m. 206 Der siebener Znzctaer erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags. Beyigsprcife: Monatlich Mark 3.60 undMlt.- 6bTrugerlohn, vier'eljährlich lUaik 10 80 undML.1.35Trägerlol)n.- durch bie Po>l vierteljährlich Work 12.— ausichlrMlich Bestellgeld. Fern,Vrech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Hefchäftsslelle 5t. Anschrift für Dr.chtnnch- richten Lnzetger Sietzev. p-ftichcclfento: grantfurt a. M. U4S6 Annahme von riHjuacn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l nun höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtl d> 3b Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anreisen von 70 mm Steile taO Pf Bei Platz. Vorschrift 20°, Auffchlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Berantwortlich für Politik. 2lug. Goetz: für den übrigen Teil. Dr. Reinhold 3-nz: für de« Anzeigenteil: H Beck, sämtlich in Giehen. Erstes Blatt 170. Jahrgang Donnerstag, 2. September ß)2v GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vntck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Ssch- und Steindruckerei H. Zange. 5christ!ettuug, Geschäftsstelle und Druckerei-. Zchnlstrahe 7. ® _____ . ■■■■ -TI ■ ■ Iirw—" WT i giMMCTIUMMnB VK Aurliejerung der Zeppeline. ihn mir motlen teUchruf Drängen Frankreichs die Brüf.seler Kon- ieron- unabhängig von der Genfer Itoltnnbcn ernst meint, wird wie möglich etwas Au; dem Ausschutz für auswärtige bungsstoff, anfeufen. Es wäre eine maßvolle und einsichtige Soli'if, für die Verletzung der frajv rösischen Hoheitszeichen und den Angriff auf das Konsulat die Entschuldigungen in einer Form zu wählen, die Frankreich volle Genugtuung gewährt, ohne überflüssige Demütigungen für Deutschland zu enthalten. Bibliothekarische Forderungen Frankreichs und Belgiens. Berl in, 1. Sept. (WTB.^ Tie in den letzten Tagen veröffentlichten Nachrichten über französisch-belgische Kompensationssor- berungen an deutschen Bibliotheken lind unzutveffend, insb:sondere ist der Antrag der französischen Regierung, ihr die Bestände der Teutschcn Bücherei in Leipzig, datierend vom 31. August 1914 an, zu überlassen, nie gestellt worden. Es liegt lediglich ein Antrag vor, auf Reparationskonto, die während des Krieges in Deutschland erschienenen Zeitschriften und Literatur an Fvankrrich zu liefern, da es im oeutschen Interesse liegt, daß die in den französischen Biblio- tfefen fehlenden deutschen Zeitschriften dorthin gelangen. Es finden über diese Forderung zur Zeit Verhandlungen mit der französischen Regierung statt. Tie Verpflichtung zur Wiederherstellung der Universitätsbibliothek in Löwen ist im Friedensvertrag von Versailles von Deutschland übernommen worden. Die Befcfeffung der Druckschriften ist bereits in vollem Gange. Das lieber* em kommen mit der belgischen Regierung macht es möglich, die Lieferung der Druckschriften in einer Weist vorzunehmen, daß jede Schädigung des deutschen Bibliothekbesitzes vermieden wird. Die Aussprache. Ter Vertreter des preußischen Ministers des Innern machte sodann eingehende Mitteilungen über die Breslauer Vorgänge. Abg. Herschel (Ztr.): Nach meiner persön- lichetr Meinung sind die Ausschreitungen im französischen Konsulat durch großstädtischen Mob ans- geführt worden. _ x . , Abg Scheide mann (Soz.) fprach sich dahin aus, daß in wirtschaftlicher Beziehung möglichst bald Abmachungen mit Rußland zustande zu bringen seien. Für die Breslauer Vorgänge stellte er die Forderung auf, dem Ursprung der Ausschreitungen nachzugehen und festzustellen, ob eine nationalistische Mache vorlag, oder ob es sich um Mob gehandelt habe. Abg. v. Rheinbaben (Vpt.) stimmte den Ausführungen des Abg. Lerscfel bei. Graf von Westarp (Dntl.) fchlofz sich den Ausführungen des Ministers des Aeußern über die deutsche Neutralität an. Abg. Breidscheid (USP.): In der Frage der Neutralitätspolitik hat sich die Arbeiterschaft durchaus im Rahmen dessen gehalten, was von ihrer Seite in dieser Beziehung zugcsagt worden ist. Abg. Schiffer )Tem.) beleiid/.ete die allgemeine politische Weltlage und bclantc, daß alle Uneinigkeiten unserer Gegner letzten Endes nur Schaden für uns bringen würden. Die weiteren certraulidien Llnsführungen des Rri)ners bezogen sich auf die oberschlesischen Vorgänge. Abg. Müller- Franken (S.) richtete einige Fragen im Zusammenhang mit Rußland an die deutsche Regierung. . r Abg. von Gräfe (D.-Natl.i ging auf die Forderungen der französischen Note ein. Abg. Stresemann (Vp!. nahm Stellung zu der französischen Politik gegenüber Deutschland, besonders im Zusammenhang mit Oberschlesien, zu der Kvhlenfrage und der französischen Note. Nach dem Abg. Dr. Spahn (Z.) na'frm zum Schluß Reichsminister Dr. Simons nochmals das Wort zur Beantwortung verschiedener an ihn gerichteter Fragen. Sin Beschluß. Ans dem Reiche. Eine Konferenz der Ernährungsmdrister. Berlin, 2. Sept. In der gestrigen Konferenz der einzelstaatlichen Ernährungs- minifter mit dem Reichsemährungsmmi- ter wurde den Forderungen, die das Reichs- . minifterium für die Sicherung der Ernährung erhebt, insbesondere einer solchen der Fleisch- und Brotreserve, zage- Anaelegenhetten. Berlin, 1. Sept. (WB.) Ter Ausschuß sür auswärtige An gelegen heilen beschloß, die Mutigen Verl>andlungen in oirerl für öffentlich zu erklären, als die Redner nickst ausdrücklich Vertrautichvett für ihre Dirfeguiigen l^ anspruchen würden. Zunächst nähin das Wort der Reichsminister des Auswärtigen. Er begann mit einer kurzen Zurückwei>ung der' Schließlich wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen ein Antrag Lausmann angenommen, dcllMge'hend: Der AuswLrttge Ausschuß ersucht die Reichsregi-erung angesichts der Vorgänge in Oberschlesien um Mitteilung einer Zusammenstellung der einwandfrei feststellbaren Tatsachen hinsichtlich der polnischen H eber griffe und deren Duldung durch die französischen. Stellen, durch die eine begreifliche Erregung der deutschen Bevölkerung in Schlesien hervorgerufen worden ist. Berlin, 2. Sept. Nach der gestrigen Sitzung des Reichsausschussts für auswärtige Angelegenheiten hat der Reichskanzler Abgeordnete zu sich gebeten, die mit den ober» schlesischen Verhältnissen besonders vertraut sino. Berlin, 2. Sept. Wie verschiedene Blätter, z. B. die „Deutsche Allgemeine Zeitung", aus Loridon berichten, werden Lloyd George, Millerand und Giolitti am 24. September in Genf zusarnmentvessen. Die demütigenden Forderungen in der würde, und daß das große interna limalc Fimin z- Programm, das in der letzten Zeit in der Oeffcnl- lichkeil besprochen wurde, nicht ohne genügende Berücksichtigung der finanziellen Lage Deutschlands zustande kommen würde. Der Minister erklärte, seinen Urlaub in der Schweiz dazu benutzt zu haben, um mit dem Gesandten in Bern die an Ort und Stelle zu treffenden Vorbereitungen für Genf zu besprechen. Er hofft, daß die deutsche Delegation danach näher am Mittelpunkt der Vcryandlungei'. untergebracht und auch anders behandelt werde als in Spaa. Die auch die Entscheidung in Genf falle, sei doch jetzt schon anzunehmen, daß einen wesentlichen Einfluß die von uns in Spaa überreifen Tenks ckristen haben werden. Der Reichsminister habe sich mit den Mächten, die für Genf vorzüglich in Frage kämen, dahin in Verbindung gesetzt, daß bereits vor der Konferenz die Sachverständigen dieser Länder untereinander Fühlung nehmen, damit in Genf nicht wieder ein Diktat zustande komme und sich nicht wieder die gleichen Schwierigkeiten erbeben wie in Spaa. Der Reichs- 'Minister betonte, es fei notwendig, daß die Oeffent- lichkeit in den fremden Ländern, vor allem m ’ Frankreich über die Grenzen unserer finanziellen ' Leistungsfähigkeit und über die Bedrängnis unferer : Lage aufgeklärt werde. Dem Gedanken müsse ent- ■ gegen getreten werden, daß wir alles bezahlen wer- ; den und können. Er hoffe, daß es gelingen werde, ben Boden für die Verhandlungen vorzubereiten und in Gens zu einer Verständigung zu kommen. Die Kriegslage im Osten. Königsberg i. Pr., 1. Sept. (WTB.) Lagebericht. Der polnischeNordflügel im Gebiet von Suwalki und zwischen dem Auguftowok anal und dem Forst von Bjelo- w-esch ist in langsamem Vorschreiten Die litauischen Truppen werden kampflos zurück- genommen. Auf russischer Seite zeigt sich Widerstand nur an der Bahn von Wolko- wyschk und südlich des Narew. Der Angriffsabschnitt des Generals Budjenny wurde nach Norden bis südwestlich von Cholm erweitert. Zamocze wurde von den Russen genommen. Bei Grabowiec hartnäckige Kämpfe. Oestlich von Lemberg wurden polnische Angriffe abgeschlagen. Die angebliche Autonomie Aegyptens. Paris, 1. Sept. (Wolff.) Die Blätter veröffentlichen eine Mitteilung der Pariser ägyptischen Vereinigung, in der gesagt wird, die angebliche Äutonomie Aegyptens sei nur eine Fortsetzung des englischen Protektorats in versteckter Form. Die. Bereinigung habe einstimmig beschlossen, den Kampf für die völlige Unabhängigkeit Aegyptens und des Sudans fortzusetzen. stimmt. Die Untersuchung ver Märzvorgängr. Berlin, 1. Sept. (WTB.) Der unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Stock stehende Untersuchungsausschutz für dieMärzvorgänge im Reichswehrministerium schloß jetzt seine Arbeiten ab. Insgesamt waren gegen 826 Offiziere urü) 24 Beamte Anzeigen erstattet, daß sie sich in den Märztagen für die Kappregieruna und deren Anl>änger eingesetzt feiten Außerdem war von Marineoffizieren gegen 169 Untergebene wegen Gefährdung der Disziplin Anzeige erstattet worden. Der Ausschuß bearbeitete die Fälle restlos mit folgendem Resultat: a) Offiziere In 112 Fallen war bereits vor der Behandlung im Ausschuß Verabschiedung em- qetreten. Auf sofortige Dienstentlassung wurde erkannt in 60 Fällen. Beurlaubung bis 'zum Abschluß des Perfahrens beim Oberreichsanwalt wurde ausgesprochen ut 92 Fällen. In 63 Fällen wurde Versetzung Mnb Umkommandierung verfügt. In 501 Fällen wurde dem Reichswehrmmister vor- aeschlagen, nichts zu unternehmen, b) Beamte: In einem Fall wurde auf Beurlaw. bung, in zwei Fällen auf Versetzung und in zwei Fällen auf difziplinarische Erledigung erkannt. In 19 Fällen wurde ^geschlagen, nichts zu unternehmen c) Untn- persönal der Marine. In drei Beurlaubung, in neun Fällen auf Besetzung und Umkommandierung erkannt, jnw« Fällen wurde das Verfahren erngeftellt. Dem Reichswehrminister wurde aorg^- gen, nichts zu anternehmen, da die Handlungen (Verhaftung der Offiziere) als em Akt^betrachtet wurden, für den ^eu Beschäl^ in den verworrenen Verhältnissen biß nennt als Kandidaten den früheren Ins pek-I kommen der Konferenz zu fegen 1 (fernen. Eins ncrnii ata itxutuunucii , y . .-o ,w,„ \ man mit Sicherheit annehmen, daß nämlich rrs ... er_____e__J X. kä. (U V. > » n ( ö r W' n n i wünschen, daß so schnell v . geschieht, um die furchtbaren Berlujte aus- zugleichen, die durch die Auslieferung der deutschen Luftschiffe entftefem. Rettet die deutsche Luftschiffahrt! Man schreibt uns aus deutschen Luftschiffahrtskreisen: Der Zevvelin L. 61 ist in den letzten Tagen des August von Fnek- irichshafen nach Rom geflogen und hat damit Uls erstes Luftschiff die Alpen überquert. Es war keine Vergnügungsfahrt, sondern em tut das deutsche Gefühl sehr trauriges Ereignis: Die Uebergabe nach Artikel 202 des Verfaillec Vertrages. Die anderen noch vorhandenen Luftschiffe werden ein ähnliches Schicksal erleiden. Der „Nordstern", der ganz neu in der Lalle in Friedrichshafen liegt, wird wahrscheinlich an Frankreich, die .Bodenfee , dfe im vorigen Jahre foviele fchöneReiien nach Berlin machte und dann um 10 Meter verlängert wurde, an England ausgeliefert werden. Ein drittes Schiff kommt zerlegt samt feiner Lalle von Jüterbog nach Japan Damit ist aber die Beute noch nicht vollständig verteilt. ..... .. .. _ . Nis zum 21. Februar 1921 soll die größte der vielfachen Entstellungen, die in den Schweizer , ftreütr^flejönb^^nLteigentuSber % "SÄ pelingefellfchaft sei, aus das die Entente tev- Stünmen an ihn 'herangetrefen, die ihn nen Anspruch hnbe. Aber was nutzen alle! - r ci>ert mit dem Bvlsche.vis- P röteste und Beschwerden? Den Siegern des gegen die Westrn ächte Vorzüge Yen Weltkrieges kommt es nicht nur darauf an, Ttnb auf diese Weise die Schvanfen des Versaüler Deutschland wehrlos zu machen, sondern auch Friedens zu brechen. Diese Kimmen habe er mu W.6. »9Ä ■8Sf!eÄ "on Berlin wagte und Mit bm Provellern von 0 erEiende Umbildung des Bolschewismus mit vieren glücklich ankam? Gedenkt man noch L, Fracht hätte, .oäre mit voller Wucht auf des L. Z. 7., der im Ium 1910 im Teutobur- Teutschland gefallen. Von anderer Seite sei der ger Wald scheiterte? Welcher Aufstieg seit- Vorschlag gemacht morden, gernnntzun mit den dem' Wieviel ungeheure Arbeit wurde ge- Wesmiächien gegen den Bolschewismusjid) »ijixom» fi - SS rss«ffl8?8 gen sollte, über dem Niltal Gegenbefehl de- russisch« Volk werde, wie auch ^die EntwuLung kam und im ganzen mit Rückfahrt v/std sich jetzt zu seinen Angreifern geselle, Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegte. auT- [nnge hinaus als seinen Feind betrachten. Aus Das alles soll nur ein Traum gewesen fein? unserer Lüftung folgte, daß wir auch gegen bte Wir sollen solche Leistungen nicht mehr auf- Negierung des Generals 2B rangel unb ou rotifen Stowige bemt über-si- hinausr°m^- Ukraine uns sutüiMienb fWtet- ÄMnk-«ck> Se?änn9:S dem Artikel 2»? bes grau- hat samen Friedensvertrages war ^Herstellung Kenntnis genommen, ohne dem ftcm- von Luftschiffen im ganzen deuffch^l Gebiet ^sjsch^ Beispiel zu folgen. Keine Fracht, die mit stths Monate lang verboten. Gedachten die olü;etru^anb im Kampfe steht, habe auf unsere Gegner in dieser Zeit die deutschen Leitungen unterfluiuing zu rechnen. In letzter Zett sei der einzuholen? Wohl kaum! Aber sie haben un- Vorwurß erhoben worden, daß wir uns zuweit mit sere Technik und Produktion ins Mark ge- ben Bolscfewisten eingelassen hätten. Es werde !L±nbSttenSWab"auÄebSn^ Äb^^Ä^ten. (Sg beschäftigt. Tausende migefernter ürögtec bQnfc ber> baß die Sowjettegierung gegenwärtig fanden hier Arbeit und Brot. Nach dem Em- .. ^flxt -n habe, also de facto die Regie- setzen des Versailler Vertrages saß der wett- ^ngsg^alt in Rußland darstclle. Die Verhältt aus größte Teil von ihnen beschäftigungslos ^isse zwischen Teuffäiland und Rufckand feien nod) herum, wurde gelöhnt und verrichtete als Ge- nicht normal. Zunächst befänden wir uns noch in kam die Deutsche Luftreederei 62 r^lugzeuge ^^-ch^n Grenzen Vorfck- ägeivegen der S eu chen-, frei, von denen sie zurzeit 55 Maschinen m Bekämpfung und wegeit der Regelung zu er- Betrieb hält, um einen Flugpostdienst mit n'artender Gren zf chw ierig keit en gemacht. Lolland und England durchzuführen. Es ist Tie Verhandlungen über den letzteren yarmt feien MI9“?“9 au&'.XV Sur, StÄÄ nach dem Zusammenbruch, in den mevolu- mit den Pofen gemacht. Daran ist eben- ttonstagen des November und Dezember 1918 U^iig Wahres. Ter Minister berichttgte in che>ein wurde bekanntlich ein R e i ch s l u f t a m t er- Zmarnrnenhang eine Angabe in einem der Schwei-- KL ES» 5 äasöss ES’Äfc'S« »na'««!« SfiÄ Sia «««iÄSä SBSSÄ» auf seinen Poften zuruckkehren. An iuio ' Gegner sehen würde. Der Minister führte fodcrnn sich wäre das ein Vorgang, der die Seffent-1, baß sich hi den deuttcfepolnischen Beziehung^ lichkeit unberührt lassen könnte, wenn mch^ Menge Erplosivstoff angehäuft habe Wenn dre die Abwesenheit des Leiters unseres Reichs- von ihm ang^votenen Verlxmdlunaen nicht ^rio M amtes für Luft- und Kraftfcchrwesen aus einem Resultat fommen würden, fo konnte es wohl Berlin mit Absichten in Zusammenhang ge- geschehen, baß der Kessel bet oeut 10en b^cht würde die )o ungefeuerlich klingen, 5Nentlichen Mei.^^^0^. ^i daß man versucht ist, sie für Ministn ging darauf in längeren vertraulichen halten. In gut unterrichteten Kreisen ttnrtJ ^ar'eguugeu auf bi: Breslauer Ereigmne und erzählt, einflußreiche Stellen trugen ftm mit bie । r(177 50 fische No t e ein. Den Wünfchen dem Gedanken, angesichts der Bedeutuugs-1 obersdstesy'chen Volkes müsse man auf dem fesigkeit des Lustsährwesens das zu feiner (s^bicte der Verwallung entg^genfemmeri uiib ipm besonderen Pflege errichtete ursprüngliche m gc.vist'en F-ragen eine '^Ä^ ->, ödbren» Mfeirrter ßmer^fe gejetzl werde unb man amb Jtallen sroßes Gewicht ou das Lurüm«-> französischen Note. Berlin, 1. Sept. (WTB.) In einem redaktionellen Arttkel der „Teuftchen Allgemeinen Zeitung" heißt es: Es ist selbstverständlich, daß Teutschland sein möglichstes tun wird, um ben begründeten Wünschen Frankreichs nachzukommen. Es fragt sich aber, ob die Forderungen, die Frankreich gestellt hat, nicht dazu beitragen werden, die Leidens chas ten noch heftiger iu ent* fachen. Ter französische Boft'chafter in Breslau will die Ereignisse in Breslau in Zufammmhang bringen mit dem Vorfall am 16. Juli m der Berliner französischen Botschaft. Was aber bas damalige Verhalten des Laupttnanns von Arnim, auf dessen Bestrafung Lerr Laurent dringt mit fern Sturm auf das Breslauer Konsulat zu tun hat, ist unerfindlich. Auch die Forderung von der militärischen Ehrenbezeugung zeugt nicht von der LrfemttmL baß feauüge Zeremouior neue digteu ui _______ _3 Kandidaten den früheren Jnspek-l tor der Fliegertruppen. Vieles spricht für ihn, einiges gegen ihn. Wir wollen feind Gegenkandidaten nennen. Ader jeder, der es mit dem Wiederaufbau '£ * ' Währung berechtigter Interessen Anerkannt Zerrissene Wunden daraus schließen lassen , öatz -vurde Das Referat für Unterpersonal im ste von Querschlägern herruhren, ine vom Pflaster TÄ« « in dns «ch un» sch/i-tzt sein/Arbeiten demnLchst ab. SÄÄÄÄ b( demnächst noch und schließt seine P". 1 ■; im bis 890 Ivar Wundt Rektor der Universität Lerp- geführt. Nach einer Versammlung der Erwerbslosen in Gr?ß-Frankfutt erschien eine von der Versammlung bestellte Kommission im Rathaus, um mit dem Magistrat über die Forderungen der Erwerbslosen zu verhandeln. Wahrend der Verhandlungen erschien ferner ein großer Teil der Versammlungsteilnehmer mit roter Fahne und Schildern mit Aufschriften vor d.un _ Rat- 'haus iiur dem Römerberg. Die Menge versuchte, in das Rathaus einzudringen, dessen Eingänge sämtlich gesperrt wurden. In der Betff- maintftruüc sammelt- sich eine größere Menge vor dem geschlossenen Rathaus-Eingang an. Ter Ol- fizier, der den Eingang mit der Sick^rheitspoüzel absperrte, suchte die erregte Mengc durch Zureden zu beruhigen. Plötzlich wurde die Eisentür eingedrückt und ein Teil, der Menge drang in das Portal ein, worauf sich die Sicherheits- -ft* O « 3?.‘ d< t> tn ri w, le B' sM 14. i-j u st' v blutige Zusammenstöße in Frankfurt. fd. Frankfurt -a. M., 1. Sept. Im Anschluß an eine Versammlung der Erwerbslosen kam es heute mittag am Rathaus zu Mutigen Z u - s am men stö ßen. Die Erwerbslosen hatten unter ariderem gefordert, daß an Erwerbslose, die längere Zeit außer Arbeit sind, eine einmalige sofortige Beihilfe von 500 Mark gewährt würde. Mährend eine Abordnung hierüber noch mit iem Magistrat verhandelte, versuchten die Versammlungsteilnehmer, die in langem Zuge zum Rathause gekommen waren, die verschlossenen Tore aafz-ubrechen und in das Rathaus einzudringen. Da auch Ansprachen der Abvrdnungsmitglieder vom Balkon des Rathauses herab nur mit Geheule ausgenommen wurden, und ein Teil der Demionstran- ten dazu überging, eines der Dore aufzubrechen, gab die im Rathaus postiette Sicherheitswehr zu,rächst b l in d e Schüsse in die Luft ab. Dre Menge stürmte jedoch erneut vor und die Sicherheitspolizei geriet in ernsbe Gefahr. Sie gab deshalb Feuer auf die Menge, das eine furchtbare Wirkung hatte. Mehrere Dote und Schwer- verletzte blieben auf dem Platze, deren furchtbar Verbände aus der Grundlage eines reinen ein» heitlichen Arbeitnehmerftandpunk>eo c erstelle Ihr Arbeit gelte mit 'gründ eines besonderen Programms der Durchsetzung gemeinsamer gewett- schaftlicher Ziele aus Wirtsck)astlick-em und sozialem Gebiete. Beim Zusammengehen mit den Arb-eiler- organisatimen sei nach Möglichkeit ein gem.'in- sames Arbeiten mit den behebenden g?wettich.ip- lichen Richtungen zu erstreben, ohne daß das Sellnft- bestimmungsrecht der Verbände dadurch berührt werde. Tie Versammlung betviute dann den bisherigen Vorstand der Arbeitsgemeir.schift mit der vorläufigen Weitersührung der Geschäfte, bis die angeschLssenen Verbände, die ihnen nach der neuen Satzung zusteheni^n Vertteter bcsttmmt haben, di dann den endgiltig.n Vorstand wählen werde-.. Herr Müller sprackZ sodann über die bevorstehenden Wahlen zum Kaufmannsgericht. Nach einem.längeren Rückblick auf die geschichtliche Entwicklung und die einzelnen gesetzlichen 23eihm mutigen forderte er als Vertreter des Zentralverbandes die Angestellten auf, nur solche Vertreter in das Kaufmannsgericht zu entsenden, die auf frei ge wett- schastlicber Grundlage ständen und den Gedanken des Kla ssen kam pfes rn sich aufgenommen hätten. In der Aussprache regle St.aotv. Mann an, die Arbeitsgemeinschaft möge gernetu- sarn mit dem Gewerkschafts l'artell danaus hin- arbeiten, daß die Zuständigkeit des Kaufmanns- Mrichts, bzw. Gewerbegerichts, auch auf 'den Landkreis Gießen ausgedehnt toerbe. Zum Schlüsse Aelt Herr Frischmann einen längeren Vortrag über die Aufgaben der Betriebsräte und deren Zusammenfassung in einer Betricbsrätezentrale. ** Einhorn. Paul Buchwalds Gastspiel ist bis zum 15. September Verlängert worden. Heute Donnerstag ist die letzte Aufführung von den Lustspielen: „Seine Albe" und „Fräulein Zange". Am Freitag und Samsta g ist für das Caf6 der Arttst Marcell Eugenio verpflichtet. Am Sonntag im Festsaal Operette. Die Vorstellungen beginnen um 8 Uhr 30 Minuten. Kreis Friedberg. ba. Hvs-0 ppelsHansen, 1. Sept. Zr der Bluttat, wobei der allgemein beliebte Landwirt O. Güngerich sein Leben verloren hat, erfährt der Büd- Allg. Anz. noch, daß eine Diebesbande von 4—5 Mitgliedern in Frage kommt, die mit Schußwaffen wohl ausgestattet war. Tenn als der junge Güngerich mit seinen Begleitern auf der Suche nach dem verdächtigen Geräusch in eine Entfernung von 300 Meter vom Hof gekommen waren, wurden sie mit lebhaftem JnfanteriegeweHr- feuer empfangen und mußten hinter Stvoh'hausen Schutz suchen, um sich bann wieder wegen ungenügender Bewaffnung zurück^,«ziehen. Dabei wur den sie nochmals lebhaft beschossen. — Die Verfolgung der Mörder wurde sobald als möglich mit allen verfügbaren Hilfsmitteln (Polizeihunden ufro. - ausgenommen. Die Spur zeigt nach Nieder-FIor- städt, itro Verhaftungen vorgenommen worden sind. Es ist. eine Belohnung von 6000 Mark auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt 'worden 11000 Mk. von der Staatsanwaltschaft, 5000 Mk. von den Angehörigen). Starkenburg und Rheinhessen. sw. Darmstadt, 1. Sept. Der Zentralverband deutscher Bäckerinnungen, Zweigverband Hessen, ist heute hier zu seinem 3. hessischen Berbandstag im „Perkeo" zusammengetreten. Hessen-Nassau. Der Generalstreik in Hanan. X Hanau, 1. Sept. Auf dringliche Vorstellung einer Abordnung, die am Dienstag aus einer Temonstrattonsversaminlung auf dem Marktplätze an den Oberbürgermeister Hild geschickt worden war, fand Mittwoch vormittag eine Sitzung der Stadtverordireten statt, die sich mit den Forderungen bet städtis chen Arbeiter zu beschäftigen hatte. Einer der Führer der Mehrheitssozialisten gab die Erklärung ab, daß seine Fraktion gegen die U'e6ernannte des Steuerabzuges auf die Stadt, aber für eine zehnprozentige Lohnerhöhung für alle städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter mit einem Einkommen bis zu 15 000 Mark sei. Auch habe die Fraktion beschlossen, für eine Bezahlung der Stteikiage und für die sofortige Auszahlung der Besatzungs^ulage einzutteten. Sin Führer der kommunistischen Fraktion übte an dem Verhalten des Magisttats scharfe Kritik und beantragte, neben der Annahme der Forderungen der Arbeiter Oberbürgermeister Hild das allerschärfste Mißtrauen für seine reaktionäre Haltung im Kampfe gegen die städtischen Arbeiter auszusprechen und dieses Mißtrauen auch auf den Stüot- schulrat Tr. Bcren«mann auszudehnen, der bewußt oder unbewußt Schüler höherer Anstalten zur Verrichtung von Strcikbrecherdiensten (technische Nothilsei zulasse. Nach längerer, oft sehr erregter Aussprache wurde der von den Mehrheitssozialdemokraten gestellte Antrag, allen städtischen Beamten, Angestellten und Arbeitern mit einem Ein- Hessifche Ausstellung in Nürnberg. - Hn Mittwoch, den 25. August, wurde in der Knnschalle am Marientvr in Nürnberg die neue Ausstellung des Albrecht Dürer-Vereins eröffnet, dre der hessischen Kunst gewidmet ist. Die „Freie Vereinigung Darmstädter Künstler" hat es verstanden, trotz der Küi^e der Zeit und sonstiger außerordentlicher Schwierigkeiten, eine ganz hervorragende, Jxl5 stattliche Gebäude füllende führung 'hessischer Kunst zu veranstalten. Die meisten unserer Künstler sind mit einer großen Anzahl ihrer Arbeiten, darunter ausgesuchte Haupt' Werke, meist auch mit Handzeichnungen und Gra ph-ik, ausgezeichner vertreten, so daß i'h-re Kunst in eindrucksvoller Weise zur Geltung kommt. Nack" stehende Künsller sind in Nürnberg vertreten. Georg Altheim, Pwf. Adolf Beyer, Anna Beyer Alexander Bertrand, Geheimerat Pros. Eugen Bracku, Ernst Eimer, Ludwig Enders, Prof. Otto Heinrich Eiigel, Theodor Gengnagel, Prof. Peter Halm, Pwf. Richard Hoelscher, Hanns Albert Hofmann, Pwf. Ludwig von Hofmann, Franz Huth, Prof. Walter Jllner, Hermann Kätelhön, Leo Kayser. Pwf. Kurt Kempin, Karl Kästner, Prof. Johannes Lippmonn, Heinrich Otto, Prof. Dr. Emil Pree- torius, Willy Preetvrius, Marcel W. Richter, Prof. Phil. Otto Schäfer, Prof. Karl Schmoll von Eisenwerth, Fritz Schmoll von Eisenwetth, Rolf Schott, Berta Strauß, Pwf. Wilhelnr Dhielniaim, Pros. Tr. Otto Ubbelohde, Walter Wainttg, Jakob Weinheimer. * Darmstadt, 2. Sept. Tas Hessische Landest Heater in Tarmstadt eröffnet am 5. September die neue Spielzeit mit Schillers /Jungfrau vo n Orleans" in der Jnsze- nrerung Gustav Hartungs. Die Bühnenbilder rturben von T. C. Pilartz enrworfen. Die erste Uraufführung tn dieser Spielzeit ist Unruhs „Prin; Louis Fewinand von Preußen". und Auslaiid abgegeben. 1889 Art» Statt nut Land. Gießen, den 2. Sept. 1920. Veranstaltungen. Donnerstag: Postöeller, 8 Uhr, Genenb- versamrnlung der Oberschlesier. — Hotel Einhorn, 8V2 Uhr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus, wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Das Derby" und „Professor Nissens seltsamer Tod". zrg. Zu seinem 70. Geburtstag (1902) erhielt er die Ehrenbürgerrechte der Stadt Leipzig, 1907 an ieinem 75. Geburtstag, die der Stadt Mannheim, Am 1. Oktober 1917 trat er in den Russland. Personen verletzt mürben. Ein Polizeibeamter erhielt einen Streifschuß . Frankfurt a .M., 1. Sept. (Privattel.) Zu den Zwischenfällen im Anschluß an die Erwerbslosendemonstration ist noch zu berichten, daß gegen Abend eine größere Menschenmenge das Polizeirevier am Geistpförtchen zu stürmen versuchte. Sie wurde jedoch durch die Mannschaft des Reviers abgewiesen. Eine Versammlung der kommunistischen und unabhängigen Betriebsobleute und Vertrauensleute beschloß, für morgen die General st reiksparo le auäju* geben. Da das Gewettschaftskattell diesem Beschlüsse ftrnsteht, dürfte jedoch der Streik keine größere Ausdehnung annehmen. fd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Die gestrigen Vorgänge haben fünf Todesopfer gefordert. Im Heiliggeisthospital sind drei und tm städtischen Krankenhaus eine Person ihren Verletzungen erlegen, während die fünfte Tote, eine ältere Frau, auf dem Wege zum Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen ist. Die Zahl der im Krankenhaus ein gelieferten Verwundeten beträgt zwölf, darunter ein Sicherheitspolizist. Als Rädels f ührer wurden dreiLeute verhaftet, darunter ein Plünderer. In einer großen Anzahl von Betrieben herrscht heute vormittag passive Resistenz. — Im Heiliggeisthospital ist gestern übrigens auch das letzte Opfer aus den Kapp-Tagen, eine Frau, die damals bei den Zusammenstößen auf der Straße schwere Schußverletzungen erlitten hatte, gestorben. Tumulte in Augsburg. Augsburg, 2. Sept. (WTB.) Während der für gestern nachmittag anberaumten Sitzung von Vertretern der Stadt, der Regierung, Arbeitnehmer und Arbeitgeber bildeten sich in den Außenvierteln der Stadt Demonstrationszüge, die sich nach dem Rat Hause bewegten. Ein starkes Polizei- und Sicherheitswehraufgebot hielt dieStratzen vor dem Rathaus besetzt. Die Menge verlangte u. a. stürmisch die Entfernung der Maschinengewehre. Schließlich sah sich di- Polizei genötigt, der Menge den Vorbeimarsch vor dem Rathaus zu gestatten. Dabei wurde die Sicherheitswehr von der Menge hart bedrängt und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Aus Maschinengewehrschüsse, die als eine Schrecksalve gedacht waren, stob die Menge auseinander. Leider wurden dabei 2 Personen getötet und zwei andere verletzt. Zur Zeit herrscht Ruhe. Ein starkes Polizeiaufgebot hüll fetzt dasRathaus besetzt. waren der experimentellen Psychologie in rein theoretischem Interesse gewidmet. Durch seine phy-. siologischen Arbeiten über die dem Wollen, Erkennen und Empfinden dienenden körperlichen Werk- ckuge, iuic Muskeln, Nerven, schuf er sich die Basis für seine Spekulation auf psychologischen und er- kenntnistheorettschen Gebieten. Wie Johannes Müller und Helmholtz will er die philosophische Forderung Kants nach Kritik unserer Erkenntnis- mittel, auf ber Grunblage exakt naturwissenschaftlicher Beobachtungen unb Experimente, erfüllen. Durch feine Einführung der induktiven Methode pt die Logik und Ethik, als bisher rein ^Philo- fvphifche Wissenschaften, hat er sich um die Philosophie und durch seine exakten Messungsversuche um die Psychologie besonders verdient gemacht. In der Ethik vertritt Wundt den Eoolutio- msmus unter Anerkennung eines Gesamtwilftns' let^re < hat mit der Schopenhauerschen bas Endziel aus Voluntarismus gemeinsam, kommt ledoch au, andere Weise wie die Metaphysik Scho- penhauers zu diesem Schluß. Tie Lehrtätigkeit Wundts hat ihm einen großen, schon über alle zivilisierten Länder aus geb reiteten Schülerkreis er- Die. „Festschrift zum 70. Geburtstage ^"lidts (Leipzig 1902), die eine große Zahl von Arbeittn im kirnte der Wundrschen Anschanungm h?«,t>ÄUlcrn- Lehrten enthält, gibt einen Ueberblick, wie itarf Wundts Lehre sich durch- gesetzt hat. Wundt ist Ehrendottor der juristischen Fakultät der Universität Göttingen und Inhaber h(,-x Ordens ponr le msrite. An seinem 70 Geburtstag wurde ihm d r Titel eines Wirklichen Ge.,emirats mit dem Prädikat Exzellenz verliehen Las xsniiitut für experimentelle Psychologie, das ^uitbt m Leivzig gründete und leitete, bar vas Muster Tür viele Anstalten, die dem gleichen Z>v?ck Eine Reichskonferenz Oer Unabhängigen. Berlin, 1. Sept. (WTB.) Den Abend- blüttemr zufolge begann heute im Reichstagsgebäude die Reichskonferenz der Unabhängigen, die sich mit den infolge der Beschlüsse des zweiten Kongresses der dritten Internationale entstemdenen tiefgehenden Differenzen in der Par - t e i befassen wird. Das Referat über den Moskauer Kongreß hat Crispien übernommen. Als Korreferent ist D ä u m i g vorgesehen. SoDatensiedler. Berlin, 1. Sept. (Wolff.) Ministerpräsident Braun berchttgte am Dienstag das Lockstedter Lager, dessen Erschließung für die Besiedelung vom LandNTirtichaftsmölistenum mit größtem Nackchruck gefördert nwrden ist. Abends .fanb eine Versammlung sämtlicher Svldatensi'Ller statt. Ter Minißerpräsident führte in längerer Ansprache aus, der ©ebanfe, die Kultivierung oon Heide und Moor mit einer Soldatsrsiedelung zu verbinden, sei ihm besonders lieb. Die noch oor-- chundenen großen Schwierigkeiteir würden durch die Tatkraft der Siedler und von Mkftern, wie Hauptnrann Schmude eurer sei, zweifellos über- nmnden werden. Die Vertiefung des kameradschaftlichen Gefrrhls unter Verzicht auf politische Sonder- lesrrebungen sei aber dazu notwendig. Niemand brauche deshalb seine volittsckre UebeZeugung zu opfern: aber alle Kraft müsse dem Siegelungs- werk gehören. Er werde alles daran setzen, so rasch wie möglich völlige sinanzielle und wirtschaftliche Kiavheit für den Siedlungsplan zu schrffen, so daß die Siedler, wenn jeder einzelne seine Pflicht tue, bald als freie, selbständige Männer auf 'ihrer Scholle sitzen würden. Die Siedler sollten bald einen Skbhmgsvertrag bekommen, damit fte bald eine eirdgültrg feste Existenz hätten. Auf eine Reihe von Bitten und Vorschlägen aus der Mitte der Versammlung 'fjtn gab ber Ministerpräsident tonsführliche Erklärungen über die bisher tnt Wege stckl>eirden technischen Schwierigkeiten ab unb erläuterte ben Gang der vermögensrechtlichen AuS- einartdersetzrrng zwischen dem Reich und Preußen, lieber das Südlungsland teilte er mit, daß ente Kommission unter dem Staatssekretär Ramm, bestehend aus Reichs- Unb Staatskommissaren, in wenigen Dagm zur Besichttgung erscheinen werde, um das letzte Material für Unterhandlungen zu gewinnen und Verträge zu schließen: bann würden Siedelungsgenossenshaften als selbständrge Körperschaften die Festsetzung der einzelnen BebinPmaen in ber Hand haben. Der Minister schloß *ut einer Aufforderung an die Siedler, sich die Zä- chigkeit des arbeitssarnen holsteinischen Menschenschlages ringsum znin Borbilde zu nahmen, in dem iBEwußtsein, dem Boden wirkliche Werte für das Volk, drs Vaterland unb sich selbst äbringen zu lönren. Hauptmann Schmutze unb einige Kommissare tzes Lantzwirtschastsntinisterrums gingen noch eingehend auf die von ben Rednern der Soldatensiedler aufgeworfenen technischen Fragen ein und formten fte zur vollen Zufri^eftheit der Leute beantworten. Insbesondere formte mitgeteilt werden, daß am 10. Oft. an Stelle der vor- [äufilmen neue Arbeitsverträge mit den Siedlern geschloffen werden, die eine ffnanztelle Besferstellimg und eine untorschiedliche Behandlung der verher- rateten Siedler bringen sollen. Polizei hinter den Windfang im Hausflur zurück-- zog. Nach Zeugenaussagen versuchten Eingetzrun- gene einem Sicherheitspolizisten die Waffe weg- zutiehmen: merbei scheint sich das Gewehr entladen zu haben. Es fielen bann noch einige Schüsse, durch die drei Personen erheblich, zwei leichter verletzt wurden. Htenrach gelang es der Stcherheitspolizet, die Menge vor weiterem Eindringen in das Rathaus abzuhalten. Die Umgebung des Rathauses mußte noch längere Zeit von ber Sicherheitspolizei abgesperrt werden. Von ben Verletzten ist ber 21jährige Tapezierer Leonhard Kräh gestorben. Nach dem Zusammenstoß am Rathaus plünderten lichtscheue Elemente einen Waffenladen in ber Kaiserstvaße vollstänbig aus unb raubten die Ladenkasse. Ein Offizier ber Sicherheitswehr würbe auf der Kaiser st raße überfallen und mißhandelt, so daß er in ein Haus flüchten mußte. Trupps von jungen Leuten hielten die Straßenbahnwagen an und holten darin befindliche Sicherheitspolizisten heraus, die sie entwaffneten und mißhandelten. Eine 100- Mannschaft, die davaufbm eine Streife durch die Stadt unternahm, wurde aus einem Hause am Römerberg heraus beschossen und mit Steinen tcroorfen; sie gab darauf Feuer, das drei Leichtverletzte und eine schwerverletzte Frau zur Folge hatte. Eine Bande, die ein Polizeirevier in der Altstadt stürmen wollte, angeblich um dort nach Waffen ^u suchen, wurde von der Mannschaft des Reviers zurückgetrieben. Die Geschäfte, die Ausschreitungen befürchteten, hatten geschlossen, doch wurden im Lause des Nachmittags die Eingänge wieder geöffnet, während die Schaufenster geschlossen blieben. Auch die Arbeiter vieler Betriebe stellten die Arbeit ein und versammelten sich zu einer Protestkundgebung tm Schurn annthe ater, wo der Generalstreik propagiert wurde: hieran schloß sich eine Beratung der kommunistischen und unabhängigen Betriebsobleute und Vertrauensleute, der das Gewerkschaftskartell jedoch nicht beiwohnte; es ist damit zu rechnen, daß man in verschiedenen Betrieben versuchen wird, die Avbeft einzustellen. Frankfurt a .M., 1. Sept. (Wolff.) Zu den bereits gemeldeten Zusammenstößen wird von amtlicher Seite gemeldet, daß es nach den bisherigen Feststellungen beim Eindringen der Menge in das Rathaus fünf Schwer- und zwei Leichtverletzte gegeben hat. Eine Hundertschaft der Sicherheitswehr säuberte nach dem Zusammenstoß den Römerberg und die Beth- mannstraße und sperrte den Römerberg ab. Gegen 1 Uhr mittags wurde am Schillerplatz eine Zu- fammenrottmig zerstreut. Auf der Kaiserstraße wurde zu der gleichen Zeit ein Waffenlagev geplündert, wobei Revolver und Munition entwendet wurden. Polizeibeamte wurden mehrfach statt belästigt, ein höherer Polizeibeamter mit Messern bedroht. Augenblicklich durchziehen starke Polizeistreifen, die Stadt. Um 3 Uhr ist von den Arbeitslosen eine Prote st Versammlung nach dem Schumanntheater einberufen worden, an dec sich angeblich auch die Arbeiter ber Kleyerwerke beteiligen wollen, die den Erwerbslosen ihre Soli- barität erklärt haben sollen. Frankfurt a. M„ 1. Sept. (WTB.) Nach ber von vielen Tausenden besuchten Protestversammlung bet' Arbeitslosen im Schumanntheater zogen bic Teilnehmer burch bie Kaiserstraße unb die Zeil, woraus sich die Menge zerstreute. Zu Zwiichenfällen kam es nicht, abgesehen davon, baß ein Sicherheitspolizist aus einem vorüberfahrenden Wagen ber elektrischen Straßenbahn herausgeholt unb verprügelt wurde. Dagegen kam es in ben Abendstunden zu einem neuen Zwischenfall in der Nähe des Römerberges, wo aus einem Hause auf eine Polizeistreife gescho ssen wurde. Die Polizei etwidette das Feuer, wodurch drei Zivil- Hesftschc LartSeswanÄerbühne. Begriffe wandeln sich Nicht lange her, unö man hielt den Thespiskarren für überwunden, bie stehende Bühne für bie allein berechtigte. Heute, wo viele stohenbe Theater infolge ber Not ber Zett ein geben müssen, erinnert man sich ber Wanderbühne aus ben Zeiten Lessings und bes inngen Goethe, und wird sich bewußt, baß durch sie ckui festerer Zmammeähang zwischen Volk und Theaterlunst geschaffen wurde, als durch die stehenden Theater, die mir gewissen städtischen Kreisen mute kommen. Die Buhne kann als '„moralische Erziehungsanstalt" ivitten, iixnn sie zu jedermann redet, chn Menschenschicksale tm Wandel erbeben läßt. Sie darf vom Niveau des Guten nicht 'herab» steigen, muß aber dennoch voltsverständlich bleiben jede gutt Künst. Tie Pslegc der Muttersprache ber Bühne vor allem ausgegeben, unb btefe Pflege muß in iedes Torf, jede Kleinstadt getragen werden. Es liegen gar viel feeHfox W-rte tm Grunde der Sprache. Aber auch bie Phantast wird angeregt durch Die Wanderbühne; denn schlicht rere Knüsten erfordern bie nachscbaffnide Mitarbeit bes Zuschauers Lis biefer Erkenntnis hat bte Zentralstelle zur Forderung ber Volksbildung unb Jugenbpslege tn Hessen nach langen Bemü- 'hungen mtt Unterstützung bes Lanbesthgaters eine Desstsche La nbeswanbe r bühne ins Loben gerufen Als künstlerischer Leiter steht tm der Spitze des Unternehmens der frühere Oberregiifeur der Schwab. Wanderbühne, Ernst Stockinger, und viele ber schämpielerischen .Kräfte waren schon an der Wanoerbühne tätig Mitte Oktober soll dre Fahrt ins Hesfonland beguiNLN, ** Städt. Seefisch markt. Voraussichtlich treffen morgen früh wieder Seefische, tote Kabeljau und Schellfische, ein unb kommen von 8 Uhr ab in ben Marktlauben rum Verkauf. ** Freibank. Freitag, 3. Sept., werden von 1—3 Uhr die Nummern 1901—2000 beliefert. ** Vaterländischer Abend. Es sei davauf 'hingewiesen, daß ber Reinertrag des am Samstag den 4. b. M. im Hotel Einharn von der Teutschnationalen Bolkspattei veranstalteten „Vaterländischen Abends" ber Bezirksgruppe Gießen Heimattreuer Oberschlesier zugute kommt. Die deutschgesinnte Bevölkerung in Oberschlesien ist durchs den bei den letzten Ereignissen betätigten polnischen Dcrvn derart eingeschüchtett, daß das öffentliche Bekenntnis ihres Teutschtums gefährdet ist. Die gesamte Arbeit der Verbände heimattreuer Oberschlesier ist mtt einem Schlage vernichtet. Es muß von neuem auf gebaut werden. Der Verlust Obecschlesiens bedeutet für unser verarmtes Vaterland den Verlust von ungckheuDen wirtschaftlichen Werten. Keiner darf da'her tatenlos beiseite stehen; jeder helft, faß die Mittel zuvi Absttmmungsiverk aufgebracht werden und Oberschlesien deutsch bleibe. Mer deshalb verhindert ist, die obengenannte Veranstaltung M besuchen, bet unterstütze bie Oberschlesftr durch Geldspenden. ** Die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände, Orts'dartellGießen. veranstaltete gestern abend im Gewettschastsh.ius ihre erste Hauptversammlung. Tie Versammlung genehmigte zunächst einsttmmig und fast debattelos die ihr vorgelegten Statuten. Diese besagen u. a., daß die Arbeitsgemeinschaft eine gemeinsame Vertretung der in ihr zusammengefaßten will), wundt f. m Leipzig,!. Sept. (Wolff.) Der Philofoph Profeflor Wilhelm Wundt ist in Groß-Bothen Lei Grimma gestern im 89. Lebensjahre gestörten. Die Einäscherung findet am Samstag in Leidig statt. . Wilhelm Wandt ist am 16. August 1832 in ^cfarau (S&aben) als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte an den Universitäten Heidelberg, Dübmgen und Berlin Medizin, promovierte 1856 tzum Dr. meb. et. Phil, uitb habllitfttte sich gm folgenden Jahr als Privatdozent für Physiologie an der Universität Heidelberg. Hier erhielt er 1865 eine außerordentliche Professur. 1866 trat er auch für kurze Zeit politisch hervor und ging als Vertreter Itzelbergs in die 2. badische Kammer. Er legte jedoch sein Mandat bereits 1868 nieder. 1874 wurde er als Ordinarius an die Universität Zürich berufen, vertauschte aber diesen Lehrstuhl schon im folgenden Jahr mit dem -Ordinariat für Philosophie in Leipzig. Die Hauptschristen des Gelehrten sind: „Beiträge zur Tl)eorie der Sinneswahrneh- mtmg": „Lehrbuch der Physiologie des Menschen": „Vorlesungen über die Menschen- und Tierseele"; „Handbuch 'ter medizinischen Physik"; „Grundzüge der physwlogischen Psychologft": „Logik": „Essays": „Ethik": „System der Philosophie"; „Grundriß der Psychologie"; „Völkerpsychologie", $anb 1: „Die Sprache"; Band"2: „Mychos und Religion"; „Einleitung in die Philosophie": „Meine Schriften"; .Einführung in die Psychologie"; „Elemente der Völkerpsycholo lgve": „Reden und Aufsätze": sinnliche und übersinnliche Welt". Von 1883—1902 gab Wundt die „Phiwosophischen Studien" heraus, in welchen er viele Arbeiten zur experimentellen Psycholo ste und Erkennmislehre veröffentlichte. Die „Psycho- Logischen Studien" bie er seit 1905 herausgab, mc. t iur‘t§ = des * tat, soM bellen? w ftizungen Bedauern dem Tlan Menge ai mc t ehemalig 1870 be laittun am Srnntf Mühe ist seinem ur ra. 31. Ang. Aderig schrist: S! LnLeid! s? rfiwnin1'- TS sihluß dck famH ienh3l v W-! ä: -n-E anjn"?^ mc- ' »ifts 5 treib, o ,n jotenO >'os mm- menb, an Ilm t tu das G Kohlen gt 13. Apn ein Stoüi tumm a Männer Kerben mehrjvä mn, ga Mr - '.nrdrja Lerz c andere am Ls hatte si unbwt Straffa. sie iidj Mtläfi [ten des Menge lunUn 1 seinem Ti lidien Ko. liege nur < Terii ans Niede meist Uant indem er ftlschivind sorgen, un Ta3 @eri( mie er n Menschen lehlten un - Fahren Jten ,8hfl WNrch • Al 9 9 K tz . 3 Wnjeiftn t Der Zentral- ierinnuitfltt ist faitt hier;t 'tag im „Derk >td)er wegen u» liehen. Itifti fr j >l*ioi - Die Ä als mötztich e UiMuchenich nach lieber*-..- mmen roortei?; XX) Mark c t- ftotbcn (lOOö’üH >000 Mk. hon ta W fr-- JP SP*- I-3nnt Sdüur. ^ate und da-- ^bsrStejentrale' § Kord«, fc.ton k ’ftfe re. en, 1. Setn. J nm beliebte verloren ti 0-N eine Mittel möge komm, e' Met Ivar. Tw nen Beglckmi t n Geräusch m n» >m Loj gebmmc v* ,u--t tem US. >rt. K k» 58» E =® "den äV*<-- *Ä: $Sj^ TKLO gMfcV "iimml ELft ' ÄGg -gs£ Hanav. -längliche Vorsw Dintotog aus er \ dem Marlttta d geschickt 'mir. i eine Litzmg k h mit den 5t» er zu bescha^' NehrheitsjojialrL ine Fraktion uges aus die 2!a bncÄngiüii-' lten und a:t*r i 15 000 Mark ? essen, für eine/ r die sofortige L - cinzutreteu. & roltion übte an «r rfe Kritik und dv »er 5t>ri erdienlten cer ost «ehr emff alte fcrnmit eiM^ !(ugull, rtrut\;, < Arnberg bu< wsrtn Mi I'} ■ inftler" W ?■ i veranM ib mit eo^Ls etWti.-/ so l-c -ltung M» Sbiitfl «f‘T, $&■ strof. , V«l- M- tok, W: KL M? SMP Mg- DfE Ld izitats- ch als das Missionswerk überhaupt werfen. und 3 EINHORN »O \Äe Wolfshunde I billig ah verkaufen. 01,eTe Schriftl. Angeboie unter [9323 014898 an den Gieß. Anz. l Kreis Wetzlar. | Kaufgesuche 1 Kaufe gebrauchte Der Schlichtungsausschutz vcr Provinz Lbcrhesscn. Sitzung vom 2 5. August 1920. «Utes Cello, «anzert zitber «. gute Violine preiswert abzirgcben. Garnbach (Hessen), eH8ie Butzbacher Sir. 43. Hühnerangen Hornhaut, 5di>«nelen o.Wirren beseitigt 5chnefi, sicher ojcbmazto IX I • 1 100000feclibtwoti Kukrrol ptei$M 250- In Apotheken u.Dro^erien erkilllidi Drogerie Noll, Bahnhofwtr. 51. für Schuhmacher u.HauS- ball, auch gcbrauchsun- sähige. Schriftl Angebote u. 014833 an den Gieß. AnA- Wllh. June. Dillingcn, Kr. «liehen. LAüscnsterkmntst. Glasplatten) zu verkauf. Schriftl. Angeb. unt. 9807 an d. Giehener Anzeiger. gleißte« inotor neu oder wenig gebraucht, sofort gesucht. 9326 Schleenberker, Moltkestrahe 7, Tel. 633. Obst-und Gartenbauverein Mttgliederversammlung Samstag den 4. Sept., 8 Ubr, im Pfälzer Hof, Schanzenstrane. - Tagesordnung: Ausstellung Bestellung der Bäume »Art und Sorte), Wabl deö Prä'idenien. Um allseitiges Erscheinen wird gebeten. _______»Mi____________Der Vorstand. Kirche und Schule. — Das hess if che 2 ndes amt s"ür o s Bildungswesen veröffentlicht heute an amt- licher Stelle eine Anzahl Richtlinien über die verstärNeKunster-iehnng an unseren hes- sisck;en hölieren Schulen. Es wird «rusgesührt, t>iti tn den von oem Lantesbildungsrml eingefarterten Berichten zahlreiche brauchbare Anregungen enthüllen sind. Was Aervon «ohne Lehrplan uno Organisationsveränderung zur Durchführung gelangen kann imd soll, ist in einer Bevrtimg zwischen den Mitgliedern Der oberen Schulbehörde und zuge- zogenen Fachlehrern des Landes geprüft und zu- sanrmengefasch worden. 4 Bleichenbach, 1. Sept. Am vorigen Freitag Abend starb im Sanatorium frohenmark, wo er Genesung von schwerem Leiden gesucht hatte, Seietam» alt, vreiSw. zu verk. Lieh, Oberstadt «2. mc. Friedberg, 1. Sept. Bon Frankfurter Albertumsfreunten sollen die Mittel aufgebracht werden, um die zwischen Friedberg und Bcw froin- (bürg liegende Kapersbury Lmsthistvrisch zu erforschen. Die Kapersburg ist bekanntlich ein Mmerkastell, das zum Saalburgsystem gehört und wohl zu gleicher Zeit in Benutzung war wie diese. Klein., iebr (J 0 f gut erhalt. w v ' au kaufen gesucht. Schr. Angeboie unter 9306 an den Gießener Anzeiger. kommen bis zu 15OOO Mark eine zehnprozentige Erhöhung ihrer Bezüge zuzubüligen, angenommen. Wenn, was zu erwarten ist, auch der Magistrat dieftm Anträge zustimmt, kann mit der Beenoigung dr-s Ausstandes gerechnet wrroen Ter Magistrat der Stadt Hanau frit dem Beschluß, bcc Sladtvn:ordneten, allen städt'.schen Gehalts-- und Lohnempfängern bis zu einem Gesamteinkommen von 15 000 Mark eine .zehnpro- zentige Zulage und die Besaxarngszulage zu gewähren, nicht zugestimmt. Jnfolgedesssn hat sich.die Lage verschärft. Veute ftndet eine weitere Sitzung der Stadtverordneten statt. Ter ausgerufene Generalstreik droh: schärfere Formen Sitzung vom 2 6. August 192 0. 1. Der Anspruch des vor Ablauf der^Kündigungsfrist anderweit in Arbeit getretenen Schreiners Ferd. Sauer gegen Schreinermeister Hofmann hier auf Entschädigung für nichterhaltenan Urlaub wird abgewiesen. Die Urlaubsftage ist in den Verhandlungen der beiderseitigen Organisationen noch nicht geregelt. , 2. Tie Firma Röhrig in Mücke ist verpflichtet, die tariflich festgesetzten Löhne des Sägewerkstarifs zu zahlen: der Schiedsspruch Wirrte an- 3. Tie Sache des landwirtschaftlichm Arbeiters Giebenbain gegen Landwirt Theodor Binding in Nieder^Eschbach wegen Lohnnachzahlung fand durch Vergleich ihre Erledigung. 4. Die Firma Walbinger in Ober-Ramstadt wird verpflichtet, ihren an ter ehemaligen Zuckerfabrik in Storfbeim beschäftigt geivesenen Arbeitern den an der Kündignngsftist fehlenden Dag nachzuzahlen und vom Tag ter Wiederaufnahme der Bauarbeiter! den Tariflohn für die Bauarbeiter zu zahlen. Die weiteren Ansprüche werten dem ordent- licken Rechtsweg wrbehalten. 5. Die Firma Ruckstuhl hier ist verpslichtet, mit Wirkung vom 15. August 1920 dem Arbeiter Sctenk den dem Transportarteitertarif ent» ilpredjente Wochen lohn von 146 Mk. zu zahlen Gießener Strafkammer. Gießen, 21. Aug. 1920. Um die Diebe zu fangen, die schon wiederholt in das Eleltrizitätswerk cingebrochen waren uno Kohlen gestohlen hatten, legten sich am Abend des 13. April der Wachmann Joseph S t in o n und ein Kolleg.' auf 'dem gegenüberliegende.! Bahn- teunm auf die Lauer. Bild daraus tarnen zivet Männer und stiegen ein. Als sie seslgenommen werten sollten, liefen sie davon und Mieten trotz mehrfack-en Anrufs nicht stehen. Um sie einzuschüch- tern, gab Simon aus seiner Pisbole mehrere )c-chreck- schüsse ab. Einer ter Täter, der wegen Tiebftchls u>el>rfuch vorbestrafte Karl Schaumburg ivurx ins Herz getroffen und war auf der Stelle tot: das andere Gesck-oß überflog den Dähndamm und traf am Oswaldsgarten einen Mann ins Bein. Simon hatte sich deshalb heute wegen fahrlässiger Tötung und wegen Körperverletzung zu verantworten Die Strafkammer gelangte zu einer Freispreäiung, di [ie sich nicht davon überzeugen konnte, datz eine Fahrlässigkeit vorliege. Sie berücksichtigte zu Gunsten des Ang-cklagten, daß er über das Rech', zum Wafsengebrauch nur ungmügend unterrichtet, im Tunkeln und im Laufen geschossen hatte und in seinem Timsteifer nicht in der Lage mar, die mög- lidien Folgen seines Tuns zu erkennen. Vielleicht liege nur ein unglücklicher Zufall vor. Ter wegen Betrugs mehrfach vorbeNraftc F. A. ans Rieder-Gemünden hat eine Reihe von Leuten, meist Landwirten, um erhebliäse Summen betrogen, intern er ihnen, immer nach dem gleichen Rezept, vorschwindelt, er könne ihnen nützbiche Tinge besorgen, und dann mit den Vorschüssen verschwand. Tas Otericht ivor der Ansicht, daß kleine Strafen, wie er sie bis jetzt etyalten hatte, bei einem Menschen wie dem Angeklagten jede, Wirkung ter» seblten und erkannte auf eine Gesamtstrafe von 2 Jachen 6 Monaten Gefängnis. Bon ter weiteren Anllag.' eines Diebstahls wurde der Angeklagte freig'sprochcn. 2 Morgen guter Acker sofort zu pachten gesucht. Fritz Keller. 9276_____Neuenweg. HNHH-beltrantzpo^ gelegenheit nach Hanau gesucht. Schr.Ang.u.014531 a. G. A. Ter Arbeiter D. W., wegen Dtevftahls wiederholt vorbestraft, hat in Bad-Rau Heun im Zimmer eines Oberkriegs^erichtsftkrttärs eine Kanette erbrochen und über 900 Mk. daraus gestohlen. Ten Aufbeirxrhrungsort des Geltes und des Zimmerschlüssels hatte er zufällig erfahren freute leugnete er. Allerfrings fei er in dem Zimmer Anwesen, um zu süchlen, habe aber die Kasietde bereits erbrochen vorgefunden. Mit dieser Ausrete hatte er Lin Glück. Außerdem wurde ihm noch ein frülmerdiebftahl in Friedberg nachgewiesen. Unter Einbeziehung einer früheren Stra e erbtdt er eine Gesamtgefängnisstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten. Gin Mitangeklagter, ter beschuldigt war, •an dem Tiebftahl in Bod-Rauheim teil» genommen zu haben, wurde mangels ausveicheuden Beweises fteigespnockxn. Frau L. B. und eine Mitangeklagte E. B. haben infam men mit einigen andern, die beverts abgeurteilt sind, bem Gerber B. in Gießen unter Ann^endung falscher Schlüsfel Leder im Wert von lOOOO Mk. gestvhlen. Strafe: je 6 Monite Gefängnis. Eine Reihe anderer Fälle ist ohne besonoeres Interesse. HtrrenWßM^ West-2bteim, Pfarrer Gsell- Fransfurt a. M. werden spreriten und entsprechende Rückk'licke und Ausblicke auf das Werk der Basler- Härten! totem! Ab morgen bie inkl. Jlontas: Aunst unt Wissenschaft Ein Merowingcrgrab. mc. Cassel, 30» Aug. An der Balm nach frannoter bei frannöverschMünten wurde ein großes Grab aus der Merowingerzeit frcigcLegt, in dem sich nicht weniger wie 100 mansch lich und vier Pserteskelette tefanben. Der Fund wird aber iwri; bedeutsamer durcb die vielen Waffen und Geräte, die in dem Grab noch vtel-auten jxrrcn. Töpfe und Krüge, Bronzeschwerter und Speere und als ganz seltenes Stück das lebensgroße Dronze- relief eines ftänkischn Kriegers wurden gefunden. Ter Wert der gefuntenen Gegenstände ist unermeßlich, da bisher ein solch gewaltiger Fund aus ter Merowinger zeit in ganz Deutschland noch nicht gemacht tourte. Die Gegenstände wurden dem Pro- vinzialmusenm in frannover ütenteefen Und sollen nach 'sachemäßer Bearbeitung der Oeffentlrchkeit zugänglich gemacht Ivetten. 1. Tie Lohnnachzahlungsforderung des Arbeiters Opper gegen die Firma Stöcker u. Künz in Treis wird tem ordentlichen Rechtsweg Vorbehalten. 2. Die Entlohnung der Arbeiter ter Firma fr. Bohnekamv bzw deren Vertreter fr. fröschen tn (Schlitz wird für die Zeit seit 1. April 1920 auf Grund eines besonderen Umrechnungsverfah- rens festgesetzt und den Parteien aufgegebm, ab 1. September durch Festmeterberechnung an stelle des Grubenholzlategeraichts eine neue Akkordbasis für die Löhne zu schaffen. 3. Der Anspruch des entlassenen Arbeiters Scheibe! gegen die Stadtverwaltung Bad-Nauheim •toiri) wegen Unzuständigkeit abgewiesen und die Anrufung ter laut Vereinbarung vorgesehenen Schiedsstclle aufgegeben. 4. Ter Antrag des freinrich Seibert in front» berg gegen Stadtkassenrechner Repp daselbst auf Gehaltserhöhung wird nach erfolgter Zusage für erledigt erllärt. 5. Ter Einspruch von 82 Dige)tellten der Abwicklungsstelle des Jnf.-Negts. 116 in Gießen gegen ihre zum 30. September 1920 ausgesprochene Kündigungen wird für nicht gerechtfertigt erklärt, weil nari) ’§ 85 des BetriLbsrätegesetzes ter Einspruch dann nicht zulässig ist, wenn die Eirüas- sungen durch gänzliche ober teilweise Stillegung des Betriebs, wie hier, erforderlich werten. Die Entscheidung ist endgültig. (§ 87 Ab-s. 1 B. R. G.) ASskrhssSiil 80 Wachen all, zu verL 014911) MänSburg 19. 4SioL ie4Sim., Bad, eine Wohnung bestimmt beziehbar, ah verkaufen^durch Schaumberger & Sohn. SorecbA. S-9> 1-3,7-9n.^ Vsllstämlige Zigarren- fabrtim-Einrictag, eventl. mit ca. 1 Ztr. AnslandStabak, f.ftlein- betrieb, weaeu Todesfall au verk. Näheres durch Theodor Garlach, Krofdorf mc. Frankfurt i. M., 1. Sept. Fran k- sur'ts Kohlenversorgung ist in diesem Zahre außerordentlich günsttg. Rach Mitteilung des Kohlendirellors sind nicht nur sämtliche schulen, sondern auch die Bäder und Thoater mindestens bis Neujahr versorgt. Auch den Zentvrl- teiAungea konnten Brennstoffe überwiesen werden. Bedauerlich feien nur die enormen Tiebstähl? aut dem Transport, die rund 3 Prozent ter gelieferten Menge ausmachm. mc Frankfurt a. M., 1. Sept, sn dem ehemaligen frote! Schwan, tu dem am 10. Mai 1870 der Frieden zwischen Deutsch- lanb unb Frankreich geschlossen tourte, wird am Sonntag ein Kino eröffnet. Rur mit größter Müte ist es gelungen, das Friedenszimmer m seinem ursprünglichen Zusbanb zu erhalten. ra. frermann stein (Kr. Biedenkopf), 31. Aug. Die für unser Kirchlein von der Firma Buderus gegossene Gußstahlglocke trägt die Inschrift: Steh fest im Sturm ter Zeit! Gesegnet fei dein Leid! Denk an die Ewigkeit! w> i // Die Abstammung des ~ ® Menschen vom Affen. D m'/y Im Fieber unter A Ci 1 LI Afrikas Tropensonne! • Der erste ff roße. Hagenbeck-Film in a 6 Akten. — In d. Hauptr.: Ria Jende. ’S* 7. September: Henny Porten. teaeheg * ir! KÜJttKS! •ort die Brtkl'seke Ceiw.-»reekereL a. Lum. Gloflee «SGGKDGLIGMVGGGGG | Lichtspielhaus s a Bahnhofstraße 34. n Neue Balbschshe, Gr. 39, SasL, Pok-eL, Xseen- sehirm,SeblleBkorb,Haad- koffsr u. ElemsckstM'ider zu verkaufen [014783 Schanzenktraße 16IIL r. 1 P. neue DaeeBSfitfel, Gr.39.Mnßarb., f.l25Mk. abz. 8cii»osoavtr.1O».°'"^ 1 P. Teereeettetel (43/44), 1 P. gelfee Horrei-Kfefel (43 44), 1 P. Horaudslietol (44), alle fait neu, w verk. C1 Bobtnoufc. Weg M I. (9c6ro*inaue für mitiL schlanke Ftmrr au verk. 014902 Lch«tt»tr. 19 p. Schwar-vr Rock Hieb Wette, »eftr. (neu) f. schl. 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Er wollte gleich wieder fort gehen, blieb darat aber doch einen Augenblick stehen und meinte mit leichtem Zögern: „Man muß an das Wunver der Rosen, das sich uns alljährlich neu beschert, auch im Leben glauben. So dunkel es auch manchmal scheint — schließlich kommen doch auch wieder Tage, an denen für die schwergeprüftesten Herzen die Sonne ausgeht und süßer Rosendust sie umschmeichelt. Dillman» über SowjetNuhland. B e rl i n, 1. Sept. (Wolff.) Zu den Ber öffentlichungen des Abgeordneten D i t t - m a nn in der „Freiheit" über die Zustände in Sowjetrußland bemerkt der „Vorwärts", daß daraus hervorgehe, daß dec Niedergang Sowjetrußlands und das materielle Aussterben der russischen Städte erst von dec bolsche wistischen Revolution datiere. Jetzt sei der Riesenbetrug, der am deutschen Proletariat seit bald zwei Jahren mit der Sowjetherrlichkeit systematisch versucht werde, restlos aufgedeckt. Die Feststellungen Ditttnanns lausen auf folgende Punkte hinaus: Nur auf dem Fundament der P a s s i v i t ä t und Kulturlosigkeit dec russischen Volksmasse in Stadt und Land konnte diebolschewistischeDikta- tur errichtet werden. Vom 16. Juni bis 15. Juli wurden auf Geheiß außerordentlicher Kommissionen noch 893 Personen erschossen, außer den administrativen E r s ch i e ß u n - gen. Die Pressefreiheit, die Vereins- und Versammlungsfreiheit und die persönliche Freiheit sind für andere als Kommunisten so gut wie aufgehoben. Die Wahlen zu den Sowjetkör- perschaften erfolgen öffentlich. Die geheime Wahl ist verboten. Unbequeme Wahlen werden kassiert. Die allgemeine Wehrpflicht ist wieder eingeführt. Deserteure werden erschossen. Das Wirtschaftsleben ist militarisiert. Arbeiter und Angestellte dürfen nicht streiken, sonst werden sie in Konzentrationslagern zur Arbeit gezwungen. Da das Mitgliedsbuch der kommunistischen Partei als Anwartschaft auf irgendein Amt angesehen wird, drängen sich unausgesetzt zahlreick-e Elemente in die Partei. Von den Mitgliedern der kommunistischen Partei ist der größte Teil in irgendeiner Sowjeteinrichtung angestellt. Nach .der letzten oftiziellen Statistik des Zentral Komitees der Partei waren von den 604 000 Mitgliedern, dte die Partei in ganz Rußland zählt, nur noch 70000, d. h. 11 Prozent, als Arbeiter tätig. Als fürchte er, schon zuviel fyefagt zu ta&n, allem aber wähl, um dem iimacn |« keine Zeit zu lassen, -auf ihre frühere Frage zu rückzukommen, verschwand er eilig zwischen temen bunt- leuchtenden, von Wohlgeruch ^ingehülltm Decken. Rena sch ihm starr nach. Dann berieten sich ihre Augen jntt dem gleiches Ausdruck trat ö*e ihr geschenkten Blumen. Sie wollte sie an hrtj nehmen, zog aber die Hand plctzhch wilder zurück, ohne die schimmernde Pracht berührt zu haben. Philippi und Jakobi. — Bringt St. Michel Regen, Farm man int Winter den Pelz anlcgcn. — Herbsl- gewilter bringen Schnee, doch dem nächsten Jahr kein Weh. — An Septemberregen für Saaten und Reben ist dem Bauer gelegen. — Sind Zugvögel nach Michaelis noch hier, haben bis Weihnachten lind Wetter wir. -- In vielem Herbstes- nebcl seh ein Zeichen von viel Winterschnee. — Späte Rosen im Garten, schöner Herbst, und der Winter läßt ivarten. — September-Gewitter sind Vorläufer von starkem Wind. — St. Michels- Wein wird Herren-Wein sein, St. Gallus-Wein ist Bauern-Wein. — Jst's am Egidientage schön, dann wird auch gut der Herbst bestehn. — Septemberdonner prophezeit, vielen Schnee zur Wrifr- nachtszeit. — Was der August nicht kocht, wird der September nicht braten. Landkreis Gießen. X Wieseck, 31. Aug. Die heutige zweite Bürgerversammlung nach dem Stieg wieder unter Vorsitz des Lokomotivführers Hammel, 'wie die erste zahlreich bejncht, hörte ein Referat des Vorsitzenden über die Frage der Belieferung mit Brot und Mehl unter starker Anlehnung an den Abgeordneten Fenchel: der Bauernstand sei nicht organisationsreif und dulde es, daß der /.Reformbund deutscher Großagrarier" mit dem Kommunalverband unter einer Decke stecke. Ein Abbau der Preise solle durch Vereinfachung des Beamtenapparats erreicht werden. An die Einwohner solle die Frucht verteilt werden, wodurch jeder die Beschaffung eines besseren Brotes für sich in der Hand hat. Der Bauernstand solle oie Worte „Wucher" und „Schleichhandel" aus seinem Lexi- lbn streichen: gegen beide solle der Kommunalverband energisch .vorgehen. Alsdann berichtet Adam Kümmel über die Gießener Versammlung im Felsenkeller und ermuntert zu einer Einigung zwischen Arbeiter- und Bauernschaft. Leib sieht nicht ein, warum man Fenchel zuziehen will und Oßwald wünscht ein Referat von Fenchel selbst, Weller wünscht »mehr Rücksicht auf die Stadt. Bürgermeister S ch o m be r ist für Verteilung des Mehls, da die Verteilung der Frucht dem Verbraucher zu große llmstände verursache. Benner will „Glnchheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt" und bemängelt, daß diese Gleichheit beim $kot noch nicht erreicht, ist aber kritisch gegen Fenchel. Pfarrer Sa 11ler warnt vor Ungerechtigkeiten und Uebertreibungen, wie sie besonders der Reformbund erfahren. Eine Entschließung dahingehend, daß an Verbraucher und Versorgungs- herechtigte durch das Landesemährungsamt das gleich Mehl verteilt wird, da der derzeitige Unterschied jeder Gerechtigkeit Hohn spreche, wird fallen- igelassen und zwei Delegierten Lang (Erzeuger) und Kümmel (Verbraucher) Vollmacht erteilt zur Teilnahme an den in dieser Sache geplanten Schritten der Kreisgemeinden. Angenommen wird noch ein Antrag Vogelhöfer, daß in dem Kommunal- verband Verbraucher und Sr^uger Sitz und Stimme haben und wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen, nachdem auch die Wasserfrage angeschnitten und von Bürgermeister Schomber beanfroortet worben war. Der Interpellant Handlose berührte auch den Zustand des „Kohlwegs" (Möferstraße) und Benner rügte, daß nach ber Ansicht ber Majorität des Gemeinderats Notstandsarbeiten nicht vorliegen sollten. Die Versammlung wollte unpolitisch sein, zeugte aber an vielen Stellen von der Macht parteipolitischer Schlagworte. s. W e i t e r s h a i n, 30. Aug. Billiges Holz konnte man dieser Tage bei den in den Rabenau- schen Waldungen erfolgten Holzversteigerungen haben. Zur Versteigerung standen Reisige und Stöcke verschiedener Holzart, welche zur Rationierung vorgesehen und aus verschiedenen Gründen nicht ab genommen wurden. Die Preise deckten vielfach nicht einmal den Holzhauerlohn und waren mitunter niedriger als in Friedenszeit. Kreis Blwingen. h. Kohden, 1. Sept. Am Dienstag, den 31. August würbe ein Mann begraben, der auf traurige Weise ums Leben kam. Der im 79. Le- bensjcchre stch.mde Landwirt Zell ftel in voriger Woche beim Birnenabflücken vom Baum, infolgedessen er am Sonntag verschied. Mit chrn ift der Name Zell, der früher in Nidda und den um- dem Wein oft Essig macht. — Ein Herbst, der warm und klar, ift gut fürs nächste Jahr. — So viel Fröste vor t Nein, nein, feine Selbsttäuschungen Hervorrufen und sich ihnen hingeben! Sie brauchte ja nur die Augen vorwärts zu richten, all dem Schweren entgegen, das sie daheim erwartete, um in den rosenroten Wolken, die vor ihr Heraufziehen wollten, trügerische Zeichen zu erkennen . . . Die lange Reise neigte sich ihrem Ende zu. Rena atmete wieder die Luft des ihr zur zweiten Heimat gewordenen Saaltals . . . Wer würde sie mir 'der Station Göschwitz empfangen? Anna Reinsdorf gewiß, die hatte sie ja brieflich darum gebeten. Aber vielleicht nxrr auch Oskar Borowsky da. Als der Zug in die Station cinfubr, spähte Rena, ehe sie dem Wagen entstieg, vorsichtig auf den Bahnsteig hinaus. Gott sei Tank, nein, der Vetter war nicht zu scheu — nur Anna Reinsdorf stand da, ihr zur Seite ein halbwüchsiger Junge, den sie wohl zum fragen des Gepäcks mitgebracht hatte. Das fange Mädchen atmete auf. Die halb: Wegstunde bis nach Lobeda, allein mit der älteren tfreunbin, deuchte ihr wie em Geschenk. Sie um- armte Anna Reinsdorf, als ob sie nicht Tage, sondern Jahre von ihr getrennt gewesen wäre. Tann flogen ihre Blick.' über die weithin sich dehEiden Wiesen und die eaale hinüber zu den Lachern des Städtchens. Der massige, grimbe» Kreis Lauterbach. z. Grebenhain, 31. Aug. Tie hiesige ' Gendarmerie beschlagnahmte gestern nach- ' mittag bei einem Reisenden am hiesigen Bahnhof } eine größere schvarz lackierte Kanne mit gewölbtem Teckel, welche ebenfalls mit einem Boden « und Berschlus versehen war und die 80 Psuiw . . Rindfleisch enthielt. Im Teckel belauben sich noch ca. 2 Liter Speiseöl. Sicher rührt das Fleisch I von einer Schwarzschlachtung her. Ein wahrer ' Krebsschaden für die gering be mit retten Eimvohn« » sind die Sommerfrischler, Hamsterer und Schieber, ! die seit Anfang Diai Lebensmittel, Mehl, Brot, | Butter, Eier imb Fleisch auf Baufen und verschicken, f So wurden porige Woche eine Menge Pafete, welche diese Sackxm enthielten und alle Iffec auf- | Aus Hessen. lieber die Kosten der sozialen Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen- fürsorge im Freistaate Hessen ist der Volkskammer nunmehr eine Regierungsvorlage zugegangen. Es werden nach der beigefügten Aufstellung mit deu im Hauptvoraitschlage bereits vorgesehenen 68550 Mk. persönlich? und sachliche Ausgaben der Hauptfürsorgestellen und der 5 Nebenstellen zusammen 673 910 Mk. angefordert. In der Begründung wird mügetrilt, daß nach dem Reichs- Gesetz vom 5. Mai d. I. die Kosten der sozialen ?vürforge von dem Reich unter Mitlvirkung der Länder und der Selbstverwaltungstorper, Kreise und Gemeinden derart getragen werden, daß das Reich, abgesehen von den Kosten der Zeittral- stelle, die es allein trägt, vier Fünftel der sämt- licheit, jedeut Land entstehenden Kosten nach Der noch zu erwartenden Aussührungsvorschrift übernimmt, während das Land und seine Selbstverwaltungskörper mit je . einem Zehntel dieser Kosten belastet werden. Tie materiellen Ausgaben für die Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge sollen für Hessen etiva 3 600 000 Mk. betragen, so daß das Land mit 360 000 Mk. hierfür auf» zukommen hat. Tie Teckung soll aus Beständen der Hauptstaatskasse, die zur Verfügung stehen, erfolgen. Jrn Falle sich der Zusammentritt des Finanzausschusses noch längere Zeit verzögern sollte, möge die Beschlußfassung durch Umfrage bei den Mitgliedern des Ausschusses erwogen werden. licherweise bringt infolgedessen die Oeffentlichkeit den Sammlungen wachsendes Interesse entgegen, was sich auch in mannigfachen Gk'fdxrnfen äußert, auf die das Museum jetzt besonders angewiesen ist, da eigene Mittel für Ankäufe kaum zur Verfügung stehen. Seit 1. April wurde das 9)hiieum von etwa 5000 Personen aus allen Bevölkerungskreiien bt- sichtigt, darunter zahlreiche Sckulllafieii, Lehrer kollegien, Seminare, Geschichts- und Volksbildunas vereine, denen nach rechtzeitiger 'JLranelbung (bei freiem Eintritt) meist sachkundige Führung gestellt werden konnte. ** Gießener Waldbühne. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die morgige Aufführung von Komtesse Gucker! nicht im Freien, sondern im Festsaal des Hotels Einhorn ftattfinbet. ** Tie Baustoff-Beratungsstelle für Hessen, Sitz in Frankfurt a. M., teilt mit: Tie immer noch steigenden Schwierigkeiten in der Baustoffbeschafsung und vor allem die ungesunden Preissteigerungen haben für das gesamte Bauwesen nahezu katastrophale Verhältnisse frerberi geführt. An vielen Orten mußte trotz reichlicher Zuschüsse mts öffentlichen Mitteln die Bautätigkeit eingestellt werden. Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit werden dadurch von Tag zu Tag größer. Ter Baustofs-Besck)affungsstelle für Hessen ist neuerdings eine Baustoff-Beratungsstelle ungegliedert worden. Sie hat die Aufgabe, zwischen Erzeuger und Verbraucher zu vermitteln, um dadurch die Materialpreise auf eine normale Basis zurückzuführen und den Bauluftigen günstige Be- zugsmiellen namhaft zu machen. Weiterlstn hat sie die Aufgabe, Baulustige bei der Verwendung von Baustoffen, insbesondere von Ersatzbaustofsen, zu beraten, sie über die gesetzlichen Bauerleichterungen, Einführung der Baunormen und über ,bie Gewährung von Zuschüssen aufzuklären. Tie Sprechstunden der Bauberatungsstelle sind in Frankfurt a.M., Obermainstraße 51, Tiens tags und Freitags von 10—12 Uhr vormittags. Telephon Hansa 7734. ** Postsendungen n ach Polen. Wie erst jetzt bekannt geworden ist, hat die polnische Postdirektion in Posen vor einiger Zeit ihre Postauskalten angewiesen, alle vom Ausland, also auch von Deutschland eingehenden Postsendungen, bei denen Bestimmungsort und Straße nicht polnisch angegeben sirtd, als unbestellbar zu behandeln. Seitdem gelangen zahlreiche nach Orten in der früheren Provinz Posen gerichtete Postsendungen mit dem polnischen Vermerk, daß der Ort unbekannt sei, nach Deutschland zurück. Briese nach Posen müssen demnach, wenn sie den Empfänger erreichen sollen, die Bezeichnung „Poznan" tragen. Wegen Aenderung der Anordnung sind sofort Schritte eingeleitet worden. Zunächst aber ist cs aus Gründen der unausgehaltenen Ab.vick- lung des Verkehrs nicht zu umgehen, daß die Absender bei Postsendungen nach dec früheren Provinz Posen den Ortsnamen und die Straße in der polnischen Bezeichnung angeben und als Bestimmungsland die Angabe „Polen" beifügen. ** Falsch deklarier te Frachten. Der Reichsverkehrsminister hat die Eisenbahndirektiorten angewiesen, von jetzt ab alle Sendungen, die durch Verfrach.er au'geliesert wurden, denen ialsche Te- flanation von Frachten nachgeitnefen wurde, grundsätzlich (durch Oesfnen der Verpackungen und dergleichen) daraufhin prüfen zu lassen, ob der Inhalt der Sendung mit den Eingaben im Frachtbrief übereinstimmt. Tie seit jeher bestehende Vorschrift, daß Tienststellen sich von der Uebercin- ftimmung der Angaben im Frachtbrief .mit dem Inhalt der Sendung zu überzeugen haben, wenn der Verdacht einer falschen Tellavation besteht, wurde erneut eingeschärft. ** W ie spare ich Porto? Die überaus hohen Postgebühren nötigen mehr als bisher zur Sparsamkeit. Eine tägliche Erfahrung ist es aber, das vielfach noch zuviel Porto aufgcwendet und die Ermäßigungen nicht benutzt werden, die der Tarif der Reichspost möglich macht. Drucksachen werden oft in verschlossenem Briefumschlag statt offen verschickt. Dann wird nach wie vor von der Einrichtung der Geschäftspapiere wenig Gebrauch gemacht. Sie sind aber jetzt billiger, sobald sie das Gewicht von 20 Gramm überschrciten. Als Geschäftspapiere zugelassen werden alle Schriftstücke und Urkunden, die nicht die Eigenschaft einer eigentlichen und persönlichen Mitteilung haben, wie Prozeßakten, Frachtbriefe, Ladescheine, Rechnungen, Quittungen, offene Briefe und Postkarten, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck erfüllt haben, Urschriften von Werken und Zeitungen, Schwüler arbeiten, Lohn-, Dienst- oder Arbeitsbücher usw. Auch die neue Einrichtung der Päckchen wird nicht genügend beachtet. Sie kosten bis zum Gewicht von 1 Kilogramm 1 Mk., müssen aber dte Aufschrift „Päckchen" tragen. ** Bankstreik. Wie uns der „Deutsche Bankbeamten-Verein, Zweigverein Gießen" mitteilt ist der bei dem Bankhause Josef Herz, Gießen, ausgebrochene Streik seit Dienstag, den 31. August ds. Js., nach Beseitigung der ftrittigen Punkte, beigelegt. Tie Kündigung eines älteren gegeben waren, in Frankfurt lxschlapnahmt. 5. Vai tshain, 31. Aug Jetzt ist schon ein Jahr verstossen seitdem dem Ändwirt Henning von Wrid-Moos in einer Nacht zwei mert • volle Pferde aus dem Stall gestohlen nntrben. Alle Ermittlungen sind bis jetzt erfolglos gewesen^ Vor etwa 14 Tagen wurden lern Landwirt Schuchard von frier in einer Nacht l1/» Fuder Weizen, ivelcher im Felde auf Haufen stand, gt^ stöhlen. Auch hier fehlt von den Tätern bis jetzt iede Spur. Es liegt die .Vermutung nate, day orts- und lokalkundige Personen mit diesen Diebstählen in Verbindung stehen. z. Aus dem Vogelsberg 1. Sept. Tie Ernte ist beendet. Storn und Weizen sind, raenn auck nicht ganz gut, dock Mittelmäßig ausgefallen, Daser ebensalls, dagegen ist Gerste ganz kurz geblieben. Schöne Sommersamen-Felder sind noch einzuemten. O Aus dem Schlitzer Land, 1. Sept. Nachdem Bürgermeister Johannes Enrich in Heller^fraufen sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat, sand am Sonntag die Neuwahl statt. Mehrere Kandidaten touren ausgestellt Tie meisten Stimmen erhielten Konrad Eurich (21; und Joh. Becker, so daß zwischen beiden Stichwahl stattsinden muß. — In Qu eck ist nach öjäfrriger russischer Gefangenschaft Adam Trän- k e r zurückgekehrt. Seil 5 Jahren halten die Angehörigen keine Nachricht mehr von ihm erhalten. Die Gemeinde veranstaltete für den Totgeglaubten eine würdige Begrüßungsfeier. — Tur(6 die Maul- und Klauenseuche, die auch im Schlitzerland um sich greift, hat in Bernshausen ein Landwirt innerhalb zweier Tage drei Stück Großvieh verloren. — Tie S chw alben haben allenthalben schon die Abreise nach dem Süden angetreten. Kreis Wetzlar. ra. Atzbach. 1. Sept. Aus ihrer nächtlichen Turchreise wurden hier zwei junge Burschen festgenommen, in denen man die Einbrecher vermutet, die in jüngster Zeit unsere Betvohuer so fefrr beunruhigt haben. Im nahen Pfarrhause zu Torlar haben sie in derselben Nacht Mundvorräte gestohlen, die sie mit srch führten. Tie beiden Täter sind kürzlich aus der Reichswehr entlüften worden und versuchten mm auf diesem Wege ihren Unterhalt zu erwerben. ra. Wetzlar, 1. Sept. In der Ersatzwahl zumKreistag wurde für den verzogenen Kaufmann I. Heymamr Bürgermeister Ziegler zu Braunfels zum Mitglied des Kreistags gewühlt und bestätigt. Hessen-Nassau. ra. Biedenkopf, 31. Aug. Der Haushaltsplan der Stadt Biedenkopf für 1920 schließt in Einnahme und Ausaabe mit 1 149 411.44 Mk. ab, also mit einer Zahl, wie sie das Rechnungswesen unserer Stadt niemals! gesehen hat. Die Zahlen sind gestiegen zu einer nie geahnten Höhe, ohne für den Wohlstand des Einzelnen wie der Gesamtheit als Gradmesser dienen zu fönnen. ra. Biedenkopf,!. Sept. Biedenkopf hat einen unermeßlichen Reichtum in seinen ausgedehnten Waldungen. Nach der neuesten Zusammenstellung wurden im letzten Jahr aus Holz 516 714 Mark gelöst, dos sind rund 114 Proz. mehr als im Vorja-br. Demgegenüber stehen allerdings auch entsprechend höhere Ausgaben für die Holzfällung, die eine fcofre von fast 100 000 Mark erreicht hatten. Tie Nettoeinnahme des Titels Forstverwaltung ergab die Summe wn 355 770 Mark. ra. Aus Nassau, 31. Aug. Arn letzten Sonntag fanden auf dem Festplatze „Im Brühl" die nassauischen Fe st spiele statt. Die Leistungen im Lausen, Hoch-, Weit- und Stabhochsprung, Schleuderball, Weitwurf, Diskuswerfen, Kugelstoßen sind als hervorragend zu bezeichnen. Großes Interesse erweckten die Kämpfe um den Wanderpreis des Grafen von Groeben im Faustball, den der Sportverein Braubach geaann. Tie Preisverteilung wurde durch eine gediegene Rede des Pfarrers Moser eingeleitet. melte ein paar Worte und wandte sich hastig der Richtung zu, in der das ,plte Schloß" lag. Ta aber hielt sie Anna Reinsdorf auf. „Nein, nein, Kindchen! Erst kommen Sre mit zu uns! Ich braue Ihnen geschwind eine Tafts Tee. Die wird Ihnen gut tun. Ich möchte wellen, daß' Sie aus der langen Reise den Teil des inneren Menschen, der nach Speise und Trank schreit, strch- lich vernachlässigt haben." Rena lächelte mit blassem Mund ein wenig und ließ sich mitziehen. Noch eine kurze Frist! In dem hübschen Vorgarten -um Lehrerhäus- chen stießen sie auf Annas Bruder, ber zwischen den Rosenbüschen beschäftigt war. Er kam frerbei und reichte Rena die Hand, und diese Hand wollte sich von den schlanken Mädchen fingern gar nickt wieder loslösen. Wie ein Festhalten in unsäglichem Erbarmen war das. Dieses Erbarmen stieg auch in seinen gütigen, etwas müden Zügen auf. Dabei konnte er fern Wort sprechen, so groß war seine Erregung. Betroffen sah ihn das junge Mädchen an. Von seinem Gesicht glitten ihre Augen zu dem der alten Jungfer hinüber, und da fing jte ein Zeichen auf, das Anna dem Bruder gerade gab, wahrscheinlich ein Zeichen, vorsichtig zu sein. Rena empfand es wie einen harten Schlag aus das Herz. Dennoch fragte sie unnatürlich ruhig, nur mit seltsam rauher Stimme: „Was in denn —? Soll mir etwas verheimlicht werden? Tas wäre doch zwecklos. „Drüben" toürbe ich dann ja doch alles erfahren —" Anna Reinsdors drängte sie über die Schwelle wucherte Turm des „alten Schlosses" ragte hoch darüber 'hinaus — in seinem Sckxllten mußte sie nun wieder wohnen, darin einhergehen neben der starren Blinden und ihrem leidenschaftlichen, kranken Sohn! Wo toar das Gefühl hin, das sie noch vor kurzem mit warmer Zugehörigkeit zu diesen beiden und den alten Mauern erfüllt hatte —? Zerstoben, verweht — sie fürchtete, auf immer. Nur das Pflichtgefühl trieb sie dahin zurück und hielt sie an unzerreißbare Fessel fest. In derlei Gedanken Der fünfen, entging ihr ganz, daß das Gesicht von Anna sKeinsdors grau und überwacht aussah, daß es dann und wann bang und schmerzlich um ihre Mundwinkel zuckte. Freilich bot die alte Jungfer sichtlich alle Kraft auf, um dem jungen Mädchen diese verräterischen Zeichen vorzuenthalten. Sie plaudert?scheinbar unbefangen von Max. der am Sonntag Morgen natürlich gleich zu ihnen hin gestürzt fei, um sich zu befragen, warum die Schwester so plötzlich habe verreisen müssen, während der Vetter ganz unertoartet aus der Schweiz zurückgekehrt sei. Tie Tante hatte ihm nur bie raufte Tatsache mitgeteilt, nichts sonst. Auch sie habe ihm ja natürlich nicht titel mehr sagen können, habe es jedoch einzurichten gewußt, daß er so ziemlich den ganzen Tag im Lehrer Hause geblieben sei, wo ihm, bet botmnjch.-n Studien mit ihrem Bruder, die langen Stunden ohne seine geliebte Rena weniger schwer aus 'bte Seele gefallen wären. Die ersten Häuser des Städtckens ivaren erreicht. Rena drückte die Hand per Freundin, mur- Aus Statt rind Land. Gießen, den 2. Sept. 1920. ** Das Oberhessische Museum und die Gailschen Sammlungen haben seit dem letzten Bericht wieder manchen Zuwachs zu verzeichnen. Erfolgreiche Ausgrabungen frohen die Bestände vermehrt, und infolge gütiger Stiftungen konnten auch die übrigen Abteilungen durch glück- hefre Erwerbungen bereichert werden; hervorgehoben seien frier nur ztvei eigenhändige Briefe des berühmten Kupferstechers I. G. Wille von der Obermühle bet SRobfreint a. d. Bieber. Zur Zeit ist man mit der Vervollständigung der erklärenden Beischristen beschäftigt und man ist insbesondere bemüht, die hochbedeutsame Artsgrabungs- ableilung mehr und mehr dem Berstänonis auch des breiteren Publikumes zu erschließen. Ersreu- üdjenetc. lohnend. sruhr Promenabe 3. t ^>u den Verband bem 5.Sepiemfc Der Verstaut eise ab l.Sep i, Stickseiden, I j I Pfd.N. lli 11" tiy Ä 2.15 4 2.50 »K jI $f^52ö ,00 0. j *4* Jh ,6.50 4.00 Vermischte». * Wetter unb Politik. Daß unser Seelenleben vom guten und schlechten Wetter beern- fhiüt toirb, ist eine allbekannte Tatsache, und btc Mhchologie hat überhaupt eine ganze Reihe von ÄLechselbeziehwrgen zwischen Wetterlage unb ^elenleben sestgeftellt. Dieser Zusammenl)ang ist aber sehr viel bcbeutktmer, als es auf ben ersten Aick scpeinen mag. Wie sehr bas Wetter auch die ZZvIittk beeinftutjt, das betont xt. Gaorg Ätonier flUf Grund lahrelanger systematischer Beobachtungen in einem Aussatz der „Umschau". Auf bas alte Wott, bah „Revolutionen nur bei gutem Wetter gemacht werden", ist ja wieber häufig htngewiesen worben. Lom-er aber crklätt ganz allgemein: Immer, wenn die politisch? Lage unseres Landes nach außen ober innen sich kritisch zuspitztc, wenn ein sckiwerer Konflitt zur Lösung, eine politische Schwüle zur Entladung drängt, zeigte auch die Wctterkurve eine entsprechende kritische Senkung. Tiefe Senkung erreichte bann ihren Höhe- ober vielmehr Tiefpunkt, wenn auch die politische Krisis auf der Höhe war. Unb umgekehrt: je spannunas- sreicr, gesicherter und glücklicher vve Lage des Landes, umso gleichmäßiger und günstiger auch bet- Barometerstand. Es genügt in der Tat ein Blick auf den Wetterzeiger, um die augenblicklichen politischen Tendenzen, Spannungen, Aussichten ^inschätzen zu können. Man braucht keine Zeitung zu lesen, keine Versammlung zu besuck)en: man braucht nicht hin und her zu überlegen: — das Barometer gibt unanfechtbaren Anschluß." Unter ben zahllosen Beispielen, die der Verfasser gesammelt hat und über die Näheres in seiner demnächst erscheinenden psycho-kosmif,'cn Wetlerstudie „Welt- untergang oder — ?" zu rmben ist, führt er nur den Parallelismus stoischen Wetter unb Politik im Januar 1920 durch. Am 10. Zanuar, dem Tage der Ratifikation des Friedens von Versailles, war das Barometer über 75. Am Tage darauf, an dem der Eisenbahnerstreik im Westen und in Schlesien ausbricht, erfolgt ein Barometersturz auf 72,7 begleitet von einem orkanartigen Sturm und Gewitererscheinungen. Diese Wetterkrisis wirkt sich dann politisch aus in den Unruhen in Leipzig am 12. unb in dem blutigen Krawall vor dem Reichstag am 13. Januar. In der Zeit vom 14. bis zum 18. Januar, in dem das Barometer wieder stetig steigt, das Wetter ruhig unb teils heiter ist, erfolgt dann eine schnelle Beruhigung der politischen Lage. Es fallen also Beginn und Beruhigung der Krise auf beiden Gebieten genau zusammen. Wie der Stratege im Wcll kriege gelernt hatte, die Meteorologie um Rat zu fragen, so wird also auch der Politiker gut tun, sich bei seinen Maßnahmen vorher genau das Barometer anzusehen. Buchertisch. — T as literaris che Echo. Halbmonatsschrift für LitNaturfreunde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W 9. Tas 2. September heft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Otto Grautofs: Ter Kveis um Andrß Gide: Hans Chttstotch M>e: Lena Christ: Fritz Ackermann: Erlebnis und Gestaltung: Robert Werner Schulte: Kutt Bock: Heinz Michaelis: Frauenbücher. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist 30. August in der alten Stabt Grün- berg. Vor einem eisernen Gebäude, Bahnhof Grünberg — Lich — Butzbach, stehen eine Anzahl Damen, Herren und Kinder. Vom Himmel strömt der Regen, kalte Lüfte wehen. Tie fröstelnde Menge studiert die Ueberschrift der eisernen Tür, des eisernen Hauses. Sie lautet: „Warteraum". Es ist 4 Minuten vor 5 Uhr: um 5 Uhr geht der Blitzzug ab. Ankommen soll er 3.30, angekommen ist er 4.12 — der „Warte- raum" ist noch fest, sehr fest verschlossen. 4 56 öffnet sich der „Warteraum". Durchnäßte, vorher schimpfende Reisende lösen stillschweigend ihre Fahrkarten. — Nun die bescheidene Anfrage an die Verwaltung der Bahn: Warum ftebt auf ber eisernen Tür bas Wott „Watteraum ? Das „Warte" war ber versammelten Gemeinde klar, nur über ben „Raum" 'machte man >ich tiefsinnige Gedanken. Ist er wohl von der Burger^ meistevei für Mietwohnungen beiÄagnahmt. Ober ist er ein Raum, vor dem man warten muß? Handel. Mainzer Lederbörsentag. Mainz, 1. Sept. Am Dienstag, den 7. Se^; tember d. I., findet in Mainz im-Kaftno „Hos zum Gutenberg" von IVA bis 1 Uhr der 3. Leder- öörsentag statt, döachmiltags beginnt um 1 / 2 Uyr in den nämlichen Räumen die Häute-Auktion, welche mit ben Gefällen von Saarbrücken, Laar- louis, Trier, Kreuznach Oberstein und Worrn^ beschickt ist. Der Zutritt zum Lederborsentag tst gegen Vorzeigung ber Einladungskarte frei. Einladungskarten können auch noch am Eingang rn Empfang genommen werben. Berlin, 1. Sept. Börsenstimmungs- bild. An der Börse machten sich heute Anzei^i einer gewissen Ermüdung und Abspannung bemerkbar. Der Verkehr ist etwas ruhiger getoorben. Die Kursbildung zeigte nicht mehr einen ausgesprochenen Schwung nach oben. In den bisher begünstigten Papieren trat verschiedentlich eine Rsaliiations- neigung zu Tage. Außett)em trug der stets am Monatsende eintretenbe Ablauf ber unerledigten Kaufs- und Vettäufsaufträge zur Erschwerung des Geschäftes bei. Immerhin kann aber die Grund- stimmung noch als fest bezeichnet werden. Bon Montanwetten litten Bochumer, Buderus und Mannesmann unter Realisierungen, wogegen die meisten anderen Papiere eine weitere mäßigere Besserung zu verzeichnen hatten. In Schiffahtts-, Chemischen und Elektvöwetten war bas Geschäft nur zeitweise lebhafter, hier waren Badische Anilin und Goldschmidt über 10 Prvz. höher. In Ma- sck.menfabttkäktien war der Kursstand gut behauptet. Stärkeren Aufschwung nahmen Daimler, Zellstoff Waldhvf. Petroleum unb Valutawerte hatten bei schwankenden Kursen stilleren Vermehr. Mexikaner waren erneut kräftig anziehend. Kvlonial- uerte verändetten ihren Kursstand bei zeitweise größerem Geschäft nicht wesentlich. Frankfurt a. M., 1. Sept. Börsonst immungsbild. Das Geschäft war ruhiger, besonders in Kassaindustrieaktien: die Haltung kennzeichnete sich als unregelmäßig. Moittanpapiere lagen, da sich Angebot einstellte, schwächer. Phönix Bergbau wurden stärker gedrückt 487.— (— IO1/2), Gelsenkirchen verloren 6 Proz. 313.— bis 316.—, Bochumer matt 505.— (— 15 Prvz.), später wieder erhöht 520.— Deutsch Luxemburg 313.—, Rhein. Stahl 400.— (— 12 Proz.). Auslands Papiere schwächer. Schantungbahn büßten 5 Proz. ein 677.—. Deutsch Uebersee 890.—. Otavi Minen 830.— (— 10 Mk). Badische Anilin verbesserten ihren Kursstand um 1 Proz. auf 469.—. Chemische Accumulatoren fester 446.—. Scheideanstalt 554.— (— 14 Prvz.). Hamburg Paket mit 185y2 ll/i Prvz. niebriger. Nordb. Lloyd 17834. Unter den Elektto- toerten gaben Bergmann 3V2 auf 241.— nach. Chamotte Annawerk bei einiger Nachfrage 9 Proz. höher 260.—, dagegen stellten sich Bang. Äayß u. Freytag 9 Proz. niedriger 201.—. Metall Aetz- werke notierten 1843Zi, Zellstoft Aschaffenburg 419. Bingwerke 265.—, Gektr. Schnckett 204.—. Schuhfabrik Aug. Wessels 299.—, Fränkisck)e Schuhfabrik 257.—. Nürnberger Vereinsbank 200.—. Benz- aftien schwächer 202.—. Deutsche Petroleum 1310. Mexikanische Renten gaben von ihrer Steigerung nach. 4^2 Irrig. Mexikaner verloren 19 Proz. auf 324.—. 5 Proz. Silbermexikaner 342. 5 Prvz. Deutsche Reichs an lei he 79y2. 5r en»Tue: a. M. 2. Septbr. Bürfenfttiefe. Berlin 524, 175, reichen vor, die darauf hindeuten, daß die polnische Militäristen geneigt sind, den nachdrücklichen Rat 22.59 81,90 20,10 705,70 715,25 998,50 190,20 230,25 377,45 49,75 344,85 814,30 738,25 22,65 82,10 20,14 Ivrtch . . . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. 'Prag.... Wien.. . London . . 360,35 703,20 720,75 996,- 177,70 229,75 177,45 49,80 341,35 810,80 738,25 22^28 82,22 20,14 Amsterdam - Botterd. Brüssel-Antwerpen. Ühristiania Kopenhagen.... Stockholm Helslngfor«. . ... Italien . London. New-7)ork Paris . . Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abj. Prag Budapest Bulgarien.... Konstantinopel. .. 704,30 713,75 996,50 189,80 229,75 177,05 49,65 344,15 818,70 736,75 359,65 701,80 719,25 994,- 177,30 228,25 176,05 49,70 340,65 809,20 736,75 22^22 82,02 20,10 Markuotterung»«. Datum: 1.9. 12 30 6,30 14,25 10,- 31.8. 12,35 14,'20 10,10 (3n einem Teck der Auflage nriebittpILJ Die FriÄiensverhan-lungen im Osten. Amsterdam, 1. Sept. (WDB) Die „Times" nreldet aus Warschau, daß die lettländrsche Regierung ber Verlegung ber russisch-polnischen Friedensverhandlungen nach Riga zustuumte. R 0 11 e r b a m, 1. Sept. (WTB.) Die Aeuße- nmgen des Marschalls Pilsubs ki in Warschau machten laut „Nieuw Rotteroamschen Courant" in London einen unangenehmen Eindruck. Den Blättern zufolge liegen in amtlichen Kreisen außer dem Berichte über Püsudskis Aeußerungen andere An- Frankfutt Abenv- Abend- Schluß- Schluß- Grenze nicht Übertritten werden soÜ, vriceaöy. tet zu lassen. Amerikanische Flottenrüstungen. Charleston, 1. Sept. IWTB.) Reuter. Marinesekretär Daniels sagte in einer Rede: Die Verzögerung der Ratiftkchion des Versailler Vertrages verhindett die Einstellung der Flottenvermehrung. Die Pläne für ba Vermehrung und den Ausbau der amerikanische Kttegsmarine seien infolgedessen nicht abgeäudert worden. Wir sind nicht nur bebet, btc großen Werkstättenanlagen zu vollenden, fonbern bauen auch überall riesige Docks unb andere Hasenwerte. Wir bauen ferner 18 Dr eadnou ghts- Schlachtkreuzer und ein Du tzenb a nb ere m ächtige Schiffe, die unsere Flotte durch unsere Kampfkraft a n die S pi tze der LriegS- flotten ber Welt rücken. Aus Danzig. Danzig, 1. Sept. (WTB.) Sei ber Ur* abstimmung bet Hafenarbeiter stimmten 515 für die W ieder aufnah me der Arbeit, während 265 dagegen stimmten. Bor der Abstimmung hatte eine Versammlung stattgefunden, an der ungefähr 2000 Hafenarbeiter teilnahmen. jDer italienische Vorschuß an Deutschland. Rom, 31. Aug. (SdefmriZ Unter dem Vorsitze rds General Kommissars für Verpflegung, ©ort, tritt am 2. September in Stresa ein Ausschuß zusammen, der mit ber Abfassung ber Einzelbo- ftimnnmgen für den Vorschuß beauftragt ist. 6en Italien Deutschland zur Ernährung seiner Bevölkerung als Gegenleistung für die nid? den Spaaer Abmachungen, Deutschland auferlegten Kvhlenlieferungen leisten wird. Lloyd George in der Schweiz. Luzern, 31. Aug. (WTB.) Heute nachmittag 5 Uhr hat Ministerpräsident Lloyd George dem hier roeüenben Bundespr äsi- benten Motta einen Besuch abgestattet, ben dieser erwidette. Ter Besuch trug rein Privaten Charatter. Die beiden Staatsmänner nahmen Die Eelegetcheit wahr, sich, tote die Schweizerische Tepeschenagcntur erfähri, über Fragen der inneren und äußeren Politik, finanzielle Fragen usw. auszusprechen. Ein Besuch des englischen KönigspaareS in Paris. Paris, 31. Aug. (WTB.) Wie die „Infor- mation" aus London mdbet, kündigt die „Evening News" an, daß ber König und die Königin von England demnächst Paris einen Besuch al statten werden. Zur Steuerabzugsfrage. Ludwigshafen a. Rh., 30. August. Molff.) In einer gestrigen Versammlung der Ludwigshafener Betriebsräte wurde, wie die „Pfälzer Post" meldet, nach längerer Aussprache dem Antrag des Betriebsrates der Badischen Anilin- und Sodafabrik, „in der Steuerfrage örtlich solange nichts zu unternehmen, bis die sofort einzuberufende Reichskonferenz der Betriebsräte entschieden hat, deren Einberufung bis spätestens 8. Dezember geschehen sein muß", die Priorität zugesprochen gegenüber einer Entschließung, die vom graphischen Kartell eingebracht war, in welcher die Lösung der Steuerfrage auf dem einzig möglichen, d. h. gesetzlichen Wege durch den Reichstag gefordert wurde. Die Bewirtschaftung von Fleisch in Baden. Mannheim, 1. Sept. (WT.B) Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist hier über die Wiedereinführung der fleischlosen Tage m Baden nichts bekannt. Es ist auch hier nichts bekannt, daß die Regierung die Absicht haben soll, die freie Bewirtschaftung von Fleisch und Vieh, Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief •Datum: 31. Aug l.Sept. 158 3,80 1586,40 j588,40 1591,60 -- — ~ 363,65 364,35 „ . , ______________t die vor kurzem erst genehmigt nurben war, wieder Alliierten, daß die in Versailles festgesetzte der rückgängig zu machen. Datum: Kürs 31.8. Kurs 1.9. Kurs 31.8. Kurs 1.9. S^DeutfiriegsanL 79,50 79,50 79,50 79,50 4°^Deut.Reichsanl. — « 68,60 68,60 3°/^Deut.Reichsanl. -E _ — 60,80 60,60 4°^Preuh. Konsols — . - ■■ , 67,50 68,25 Darmstädter Banit - ■■ ■■ « «E 141,75 140,- Deutsche Bank . . . 284,- 291,- 278,- 288,- Disconto- Befellsch. — . — 204,50 204,50 207,- Dresdener Bank . 174,50 174,50 174,- Nationalbank f. D. — f — — . — 149,- 149,50 Mitteld.Creditbank —.. — 143,50 143,50 144,75 H.°Amerik..Paketf. 187,- 185,50 186,- 185,50 NorddeutscherLloyd 179,75 178,75 180,- 179,75 Boch.'Gußstahlwrk. *" 520,- 525,- 512,- D.-Luxemb Bergw. 317,50 313,- 317,- 313,- Gelsenkirch.Bergw. 318,- 316,- 317,- 316,- Harpener Bergbau —. — 372,- 366,- Obecschl- Eiseno.rB. — . — — , — 349,75 242,- Oberfchles.Lisenind. 273,- — , — 270,— 266,- Phönix-Brgb.^Akt. 496,- 487,- 500,-t- 300,- Bad.Anilin-u.Soda ■■ 469,- 463,- 475,- HöchsterFarbwecks 374,- e •— 375,- 369,- Eleklr. A. E. G.. . — _ — — - — 290,- 288,50 Schuckett-Werke. . 204,75 204,- 205,- 205,- Felten-Guilleaume 425,- —. — 430,- 420,- Daimler...... 221,- 229,- 220,- 233,5c Bud.-Eisenw.-Akt. 430,- —. — 429,- 405,- Adlerwerke .... 260,- 269,50 275,- 274,50 4°/otzeff.Staatsanl. _ — —. — - — (Electron Gnesheim 307,50 309,- 305,- vehördiiche Anzeigen. Stadt. Arbeitsamt Gleiten West-Anlage 31, Teleph. 2054. Polizeibeamte od. Unteroffiziere mit Zivilversorgnngsscheinen, welche beveits polizeilich tätig waren, zu sofortiger Verwendung als Ermiltlungsbcamte gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften unb polizeilichem Führungszeugnis sind in dreifacher Ausfertigung cinMisenden. Bad^Nauheim, den 26. Awgust 1920. Erfassungsabteilung. __________Reichsschatzministerrum UL 9160D Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen bie Firma Lichtspiele SelterÄoeg, Amta Haberland, Gießen. Inhaberin Anita Haberland, geb. Walldorf, Ehefrau des Alwin Haberland in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Lichtspieltheater. Gießen, den 26. August 1920. 93O4B Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A tourbe heute bezüglich der Firma Julius Hahn Nachf. Gießen eingetragen: N-achrem die Liquidation beendigt ist, ist die Verttetungsbefugnis des Liquidators erloschen. Die Firma wird gelöscht. Gießen, den 28. August 1920. 93O5B Hessisches Amtsgericht. Obstversieigerung. Mittwoch, den 8. September d. I. soll das der Gemeinde Bettenhausen gehörige Obst, Zwetschm, Aepfel und Birnen, öffentlich ver- fleigert werden. Anfang vorm. 10 Uhr beim Friedhof. Betten hausen, den 31. August 1920. Bürgermeisterei Bettenhausen. Roth. 9314 -Berkans. Knt möb'. L»is des im Oktober d. Js. zur Ab- s^fOrkstl. Angebor^ Waschteichs in ber För- 0148a0 an den Gle^^ geschätzt zu 350 kg Karpfen, Herr. Danermietev) 10 kg Hechten, soll im ganzen gum 1o. Sevteiubei^tlicAn Aufgebots venvettet Pit ML ZlNote sind bis längstens 20. b. M wenn möalich na^. Straße. Schriftl. rn 1. September 1920. «nt. 014880 a. d. Gre Oberförsterei Kittorf. Schaub, 9321D ES können eingestellt werden: n. bei hiesigen Arbeitgeber«: 1 Schlosser und Autogenschweißer für alle Metalle, 1 Konditor, 2 Maurer, 1 älterer Bauschloster. Lehrlinge: 1 Maler und Anstreicher, 1 Gärtner. 1 Tapezierer und Polsterer. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 lanbroirtfdb. Knechte und Arbeiter, 10 ^eldbereinigungSarbeiter, 10 Hauer u. Lehrhäuer. 2 Müller, zwei Schneider, 1 Schuhmacher, 10 Gesteinhauer, 10 Kesselschmiede, 1 Schreiner, 2 Prooistonsreisende, 20 Maurer und Zementierer, fünf Zimmerleute, 2 Maler und Anstreicher. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Schweizerdegen, 3 Buchbinder, 1 Schneider, ein Friseur, Maurer, 1 Stellmacher, Kaufleute. Schreiber u. Reisende, 1 landwirtschaftlicher Verwalter, Packer, HauSbttrschen und Ausläufer, Diaschinen- u. Battschlosser, 4 Gartner, 1 Konditor, Elektromonteure, 2 Schuhmacher, 1 Heizer, drei Krankenpfleger, 2 Schmiede, Weißbinder und Anstreicher, 1 Küfer, 5 Tapezierer u. Sattler, 4 Backer, 2 Kellner, 2 Kraftfahrer, 4 Mechaniker, 1 Dachdecker, 1 Ziseleur, 1 Svengler u. Installateur, 2 Dreher, 1 Telephonist, 1 Zahntechniker, 1 verheirateter Schweizer, 1 verheirateter Pierde- knecht, 1 Destillateur, 1 Hutmacher, 1 Stukkateur, 2 Fräser. Lehrlinge: 1 Schuhmacher, 1 Wagner, 1 Schlaffer, 1 Gärtner, 2 Sattler, 2 Bäcker, 1 Friseur. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werben: »-bei hiesigen Arbeitgebern: 1 landw. Mädchen, Dienstmädchen, Kauffrauen u. -mädchen, tüchtige Alletnmädchen, 2 Bereiferinnen, 1 Lehrmädchen. b. bet auswärtigen Arbeitgebern: Dienstmädchen, Hansrnädchen, Alleinmädchen, 1 Hanshäl- " HZ* des Haushalts, landwtrtschast- ttche Dienstmädchen, 1 Friseuse, 1 Weißzeugmäd- eben für Hotel. ES suchen Älrbeit: 1 Bibltotheksgehilffn, 1 Lehr- rnadchen lPutzgeschästl, das l Jahr gelernt hat, zum Weiterlernen, 1 Büglerin, 1 Frau übernimmt Wasche im Hause, 1 Privatsekretärin, 1 Näherin bei Schneiderin, 1 Wetßzeugnäherin für Geschäft, 1 Falzertn, 1 Zimmermädchen. 1 Lamfran für Ladenreimgen und Nachm.-Beschäftigung. “»»b Bekanntmachung. Tas feebregiftet über das Standgeld in unserer otmagoge für das Rcchitungsjahr 1919/20 liegt Ai lang zur Einiücht der Beteiligten in der Wohnung des Unterzeichneten offen. G i e ß e n, den 31 August 1920. 9345 Der Vorstand der isvael Religtonsgxmemde Gießen. I. V.: M. Strauß. „Hansa? Privat-Handelsschule Gießen, Seliersweg73. Inh. und Leiter: J. Kunzeimann Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. Tag.- u. A bendkurse in allen Handels)ächem u. Sprachen. Anmeldg. . täglich. Prosp.frei. . Erhalte jetzt täglich prima frische Seefische jeweils zu billigsten Tagespreisen. August Wallenfels Tel. 262. to01 Marktpl. 17. 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Nur durch die Post zu beziehen gegen Mb. 2.50 vierteljährlich. Nr. 125 2 September 1920 Inhalts Ueberficht: Gesetz über die Entwaffnung der Bevölkerung. - Viehseuchen. - Dienstnachrichten des Kreisamts. - Feldschutz in Hungen. - Feldbereinigung Langd. Gesetz über die Entnafftumg der Bevölkerung. Bvm 7. August 1920. Ter Reicktstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird: 8 1. Alle Militärivaffcn find bis zu einem von dem Reichskommissar für die Entwaffnung 7» festzusetzen den Zeitpunkt an die von ihm zu bestimmenden Stellen abzuliefern. Ter Reichskommissar kann bestimmen, daß zunächst nur eine Anmeldung der Militär wassert zu erfolgen hat. ! Bon der Ablieferung der Waffen ist nur die Reichswehr und die zur Ausübung ihres Berufs mit Waffen versehene Beamtenschaft befreit. I Wer nach Mlaus der Ablieferungsfrist in den Besitz von Militänoasfen gelangt, hat dies innerhalb drei Tagen der für die Ablieferung zuständigen Stelle unter Angabe der Art und Zahl anzumelden. Tie für Militärwafsen gegebenen Vorschriften finden auch aus wesentliche fertige oder vorgearbeitete Teile soivie auf Munition! von Militärwaffen Anwendung. Veränderte Militärwaffen gelten als Mililärwafsen dann, wenn wesentliche Teile von Militärwaffen au ihnen vorhanden sind. Nähere Bestimmungen hierüber trifft der Reichslommissar für die Entwaffnung. § 2. Ter Reichskotnmissar bestimmt, welche Waffen als Militär tvaffen anzusehen sind. § 3. Für die dlblieferung rechtmässig erivorbener Waffen ist Entschädigung zu leisten. ( § 4. Allen Personett, welche die in ihrem Gewahrsam befindlichen Mililärwaffen innerhalb der vom, Reichskommissar festgesetzten Frist ablieiern, oder welche die gemäß £ 1 Absatz 2 erforderliche An meldung innerhalb dieser Frist erstatten, wird Straffreiheit wegen unbefugter Aneignung sowie wegen Zuwiderhandlungen gegen die über Anmeldung oder Ablieferung post Waffen und Munition bisher erlassenen Borschrifteit gewährt. Soweit Straffreiheit gewährt itird, werden die verlstingtert Strafen nickst vollstreckt, die anhängigen Verfahren eingestellt und neue nicht eingeleitet. § 5. Tie Herstellung von Militärwaffen und der Handel mit thnen ist verboten. Ausnahmen auf Gruttd des Artikel 168 des Friedensvertrags werden auf Antrag durch den Reichskommissar genehmigt. 8 6. Wer von Waffen oder Munitionslagern, für die eine Ab- lieserungspslicht besteht, Kenntnis hat oder erhält, hat unverzüglich einer der vom Reichskommissar für die Ablieferung bestimmten Stellen Anzeige zu erstatten. Als Waffenlager gelten: a; bei Geschützen, Minenwerfern, Flammenwerfern, Maschinengewehren oder Maschincnpistvlen insAffamt 1 Stück, b. bei Gewehren oder Karabinern des Modells 1888/98, bei L>andg rannten oder 0)ewehrgranaten insgesamt 10 Stück. Als Viunitionslager gelten: ai bei Geschütz und Minenwerfermunition 20 Schutz, b bei Handwaffeninunition 500 Patronen. § 7. Ter Reichskommissar für die Entwaffnung der Zivilbevölkerung wird vom Reichspräsidenten entmint. Er untersteht der Reichsregie- rung und hat seinen Sitz in Berlin. Ter Reichskoinmissar kann für einzelne Länder oder sonstige Teile des ReickMebiets im Benehmen mit den Landesregierungen besondere Landes-«Bezirks->.Kvmmissare und Stellvertreter für diese bestellen und ihnen bestimmte Befugnisse zur Durchführung übertragen, ohne datz hierdurch seine Verantwortlichkeit berührt wird. § 8. Tem Reichskoinmissar wird ein vom Reichstag gewählter Beirat von 15 Personen beigegeben. Tie vorherige Zustimmung des Beirats ist zu grundlegenden Ausführungsbestimmungen einzüholen. Soweit solche in dringenden Fällen untunlich ist, hat der Reichskommissar selbständig erlassene grundlegende Ausführungsbestimmungen dem Beirat zur Genehmigung vorzulegen. § 9. Zum Zwecke der Turchführung der Entwaffnung kann der Reichskommissar im Rahmen der Gesetze alle ihm notwendig erscheinenden Anordnungen treffen. _ Er ist auch berechtigt, Tnrchsuchungen und Beschlagnahmen außerhalb der durch die Strafprozessordnung gezogenen Grenzen anziwrdnen sowie eine Kontrolle des Verkehrs der Eisenbahn, der Schiffahrt, der Post, der Kraftwagen und sonstigen Fuhriverke sowie des Luftverkehrs anzuordnen und die zur Turchführung erforderlichen Matznahmen zu treffen. § 10. Ter Reichsvommissar kann zur Turchführung seiner Aufgaben die Sicherheitspolizei anfordern und ihr Antveisungen erteilen. Eine Anforderung der Sicherheitspolizei über den Bezirk eines Landes oder einer preußischen Provinz hinaus darf nur im Benehmen mit der Landesregierung erfolgen. Wv die polizeilickien Matznahmen zur Turchführung der Waffenablieferung nicht ausreichen, hat die Reichswehr dem Reichskommissar auf Erstickten bei Turchführung seiner Aufgaben Hilfe zu leisten. Die Verwendung der Reichswehr bedarf der Zustimmung der Reicksregierung. Tie Befehlsverhältnisse der Reichswehr bleiben dadurch unberührt. Sämtliche übrigen Behörden des Reichs, der Länder und der öffentlich-rechtlichen Selbstverwaltungskörper mit Ausnahme der Gerichte haben innerhalb ihrer Zuständigkeit den Anordnungen des Reichskommissars, welckre sich auf die Erfassung von Militärwaffen beziehen, unbedingt Folge zu leisten. Von Anordnungen, die an Nachgeordnete Behörden der Länder ergeben, ist den vorgesetzten Tienststellen dieser Behörden Mitteilung zu machen. Tie Gerichte haben innerhalb ihrer Zuständigkeit dem Reichs- lommffsar Rechtshilfe zu leisten. Tie Vorschriften des 13. Titels des Gerichlsversafsungsgesetzes finden entsprechende Anwendung. 8 U. Ter .Reichskommissar ist ferner befugt, Bestimmungen über Quartierleistungen und Naturalleistungen für die Sicherheitspolizei und andere von ihm Herting ezvgene Hilfskräfte zu erlassen sowie Belohnungen für Mitteilungen, welche der Erfassung von Militär- wafsen sörderlich sind, und Entschädigungen für abgelieferte Waffen zu bewilligen. 8 12. Ter Reichskommissar hat das Recht, innevl-alb der im § 1 festgesetzten Frist die Abgabe eidesstattlickier Versicherungen über Wassenschiebungen oder über den Besitz und Verbleib von Waffen lagern allgemein oder im Einzelfalle bei den von ihm zu bezeichnenden Behörden zu verlangen. 8 13. Mit Gefängnis nicht unter drei Monaten und mit Geldstrafe bis zu oreihunderttausend'Mark wird bestraft, 1. wer nach Ablauf der gemäß 8 1 dieses Gesetzes festzusetzenden Frist Militärwaffen unbefugt in Gewahrsam hat ober der ihm gemäß § 1 obliegenden Anmeldepflicht nicht nach- gekommen ist. Als Inhaber des Gewahrsams gilt auch der in dessen Wohnung, Gebäude, auf dessen Grund und Boden ober Schiff sich Militärwaffen mit seinem Wissen befinden, 2. wer den vorn Reichskommissar oder den Landes- (Bezirks-) Kommissaren auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt, 3. wer seiner gemäß § 6 bestehenden Anzeigepflicht nicht nach- tommt, 4. wer nach Inkrafttreten dieses Gesetzes ohne Genehmigung des Reichskommissars Militärwaffen her stellt, anbietet, feil- hält, veräußert, erwirbt, oder ihre Veräußerung und ihren Erwerb vermittelt, 5. wer öffentlich vor einer Menschenmenge oder wer durch Verbreitung ober öffentlichen Anschlag ober öffentliche Schaustellung von Schriften ober anberen Darstellungen tzum Ungehorsam gegen dieses Gesetz ober die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Anordnungen des Reichskommissars aus- svrdert. Sind mildernde Umstände vorhanden, so ist die Strafe Gefängnis bis zu einem Jahre ober Geldstrafe bis zu zehntausend Mark. In schweren Fällen ist statt Gefängnisstrafe auf Zuchthaus bis zu fünf Jahren zu erkennen. ' Ist die Tat nachweislich begangen, damit die Waffen zu Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen verwendet werden, so tritt statt Gefängnisstrafe Zuchthausstrafe bis zu zehn Jähren, außerstande feien, produktiv zu arbeiten, izr yaoe 35 Jahve für den Sozialismus gearbeitet und sei ousgewandert, Rußland aufbauen zu helfen und der Weltrevolickion zu Mienen. Aber der Hunger mady? ihm das unmöglich. Der nächste Redner, Genosse Hartmann- Hamburg, wandte sich scharf gegen bie 23« r-» trete r der Auswanderervereine und die „R ä te j e i t u n g", burch bie bei ihnen ganz falsche Vorstellungen über bie Verhältnisse in Rußland geweckt worben seien. „Wir sollten in die Moskauer Gegend kommen, in eine Fabrik im Kalbe, die wir allein übernehmen sollten. Für unsere Familien werde gesorgt werden, bis sie auch hier seien. Die russischen Arbeiter trügen Leberanzüge, bie Bourgeois gingen in Lumpen. Jetzt ist alles ganz anders. . . . Wir wollen zurück nach Deuffch- land!" In einer zweiten Rede sagte Fähnrich noch, weitere Transporte nach Rußland müßten verhindert werden. Was seien 11000 bis 12000 Rubel monatlich, wo ein Pfund Butter allein 3500 Rubel koste und alle übrigen Lebensmittel, auch Kartoffeln, ähnlich teuer seien. Sie Wien von allem abgeschnitten, nicht einmal Briefe könnten sie nach Deutschland 'enden. ' Nun ergriffen nacheinander die vier Abgesandten das Wort, um je nach ihrer allgv- nietnen. Stellung zu Sowjet-Rußland die Enttäuschten in ihren Klagen zu unterstützen (Dittmann-Crispien) oder sie zu beschwichtigen (Däumig-Stöcker). Zwischendurch sprach _ auch ein russischer Kommissar Makarow in seiner Muttersprache in beruhigendem Sinne, feine Rede wurde von den eingewanderten Deutschen jedoch wiederholt heftig unterbrochen und die Wahrheit feiner Behauptungen lebhaft bestritten. Zu all diesen Dingen bemerkt der „Vorwärts" : „Wie oft hat gerade bie „Freih eit", die heute bar lehrreichen Dittmwrnfchen Artikel ab» .andere Aufs ätze veröffentlicht, in Cin deutscher Notschrei in Oberschlesien. B e u t b e n , 2. September. (Wolff.) Das Plebiszitkommissariat für Deutschland, gez. Dr. Urbanef, richtete gestern an den Vorsitzenden der I n t e r a l l i - ierten Kommission, General Le- r o n d, ein Telegramm, in dem es einleitend heißt: Das Morden gegen die Deutschen geht weiter. Zum Beweise hierfür werden die Mordtaten aufgezählt, die sich feit den Tagen des Beuthener Abkommens ereignet haben: die Ermordung zweier junger Männer in Neudorf und dreier Gendarmen in Groß-Paniow, die Verstümmelung eines jungen Mannes in Bobrek, dem beide Augen ausgestochen wurden, und die furchtbare Mißhandlung eines im Vertrauen auf die polnisch- deutschen Vereinbarungen zurückgekehrten Gemeindevertreters in Kars. Dann heißt es weiter: Der polnische Aufftand ist heute vierzehn Tage alt. Durch diese vierzehn Tage haben die Deutschen, obwohl zu bewaffneter Notwehr berechtigt, diese nicht angewandt. Ihre Macht, Herr Präsident, ist so groß, daß der Polenführer Ozapla im „Katholik" Sie als mächtiger bezeichnete, als früher der russische Zar in seinem Lande war. Sie selbst haben feierlich eine neue Aera der Freiheit und Gerechtigkeit verkündigt, aber diese vierzehn Tage haben Mord auf Mord gehäuft. Mist kalter Neberlsgung wurden der Buchdruckereibesitzer Vater, der Generaldirektor Radlik, und Dutzend andere getötet. In Josephstal verscharrt liegen deutsche Leichen im Walde. Von der staatlichen Autorität verlassen und schutzlos den polnischen Banden freigegeben, suchten deutsche Führer eine Verständigung mit den polnischen Führern, um das deutschgesiwnte Volk durch Hoffnung wenigstens von Verzweiflungsakten ui* «GUVl IIU frU in UL | it/ivvvit mtv wt «-**-*- Cholin zum Angriff vorsing. Irrurbc vollständig vernichtet. Die Offensive der 12. Armee längs des Bug wurde veveitelt. Die Bolschewisten konzentrierten sich in der Gegend Piczcza—Smo- lery—Jazdyne. Auf ihrem Rückzüge ließen sie zahlq rxiche Gefangene zurück. Andererseits erlitt Bud- jiennv am 31. August in der Gegend von Rabcwiec, wo eine bolschewistische Brigade vernichtet wurde, eine Niederlage. Es nur den 200 Gefangen« gemacht. Die Gruppe Haller, bi« der Nachhut Budjamhs stark zusetzte, führte am 31. August einen Angriff in bei- Richtung aus Zamo^z aus. Büdjenny würbe umzingelt und begann den Rückzug, wobei er überall auf energischen Widerstand fliess. Er machte trotz der enormen Verluste mehrere Kavallerie- angrisfe, um sich den Durchgang zu bahnen. Im Laufe dieser Kamps« wurde bie Armee Budienny vernichtet, mit Ausnahme einiger Detachements, denen es gelang, sich den Tarrxbganq zu bahnen. Sie zogen sich vollständig in Unordnung zurück. Tie Verfolgung bauert an. Es wurde große Beute gemacht, darunter 11 Kanonen und eine große Anzahl Maschinengewehre und Munition. Unter den getöteten Bolschewisten befinden sich zwei Bci- gabefiommanbeure, mehrere Regimentskommandeure und zwölf Kommissare. Oesllich von Lemberg wurden die Bolschewisten hinter den Bug zurückgeworfen und verloren drei Kanonen. * • Türangel und die Polen. Paris, 2. Sept. (Wolfft Nach einer ^Meldung der „Information" aus Warschau finden augenblicklich zwischen dem Llbgeiandlen des Generals Wrangel, Baglow, in Warschau und den Polen Verhandlungen über ein gemeinsames Borge hen der polnischen Truppen mit denjenigen des Generals Wrangel statt. Der neue Balfanbimö. Belgrad, 2. Sept. (WB.) Der Laibacher „Slovenski Navod" meldet aus Bukarest, König Ferdinand von Rumänien nrxbe, oon mehreren Staatsmännern und Politikern begleitet, demnächst Belgrad besuchen, ovx Anwesenheit Sreitag, 3. September 1920 Annahme An Anzügen für die Tagesmunmet bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbir.dlichbeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brett« 150 Vf. Bei Platz. Vorschrift 20°Ausschlag. Hauptschriftielter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Go«tz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Beek, i: Zchulstrahe 7. sämtlich in Gießen. der Residenz Jugoslawiens gelte den Bffprv tgen über die Gründung eines neuen Bal krudes. Ein tschechischer Minister über die politische Situation in Europa. Prag, 2. Sept. (Wolff.) In der heutigen ung des ständigen Ausschusses sagte Minister des Aeußeren Dr. B e n e s ch u u.: l Uebereinkommen wischen der Tsckrechfflowatei, tslawien und Rumänien ist politisch cm außer» mtlich bedeutendes Faktum. Die allgemeine litische (Situation in Eu ropa ist heute nerig, und wir dürfen uns k inen Illusionen leben, das; binnen kurzem eine völlige Aen- tng eintreten wird. Die europäisch« Situation d auch weiterhin, vielleicht noch lange Zeit >urd) von einzelnen grüßen politischeti Blocks immt werden, und zwar zuerst von dem En- eblock im Westen, dem deutschen SMocf im Norund dem russischen Block im Osten. Der :sche Block strebe heute namctttlich die Stbn- )ierung im Innern und die Heilung der Wun- an, die ihm der Krieg versetzt, verfolge j«- i die Ereignisse in Europa aufmerksam, um geeigneter Stunde mit seiner ganzen Sl'raft in internationalen Verhältnisse ein zu greifen uns der Polttik Europas iene Rolle zu spielen, seiner Stärke angemessen ist. Prag, 2. Sept. (Wolff.) Tas Tscheckwslo- ische Pressebureau meldet: Nack)dcm die Rede Außenministers Ti. Benesch in bet gestrigen ung des ständigen Ausschusses zur Kenntnis geinten war, wurde in die Tagesordnung eilige- m. Bei der Verhandlung des Berichtes über Ausdehnung der Militärgesetze auf das ltschinerLändchen wandten sich die deut- li Redner gegen bie Aushebungen in Hullschin. i.ator Professor Spiegel sagte, die Hultschiner lffchen hätten nr(jji bas Optionsreckst Deutschland, welches Recht au ch b&n .gehobenen nicht genommen werben könnte, tdestens dieHälfte derStcllungspflichtigen werde der Stellung durch bie Option entziehst, b die Wirkstng des Gesetzes eigentlich unbedeutend Ter Antrag des Senators Spiegel, die ?(b- nrung zu vertagen, wurde abgefeimt. Der ©c- >r Spiegel stellte dann den Anttag, die Auslugen im Hultschiner Ländchen zu verschie- t. Ter Minister für national« Verteidigung, rlöviez, erklärte, daß er diese Anregung ent* 'n nehme, daß die Aushebungen nickst vor den [)Ien dort burd)geführt werden sistlen. Trnnt de der Antrag Spiegels angenommen. D'AntiUncio in Fiume. Paris, 2. Sept. (WTB.) Nach einer ldung der „Information" aus Rom soll n n u n c i o die Absicht haben, Fiume zu c l a s s e n, weil sein Regentschastsplan von gen Mitgliedern des Nationalrates und ?m Teil der Bevölkerung wenig günstig genommen worden sei und weil auch die ienischen Minister, besondern Giolitti und rza, wenig Begeisterung dafür ge- t hätten. Die Kritik am Versailler Vertrag. Berlin, 3. Sept. Pros. Kehnes in (Eanu ge setzt sich, wie das „B. T." mitteilt, mit keinen ikern auseinander. Er reiht aufs neue alle die tffchen und wirffchaftlichen Tatsachen aneinaw* bie ihn zu seinem Urteil über dieUnperech- keit, UnchrenhaftigkeitundUnaus- irbarfeit des Friedensvertrages ,^„.acht haben. JnberRevisiondOs Friedens- verttages sieht er das einzige Mittel zur Rettung. -♦ Der Frenkarups. London, 2. Sept. (Wolff.l Haoas. Der „Tailn Mail" ivirb aus Belfaft gemeldet, daß die Erregung der letzten Wochen das Ergebnis gehabt hätten, das ganze katholische Irland zu ausgesprochenen Feinden Großbritanniens zu machen. Tas Blatt glaubt zu wiffen, baß bie Regierung unter gewissen Vorbehalten das Anerbieten der Freiwilligen von Ulster, die Kontrolle des Staates zu übernehmen, angenommen habe. # Ter internationale Berkehrsunttel- tongreß. London, 2. Sept. lWolff.) Nach einer Reutermeldung aus Washington bat Frankreich, den internationalen Verkehrsmittelkongreß, der am 15. September zusammentreten sollte, bis zum 1. Oktober aufzuschieben, weil die französischen Vertreter nicht eher eintreffen können. Eine Hauptaufgabe des Kongresses ist die Zuteilung der deutschen Kabel. aus dem besetzten Gebiet. Bguernforderungen in der Pfalz. S p e v e r, 2. Sept. (Wolff ) Der Regierung der Pfalz ist am 1. September folgendes Schreiben der freien Bauernschaft der Pfalz zugegangen: „In der heute am 31. August in Kaiserslautern abge- haltenen Vorstandsfitzung der freien Bauernschaft der Pfalz wurde folgende Resolutton einstimmig angenommen: Durch das Verhalten der Regierung ist eine Stockung in der Versorgung mit Brotgetreide unausbleiblich. Um der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß die freie Bauernschaft der Pfalz bered MllMWkmWIk in Köln gegründet 1905 Bierteliabrskurke für Monteure, Installateure, Schlier ukw. Beginn der Kurse: 3. Oktober, 3. Januar, 3. Avril, 3. Juli. 7623D Auskunft und Lehrplan kostenlos durch die ^Schulleitung, Köln, Moltteftrahe 8. , T~r b< folgt: § 1. b) bei Maschinenpistolen, Karabinern und Gewehren: Schloß 6) f) behördliche Anzeigen Druck der Brüdl'schen UnmerHtäts-®u Gewehrgranaten, Wurf- und .Handgranaten ,eder Aussul)- am Baum gegen Barzahlung Samstag den 4. d. M. 12V< Uhr Leihgesterner Weg 21, Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Langd; hier Wunschtermin. Tagfahrt zur Entgegennahme der Wünsche, die die Beteiligten für die Bildung der neuen Ersatzgrundstücke geltend wachen wollen, • findet t M 0 ntag, den 13. September 1920, vormittags 10 bis 11 Uhr, im Rathaus zu Langd statt. Die Wünsche sind schriftlich einzureichen und müssen angeben, welche alten (nach Flur und Rümmer zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt werden sollen und bei welcher alten Varzelle die Zusammenlegung erfolgen soll. Wünsche, die in diesem Termin nicht schriftlich eingereicht werden, haben keinen Anspruch aus Berücksichtigung. Friedberg, den 22. August 1920. Ter Hessische Feldbereinigungskommissär. Schnittspahn, Regierungsrat. Erste AusführungSbestimmung zu dem Gesetz über die Entwaffnung >,der Bevölkerung vom 7. August 1920 (Reichs-Gesetzbl. S. 1553). Vom 22. August 1920. Aus Grund des Gesetzes über die Entwaffnung der Bevölkerung vom 7. August 1920 (Reichs-Gesetzbl. S. 1553> wird mit Zustimmung des vom Reichstag gewählten Beirats verordnet was Obstversteifterung. Mittwoch, den 8. September d. I. soll das der Gemeinde Bettenhausen gehörige Obst, Zwetschen, Aepfel und Birnen, öffentlich versteigert werden. Anfang Dorrn. 10 Uhr beim Friedhof. Bettenhausen, den 31. August 1920. Bürgermeisterei Bettenhausen. § 3. Als Munition für Militärwaffen sind anzusehen: Sprengkörper, Zünder, Sprengkapseln jeder Ausführung sowie jede für die im § 1 aufgeführten Waffen bestimmte Munition. § 4. Sämtliche Vereinigungen, die selbst oder deren Mitglieder in dieser Eigenschaft Militärwaffen oder Munition im Besitz oder Gewahrsam 'haben, müssen diese bis zum 1. Oktober 1920 bei den zuständigen Landes-We-irks-)Kommissaren unter Angabe des Ortes, wo sich die Massen befinden, «der Art ihrer Aufbewahrung sowie ihrer Zähl und Art anmelden. 1 Ort und Zeitpunkt der Ablieferung bestimmt der Reichskommissar. Ter gleichen Anmeldepflicht unterliegen die im Besitz oder Gewahrsam von Privatpersonen oder Firmen befindlichen Militärwaffen a) im Falle des § la bis c ohne Rücksicht laut die Zahl, b) im Falle des § 1 d bis f bei einer .Anzahl von 10 Stück und darüber, c) im Falle des § 3, soweit es sich bei Geschützen und Minen- wersern um mindestens 20 Schuß und bei Handfeuerwaffen um mindestens 500 Patronen handelt. Tie Anmeldung im Falle des Absatz 1 hat durch den Vorstand oder durch die Leitung, im Falle des Absatz 2 durch den Besitzer oder Gewahrsamsiwhaber zu erfolgen. §5. Tie Militärwaffen, wesentliche Teile von Militärwaffen und die Munition für Militärwaffen sind vorbehaltlich der Bestimmung im § 4 Llbsatz 1 in der Zeit vom 15. September bis zum 4. November 1920 einschließlich an die im § 6 bezeichneten stellen abzuliefern. Die Ablieferungspflicht erstreckt sich auch auf solche Personen, die auf Grund eines Waffenscheins Militärwaffen, abgeänderte Militärwaffen oder wesentliche Teile von diesen im Besitz oder Gewahrsam haben. Für einzeln liegende Gehöfte und Gemeinden sind vor ihrer Entwaffnung die zu ihrem Schutz erforderlichen Maßnähmen zu treffen. Ächtung! Der letite Waggon Ein mach gurken wird morgen Freitag früh Eingang Eilgut" Babnbof «neben Wafierbäuöchent sehr billig verkauft. Tomaten bei 10 Pfd. 70 Pf. Nächste Woche 1 Waggon Kraut, Ztr. 15 M. Feldpolizeiliche Anordnungen. B e 1 r.: Feldschutz. Auf Grund der Artikel 36 und 43 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 wird nach Anhörung des Gemeinderats mit Genehmigung des Kreisamts Gießen vom 30. August 1920 sür die Feldgemarkung Hungen angeordnet, daß sämtliche bepflanzte Grundstücke «offene und eingefriedigte) von abends 8 bis morgens 5 Uhr bis 15. September 1920 und von abends 7 bis morgens 6 Uhr vom 16. September 1920 an geschlossen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern, verboten ist; ausgenommen sind nur Flächen, die als Hausgärten dienen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark ober mit Haft bis zu 14 Tage:: bestraft. Tiefe Anordnung tritt alsbald in Kraft. Hungen, den 21. August 1920. Bürgermeisterei Hungen. Fendt. bei mildernden Umständen Gefängnisstrafe nicht unter drei Monaten ein. . § 14. Militärwaffen, welche nicht innerhalb der festgesetzten Fristen angemeldet oder abgeliefert werden, smd vom Rerchsckommftsar oder den von ihm bestimmten Stellen whne Entschädigung als dem Reiche verfallen zu erklären^ Sämtliche Kosten des Entwaffnungsversabrens sowie die .Anf- wendungen für die auf Grund dieses .Gesetzes zu zahlenden Entschädigungen und Belohnungen trägt das Reich. § 16. Ter Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, dem Reichs- kommissar einen Kredit von vorläufig 200 Mülronen Mark zur Verfügung zu stellen. § Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündung in Kraft und mit dem 1. März 1921 -außer Kraft. Berlin, den 7. August 1920. , Der Reichspräsident. Der Rerchsmmister des cuttern. Ebert. Koch. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Julius Hahn Nachf. Gießen eingetragen: Nachdem die Liquidation beendigt ist, ist die Vertretungsbefugnis des Liquidators erloschen. Die Firma wird gelöscht. Erhatie jetzt läglich prima frische Seefische jeweils zu billigsten Tagespreisen. August Wallenfels Tel. 262. 8101 Marktpl. 17. Bestellungen nach auswärts finden prompte Erledigung. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubri stehenden Artikel übernimmt die Redaktion der Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist 30. August in der alten Stadt Grur berg. Vor einem eisernen Gebäude, Bahnhi Grünberg — Lich—Butzbach, stehen etr Anzahl Tarnen, Herren und Kinder. Vom Hin mri strömt der Regen, kalte Lüfte wehen. Ti fröstelnde Menge studiert die Ueberidyriri ix eisernen Tür, des eisernen Hauses. Sie lautet „Warteraum". Es ist 4 Minuten vor 5 Uhr; ui 5 Uhr geht der Blitzzug ab. Ankommen soll t 3.30, an gekommen ist er 4.12 — der „Wart, Güchertisch. — Tas literarische Echo. Halbmonats schrist für Siteraturfreunbe. Verlag: Egon Fleischt & Co., Berlin W 9. Tas 2. September heft r soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Ott Grautoff: Ter Kveis um Andr6 Gide; Han Christoph Ade: Lena Christ; Fritz Ackermann Erlebnis und Gestaltung; Robert Werner Schulte Kurt Bxk; Heinz Michaelis: Frauenbücher. * Wetter und Politik. Daß unse Seelenleben vom guten und schlechten Wetter beeui flnßt wird, ist eine allbekannte Tatsache, und Di Mlcholvgie hat überhaupt eine ganze Reihe voi -Wechselbeziehungen zwischen Wetterlage un f^elenleben sestgestellt. Dieser Zusammenhang ft aber sehr viel bedeutsamer, als es aus den erftei Blick scheinen mag. Wie sehr das Wetter auch bv Dviilik beeinflusst, das betont Tr. Gevrg Lome aus Grund jahrelanger systematischer Beobachtun yen in einem Aussatz der „Umschau". Auf das alt Wort, daß „Revolutionen nur bei gutem Wette gemalt werden", ist ja wieder häufig hingewiesei worden. Lom-er aber erklärt ganz allgemein „Immer, wenn die politisch? Lage unseres Lande- nach außen oder innen sich kritisch zuspitzte, wen, ein schwerer Konslitt zur Lösung, eine politisch Schwüle zur Entladung drängt, zeigte auch di Wetter kurve eine entsprechende kritische Senkung Tiese Senkung erreichte dann ihren Höhe- ode vielmehr Tiefpunkt, wenn auch die politische Krise auf der Höhe war. Uno umgekehrt: je spannungs freier, gesicherter und glücklicher die Sage de Landes, umso gleichmäßiger und günstiger auti der Barometerstand. Es genügt in der Tat eil Mick auf den Wetterzeiger, um die augenblicklichei volitischen Tendenzen, Spannungen, Aussichtei rinschätzen zu können. Man braucht feine Zeitum zu lesen, keine Versammlung zu besuck)en; mai braucht nicht hin und bet zu überlegen: — da Barometer gibt unanfechtbaren Ausschluß." Unte den zahllosen Beispielen, die der Versasser gesam mclt hat und über die Näherem in feiner demnächs «.scheinenden psycho-kosmis >en Wetterstudie „Welt Untergang ober — ?" zu finden ist, führt er nu den Parallelismus Mischen Wetter und Politi im Januar 1920 durch. Am 10. Januar, der Tage der Ratiffkarion des Friedens von Versailles war das Barometer über 75. Am Tage darauf an dem der Eisenbahnerstreik im Westen und ii Schlesien ausbricht, erfolgt ein Barometerstur auf 72,7 begleitet von einem orkanartigen Sturn und Gewi:tererscheinungen. Diese Wetterkrisi wirkt sich dann polftisch aus in den Unruhen i: Leipzig am 12. und in dem blutigen Krawal vor drin Reichstag am 13. Januar. In der Zei vom 14. bis zum 18. Januar, in dem da Barometer wieder stetig steigt, das Wetter ruhi und teils heiter ist, erfolgt dann eine schnelle Be ruhigung der politischen Lage. Es fallen als Beginn und Beruhigung der Krise auf beide Gebieten genau zusammen. Wie der Sttatege tr Weltkriege gelernt hatte, die Meteorologie um Ra zu fragen, so wird also auch der Politiker gut tun sich bei seinen Maßnahmen vorher genau da Barometer anzusehen. Bekanntmachung. Tas Hebregister über das Standgeld in unserer ötmagogc für das Rechnungsjahr 1919z20 liegt acht Tage lang zur Einftcht der Beteiligten in der Wohnung des Unterzeichneten offen. Bekanntmachung. B e t r.: Maul- und Klauenseuche. In Bellersheim ist die Seuche erloschen. Tie Gemarkung Bellersheim wird aus dem Sperrgebiet aus- geschieden und dem Beobachtun gsgebiet angegliedert. Gießen, den 30. August 1920. ____________KreiAamt Gießen. I. V.: H e m m e r d e.____________ Dienstnachrichten des Kreisamtes. Unter dem Viehbestände der Dr. Lucius'schen Gutsverwaltung „M ax imi l ian en hv f" in Bernsdorf ist die Maul- und Klauenseu^ au sge b r 0 ch en. Die Ai/arrl- und Klauenseuche in dem Gehöfte des Forst- Hanfes Langengrund ist e r l 0 s ch e n. Friseur, Maurer, 1 Stellmacher, Kaufleute. Schreiber u. Reisende, 1 landwirtschaftlicher Ver- waiter, Packer, HauSburschen und Ausläufer, Diaschinen- u. Batischloffer, 4 Gärtner, 1 Konditor, Elektromonteure, 2 Schuhmacher, 1 Heizer, drei Krankenpfleger, 2 Schutiede, Weißbinder und Anstreicher, 1 Küfer, 5 Tapezierer u. Sattler, 4 Bäcker, 2 Kellner, 2 Kraftfahrer, 4 Mechaniker, 1 Dachdecker, 1 Ziseleur, 1 Svengler u. Installateur, 2 Dreher, 1 Telephonist, 1 Zahntechniker, 1 verheirateter Schweizer, 1 verheirateter Pferdeknecht, 1 Desttllateur, 1 Hutmacher, 1 Stukkateur, 2 Fräser. Lehrlinge: 1 Schuhmacher, 1 Wagner, 1 Schlosser, 1 Gärtner, 2 Sattler, 2 Bäcker, 1 Friseur. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: a. bei diesigen Arbeitgebern: 1 landw. Mädchen, Dienstmädchen, Lauffrauen u. -mädchen, tüchtige Alleinmädchen, 2 Bereiferinnen, 1 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: Dienstmädchen, Hausmädchen, Alleinmädchen, 1 Haushälterin zur Führung des Haushalts, landwirtschast- liche Dienstmädchen, 1 Friseuse, 1 Wetßzeugmäd- eben für Hotel. ES suchen Arbeit: 1 Bibliotheksgehllfin, 1 Lehrmädchen lPutzgeschäsl», daö t Jahr gelernt hat, zum Weiterlernen, 1 Büglerin, 1 Frau übernimmt Wasche im Hause, 1 Privatsekretärin, 1 Näherin be' Schneiderin, 1 Weißzeugnäherin für Geschäft, 1 Falzerin, 1 Ztmmermädchen. 1 Lausfrau sür Ladenreintgen und Nachm.-Beschäftigung. Ml0B rung. § 2. । Als wesentliche Teile von Militävwaffen sind anzu sehen: a) bei Geschützen: Rohr, Verschluß und Richtvorrichtung, b) bei Minenwerfern: Rohr und Rücklaufbremse, c) bei Flammenwerfern: Ringkessel und Gaskugel, d) bei Maschinengewehren: Lauf, Schloß und Zuführer, 17.: : -Verkauf. &nt »iöb*. 2!äs des im Oktober d. Js. zur Ab- Schristl. Angebokxur Waschteichs in dm För- 014850 an den Gieft^ geschätzt zu 350 kg Karpfen, Herr, Danermieletz 10 kg Hechten, soll im ganzen 8um 15. Sevtembe^ftlic^n Aufgebots verwertet bis längstens 20. d. M. wenn möglich noA . ~ ,__ Strahe. Schriftl. 1. September 1920. »mt. 014880 a. d. G« Oberförstewt Shrtori. Schaub. 9321D Von der Wlieferung der Waffen ist nur die Reick>swehr und die zur Ausübung ihres Berufs mit Waffen versehene Beamtenschaft befreit. § g Tie Ablieferung tanu bei jeder Ortsbehörde erfolgen, soweit nicht der Reichskommissar oder die Landes-(Bezriks-) Kommissare anderweitige Anordnung treffen. Tie abgelieferten Waffen find unverzüglich zum Gebrauch untauglich zu machen und an die vom Reichskommissar bestimmten Stellen abzusühren. § 7. Wer von Waffen- oder Munitionslagern int Sinne des § 6 Absatz 2 des Gesetzes über die Entwaffnung der Bevölkerung vom 7. August 1920 Kenntnis hat oder erhält, hat unverzüglich dem zuständigen Landes-(Bezirks-) Kommissar Anzeige zu erstatten. Tie Anzeige hat Ort und ungefähre Größe des Lagers sowie den Namen des Besitzers oder GewahrsamsinlMbers zu enthalten. Diese Bestimmung findet keine Anwendung auf Mitglieder derjenigen Vereinigungen, für roekfje die Wafsenanmeldung durch § 4 Absatz 1 schon vorgeschrieben ist. § 8. Tiefe Bestimmungen treten mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. ' -- Berlin, den 22. August 1920. Ter Reichskommissar für die Entwaffnung der Zivilbevölkerttng. ____________________Dr. Peters.____________________ Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Münster. Ju Münster ist die Maul- und Klauenseuche amtlich fest- gestellt worden. Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Münster, unb ein Beobachtung s gebiet, bestehend aus der Gemarkung Röthges. Unsere Bekanntmachung vom 25. August in Nr. 122 des Amts- verkündigungsblattes ffndet sinngemäße dlnwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen dlnordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des § 328 des StGB, mit Gefängnis. Gießen, den 1. September 1920. Kreisamt Gießen. I. B.: Hemmerde. Polizeibeamte od. Unteroffizier mit Zivilversorgnngsscheinen welche bereite polizeilich tätig waren, zu sofortig Verwendung als Errnfttlunasbearnbe gesucht. B toerbangen mit Lebenslauf, Zcugnisabschriften in polizeilichem Führungszeugnis sind in dreifach Ausfertigung rinMsenden Bad-Nauheim, den 26. Augllrst 1920. Ersassungsabteilung. __________RrichÄchatzMinisterium UL 9160D Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde beute eingetragen die Firma Lichtspiele SelterÄoeg, Dmta Haberiand, Gießen. Inhaberin Anita Ha- beriand, geb. Walldorf, Ehefrau des Alwin Haber-- land in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Lichffpiritheater. '?de, die 5 5« f« 18en s "ers este 69 feien Don ben her 1U .9.1 $. r2 getnerffdjü) logen m tanbening< verweis LebensMe leben kömi bau?, hätte ^gangen. 9rot ist fd 6ä(fiel. Ti kben mir nüffen ohne iem joir Stwh Gemeinde 91 ^ontemny »mmuntiiT « 3« äh drimm-s Gärtnerei r §onn- 111 W oierlLA unM1' hur