An örn iäftrn der Drins. IRomatt aus der Zeit der Annexion von Ernst Klein. (Nachdruck verboten^ (Fortsetzung.) 13. Kapitel. In Racovac spürte man von dem Sturm, der sich neuerdings erhob, nicht viel. Der Dienst ging seinen gleichmäßigen Mang weiter. In, Gegenteil, Franz und Desider verdoppelten noch ihre Wachsameit. Sie wußten ganz genau, welch wertvollen Gefangenen sie in der Gräfin hatten, und waren jeden Tag darauf gefaßt, daß der eine oder andere Veiffnch zu ihrer Befreiung gemacht werde. Als sie die Gefangennahme der Gräfin und ihrer beiden Begleiter gemeldet hatten, war der Befehl gekommen, Ljuba unter sicherer Bedeckung nach Blasenice zu transportieren, von wo er nach Sarajevo gebracht werden sollte. Betreffs der Gräfin wurde nur angeordnet, daß sie bis auf weiteres in Rarovae. zu verbleiben habe. „Himmelherrgott!" fluchte Franz. „Die Herren in Sarajevo machen sich die Sache verdammt leicht. Weil sie augen- schetnlim nicht recht wissen, tvas sie niit dem ungebetenen Gast ansangen sollen, müssen wir hier Gefängnisaufseher spielen." „Ich verstehe auch nicht," stimmte Desider bei, „warum sie gerade uns oie Gräfin anvertrauen. In Sarajevo haben sie doch solidere Gefängnisse als wir hier." „Vielleicht wollen sie die ganze Geschichte vertuschen, uni die in Petersburg nicht noch mehr zu giften. Wenn das aufkäme, daß die österreichischen Behörden eine russische Geheimagentin hopp genommen haben, dann ist der Teufel los." „Ich ivoltte, er wäre schon los!" rief Desider. „Ich auch. Wissen möcht' ich," polterte der Kamerad, „wovor wir Oesterreicher uns eigentlich fürchten. Wir sind ja die Stärkeren. Und der Stärkere hat immer recht." „Auf Recht oder Unrecht, glaube ich, kommt es hier nicht an. Sondern darauf, wer der Schlauere ist. Wir Soldaten kommen erst zum Wort, wenn sich die Diplomaten nichts mehr zu sagen haben." „Ich fürchte, darauf können wir noch lange warten. Da werden wir noch oft die geliebte Straße nach Bitkovici hinunter und hinaufreiten, ehe dieser Fall eintritt." „Leider," seufzte Desider. „Herrjeh, gleich wird er weinen," spottete Franz gutmütig. „Weinen nicht," erwiderte der andere ernst, „aber ich kann dir nicht sagen, wie ich den Krieg herbeisehne. Weißt du, es klingt wie eine hohle Phrase — aber du bist ja mein Freund und wirst es mir glauben, wenn ich eL- dir sage: Mir ist, als nrüßte ich etwas abwaschen, ich bin nicht mehr das, was ich war," * „Ach, rede keinen Stiefel..." „Nein, Franz, ein Offizier, der vor dem Feinde steht, darf das nicht tun, was ich getan habe..." „Ein Mädchen küssen, das er liebt? Na, das wär' noch schöner! Geh', Desi, du red'st wie die Katz' um den Brei herum. Du bist melancholisch, weil du dich nach ihr sehnst — das ist alles!" Desider lächelte trübe. „Du willst mich nicht verstehen," sagte er. „Aber ivenn du der Ansicht chist, warum gehst du dann der Grekow aus dem Wege?" „Ah, lieber Freund, das ist ganz ettvas anderes. Die Grekow wollte aus mir einen Hochverräter machen und glaubt sicher heute noch, daß es ihr gelingen wird. Sie hat mir die schwerste .Kränkung angetan, die man einem Mann zufügen kann. Ein Mann, der nur ein bißchen Stolz besitzt, kann das nicht vergessen. Aber dein Mädchen hat von dir nichts anderes wollen als Liebe und nur Liebe — ein Narr wärest du, Freunderl, hättest du sie ihr verweigert." Aber Desider war nicht zu überzeugen. „Du bist einer von den Starken," entgegnete er, „die sich nicht von sich selbst unterkriegen lassen. Du hast dir esagt, ich darf das Weib nicht lieben. Und du hast dir ge- orcht. Aber ich habe nicht die Kraft dazu. Ich weiß ganz genau, ich darf dieses Mädchen nicht lieben, das da drüben einer feindlichen Bande angehört — o, ich weiß es! Und doch komm' ich nicht über diese Liebe hinweg Wenn ich an jene Nacht znrückdenke, Franz... wird niir die Brust zu eng vor Seligkeit. Und dmin, dann... in dieser Nacht Hab' ich meine Pflicht als österreichischer Offizier verraten. Glaub' mir, für mich gibt's nur einen Ausweg — die Kugel. Und wenn sie nicht von drüben kommt..." „Hör' auf, du Narr!" rief Franz dazwischen. „Wenn der Krieg konimt, dann banst du deine Seelensckimerzen dem geehrten Herrn Gegner in den Schädel hinein. Na, und haben wir das Pech, und kommt der Krieg nicht, dann gehst hu halt nachher hin und machst .Hochzeit." Aber wie er auch redete, ernst, heiter, spöttisch oder tadelnd — er konnte Desider nicht mehr umstimmen wie früher. Immer düsterer wurde der Freund, und oft sah Franz in seinen dunklen, verträumten Augen ein heimlich Flackern, das ihn erschreckte. Er selbst hatte längst sein Gleichge,vicht wiedergefmiden. Desider hatte recht: er war einer von den Starken, die sich nicht von sich selbst unterkriegen lassen. Selbst wenn jene Frau keine Feindin Oesterreichs gewesen wäre, hätte er sich ihr nicht mehr genähert. Die Schmach, die sie ihm i» ihrem Boudoir angetan, die vergaß er nicht. War ihm auch der Kampf im Anfang schwer geworden, v.vit, da er sich dnrch- gerungen, hatte er für Olga Grekow nichts als jene kränkende Erinnerung. Drei Wochen saß sie schon in dem kleinen Bauer,izimmer in Racovac gefangen. Eine verläßliche Bauernfrau war ihr als Dienerin zngewiesen. und wenn sie Wünsche anssprach. 698 — die zu er stillen waren, hatte mau sie erfüllt. Sie konnte , sich ziemlich frei in dem Hause bewegen, konnte in den ' Garten hinausgchen oder die Fenster ihres Zimmers öffnen. Nur -die Posten mit ausgepflanztcm Bajonett, die sie im Garten, vor ihrer Türe, vor ihren Fenstern sah, erinnerten sie daran, daß sie eine Gefangene war und bewacht wurde. Aber ste dachte gar nicht daran, zu entfliehen. Sie saß stundenlang verborgen hinter den Kattnnvorhüngcn ihrer Fenster und wartete. Wartete darauf, daß Franz zu ihr käme. Und sie, das stolze, hochmütige Weib, lernte das Weinen, als sie sah, daß er nicht kam. Wie oft ging er am Hause vorüber, streifte es mit gleichgültigem Blick, aber nie trat er ein. Wie oft vernahm sie, wenn sie im Garten frische Luft schöpfte, sein gesundes, fröhliches Lachen. Einmal sah sie ihm zu, wie er seinen getreue» Bernhardiner im Schnee herumhetzte. Ihre großen blauen Angen stillten sich mit Tränen — sie wurde unglücklich, sie, die Gräfin Olga Gre.kow! Tausend Pläne faßte sie, um ihn zum Kommen zu zwingen. Sie wollte sich krank stellen. Dann wieder wollte sie ihm politische Geheimnisse verraten. Und die tausend Pläne verwarf sie wieder. Ein Tag uni den andern ging hin, ohne daß sie ihrer Sehnsucht Ziel erreichte. Und wenn man sie erst abholte, um sie in Sarajevo vors Gericht zu stellen, dann war ja alles verloren. Sie wollte sich nicht einsperren lassen. Sie wollte frei sein, um ihrer Liebe leben zu können. Ost malte sie sich die nknnft in goldenen Farben und lullte sich selber in eine» raum von Glück und Hoffnung. War sie erst frei, dann warf sie alles hinter sich, alles — mochten sie in Petersburg tun, was sie wollten. Die Liebe dieses Mannes wog ihr die ganze Welt auf. Und in einer solchen hoffnungssreudigen Stimmung faßte sie einen Entschluß. Sie wollte ihn zu sich bitten lassen, wollte ihm osfen, ohne Rückhalt ihre Liebe gestehen und all das, was sie erhoffte und erträumte. Sie schickte also ihre Dienerin zu ihm herüber mit der Bitte, ihr eine Unterredung zu gewahren. Gleichmütig folgte Franz der Aufforderung. Allerdings, als er ihr gegenüberstand, als er in das bllciche, durchs den Kummer noch verschönte Antlitz blickte, da bekam sein Stolz einen fühlbaren Ruck. Das war nicht das hochsahrende, hochmütige Weib, das er in seiner Erinnerung hatte, sondern eine demütig bittende Frau. „Sie haben mich rufen lassen, Frau Gräfin", sagte er und bemühte sich, seiner Stimme einen möglichst ruhigen Klang zu geben. „Womit kann ich Ihnen dienen?" Sie amwortete nicht gleich. Schwer atmend strich sie sich die in die Stirne fallenden Haare zurück und blickte ihm forschend in das gesunde, gebräunte Gesicht. Aengstlich suchte sie darin eine Miene, in der der Widerschein ihres eigenen Gefühls glänzte. Aber sie suchte vergeblich. Er wandte den Blick nicht ab, wie damals^ da er auf der Fahrt von Palez mit ihr auf dem Wagen saß, sondern sah ihr ruhig und grade entgegnen. Das Bewußtsein, jetzt der Stärkere zu sein, machte ihn noch stärker. „Was wünschen Sie, Frau Gräfin?" wiederholte er höflich und kalt. Mühselig rang sie sich die Worte ab. „Ich bitte um Entschuldigung, Herr Oberleutnant," sprach sie endlich, „daß ich Sie belästige, allein ich möchte Sie bitten, mir zu sagen, was mit mir eigentlich werden soll." „Ich bedauere. Ihnen das nicht sagen zu können", lautete seine Antwort. „Ich weiß es selbst nicht." „Man wird mich anklagen, vor ein Gericht stellen?" „Frau Gräfin, ich wiederhole Ihnen, daß ich nichts hierüber weiß. Ich habe nur den Befehl, Sie hier bis auf weiteres in Gewahrsam zu halten." „Sie möchten mich wohl gern fort haben von hier?" Unter den langen seidenen Wimpern brannten ihre Augen auf ihn. „Es ist mir peinlich," erwiderte er gelassen, „den Gefängniswärter einer Dame von Ihrem Range spielen zu müsse». Und dann wird unseren armen, ohnehin so angestrengten Leuten der Dienst nur noch erschwert." „Ah!" Ihre seinen, weißen Hände verkrampsten sich in ihr Taschentuch. Für einen Moment schien es, als wollte ihr alter Stolz Ivieder hervorbrechen, aber in der nächsten Minute sank sie leise ausschluchzend auf einem Stuhl zusammen^ Franz stand steif aus demselben Fleck und biß, die Zähne zusammen. Es ist Komödie, wie damal», sagte er sich. Komödie, nichts als Komödie! Mer dennoch begann sein Herz zu schlagen, wild und heiß. „Kann ich gehen, Frau Gräfin?" fragte er. Sie antwortete nicht, aber ihr Schluchzen wurde stärker und erschütterte ihre Glieder. Er wartete »och ein paar Augenblicke, dann machte er eine gemessene Verbeugung und wandte sich zur Tür. „Franz!" Wie ein Lasso kam der Schrei hinter ihm drein geschnellt und riß ihn herum. Etwas war darin, was ihn znrückhielt. Sie war aufgesprungen und hielt sich mühsam am Tisch« aufrecht. Tie Tränen, die ihr die Wangen herabströmten, versuchte sie nicht zuräckzuhalte», und flehend streckte sie den einen Arm nach ihm ans. „Franz, gehen Sie nicht so von mir!" rief sie. „Sonst, ich schwöre es Ihnen, mach' ich ein Ende mit mir. Ich ertrage es nicht langer!" „Frau Gräfin, es hat doch keinen Zweck..." murmelte er. „Welchen Zweck soll es denn haben?" schrie sie in ihrer Erregung. „Welchen Zweck? Glauben Sie denn, ich will mir meine Freiheit von Ihnen erschleichen? Wenn Sie alle Ihre Soldaten wegschicken, alle Türe» aufreißen, gehe ich nicht fort. So begreifen Sie doch endlich! Ich ersehn« mir doch nichts anderes, als hier bei Ihnen gefangen zu sein. Durch das Fenster kann ich Sie sehen. Ich kann Ihre Stimme hören... Franz, Franz, ich liebe Sie ja!" Komödie, Koinödic, redete er sich in einem fort vor. Sie versucht es jetzt von der tragische» Seite. Sie las ihm die Gedanken von seiner finster zusammengezogenen Stirn ab. „Sie glauben mir nicht... Sie wollen mir nicht glow ben," rief sie, verzweifelt die Hände ringend. „Können Sie denn nicht vergessen?" Gerade mit diesen Worten hatte sie seiice empfindlichste Stelle getroffen. Er trat einen Schritt zurück. „Nein!" sagte er hart. Wieder sank sie zusainmen. „Sic rächen sich grausam," flüsterte sie. „Können Sie denn nicht verzeihen? Wie Sie immer Ihre Pflicht tun und stolz darauf sind, so tat ich damals meine Pflicht! Sie ivaren mir fremd, gleichgültig wie alle die Männer, die ich bis dahin kennen gelernt habe. Ich glaubte. Sie würden mir auch zu Diensten sein wie diese Schwächlinge alle. Und eben deshalb, weil Sic es nicht taten, iveil Sie der Stärkere blieben — eben deshalb liebe ich Sie ja! Franz, können Sie denn nicht begreifen, daß eine Frau wie ich nur einen Mann lieben kann, zic dem sie ansblicken muß?" „Was nützt das alles, Frau Gräfin? Jetzt ist es zu spät." Seine Worte klangen nicht mehr kalt und abweisend, sonder» die Bitterkeit, die in ihm ansstieg, schlug durch. Hätte sie damals so gesprochen, welche Seligkeiten hätte» sich ihm geöffnet! Nun war das Tor zugefallen, sie stand drüben, er herüben und... Ah was! Er reckte sich hoch auf. « „Frau Gräfin," sagte er, und wider seinen Willen klang seine Stimme weich, säst zärtlich. „Es ist besser für uns beide, wir beenden diese Unterredung. Was geschehen ist, können wir nicht mehr ändern..." Aber da hing sie schon an ihm. „Ja, wir können es," stieß sie hervor. „Wir können, wir werden es ändern. Jetzt zur Verräterin an der Sache zu werden, der ich dienen mußte, widerstrebt mir, und dann? Ste würden mich noch mehr verachte» ... nein, nein, hören Sie mich an!" flehte ste, als er sich sreimachen wollt«. „Aber dann, Ivenn der Krieg vorbei ist, wenn wir beide wieder uns selbst gehöre», dann lassen Sie mich zu Ihnen komme», als Frau, als Geliebte, als Dienstmädchen . . . Ich will's büßen, was ich verbrochen habe. Büße ich denn nicht schon jetzt? Und ich will dich lieben, wie nie noch ein Weib einen Manns geliebt hat... so höre mich doch, Franz — Franz..." Mit einem Ruck riß er sich los. Welchen Kamps mit sich selbst ihn das gekostet, das wußte nur Gott allein. „Ich darf Sie nicht anhören, Frau Gräfin," sagte er. „Wenn Sie ruhiger sein werden, glauben Sie mir, werden Sie es selbst zuacbe». Zwischen uns muß alles aus sein/t , „Nein — nein," gellte sie. Da hob er die Fassungslose aus >vie ein Kind und lteH •99 — tl* sanft auf einen Sessel niedergleiten. Dann ging er mit festem, schnellem Schritt hinaus. Einen Moment starrte sie ihm nach. Dann sprang sie auf und stürzte hinter ihm drein. Ms sie aus die Diele' Kiuauskam, siel a'rad hinter ihm die Haustür ins Schloß, Bor ihr stand der Wachtposten, und aus seinem Gewehr blitzte das Bajonett. (Fortsetzung folgt.) warum amerikanische Milliardäre arbeiten. I» dem vor kurzem erschienenen dritten Teil seines Deutschen Lausbuben in Amerika" (Verlag Robert Lutz, Stuttgart) schließt Erwin Rosen seine amerikanischen Erinnerungen ab*), dieses köstliche Buch voll sprudelnden Humors und modernster Abenteurer- Romantik, dessen hohe Auslageziffern beweisen, mit welcher Freude «S von der deutschen Lesewelt entgegengenommen wurde. Erwin Rosen schildert im dritten Teil seine Erlebnisse, die ihn u. a. als eine Art Räuberhauptmann mit einem geheimnisvollen Schiff voll Wasfc» nach Venezuela führten (was beinahe sehr übel abgelaufen wäre), mit derselben Frische und packenden Anschaulichkeit, die den beiden ersten Teilen ihren großen Erfolg sicherten. Daneben aber zeigt er sich als einen der besten Schilderer amerikanischen Wesens: seine Kapitel: „Neuyork und die Neuyorker" und ,,Tie sogenannte Amerikanerin" gehören zum vortrefflichsten, was >e in dieser Art geschrieben wurde. Mit Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung veröffentlichen wir im folgenden einige Seiten aus dem Buche, die uns die amerikanische „Religion der Arbeit" zeigen, diese unfaßbare Arbeitsfreude, die uns Europäer immer nneder vor neue Rätsel stellt und neue Triumphe bestaunen läßt. Erwin Rosen schreibt: Der Dollar regiert über das Land und regiert noch härter im intensiven Neuyork. Doch was bei dem Neuamsterdamcr etwas unendlich Grobes, simpel Geldgieriges, abstoßend Häßliches war, hat sich bei seinem Nachkommen von heutzuatge zu einen, großartigen Glaubensbekenntnis an Arbeit, Leistung, Tätigkeit verfeinert, vergrößert, veredelt. Das bloße Geldverdienen ist zu einem Hohelied der Arbeit geworden. Ter Neuyorker kämpft beileibe, nicht nur um den Dollar, um reich zu werden, sondern der Kampf an und für sich ist »hm Notwendigkeit, Pflicht, Stolz, Liebe. Derjenige, der nicht mehr in der Arbeit steht, ist ihm em Nichts, eine Rull. Der hat sein Bestes wcggegcben und ist eine Drohne, die essen magund schweigen. Der hat nicht mehr mitzureden und g e»» er Millionen besäße. Es gibt in dieser Stadt der reicheren eute fast gar keinen oder gar keinen Reichen, der sich aufs Altenteil fetzte, uni sich seines Goldes in Ruhe zu erfreuen. Die weltbekannten Milliardäre, die sich mit größerem Recht vielleicht als mancher Fürst, Herrscher nennen könnten, arbeiten in ihren Bureaus in der Finanzstrabe Wallstreet gerade so viel und angestrengter vieljeicht als der arme Arbeiter irgendwo in einem Weltwinkel, der mit großausgerissenen Augen von diesen Milliarden liest und sich unter ihren Besitzern glückssreudige Genießer vorstcllt, erstaunliche Geldprotzen, die im Golde wühlen ynd vom Golde schlemmen. In Wirklichkeit arbeiten diese Leute schwer und überlassen in geduldiger Amcrikancrart das Genießen und Verschwenden ihren Frauen und Töchtern. Die mögen sich mit Brillanten behängen und englische Herzoge heiraten und in ihren, Kreise der oberen Vierhundert Tollheiten von wahnsinnigen Gastmählcrn und uner- börten Verschwendungsorgien ersinnen. Er, der Herr des Geldes, bleibt aus freiem Willen sein Knecht. Ihm ist am wohlsten, wenn er von seinem Schreibttsch aus in einem menschenabgeschlossenen Lrivatkontor die Telegramme in die Wett hinausjagt, die Entscheidungen trifft, die Pläne ersinnt, die die ungeheure Macht des Geldes in arbeitende Bewegung treiben. Sie sind ost genug und am meisten in ihrem eigenen Lande die Geißeln der Menschheit aenannt worden, diese überreichen amerikanischen Milliardäre, die in ihrer gigantischen Brutalttät, ihrer übernienschlichcn Gold- «fnsamkeit, ihreni Druck aus die große Masse der Menschen eine der eigentümlichsten Erscheinungen amerikanischer Art bilden. Sie gehören zu den Unbegreiflichkeiten der Welt. Der eiserne Wille, die enorme Intelligenz, der unheimliche Wagemut, der Hunderte, Lausende von Millionen zusammenrafff, ganz gleichgültig, ob aus ehrlichem oder unehrlichem Wege, und die Zustände vor allem, in denen diese Napoleoniden des Goldes überhauvt möglich sind, erscheinen als etwas nahezu Unfaßbares. Tie Widersprüche in ihrem Leben und Wirken sind unlöslich. Ein Rockeseller — ein armer, schwer magenkranker Mann, der sich von Milch ernähren muß — verfolgt mit eiskalter Grausamkeit jeden Petroleumproduzenten, der sich seinem Willen nicht fügt, und macht mit voller Uebcrlcgung Taufende von Menschen, die ihm im Wege stehen, zu Bettlern. Des Sonntags aber leitet der gleiche Mann eine Sonntagsschul klaffe und predigt jungen Männern Frömmigkeit und christliche Liebe. Ein Rätsel. Es wäre lächerlich, da an Heuchelei zu denken, denn Heuchler haben ihre Zwecke, und der Pctroleumkönig ist schon *1 Der deutsche Lausbub in Amerika lMemoirenbibliothek Serie 7 Band, Robert Lutz in Stuttgart). Preis gebunden in den allerersten Jahren seines kaufmännischen Lebens so reich geworden, daß er wahrlich Heuchelei nicht nöttg hatte. Ein Carnegie schenkt de» Armen der Welt etwas nnn Uffoßcs. Gute Bücher. Die Bibliotheken, die seinen Millionen ihre ^z.stenz verdanken, schießen wie Pilze empor in den groben Städten. Wo in der Welt auch nur ein tapferer Mann einen, Menschen das Leben rettet und dabei selbst zugrunde geht oder an seiner Gesundheit schwer geschädigt wird, da ist helfend und tröstend der Carnegie- schatz snr Lebensretter da; viele Millionen von dem einstigen Stahl- könig der selbstlosen Tapferkeit gewidmet. Ter arme Arbeiter, der dem ertrinkenden Mädchen nachspringt und seine Selbstlosigkeit mit dem Leben bezahlen muß, hinterläßt Frau und Kinder. Hier springt Carnegie ein, ob die Tat nun in Amerika geschehen ist oder in Europa, in England, Frankreich, Deutschland, in Japan oder Australien. Und diese Carnegicgesellschaft hat sich nicht etwa auf ein kleinliches Schema festgelegt und verteilt Pfennige, sondern sie gibt Kapital, aus daß die Witwe sich selbst Helsen kann. Die durchschnittliche Spende beträgt 3000 Mark, kann jedoch, je nach den Verhältnissen, eine Höhe von .',0000 Mark erreichen. Ter gleiche Mann sedoch, der in warmem Mitfühlen für wertvolle Menschen sorgen will, hat als amerikanischer Stahlkönig ein verruchtes System der Arbeilerausbeutung geschaffen, das jeden sozial denkenden Menschen aus das tiefste empören muß. Er ließ nicht nur auf Akkordlohn arbeiten — das „Du erhältst bezahlt, was du dir verdienst!" ist ein gesundes Prinzip —, sondern er erfand ein« sehr seine neue Nuance. Er verlangte von den vielen Taufenden von Arbeitern der vielen Stahlwerke ein« Mindestleistung im Akkord und zwar eine so hoch bemessenc Mindestleistung, daß der Arbeiter eine versäumte Minute gar nicht nachholen konnte. Und über den Arbeiter stellte er den Aufseher. Nicht etwa den altmodischen Aufseher, der halb technisch leitet und halb polizeilich in Ordnung hält, sondern den modernen amerikanischen Carnegie- ausseher: den „Hetzpeitschenmann"! Ten Treiber, den Hetzer, der die Mindestleistung herausprefsen mußte und — zusammen mtt dem Arbeiter „flog", wurde sie nicht erreicht. Diese eiskalte kaufmännische Berechnung ergab ein vorzügliches Resultat. Tic Stahlarbeiter schwitzten sich die Seele aus dem Leib und gaben jeden geschlagenen Tag von den dreihundert Arbeitstagen des Jahres alles her, was an Kraft in ihnen war. Natürlich bezogen sie Hobe Löhne auf diese Weise und waren sehr zufrieden. Taß aber ein solcher Arbeiter im Älter von fünfundvierzig Jahren ein vöttig zerrüttetes menschliches Wrack war und überhauvt nicht mehr arbeiten konnte — das wußte der Arbeiter vorläufig noch nicht, und Herrn Carnegie war es sehr gleichgültig. Das eine, daS für Amerika und die Amerikaner charakteristisch, im Neuyorker potenziert, im Milliardär verungehcuerlicht ist: Tie heillose Freude an der Arbeit! Nichts anderes kann diesen armen reichen Milliardär erklären, der im Golde fast erstickt und sich doch abrackert his zu feinem Todestag: nichts anderes diesen Neuyorker, der arbeiten muß, ständig arbeiten, im Lausschrittempo arbeiten, weil er sonst krank werden würde. Es ist, als Hab« sich rasffnierte Schöpserkraft einen Spezialwitz für Amerika und die Amerikaner ausgcdacht: sie hat rns amerikanische Gehirn einen für ihre Evoluttonszwecke sehr praktischen neuen männlichen Ehrbegriff gelegt! Die Ehre deS Mannes liegt in seiner Arbeit. Hörst du zu arbeiten auf, so wirst du ehrlos! Niedriges Geldhasten Ivird zu hoheni Ehrbegriff und großem Lebensideal, lind man sottte diese fürchterlich zufamniengewürselte Stadt des Geldes und ihre dahinhastendeu Mensche» nicht kulturlos schelten. Mir ist mein Arbeitshasten in Neuyork eine uirbeschreib- iich freudige Eriunerung und es will mir scheine», als hätte dieses Vorwärtszavveln von Tag zu Tag große Aehnltchkeit mit etwas Schönem gehabt: Begeisterung! Und wenn ich von devl unglücklichen Tollar-Neuyorker lese, den das furchtbare Arbeits- rad seiner freudlosen harten Stadt unerbittlich, vorlvärts und immer vorlvärts treiben sott, dann denke ich lacheich an die frischen Gesichter und das frohe Wesen dieser angeblich so bedauernswerten Leute. Ich habe nirgends so viel Frohsinn im täglichen Arbeitslebeu angetroffen, so viel Freude an der Arbeit, so v-iet Güte im überbürdeten Menschen. . . Wenn ein armer Teufel in einem der Riesenrestaurants Neuyorks um Arbeit vor- frägt, so wird ihm einer der geplagten Leiter ganz gewiß drei Minuten schenken und als einsache Selbstverständlichkeit ihn an- hören — in Pen entsprechenden Riesenrestaurants von Beilin oder Paris würde man den Kuckuck dergleichen tun!! Das ist nicht etwa ein ganz vereinzeltes, sondern nur ein besonders merk- würdiges Beispiel! Dieser hastende, eilende, schreckliche, rasende Arbeitsroland von Neuyorkcr hat immer ein wenig Zeit und immer ein Ivenig Giite für das übrig, was man dein „lieben Nebenmenschen zu nennen pflegt. Man merkt das au, schritt und Tritt. Der berüchtigte pollesman gibt einem in liebenswürdigster Weise über alle inöglichen und unmöglichen Tinge Auskunft: der reiche Kaufnwnn empfängt ohne iveiteres einen gänzlich Unbekannten, wenn dieser mir einen halbwegs verittlnf- ttgen Zweck seines Besuches anzugeben weiß: dm Nachbar m der Bar oder im Restaurant hat immer Zeit übrig für eine Liebeus- Würdigkeit, einen praktischen Hinweis, eine Verbindlichkeit einem ihni völlig Fremden gegenüber. Das ist wieder effrer jener 700 Widersprüche, aus denen der moderne Neuhorker zusammengeietzt -n sein scheint. Und deshalb ist dieses Nenyork, das holländische Kanfleut« gründeten nnd Fremdlinge aller- Nationen ansbauten, zu einem typischen Wahrzeichen des Reiches Amerika getvorden. Denn nur einen einzigen eigenen Cbaralterzng hat dieses amerikanische Reich von Fremdlingen aller Nationen Gnaden: Tätigstes Leben!__ vermischtes. • T i c Ehrenlegion und der Feind. Man hat in Frankreich diesmal renren Tisch gemacht nnd alle Gemeinschaft mit dem Feinde, auch ivem, sie geistiger Art in, aulgegrben. AuS der Liste der Ehrenlegion sind die Inhaber der Großkieuze ebenso wie die etniachen Ritter unter Protest gestrichen morden, soiveit sie österreichischer oder deutscher Nationalität sind: Diplomaten, Militärs, Gelehrte nnd Künstler. Ete dürien das rote Bändchen nun nicht mehr im Knopfloch tragen. 187o ist die Regierung toleranter gewesen. Das »mg daher kommen, dass die dem Katierretch schnell gclolgi« republikanische 'Regierung zuerst dem kaiserlichen Orden kenrerlei Wert beilegte, ob ihn nrm Freund oder Femd besaß. So mar es rriöglich, daß ün Schmuck« dieses höchsten Iranzösilchen Ordens ein deutscher General die Hauptstadt Frankreichs mit belagerte rlnd bestürmte. Es ivar dies Exzellenz v. Hartmann, der konnnandicreiidc General des bayerischen Armeekorps, das den letzten Sturm aus Paris siegreich ausfübrle. Er mar gerade einige Tage vor diesem Sturm, im Jauuar 1871, 76 Jahre alt geivorden und blickte ans eine bald sechzigjährige militärische Lauibatm zurück. Ihm mar es vergönnt, als junger bayrischer Leuinaut im Heere »Napoleons die Schiacht bei Belle »Alliance nitlzumachen und der große Kaiser bettete ihr» für persönliche Tapserkcit selbst aus den, Schlachtselde das Kreuz der Ehrenlegion an die Brust. Einer solcher, allerhöchsten Iranzöstschen militärischen 'Auszeichnung konnte sich 1870 kein einziger Öisizier de« kranzöstschen Heere« rührnen. So hat ein Leutnant aus der Armee Napoleons I. an den republikanische» Epigonen die dem Bonapartismns angetanen Frevel «»rächt. - vüchertisch. ** Mever ö Hi storisch-Geographi scher Kate Inders ürdasJahrlSl 5. 19. Jahrgang. Mit 865 erläuterten, historisch und geographisch denkwürdigen Landschasts- nnd Städtebildern, Porträten, interessanten Darstellungen aus dem Gebiete der Literatur-, Natur-, Kriltur- rurd Kunstgeschichte, einer Oiedenktagerubrik, einer Jahresübersicht mit astronomischen Notizen, einem Register und einem Kalendarium aus der Rückseite. Als Abreißkalender eingerichtet. Preis 1 Mark 85 Pfennig. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig nnd Wien. Trotz des Krieges erschien soeben als Vorbote für das kommende Jahr „Meyers Hiswrisch-Geographisck-er Aalender für 1915". Wie der Verlag bei Uebcrscndung des Besprechnngsstückes mitteilt, war der Druck der Auflage gerade beendet, als der Krieg ausbrach. Der neue Jahrgang kan» also noch kein« Angabe» über unsere Kampfe uni» Siege in Ost nnd West bringen. Doch bietet er in der Spalte „Bemerkungen" genügend freien Raum zur handschriftlichen Eintragung der Kriegsereigntsse. Es dürfte sich also empfehlen, den Kalender baldigst zu beschaffen und ihn nach den amtlichen Mel- huilgcn von den Krieasschanplätzen selbst zu ergänzen. Ueber die Vorzüge de? nun bereit« rm 19. Jahrgang erschienenen Kalenders brauchen loir Neues nicht binzuzusligen. Nach aller Gepflogenheit zeigt wieder jedes seiner 865 »Blätter ein neues, charakteristisches, vielsach aus den Tag Bezug habendes und kurz erläutertes Bild aus Geschichte und Geographie und ihren Grenzgebieten. — .Arena', die m der Deutschen Verlagsanllalt in Stuttgart erscheinende Oltavansgabe vo,, lieber Land und Meer ent- btetet ihre» Lesern den »Weihnachlszrnß. Reich und prächtig ge- schniückt, kommt ihr süniles Heil zu den Faniillen, um dort einige Irohe Stunden zu spenden. Tie verschiedenen »Weihnachtsbtlder, die diesmal natürlich Szene» aus den, Feld zeigen, werden be- gleiicl von einer Reihe iesselnder 'Aufsätze, zum Bevptel über dle verschiedenen deutschen und österreichische» Krtegsorden, die mir alle in, Bild kennen lernen: über die gelährliche Kunst des Minensuchens: über de» Kmonian», der in, Ksieg eine grobe und durchaus nicht leichte Tätigkel, entialtet; über das »»glückliche schöne Sjpern. Praktische Hinweise für den »Weihnachtstisch, die anssühr- lichc Kriegschronik, ein ganzes Kabinett sesselnder KriegSpkoio- gravhien stehen neben bellktiistischen Schlachtskizzen, neben Karl Haupt»,anns in Leipzig jüngst erfolgreich uraulgrsnhrte», Einakter: Tic Toien singen, und neben de,n in biefem £»eft neu beginnenden Roma» der gefeierte» Schweizer Dichters Ernst Zahn : Der Gerngroß. — Zwei Jugendbücher sind im Scherlschen Verlag cr- schieneii, die aus den Weihnachtslisch unserer Knaben und Mädchen gehören. »An die Knabenwelt wendet sich „Scherls Jungdciitschland- Buch 1915", ein prächtig ausgestattcler, reich mit Abbildungen geschmückter »Band (»Preis geb. 4 Mk.). der hiermit tut zweiten Jahrgang vor liegt und von Major Maximilian »Bayer, dem Ztveiten Vorsitzenden des Deutschen Psadsinder-Bundes, herausgegeben worden ist. Kein Geringerer als Generalseldmarschatl Freiherr von der Goltz hat das schöne Werk der Ehre gewürdigt, ein Geleitwort daM zu schreiben, in dem er die Zwecke und Ziele des von wm g«, förderten Jungdeutschland-Bundes mit markigen Worten fflssiert. Selbstverständlich steht Scherls Jungdeutschland-Buch im Zeichen des Krieges. In sesselnden Erzählungen und belehrenden Aufsätzen, in packend illustrierten Episoden von den Krieasschanplätzen und kn stammenden Gedichten wird unserer großen Zeit gehuldigt. Einst Reihe unserer besten Tchriststeller haben dazu beigetragen. Di« prächtigen Illustrationen stammen von nanihafteu Künstlern. Daneben kommen aber auch die verschiedenen (Gebiete friedlicher Wissenschaft und Technik zu ihrem Recht, ebenso wie die manuigsachen Liebhabereien der Knabenwelt und ihre Freude an ergötzlichen Dingen. Als Oiegenstück hierzu tritt zum erstennial „Scherls Juna- inädchen-Buch" ln ebenfalls höchst anziehender, wahrhaft künstlerischer Gestalt an die Oeffentlichkeit (Preis geb. 4 Mk.). Ein ganzer Stab auserwählter Kräfte hat sich hier unter der Leitung von Lotte tziu balle vereinigt, um in Wort nnd Bild Mustergültiges zu bieten. Dieses gesunde und frische Mädchenbuch hat mit den sattsam bekannten Erzeugnissen der sogenannten „Backfisch« litcratur", mit ihrer Seichtheit nnd faden Süßlichkeit nichts gemein. Wohl ist es auch sein Bestreben, zu unterhalten und zu erftwen, aber auf eine würdige, allem hohlen Tand abgckehrte Weise und in literarisch vortrefflicher Form. Es will belehren nnd fördern, ohne langweilig zu sein, und trifft ausgezeichnet den richtigen Ton, der sich an Kops und Herz der jungen Menschenkinder wendet. — I n den Gluten des Weltbrandes. Berichte und ' Erzählungen ans dem Großen .Heiligen Kriege um Deutschlands Ehr' und Oesterreichs Recht". Herausgegeben von Felix Heuler. 1. Band. „Lieb Baterland magst ruhig sein"! 8. und 228 S. mit 1 Titelbild und 6 Bildern tm Text, Wllrzburg, Verlag von Curl Kabitzsch 1914, Brosch. 2 Mk., geb. 2,80 Mk. Noch rechtzeitig vor Weihnachten kommt dieses Buch der Erinnerung aus den großen Tagen der Mobilmachung und der ersten Kämpfe. In glücklichster Weise hat Herausgeber zunächst die Ursachen de- großen Krises für jeder,na»n verständlich zusammengestellt. Es solgen die Schlachtenberichte deS Generalquartiermeisters v. Stein, die so hohe Kraft, hehren Mut und tiefste Wahrheitsliebe atmen und nun beginnt der Reigen der 14 Erzählungen, die uns Stimmungsbilder ans der Heimat vermitteln und uns die belgischen Dörfer zeige», wie sie sich in Eru'artung des Feindes rüsteten, di« uns endlich mit unseren Soldaten die Fahrt nach der Grenze an- treten und die ersten Schlachten miterleben lassen. Ein 2. Band „Die Russe n slut in Ostpreuße n" wird noch vor Weihnachten folgen. — Der F a h ii e ii t r ä g e r v o ii Verdun. Eine Geschichte ans der Kdegszeit des Jayrcs 1914. Der reiferen Ingen»«». ' von K. F. T t a n I s e r. Illustriert von Arno Schumann. ng von A. Anton & Co., Leipzig und Berlin. Das von echt pa.riott- fdient Empfinden getragene Buch hat einen jungen Mann von 17 Jahren zum Helden, der, sobald der Krieg erklärt iß, von de« Schulbank hinweg zur Fahne eilt, um voll hoher Begeiüecung seinen Arni dem Vaterlande zu weihen. Wir sehen ihn all« sich ihm eiilgegenstellenden Widerstände überwinde» und sich im Feld« im wahrsten Sinne des Wortes als Mann bewähren. — Dle Nourillons, Roman ans dem Elsaß von Richard May. sConcordia, Teulschc Verlags-Anstalt, G. in. b. H. in Berlin 81V. 11.) In das Ober-Elsaß mit seinen Nalionalitäten- kämplen führt Richard Mays »euer Roman ,D ie RonrillonS'. E» Ichilderl diele Irrungen, bis der AuSbruch des Krieges ein klare» freudiges Bekemitnks zum Deutschen Reiche erzwingt. — Hansarztkalender 1915. Bon Dr. A. Dessaucr, München. »Preis 1 Mk. Würzburg. Verlag von Curl Kabitzsch. Ein Wochenabreißkalender stir Haus und Familie,' für das ärztliche Sprechzimmer, für das Bureau, der schon durch seine gelungen« äußere Ausmachung gefällt. Er will ein Freund sein in Dingen der Gesundheitspflege, ein Warner in gesunden, ein Berater in kranken Tagen, als Nebenzweck soll er daZ Publikum noch vor knrpsuscherischer Ausbeutung bewahren. Der Arzt sott nicht etwa entbehrlich, sondern seine Tätigkeit soll unterstützt werden. Rösselsprung. ab weise i« preis« harten spart mensch die um ar feilen bildet der gab dem des der was tend eilt |al* mühe treue helt bei schwettz sich ^ die I wissend gott schick ringt Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer» Kühn war das Wort, weil es die Tat nicht war. Schcistleltung: Ang. Goetz. - NotaiionSdruck und Vertag der Lrübl'schen Unlverfitäts-Bnch- und Stelndrnckeret, R. Lang«, Gießen.