ist, die nicht bedangen kann, daß das ganze Volk diesen Tag mitfeiert' Dem Abg. Dingeldey hat man einen Dorwnrf aus seiner Interpellation gemacht. Ich darf soviel sagen, daß der Antrag deS 1. Mai das Urteil verdient, daß e5 ein stackes Stück ist. Wir haben bisher keinen gesetzlichen Nationalfeiettag gehabt. Dir hatten nur an Tagen wie Kaisers- und Gwß- herzogsgcbuttstag dienstfrei. Wirklich gefeiert hat diese Tage nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Es hat z. B. kaum einen Bauersmann gegeben der diesen Tag bet festlichem Gelage gefeiert hat. WaS hat man den Beamten zugemutet an diesen Tagen? Man hat ihnen zugemutet, nicht aufs Bureau zu gehen. (Heiterkeit.) Das ist alles Am Festesfen sich zu beteiligen, war niemand gezwungen. Fn der Schule war es allerdings so, daß man den Lehrenr, zumutete, den Unterricht auSsallen zu lassen und eventuell mit den Kindern einen Ausflug zu machen. Niemand war gezwungm, bcmck'kr echerssche Reden zu halten und niemand bat solche gehalten. Vor allem nicht an unseren Hochschulen Tcr.n, kommt, daß jedermann im Lande geroufa hat. daß der letzte Gwßherzoq geradezu einen Widerwille^ gegen derartige Huldiaungen hatte. Wie ist es nun aber am 1. Mat Da heißt es nicht mehr, bn kannst feiern, 1 andern du mußt feiern. Taf- ist ht unserer Zeit xddjti anderes als eine Gewalt Nun zu dem Erlaß des Bild--.mgSamteS. Dieter Erlaß ist vielleicht über Gebühr angegriffen worden, aber er enthält auch einen PunÄ, der geradezu wie ein Schlag ins Gesicht nnrft, das, ist das, was ht dem Erfaß von mtlerer b.'utfdiat1 Vergangenheit gesagt, zum mindesten angedeutet ist, als fei die Bergangetcheü nur Gewalt und Unter- örüchmg gewesen. Das mutz man direkt als Beleidigung ernpfmden, befonterd, wenn man an die große (ftwche feit 1870 denkt, die doch einen bet*, imellofen Aufschwung brachte. Gewiß gabs früher^ Gewalt, aber ich meine, heute gibts Gewalt und Unterdrückung in nickst bedenkliliem Um'a
?/, Uhr.t Musik u. Literal n Eteigaies-Aiiiüi ipinde für die M r Üo.wdllL ind,
9io, eituniin ii • Air DulvirzllU n-Abeni
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acht aber lassen darf man, daß, ungeachtet der 7m-VprüP Anerkennung dieses Bedürfnisses ein ge- J 1 •'»Imi rechter Aus g leich zwischen den Jnter- r 1920. abendi 7 Dh 1 essen des Reiches und den Interessen der ,eete , steuerpflichtigen gewahrt bleiben muß. «•rfilOP w hauptträger der beiden Abgaben sind Han- I viöl |j/,^ kl und Industrie. Bei dem ungemein starken Geld- und Kreditbedarf dieser Kreise war
Irrbit dürfe nicht In Frage gestellt werden. Für den tirfften Hemmschuh gegen das völlige Herunter- ileiten halte er nicht dir Vorlage über das Reichs- Donne s i to^er, sondern eine Zwan gsanlcihe. Ms r abends. Iw Int) einer Zwanqsanleihe hätte er sich eine vier- findenden h^enligc Anleihe gedacht, die in zwei kurzen aftiramber folgenden Terminen eingehobeu
1 -| ft .brrben sollte. Der (Ertrag könnte mir 20
f "sslfarden angenommen werden. Dre nachfolgen-
y Jb Redner Becker-Hesfen (D. Vp.). Dernburg
en.), Helfferich (D.-Ntl.) erklärten, daß die Ausgen einen tiefen Erndruck bei ihnen htnter- itn hätten, und verlangten die Ausretzung der g brs zur Vorlage eines schriftlichen Vor-
(13h
»ildecks
ta.st
Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 49.
Achim zu:
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Wongen, ohne daß sie sich bemüht hätte, es zurück- zuftreichen. Ihr Gesicht aber war geradezu entstellt von einem Ausdruck höchsten Entsetzens oder
Frar grubet kit 36 3< ch «? hWar eti steil m i
ffit I fthmmi aif der Oerzell ichtungr a Wagl ntb ttniri Onlep. Mgc L Ktr volls
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*♦ Ergänzung-Wahlen zur Han- delSkammer haben auf Grund des Gesetzes über die Handelskammern am Ende biefeS Jahres
namenwser Angst.
Mit einer Zärtlichkeit, die nur das Mitleid noch einmal mit ihm hatte wecken können, sprach ihr
Die Falkner aufLinüenhöhe
Roman vonReinholdOrtmann.
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chrltilt, MMjcs W> fick m Shmtn ichnitlel Bote«!
Aus Stadt tittö Land.
Gießen, den 2. Tez. 1920.
Veranstaltungen.
Donnerstag: Stodttheat r. 7 Uhr, Thea- ter-Berern, Gastspiel des Landestheaters Darmstadt, „Der fliegende Holländer". — Hotel Hop- feld, 4 Uhr, Hauptversammlung des Gastwirte- verernö. — Hotel Einhorn, 7'/s Uhr. Strcich- konzett der Reichsrvehikaprile. — PoMeller, 8 Uhr, Versammlung der Oberschlesier. — Katholisches Vereinshaus, 8 Uhr, Vortrag über „Liturgie und Leben". — Caf6 Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemseer. — Hürsaal der physikalischen ^nfiitut-3, 8i/4 Uhr. wrssensclraftliche -Ätzung der Oberhessischm Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. — Lichtspieltheater, wie gestern.
Wettervoraussage
für Freitag:
Trüb und regnerisch. Temperatur wenig über null Grad, westliche Winde.
Ein schwacher Vorstob eines Hochdruckaus- läufers braclüe heute nacht wieder Abkühlung und damit Nebel und Glatteisbildung. Die naßkalte Witterung wird unter dem Eins ins; der nördlich vorüberziehenden Depression an halt en.
In Gießen betrug die Höchsttemperatur gestern 3 Grad über Null, in der Nacht sank das Thermometer auf 2 Grad unter Null. Lauterbach hatte eine Höchsttemperatur von 4 Grad über Null und ebenfalls eine Mindesttemperatur von 2 Grad unter Null. Die Niederschlagsmenge betrug in Gießen 4,3 Millimeter.
Aur Hessen.
Die Abstimmung im hessischen Oüerlchrer- verein.
Bier hiesige Oberlehrer senden uns folgende Zuschrift:
Als Teilnehmer an der letzten Hauptversammlung des hessischen Oberlehrer- Vereins erlauben wir uns, auf den Bericht in Nr. 282 des „Gieß. Anz." folgendes zu erwidern:
Die Mehrheit, die dem Vorstand ihr Vertrauen aussprach, war durchaus nicht er-
Mehrheit des Ministeriums ist der Meinung, heute wie vorher, daß das Symbol, das am 1. Mm und 9. November liegt, von Taugenden und Trillionen anerkannt wird, und daß wir diesen Mengen gegenüber an unserem Standpunkt festzuhalten verpflichtet sind. Ob einmal der 9. November allgemeiner Feiertag wird, steht der Zukunst offen. Wir haben entschieden nach bestem '23hfen und Gewissen. Die Ansicht des Ministeriums war geteilt, und die Klagen über diese Uneinigkett waren be- rechttgt. Ich hoffe, daß in Zukunft eine Einigkeit im Sinne der Mehrheit herbeigesührt wird. Das Ministerium hat, nadjbcm die Herren Osann und Dingeldey die Dinge hier wie der Zauberlehrling heraufbeschworen haben, erkannt, daß eme einheitliche Stellung notwendig ist. Diese Stellung haben Sie in unserer Antwort vor sich Tas ganze Ministerium bekennt sich zur republikanischen Staats form und vertritt die Anschauung einheitlich. Darauf allein kommt es an. Das eine muß ich noch sagen. Tie eigentliche Gefahr lag damals in der Nacht vom 8. zum 9. November. Wer damals sich auf die Straße begab, hat Mut bewiesen. Nicht aber die, die in den Betten lagen und sich am anderen Tag bei der Polizei beschwerten, daß in der Nacht Radau gewesen ist. (Heiterkeit.) Gerade das rechtsstehende Bürgertum sollte den sozial- dcmokratHchen Führern dankbar sein, daß sic Schlimmeres verhindert haben. Ich erkläre, daß das Koalitionsministerium Schwierigkeiten zu überwinden hat, die nicht immer an die große Glock gehängt werden können, aber das kann ich sagen, San der ernste Wille bei allen besteht, das Land aus der schwierigen Lage heraus zu ruhigen Verhältnissen zu bringen. (Bravo.) Uns leitet der einzige Gedanke: Es gilt dem Land?, unserem Volke. Ich stehe auch nicht an, zu erklären, daß das gelernte M inisterium geschlossen hinter Dr. Strecker steht. Dir Art, wie der Oberlehrerverein seine Interessen zu werteten glaubt, wird von uns einmütig abgelehnt, und ich bewundere die Langmut des Präsidenten Strecker. Die Herren können froh sein, daß ich nicht Präsident des Bildungsamts bin. (Heiterkeit.) Noch^ein paar Worte zur historischen Tatsache. Ich habe in der fraglichen Sitzung im Neuen Palais zum Groß- herzog gesagt, es ist wohl da-s Beste, wenn Sie abdanken, weil dann die Sicherheit und Rübe unter allen Umständen garantiert werden würde. Als man das ablehnte, »waS die Herren von der Rechten durchgesetzt hatten, erklärte ich, mein Hiersein hat nun keinen Sinn mehr, ich muß versuchen, die Folaen dieses Standpunktes zu verhindern. Ich wollte damals em Ministerium schaffen, in dem alle Parteien vertreten roaren. Heute bin ich heilfroh, daß dies damals nicht gelang. (Sehr richtig.) Denn wenn ich diese Herren im Ministerium gehabt hätte, wäre es unmöglich gewesen, die Sache soweit zu bringen wie sie heute ist. (Beifall links.'»
Es folgen einige persönliche Bemerkungen. Abg Delp (Soz.) nimmt mit Bedauern feme BelMip-' tung zurück, daß der General Randow sich am 8. November nicht in das Griesheimer Lager begeben habe. Er habe sich inznrischen vom Gegenteil überzeugt. Abg. Knoll (Ztr.) stellt tcft. daß er sich nicht gegen den Achtttundentag ausgesprochen habe. Abg. Kaul (Sofr): Ich habe nur gesagt, daß Herr Knoll den Achtstundentag als sozialistisches Ideal bezeichnet hat und habe als Gegensatz dazu festgestellt, daß er ihn nicht als christliches Ideal ansicht.
Damit schließt die Debatte.
Es folgt AbstimUvung. Zum Antrag H äuf er, F-eiertagserkl ä nmg des 1. Mai, wird der Ausschußantrag, diesen für erledigt zu erllären, abgelehnt. Der Antrag Häuser bleibt also bc* stehen.
Ter Antrag der KoalitLonsparteren, die Rc- gierungsantwort M billigen, tüirb einstimmig angenommen. (GroA Heiterkeit links.)
Abg. Brauer (Hess. Vp ) gibt namens seiner Partei die Erklärung ab, daß sie in der Unruhe den Herrn Präsidenten nicht verstanden habe. Seme Partei Habe selbstverständlich gegen den Antrag stimmen ollen. Tie gleiche Erklärung gibt Abg. Wünzer namens der Tcutschen Volkspartei ab.
Eine Anzahl Regierungsvorlagen wird ohne Debatte in erster Lesung angenommen und die Weiterberatung auf Donnerstag, 9 Uhr vertagt. — Schluß l1/» Uhr.
** Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde endgültig am 24. November dem Lehrer Karl Cunz die Lehrerstelle an der Volksschule zu Stumpertenrod, Kr. Schotten. — Uebertragen wurde am 25. November dem Lehrer Heinrich Jäger zu Fauerbach, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Schotten.
♦♦ Neue Ehrendoktoren der Lan- deSuniversität. Die medizinische Fakultät unserer Landesuniversität ernannte den Land- tagsabgeordneten Osann „für unermüdliche Förderung der Interest en der Lcrndesuniver- sität, der seit vielen Jahren durch Befürwortung reicher Mittel über ihr Wohl und Gedeihen gewacht unv sich als ihr verständnisvoller Anwalt in der Volkskammer bewährt hat", zum Ehrendoktor: ebenso den LandtagsabaeorduetenJustiz- rat Heinrich Reh in Alsfeld, den warmherzigen Freunde der Landesuniversität, der den Unterricht, die Möglichkett M gefingerter wissenschaftliche: Betätigung jino das Wohl der Kranken durch Schaffung entsprechender Einrichtungen in hohem Maße gefördert hat".
** Mitteilung auS dem Stadttheaterbureau: In der heutigen Aufführung des „Fliegenden Holländers" wurden durch Erkrankung folgende llmtesetzmrgon nötig: Dirigent Ferdinand Wagner statt Generalmusikdirektor Balling: „EriS" Fritz Bischoff (Frank- furt) für Herrn Jonsson. — Die kommende 9. Vorstellung im Frettag-Abonnerneut mußte des Sin* fonie-öwnzerlrS wogen auf Samstag den 11. Dezbr., abends 7 Uhr, verlegt werden. Zur Darstellung Pmomt die mit so großem Beifall aufgeroitmtenc triviale Komödie für ernsthafte Leute „Bun* bnri)" von OScar Wilde. — Am Sonntag nachmittag findet bei kleinen Preisen die letzte Wiederholung von LcssingS „Minna von B a r n b c t m" statt, abends 6x/a Uhr „D i c Strohwitwe.
** fron zerlverein.'Die morgen tm®tabt* tboater stattftudenLe Beethovenferer beginnt
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„Beruhige dich, hebe Signe! Tu hast wohl nur geträumt. Es ist ja alle- still. Und wer sollte denn auch gerufen haben?"
„Er — dein Baier! Es war kein Traum. Ich hörte ihn ganz deutlich um Hille schreien. — Und letzt — letzt — hörst du eS noch immer nicht, rote er röchelt?"
Sie sprach ohne Zweifel im Tilirrum; denn in dem nächtlich stillen Dause regte sich nichts. Aber ihre Hände wie ihre Stirn, über bte er freundlich liebkosend hinstricki, waren eiskalt: em Fieber konnte es also nicht sein, das ihr bte aufregenden Schreckbilder vorgaukelte. Ihr Atem ging schwach und mühsam, und ihre Stimme wurde immer klangloser.
t — seh!" flehte sie, als er sie wieder mit beschwichtigenden Worten zu überzeugen suchte, daß sie sich täusche. „Dem Bater ftirbt ja, wenn ihr ihm nicht helft."
Da packte auch ihn, obwohl er nicht einen Laut vernommen hatte, mit einem Mal bte Angst. Es nmr etwa- so unheimlich Ueberzeugenbes nt der fw ? Verzweiflung seines aufgeregten ^""oes, daß eS auch ihm in den Ohren zu sauten begann und daß gleich einem an bte Wand go mortrnen Bilde eine grausige Vorstellung von lerne- Vaters qualvollem TodeSlampf vor ihm
NlÄanischen Staarsfornt gestellt hätte und sich erst spater wieder zum Monarchismus be'ftmnt habe. Er verurteilt die persönliche Bekämpfung deS Prä- sidenten Dr. Strecker durch die Deutsche Volks- partei. Das Vorgehen der Oberlehrer sei durchaus zu verurteilen. Hätten sie das in der früheren Zeit gewagt, wäre fein einziger auf seinem Platze geblieben. Herr Dr. Strecke ist viel zu bescheiden und zurückhaltend, m t Recht hat Herr Kaul ihvt -uger:fen: Präsident werde hart!
Es tritt bann eine Pause ein, im der der Aeltestenrat über die Geschäftslage beraten soll.
Nach der Pause teilt Präsident Adelung mit, daß ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen ist. Es kommen nur noch die gemeldeten 9tebner zum Wort.
Weiter ist ein Antrag eingegangen von den Abg. Eißnert, Lehnhart und Reiber, der die Antwort der Regierung auf die Anfrage Dingeldey billigt.
Äl!bg. Bornemann (Soz.) polemisiett in Fortsetzung der Debatte gegen Die Ausführungen der Abgeordneten Osann und Dingeldey.
Abg. Kiel (USP.): Ich habe in der Debatte vermißt, daß man auf 'den Kern der Sache ein- gegangen ist. Tic ganze Debatte war eigentlich ein Anblick für Götter. Keiner will die Verantwortung für die Revolution übernehmen. Was die Herren Osann und Dingeldey hier gesagt haben, beweist uns nur, nrte stark sich die Reaktion heute wieder fühlt. Die Schuld an den heutigen Zuständen haben alle, die die Kriegspolitik mitgemacht haben. Tas waren leider auch die Genossen von der Mehrh. itssozialdemokratie. (Unruhe, Zurufe, die nicht verstanden werden.) Die Unabhängigen haben stets gegen die Kriegspolitik agitiert. (Widerspruche Eins ist sicher, wenn die Revolutionäre vom 9. November richtig durchgegriffen hätten, bann brauchte man heute solche Reden wie die von Osamt imb Dingeldey nicht mehr anzuhören. Ich möchte Ihnen (zur Rechten) aber zurufen: Fühlen Sie sick nicyt zu sicher, wenn auch die Kluft zwischen den einzelnen Führern noch sehr groß ist, eins sicht doch fest, die Arbeiterschaft steht in ihrer übergroßen Mehrzahl entschlossen auf revolutionärem Bvdcn und wirt» geschlossen gegen die Reaktion auftreten. Wenn Sie den Versuch machen sollten, die Monarchie wieder aufzurichten, gibt es einen Kampf auf Leben und Tob.
Präsident Dr. Strecker: Herr Dr. Dehl hat mich heute interpelliert w'gen einer Antwort auf ferne Frage, was die Untersuchung des Friedberger Zwischmfalles ergeben hat. Auf das, was Herr Dr. Diehl in der (Sßarafterrfienhtg des Schulerlasses ge'agt hat, möchte ich nicht mehr erngehen. Ich stehe natürlich auf ganz anderem Standpunkt. Was den Kapp Putsch in Friedberg betrifft, fo ist es richtig, daß die Untersuchung kein Material zur strafrechtlichen Verfolgung ergeben bat. Aber aus den Protokollen gebt hervor, daß es immer noch Beamte in Hessen gibt, die sich nicht klar darüber sind, daß wir die Aufgabe baten, in unserem Volke, besonders in unserer Jugend, Achtung vor dem Gesetz und vor dem Recht wieder hoch zu bringen. Das hätte sich besonders ter Rektor des humanistischen Gymnasiums in Friedberg sagen müssen. Er hätte von vornherein wissen müssen, wie er sich zu dem Kavp-Putsch zu stellen hat. und er hätte nicht den Standpunkt einnehmen dürfen, erst ateirroarten, ob der Putsch zum Gitten oder zum Schlecksten ausfckstäcvt. Redner verliest dann die Protokolle aus der Untersuchimg und kommt zu der Schlußfolgerung, daß man diesen Dingen gegenüber grundsätzlich zw-i Standpunkte einnehmen kann. Als P arte iadvo lat kann man alle Anlässe te nuten, um Partei inte vessen zu vertreten, aber als Pädagoge Mt man bte Pflicht. Toleranz zu üben und versöhnend zu wirken. Die Form, die der Oberlehrerverein wählte, war unmöglich.
Abg. Schorn (Ztr.) wendet sich mit ermgen richtigstellenden Bemerkungen gegen die Ausführungen des Abg. Staul und stellt fest, daß die Tatsache, daß wir heute mehr Freiheiten genießen wie früher, nicht zu bestreiten ist. Er bedauere ebenfalls, daß die letzten Tage hier in fruchtlosen Debatten hingebracht wurden, anstatt brat* ttsche Arbeit zu leisten.
Aba. Sames (Tem.): DaS gesamte Handwert lehnt den 1. Mai und den 9. .November als Feiertag ab, genau fo wie es früher bte .Kafter-GeburtStage u. dal. abgelehnt bat. Als der Qtebner weiter Fragen des Hmidwerks besprechen will und tebei unter anderem fordert, daß nt das Landes-Arbeits- und Wirtschastkamt auch &.♦ Zeitgeber berufen werden, wird er vom Präsidenten ersuckst, zur Dack>e zu sprechen. Minister Dr. Fulda ruft: Sie sind hier als Demokrat und nicht alS Handwerker.
Staatspräsident Ulrich:
Ich habe die Debatte bisher schweigend mit angehört. Der Angriff, der gegen uns durch die Jntervellation Dingeldey gerichtet wurde, machte es notwendig, zu hören, was das Daus dazu zu sagen hat. Ich stelle darum von dieser Stelle aus fest, daß das, was hier zum Standpuntt des Ministeriums gesagt wurde, nicht in der Lage gewesen ist, diesen Standpuntt zu erschüttern. Die
drückend. Das Ergebnis der Abflimmung erschien vielmehr so zweifelhaft, daß diese zweimal 'vorgenommen werden mußte. Sogar einen Hammelsprung hielt man für nötig, einigte sich aber schließlich dahin, auf seine Ausführung zu verzichten. Es ist ferner hervorzuheben, daß von keinem einzigen der Redner, die nicht dem Vorstand angehdrten, das Vorgehen des Vorstandes in der bekannten Angelegenheit gebilligt wurde. Nach endgültiger Feststellung des Abstimmungsergebnisses gab die Minderheit folgende Erklärung ab: „Wer bedauern, daß der Vorstand durch.seine ohne Befragung der Hauptversammlung erfolgte Erklärung das Hm- eintragen von politischen Gesichtspunkten in den Verein nicht vermieden hat. Dadurch ist eine sehr schwieribe Lage geschaffen. Trotzdem verbleiben wir im Verein in der Erwartung, daß der Vorstand einen Weg findet, mit der Regierung wieder in Verkehr zu treten und unter der Voraussetzung, daß für die Bildung des Vorstandes die Verhältniswahl eingeführt wird."
N Wrafttm mtiger
pünktlüh um 7 Uhr. Um fede SKrung yj vev, meid«, sind die Logenschließer angenne'en worden, bte Türm während des Spieles geschloßen zu hatten. Tie fronzcrtbesuchcr werben gebeten, üne Plätze also rechtzeitig ernzuneHmen.
** Der Sonntagsverkehr vor Weihnachten. Auf Grund des § 105b M- satz2 der Reichsgewerbeordnung in der Fassung der Reichsverordnung vom 5. Februar 1919 ist an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten (d. i. am 5., 12. und 19. Dezember b. Js.) für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags zugelassen.
** Die Reisebro tmar ken alten Musters (großes Format) und die Reisebrot, marken neuen Musters (kleines. Format) sich seit Ende Mai 1920 nebeneinander gültig. Da seit einiger Zeit die Bestände der frnm, nrunalverbände an alten Marken enrig* braucht find, ist angeordnet, daß diese alten Marken mit Ablauf des 31. Dezember 1920 ihre Gültigkeit verlieren und vom 1. Januar 1921 nur die neuen Marken (kleines Format) Mtig sind. Ein Umtausch der alten Marken in neue findet nicht statt.
„Ich gehe," sagte er. „2lber ich komme fogleicp zurück."
Mit llopsendem, von Beklommenheit aeschnüv- tem Herzen stand er an der geschloffenen Tür von Bernhard Falkner- Schlafzimmer. (§r legte fein Ohr an das Holz; aber er hörte nichts als da- Rauschen des eigenen Blute-, und mut entschloß er sich, behutsam einzutreten. Das große Gemach war durch eine einzelne abgedämpfte Lampe spärlich erhellt: aber Achim sah trotzdem mit einem einzigen Blick, daß sich hier nichts Außergewöhnliche- zuaetvagen haben konnte. Das breite Bett stand völlig im Schatten de- Lampenschirmes, tn einer kleinen Entfernung davon faß Dütschte im Lehnstuhl und schließ Aber er hatte den leisen Schlummer der alten Leute, unb so vorsichtig Achtm auch auftrat, er erwachte doch sogleich.
„Herr Falkner'^ flüsterte er. „Jetzt — mitten in der flkrcht? Ist denn wa- passierte
Achim legte mahneiid den Finger an tne Lippen und flüsterte dann dicht an seinem Ohr:
„Ich glaubte etwa- Beunruhigendes gehört zu Ijaben. Wie geht eS meinem Vater'?"
„Ganz gut, Herr Falkner! Ter gnädige Herr iü um elf aufgewacht. Unb da habe ich ihm feine Medizin gegeben. Er schalt, weil sie, nne er tagte, noch schlechter schmeckte alS sonst. Aber nach kaum fünf Minuten ist er emgeschkafen."
„Statut man nach ihm sehen, ohne daß et erwacht?"
Ter Diener nickte.
„Tte ersten Stunden nach dem Einnehmen schläft er immer sehr fest."
Aus den Fußspitzen trat Achim an daS Bett unb beugte sich über den mit ruhigem Gesicht still Mtcgcnben hinab. Noch immer hatte chn bte
'N W btiilti --dL itiötü.
stattzufrnden. Es scheiden aus im Wahlbezirke Gießen-Stadt: die Herren Kommerzienrat Klmgspor, Leopold Mayer und August N?ll: L i ch- Hungen: Herr Heinrich Jhrina in Lich. Vom 3. bis 12. Dezember liegen die Listen der Wahl- berschrigten für Gießen-Stadt auf Sekretariat der Handelskammer unb für Lick-Hungen auf der Bürgermeisterei in Lich während Der üblichen Ge- schäftsstunben zur Einsicht offen. EftSvcndimgai gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der zehntägigen Frist bei der Handelsürmmer Gießen voiJubrmgen.
** ReichstagSabg. von Groefe- Goldebce, der bekannte Parlamentarier und Politiker, spricht am kommenden Sonntag, den 5. Dez., abends 8 Uhr, im Saale des KvtW. Vereinshcnises, Liebigstraße, über „Volk in Not" Der Teutschnationalen Volkspattci, Ortsgruppe Gießen, ist es gelungen, artete rum einen namhaften und hervorragenden Führer der Pattei durch einen össenllichen Vortragsabend der Ein- wobnerschaft Gießens vorstcllen zu f5nncn. Der hochbegabte Redner, ein Sohn des berühmten Arzt- Gelehrten der Berlmer Universität, Begründer der Augenheilkunde und Wohltäter der Menschheit durch Erfindung der Star-Opevarion, Albrecht von Graefe, wird wohl auch hier in Gießen, wie überall, mit fernen bedeutungsvollen Ausführungen die Herzen aller Zuhörer gewinnen. Die Not der Zeit sollte es jedem deutschen Mann und jeder teulfchen Frau zur Pflicht machen, den Vortrag dieses nationalen Bannerträgers sich anyuljören.
♦♦ Die Gebührenor bn ung für Heb- a m m e n ist neu festgesetzt unb auS dem AnzeigSl- tril unseres heutigen MatteS zu ersehen.
** Bereinigung ehemaliger Leib- gardisten. Auf die Vamevadschaftliche Zusa» menfunft mit Familie am Sonntag, den 5 Dr». nachmittags 21/? Uhr, im Hotel Felsenkeller v Gießen fei hiermit nochmals hingewiesen.
** Der Verein zur Förderung eines Saalbaues veranstaltet am Dienstag, 7. Dezember, nachmittags 6 Uhr, im Sitzung-- »immer der Bürgermeisterei eine Generalversammlung.
♦♦ Ein weiterer Kursus im Zuschneiden und An fertigen modern« Damemnoden sowie Wäsche für Haus und Berus wird, wie im Anzeigenteil bereits mitgeteilt wurde, eröffnet und Anmeldungen werden heute, von nachmittags 3 Uhr ab, im Hotel Gvoßherzog entgegengenommen.
Landkreis Gießen.
Hessische Landes-Wanderbühne.
** L i ch, 2. Dez. Das erste Gastspiel bet Hessischen Landeswanderbühne in Lich bringt am 4. und 5. Dezember in der RestauratM Stein, „Die versunkene Glocke", ein deutsches Märchendrama in 5 Akten von Gerhart Hauptmann, darauf folgt am nächsten Tage das Lustspiel in 5 Akten von Ludwig Fulda, Jugendfreunde". Der Vorverkauf für beide Vorstellungen ist in der Filiale Ferd. Zimmer, unb in der Buchhandlung Volkmann. Beginn der Vorstellungen abende 7»/, Uhr. Mit einem regen Besuch des intev essanteu Gastspiels der Hessischen Landes- Wanderbühne darf allgemein gerechnet we» den. (Siehe Anzeige.)
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Furcht nicht ganz loSgelasfen, und für einen M» ment hielt er dies unbewegliche Gesicht mit Der geschloßenen Augen für bad Antlitz eine- Toten Doch alS er sein Ohr dem Mimte des Vater- tw sofov rufen, wenn Sic etwas Auffälliges zu bemerko glauben — nicht wahr'?"
Tütfckste versprach e-, und leise, wie er öj' kommen war, zog Achim sich wieder zurück, inri letzt spürte er an der Schwere seiner Glieder, roi: aewaltig der Schrecken gewesen war, dem er sic' so widerstandslos hingegeben hatte. Aber e- mache: ihn froh, Signe mit gutem Gewißen beruhige zu können, und schon von der Schwelle des Schloß zimmer- rief er zum Bett hinüber:
„Alles ist in Ordmmg. Es war doch nur ev Traum."
Er evhielt keine Antwort, und tn der Memune sie fei wieder eingeschlafen, nährte er sich [amj Mer die )otti«rbare Lage ihres Körper- erfülu- ikm mit neuer Bestürzung. Sie mußte sich iw' herumgeworfen haben. T4e fcidene Decke und &■ friften war zerwühlt, unb ihr Kops mit der scsi»; los niederiließenden roten Haar flut hmg über der Bettrand hinaus.
(Fortsetzung folgt.)
Man aub sick damit zufrieden, unb 1I8 Achim eine Stunde später daS Schlafzimmer aussuchte, sand er seine Frau noch immer in festem Schlaf. Allerdings hatte er nicht den Eindruck, daß cs cm ftmftcr und erquickender Schlaf sei: denn Signe warf sich von Zeti zu Zeit unruhig in ben Kissen umher, und ihr Gesictst war noch immer von krankhafter Blässe. Er bedauerte fetzt doch, daß er nicht einen der betten Aerzte hatte holen lassen: aber tn Anbetracht der vorgerückten Stunde mochte er eS nun nicht mehr ohne zwingende Notwendigkeit tun. Immerhin verzickstcte er darauf, sich auS- iu ziehen, sondern legte sich in den Kleidern aut sein Bett unb ließ auch die elektrische Lampe brennen. ES ivar feine Absicht gewesen, wach zu bleiben; nach einer Weile aber übenvällcgte ihn bte Müdigkeit doch. Und er mochte wohl eine Stunde oder langer geschlafen haben, alS er auf erschreckende Weise road,'■gerüttelt wurde.
EiStaltc Finger hielten fern Handgelenk um* Hammen, und er hörte eine Stimme, bic ihn rauh und fremd dünkte, sagen:
„Warum siechst du nicht auf, Achim? — Warum gehst du nicht, ihm zu helfen? — Hörst ixu ihn beim nicht rufen?
Er war sogleich vollständig munter und aut den Füßen. Signe saß aufrecht in ihrem Bett. Das üppige goldrotc Haar, bad sie gestern abend gegen ihre Gewohnheit nicht batte aufllecken laßen, stet in dicken SträHnen über ihre Schläfen unb ihre
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nLeit in derselben Firma verliehen.
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Für jeden der vorgeschriebenen Wochenbettbcsuche in den ersten 10 Tagen nach der Entbindung
Wenn weitere Besuche verlangt werden, gilt der gleiche Satz.
Für außerordentliche Berufung am Tage
Für außerordentliche Berufung bei Nacht (von abends 9 llhr bis morgens 6 Uhr)
Für Beibringung eines Einlaufs (Klistiers' oder für eine Scheidenausspülung
Für das Anlegen des K»- theters
Für die Tamponade der Scheide bei Mutungen
Versieht die Hebamme Wärter- dienfte bei einer Schwangeren oder Wöchnerin, so hat sie außer Beköstigung zu beanspruchen:
Landwirtschaft.
Errichtung einer Rückvcrsiche- ung für Vrehversicherungsbereine u sw. Die Borarbeilm der LantNnrtschaftSkam'ner zur Einrichtung einer Rülbcrsicherung der bc* Itehenden und neu yi friditmben Biehversicke- Nlngsvereme und -Genossenschaften für Pferde, Rmdmeh, Schweine. Zieam und Schafe sind dem Abichluß nahe gebracht, £d daß in aller frimr mit dec Veröffentlichung der Satzungen Zwecks Anschluß gerechnct werden kann. Die Einrichtung selbst ist vollkommen frei ohne jeden Zwang. Zu jeder näheren Auskunft ist die Landwirtubaftsfammer für Hcfien in Darmstodt, Rheinstraße 62, schon jetzt sehr gerne bereit.
Naberzell infolge Versagens der Bremsvorrichtung mit seinem mit zwei Pferde bespannten Wagen die hohe Wegeboschung hinab md mürbe getötet. Die Pferde blieben
a) bis zu 2 Kilometer d) für jeden weiteren angefangenen Kilometer
c) bei Nachtbesuchen das Doppelte (von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens)
Bei Benutzung der Eisenbahn darf das Fahrgeld für dritte Klasse berechnet werten, außerdem die Zeitversäumnis. Bei Stellung eines Fuhrwerks fällt die 23 eg- gebühr fort, dagegen karr»
Turnen, Spiel und Sport.
— Eine Vorturnerstunde des 2. ®e* zirks des Turngaues Hessen findet am Sonntag
Bei längerer Tauer der Geburt, sowie für die weiter notwendige Anwesenheit der Hebamme nach der Geburt: für die Stunde
bis zum Höchstbetrag F^chlag für die Leitung einer öwillingsgeburt ober für Hi'.fe- Jetftun^ bei geburtshilflichen vperatroaeL
dvldh aus Kassel, bet den Eber bürg er» Eister Scheidemann beschnllngt hatte, sich auf rechtswidrige Art und Weise in den Besitz von Möbeln gesetzt zu haben, zu 1000 Mk. Geldstrafe oder 100 Tagen Gefängnis.
Zweibrücken, 1. Dez. (Wolff.) Das psalznche «Lxbwurgericht verurteilte den 21 Zähre alten Schneider Friedrich Knieriem aus Weilersbach bei Kaiserslautern wegen fortgesetzten Straßenraubs ;u 13 Jahren Zuchthaus. Er hatte gemeinsam mit seinem Bruder Karl, der sich im Untersuchnngsge»- fängnis erhängt hat, eine Reihe von Straßen- beraubungen in der Nordpfalz und später in der Nähe von Andernach verübt.
Kirche und Schule.
mc. Frankfurt a. M., 1. Dez. Die katholische Gemeinde Sachsenhausen hat einen großen Bauplatz erwarben, aus dem die St. Bonifatius - Gedächtniskirche zu stehen kommt. Mit dem Bau kann infolge der Lage auf dem Baustoffmarkt erst in absehbarer Zeit begonnen werden.
△ Gedern, 30. Nov. Die kirchlichen Körperschaften lehnten die auf 1200 Mk. lautende Forderung der bisherigen Lehrerorganisten Riedel und List ab, nacl»dem sich Frau Hofprediger Widmann bereit erklärt hatte, den Organiftendienst für 800 Mk. zu übernehmen.
△ Gedern, 30. Nov. Das Landesamt für das Bildungswesen in Darmstaot ernannte auf Veranlassung der Kreisschulkommission den Lehrer List zum Vorsitzenden des Schulvorstandes. In noch 21 anderen Orten des Kreises stehen weitere Ernennungen bevor.
fb. Montabaur, 1. Dez. Das hiesige bischöfliche Konvikt wird von den Ie- suiten angekauft unb zu Ostern 1921 zugleich mit dem Kaiser-Wilhelm-Gymnasium übernommen werben. Die Schule soll wie bisher als neunllassiges humanistisches Gymnasium weitergeführt werden.
Rrtid Wetzlar.
^.Dutenhofen, 29 Nov Em schwerer riubr uchsdiebstahl wurde verflossene Nacht r. dem Svczerriladen der Frau Lang fr-rüSt. Äußer zahlreichen Sp:zereiwaren nahmen bi: Diele rrch noch Zigarren und den Zucker mit, der für November zur Verteilung kommen sollte.
Hessen-Nassau.
Haussuchung?« nach Waffen.
fb. Frankfurt a. M., 1. Dez. Unter hnsiÄ, SBegrirAr (tätet bet trmtron, ttev : in Getzen, mit? JtwUen AusMrl tromnen. Tir fc i eben Mam urtn mchen, den fc geti sich aimHn rbnungfüii mb aui bem t< zu ersehen.
tfreinaliger» lemslhostlilbe i# Sonntag, btn i $otd SdHq z hinzewiesen. \ zur Fitbt'k anfhltet am 6 Ufer, im ici eine M-’
MdrE >aS erste GE Mhne m M ■;
Der Oberbürgermeister: Keller.
BekannrmaMung —
he Gebührenordnung für Hebammen betreffend.
Vom 28. Juli 1920.
Mit Rücksicht auf die hem'chende Teuerung tid die nachfolgende Gebührenordnung für $xb- «nrten an die Stelle der vom 9. März 1908 und ket Nachttage mit Wirkung vom Tage der Per- fflStllichung
Darmstadt, den 28. Julr 1920.
Hessisches Ministerium des Innern.
Dr. Fulda.
Beklnintmachnng,
tzetr. Gchührenownung für Hebammen.
Vom 28. Juli 1920.
».Anrw ArftnM/i krt rt ■ A Xv
den 5. Dezember, tnmmttagS Ö1/, Uhr, m der Turnhalle der Oberrvalschule statt.
4 Bad-Nau heim, 30 Nov. Der Turnverein 1860 unternahm am Sonntag bei schr guter Beteiligung feinen dritten diesjährigen verbstlurngang, der über den Dinterstein, die Capersburg und die Lochmühle nach Lbemhain führte. Dort wurden die ^cfigen Turner vom Turnverem äußerst gastlich anigenommen. — Der Männerturnverein hat die Turngängc obligawrisch eingeführt, sie müssen monatlich stattfinden. — Nachdem Der Turnverein 1860 schon bei seinem CO .übrigen Jubiläum im September eine Gedenktastl für seine 28 gefallenen Mitglieder in seinem Vereinshausc enchMt htt, htt nun auch der Männerturnverein die Anbrrngung einer künstlerischen Ehrentafel für seine 17 gefallenen Mitglieder im Saale des Gasthauses ,Lur guten Quelle" beschlossen. In einer Mitgliederversammlung wurden durch frcüoülige Svenoen sofort etwa 1000 Mark für den guten Zweck ausgebiwcht.
Narr-crunge».
^»Gedern, 30. Nov. Der hiesige Zweig- verein des V. H. C. veranstaltet am nächsten Samstag im Bergwirtshause sein diesjähriges Winterfest, womit die Dekorierung derjenigen Mitglieder verbunden sein wird, die sich am fleißigsten an den Warrderungen beteiligten.
□ Schotten, 29. Nov. Unser Srocigterein deS Vogel sbe rger H öhenklubS cn.icifell auch in diesem Winter eine rege TLngkeit. All- monattich finden größere SSanbctnngcn, allwöchentlich aber Vercinsabmoe statt. Am 7. November furchwandette der Verein das liebliche Eicheltal. Am 12. Dezember wandert er über den prächtigen Kamm des Rcipperts. Auf den 22. Januar des kommenden Jahves ist ein großes Dekoricrmigssest in der Turnhalle fesog.-setzt. Auch der Schisport wird wieder gepflegt wer'den. Wandermeister, Rechner Karl Glock, hat dic hiesige Schi-Abteilung wieder in das Leben gerufen. Un ec heimifck)es Gebirge ist aber auch ganz besonders geeignet zum Betrieb des herrlichen Schnceschuhlaufes. Prächtige Abfahrten bict.m die Abhänge des Ober- waloes, des Hohcvodswpfes unb der Horchen Hainer Höhe.
Z Schotten, 28. Nov. Der Vogelsberger Höhenklub begeht nächstes Frühjahr sein -lOjähr. Bestehen. Aus diesem Anlaß findet hier in der Gründungsstadt im Mai eine Hauptversammlung mit Feier statt.
Lj Ulrichstein, 27. Nov. Auch für diesen Winter hat der Vogelsberger Höhenklub, von dem das gesellschaftliche Leben unseres Bergstädtchens auögcht, eine eifrige Tätia- teit in Aussicht genommen. Es sind nneber allmonatliche wiiscn'chastlichc Abend? in Aussicht genommen. Am 21. Oktober gab der Sch'iftfühcer unseres 3toc:gtx?r?in3, P'arrcr Hellwig, 5achtenswerte Richtlinien für Jugendarbeit. Sodann erörterte Gerichlsasscssor Bachmann am 13. November dic Einzelheiten des Versailler Friedensvertrages. Außer biekn wissenschaitlichen Abenden werden wieder regelmäßig am 1. Donnerstag eines jeden Monats Familicnabende stattfinden.
U Grünberg, 28. Nov. Auf Anregung von Assessor Walther und Fabrikant Allmendrnger hatte sich bereits vor einem Jahre ein Bund gc-
Mbet, der Mr rtnylnm oberhessischen 6tx< Vereine zu gemanfamer Tät.gkeit, zur Abhaltung von besonderen Schne.schuI)-KLr'en, Wettrennen, Errichtung von Skl-Aniagen ujro. näher verbanden soll. Dieser Bund bat bic Absicht, seine Tüttigkett in dresem 23 in ter in erholtem Maße iu betreiben und hofft auf tatkräftige llntu- stützung aller Freunde der Jugend.
Stenographie.
** Lollar, 1. Dez. Tie Stenographen- Bereinigung „Stolzc-Schreh" Lollar hielt am letzten Sonntag chr diesjähriges D-'reinS- wettschre.ben ab. Sämtlich? Teiln.-Hmcr konnten mit Preisen ausgezeichnet werden. Es erhielten in de, Abteilung 180 Silben - 1. und Ehrenpreis: Karl Schwarz, 1. Preis: Georg Schädel, 140 Silben; 1. und Ehrenpreis: Fnedr Lock, 120 Silben: 2. Preis: Karl Dolkmann, 100 Silben: 1. und Ehrenpreis: Wilhelm Keller, 1. Preis: Karl Müller, Emil Dittendorf, 2. Preis: Reüthard Rohrbach, 80 Silben: 1. Preis: Armin Becker, 2. Preis: Wilhelm Zeug, 60 S lbcn: 1 und Ehrenpreis: Karl Espich, 2. Pre.s: Ottilie Lang, 3. Dreis: Hans Lauer, Hans Laase. Erich Keller. Anschltestend an das Wettschrcibcu sand im Saale zur Linde eine größere Feier statt.
Kirchliche Nachrichten.
Israel. Religions - Gesells chatt. Sabbatteier, 4. Tcz. Freitag al»d. 4.00. SamSdr^ Dornt. 8.30, nachm. 8 30. SabbatauSgang 5 15. — WochengotteSötcnst: morg. 7.00, aüöS 4.Ö0.
Gingcsan-t.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrtt Üebentkii Attivel übernimmt die Redaktion cem Publikum gegenüber feinerkt V.ranuoorlung.)
Bc^ngnehmend auf die gestrige Warnung bet Fürsorgestelle für Krtegsbcschädigte c.Härt der Rcichöbund der Kriegsbeschädigten unb Hinterbliebenen, Ortsgruppe Gießen, daß er mit dieser Berliner Organisation nichts -u tun hat. Der R'.'iihöbund der Kriegsbesck>ädigten unb Hinterbliebcmrn. Ort> gruppe Gießen, bemerkt hierbei, daß er amtlich gestempelte Sammellisten im Umlauf hat, deren Beträge unseren KriegSmai'en und Sdjrocrfnrg 3» beschädigten bei der bworstchenbeu W-nhuachtsfci'N: zugute kommen sollen. Es .vird nochmal.« an die Opscrwill fffeit der Gießener B irger appelliert.
Reichsbund der Kriegsbeschädigten, .Hinter- blicbencn eh:mal ger Di.g^t^üneyMLr.
Ortsgruppe Gießen»
•
Loli ar, 27. Nov. Vor längerer Zeit mürben bereits Gelder gesammelt, um in unserer Gemeinde ein Denkmal für die im Kriege Gefallenen zu errichten. Nrm wird aber geplant, daS Denkmal in Gemeinschaft mit Ruttershausen, Staufenberg, Mainzlar und Daubriugen auf dem alten Fr.edhof in Kirchberg aufzustellen und hierzu den durch freiwillige Spenden cingcgangenen Betrag zu verwenden. Dieser Plan wurde inzwiichen auch öffentlich bekannt gegeben. Der Platz in Kirchberg dürfte aoer für ein Denkmal am allcrivenigften geeignet sein, und dann wäre es vor allem auch Pflicht unserer Gemeinde, in einer Bürgerversammlung die Wünsche unb Ansichten der Lollarer Bürger zu hören. Ein Lollarer Bürger.
Zeitversäumnis berechnet metben.
16. Für Anmeldung eines Ge- burtssalls bei dem Standesamt 2—5 v
17. frür Ausstellung eines einfachen Befundscheines oder
einer einfachen Bescheinigung ausfchliestiicb der etwa erforderlichen Untersuchung 2—5 „
Erl äuterungen.
1. Tie Gebühren der Hebammen frrtb inner- halb der vorstehend angegebenen niedrigsten und höchsten Sätze sowohl nach den Vermögensverhält- nissen, als auch nach der Schwierigkeit und Tauer der Verrichttingen zu bemessen.
2. Bei Weniabemittelten unb in allen Fällen, in welchen eine öffentliche Kasse für die Zahlung der Gebühren einzutreten hat, greifen die niedrigsten Satze Platz, unbeschadet der Einschränkungi in § 1 durch besondere Schwierigkett und ungewöhnliche Tauer. %
3. Für die unter Nr 11, 12 und 13 bezeichneten Verrichtungen findet, wenn sie der einer Geburt (Brübgeburt) notwendig werden, eine besondere Vergütung nicht statt.
4. ffleben den unter Nr. 11 unb .12 angesetzten Gebühren dürfen die Besuche besonders berechnet werden, bei Nr. 17 die etwa erforderliche besondere Untersuchung.
5. Kommen bei einem Besuche mehrere derartige Hilfeleistungen vor, so ist nur für eine der volle Gebührende trag, für jede der Übrigen nur die Hälfte des entsprechenden Satzes in Rechnung zu bringen.
6. Entnimmt die Hebamme die bei der Gebutt unb im Wochenbett notwendigen Desinfektionsmittel sowie bte Verbandstoffe ihrem eigenen Vorrat, so darf sie den Kaufwert der verbrauchten Mittel in Anrechnung bringen.
7. Die ^Hebcmrme must auf Verlangen der Zahlungspflichtigen ihre Forderung durch eine genaue und deutlich aufgestellte Rechnung begründen.
8. Außer den hier angeführten Gründen hat die Hebamme von Privaten ferne weitere Vergütung zu beanspruchen, msbesondere feine Ver- pflegung bei Wochenbettbeiuchen._________12691B
Arbeitsvergebung.
Detteffrnd. Ausbau des Triebwegs und Kanalifatton der Kirchstraße zu Annerod.
Die zum Ausbau der neuen Straße zwischen Triebwea und Ort erforderlichen Arbeiten zur Herstellung des Kanal», der Wasserleitung und der Pla. nierung, sowie di« zu der Kanalisation in der Kirch, straße zu Annerod erforderlichen Arbeiten sollen öffentlich vergeben werden.
Arbeitsbeschreibungen, Zeichnungen und Bedin. gungen können bei dem Unterzeichneten, Landgraf- Philipp-Platz 3, Zimmer 22, eingesehen werden.
Angebotsunterlagen, die daselbst käufiich, find ausgefüllt bis zum
Dienstag den 7. Dezember d. 3s., vorm. 10 Uhr, b:t dem Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Eröffnung in Anwesenheit der Bewerber stattfindet.
Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten.
Zuschlagsfrift 2 Wochen. 12559 B
Gießen, den 24 November 1920.
Der Kreisbauinspektor des Kreises Gieße»
Cellarlis, Laurat.
Städt. Arbeitsamt (Sielten
West-Anlage 31, Teleph. 2054.
ES können eingestellt werden: 12752B
a. bei biestaen Arbeitgebern: 1 Metalkdriicker, 1 Schreiner, 1 Bildereiuralimer, 2 Proviiwnö- reisende, 1 Schneider, l Schäsicmachcr. 2 Schuhmacher.
b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landwirttch. 5luechi,2BrovisionSreisende, 1 Wagner,4 Schreiner, 1 älterer Maschinenschlosser für landiv. Maschin.-n, 4 Schneider, 1 Eilendreher. 1 Metailschlcifer und Polierer, 5 Bergleute lHauer), 10 Maurer, drei Elektromonteure.
Lebrlinne: 1 Buchdrucker, 2 Schmiede, 1 Bäcker, 1 Friseur.
ES suche« Arbeit: 2 Schriftsetzer, 2 Buchdrucker. 3 Buchbinder, Kaufleute. Schreiber u. Reifende, 1 Wagner, 2 landw. Verwalter, HnuSburlcheu u. AnSlauser, Maschinen- u. Baulchlosser, 8 Wärtncr, 1 Kasteninacher, 1 Musiker, 3 Brauer, Maurer u. Anstreicher, 1 Konditor. 1 Schneider, 7 Elektro- Monteure. 2 Schuhmacher, 1 Heuer, 1 Krankenpfleger, 4 Schmiede, 5 Tapezierer und Sattler, 3 Bäcker, 4 Kellner, 1 Kraftfahrer, 4 Mechaniker, 3 Treber, 1 Optiker, 1 Fräler. 1 vulkauiseur, 2 Zeichner, 1 Drechsler, 1 Glaser, 2 Friseur^ 2 Betonarbciter.
Lehrlinge: 1 Schuhmacher- 2 Schlaffer, 1 Schmfefe 2 Bäcker, 1 Frisenr, 1 Kellner, 2 Mechaniker, 1 Schreiner, 1 Metzger, 2 Kaufleute, 1 Elektromonteur.
Weibliche Abteilung:
ES können eingestellt werden:
a. bei diesigen Arbeitgebern: 1 Zimmermäbche» 1 Küchenmädchen, Dienstmädchen. Lauflranen und -Mädchen, 1 Verkäuferin, tüchtige Alleinmädchen, 2 Stützen, 1 Weiüzeugnäherin für eine Anstalt, einige Bereifertnuen, Zigarrenmachertnnen unb Entripperinnen, 1 Kochlehrltng.
b. bei auSwärtiaen Arbeitgebern: DtensttnSb- chen, 4 Hauviuadchew Alleinmäochen. 4 landwirtschaftliche Dienstmädchen, 1 Stütze, 1 Ziiumer- Mädchen. 1 Kuchenmädchen, 1 Köchin, 2 Friseusen, 2 Haushälterinnen.
ES suchen Slrbeit: 1 BlbliotbekSaebllffn, 2 Büglerinnen. 1 Näherin bei Schneiderin. 2 Zimmermädchen, einige Lauffrauen, auch für Nachmittag-- Beschädigung. 2 Waschfrauen, LHauSdältcrinuen, 1 Hotelköchin, 2 Dtenomvistinnen. 1 Lehrmädchen bei Schneiderin, 1 Hilssschneidettn, Wickel« und Zigarren Macherinnen, 1 Lehrmädchen f. Modistin 3 Kontoristinnen. 8 Berkäuferinnen, 1 Weih^eua' Näherin, 1 Flickerin, l Filialleiterin, 1 Schueiderut für Herrenkoniektton. l Buchdinderarbeiterin.
(Sberiicrfmif.
Montag btn 6. Dezember 1920 nachm. 3 Ufr soll ein zur Zucht untauglicher (Eber der Gemeinde Muschenheim im Wege schriftlichen Angebots zum schlachten verkauft werden. Angebote per Ztr. Lebens gewicht sind bis zum 6. Dezember nachm. 3 Ufr mit entspechender Aufschrift bei der Bürgermeisterei Muschenheim einzureichen, woselbst Eröffnung in Ge> genwatt etwa erschienener Bieter stattfindet.
Gleichzeitig wird ein zweijährig» Ziegenbock öffentlich meistbietend versteigert. 12742
_______Bürgermeisterei Muschenheim. Becker.______
Montag den 6. Dezember, vormittags 10 Ufr wird in der Gemeinde Reiskirchen im Gemeindehaus
1 Eber und 1 Ziegenbock
versteigert. 12760
Der Bürgermeister. Launsbach.
Namen
Elisabeth
>. November 1920.
Gladenbach,
ie Beerdigung findet statt:
n, schwerem Großvater,
trauernden Hinterbliebenen:
iermann Rüffel Georg geb, Rüffel.
nachm. 3 Uhr.
12744D
im fast vollendeten
Heute mittag entschlief sanft nach Leiden unser lieber, guter Vater, Schwieg Bruder, Schwager und Onkel
Verreist vom 3. b. 14. Dezember
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Betr.: Evgänzungswahleu zur Handelskammer.
Auf ®rinti> des Gesetzes über die Handelskammern haben am Ende dieses Jahres Ergänzungswahlen zur Handelskammer stattzufrnden. Es scheiden aus im Wahlbezirke
Gießen^Stadt: die Herren Kommerzienrat Kling-- spor, Leopold Mayer und August Noll;
Lich-Hungen: Herr Heinrich Jhring in Lich.
Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß vom 3. bis 12. Dezember d. I. die Listen der Wahlberechtigten für Gießen-Stavt auf dem Sekretariat der Handelskammer und für Lich- Hungen auf der Bürgermeisterei in Lich währerch der üblichen Geschäfts stunden zur Einsicht offen liegen und daß Einwendungen gegen den Inhalt der Listen innerhalb der zeHrtägrgen Frist bei der unterzeichneten Handelskammer vorzubringen sind.
Gießen, den 30.November 1920.
Hessische Handelskammer Gießen.
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den Brunnen demolierten. Strenge Diskretion zugesichert.
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ita. London, 1. Dez. In Cork imirbat heute neue Feuer angelegt. Kurz nach Mitter- nacl;4 wurde ein Sinnfeiner-Klublxms durch eine Diandbombe angeftedt. Das Gebäude wurde angesteckt, und die umliegenden Häuser schwer beschädigt. In der Nacht dauerten die Feuerge- sechte an. Der rechte Flügel der City-Hall wurde angegriffen und versucht, ihn m Brand zu stecken.
ita. London, 1. Dez. In Dub 5in dauern bie Haussuchungen der Polizei und Militär an. In dem Bureau der Zeitung ..Jrclant/' mürbe der Ttreftor und ein Angestellter verleastet und Geld und Dokumente beschtagriahmt. Gegen Mitternacht drang eine Gruppe in das Gebäude der „Irish Times" ein und plünderte die Räume. Tas Bureau des „Freeman", des Hanpwrgans der Nationalisten murde in Brand gesteckt.
Trockenheit in Süddeutschland.
Freiburg, 1. Dez. (WTB) Nach achtzehn- wöchiger Pause ist heute Nacht der erste Regen niedergegangen, nachdem sich bereits seit ansang dieser Woche ein Witterungsumschwung vorbereitet hatte. Die Temperatur, die Zeitweise bis 14 Grad unter Null gesunken war, beträgt heute 6 Grab unter Null. Das lange Ausbleiben der Niederschläge hat nicht nur in den Feldfrüchten großen Schaben angerichtet, sondern auch sonst in wirtschaftlicher Hinsicht außerordentliche Sdpoierig* feilen hervorgerufen Die Kohlenversor- gun g ist infolge des außerordentlich niedrigen Wasfersianbes vollständig ins Stocken geraten, so daß bie Kraftwerke für die nicht ausreichende Wasserkraft feinen Ersatz haben. Neben der Textil- inbuftrie hat darunter autf) besonders die Schwarzwälder Uhrenindustrie zu leiden. Die Zeitungen können teilweise mir mit Unterbrechungen und in beschränktem Umfange erscheinen. In den Betrieben wird vi'l'ach mit verkürzter Arbeitszeit gearbeitet. Eine Besserung ist nur dann zu erwarten, wenn der Regen recht ausgiebig niedergeht, damit die Schwarzwaldgelväs'er und der Rhein wieder ihren normalen Stand erreichen.
während die btohen Zuschauer die Hinteren Neiden füllen. Ich lasse mim also mit einem Kameraden vom deutschen Schiff zusammen als Seele aufnehmen. Ich überzeugte mich dann, daß niemand unter dem Grammoplwn saß Bei der Aufnahme
'ätze zwischen Naiional-Tscl-echen und Deutsch-Na- nonalen nod> ans der österreichischen Zeit her be- steht, wissen wir alle. Die tscheckRegierung ist teinüht, einen Ausgleich herbcizuführen. Tas er- ; fordert aber Zeit. Die Arbeiterschaft ist bereits au
dem heften Wege, zu einem Ausgleich zu gelangen.
Abg Breitscheidt (U.): ES handelt sich frier um innertschechische Angelegenheiten und diese - können uns beim Abschluß eines Vertrages nicht
versprach ich natürlich auch, keinen Alkohol zu trinken. Tic ganze Geschichte gefiel mir aber so, daß ich meinen Perus ms Tellerwäscher auf?,ab und zur Heilsarmee überging. Da ich nun frommen Boden betrat, glaubte ich die Wahrheit lagen zu müssen und gab an, ick wäre ein Okaf. Da benutzte inan mich gleich als Reklameartikel. Es hieß ram: ,,w e saved a German count. Before he came here, he drank wbisky like a fish water“. (Wir haben einen deutschen Grafen gerettet. Bevor er kam, bat er Schnaps getrunken, wie ein Fisch Wasser.) Da kamen bie Leute ans der Stadt und trollten den
Lesungen angcnonrmcit.
Nun wird die Beratung des Haushalts beim Titel Rei ss-.irtsckwftsmi isterium fortgesetzt.
Abg Düwell (US. linkst Im Dienmahr 'ehe ich nur eine Wi. Verholung der^Sckiarnhorstschen Methode, neue Kadres aufzustellen. Die milw iirische Seite ist die Hauptsackie. Die.Arteitslofta- k«it nimmt nicht ab, das Gegenteil ist der Fall. Sorgen wir für eine B.'fserung der Beziehungen z.m Anslanbe, nawentlich zu Rußland. .Hundert - ' ttusende von Arbeitern können bairi Beichäsligiing Men. Tie Pläne des Herrn Stinnes mit den Sufanrnrcnlegungm läuft nur auf etne Permni' bttung der Arbeitskraft und damit auf eine x$er= Hebnmg der Arbeitslos g^'eit hinaus. Zugleich will ierr Stinnes angesichts drohenden L>taatsbanke^ fick) m glichst Viel SBcrtobietie sichern. Auch ton bet Sozialisierung kann man unter diesen Umständen nichts ctmarten.
Abg. Hoch (So;.) bestreitet verschiedene Än- gtben des Ministers. Jedenfalls sei von bet 5eü* fttllung des Ministers über angeblich 3090 Bcrg- arbeitcrwohnungrn in Oberschlesien dort nichts bckannt, andererseits habe der Minister von 2—300 , 2rb?jterwohnungen im Ruhrrevier gesprochen. In Dirklich'cit seien bereit- 1150 fertiggestellt, roäfc r?nb 3450 nahezu fertig seien. Zur Pariser Kohlen- ragc bemerke er, Frankreich habe einen Anspruch *pn 60 Millionen Tonnen, aber nur 20 Millionen Sonnen erhalten Don einen Ucberflufj könne
ein wollen, wird der Mittelstand weiterleben und auch ttneber zur Blüte kommen. Nur eine An span- nung aller Strafte kann uns Helsen und deshalb ist der Achtstundentag ein Unsinn. Mit ihm ist in vielen Fällen nicht auszukommen, zum Beispiel bei der Landwirtschaft. Der Abbau der Zwangs- nirtschaft muß kommen. Die letzten Kriegsgesell- chaften mit ihren Eingriffen in den freien Handel müssen verschwinden. Gegen bie plötzliche Senkung der Preise für Süßigkeiten, bie für den 15. Dey. ds. Is. geplant ist, erhebe ich Einspruch. Die Händler und die Fabrikanten haben sich während des Sommers zu Weihnachten zu teueren Preisen eingedeckt. Sie fönnen nicht plötzlich 50 Millionen Mark verlieren. Auch die Vollmachten der Preis- prüfungsstellen müssen begrenzt werden. Der Redner ie rflärt sich gegen jebe Sozialisierung und Kommunalisierung. Eigenschaften, wie sie Herr Stinnes besitzt, brauchen wir heutzutage sehr nötig. Die Handlungsweise gegen ihn von feiten der Sozialdemokratie muß ich ärmlich nennen. Die Kleinpensionäre müssen mindestens so gut gestellt werden wie die Arbeitslosen.
Reichswirtschastsminister Dr. Scholz: Für den Mittelstand, den Kleinhandel und das Stlein- gewerbe erinnere ich an die Zusicherungen des Reichskanzlers. Die Regierung ist beitzüht, die auf» getauchten Vorschläge alle zu prüfen, dazu gehört auch bie Reichs gcwerbeordnmig. Auch sie wird bei der Vorbereitung von Handelsverträgen nicht vergessen werden. Daß wir einen Abbau der Kriegs- gesellschasten betreiben, habe ich bereits versichert. Trotz der Schwierigkeiten der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit find im letzten Monat 730 Angestellte der frricgggefeHfdxiften entlasten worden. Italien ist das klassische Land der Kommu-alisie- nmg und des Kleinhandels. Seit 10 Jahren betreibt man dort Kominunalisierungspolitik, ohne einen eigentlichen Erfolg errungen zu haben. Es ist also kein leuchtendes Beispiel. Der Wimich nach freier Vergebung von Aufträgen ist berechtigt. Desgleichen das Verlangen nach dem Bezug von Motoren aus den staatlichen Kriegswerkstätten. Die gestrige Kritik des Abgeordneten Hoch war nicht so scharf, wie ferne heutige. Ich bin nach Prüfung alter erforderlichen Gesichts- tvmtte gerne bereit, die notwendige Abhilfe zu schaffen, genau wie es der Abgeordnete Hoch for- tett. Ich sehe auch selbst die ganze Sache mit dem Pessimismus an, wie sie es verdient. Eine Devisenpolitik, die nicht mit Vorsicht gemacht wird, kann dazu führen, die Mark vollkommen wertlos zu machen. Auch darin stimme ich dem ylbgeordneten Hoch zu. Meine Ziffern über die Arbefterwoh- mmgen entstammen dem Reichsarbeitsministerium und datieren von Anfang Oktober. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert, so daß nun» mehr die Zahlen ungefähr Platz gelten, die der Abgeordnete Hoch genannt bat. Ru der französischen Kohlenangelegenheit stellt der Redner i>?n Wortlaut seiner Rede nackt dem Stenogramm fest. Ich habe nur nackte Tatsachen genannt, ohne mich out Pressenotizen zu verlassen, die ich nicht nach- prüfen kann. Wahrlteüen festzustellen zum Wohle arn'eres Vaterlandes darf doch wohl dem Reichswirtschaftsminister nicht genommen werden.
Nach einer persönlichen Bemerkung des Ab-
icfrngt werden, weil sie mit einem Male tschechisch -eben und schreiben sollen Teshalb gehört die 5ad)c, frei von jeder parteipolitischen lieber Beugung, gor den beutfdjcn Reichstag.
Abg. Levi (K.) fragt, ob die ungarische Re- ' aierung auch der Entente gegenüber den Mut habe, ich als königlich zu bezeichnen, wie sie dies der putschen Regierung gegenüber tat. Das fei eine Btleibigung der deutschen Republik. Es gibt keine ungarische Regierung, es gibt nur Unterdrücker. Tausende sind in Ungarn gehenkt worden und rtfrid^eitig verhandelt die deutsche Regierung mit lesen Mördern. Ein anderes Land, an dem unser 3rotetariat hängt, muß draußen stehen. Deshalb - protestiert das Proletariat gegen diesen Vertrag und
daher wohl nidst die Rcke sein. Der Reichswirt' chaftsminister sollte für das ganze Reich die Stelle ein, die Auskunft geben kann, auch lvenn feine Aeußerungen auf das Gebiet anderer Minlsterien bmübergreifen. Deshalb könnten feine Ausführungen nicht befriedigen. Auch in der Sozialifie- rungsifrage treiben uns nur fachliche und nicht parteipolitische Gesichtspunkle. Wir warnen bei Zeiten, nickst zu warten, bis die Arbeiter Ernst machen und alles zusammenbricht, können nur bie Sozialisierung von dieser Regierung nicht erlangen, werden wir sie uns auf dem verfas ungsmäßigen Wege des Volksbegehrens zu verschaf'en w:s en.
Abg. Hammer (Ttschntl.) ueit itt das Jn- tereffe des .Handwerkes, dem überall durch die Meistbegünstigungsverträge ©daaen jugefügt werde. Aus allen Seiten gekneckstet, in unteren Verkehrsmitteln behindert und unserer STabet beraubt, sehen wir, wie England sich unseres Eigentums bemächtigt und wie unsere Patente skrupellos vom Auslande ausgenützt iverden. Tie Verluste an Kohlen burd) die Beschlagnahme des Saar-^ gebietes und durch die Kohlenlieterungen belau- ien sich auf 20 Milliarden Marl Von 19(j Millionen Tonnen Jahresproduktion im Jahre 1917- baben wir im vergangenen Jahre nur 40 Millionen Tomien erhalten. Bei Anspannimg aller iriafte können wir es auf 12b Millionen Tonnen bringen, vorausgesetzt, daß unS Oberschlesien mit seinen 43 Millionen Tonnen nicht durch einen Gewaltakt entrissen wird. Tast die KriiegsHesellsdiasten letzt aufgelöst werden, ist die höchste Zeit, sie verteuern nur unsere Lebensmittel. Ter Handel muß frei werden, abgesehen von Luxusartikeln. Tie Besteuerungsverordnung darf nicht zur Verminderung der Qualitätsarbeit führen. Ueberhaupt bedarf das in Weimar geschaffene ©teuerfnogramm einer Revision. Ich bin gegen Sozialisierung und Kommunalisierung Eme Kapital- und Gewinnbeteiligung entspricht vielmehr den Interessen der Arbeiter und sie f(hofft den Widerstreit aus der Welt.
Abg. Beytbien (D. Vp.-: Tie Sozialdemokraten sehen in dem Mittelstände immer noch ihren Feind. Aber solange es noch Menschen gibt, die lieber ein kleiner Herr als ein großer Knecht
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vermochte».
Graf Luckner bei Der Heilsarmee
Die abenteuerlichen Erlebniste seiner Jugend rührten Graf Luckner (den späteren^ Komm an- bauten des Seeadlers) in die nrerkwürdigsten Lebenslagen. In Australien verdiente er , ich als Tellerwasdrer iem Brot. Bei dieser Gelegenhnt machte er die Bekanntschaft der Heilsarm«, dlc ihm zu einer neuen Beschäfngnng oerha.f. (Sr berichtet hierüber im „Seeteufel" folgendes: „Meine A-'ier» zxbcnb.t.rnbm b« ritzte ich dazu, die Heilsarmee aufzusuchen. Selten hat mich etwas io uberra,cht und migezogen, wie ihre Gesänge. Auf ihrer Station besaß die Heilsarmee ein Grammophon, das ich vorher nie gesehen hatte. Ich komme hierher nach Australien, um ein Land mit wilden Men'chen zu sehen und finde ein solches zivilisiertes Teuw sding. Ick denke immer, da sitzt noch einer druttter, der den Kopf im Kasten hat, berat das Grammorchon stand auf einem Tisch. Ick muß ausfindig rnachen, wer da spridst und wie er das machte, gucke tote drückt darauf. Nun zricft es sich «nn man von der Heüsarm« als „Seele" Lufgenommen
rin geben.
Tie erste Beratung ist damit erledigt. Auch btt zweite und dritte Lesung erfolgte und das 6jtsetz nnrd angenommen. Es folgt die Beratung ars Gesetzentwurfes über das Rechtspf'legeabkonv- tnen zwisckien TanM und dem Reiche.
Minister des ?leußern Dr. Simons be- L HÜT*bet bie Vorlage und betont, daß auch für das | Ocmrigebiet ein ähnliches Abkommen tm Wege I ist. Gin Momnicn mit Polen fei am 30. Noo. s Lterzcichnet worden. „ .
Der Entwurf wird debatteloS in allen irret
Grafen sehen. — Ich mußte zuerst mit Mottenpulver arbeiten und die dnrck wohltätige Leute ge- schenkteii Weiber einnwttcn. Ta ich rasch Englisch lernte, erhielt ich dann eine höhere Aufgabe. Ich hatte die für die oerfthiebenen Staaten Australiens rinzeln gedruckten „Mrieg^rufe" nach ihrem Erscheinen burdttuarbeiten und herauszusuckfen, ime- viele Seelen äaptain Soundso gerettet hatte ui'ro. Nach sechs Wockfcn bekam ich eine Uniform und verfauftc „ftriegdrufe", bie ich glänzenb los ivurde. Ich bachte: „Hier kannst du ja auch Kaptain tvcr- den, von ber Heilsarmee!" Die Menschm waren gut zu mir. Den Alkohol, den ich kaum kannte, zu entbehren, wurde mir auch nicht schwer, aber ich wurde furchtbar in Versuchung geführt 'uit Limonade. Kaum o.'trat ich mit meinen „Kriegsrufen" eine Wirtschaft, so riefen die Leute: „Hailoh, count! Do you like a ginger-ale?“ (Graf, nehmen Sie eine Ingwer-Limonade?) Ich antwortete: „Yes, behind the Bar," (Ja, atfi*r hinter dem Schenktisch), denn ick) glaubte irrigerweise, cs wäre Alkobr-s, da cd so gut schmeckte, llub so niachie ich Leu Xxuicn groben Spaß, ohne recht )u wissen wodurch — Es kam aber die Zeit, da ich mir sagte, das ist doch nichts, solch ein frommer Kapitän oder Leutnant; du willst doch lieber Seemann werden. Ick) legte das den guten Leuten bar. und sie waren auch einverstanden. Da ich aber noch zu jung foäre, bemühten sie sich, für mich etwas Verwandtes zu jrti finden. Und wirklich! Nach drei Tagen )var ich Äuchtturmwärterassistent auf Cape-Lewien.
Verlort«
Deutscher Reichstag.
Berlin, 1. Dez. 1920.
Au, Antrag des Abg. K ö h n e u (US.) wird m ’d"leimiger Antrag auf Haftentlassung des in Istnckeu wderrechtlich verhafteten Abgeordnet.m stcmmete beraten.
Noch« längerer Debatte iv.rd ein Antrag des jfg M ü 11 e r- Frcmi'en ang nomnrn, das Haus .t «Vc fick i ber die sofortige Einstellung des Ver -ährens schlüssig werden. Falls dies abgtfehnt itb, m g? die Uebevweisung an die Geschäfts- rdn.'ngskrnrmisiion erfolgen Tie iifertige Ein- tlluitg des Verfahrens wird besckstosien.
jur Begründung des Gesetzes über die Ver- vi: arungcn zivif'chen dem Deutschen Reich, bet Lgarischen Regierung, der tschechoriloroalfchTN nb ber ösierreichischen Regierung nimmt der Mi- fter des Aeußern Tr. Simons das Wort. Es ist tltmgcn, mit allen drei Ländern dm Gegenstand Ir Grg.'nseri gfeit zu vereinbaren. Die Regierung nibt bcu Wiederaufbau dw Handelsbeziehungen v diesen Ländern am besten in die Wege geleitet I haben, und empfiehlt die Annahlne.
2Cg Ever 1 ing (D. Dvt >: Die Ausschrei- mgeii in Prag (faben im ganzen Reiche große hregung hetvorger ifm und nam.ntlich die Grenz- ochbarn, vor allem in Sack)fen, erwarten, daß rn Deutschen Reiche die Aufmerksamfrit ber Welt uif die schwi're Schädigung des Selbstbestimmungs- r»d>td der Völker gelenkt wird. (Zwisd^enrnfe der licken.! Der Minderheitsschutz muß gewährleistet •nfrbcn. Der Staat, der den Schutz seiner Minder- eiten aus d.m Arge verliert, gefährdet bie Wieder« ' hr noimaler Beziehungen
Abg. Erkelenz (Dem/-: Die Tschecho- Aowakci geht immer von bem Gedanken aus, daß ie ein nationaler Staat sei. Tas ist jedoch nicht «r Fall. Ten Dautschen ist völlige Gleid>bereck- igung und ber Schutz aller Freiheit und Gerecht ame bei ber Grünbimg des tsdfecho-slowakisck-en
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•Iiidit Str. rir... .9985 an den (jit- L
Sechs Heme ia iten büraerllttei . ÜittJjMÄlb -chrifil. anflebpr» - 19989 an den fti; j
tosritt
DaAndenke^Z
v-' »o kaufe» Äaates zugesagt worden. Präsident Masaryk steht K- .. . M and) auf bem Boden dieser Abmachungen, nur die ndUTiaaen, Ä untergeordneten Organe setzen dem Wioerstanb ent* * gegen. Jedenfalls sind wirtsckaftlid) ruhige Be-
BW kiskck
bestimmen, eine ablehnende Haltung einzunehmen. Oliid) bie Sowjetrepublik fragt nickt, was der rtant, mit dem sie einen Vertrag schließen will, ür eine Verfassung hat. Wir wünschen, daß nun endlich ein Beitrag mit Rußland zustande kommt.
Minister des Aeußern Dr. Simons bedauert, daß gegenüber den wirtschaftlichen Jnter- 'ssen bei den verschiedenen Parteien auch die geisti- ien Interessen zum Durchbruch gekommen sind. Mr haben nicht das Recht, das Zustmidekommen ion Verträgen von den Verfassungen abhängig zu machen. Die Bezeichnung „königlich" entsprickst der ungarischen Verfassung. Durch bie Unruhen in der Tschecho-Slowakei sind auch deutsche Reichs- ongehüiige in Mitleidenschaft gezogen worden. Die i < tstyecko-stowakisckie Regierung hat auf unseren Protest hin Entsckrädigung zu gesagt. Erne
Untersuchung der Dinge, wer schuld an den Zusammen flößen hat. liegt uns nicht ob. Jedenfalls laben wir Anlaß genommen, bei ber tschecho- i slowakischen Regierung freundschaftliche T^>ritellun- , en '„n erheben Auf Die Handelsbeziehungen zu jl lufelanD will ich bei ber Interpellation Aoerhold
Pscrde standen sehr hockt im Preis, dagegen war der Preis für Schlachtpferdc ganz be deutend gesunken. Der Besuch des Marktes war ungewöhnlich, schon am Montag se^tc das Geschäft äußerst rege ein. Eine Reihe großer Traitsporte ging nad) Bayern.
sd. Gimbsheim, 1. Dez. Die Versteigerungen des Sdiilfrohres am Alt» rhein, das als wichtiges Baumaterial ge- ckfatzt ist, haben begonnen. Trotz der im ' >orfahre erzielten auücrorbcnttid) hohen Preise, wurden in diesem Jahre bereits tpci- ere Preissteigerungen erzielt. Tie Versteige rung in Gimbsheim erbradftc 217 000 Mk., während in Eid) 117 000 Mk. gelöst wurden
((In einem Teil bet Auflage wiederbvlt.) AuS dem hessischen Finan.;ausschuh.
rm. Darmstadt, 30. slivv. Der Finanz- aussckuß der Hessisck>cn Volks kam wer beriet heute die RegierungsVvrlage hetr. bi’ Besteuerung be S Gewerbebetriebes i m Umhcrziehen. Tie Abänderung des Gesetzes von 1920, wonach jetzt eine Erböhimg der Steuersätze um bas Fünffache vorgeschlagen wirb, würbe zugestimmt. Ebenso würbe die Regierungsvorlage betr. bie Versorgung mit Brennholz, in der bie Höhe des JahreshiebsatzeS usw. fest» gelegt wird, guigel-eißen. Die Vorstellungen ber Otemeinben Fürth imb Pfeddersheim brir. (Einteilung in eine andere Ortsklajfe, wurdm für erledigt erklärt. — Die Vorstellung des At'abemisck)cii Vereins betr. bas Wartegeld der Finanz-, Iwrst-, ^rick'.s- und Lehramtsakzessisten soll mit bem Antrag yhih gemeinsam im Plenum beraten werden. — Die Vorstellung ber Bahnrenteneinpsänger geht an die Regierung mit bem Ersuchen, die Not der Leute durch monatliche Salbungen so lange zu unterstützen, als die Teuerung anhält. Die Vorlage betr. Emeritierung derHochschulprosesso r en wird genehmigt. — Don der Vorstellung ber KreiS- sckmlinspektoren beir bie Mitarbeit in der oberften Schulbehörde (Fall Diehl), wird Kenntnis genommen und babti zum Ausdruck gebradjt, baß der Ausschuß^ ivie die Kamnier zu diesen Fragen grmid- sätzlich keine Stellung nehmen sott. — Auf die Vr'r stellung zur Unterstützung ber Jugeiidherbergen soll die Regierung ermächtigt toerbm, einen einmalig,en Beitrag von 5000 Mk. zu bewilligen, so iveit Mittel dazu vorhanden sind. — Der Rogierungsvorlagc betr. den Ankauf eines Hauses in Butzbach zur Schaffung einer Wohrarng für den dortigen An staltsarzt für 60 000 wird zugestimmt. Ebenso der Vorlage betr. die Schaffung eines Stuben*- ten Heims in Gießen. Es kommt hierbei ber Wunsch tum Ausdruck, auch für Darmstadt die gleiche Ernrickünng zu sck>affen. — Die Vorstettun* gen Mogk und Scherer, sowie Born (Gießen) werden für erledigt erklärt.
Waffenstillstand zwischen den Kemaltsten und Armenien.
ita. Konstantinopel, 1. Te». In werteren Verhandlungen wird bestätigt, daß ein neuer Wa sf e n stit l stau d zwisck-cn den Kcma- : listen und Armenien abgeschlossen worden ; ist. Zum Abschlutz "eines Friedens mit Armenien verlangen bie Kemaltsten ®arauhen, beiow- ; ders. daß Armenien keine ber Türke» feindliche Politik führt, daß Armenien Garantten für du ’ Sicherheit ber türkischen Bevölkerung auf arme- ' nischem Gebiet gibt und daß 'Armenien auf den Vertrag von Sevrcs verzichtet und geneigt ist. : auf freundschaftlicher Basis etne Grenze mit der , Türke» 'festzufetzen.
Die ntssisch-polnischen Vcchandlungen.
. ita. Riga, 1. Tez. Aus Riga wird von . Reuter gemeldet, daß bei den ruf fisch-Poc- ; Nischen Verhandlungen neue Schwiv» . rigfeiten aufgetaudtt sind. Die Sowietdele- । gation hat Polen eine neue Note überreicht mit . einer Liste, worin die Verstöße von polnischer Seite . gegen die Waftenstitlsbandsb.dingungen angeführt t werden.
legen diese Regievung.
Llbg. Müller-Franken (S.): Daß bie iJtegierung bemüht ist, Der deutschen Wirtschaft auf» | zu helfen, erkenne ich gern an. Eine Untersuchung Ye ■ [ über die Ursackie ber Vorkommnisse in Prag kann
HßlM I der deutsche Reichs ag nicht vornehmen. Daß Gegen-- ■ei,Be M 'ätze zwischn Na!ional-Tsck)echen und Deutsch-Na^
* Der sterbende See. (Eine Talsperre ohne Wasser.) Aus Kassel unro uns geschrienen: Mitten im Waloecker Lande hegt eit einigen Jahren Mitteldeutschlands größter See, das Staubecken ber (Dertalsperre. Emen nunderhören Anblick bietet ber von hohen Bergen eingcrahmte See, in dessen Wasserspiegel sich die trotzige Feste Waldeck beschaut. Die <5ber, ein wasserreicher Nebenfluß der Fulba, speist _ das Becken dieser Sperre, die heute die aewalttglte in ganz Europa ist. Mehr als 200 Millionen Kubikmeter fast ber See, auf bessern Grunde die Reste von Dörfern und Mühlen liegen, die seinerzeit geopfert weichen mußten, als die Sperre angelegt morde Heute bietet der See einen trostlosen Anblick. Der See ist wieder zu bem Flusse geworden, den er einstmals gewesen. Kaum noch 40 Millionen Kubikmeter Wasser enthält das Staubecken und davon muß täglich eine Million abgegeben werden, um die Weser und den Mittellandkanal mit Wasser zu versorgen, um zu verhüten, daß bas große Kraftwerk, ba5 ganz Waldeck und einen großen Teil von Niederhessen mit Licht und Kraft versorgt, stittgelogt wird. Schon jetzt hat der Stromverbrauch ber an bas Everkrastwerk-Netz Angeschlossenen rationiert werden müssen. Die stabt Kassel ist in die unangenehmste Lage geraten. Sie ergänzte ihren Sttwmbedarf aus ber Kräfte Werkerzeugung und muß nun dem Wasserkraftwerk mit seiner durch Kohle gewonnenen Elektrizität aushelfeu. Landsd-aftlich hat die große Trockenheit außerdem ein eigenartiges Bild ^zeitigt: Tie Friedhöfe der untergegangenen Dörfer traten zutage. Aus schlammigem Grunde ragen Grabsteine auf. Große Steinguadrate mit Gewölben lassen ehemalige Gebäude erkennen und das Ganze sieht sick an wie eine durch Ausgrabungen auf» qebedte Gegend. Trümmer lassen erkennen, wo einst blühende Siedlungen gewesen Tie Motorboote, die den Verkehr aus dem See bewerkstelligen, liegen, hilflosen Nußschalen gleich, auf bem Trockenen.
— Lanvwirtscha ftkicke Genos- senschaftsbank Darmstadt. Das Institut schüttet 15 Proz. der Guthaben nad) bem Stande vom 1. April 1913 an seine Gläubiger aus. Es sind dies rund 2,1 Millionen Mark. Die (Gläubiger haben damit 55 Proz. ihrer Guthaben ausgezahlt erhalten. In der Restmasse dürfte noch immer ein sehr erheblicher Betrag liegen.
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3. Anfragen und Wünsche. $er Vorstand.
Die Erhebung der Mitgliederbeifräae für die Jahre 191«. 1!) mH M. 3.—, 1919/20 und 1920 21 mit je M. 6.— erfolgt In der Sitzung. Alle diefenigen Miigliedevbeiirnge. die bis Aum 10. Dezember nicht bei dein Rechner, Philipp Kehler. 1'ang-GönS, ein- gegangen sind, iverden per Poünachnahme erhoben.
Frankfurt a. M.
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Samstag den 4.Dezember 1920, vorm.SUHr, im Hotel „Deutsches Haus" in Friedberg (Bahnhost Tagesordnung:
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Nidda, den 21. November 1920.
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Zutaten zur Creme: V* Liter Milch, I Teelöffel von Butter, etwas atronenschale, 40 g (5 Teelöffel voll) „Gu$tln„ (oder feinste» Stärkemehl), I Eßlöffel
Zutaten «um 0*0: 60 g Kakao, 80 g Zucker, 1 Teelöffel voU Butter I Teelöffel voll „Gustln** (oder feinstes Stärkemehl), 1 Eßlöffel voll Wasser. '
Zubereitung: Butter und Zucker werden gut gerührt, dann fügt man das Eiweißpulver und nach und nach das Wasser und das mit „Bacldn“ gemischte Mehl hinzu, rührt alles gut durcheinander und backt die Masse In einer gefetteten Springform. Nach dem Erkalten schneidet man die Torte quer durch unef belegt die untere Hfllfte mit der aus obigen Zutaten bereiteten Creme, legt die andere Hilft« darüber und bestreicht die Torte mit der Kakaoglasur. Zur Glasur läßt man die angegebenen Zutaten unter ständigem Rühren kochen, bis die Masse Blasen wirft.
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Die Berliner und Münchener Presse schreibt über:
Medini, die Wasserträgerin
nach einer Novelle
Der Mann auf der Flasche
von Guntav Meyrink:
Endlich wieder ein guter Einfall Ist die Verfilmung Guntuv Mo.vrlnkecher Gedanken. Mit einer kleinen Aende- ning ist „Der Mann auf der Fla*che“ wortgetreu nach der Mey- rinkschen Novelle bearbeitet. Der grauenhafte Racheakt des Emir, diese Ausgeburt eines satanischen Genies ist in dem Film wortwirkend lebendig. Fabelhaft ist dieses Filmwerk, ebenso glaubwürdig in seiner Phantastik In allen Teil, n und mit Geschmack aufgebaut. Jeder Akt endet mit einer wunderbar erotischen Stimmung, die sich ganz geheimnisvoll bis In den letzten Akt zieht und auch noch vorhanden ist, als die Frauenleiche aus der Sanfte in den Ballsaal fallt. — Ein wirklich guter Film!
II En Glanzwerk deutscher Uchlspielmd II
Dieser Film spielt In
„Llohtsplsle Seltersweg" vom 3. Dos. ab.
Dieser Spielplan ist wiederum ein Beweis,daß die Direktion keine Kosten scheut, wirklich moderne, klassische, erstklassige Filmwerke sein.Besudiern zu zeigen and wich bemüht, auch sii» einem kleinen Kino eine Unterhaltung**«&ttc I. Hange« zu machen. Die musik lisch« Il|u. st rat Ion Hegt in den bewährten Händen des Kapellmeisters Court Czler*on mit seinem verstärkten Orchester.
MLöllMMSlktzei
Freitag den 8. Dezember, abend« 8 Uhr Ina Hotel Oroßhereog Versammlung.
Gleichzeitig wird darauf blngewiesen, dah Sonntag den K.Dcze»nber Im gleichen Lokal eine BeLirk^vcrsamwluna der ^andeSgruvpe Heffe« atisinder. Beginn 10 Uhr vormittags.
019987 Der Vorstand.
Kuchen-Wäsche:
Wischtuch turirn.....rn. Il50
Reinleinene Wischtücher, Gläser- tücher, Tellertücher u w.
M. 2L50, 19.50, 16.50, 14.50 und M. VZ»
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„Volk in Not"
Eintrittspreise: 1. Platz 2 M., 2. Platz 1 M., Studentenkarten halbe Pnift Karten im Vorverkauf bei Challier, Neuenweg, Hausverwalter Nitter, Universität und an der Abendkasse. Der Saal ist geheizt
Das große Sittendrama in 6 Akten (Prinzessin Tatjana) Wenn ein Weib den Wes rollert Die Tragödie einer mondänen Frau. Jugendliche haben zu diesem Film keinen Zutritt.
Ferner:
Afrikanisches Raubtierdrama in 3 Akt In Vorbereitung; Dor nrofle Pruoklita: HennyPorten in Asina 3o!eyn
MWiMle Bollsiörltl
Ortsgruppe Gießen
Sonnleg, 5. Dejemöer, söeüös 8 Hr, Im liilüEsttzeii Beteloste
(Eingang Liebigsrrahe)
öffentlicher Vortragsabend
IWWMMlI.» SÄ-HOM
spricht über: • 127^
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