Swillmgrnmdbruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.'Vuch- tu Steinbruderei R. Lange. Schristleitvug, Seschästrstette n. Druckerei: Schulstr. r. Äuiiabuit von Anzeige» f. die zage-amimmer vii zuin fJlacbmtttaq vorder ohne iebcikrbint'licfrfeiL Dreis für l mm Höhe für Anzeigenv 34mm Breite örlti 11 25 Bi, ausivärtS 30 Pi.; für '3< e f l n m e• Anzeigen von 70 mm ©rette 90 Pf. Bei Platz- Dorldiriii20e, A'iifclilag. Hauvtschri'tleiter: Ang. Goeir. BerantivoNiich für Polit k: Ang. Goetz; für den übrigen TeU: Dr Reinholo Zenz; für ben Anzetgenteü: v. Beck, sämtlich in Giehen. nn Ter eictnter lujeffef -rfcheint täglich, oufeer Sonn- und Feiertags. Bejngiprels: Monatlich Mk. 2.80, vierteljährlich Mk. 6 90 einschließlich des Bestellgelds; durch die Post vierteljährlich Alk. 6.— ausschließlich Bestellgeld. Fernsvrech - Anschlüsse: für die Lch»istleitungl12 Berlag.Geschäf.ssleUeSI Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sletze«. postscheüfonto: Sraihurt a. M. »686 U0. Jahrgang Freitag, 2. Januar 1920 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen wie groß ist dar deutsche Volkseinkommen? Wir lesen in her Finanzpol. Korr.: Die Erträge zahlreicher Steuern hängen von der Größe des Volkseinkommens ab. Das gilt insbesondere von der Einkommensteuer unb der Umsahsteuer. Bei den einschlägigen ErtraHsschatzungen mußte denn auch' das Reichsfrnanzminrsterium ein bestimmtes Volts einkomm en zugrundelegen. Merkwürdigerweise hat es sich aber dabei immer mehr von der Wirklichkeit entfernt. Man kann drei Stadien unterscheiden: 1. In der Begründung zum Entwurf eines Umsatzsteuergesetzes vom 23. Juli 1919 heißt es: „Das deutsche Volkseinkommen der physischen Personen (nicht bloß das für direkte Steuern steuerbare) wird nach einem Gutachten des statistischen Reichsamts mit Berücksichtigung des niedrigen Geldwerts trotz der großen Verluste auf mindestens 52 Milliarden Mark angesetzt werden können." Dieser Betrag ermäßige sich durch die Gebietsabtretungen um etwa Vio, also auf etwa 47 Milliarden Mark. 2. Bei der ersten Lesung des Gesetzent- , wurfs im 12. Ausschuß der Nationalderfamm- lung legte die Regterung eine neue Ertragsberechnung vor. „Als Unterlage der Berechnung wird ein Volkseinkommen von 62,4 Milliarden zugrundegelegt. Hierbei wird von der durch keinerlei schlüssiges Material belegbaren Annahme ausgegangen, daß die Steigerung des Einkommens 1919 gegenüber 1917 30 Proz. beträgt. Im Falle II wird unter 112 eine Berechnung für den Fall aufgemacht, daß das Volkseinkommen lediglich, wie in der Begründung zum Entwurf angenommen, 52 Milliarden beträgt." Für die Gebietsabtretungen sei in beiden Fällen ein Abzug von Vio zu machen, so daß 56 bzw. 47 Milliarden verbleiben. 3. Bei der Ertragsschätzung der neuen Äeichsetnkommensteuer vom 5 Dezember 1919 rechnet das Reichs ftnanzministerium für das verkleinerte Deutschla.td mit einem Volkseinkommen von etwa 78 Milliarden Mark, d. h. mit einer Steigerung von 80 Proz. gegenüber 1917! Die Beweggründe für die Venvendung so verschiedener Zahlen für die gleiche Sache liegen auf der Hand. Sie sind lediglich politischer Natur. Es soll die Vorstellung erloeckt werden, als ob künftig ein sehr viel größerer Betrag durch direkte Steuern erzielt würde als durch indirekte Steuern, und als das einfachste Mittel hierzu erwies sich, bei der Er- rracsschätzung her Einkommensteuer das Boltseintommen sehr viel höher anzusetzen als bei der Ertragsschätzung für die Umsatzsteuer. Bei einem Volkseinkommen von 50 Milliarden ergaben sich 4 Milliarden Umsatzsteuer, bei einem Volkseinkommen von 78 Milliarden ergaben sich 7i/3 Milliarden Einkommensteuer. Wären bei der Ertragsberechnung der Einkommensteuer auch nur 50 Milliarden Volkseinkvmmm angenommen worden, so hätte sich als Oesamtertrag — da die Steuer ja progressiv .st — nicht viel mehr ergeben als die 4 Milliarden, die die Umsatzsteuer bringen soll. Es ist begreiflich aber bedauerlich daß das Finanzministeriun das Gutachten des Statistischen Reichsanus nicht veröffentlicht hat. Das Ergebnis — nindestens 52 Milliarden für das alte Reicksgebiet, etwa 47 MiL- liarden für das verkleinerte Deutschland —। dürfte den Tatsachen entsprechen. Vor dem Kriege schätzte Helfferiiö dos Volkseinkommen — reichlich hoch — auf 40 bis 41 Milliarden. Sehr viel größer ist es auch heute nicht — trotz der Entwertung der Mark. Gewiß gibt es Kaufleute und Landwirte, die heute ein zehnmal so großes Einkommen haben wie vor dem Kriege: gewiß gibt es Arbeiter, die trotz verkürzter Arbeitszeit und unregelmäßigerer Beschäftigung (Rohstoffmangel, Streiks) fünfmal so viel verdienen wie früher. Aber das sind doch Ausnahmen. Im Durchschnitt dürften die in Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und Verkehr tätigen Selbständigen, Angestellten und Arbeiter nit vielleicht ein zwci- bis zweieinhalbmal so großes Einkommen haben wie vor dem Krieg,. In den freien Berufen und bei den Beamten ist die Steigerung im allgemeinen geringer. Viele Renb- nec unb Rentnerinnen rber haben nach wie vor die gleichen BezüS; viele haben sogar weniger, weil sie ihr Kautal angegriffen haben. Dazu kommt der Portfall des Einkorns- mens von Millionen G-fallener und Kriegsgefangener und von Milionen Steuerzahlern in den abgetretenen Gekieten. Das Volkseins- komnren dürfte mithin )eute nicht mehr als 60 Milliarden betragen Line Kunögcbunq des Reichspräsidenten (Ebert. Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Ter Reichs- präsidctt t bat den Reichs kcmzlr, folgvireKundgebung zum Neujcrhrstage zu veröffentlichen: Im vergangenen Jahr wurde zwar das Chaos abgewetzte unb die Einheit des Reiches erhalten und gefestigt. Indessen mußte unter dem Druck rücksichtslosen Zwanges ein Friede geschlossen worden, der die Ehre unseres Volkes, feinen Wohlstand und die Früchte vergangene und künftiger Arbeit fremder Hand zu überantworten droht. Das heute be ginnende Jahr muß entscheiden, ob die Deutschen trotz allem als Nation und Staat sich zu behaupten hoffen können, oder durch inneren Hader, dem sich äußerer Haß zugefeilt, int endgültigen Zu sammenbruch auch die Hoffnungen ihrer Kinder begraben müssen. Diese Schicksalsfrage vor Lütgen, bitte ich heute alle, die sich Deutsche trennen, in der gemeinsamen Not die Reilten zu schließen unb jeher an seiner Arbeitsstelle für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes das Aeußerfte zu tun. beschlösse des obersten Rates in Paris. Paris, 31. Dez. (WB.) Der Oberste Rat der Alliierten trat beute morgen unter dem Vorsitz von Jules Cambon zusammen und hörte Du- tasba an, der über seine Unterrebimg mit Herrn von Lersner Bericht erstattete, sowie General Le- rond, der über die Verhandlungen zwischen den alliierten Vertretern und der von Simon präsidierten Delegation berichtete. Der Rat beschloß, baß alle Maßnahmen bezüglich des Inkrafttretens des Friedeitsoertrages vor dem 6. Januar, dem Tage, der für ben Austausch der Ratifikationen in Aussicht genommen ist, getroffen werden müssen. Der Rat beschloß ferner, daß der Schutz der Angehörigen der Gebiete, in denen BoWabstimmungen vvrgeiwmmen werden sollen, im Auslande derienigen Macht zufällt, deren Vertreter der Abstimmungskommissivn des betreffenden Geintes präsidiert. Der Rat entschiÄ», daß der Unterhalt der Besatzungstrupveit in den Abstimmungsgebieten jeder an der Besetzung teilnehmenden Macht obliege. Die Rückerstattung der Kvsten soll durch die Macht erfragen, der das .Abskim-- mungse.e^iet zugesprochen wird. Sofort nach Jn- kraft.reten bes Fr»edousvertraget- -u- vCuhmX Regierung die 192 000 Tonnen Schwimmdocks abliefern, zu deren mll-erzüglicher Ablieferung fte sich verpflichtet hat. Der Rest des abzulieferitden Materials ist innerhalb einer Frist von 30 Monaten abzuliefern. England gegen die Amerikaner in Koblenz. Versailles, 31. Dez (Wolff.) Nach der ,„Heure" überreichten die Engländer dem F ü n f e r - R a t eine Note, in der darauf hingewiesen wird, daß die amerikanischen Streitkräfte den Brückenkopf Koblenz besetzt hielten, daß aber die Vereinigten Staaten den Friedensvertrag von Versailles noch nicht ratifiziert hätten, also auch feinen offiziellen Vertreter in der interalliierten Hohen Kommission für das Rheinland haben könnten. Die Note spreche die Ansicht aus, um ben Beschlüssen dieser Kommission und der Verwaltung der besetzten Gebiete keinen Abbruch zu tun, werde es notwendig sein, daß der von bat Amerikanern besetzte Gebiet m die französische, englischen unb belgischen Bezirke einbezogen werde. * Besichtigung des deutschen Hasenmaterials. Berlin, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Die von dem englischen Marineamt zusammengestellte interalliierte Sonderkommission zur Besich- tiguitg des Hafenmaterials in Hamburg wird dort heute erwartet. Die Hamburger Behörden tocröen nicht mit ihr in Verbindung treten. Bei den Nachprüfungen der Angaben der deutschen Regierung wird ein Mitglied der Hafendeputation zugegen sein, das bereits als Sachverständiger bei den Beratungen in Versailles mitgewirkt hatte. Frankreichs diplomatische Vertreter. Amsterdam, 31. Dez. (Wolff.) Das Preßbureau Radio meldet, daß nach dem Austausch der Ratifikationen am 7. öder 8. Jan. sich die diplomatischen Vertreter Frankreichs' auf ihre PosteninDeutsch land begeben werden. — Die Abfahrt der mit der Besetzung der deutschen Abstimmungsgebiete beauftragten alliierten Truppen beginnt am 12. Januar. • Handschreiben Wilhelm» II. an Zar Nikolaus. Berlin, 31. Dez. (WTB.) Die„Bossische Zeitung" teilt mit, daß der Verlag Ullstein il Co. demnächst eine wortgetreue Heber» tragung der 75 Handschreibett Kaiser Wilhelms an den Zaren Ni'olaus als Buch herausgeben wird. Die „Vossische Zeitung" beginnt am 1. Januar mit der Veröffentlichung der wichtigsten Dokumente. Durch die gleichzeitige deutsche Veröffentlichung hofft man einer tendenziösen Verwertung der Briefe im Ausland vorzuoeugen. Fürst Wedel t. Kopenhagen, 31. Dez. (Wolff.) „Berlin gske Tidendc" meldet aus Stockholm: Der frühere deulsche Statthalter in Elsaß-Lotbringen, Fürst Wedel, ist gestern im Aller von 77 Jahren m Stockholm gestorben. Hinrichtungen in Budapest. Budapest, 31. Dez. (WB.) Korr.-Bureau. Heute vormittag wurden im Hose des Militär- gefangencnhauses die treten Aufreizung bzw. wegen Begehung zahlreicher Vtvrdtaten zum Tode ver- urteilten Otto Korvin, Eugen Laßlel, Josef D i n y o s , Arpad Kerokos Kohn, KÜrl Sturz, Ludwig K o c a c s, Emmerich D o o g e n , Karl Korvath unb Orana Gombes durch den Strong hingerichtet. Ein Ausstand in Syrien? - Bern, 1. Jan. (WB.) Wie die Genfer Blätter melden, herrscht unter der syrischen Bevölkerung eine große Erbitterung gegen den cng- lisch-franzöfi scheu Vertrag. Man beginnt sich zum Widerstand vvrzubereiten. Zahl- reiche bewaffnete Banden hätten sich gebildet unb seien zum Kampf fertig. Nach in Newyort' vorliegenden Meldurigeu forbern 120 000 Assyrier, daß Mesopotamien frei vom türkischen Joch unter englisches Mandat gestellt werbe. London, 2. Jan. (WTB.) Havas. Am Tage nad) Weihnachten wurde in Alexandrien die Polizei angegriffen, so daß ein Panzer- automobil zu Hilfe gerufen werden mußte. Nachdem einige Schüsse aus diesem Automobil ab- gegeben waren, griffen Soldaten ein, töteten einen Aufständischen und verletzten fünf weitere. Später trat wieder Ruhe ein. Mait mißt dem Zwischenfall keine größere Bedeutung hei. Die allgemeine Lage ist ruhig. Line neue Lisenbahnerbewegung in Zrankfiltt. Frankfurt a. M., 1. Jan. (WTB.) Die hiesigen Vertrauensmänner des Deutschen Eisen- bahnerverbandes haben in einer stark besuchten Versammlung dem Berliner Zentralvorstand des D. E. V. wegen seiner widerspruchsvollen unb un- n in d-n Tvrffverhandl mit der Regierung ein scharfes M i ß- trauensvotum ausgesprochen. Die Versammlung erklärte sich namens der Frankfurter Eisenbahner nicht mit der vorläufigen Regelung der Tarifsätze ab 1. Januar 1920 einverstanden unb gab in einer Entschließung bekannt, daß sie bis zur Besserstellung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr imstande sind, ihre Arbeit im vollen Umfange z u erfüllen unb fortan nur unter strikter Beobachtung der für den Eisenbahnbetrieb gültigen Bestimmungen arbeiten können. Einen Streik betrachten die Eisenbahner im gegenwärtigen Augenblick als unzweckmäßig, sie sind aber entschlossen, falls die Regierung auf ihrem wenig entgegenkommenden Standpunkt beharrt, auch vom äußersten Mittel, dem Streik, Gebrauch zu machen. dein Reiche. Die lledergabe Brombergs an die Polen. Berlin, 2. Jan. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Thorn: 4Lach der Bromberger Ostdeutschen Rundschau dürfte die Heber gäbe Brombergs an das polnische Staatswesen voraussichtlich am 17. ober 18. Januar erfolgen. Birkenfeld. Birkenfeld, 31.Dez. (Wolff.) Der neue Regierungspräsident der Provinz Birkenfeld, Rechtsanwalt Dörr (Idar), hat am vergangenen Montag die Regierung übernommen. Zu seinen vorläufigen Mitarbeitern hat er, nachdem die Assessoren Karsten und v. Breitenbach nicht die Bestätigung der Ententebehörden erhalten hatten, Oberamtsrichter Zwetsch (Nofelden) und Bürgermeister Schmidt (Birkenfeld) ernannt. Oberamtsrichter Zwetsch vertritt auch vorläufig den erkrankten Presidenten. Besprechungen d:s Reichswirtschaftsministers in Stuttgart. Stuttgart, 1. Jan. (WTB.) Wie das Süddeutsche Korvefpoudenzbureau hört, werden der Reichswirtschrftsminister und die Vertreter der größeren Gliedstaaten vom 6. Januar ab mit der württembergischen Regierung in Stuttgart Besprechungen abhalten übet die Lage unb über Eie in nächster Zeit auf dem Gebiete des E r - nährungswesens und der Ein- unb Ausfuhr zu ergreifenden Maßnahmen. Im Anschluß daran werden die Vertreter der Gliedstaaten in Stuttgart auch die Aufhebung der selbständigen Gesandtschaften innerhalb des Reichs erörtern. Am 10. Januar ist der Besuch des Rcichsverkchrs- mitisters in Sachen des Rhein-Neckar-Donau-Ka- nals hier erwartbar. Die Kriegervcreine. Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Der Vorsitzen c>e des Kyffhäuser-Bundes unb des Deutschen Landeskriegerverbanbes, Generaloberst v. Heeringen, bezeichnet es in einem Aufruf, den er zum Jahresbeginn an die Bundesmitglieder richtet, laut „Voss Ztg.", als die Auf- | gäbe der Kriegervereine, Trager einer toegung zu sein, die zwischen den alten Trümn wieder zur Ordnung führe. Der Ausruf weist reai-1 tumore Bestrebungen pbenfo zurück wie parteipolitische Zwecke unb lehnt daS Streben nach einem neuen Kriege unb die Vornahme militärischer Hebungen ausdrücklich ab. Der Herstellerhöchstpreis für Bier. Berlin, 31. Dez. (Wolff.) Das Reichswrrt^ schaftsministerium hat für das Gebiet der ehe^ maligen norddeutschen Brausteuergemeinschaft mit Rücksicht auf die Steigerung brr Herstellungskosten ben Herstellerhöchstpreis für Bier cinschl. Steuern auf 6 1 M k. unb für frier- ähnliche Getränke (Ersatzbier) auf 58 Mk für ben Hektoliter erhöht. Eine ausnahmsweise Festsetzung Oberer Preise für Herstellungsorte mit besonders großer räumlicher Aiw.e.mung unb besonders frohen Herstellungskosten bleibt weiter Vorbehalten. Ausnahmen werben unter entsprechender Anwendung der bisherigen Grundsätze derartig bewilligt, datz erforderlichenfalls der Preis in zwei Stafseln auf 63 Mk. und 65 Mk. für das Hektoliter erliöht wird. Für die Herstelllmasorte, für die bereits bisher höhere Herstellerl)öchstpreise bewilligt Waren, tritt anstelle des Preises von 40,50 Mk. ein Preis vvn 63 Mk. iDtb anstelle des Preises von 42 Mk. ein Preis von 65 Mk. für das Hektoliter. Die Einheitskurzschrift. Berlin, 31. Dez. (WTB.) Zur Vorbereitung der Schaffung einer Einheitskurzschrift wurde von den Vertretern b^r beteiligten Negierungen ein Oberaussckmß eingesetzt. Zur Aufnahme der Llrbeiten wurde der Ausschuß vom Reichsmin^ter des Innern auf den 13. Januar einberufen. Der Personenverkehr in Bayern. Berlin, 31. Dez. (Wolfs.) Ter „Lokalanz." meldet aus München: Der P e r so ne n v er ke hr auf der Eisenbahn in Bayern wird am Neujahrsteg, am Tag ber Heiligen Drei Könige unb an ben ersten beiden Sonntagen des Januars wegen .ibohlenmangel eingestellt. Hus Hessen. Sozialdemokratischer Protest gegen har TKurt Ernähmngsministtr. rm. Darmstadt, 1 Jan. Zu der n-uew Aemterverteilung im hessischen Ministerium bar. die Provinzialkonserenz der Sostaldemokvatte nach lebhafter Aussprache folgende Entschließunc. ein > . ■ mmin an§cncrHi«ten: ju Parteikonferenz - erhebt schärfsten Protest gegen ,e Uebertragimg des bisher einem atertrch-T* der sozialdemokratischen Partei Übertragenm Amtes des hessischen Ernährunas^ wesens an die Zentrumspartei .zumal der für dieses Amt in Aussicht genommene Vertreter zugleich vuch .Mitglied des Hessischen Bauernvereins »st. Tre Versaminlung sieht das Amt in solchen Händen «als nicht den Interessen der verbrauchenden Massen entsprechend untergebracht und verlangt, daß der wichtige Posten auch ferner von ber Sozialdemokratie besetzt wird. Ste erwartet, daß ob: sozialdemokratische Kammerfraktion zu ber Angelegen l-eit Stellung nimmt und auf der Wiederbesetzung des LandeserniälTrungsamtes durch einen Vertreter der sozialdemioIrakischen Partei beb -rrt." • lk. Gießen, 31. Dez. Unter Vorst! des Herrn Landgerichtsrat Schudt tagte int Saal des Hotel „Gvoßherzog" eine Ver- traueirsmännerversammlung der Deutschen Volkspartei in Oberhessen. Alle Kreise waren durch stattliche Abordnungen vertreten. Etn- mütio wurde beschlossen, die Ortsgruppen und Kreisverbände zu einem „Provinzialverband Oberhessen" zusommenzuschließen. Zum Vorsitzenden wurde Lc?.rdgerichtsrat Schudt, zum Stellvertreter Prof. Kraus Müller bewählt. Jeder Kreis der Provinz, entsend t in den Vorstand ein Mitglied und einen Stellvertreter. Es wurde deshalb beschlossen, einen Parteisekretär im Hauptamt anzustellen. Die erforderlichen Mittel sind von den Ortsgruppen aufgebracht. Den Schluß der Besprechung bildete die Frage der nächsten Reichstagswahlen. Hierzu sprachen u. a. Direktor S v i e ß - Friedberg, Oelönomierat H e ck-Als- feld unb Generalsekretär Wittig-Darmstadt. Hus dem besetzten Gebiet. Das Rheinlandabkommen. Oberste in, 31. Dez. (Wolff.) Dec Westdeutsche Zeitungsdienst meldet. Um die Erregung zu dämpfen, die durch die Bekanntgabe der geplanten Verordnungen der Hohen Kommission sich der Bevölkerung bemächtigte, veröffentlichte der französische Verwalter in den hiesigen Zeitungen einen Artikel, in dem behauptet wird, der „Vorwärts" habe aus den Verordnungen nur die für die Bevölkerung nachteiligen Bestimmungen wiedergegeben und nicht die Verfügungen erwähnt, die der Bevölkerung die größten Freiheiten zusicherten. So sollten z. B. die Beamten in ihrer Tätigkeit nicht behindert werden, und auch die Unabhängigkeit der Justiz sei garantiert Die Bevölkerung könne sicher fein, daß sie nicht schikaniert werde. Das Rheinlandabkommen sei so liberal wie möglich, die Einschränkungen die es bringe, seien weniger unange- itefim als ein Spartaftstenregiment, UnruheZ und Lebensmittelmangel. VÜxnb" spenden werde: wischen", „RvttLppchen" und ,/ (Siebener IConjettnereitle li-eidirner SXTiir <3dynib< I. r gKßxmrn ^xfr>€tt gsnachrichten, wonach daS u. Abschnitt 2 der Wahl- gesetzt Hal, treffen nickt ortmunn besagt, daß bei ordnung besagt, daß deck Wahltag von der Schulaufsichtsbehörde festgesetzt und bekannt gemacht haben die Regierungen wird. Dementsprechend g e n g e st e l l u n DilldezirkS am Donnen, gestellt Tonnen. rzwochen zu verlegen, reituna der Wahl zu er» in früherer Termin fefbr die Wahl verschoben. Ar»» Statt «nd Land. Liefen, den 2. Jrn. 1920. dz. Dillenburg, 2.Jan. Nach einer Zusammenstellung in der „Dillztg." betrug die Wofür dir Eisensleingruben des kam, fand sie wenig freundliche Aufnahme und mutzte unverrichtetem Dinge wieder ab^iehen. D« hiesigen Bauern gehörten zu denen, bte im Derbst chren AblieferungspMchten gewissenhaft nach»> kommen waren. — In Hortershausen feierten an Weihnachten Polizeidirner Sxntr. Schmidt I. und Frau dos Fest der seltenen S^xfrcrt. sv. Schlitz, 2. Jan. Die Finanzkommission zur Errichtung einer ßrtegergeben V stätte gab bekannt, daß das angesamiw lke Kapital sich gegenwärtig auf ruitb 8350 Mk. belaufe. Der Bau der Gedenkstätte soll möglichst noch im nächsten Frankfurt a. M.. 31. Dez. (Wolff.) Am Freitag und Samstng den 2. und 3. Januar werden auf den (äMUerobfcrttgimgen Frankfurt Hauptgüter bahnhos, Ost, Süd und West Frachtstückgüter nicht angenommen. ge. HerSfeld, 30. Dez. Die Vorarbeiten» zu dem geplanten Eisenbahnn.-ubau Herssel d— Dom berg—Wabern sind bemtet und werden »nee* ______, . ... ........ .... .. lein". Mit größter Aufmerksamkeit folgte man den beiden aus einer wirkungsvollen BütMngruppe hcrrorlreterLen Vlärchenerzählerinnen (Frl. Kübel und Frl. Will-efari), die mit sichtlicher Hingabe und gutem tzteschick sich ihrer nicht leichten Aufgabe widmeten. Trefflich unterstützt wurde der Text von wohLgelungmen Lichtbildern. Dankbar erkannten denn auch dir kleinen Besucher das Dar- gebotene an. Ihr größtes Erstaunen rief es hervor, als leiblaftige „Elftem" erschienen, um in den Zwischenak en anmutige und forg igft aus- geführte Reigen zu bieten! Stürmisch jubelten sie den niedlichen, leichtfüßigen Elfenreichskindlefa für ihre rhythmischen und graziösen Erfüllungen zu. Deute 47? Uhr findet eine Wiederholung der wo hl gelungenen Vevanslvlung statt, deren Reinert rag zum Besten der hungernden Wiener Kinder in Kürze dem Minister rorgtffept werben. Durch diese neue Linie werden die beiden Hauptstrecken Bebra—Frankfurt und Kassel—Frankfurt verbunden und größere Gebietsteile der Kreise Dersfcld, Ziegenhain, Rotenburg und Domberg dem Ber- 0*^a r*burg, 1. Jan. Der gestrige Silvestermarkt brachte wieder zum erstenmal nach der Kriegszeipeinen gewaltigen Zustrom des Jungvolks vom Lande. Auf dem Marktplatze sowolst sowohl wie in den Straßen der Stadt bewegte sich eine große Menschenmenge, unter denen besonders« die vielen buntfarbig geneideten Hessemnädckien ausfielen. In verschißenen Sälen wurde getanzt. Den Musikfreunden GiehenS konnte der Kon- zertverein keine schönere Weihnachtsfreude bereiten, als durch das Sonderkonzert zu Gunsten bet Wiener Frauen und Kinder. Leider standen ihm diesmal besondere Schwierigkeiten im Wege. Zu der Absage von Professor Grummer kam noch hinzu, daß infolge der schwierigen Bahn Verhältnisse bet Begleiter nicht erscheinen konnte, für den Professor Trautmann noch in letzter Minute einsprang, aber in altgewohnter Weise sich verständnisvoll seiner Ausgabe entledigte Wie schon eine Pornotiz richtig sagte, war es dem Vorstände gelungen, für Spcrrn Professor Grummer einen vollgültigen Ersatz zu finden. Das Konzert ver- mittelte uns die Bekanntschaft zweier Frankfurter Künstler: des Klaviervirtuoscn Alfred Dö hn und der Sopvamstin Frau Mientje Lauprecht van Lammen. Derr Alfred Döhn verernigt aufs teste die Vorzüge eines tiefdurchdachten innerlichen Vortrages, sprü!«nden Temperamend?s, fd:ten Anschlages und glänzender technische Schulung. Der Künstler leitete den Abend ein mit Bachs chromatischer Fantasie und Fuge D-moll, die von jchcr zu den beliebtesten Bachschen Klavier - vompositionen gehört. Wie Schweitzer erwähnt, reicht ihre Entstehung in die Zeil hinein, in der die große 6-woU-Fantasie für Orgel komponiert wurde, mit der sie in innerer Denrondtschast steht;; namentlich wird der rezitatorisch gehaltene Stil bei beiden Werken m3 Instrumentale übertragen. Besonders zu erwähnen ist die meisterliche Wiedergabe des Schlusses der Fantasie. Die nachfolgende Fuge wurde mit anfänglicher ZurückhaltunA klar vorgetragen und gegen Schluß zu mächtiger Steige- nmg entwickelt. Sv flam tie ganze Ausdruckskraft des Werkes rollig zur Geltung Als vorzüglicher Beethovenmlerprel zeigte fick Derr Höhn in der Kla viersonate C-moll op. 111. Sie ist die letzte Sonate des großen Komponisten und führt uns ganz in das Gemütsleben des Meisters ein Die Wucht und Größe der Gedanken ist in diesem letzten Opus überwältigend. Lier zeigte der Pianist seine Meisterschaft in der Kunst des lieber atm geS, die er in geradezu hervorragender Weise sein Eigen nennen Darf, vor allem da, wo ein Stimmungswechsel im Charakter des BortragSstückeS liegt, was und in Beethovens Musik so oft alS ,teigentümlich" Deutscher See- (früter Flotten-Oerem^ Vortrag des Frhrn v. Meers cheidt-Düllesen. — Turn Halle, Oswaldsqarten, 41/? Uhr, Märchen abend. — Turn- kwlle, Osivaldsgarten, 8 Uhr, Katholischer Frauenbund, Vortrag des Jesuitenpaters Demmes. — Lichtipielhmis, „Moderne Tfofater" und „Durchlaucht reift inkognito". — Lichtspiele, SeltcrSweg, „Kronprinz Rudolf, das Geheimnis von Mayer- Ivnt". « ♦♦ DaS neue Jahr zeigte bei seinem Einzug ein etwas freundlicheres Gesicht als die letzten Tage des alten. Wenn der Himmel auch manchmal recht unbestimmt hemiederschaude, wenn man immer noch nicht wußte, ob Winter oder schon Frühling ist: seine Schleusen bat der Himmel vorläufig geschlvsien. — Die Silvesternacht verlief heuer ruhiger als vor einem Jahre, wo Trup- pendurchzüge imd Einguartierung sowie die hetm- gekehrten Feldgrauen reichlich Feumverkskörper rnitgebracht hatten. Aber auch heuer fand sich noch manche Räkele, vielleicht als Andenken aufbewahrt, die geopfert wurde, um das neue Jahr zu b> Mützen. Die Jugend konnte wie immer ihre Ungeduld nüfx te meistern; bald nach Dunkelwerden tegaim die Schießerei, die eigentlich die ganze Rächt hindurch nicht aufhörte. Bon der Kaserne aus feuerte ein Maschinengewehr mehrfach in die Nacht hinein. Die Wirtschaften kümmerten sich meist nickst um die Polizeistunde; die Polizei drückte ein Auge zu, so daß das neue Jahr auch dort gebührend begossen werden konnte. ** Geh. Kirchenrat D. Dr. Eck 1°. In der Nacht des 31. Dezember ist nach längerer sckstverer Krankheit Gch. Kirchenrat D. Dr. E ck, Professor der Theologie, verstorben. Gießen verlor damit eine l-ervorra^ende PersönliOeit, deren Be- deutung wir in unserer morpigen Nummer eingehender würdigen werden. The Beerdigung findet am Mcmta>z, 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof stall. *♦ Geh Oberregierungsrat Prof. Dr. Will t- Am DonnerSlag den 30. Dezember verschied ein treuer Sohn der Stabt Gießen, der Gekeime Oberregicrungsvat Pvostsfvr Dr. W Will, Major d. L., Inhaber vieler Orden. Er entstammt einer atm Gießener Prvfesfvrenfnmilte. Sein Baler war der bevannte Pwfeftor der Chemie Brotpreis-Erhöhuvtz. Darmstadt, 31.Dez. In einer Sitzung des Ernährungsbeirates am Dienstag wurde nach leb» Met Drssprache ter Preis des 3 - Psund - Laib-Brotes von 1,34 Mk. auf 1,80 Mk. festgesetzt, innerhalb drei Monaten ist damit der Preis des Brotes um 10 0 Pro z. gestiegen. Tie Preisprüfungsstelle nahm weiter in Rücksicht auf die in den letzten Tagen erfolgte beträchtliche Erhöhung der Milch-, Kartoffel- und Bvotpreise folgende Forderungen auf: 1. so- fortige Erhöhung der Unterstützungssätze des dem WohliahrlSamte überwiesenen Personen krcises: 2. erweiterte Unterstützung bet in Not geratenen Bevölkcrungsschichten durch Zuweisung verbilligter Lebensmittel: 3. tatkräftige Unterstützung aller Arbeiter-, Angesteltlen- und Beamten -Organi;a* tIonen in Reich, Staat und Gemeinde tn der Forderung erhöhter Teuerungsbeihilsen; 4. Erweiterung uvd strenge Durchführung der Zwangswirtschaft, soweit diese für die bessere Bollscrnäh- nmg und gerechtere Verteilung dec Lebensmittel und BedaNsartlkel zweckdienlich erscheint. kr. Frankfu rt a. M., 30. Dez. DerBrvt- preis für den Treipfünderlaib witt> ab 1. Jan. in Frankfurt von 1,20 Mk. iauf 1,78 bis 1,80 Mk. erhöht. 0 Marburg, l.lJan. Inslaeder ErhShung der Melstpreise flostet der 4VrPsünb.r Roggen- brvt jetzt in der Stadt 2,15 Mk. und aus dem Land 2,05 ML, der Preis des 50-Gramm-Weizen- brötchcns ist auf 7 Pf. teftmunt. Auch di.' Milchpreise sind erhöht worden. So flostet der Liter Bellmilch ab Stall anfaati 45 jetzt 80 Pf., beim Derkaui in der Stadt ab Laden beträgt her Ptlis 1,04 Ml. frei Haus und 98 Pf. im Laden. Für Magermilch müssen 64 Pf. b zahlt werden. Ferner wird eine Erhöhung der Gas- und Kühlen preise teflanntgvgeben. H. Will, seine Mutter eine Tochter des Professors der Medizin B.'l'er, beide damals auf dem Selters- berg ansässig. Ter Heimyeaangene wurde hier am 12. April 1854 geboren, besuchte das bie.igc Gymnasium, diente beim hiesigen Regiment und erlangte die Qualiftkftion jynt Re-,ervooffizier. Er flir.icrte in Berlin Ehenrie und wurde tert Assistent des auch mit Gießen in innigen Bezielrunaen stclenden Professors A. W. v. Hofmann, bei dessen lOOiähriger Gedenkfeier am „Tintenfaß" er denn auch die Festrede hielt. Will habilitierte sich in Berlin, ttnrfte an der dortigen Universität und war außerdem am Patentamt tätig. Früh wandte er sich te- Sprengstoffe zu. Er gründete und leitete zunächst unter Beibelnltung seiner bisherigen Aem- ter die Versuch^mstaU des Kriegsnrinisteriums, olsdatm als Direkter der von ihm in großzügiger Meise entworfene und erbaute Kontrollstelle für wissenschaftliche chenrisch-tvchansche Untersuchungen m Neubabelsberg. In dieser Eigenschaft löste er unter vielen anderen die Frage der Verwendung der Holzfaser als Ersatz für Baumwolle bei Herstellung ron S "tengsoffen, Untersuchungen die für Deutsch- U . von einschneidendster Bedeutung waren, als zu Beginn les Krieges die Baumwolle knapp wurde Auch in den sonstigen Munitionsfragen war er eine erste Autorität. Trotz seiner 61 Jahre er, als daS Vaterland im August 1914 rief, braerffr-rt mit ins Feld intb fbanb an der Spitze eiiks Bataillons in erster Linie an der Ostgrenze» Scheine derartigniKraft, die das schwierige Kapiirl Lösung der Erfatzfrage für die bald überall fehlenden Gruickstvffe der Munition und Spreng» I3rpcr beherrschte, gehörte wieder in ihre alte Stel-t lung. So wurde er zur ArÄlerteprüfungsflommis- fim tn Berlin zurückberufen. Hier erwarb er sich smver gefiliche BerDienste. Restlos tätig eilte er von Neu-5Aabelsberg aus durch dos ganze Reich, überall in reri Munitionsfabriken Vontnollierend, anregend, h-lse-.ck. Diese anstrengende Tätigkeit mag ihn ftir eine letzte fast halbährige Krankheit empfind» '.rch gemacht haben. Ter Versuch, in Wildbad Heilung zu finden, scheiterte, er starb in seinem nach oberh Vvrbildern, m den Kiefern der fitotonte ©nmtn wald bei Berlin erbauten schönen Heim. An Gießen Tjmg er sehr. Auf den Namen seiner Vaterstadt tonte et ein Schiff des Norddeutschen Lloyd. Er ordnete auch an, daß seine Asche in dem Erbbegräbnis der Familie Will auf dem kiesigen Alten Friedlos b.-igesetzt wird. Seine zahlreichen Freunde verlieren an ihm-tiicL Er war eine kernige treue Natur mit regen allgemeinen Interessen, dabei ein echt deutscher Mann vom Scheitel bis Kur Sohle. Für die Arbeitnehmer hatte er ein warmes Herz und sorgte für sie in weitgehender Weise. ** Dheakerverein. Wegen imtatt Erkrankungen im Personale der Frankfurter Oper muß'das heutige Gastspiel: Cavalleria rufticana — Der Bajazzo verschoben werden. Die Aufführung kann voraussichtlrch Freitag den 9. Januar nachgeholt rotrbeiL v *♦ MLrchenabentx Zu einer Fahrt ms Marchenreich hrtte am 28. Dezember der Kath. Frauenbund Gieftms unsere liebe Jugend efttge- talcn, um ihr eine Werhnach^sfteude besonderer Art zu bereiten. Schirenwei.e strömten denn auch die Kinder, tndjueb von treuer Mutterl)and geleitet, der Turnhrlle am Oswvldsgarten zu, die bis zum letzten Platze gefüllt war. Nach einem flott gespülten Tvnstücke erschien eine liebliche Fee (Fräulein Kübel', um zu verkünden, welch schöne Gaben „der entgegentritt, in höchste Spannung versetzt, auf die dann erleickftertes Erlösen folgt. Eine besondere Leistung war die warmblütige Wiedergabe des tiefgründigen Klavierstückes ,^Z» der Nacht" von Reger, die durch den in technischer Hinsicht abgerundeten Vortrag des sv eiten geftndten, aber musikalisch äußerlichen „Mephistowalzers" von Liszt nicht überboten wer- xn konnte. Frau Mientje Lauprecht van Lammen besitzt eine angenehme und namentlich in der Mittellage wohllautende Stimme von ausgezeichneter Schulung. Sie bot im Anfang eine erlesene Reihe BrahmssckMr Lieder, hieraus einige der schönsten Schuberts, unter denen wir besonders „Gretchen am Spinnrad" und „Litanei" heroorheben möd> ten, die einen tiefen Eindruck hinterließen. Mit besonderer Dankbarkeit wurden die hier selten gehörten alten Volkslieder aus der Rnmannschen Ausgabe aufgenommen. Der reichlich gespendete Beifall veranlaßte die Künstler zu den beiden Zugaben: „Berceuse" von Chopin und „Wiegenlied" von Brahms. Der Besuch des Konzertes stand etwas hinter dem der letzten zurück, was wir gerade in Hinsicht auf den guten Zweck der Veranstaltung doppelt Bebauern. Wir wollen dem Konzertverein wünschen, daß trotzdem der Ertrag erfreulich gewesen ift' -k Sport» Gießen, l.Jan. Infolge der m den letzten Wochen eingetretenen Verkehrsschwierigkeiten ruhte der Fusch.rll bei den hiesigen Sportvereinen fast vollständig. Die über die Feiertage erlassene Set* kehrserleichteruna benutzte die erste Mannschaft des Vereins für Rasenspiele 1 9 00 e. $. zu einer Wettspielveise in das Ruhrgebiet. Die Mannschaft spielte am ersten Feiertag gegen Spielverein 1907 Mülheim (Ruhr) unent» sckrieden (0:0). Dem Spiel wohnten über 3000 Zuschauer bei. Ungünstiges, dauernd regnerisches Wetter unb glatter Boden beeinträchtigten daS Spiel sehr. Es wurde vvm Scknebsrichter daher nach Halb.-eit abgebrochen. Die Gießeirer Mannschaft spielte ziemlich überlegen. Am zweiten Feiertage waren bte Gießener bei dem Spielverein Osterfeld bei Essen zu Gast und verlören bei dauernd überlegenem Spiele mit 1:0 Toren. Bei Gießen! fehlten zwei Mann. Osterfeld machte in bet ersten Sp^elhälste einen Durchbruch und erzielte ein Tor, worauf die elf Mann sich dann auf die Berteidi- gung verlegten. Der dritte Seiertag war Ruhetag für die Mannschaft, um am 28. Dezember gegen Ballspielverein Dmsburg anzutteten. Dieses, das fdjroerfte Spiel der ganzen Tour, konnte der Verein für Rasenspiele 1900 mit 2:1 gewinnen. Diesem, wie auch dem vor her gehenden Spiele wohnten ebenfalls mehrere tausend Zuschauer bei. Die Gießener Mannsckraft fiel bei sämtlichen Spielen durch eraktcs Zusammenspiel aus, was Gegner wie auch Sclstedsrrchter bei einigen nach dem Spiel zusammen verbrachten gemütlichen Stunden öffentlich anerkannten. — Die zweite Mannschaft des V. s. R. 1900 e. V. spielte am zweiten Feiertage gegen die gleiche Mannschaft des Sportvereins „Merkur" Gießen und gewann mit 8:1. Die Schülermannschaft spielte, verstärkt durch Spieler der Jugendmannsckiaft, am dritten Feiertage gegen die Jugendmaunschaft des Fußball- DercutS Bad Homburg unb siegte nach überlegenem Spiele mit 11:0 Toren. — Nächstm SamStag fabelt dieselbe Mannschaft in Darmstadt gegen Sportverein und am Sonntag in Frankfurt a. M. gegen Fuschallsvortverein. — ** S chi fport Aus dem HoherodSkopf findet am 4. Jan,rar ein Schirjmnen des Gießener aka- benrifdm Ausschusses für Leibesübungen statt, an dem sich jeder SchULustt und jede Schiläuferin beteiligen kann. bestimmt ist. ** Freibank. Samstag, 3. Janurr, nerben von 1—3 Uhr die Nrn. 301—400 beliefert. *♦ Wann und wo die Brenn Holzbezugscheine beliefert werden, die für die Zeit vom 19. November bis 1. Dezember ausgestellt wurden, ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich Landkreis Gießen. ** E imbach 29 Dez. Einem hiesigen Fuhrmann gingen auf der abschüssigen Straße von Großen-Buseck nach Beuern die Pferde durch: kurz vor Beuern gelang es, sie wieder zum Stehen zu bringen. Leider wurde dem Fuhrmann vom zerbrochenen Wagen, den er dort stehen lassen mußte, ein Sack Weizen gestohlen. — Wie in den meisten Orten, so wurde auch hier eine Ortsgruppe des HefsischenBauernbundes gegründet. Es traten ihm 28 Mitglieder bei. In den Vorstand wurden gewählt a!s erster Vor- Ntzender Kaspar Conrad, als Stellvertreter und Rechner Hermann Stein, als Beisitzer Balthaser Stem, Johs. Leyerer, Melchior Wießner, Heinrich Burck und Karl Schnepp. Kreis Alsfeld. ♦* Nieder-Ohmen, 31. Dez. Im Laufe des Herbstes find aus unserem Ort sechs wertvolle altertümliche Schränke nach Mainz, Frankfurt, Gießen ustv. verkauft worden. Kreis Laurerbach. O Lauterbach, 29. Dez Weihnachtsfeiern wurden vom Gesangverein ,Lieverkranz" und vom Turnverein veranstaltet, die put besucht waren. Der Turnverein bot auch den Kindern seiner Mitglieder einige fvahe Stunden. Nach alter Sitte erschollen vom Turm wieder schöne Weihnachtslieder. Q Pfordt, 30. Dez. Ms vor einigen Tagen die Kartoffelkommission in unser Dorf Jahre zur Ausführung kommen. Um über den Platz, an dem sie errichtet werden soll, zur end- vültigen Entscheidung zu gelangen, wird an einem der nächsten (Sonntage eine Oittsbesichtigung auf unserem Friedhof vorgenommen werden, woran vor allem auch die Angehörigen unserer Gefallenen teil- nehmen sollen, um über die Anlage der Gedenkstätte rnftzubestimmen. Hkisen-Nassau. Volksbildung: Die Z, itu ,{______ . _________ Ministerium einen Tertzin für die Wahlen an* und Provinzialschulkollepen die Aufgabe, für die unterstellten Schulen bife Festsetzung zu machen. Hochwasser. Frankfurt a. 9.., 31. Dez. Die Riddr scheint ihren „Höhepunk" erreicht zu haben. Sie hat die Ufer überschritm und große Geländestrecken zwischen Bocken im. Hausen und Ginn- heim überflutet. Die E enbahn fährt auf ihrem Damm wie durch einen See. Die Was.ermrssen Berlin, 31. Dez. Wolff.) lieber die Wahlen z u den Elternbeiräten erfahren wir auS dem Ministerium sch Wissenschaft, Kunst unb liebtigend wird das Mi ifterium die Regirrungen und Provinzialschulkolle! en anweisen, den Wahltag in die e r ste n M r z w o ch e n z,, verlegen, um eine geordnete Borstreitun' ™ — möglichen. Wo bereit« e-n gelegt worden war, wer Kirche Schule. Seegespenftec. Roman von Annh Wothe. Amerflciniscbei Copyright 1918 by Aany Wothe-Mihn, LäpxiR lRachdruck verboten.) Fortsetzung 20. „I," meinte Sölve, die inzwischen Qelrock und Kappe abgeworfen hatte und bereits am Herde geschäftig war, „letzt takelt ab, Käpten. Wir können Euch nicht gebrauchen, die Älanten müfien Stube haben." Sre trat mit ihm vor die Haustür. „Vergeßt meine Mutter nicht, Bent Bonflen," bat sie, aus ihren tiefblauen Augen zu ihm aussehend, „unb redet mir ein wenig das Wort. Peter nrirb wohl meiner Schwester Bescheid gesagt haben, sonst richttt Ihr es aus." „Soll alles geschehen, kleine Sölve," versprach der Seemann. „Wenn Ihr erlaubt, komme ich bald hneber und bringe Euch Bescheid." Eine leichte Röte flog über Sölves Antlitz. „Es hat keine Eile, Käpten. Aber wenn Ihr den Arzt noch mal schicken wollt?" „Ihr weicht mir aus, Sölve Wedderken." ,^Jhr dürft nicht so finstere Augen maibfvt, Bent Banken, das ist ja zum Fürchten. Ihr solltet froh sein, daß ich hier bleiben darf — td) hoffe es wenigstens — denn Ihr gehört doch auch zu denen, die gut machen wollen." „Nur, was ich selbst verschuldet. Ader andere Schuld lade ich nickst tote Ihr, Jungfer Leichtfuß, auf meine Schultern. Mertt Euch das." Unb ohne Gruß trabte er mit großen Schritten von dannen. Sölve sah ihm ganz vcrftört nach. Wie stolz er dahinschritt und wie hoch er das Haupt trug. Nicht ein einziges Mal sah er zu ihr zurück. Sölve zerdrückte eine Träne in ihren Blauaugen und strich sich mtt der Hand Über die wcißc Stirn, als müs e s« einen Traum veftcheucheir. Src sah noch, nne Bents hohe Gestalt hinter den weißen Dünen verschwand; dann trat s« zurück ins Haus. Kein anderer Gfebante als der an ihre Pflicht sollte ihr kommen. Bent Banken fuhr mit dem Segelboot über das schimmernde Watt. Er musste sich eilen, wenn er vor Eintritt der Ebbe Keitum erreichen wollte. Die See war ziemlich betrogt. Tie QM. 211 tosten gegen bte weißen Dünen, um dcrm ehrn es duftig tote von Veilchen kränzen blaute. Dir Wogen umspülten das Boot, das pfeilsch e'l dahinschoß mit tausend Perlen unb w'ißcm Schnee, doch Bent Danken sah nichts von all der glitzernden Schönheft. Wie von tiefem Traum umf ingen saß er — er bemerkte nicht mal, daß einer der Schiffer plötzlich die Segel braßte, was ihm sonst sicher einen Benrois des Kapitäns efapetragm hätte. Er sah auch nicht, daß der Sckstfter, um seine Gedankenloftgfl it wieder gut zu mach.m, bw Segel zu schnell herumwarf, daß das Boot sich ganz auf bte Seite legte unb fast zum Kentern gebracht wurde — Bent Banken sah unb hörte nichts. Erft jetzt kam ihm olles, was er in ter letzten Zeit erlebt, immer deutlicher zum Bewußtsein. Vieles was ihm bisher unllar gewesen, gewann nun Form unb Gestalt. Was er nicht wußte, reimte er sich zusammen, so daß er schließlich ein ziemlich vollständiges Bild .vor sich hatte. Und habet packte ihn der Zorn, daß er wild aussprang und mft fräftiger Hand dir Segel raffte, was völlig unnötig toarz nur um sich zu betätigen. Die Schiffer sahen khn verwundert an und brachten die Sache gleichmütig nricber in Ordnung. Dann saß der Kapitän am Bug und schaute in die Ferne, die Hände in ohnmächtiger Wut geballt. Konnte eS sein? Hatte das schöne, seltsame Weib mit den uncrgrürckichen Augcn, die auch ihn fast verwirrt hatten, wirllich Jngrwart Ferks und seinen Bruder betrogen? Boll Schauderns gedachte er der grälichen Worte des Kranken. Sckst.'ppte diese sündhaft schöne Frau wirllich eine so schwere Schuld burdjd Leben? W« würde bas Peter tragen, wenn er alles wußte? Und Peter wußte es. Nun verstand Stent das befremdende Gebaren deS Brud.ncs, alS er tn der Nacht mit Sölve den Atollen zu Schiff brachte. Eine heiße Angst um Peter faßte sein Herz und um b germ sorgen. Es ging] nicht an, daß Estridck Schwester in einem Haufe stieb, das ihrer Schtockter feindlich war. Langsam klärten si BentS Gedanflen, aber die tiefe Sorge um dr« kleine Sölve blieb, unb ein dumpfer, schwerer trurf, wenn er an Petn: dachte. Fast bereute er Ibne Aussprache mit P'ter den Gotteskoog vcrlassal zu haben. Jetzt blickte er über das formen glitzernde M-er. vernahm wieder das Kauschen der Wellen und es war ihm, als gehe her Scklay seines eignen Herzens in chvcm ristlofen Aus- und Niel^r- fteigen. Oft Waren ihm so aus den Wassern wuirderbave Bilder triumbaf er Sehnsucht ausgestiegen, heute sah,et mr dunkle Kränze unb x>*t* welktes Laub. „Seegespenster," d chte er, sich mit ter Hand über die braune Stirn streichend, mft einem halb spöttisck>en, halb bittern Lächeln. Da fuhr das Schiss in die Keitumcr Bucht ein. Die Ebbe war uhe und Bent wie- bte Schiffer an: Lhr wartet hier < tt die Flut und bringt tes Schift morgen nach bin Gvttcskoog zurück. Ich gebe zu Fuß über die >eide." Leicht grüßend schrtt er von bannen. der Käpten geworden," der anbet)» lachte aut und „Verflucht stolz i sagte der eine Schisser, rief: „Nee, de is ja bitt derleiwt." Indes hastete By nickt mit der für Obrrschlesieit oder Schl^wig vorgesehenen Volksbefragung verglichcm werden dürfe. Demgegenüber muß die deutsche Regierung wiederholt daraus Hinweisen, daß die alliierten und assoziierten Regierungen in ihrer Note vom 16. Ium die Abstimmung in Eupen und MalmtHh mit der Abstimmung in Schleswig auf dieselbe Stufe gestellt und mit den gleichen Worten behandelt haben, und daß bei allen Volksabstimmungen, einerlei unter welchen äußeren Formen sie ftatt- finden, gewisse gemeinsame Grundsätze obwalten müssen. Die Antwortnote vom 10. fÄvember erklärt ferner, Belgien werde unter seiner eigenen Verantwortung die Abstimmung durchfülliren und für eine freie Stimmabgabe Vorsorge treffen. Kann man an sich schon von den Behörden eines Staates, der an dem Ergebnis oct Abstimmung interessiert ist, schwerlich eine unparteiische Haltung erwarten, so liefert das in der deutschen Rote vom 3. Oktober eingehend geschilderte Vorgehen der bel gischen Behördm in den Kreisen Eupen und Mal medv nach Ansicht der deutschen Regierung den Be weis dafür, daß bei einer unter belgischer Leitung stattfindenden Volksbefragung von einer freien Stimmabgabe nicht die Rede sein Tann. Die deutsche Regierung kann nicht umhin, ihrem Befremden darüber Ausdruck zu verleihen, daß ihre ausführlichen Beschwerden über dieses Verhalten, dessentwegen auch jetzt noch fortwährend Klagen der verängstigten Bewohner einlaufen, in der Antwort der alliierten und assoziierten Regierungen mit keinem Worte berührt werden. In ihrer Note vom 3. Oktober hatte die deutsche Regierung hervor- geboben, eine vom Völkerbund ernannte ST o m- mission zur Ueberwvchung der Abstimmung einzusetzen. Dieser Vorschlag, der übrigens dem Artikel '34 des Friedensvertrases kemesivegs widerspricht, ivar von der deutschen Regierung nicht willkürlich gemacht, faitbern war veranlaßt durch die Zusicherung in der Antwort der alliierten und assoziierten Regierungen vom 16. Juni (Deik 2., Abschnitt 1), daß die Abstimmung „unter der Leitung des Völkerbundes" stattfinden werde. In der Antwortnote vom 10. November nrirt» erklärt, dieser Zusickerung werde Genüge geleistet, wenn Belgien das Ergebnis der Abstimmung dem Völkerbunde unterbreite und seine Entscheidung abwarte. Der deutschen Regierung erscheint diese Auslegung als eine Einschränkung der früheren Zusicherung. Sie vermag ferner nicht -u ersehen, wie der Völkerbund, der in den Kreisen Eupen und Malmedy über keinerlei Organe verfügt und anscheinend auch nicht verfügen soll, in der Lage sein könnte, nachträglich festzustellen, ob und in welcher Weise eine unzulässige Beeinflussung der Bevölkerung stattgefunden hat. Im Interest e der Bevölkerung der Kreil« Eupen und Malmedy, die von ihrer heimatlichen Regierung Schutz utÄ Hilfe erwartet und in ihrer übergroßen Mehrheit dem Anschluß an Belgien abgeneigt ist, kann sich die deutsche Regierung mit ta ttatart fett tflrrtBi MHb tttWämen Re» OimmgcÄ vom 10, Nvvember nicht für br- rrirtnat erklären Sie hält eS vielmehr für ihre Pflicht, aut ihnen bi der Rote vom 3. Oktober gv- fteilten Antrag znrückzukommen und zu bitten, daß btt alliierten und asfoziiervm Regierungei' bietai Antrag erneut eingehend prüfen, daß fk‘ die lückenhaften und unklaren Bestimmungen iw Artikels 34 des Friedensvernugos im Gerste rtnx'T w-iederholten feierlichen 3uficbmmgrn ergänz'», daß eine mit der Ueberwachmrg der Abstimm,ma beauftragt Kommission des Völkerbundes ringe, setzt rmrb und daß die Beschwerden gegen ba* Verhalten der M gif dich Behörden alsbald obae stellt werden " Vorschläge des LandrSverdandrc. der Beamten und Letzrervercine m Hessen rm. Darmstadt, 31. Dez. Der Landes- verband der Beamten^ und Lehrer- vereine in Hessen hat an das hessische Ge samtministerium eine Eingabe gerichtet, in welcher als Mittel zur Besserung der wirtschaft lichen Verhältnis sc empioh'.en wird: 1. datz Amerika eine Zkreottanleihe von 30—40 Mill. Mk zur Verfügung stellt, 2. Festsetzung eines Tage», von welchen, ab keinerlei Prn.serhömmg beim Erzeuger, Groß- ober .Vleinbandel mehr ßattsindan bart, 3. dementsprechend keinerlei Erhölnmg der Lölme und Teuerungszulagen mehr. 4. Einfuhrverbot für Luxusartikel und Zuchthausstrafe für verbotswidrige Einfuhr, 5. Rechnungs-wmig und UrfprmigSnachweis für alle Waren, v. Aufhebung des Achtstnnd,'ntagS. 7. angemessene Verkaufs- preise für die ins Ausland gehenden Waren und Rohstoffe, .8. hohe Ausfuhrzölle, 9. Arbeitszwang für arbeitsfähige Personen mit Ortswechsel an Arbeitsstätten. Der Stinmnmg-tznnfthwung in Amerika. Reu York, 29. Dez. Die Li ebestä t i g- keit für die Bedürftigen in Deuts clKand, bei anders aber die Sammlung von 100000 Dollars als Weihnachtsgabe für die deutsche Kinderhilfe und die Ernstellnng der Opposition der American Legion gegen die den t i che Musik scheinen symptomatisch zu sein für den fortschreitenden Stimmunasumschwung in Amerika gegenüber Deutschland. (Frks. Ztg.) Kohlennot in Frankfurt. Frankfurt, 31 Dez. Der mbauernbe große ÄVhlenmangel zwingt Sttaßenboelm imb Waldbahn, auch am Reuiahrsdag den Betrieb voll- standig einzustellen. Winterkost Alle Suppen, Gemüse, Salate usw nur mit dem Kuchen-Kleinod , Speisen würze Nr. 550 ohne Fett,ohne Fleisch xubereitet, haben köstlichen Wohlgeschmack. Die Flasche von c:l 200 g, lange ausreichend, M. 1.70, überall erhältlich, wo nicht, direkt v. Herkules-Nährmittel werk in Gelnhausen Ztadtmisfion Gießen, Löberftr. H Sonntag, 4. Januar, nbenbö 8‘/< Ubr Vortrag: Dein Führer im neuen Jahre Jedermann willkommen. 4 Behördliche Anzeigen. Bekanntmachung Betr.: Brennhol». Die von der ftöbt. Kohlen- und Holzstelle verausgabten Bezugscheine, welche zum Empfang des Holzes für den 19. Nov. 1919 auSarstellt waren, werden am Montag den 5. Stan. 1920 beliefert, für den 21. Nov. 1919 ausgestellt waren, werden am DienStag den 6. Jan 1920 beliefert, für den 26. Nov. 1919 ausgestellt waren, werden am Mittwoch den 7. Jan 1920 beliefert, für den 28. Nov. 1919 ausgestellt waren, werden am Donnerstag den 8. Jan. 1920 beliefert, für den 1. Dez. 1919 ausgestellt waren, werden am Freitag den 9. Jan. 1920 beliefert Das Holz kann an diesen genannten Tagen in der Zett von 8—12 Uhr norm, und 1—4 Uhr nachm. am ftäbt. Lagerplatz in der Steinstraße, qegen Abgabe des Bezugscheines und Barzahlung am Platze, abgeholt werden. Jrür Hartholz ist 6 Mk., für Weichholz. 5,50 Mk. pro Zentner zu entrichten. 11B Gießen, den 31 Dezember 1919. Der Oberbürgermeister. (StL>t. Kohlen- und HolzsteÜe.) Grünberger pserdeverficherungr-verein -------- «rünberg. ======^ Die orL Mitglleder-Versmvllmlg findet Sonntag den 4. Januar, nachm. S Ubr, im GattbauS von Adolf Repp ftatt. Tagesordnung: L Rechenschaftsbericht 2. Rechnungsablage 3. Dorstandswahl 4. Festsetzung: Grenze her Höchstverftchernngs- summen der Pferde 5. Dereinsangelegenheiten. Grünberg (Hessen), den 28. Dezember 1919. Der Direktor: Schäfer. 2 iEichengerbhol; ° von 12 Ztm. Mindestzovidurchmester aufwärts, L in dänaen bis 2,30 Meter, coentueü größere 's Eichenbestände -um Delbftabtrieb 2lsl 'S gr kauft »u hohen Preisen “W Z w. Lehst, hamdurg/villdrool. verkaufe SamStag von 8 Ufer an eine grofee Leudnng 63 Apfelsinen,Zitronen,Rotkraut, Meerrettich und Roterübeu Rcnttadt 19 und auf de« «randvlatz am Gin- taue vom Vota»« Garten. Srosch, Tel. ‘1133 Schwer lernende Schüler werden erfolf-eldi gefördert Im Siebener Pädagogium Kleine Klaffen, Arbeitsstunden ]3 unter ftrenger Hutfldit. Wiederbeginn des Unterrichts am 8. er. näheres durch die Direktion: üiebigitrafee 46, Fernruf 2075. miiiiimitiiiiuiiiimiimiiiimifiiiiimiiiiimmiiiimiiiiiimumimiiiiiimmiiifmiiiimim Heute letzter Tng: Kronprinz Rudolf (Da« Geheimnis von Hayerllnk). Ab morgen Der geheimnisvolle Club Die «weite grolle Harry-Plel-Seneatlon. 6 Akte! Ferner: Auf der Kinobühne Lustspiel. Anfang wochentags 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr. ßiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiuiiiinw An° u. Verkauf von Möbclii,8i>l!>,Sildtt, Antiquitäten, somiellebernabme ganzer Einrichtunacn. 15 LouiSRothenberger 22Sieuenwea22. Tel. 178. BHittijiiiiiiiiiiHiiiiiiimniiifiiimin Weg. Aufgabe nachstehender Artikel verkaufe ich tzvWOislveSWiei- seife, ÄNilelsk, SeiseWlllver,VIei!h' |o6ß, MeuersiiO. SSlitzneiire, Dürften unö. Kerzen weit ontrr Frei*. Günstige Gelegenheit für Wiederverkäuser. 017 LcbenSmittclhauS, Markt str. 14» Tel. 1255. 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Metzger- meister Henkel u. Frau, 81. Remner Stein u. Frau, 82. LehramtSafsefsor Mendelssohn - Barkhoidv 83. Georg Srbupp u. Frau, 84. Hart Horn u. Frau, 85. Hauvtlehrer »nauß, 86. Rentner August Michel, 87. Kaufmann August Michel u. Frau, 88. Familie Eduard Klinke! iun., Hauvtlehrer Balemm Müller, Schreinermeliter E. st. Müller und Tochter. für öit Slifabttj-SkinfinSmiSolt von Wilhelm Moeler u. Frau, Metzgermeifter Kahl, Karl Feifer u. Frau. Allen Gebern, auch denen, die nicht genannt sein wollten, sage ich herzlichen Dank. Gießen, den 1. Januar 1920. 2KV Pfarrer BechtolSheimer BiatateflerfioNiierei« Ortsgruppe Gießen. Vortrag des Herrn Kapitän z. S. a. D. Freih. v. Meerscheidt-Hüllesem im Saale des Hotels Groß Herzog Freitag den 2. Januar, abends 7l/3 Uhr über Seefahrt ist not, wenn wir nicht verhungern wollen. Sich ausweisende Mitglieder zahlen für sich und ihre Angehörigen je 50 Pfennig, Nichtmitglieder 1 Mark Eintrittsgeld.3 Der Vorstand. Menttiimein Gicta Samstag, 5. 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DieBeerdigung findet statt Montag den 5.Jan.l920 nachmittags 3 Uhr auf dem neuen Friedhof. 61D Heute mittag 12'/. ühr verschied nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser einziger lieber Sohn Carl im Alter von lo1/« Jahren. In tiefem Schmerz: P. Bachmann und Frau. Gießen (Wetzlarer Weg 35), den L Januar 1920. Die Beerdigung findet Montag den 5. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Ov>