Ureisblatt sm »en Kreis Gietzen. Nr. 57 8. August 1907 Gießen, den 31. Juli 1907. Betr.: Fleischbeschau; hier: Unterrichtskursus am Schlacht- Hos zu Gießen. Das Großherzogliche Kreismnt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, binnen einer Woche zu berichten, ob in Ihrer Gemeinde und in welcher Zahl Teilnehmer zu den im Gießener Schlachthofe vom 2. bis 28. September und vom 1. bis 28. November l. Js. stattfindenden Unterrichtskursen für nicht tierärztliche Fleischbeschauer vorhanden sind. Sofern innerhalb einer Woche keine Anzeige von Ihnen erstattet wird, unterstellen wir, daß keine Teilnehmer in Ihrer Gemeinde vorhanden sind. _____I. B.: Froelich.___________________ KrKamllMachMI. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Lollar. In der Zeit vom 8. bis einschließlich 23. August liegen Werktags aus dem Rathaus zu Lollar die Arbeiten des II. Abschnitts (Besitzstandsausnahine) der Feldbereinignng Lollar einschließlich des zugezogenen Teils der Gemarkung Wiejeck zur Einsicht der Beteiligten offen: Es sind dies: a) über die Gemarkung Lollar: 4 Bände Besitzstandsoerzeichnisse, 2 Bände Gütergeschosse, 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, die Bonitierllngskarten, b) über den zugezogenen Teil der Gemarkung Wieseck: 1 Band BesihstandSverzeichnis, 1 Band Gütergeschosse, 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, die Bonitierungskarten, sowie das Protokollbuch. Termin zur Entgegeimahme von Einwendungen hiergegen und eventuell Wahl eines Mitgliedes zum Schiedsgericht findet daselbst statt: Samstag, dcu 21. August 1997, vormittags 8*/a bis 91/, Uhr, wozu ich die Beteiligten mit dem Anfügen einlade, daß die Nicht- erscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. , Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen und 311 begründen. Friedberg, den 1. August 1907. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschast zur Entwässerung in den Fluren I, II, VIII, XI, XII und XV der Gemarkung Steinbach, Kreis Gießen. Mchdem zur Ausführung von Entwässerungsanlagen in Flur I, II, VIII, XI, XII und XV der Gemarkung Steinbach Antrags auf Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft gestellt worden ist, und das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Einleitung des Verfahrens zur Bildung der öffentlichen Wassergenossenschast unterm 25. Juli dieses Jjahves angeordnet hat, wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebvacht, daß^die Vorarbeiten hierzu vom 24. August bis einschließlich 6. September l. Js. tiuf dem Amtszimmer dev Großh. Bürgermeisterei Steinbach zur Einsicht sämtlicher Grund- eigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offen liegen. Gleichzeitig lverden diese Grundeigentümer zur Versammlung und Beschlußfassung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Montag, den 9. September I. I s. vormittags 9 Uhr in das Gemeindehaus zu Steinbach vorgeladen, unter Andrv- hung des Rechtsn.achteils, daß die Nichterschienenen, sowie die Nrchtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wiahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Llussührung später nrcht mehr gehört werden. Diejenigen Grundeigentümer imb Wassernutzungsberechtigten, die an den Unternehmungen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen. werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt werden und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen gellend gemacht werden könnten. Gießen, den 31. Juli 1907. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________I. B.: Langermann. ___________ Gießen, den 6. Aug. 1907. Betr.: Die Verhütung der Entstehung von Blatternepidemien. Das Großherzoglicye Meisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir wollen Ihrem Bericht binnen 2 Wochen darüber entgegen sehen: 1. ob und welche Betriebe in Ihrer Gemeinde vorhanden sind, die sich mit der Aufftapeluug und Sortierung von Lumpen befassen? 2. wre viele Personen (getrennt nach dem Geschlecht und unter Angabe der Zahl der erwachsenen und der jugendlichen Arbeiter) zurzeit in diesen beschäftigt werden? ________I. V.: W e l ck e r.___________________________ Und kannte Leiche. Am 11.,d. Mts. wurde hier vor dem Hause Klostergasse 43 die Leiche eines unbekannten, dem Arbeiterstande angehörenden Mannes aufgefunden, der infolge eines Herzschlages verschieden :st. Dessen Personalien sind noch nicht bekannt. Es wird um gefl. Bekanntgabe in dortigem Kreise und im Ernuttlungssalle um Mitteilung hierher ersucht. Photographie steht auf Wunsch zur Verfügung. Kleidung ist aufbewahrt. Beschreibung: 40 bis 45 Jahre alt, 1.74 Dieter groß, dunkelblonde Haare, Schnurrbart und Mücke, kräftige Gestalt, graue Augen, lückenhafte Zähne. Kleidung: Weißrot und blaukariertes Hemd, Manchesterhose, graue Stoffweste, wollene Weste, dunkler Sackrock, weißer Umlegekragen, halblange Stiefel. IV LK 830. Frankfurt a. M., den 16. Juli 1907. _________Der Polizei-Präsident._______________________ Bekanntmachung. Betr.: Nauschbrand bei einem Schaf der Ludwig Balser Wwe. zu Steinbach. r einem Schaf der Ludwig Balser Wwe. zu Stein, bach rst Nauschbrand festgestellt worden. Gießen, den 7. August 1907. Gwßherzogliches Kreisamt Gießen. __I- V.: Langermann. Blkanntmachung. Betr.: Erlaß einer Polizeiverordnung über das Befahren der Kaplansgasse zu Gießen. Die nachstehende Polizeiverordnung für die Stadt Gießen bringen wir wiederholt zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 5. August 1907. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Petr.: Wie oben. Volizei - Verordnung. Aus Grund des Art. 56 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 16. März 1899 zu Nr. M. d. I. 7375 für die Provinzialhauptstadt Gießen verordnet wie folgt: § 1 Das Befahren der Kaplansgasse mit Fuhrwerken ist nur in der Richtung von der Bahnhofstraße nach dem Kreuz zu gestattet. § 2. Alle durch die Kaplansgasse gehenden Fuhrwerke dürfen nur im Schritt fahren. § 3. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden nach § 366 pos.,10 des Reichsstrasgesetzes mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen bestraft. Gießen, den 27. März 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. M u b l. 2 Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten ist die Kreisstraße von ßxicbenteid) nach Tors-Gill voll heute ab auf die Dauer von 14 Tagen für Fnhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 7. August 1907. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________I. B.: Froelich.__ Kciiamllnmchung. Detr.: Gesuch des Gastwirts Wilhelm Will von Wieseck um Genehinigung zur Erbauung eines Schlachthauses. Wilhelm Will von Wieseck beabsichtigt auf dem Grundsiück Flur 1 Nr. 49 und 50 der Gemarkung Wieseck em Schlachthaus zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vom Erscheinen dieses im Lrersblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dern Bureau der Großh. Bürgermeisterei Wieseck zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frrst bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Wieseck vorzubringen. Gießen, den 7. August 1907. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______________I. V.: W e l ck e r. ______________________ KelmnntmachLug. Betr.: Gesuch des Viehhändlers Louis Stern von Wieseck um Genehinigung zur Errichtung eines Schlachthauses. Louis Stern, Viehhändler von Wieseck beabsichtigt auf dem Grundstück Flur 19 Nr. 292y10 und 293V10 der Gemarkung Wieseck ein Schlachthaus zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vom Erscheinen dieses um Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Wieseck zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Wieseck vorzubringen. Gießen, den 7. August 1907. Gwßherzogliches Kreisamt Gießen __________________________I. V.: W e l ck e r.___________________________ Ketmnntmachung. Detr.: Gesuch des Heinrich Schmidt VIII. von Lich, Geschäftsführers der Licher Tonwerke, G. m. b. H., um Genehmigung zur Erbauung eines neuen Ringofens. Heinrich Schmidt VIII., als Geschäftsführer der Licher Tonwerke G. m. b. H., beabsichtigt auf dem Grundstück Flur 1 Nr. der Gemarkung Lich einen Ringofen zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet aus dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Lich zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Lich vorzubrinqen. Gießen, den 7. August 1907. Großherzogliches Kreis amt Gießen. __________________I. Welcker. Bekaimtmüchung. Tas Proviantamt kauft Hafer und Roggenstroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen. Tie Einlieferung der Naturalien kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8—12 Uhr Vormittags, sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen. Ter Heuankaus muß wegen Erschöpfung des Lagerraums bis Mitte September d. Js. ausgesetzt werden. Hanau, den 1. August 1907. -Königliches Proviantamt. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Tie seinerzeit unter den Schweinen in der Gemeinde Biedenkopf ausgebrochene Schweineseuche (Backsteinblattern) ist erloschen. Tie angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. a"/r K 3/07 L-b/r Giegen^bett ^6*$l$o7°rer,t erwünscht. Grokherzogliche Bürgermeisterei. Meeum __Oberbürgermeister. K 47/07 [Bä/7 Donnerstag, d. 5. September 1907r nachmitt. 3 Uhr, werden auf hiesigem Orisgericht die vor dem Namen des Earl Euler IV. und Ehefrau geb. Eckhardt in Gießen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 28/256710 — 600 qm Hofreite, Lag- gärren in den hintersten Schießgärten 28/2565/io — 179 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 24. Juli 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Geschäfts - Empfehlungen «eieri biNias! Srühl'sche Univerfltäts-DriickeretGieben. Die Stelle des besoldeten Beigeordneten Stadt Gießen ist wegen Wahl ihres bisherigen Inhabers zum neu^zu^besetzen &er warmen auf die Dauer von 12 Jahren r^Kohalt beträgt jährlich 4500 Mark, steigend von 3 zu 3 Jahren um ,e 500 Mart bis zum Höchstbelrage von 6000 Ntark. Für Bewerber nut Erfahrung mr Verwalymgsdienst kann das Anfangsgehalt höher bemeßen werden. Ruhegehalt, Witwen- und Waifenversorgung sind wie bei den höheren Staatsbeamten geregelt. Bewerber, welche die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst oder zum Richteramt besitzen, wollen ihre Meldungen mit kurzem Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis zum 1. September hierher entsenden. Bekanntmachung. UTIRenn 1907 angeordnete Sperre der Wilhelm st raße zwischen Ebel- und Frankfurter Straße wird hiermit aufgehoben. k,«1. Juli 1907 angeordncte Sperre der Bahn- hofftraße zwischen West-Anlage und Alicestraße wird hiermit aufgehoben. v m.. unterm 8 Juli 1907 angcordnete Sperre des nördlichen Bürgersteigs der Frankfurter Straße zwischen Friedrich- und Hofmannstraße wird hiermit aufgehoben. x -?te unterm 10. Juli J.907 angeordnete Sperre der Bahn- h o f st r a ß e zwischen Schanzenstraße und West-Anlage wird hiermit aufgehoben. Die unterm 10 Juli 1907 angeordnete Sperre der Liebiq- ftraße zwischen Ebel- und Frankfurter Straße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 16. Juli 1907 angeordnete Sperre der Oft- Anlage zwischen Walltor- und Landgrafenstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 19. Juli 1907 angcordnete Sperre der Ost- Anlage wird hiermit aufgehoben Gießen, den 5. August 1907. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Rotlauffeuche. n - Schweinebestand des Hausvaters Johaimes Lob tft bie Rotlaufscuche ausgebroche». ’ * Gehostsperre ist ungeordnet. Gießen, den 5. August 1907 Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Donnerstag, den 15. August 1907, nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Peter Helfer stehende Parzelle der Gemarkung Gießen l/13934/io = 455 qm Hofreite in der Walltorstraße öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit genügend auszuweisen. Gießen, den 24. Juli 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. GekannLurachn^a. ,, Es ist wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß sowohl Eigentümer als auch Mieter Schmutzwasser in die Straßen- rmnsteme oder auf die Bürgersteige gießen, damit es in die Kanäle ablaust. Wir machen darauf austnerksam, daß nach § 3 der Polizei- ^0^)011119 die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß au die städtische Kanalisation in der Provinzial-Hauptstadt Gießen betr. vom 1. August l!>04, das Ausgießcn von Haus-, Wirtschafts-, s-tau- und wmttgeu Abwassern in die Strasrenrinusteine verboten und unter Strafe gestellt ist. Suwiderhandlungen werden zur Bestrafung gebracht werden, letzen, den 6. August 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________I. B.: Curschmann. _______________B7/, Liotationsdruck der Brübl' scheu Unto^-, Bucb- und Steindruckerer. 9L Lauge, Gießen.