An örn Akrrn der Drins. Istvman aus der Zeit der Annexion von Ernst Klein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die meisten der anwesenden Herren verurteilten die grobe Taitlosigteit des Fiirfteg. Besonders Dessosses war eniport iiber ihn. Aber es wagte feiner ei» Wort des Unwillens zu äußern. Dieser kleine, häßliche Mann übte eine beinahe noch größere Macht lauf die Geister aus als die schöne F-rau. Niemand wußte eigentlich so rerl)t, tver er war. Eines Tages, kurz nach der Annexion, lvar er in Belgrad ans- getancht, batte sich mit den führenden Politikern in Verbindung gefegt und sich als erbitterter Feind Oesterreichs erwiesen Er sprach serbisch >oie ein Eingeborener und schien ein Slawe zu fein. Ob ein Russe oder ein Sirdjlawe, das tonßte kein Mensch. Semikow. der ritssische Gesandte, leng- nete, ihn zu kennen. War er ein Agent JswolÄlps? Wer war er überhaupt? Führte er den Fürstentitcl mit Recht? Oder war er ein Abenteurer? lieber alle diese Frage» zerbrach sich ganz Belgrad den Kaps Aber der Schleie des Geheimnisvollen, in den sich der unheimliche Mensch hüllte, diente Nur noch dazll, seinen Einfluß zu stärken. Dabei lvar er ein vorzüglicher Redner und ein Geist von dämonischer Kraft. Sv malicher unter den Diplomaten hatte gern gewußt, welche Fäden ihn mit der schonen Grekoiv verbanden; denn daß diese beide» sich nicht fremd ivaren. war nach der Szene voll mvrhin klar. Rah selbst tat, als ob gar nichts geschehe» «wäre. Er führte die Unterhaltung in seiner herrischen, überlegenen Manier fort. „Bosnien wird sich erheben," sprach er. „Die Oester- reicher stehen da auf einem Vulkan. Es handelt sich mir darum, das für den Aufstand nötige Geld zli beschaffen. Serbien hatckeins, hat nicht einmal für sich selbst genug."' „Dasselbe habe ich auch gesagt," rief Spavaitovich. „Nun, Exzellenz, lvie denken Sie über diesen Punkt?" wandte sich Rav an den englischen Gesandten. „lieber welchen Punkt, Durchlaucht, über de» Aufstand oder das Geld?" „lieber beides." „Ich habe meine Ansicht schon geäußert. Ich halte die Idee eines Ausstanides für exzellent und bin auch betreffs des Geldpunktes in der Lage, die serbische Regierung unterstützen zu können. Allerdings, meine serbische» Freunde werden mir verzeihen, wenn ich offen spreche. Das Balkankomitee hat mir erst gestern mitgeteilits daß es inir mittels eines Kuriers zwei Millionen Pfund in Schecks. zahlbar in London und Paris, übersandt habe —" „Großartig!" nitirmelte Paschie und strich sich voller Freude stinen Patriarchenbart. ,Fa," fuhr Blucthead fort, „ich bin angewiesen, das Geld nur von Fall z,t Fall auszuzahleu---" „Was soll das heißen?" fuhr Spavaitovich aus, lvührend Paschie plötzlich krampfhaft imaginäre Stäubchen aus seinem Rock suchte und der grundehrliche Marolanowitsch verlegen de» Blick znm Fenster hinauSwaudte. Ter Engländer, der seine Leute kannte, zuckte lächelnd die Achseln. „Das heißt, Herr Sektionsches," enlgegnete er seelenruhig. „daß meiit Austraggeber bis jetzt nicht die Nederzen- gung gewinnen konnte, daß das von unserer Regierung zur Verfügung gestellte Geld immer ganz--zweckmäßig« Verwendung gesunde» bat." „Wir brauchen sehr viel für Agitationszwecke!" murmelte Spavaitovich, der selbst, ebenso wie sei» Minister, reine Hände hatte, aber sich doch bemüßigt sithlte, seine Landsleute zu verteidigen. „Ich bin weit entfernt davon," sprach der fürchterliche Blackhead weiter, „Ihnen meine Ratschläge aufdrüngen zu wollen, aber ich halte es doch siir empfehlenstvert. meine Herren, ivenn Sie sich von Fall zu Fall mit mir besprechen würde nF Die Serbe» erwiderten nichts. Marolanoioitsch uub Spa- bailvvich machten ernste, verlegene Gesichter, tvährend Pa- schic sich nvch immer für seinen Rock interessierte, als ob ilni die Sache nichts anginge. Damit lvar die Beratung zu Ende. Die Herren verabschiedeten sich voll ihrer schöne» Wirtin und verließen in abgemessenen Zwischenräumen das Hans Nur Rah blieb zurück, ohne die Gräfin erst viel uni Erlaubnis zu fragen. Sie würdigte ihn keines Blickes, sondern gab den Dienern ihre Befehle, den Salon zu säubern. Sie selbst schritt in ihr Boudoir Itinüber und setzte sich an das Piano, auf dein sie »lechanisch ein paar Akkorde griff. Rah schlich ihr lautlos nach und blieb an der Portiere stehen, von Ivo aus er das schöne Weib mit zynischen, immer gieriger iverdenden Blicken betrachtete Sie kehrte ihm den Rücken zu, aber jenes unbestimmte Gefühl, das man immer hat, ivenn nia» von rüch- tvärts ang«starrt tvird, ließ sie sich nmwenden, In ihre dunkelblauen Augen schoß ein zorniges Leuchten, als sie den kleinen, abstoßenden Menschen dort stehen sah. Sein widerliches Fanngesicht verzog sich zu einer höhnischen Grimasse, als er sich ihr jetzt näherte. „Was iivollen Sie noch hier?" fragte sie in eisiger Ruhe. „Sie ivtssen. Sie sind mir ekelhaft!" Rahs Grinsen wurde noch breiter, noch tückischer. „Ich wollte Sie nur fragen, ob Sie nicht endlich ein« ehen wölken, daß es besser ist, sich nrit mir zu vertragen?" agte er. „Wenn Sie sich nicht entfernen, lasse ich Sie durch meinen Diener hinausiversen!" Der Fürst ließ sich behaglich in einen Sessel nieder, lvie ivenn sie ihm die größte Schmeichelei gesagt hätte. 668 „Wie wäre es," sprach er langsam und jedes Wort betonend, „wenn ich der Wett erzählen würde, wie man Witwe wird?" Nicht eine Miene zuckte in ihrem schönen Gesicht, als die Gräftn darans antwortete: „Sie können ja Ähre Märchen anstischen, wem Sie wollen. Ich glaube, es ist kaum zweifelhaft, wem man mehr Glaube» schenken wird, mir oder Ihnen, der Sie ein notorischer Schurke sind!" Ray schnellte in ;bie Höhe, wie eine giftgeschwollene Schlange. „Hüten Sie sich," zischte er. „Auch meine Geduld hat ihre Grenzen! Ich sage Ihnen, ich will Sie besitzen und werde Sie besitzen!" „Me!" rief sie. „Eher töte ich mich!" Sie war so schön in, diesen! Augenblick, daß der Fürst, von seiner Gier übernimmt, auf sie zusprang und sic an sich reißen wollte. Ein kurzer Moment des Ringens, dann stieß sie ihn zurück, daß er taumelte und gefallen wäre, hätte er sich nicht am Klavier rechtzeitig gehalten. Ohne ein Wort weiter zu verlieren, drückte sie ans die Klingel. Ein Diener erschien. „Seine Durchlaucht wünscht seinen Mantel und seinen Hut!" befahl sie kurz. Dann verschwand sie, ohne dem Gedemütigten einen Blick zn schenken, in ihr Toilcttezimmcr. 4. Kapitel. Hier erinnerte sic sich des Besuches, den sie nöch zu erwarten hatte und oer damit verbundenen Aufgabe. Sie lächelte. Sie war im Grunde eine jener kalten Franennatnrcn, die Leidenschaft erwecken, aber nur in den seltensten Fällen selbst empfinden. Bon all den Männern, den jungen und alten, den reichen und armen, den gebildeten und rohen, die ihr zn Füßen gelegen, hatte keiner ihre Pulse schneller schlagen gemacht. Im Gegenteil, so etwas wie Verachtung empfand sie ftir sie, die alle wie Bettler zu ihr kamen,> Ehre und Mannesstolz ihr als Opfer vor die Füße warfen. Selbst so ein Herrenmensch >vie Ray wurde klein vor ihr und lotnselte um ihre Gnade. Denn was war sein Drohen anderes als ein kläglich Winseln? Auch für den jungen, österreichischen Reiterosfizicr hatte sie nicht mehr übrig als für die anderen. Seine gesunde,, markige Art gefiel ihr >vohl, seine wienerische Liebenswürdigkeit sagte ihr mehr zu als die überzuckerte Höflichi- keit der französischen oder die derb-brutale Vertraulichkeit: der russischen Kavaliere, aber das war auch alles. Wenn sie an ihn dachte, geriet sie nicht in Aufregung, und wenn sie ihn nicht sah, verging sie absolut nicht vor Sehnsucht. Sie war ihres Sieges über ihn ganz sicher. Mein Gott, Prinzen hatte sie vor sich, aus den Knien liegen sehen — und dieser unbedeutende Offizier! Aber sie rüstete sich doch auf seinen Besuch. Die elegante rauschende Gesellschasts- toilette legte sie ab und schlüpfte in ein einfaches Hauskleid, dessen ivcicher, dünner Stofs sich schmeichelnd um ihre Formen legte, deren wollüstige Linien mehr enthüllend als verbergend. In den tiefen Ausschnitt steckte sie eine volle La-France-Rose, die das blendende Weiß ihrer Büste noch mehr hervorhob. Zufrieden lächelnd nickte sie ihrem Spiegelbild zu. „Ich glaube," sprach sie, „ich werde nach Sarajevo komme»!" Ein Diener kam und meldete: „Frau Gräfin, Herr Baron Lohnsperg wünscht seine Aufwartung zu machen." Als sic vor Franz hintrat und den Eindruck sah, den ihre Erscheinung auf ihn machte, huschte ein triumphierendes Lächeln über ihre Zütze. Sie schämte sich fast ihrer Aufgabe, so leicht schien sie ihr. Der junge Offizier >oar einfach geblendet. Als er das schöne Weib vor sich, stehen sah, bezaubernd, lächelnd, ivie die Verheißung eines nahen Glücks, verwirrten sich seine Sinne. So hatte sie sich ihm nie gezeigt! Bis jetzt war! sie ihm immer als Königin gegenubcrgetreten, die seine bescheidenen Huldigungen in Gnaden aufnahm; jetzt blühte die Rose an ihrer Brust ihm entgegen wie ein Versprechen. Trunken irrte sein Blick über ihre herrliche Gestalt. . . „Sie sind schön, Frau Gräftn!" stammelte er endlich, ohne selbst recht zu wissen, was er sagte. ,/Lst das alles, was Tie mir mitzuteilen staben?" lächelte sie. „Warum haben Sie mich so lange warten lassen?" „Ich - ich war auf unserer Gesandtschaft — und da — da. . ." „Und beim Wein haben Sic einfach mich vergessen, nicht wahr?" Franz von Lohnsperg, Oberleutnant in Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich altberühniten Pappenheim- Tragonerregiment, hatte ein Befühl, als drehe sich die Erde um ihn herum, erst von links nach rechts, dann von rechts nach links, schließlich von unten nach oben und umgekehrt. So hatte sie auch nie mit ihm gesprochen. Es war etlvaö unbeschreiblich Lockendes, Verführendes in ihrer Stimme, etwas, das ihm seine» klaren Verstand rauben ivollte. Etwas, das sich um seinen Willen schlang und ihn fesselte, lähmte. „Ich will Ihnen verzeihen!" sprach sie lvcitcr. „Kommen Sie, wir,wollen uns in eine gemütliche Ecke setzen und bei einer Tasse Tee ein bißchen plaudern. Sie haben doch Zeit? Oder müssen Sie gleich wieder auf die Gesandtschaft?" „Rein — ich habe Zeit!" wiederholte er fast automalisch. Sie legte ihre kleine Hand auf seinen Arm und zog ihn in ihr Boudoir. Wie ini Traum folgte er ihr und ließ sich von ihr in eine lauschige Ecke drücken. Noch immer im Bann, sah er ihr daun zn, wie sic die Rouleanx herabließ, das elektrische Licht andrehtc, den Somawor entzündete »nd den Tee bereitete. Kein Wort ivard dabei zwischen ihnen gesprochen, aber von Zeit zu Zcil lachten ihre Augen zu ihni hinüber, der regungslos in seinem Fauteuil saß und mit brennenden Blicken den lautlosen Bewegungen dieses schlanken, geschmeidigen Fraucnleibs folgie. So still war's in dem kleinen Raum, so ivcltverloren. Dazu durchwehte ihn ein leiser Duft von Maiglöckchen----- Franz saß da und dachte an jene glühenden Märchen der „Tausendundeine Nacht", in denen himmlisch schöne Peris verirrte Prinzen i» ihr Fccnschloß und ihre Liebe ausnehmen. Mar dieses Weib da vor ihm am Ende solch eine Fee? Der Tee war fertig. Lächelnd stielt sic ihm die Tasse hin. Gehorsam nahm er sie, trank sie fast aus einen Zug leer und stellte sie wieder weg. Hafte sie ihm befohlen, den ganzen Samowar anszutrinken, er hätte das auch getan. Plötzlich zuckle er, er ivußle selbst nicht ivie, in seinem Gehirn der Gedanke auf — sie will etivas von dir. Die Warnung seines Freundes Ghisn blitzte ihm durch den Kops, sie ioill etwas von dir. Sie will etivas von dir, hämmerte es in seinen Schläfen. Mühselig rang er mit sich selbst um Fassung. Er zwang sich, sie nicht anzusehen, die vor ihm aus einer kleinen Otloi- mane in halb liegender Stellung saß. Zn weichen Falten schmiegte sich der verräterische Stoss ihres Kleides um ihre Glieder; die Rose an ihrem Busen duftete und glühte... Und als sie sich mm zn ihm herübcrbcugte, ihre Hand auf diq seine legend, mit den Augen die seinen suchend, da brach des armen Franz Widerstandskraft vollkommen zusanimen. „Woran denken Sie?" fragte sie ihn leise und zärtlich. Durch die breite Brust des jungen Mannes slog ein Zittern. Mit heiserem Ruf sprang er auf und ivarf sich vor ihr hin. „Mach' mich nicht wahnsinnig!" stöhnte er. „Du ivillst etwas von mir. Zch fnhl's — ja — d» willst mich zu irgend etwas verführen! Sag's gleich, gleich wenn's sein muß, tu' ich ja alles, aber bring' mich nicht völlig um den Verstand!" lind seiner selbst nicht mehr mächtig, wühlte er sein heißes Gesicht in die Falten ihres Kleides. lind sie lächelte. . . lächelte, ein taltes verächtliches Lächeln des Triumphs! Auch dieser Mann da war bereit, um ihretwillen seine eigene Seligkeit zn verkaufen. iFortstbuiig folgt.) Unteroffizier Noltebohm. Von Martin P r o s k a » e r. „Es ist prachtvoll, ivie sich unsere Lciiic da draußen schlagen, die alten Landwehrleut« ivie die Jiingeii. Kurz bevor ich da« Lech mit dem Arm hatte, bekam ich noch eine Schivaürou Freiwilliger als Nachschub, die ivaren noch größere Draufgänger." Ter Sprecher, ein großer hagerer Husarenmajor, rückte den verwundete» Arm in der Binde zurecht. » 069 — „Und was für Kerle drunter sind," fuhr er nachdenklich fort, «ba sah ich einen Reiter — ich denke, das Gesicht kenne ich doch frage ihn, da ist es Wengstei», der große Heldentenor mit der noch größeren Gage! Läuit hin »ich wird freiwilliger Reiter. Außerdem waren noch zwei Privatdozenten und Über 50 Studenten da — alles freiwillig!" „Bei meiner Kompagnie ist ein ganz berühmter Schriftsteller als Sanitäter," benierkte ein Hauptmann. Ein Oberleutnant mit dem Eisernen Kreuz, der bisher schweigend in der Ecke gesessen hatte, lachte auf. „Den komischsten Kerl, glaube ich, Herr Major, hatten wir doch in unserem Regiment. Bei uns dient nämlich der Unteroffizier Milli Nottebohm." „Wer ist denn das?" fragten die andern Offiziere. Der Oberleutnant lachte: „So heißt er nur in seinen Papieren, sonst nennt er sich der „ursidele Nottebohm"!" „Was? Der? Der bekannte Barietdkomiker? Der mit dem dicken Gesicht?" . . . „Genau derselbe. Und ist Unteroffizier der Reserve in der »weiten Kompagnie unseres Regiments. Erst wußten wir — das heißt die Ossiziere — gar nichts von seiner Anwesenheit. Aber eines Tages gehe ich durch das Ouartier in einem belgischen Torfe, da sehe ich einen dicken Hausen Soldaten und höre brüllendes Gelächter. Ich trete näher, man macht mir Platz, da sitzt ein dicker Unteroffizier aus einer Tonne und singt ein blödsinniges Lied auf die Engländer, aber so koniisch, mit so eineni drolligen Gesicht, daß ich auch lachen muß. Das war meine erste persönliche Bekanntschaft mit Herrn Willi Nottebohm. Jetzt siel er mir öfter auf, aber nicht iminer angenehm. Zuerst ging es ja. Bei den Gewaltmärschen, die wir machen mußten, war er immer vornean, immer fidel, wenn ihm auch der Schweiß über sein dickes Gesicht lief — und machte seine Mätzchen. So heiterte er wenigstens die Leute aus. Besonders eine» Singsang hatte er, da bogen sich die Leute vor Lachen. Als Refrain ging es immer: „Kinder, kommt, die Reise hat Uns ja nischt gekostet, Kinder-haut den Englischmann, Bis sem Rostbces rostet!" Sehr geistvoll war cs nicht, aber sein Gesicht glänzte >vie lauter Buttersuppe: und die Kerle wollten sich totlachen. 'Allmählich wurde cs aber zu viel Herr Notlebohni schien die kaiserlich deutsche Armee für sein Publikuin zu halten, und sein Mundlverk stand nie still, auch bei Nachtmärschen, wen» er besser das Maul halten stillte. Ich habe ihn auch gehörig angepsjssen, aber dann machte er «in so zerknittertes Gesicht, die blanken Aeuglein versanken in lauter kummervollen Speckigsten, daß man sich umdrehen mußte, uni nicht laut zu lachen. Ich machte den Feldwebel aus den Unteroffizier Nottebohm aufmerksam, da sagte er: „Zu Befehl, Herr Oberleutnant, ich weiß schon. Aber wenn ich den Kops wcgdrehe, dann macht er meine Stimme nach, daß ich denken könnte, ich bin's selber!" Also der ursidele Nottebohm spielte weiter. Einmal kam ich von hinten an die Marschkolonne heran, da hörte ich das Lied: ,, . . . Kinder, haut den Englischmann, - Bis sein Rostbces rostet!", aber mit meiner eigenen Stimme, einfach täuschend nachgeinachl. Bon wem? Natürlich von Herrn Nottebohm. Ich war wütend und lief gleich zum Major. Ter sagte zu mir: „Sic sind nicht ernst genug!", und ließ sich den iidelen Notlebohni kommen. Ein Jammcrbüuvcl erschien, den Speck in Traucrfallcn gelegt, das linke Auge betrübt, das rechte vergnügt. Er knallte vor dem Major die Absätze zusamnicn, daß er schwappte. „Ob er den Unsinn nicht lassen könnte?" — „Zu Befehl, Herr Major, es ist angeboren, ich kann nichts dafür," sagt« Nottcbohin mit Jauimcr- stimme, da« nian vor Bergnüge» hätte aufkreischen können, „ich sehe so aus!" „Aber Sie können sich doch zusamniennehmen, Unteroffizier!" mahnte der Major. „Zu Bet'ehl, aber cs geht nicht, Herr Major," tagte Nottebohm treuherzig und iah ihn so reckt mit der strahlenden Breitseite au. „Wie ich heiratet, tvollie und meiner Frau einen Antrag machte, sing sie an zu lachen und schrie, so ginge cs nicht, cs wäre tzu komisch. Ich sollte es säiriftlich machen!" Dabei brachte er die ganze Geschichte mit des Majors eigener heiserer Stimme, aber in so jämmerlicheni Ton heraus, als ob et «in Malheur gegeben hätte!" Tie anderen Offiziere lachten. „Na, und weiter?" Der Oberleutnant fuhr fort: „Na, der Major drehte sich — schwubs — um und sagte: „Es ist gut. Sie können abtrcten!" Dabei zuckten seine Schultern vor verhaltmein Lachen, 'Am Abend daraus ka,nen tvir in die Front. Eine Nacht und einen Tag in Reservestellung über uns Platzten die ersten Granaten, da wurdeti die Kerls still, Nottebohm auch. Am nächsten Morgen kamen wir in die Schützenlinie». Spaten raus — Gräben ausheben — Unterstände bauen — na. Sie kennen das ja zur Genüge setbsti Bor uns stand französische Infanterie und hauptsächlich mgliiche Artillerie, dt« aber nierkwürdig still tvar. So lagctt wir in den Schützengraben. Es regnete, die Feldküche kam nnregelmäßia, kurzum, das rechte Elend dm Untätigkeit mit stetem anf-dem Posten sein ging uns am Virt einem Male sing der Feind an loszuknallen. Tie Brüder hattm wohl erst Reserven nachgezogm, jedenfalls war es sin mächtiger Angriff auf der ganzen Front. Unsere Linie tvar ziemlrch dünn, neblig war es auch, und gerade als die feindliche Artillerie sich so recht eingeschossen hatte und die Granate» unsere schönen Ilnterstände zerschmissen, verloren wir den 'Anschluß nach links — wir warm rechte Flügelspitze — und lagen nun schön da. Es war ekelhaft, meine Herren. Keine 30 Schritt weit Sicht im Nebel, dazu der Feind, dm uns so richtig eingegabelr hatte, es sah scheußlich bei uns aus. Ich denke gerade, ob uns die Engländer vielleicht umgehen wollen, da platzt ein Schrapnell über dem Bataillonsstab — der Major und zwei Hauptleute hin! So ein Pech — und dabei auf exponiertem Posten! Im ersten Augenblick waren wir alle still, die Lmte spürten instinktiv die Unsicherheit. Die nächsten hörtm zu schießen aus und schielten nach den totm Offizieren. Man fühlte deutlich die stumme Frage: Sollen mir nicht zurück? Ich sah mich nach dem andern Haupt- mann um, der hatte aber auch gerade seinen Schuß beko>nmen — und.wollte einen Entschluß fassen. Da höre ich links von mir etwas krähen, heiser, die Stimme des Majors: „Pflanzt das Bajonett aus! Zum Sturm, marsch, marsch, hurrah!" Ich sehe den ursidelcn Nottebohm, das Bajonett in den Fäusten, 'raus aus dem Graben springen. Ti« andern Kerle auch, .ich ziehe den Degen, spüre einen Schlag gegen dm 'Arm, sehe gar nicht hin und los — marsch, marsch, hurrah! W.r alle rein in den Nebel. Na, also kurz! Kaum 200 Meter nach vom ist der Feind, englische Tcrritorials im Schützengraben, Hopps rein und mit dem Bajonett leergefegt! Weiler! Ta ein Geschütz — zwei — eine Batterie, französische leichte 75- Millimeter — weg mit der Mannschaft. Plötzlich sind keine Feinde niehr da. Gleichzeitig kommt ein Windstoß, per Nebel hebt sich, und wir sehen, daß, links von uns unsere ganze Front inr Sturm vorgeht, wir am weitesten vorn, und dm Feind laust — aber wie!" Ter Oberlmtnant Machte eine Pause., „Am Abend hörten wir dann aus dem Brigadebesthl, daß das erste Bataillon — also wir — den Umgehungsversuch des Feindes rechtzeitig bemerkt und durch Stumrangriff glänzend ab- aewiescn hätten. Gleichzeitig wurde ich anfgefordert, Mannschastm kür das Eiserne Kreuz zu benmnm. Ich suchte etwa 12 Mann aus, daruntm Nottebohm. Leider konnte ich nicht als Grund für ihn, wie ich gern gewollt hätte, angeben: West er im kritischen Moment die Stimme seines gefallenen Majors nach- rnachtc!" . . . Neue amerikanische Erinnerungen an Kaiser Wilhelm und seine Familie. In New Bork ist jüngst unter dem Titel „Erinnerungen an den kaiserlichen Hos" ein Buch erschienen, dessen Bersasserin, 'Anna Topham, erzählt, was sie vor etwa 13 Jahrm am Berliner Hofe als Lehrerin der Prinzessin Viktoria Luise erlebt hat. Hieraus teilt eine New Borker Zeitschrift einige Abschnitte mit. Den ersten Eindruck, den Kaism Wilhelm aus die Versasserin machte, schildctt sie folgendermaßen: „Seine blauen Slugcn sehen mich mit dem bezeichnenden, durchdringenden, munteren, beinahe spöttischen Blicke an. Sie bilden einen säst zu starken Gegeirsatz zu seinem sonnverbrannten Gesicht. Meine Hand wird umfaßt und herzlich, beinahe ichnierzhast gedrückt, und ein paar kurze, scharfe Frage» werden mir vorgelegt." Bon der Kaiserin erfährt man den ersten Eindruck solgendermaßen: „Die Kaiserin sitzt aus einem Sosa und empfängt mich mit einem ircundlichen, gewinnenden Lächeln und einem Blick, der verrät, daß sie selber eine geringe Verlegenheit empsindet. Bald aber finde ich niich im gemütlichen Geplauder in einem Stuhl sitzend und spreche ganz gemütlich mit einer Mutter über ihre kleine Tochter. ?llles geht ganz einfach und gerade zu." Hierzu fügt 'Anna Tovham außerhalb des Zusammenhanges hinzu: „Ihre Houvterholung ist das Reiten. Jeden Tag macht sie, wenn es möglich ist, einen flotten Galopv. Ihre Lektsire besteht hauplsäcklich in historischen Menioirentverlen." Hieraus kommt Prinzessin Viktoria Luise, „ein Wildsang", an die Reihe: „Plötzlich taucht der schlichte Blondkovi eines Mädchens von etwa 9 Jahren aus, das ein einfaches, steifes, gestärktes Matrosenkleid mit blauem Kragen und einen Slrohhui trägt. Ihr Tageslaus beginnt um V«8 mit dem Frühstück. Um 8 Uhr sängt der Unterricht an. Bis znm 17. Lebensjahr hat sie ein Taschengeld von 5 Mark im Monat..... Seine ldes Kaisers) Tochter unterhält sich zuweilen mir dent Schuljungenstreich — sic ist ziemlich jungenhast — inst Mund und Backen das Knallen eines Champagnerkorkens und das glucksende Einsließen des Weines nachzuahmen. „Bon wem hast du denn das gelernt? Das ist gar nicht ladplike." — „Bon Pava. Er kann es ausgezeichnet." Es folgt ein Bild von Kaiser Wilhelm, das auch zum Teil wiedergegeben sein niag, obwohl es neben gewiß richtigen Beobachtungen manches Schiefgesehene und Falsche enthält. Als wesentlicher Zug wird die „übersttömende Lebenskraft" hingestellt: der Kaiser ist körperlich wie geistig immer in solchen! Grade munter und kräftig, daß er in gewissem Grade zuweilen seine Umgebung er müder. „Männer ändern sich oft, zum Besseren oder Schlechtere», wenn sie dem 'Ange der Ocsfentlichkeit entzogen sind, aber der G6Ö Kaiser bleibt fast iiiuiier derselbe. Sein Wesen ist zu Hause ebenso gewinnend wie in der Oessentlichkeit, aber zuweilen auch aufreizend. Er füllt seicht seiner Umgebung auf die Nerven. Es gibt keinen lebhafteren Platz in der Welt, als den Hof des Kaisers. Leute, die sich zur Ruhe setzen und ihre Begucmlichkeit haben wollen, mag er nicht. Er liebt es, alles in Bewegung zu halten, dagegen niag er nickt das Langweilige, das Gewöhnliche, das ewige Einerlei der Dinge." Di« Verfasserin kommt dann aus seinen Scharfsinn, sein« Vielseitigkeit, sein erstaunliches Gedächtnis für Tatsachen, erzählt weiter, er habe grätzc Scheu vor Ansteckung mit Schnupfen und kommt dann ans seine Leutseligkeit (common tauch): „Er versteht mit armen Leute» und Arbeitern zu sprechen, ohne dass er sich herabznlassen scheint: er nimmt vollkommen ungezwungen und rückbaltslos Anteil an ihren Angelegenheiten und hat offenbar den Wnnsch, ioirklich von anderer Leute Lebensweise unterrichtet zu werden. Es ist nicht Oberflächlichkeit." vermischte». • D i e drahtlose Telegraphie als Wetter- pro vH« t, Man hat schon wiederholt daraus aiiimerkiam gemacht, dast das Telephon, das mit einer Anlage für drahtlos« Telegraphie verbunden wird, das Heraimaheii eines Sturuies verkünden kann. Ein Meteorologe hat »>»>, wie die Lribuna berichtet, nachgewiescn, dah jede Veränderung des Wellers, sie mag grob oder klein sein, voll charakteristischen elekirischel, Slörnligen begleitet ist, die ans einen Apparat Inr drahtlos« Telegraphie auch ans der Ferne wirken und beutlirf) »ntelschieden« iöne in eiittin mit ihm v«rbn>ide»en Fernsprechapparai hervorrnien. So ivird ,ede Aeräiidermig de? Wetters voll dein Fernsprecher angeklindigt lind eili erfahrener Hörer kan» ohne iveiteres die Tongriippen »nterscheiden, di« ein« Kälteivelle oder Nebel, die heraltzieh«». an- tündigen. Diese Töne, di« durch Störungen oder elektrische Wellen, die nebenher gehe», hervorgernseli wcrdeli, begleiten alle Haupt- erschcinnngen der Atmosphäre und sind nach Zahl, Art, Stärke und Gruppierung verschieden. lind diese Wellen tömteii voll ihrem Ursprung an über eil, sehr weites Gebiet von den Anj- uahllieapparateli der drabllosen Telegraphicslnlioneii ailgezeigt iverdeu. So leistet di« Telegraphie »Im« Draht einen ganz unerwarteten Dienst: sie erlaubt ben elektrischen Zustand der Atino- sphäre z» beobachten und ivichtigc dlnhaltSpniikle für die Wettervorhersage zu enlvsallgeli. Der Meteorologe hat diese Wellen der Atmosphäre eili Jahr lang g«l,au üudiert und >var überrascht von ihrer Mannigkaltigkeit, aber auch von den besondere» Mertlnale», die sie se nach der Natur der atlnosphärischea Störungen, die sie begleiten oder die ihr vorailsgchen, anuehl»«,,. Das Herannahen des Sturmes, der Kälte, des Regens wird in den telephonischen Aufnahnieapparaten einer Station für dmhtlose Telegraphie dllrch leicht erkennbare Zeickien nngekülidigt. Eine Folge von itocfciieii und slarken Geräusche» zeigt den bevorstehenden Sturm a»; wenn die Geräusch« heiliger iverden, so hefstt das, dag der Sturm näher komml: iverden sie weniger häufiger, so entieriit er sich. Eine vorübergehende Hagelwolke rnst in deli Entpfüngern ein leichtes Rauschen hervor, feine Folge von harten Schlügen, die denllich von «nmilder „iilerschieden sind, zeigt das Siliken der Temperatur an. So nniericheidet inan ctekirische Ecscheiiinilgeii voll allei, Starke,igradcn luld von der verschiedensten Länge, wie cs mich eine „»endliche Füll« voll ineteorologisckien Erscheliinngeii gcht. "Glndstone uiid der Kaukasus. Eine lustige Geschichte von Glndstone erzählt Sir Robert Herbert in einem soeben erschienenen Buche: „Glndstone iuteveffierte sich eine Zeit lang sehr für die Verhältnisse im Kaukasus Ich hatte einen Freund, Hauptmaii» L„ der lange in dieser Gegend gelebt hatte »nd soeben von dort znrnckgekehrl ivar. Ich erwähnte dies Gladslone gegenüber, der sogleich eifrig dariiin bat. dast ihn mein Freund besuchen (etile. Fch gab ihm also einen EinsührnligsKrief au Glad- ftoiie. Einige Tage später tra! ich Giadsloue in der Pailianienl- Stieel. Er blieb stehen und iagt« zu mir: ,„O. Sir Robert, ich bin Ihnen itnenb(ici) dankbar dafür, dass Sie mir ei,len so inter- essanlen Mann zngeschtckt haben. Ihr Freund, Haupt,uaim iveist mehr vom Kaukasus, als irgend ein aiiderer, dem ich be- gegiiet bin, und ich lmbe sehr viel von ihm gelernt/ Wenige Mi- »illeu später traf ich Hanptiuniui X. „Sie haben ja auf Glad- ftone «inen ganz gewaltigen Eindruck gemacht," sagte ich zu ihm. „So, habe ich?" fragte er. „Gewist", entgegnete ich, „er lagt, Sie wnstlen mehr vom Kaukasus als jeder andere, und er habe sehr viel vo» Jhueii gelernt." „Das ist aber seltsam," nielnte der Haliplniann kopfschnltelnd: „Ich bin dreioiertel Stunden lang bei ihm geivejeii nud habe während der ganzen Zeit nur drei Sätze gesprochen." " D e r Z u a o e n - S e r g c a » t F» einem Leiaiigenenlager in Deutschland iverden ein paar Hundert Zuavcn sestgehalten Unter ihnen ist ei» bejahrter, wetteigehräunler Sergeant, lieber feine niedrige Stirn läntt «ine breite Narbe und aus feiner rechten (Se« sichtshülitc zucken die Nerven neuralgisch. Der Mann Kat schon eiioae hinter sich : alle Leidenjchaiten und dlbsinth Halb »engicrig, halb tetlnahmsvol! tritt der Tolineischec an ihn l»«ran mid reich! ihm eine Zigarette. Gierig greift der Franzose danach und «S entwickelt sich ein Gespräch : „Was waren St« früher in Ihrem Ztvy» beruf?" fragt der Dolmetscher fo nebenbei. Da lachte der aU| Sergeant halb auf und belastet liebkosend die Zigarette. Damt sagte er: „Augenblicklich bin ich in meinem Zivilleben ein de- rühmter Damenschneider, vorher war ich Tierarzt, krüher Unl- verkitätslehrer und noch vorher Automobtllabrikant I" Erstaunt sah der Dolmetscher ihn an. „Ja," bestätigte der Znavensergeanj und blies behaglich ein paar blaue Wölkchen ln die Lust, „das ist »u» mal so bei uns im schönen Frankreich," Und er seufzte leise, Tann erzählte er : „Als ich eine Reihe von Jahren Soldat gewesen ivar und inir de» Sturm dreier Erdteile hatte »in die Nase wehen lassen, dtenle ich nur »och als Ersatzuiai,». „Nämlich," berichtet« er iveiter, „keine Herren bei »ns drücken sich vom Militärdienst. Bei ihren Beziehnnge» ist ihnen das sehr leicht. Sie zahlen ein hübsches Sümmchen und stellen einen Ersatz,nann. Da»» sind sie aller Sorgen ledig. Und ei» solcher Ersatzmann war ich. Erst dient» ich für eine» Anlomobilhändler, da»» für «inen Universitätslehrer, schliestlich für einen Tierarzt, und jetzt siehe ich tür einen Tanienschneider in der Liste. In, das Geld!" inurinelte er leise. „Wenn ich reich geivesen iväre, hätte ich mir auch eine» Erfatz- mann gelaust!" . . . Es geht doch nichts über das frmizölifche „Volk in Wasjen". _ vllchettisch. — Die „Tageschronik des Weltkrieges", Verlag von Heinrich Hugendnbel in München, ist eine Zlisanimenstelluttg der Kriegsereignisse jedes einzelnen Tages in ganz kurzen Merk- ,»orten. Das neulich erschienene erste Heft umsatzt die Monat« August, September, Oktober. In ihrer knappen Kürze und Handlichkeit, zumal bei dem billigen Preis von nur 20 Psg. ist di« „Tageschronik" nicht mir nnsern Soldaten im Feld zu empfehlen, sondern auch jedernianu als Merkbüchlein. — K ri e gs uu m m e r 17 der ,Illustrierten Zei- t u n g" (Verlag I. I. Weber, Leipzig). Bon ueuem stehen wir unter dem Eindruck« gcwaltig«, Erfolge unserer Truppen im Osten. Tausende und Abertausende jubeln dem grasten Führer von Hinden- burg zu mib so findet die ganzseitige Ausnahme Hindcirbrirgs mit seinem Stabe, aus der ersten Seite der vorliegenden ncncsten Kriegs- nnninier, allgenreines Interesse. In einer doppelseitigen, überaus anschaulich ausgesührten Abbildung zeigt uns W. felause nach Berichten von Angcnzengcn, wie eine russitche Kolonne in einem Wald« beim Vordringen gegen die österreichische Festung Przemysl auf ei»« Flattermine gerät, ivobei zahlreiche Feind,' den Tod linden. — Auch sonst enthält die Rümmer noch manches anschauliche Bild vom östlichen Kriegsschauplatz, so z. B. von Prosefsor Ntax Rades „Ein Gottesdienst in der verwüsteten Kirche zu Lhck" und von Wilhelm Brandes „Die Russen ans der Flnchl nach deni deutsche» Sieg bei Wloclawec". Zahlreiche photographische Ansnalimcn ivisse» un? ferner manche intcrefsantc Emzelheit von der deutsch-russischen und österc.-nngar.-russisch. Grenze zu erzählen. — Zu den lvestlichen Kriegsschauplätzen führt uns z,machst Felix Schioormstädt, der altbekannte Sonderzeichner der „Illustrierten Zeitung", durcki ein packendes Bild „Ein Nachtgesecht" im Ueberschlvemmnirgsgebiet bei Nicuport". Es folgt „Am Morgen nach der Schlackst bei Barennej in den Argonnen, in der di« Armee des deutschen Kronprinzen siegreich ivar" von dem bei der Kroupriuzen-Armee beiiiidlichcn Kunstmaler Adolf Obst, ferner „Das Gefecht an einem Eisenbahudamm bei Ehaulnes ani 23. Oktober" nach einer Bleistiftskizze eines am Kampfe Beteiligten, gezeiäniet von Professor Wilhelm Barth. — Auch vom westlichen Kriegsickianolatz enthält die Nummer anster anderem noch mehren' Photographien. — An Aussätzen nennen wir: „Die Mitsckmld Belgiens am Weltkrieg" von Professor Dr. E. Taenell, „Die wirtschaillickwn Wirkungen des Krieges" von Dr. Alfred Knhlv, „Lustsckiisse und Flugzeuge im Feldzüge 1914" von Geiieralmajvr z. T. Meyer, „TentschlandS chemische Industrie und der Weltkrieg" von Professor Tr. H. Grostman». Preis jede» Nummer l Mark, Vierteijahresabonnement Mk. 8.S0.) Scherzrätkl. Einen lange», scharien Schnabel lind zivei hohle r»itde Augen, Nicht ei» Untier ans der Fabel. Nein: zur Slvbeit must es taugen, Weist bei Frau'n sich einzniiisten, Täglich lehrt es die Erfahrung, lind bei mancheii Jonrnalksten Glbt das Ranblier geistig« Nahrung. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Erganzungsrütsels in voriger WumitttJI Wen» Jedem laut geschähe, Was lels' er andern tut, Es ginge Vielen wehe, Und ginge Weii'gen gut. Schrsstleitnng: Ang. Gortz - Rolalio>i»drnck und Verlag der BrnhI'Ichen lknloersltäts-vnch- »nd Glelndrnckerei, R Lange, ^sehß»