Die hundert Tage. Nioman aus dem Jahre 1815 von M. von Witten. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Aller Augen richteten sich auf Jssy, das eine Kanonen-- schußweite von Paris entfernt, östlich von Mendon in der Ebene liegt. Ansehnliche feindliche Streitkräste werden in und vor dem Dorfe und aus dein das Talbecken iin Süden umgrenzenden Höhenzuge sichtbar. In der Ebene auch Kavallerie, die zur Aufnahme der von den Höhen von Mendon vertriebenen Infanterie bestiiuiut zu schein scheint. „Vorwärts, Jungens. Die sollen uns die Bittter vom Brote nicht nehmen", rust Blücher. „Der Napoleon ist uns zwar durch die Lappen gegangen. Tut aber nichts. Der ist abgetan — so oder so! Aber sein Sündenbabel, das müssen wir haben!" Ein neuer BeisallSsturm umbraust den greisen.Helden. — llub eine halbe Stunde später steigt die Avantgarde des Zietenscheu Korps von den .Höhen von Meudon nach Jssy hinab. Rechts am Fuße der bepflanzten Anhöhen entlang zieht die Infanterie, an den Ufern der Seine folgen zu ihrer Unterstützung die Ulanen. Noch steht die Sonne hoch am Himmel. In farbenfroher Pracht liegt die Stadt, liegt das Gelände da. Und doch ist es Gottfried Schneider, als habe sich über die Landschaft ein Riesenschatten gebreitet, der kalt und massig auch in sein eigen Herz gefallen ist. Woher, woher nur diese uferlose, bleischwere Traurigkeit, die ihn nicht lassen tvill?" Aber da ist jetzt keine Zeit zuni Grübeln! Die feindlichen Kugeln pfeifen von den Höben zur Rechten herab, sie zischen zur Linken von Paris her über die Wasser der Seine herüber. Wieviel tränenschweres Unheil richten sic an, vor allem unter den Flankeure», die gegen die feindliche Kavallerie» vorgenommen werden. Aber Vorwärts! ist die Losung. Vorwärts! Dort drüben hinter Jssy winkt die Barriere von Paris. Da! Hollah! Gottfrieds Pferd bricht ihm unter dem Leibe zusammen. Im nächsten Augenblick steht er mit hellwachen Sinnen aus beiden Füßen. Rittmeister Erlen tvendet das Haupt. Ein Blick trifft Gottsried — ein Blick, der ihn umhüllt wie mit schützenden Händen der Liebe. Gottfried grüßt mit den Augen — in atemlosem Bogen, in ernstjnbeliv- deni. heiligen, Glück: „Du, du! Noch bist du mein! Noch lebst du mir — und ich dir!" Im nächsten Augenblick etz- greist er aber schon die Büchse eines verwundeten Schützen, um, dem Beispiel anderer Ulanen folgend, denen das Pferd gleichfalls unter dem Leibe erschossen wurde, als Tirailleur am .üainpsc teilznnehmen. Die Kugeln sausen und pfeifen von rechts, — von links. Bor der Front sinkt ein Flankcur nach dem andern getroffen zur Erde. Blui und wieder Blut färbt den Aoden. Es bleibt nichts übrig — Flankeure müssen von neuem vorgenommen werden. In Ulrichs Herzen kocht Schmerz und Wut empor. Müssen so nahe dem Ziele noch so viel, liebe Kameraden htn- geopfert werden? „Freiwillige als Flankeure vor!" erschallt sein Kommando. iJn demselben Augenblick sprengt ein herrenloser Gaul bei Gottfried vorüber. Er schwingt sich in seinen Sattel und ist der ersten einer, die sich melden. Besser im dichtesten Kugelregen stehen, als in das Herz hineinschauen zu müssen, durch das erstarrend eine Todesgewißheit weht. Wen von ihnen beiden wird es treffen? Einen von ihnen 'beiden — das ist ihm mit einem Mähe gewiß! Es wäre sonst zuviel des Glückes gewesen. Aber tven? Daß er die todbringende Kugel auf das eigene Herz lenken könnte, um den andern, den über alles Geliebten, vor dem Tode zu bewahren! Gott im Himmel, nimm mich als Opfer an! Und Gottfried wirst sich an der Spitze der Flankeure, durch den feindlichen Kugelregen, der vor Jssy haltenden Kavallerie entgegen. Mit großen, schmerzvollen Augen folgt Ulrich, an der Spitze seiner Schivadron reitend, den Braven. Da — • in wildem Eifer gehen sie zu weit über die Feuerlinie der eigenen Infanterie hinaus — heiliger Gott! Ulrichs Herz krampst sich zusammen. Ein Sporendruck — sein Hengst fliegt dahin — „Flankeure zurück! Langsamer avancieren!" Eine Kugel schwirrt zischend heran — sie sucht, sie findet ein Herz — Ulrich Erlen breitet die Arme tveit aus — in freier, offener Stellung sinkt er hintenüber - vom Pferde herab, zu Boden. „Erdmuthe -- o mein Gott!" haucht sein Mund. Und wenige Schritte von ihm hält Gottfried Schneider auf seinem Braunen wie gelähmt. Will abspringen, will dem Rittmeister zu Hilfe eilen und kann sich doch nicht rühre». Er sieht den Tölen sinken —. die Sonne erlischt seinen Augen — Nacht ist es um ihn. --- Ein paar Ulanen springen herbei, die als Schützen an dem Gefechte teilgcnommen. Sic tragen ihren geliebten Rittmeister aus dem Weg, neben ein schützendes Buschwerk. Dort legen sie ihn nieder. Da endlich ist auch Gottfried Schneider vom Pferde. Er wankt zu dem Toten. Schiveigeud ziehen fich die Ulanen zu ihren Musketen zurück. Sie ehren ein erhabenes Geheimnis, das sie alle kennen. Gottfried aber bricht neben dem Heißgeliebten in die Knie, in stummer verzweifelter Qual. Seine Welt liegt zerbrochen zu seinen Füßen. * I» dem durchsonnten, weiten aber niedrigen Zimmer des Landhauses in Gcnappe, dessen vier sich paarig gegenüberliegende Fenster nach dem Garten hinauogiugeu, schlunv- 634 werte Philipp von Eure auf einem breiten Bett, dessen gebeiztes Nußbaumholz die geschwungenen Formen des Rokoko zeigten. Er schlief. Wenigstens waren seine Augen geschlossen. Toska, die zur Seite seines Lagers saß, starrte mit schnierzzittcrnden Lippen auf das eingefallene Gesicht ihres Vaters. Die schwarzblauen Schatten, die unter den hohlen Augen und um den eingekniffenen Mund lagerten, die scharfkantig hervorlretende Nase, die glänzend weiße Stirn trugen nur zu deutlich den Stempel des nahen Todes. Armer, armer Vater! Toska rang die Hände ineinander. Daß er nur erst erlöst wäre von aller Qual! Für ihn gab es keine Hoffnung mehr. Die Kugel, die ihn in den Unterleib getroffen, hatte die Eingeweide zerrissen. O, daß der Tlod auf der Stelle eingetreten, daß ihm' dies langsame .Hinsiechen erspart geblieben wäre! Wieviel leichter ist doch der Tod auf dem Schlachtfeld, als der auf dem Krankenbett." Toskas Tränen flössen — still - ohne jeden Schluchz laut — aber bitter — bitter! Sie verwandte kein Auge von dem lieben, lieben Gesicht des Vaters, das selbst im Leiden noch so schön und edel war. Daß sie seine Schmerzen hätte auf sich nehmen können! Ach sic wußte es ja nur zu gut! Auch seine Seele hatte schwer elitten. In jenen ersten Nächten nach der Schlacht, da waren ie Fieberdelirien nicht von ihm gewichen. Sein glühender Mund hatte vor der angstvoll lauschenden Tochter das Bild der ganzen Schlacht entrollt, llud immer von neuem waren seine wilden Schreie, seine flehenden Worte durch das eine- same Haus gegellt: „Sire! Sire! Erbarmen! Nehmen Sie Mich mit. Mein ganzes Leben habe ich Ihnen gelebt. Stoßen Sie mich nicht zurück. Lassen Sie mich nicht in die Hände der Preußen fallen!" Toska schauerte in sich hinein! Wann, wann würde sie den To» dieser Worte nicht mehr im Ohre hören? Wann würde ihr Herz ihre abgrundtief« Bedeutung überwinden? Der, dem Philipp von Eure sein ganzes Leben gewidmet, der hatte ihn, als er seiner nicht mehr bedurfte, in eisigem Egoismus abgeschüttelt wie einen tollen Hund. Und sein Feind, der, denk er die Tochter genommen, der hatte ihm großmütig den letzten Wunsch erfüllt. Toska stöhnte auf. Grelle Schlaglichter sielen jäh in ihre Seele. Nicht daß sie diesem, nicht daß sie Otto von Jäger sich zu eigen gegeben — nein! Daß sie Napoleon Bonaparte blindlings vergöttert, das war der große Irrtum ihres Lebens! Zu wahrer Größe fehlte diesein Titanen der Edelsinn, der in der Gottheit wurzelt, der den Menschen erst zum wahren Menschen macht. Er aber, aus sich selbst gestellt, der Gottheit strotzend, in schrankenlosem Egoismus, nur seinem Eigenwillen, nur den Gesetzen folgend, die ihm das eigene Ich diktiert, er brach zusammen, als der Sturm tiefer edler Menschlichkeit sich wider ihn erhob. Entgöttert lag er nun vor ihr im Staube. Und das Bild des Gatten, der kein Titan, der ei» Mann wie tausend andre war, es stieg in seiner edlen Menschlichkeit vor ihrem Seelenauge auf. Sie aber —t sie hatte ihn verlassen! Und er? Nein, nein! Er liebte sie nicht mehr! Was er etan hatte, was sie im ersten Augenblick für Liebe gehalten, as war nur ein Ausfluß seines edlen Herzens gewesen! Er liebte sie nicht mehr! Er hielt sie am Ende gar für — schlecht?! Mit einem wehen Laut schlug sie die Hände vors Gesicht. — Sie schrak erst tvieder auf, als der Oheim mitten im Zimmer stand. Ein nörgelnder, grilliger Ausdruck lag auf seinem unter den Aufregungen der letzten Tage zusammenaeschrumpften Gesicht. Dabei streckte er den Kopf weit vor, wie ein gackerndes Huhn. „Toska! Da ist ein Offizier!" stieß er mit halber Stimme hervor. „Ein Graf Duboit. Er will dich sprechen." „Graf Duboit?" Toska schnellte empor. Mit einem ächzenden Laut fuhr der Lehnstuhl, auf dem sie gesessen, zurück. Durch ihren Kopf wirbelte ein Sturinwind von Gedanken. Der, dem sie ihren Abschiedsbries für Otto mit- gegeben, der suchte sie auf! Was mochte der ihr bringen? „Laß ihn ein!" Mit fliegenden Fingern strich sie das blonde wellige Haar aus der Stirn zurück. Dann glitten die Hchche glättend über das weiße Stickrreiklkid. Der Oheim starrte sie mit niißtrauischen Blicken an. „Weißt du, was der will?" „Woher sollte ich?" gab sie ihm heftig zur Antwort^ „Rasch! Rasch! Was stehst du noch. Ter Diener soll ihn in den Garten führen!" „Was? In den Garten? Warum nicht in den Salon?" „Da iscks so dunipf! Wochenlang kein Fenster offen! Man erstickt darin!" Kaum daß sie noch einen flüchtigen Blick auf den Vater warf, eilte sie hrnaus. Luft! Luft! Ihr war, als drohten die Wände über sie herzufallen. In dem weiten Vestibül des Hauses riß sie eine» breitrandige» Florentiner vom Wandhaken, stülpte den auss Haupt, band die weiße Schleife unter dem Kinn zusammen und warf einen bereithängenden Seidenschal um die Schultern. Mles halb unbewußt, das Auge forschend, durch die bunten Glasscheiben der halbgeöffneten Eingangstür gerichtet, durch die der Diener eben nach dem Portal« zu verschwunden war. Tann eilte sie durch eine der beiden Glastüren, die rechts und links von der breiten, holzge- schnitzteu Freitreppe ins Freie führten, hinaus. Der schmale Hof mit den Wirtschaftsgebäude» mar bald überquert. Sie flog die kurze Treppe hinaus, die zur Rechten und Linken von ein paar Marmorsphinxen flankiert, in den parkartigen Garten führte, der nach englischem Geschmack angelegt war. Ilm sich zur Ruhe zu zwingen, schritt sie an den Rosenbeelen hinter den Sphinxen vorder und uni das große, dahinterliegende Rasenrondell herum. Immer langsamer wurde ihr Schritt. Als sie wieder bei den Rvsen- beeten angelangt war, verneigte sich Gras Duboit vor ihr. Mit vielsagendem Blick zog er ihre Hand an die Lippen.. Sie neigte, keines Wortes mächtig, das Haupt. Schweigend schritt sie au seiner Seite tiefer in den Garten hinein. Buschwerke nahm sie auf. Sein Wortschwall überschüttete sie. Seine Augen umschlangen sie förmlich mit zärtlichen Flammen. Sie sah und hörte nichts vor dem wilden Klopfen ihres Herzens. Endlich blieb sie ruckartig stehen. „Haben Sie au Herrn von Jäger meinen Brief befördert?" „Ich gestand Ihnen ja eben, Madame," erwiderte cv lächelnd, „daß der heiße Wunsch, Ihnen gefällig zu sein Und jenen Brief ganz sicher an seine Adresse zu befördern, mitbestimmend war für meinen Entschluß, zu den Bourbonen überzugehen." „Wie? Was?" Toska strich, als narre sic ein Spuk, sich mit ungläubig entsetzter Geberde über die Stirn. „Mitgewirkt, Madame!" beeilte sich der Graf noch ein« nial zu betonen. „Ich hatte den Sturz Napoleons voraus* gesehen. Es war ja wie die Verhältnisse mm einmal lagen- nur eine Frage der Zeit." Er zwirbelte an seinem Schnurrbart. Ein eitles Lächeln machte seine schönen Züge weibisch und kleinlich. „Die Ereignisse haben mir recht gegeben. — Aber mein Wunsch, Ihnen zu Diensten zii sein, ist bei meiner Entschließung doch schwer in die Wagschale gesallen. WaS tut man nicht um. . ." Er vollendete uicht. Seine liebe- blühenden Blicke glitten indiskret von dem süße» Oval ihres Gesichtchens die wundervolle Linie ihres Äalscs bis zu dein tiefen Ausschnitt des Kleides hinab, unter oem der verführerische, rosige Busen verstohlen sichtbar wurde. Toska schlug eine Helle Röte der Scham ins Gesicht. Sie raffte den Seidenschal, der ihr von de» Schultern geglitten, empor und zusammen. „Und — lind — bringen Sie mir eine Antwort von Herrn von Jäger mit?" (Fortsetzung solgt.) Mein Zchweinchen. Eine lustige Geschichte in ernster Zeit von Enge» Rahden. (Nachdruck verboten.) . . . Aller Voraussicht nach werden wir also gegen den Winter mit erhöhten Preisen für Schweinefleisch zu rechnen haben. Den Landwirten mangelt es an Futter zur Aufzucht der Schweine, die Folge ist, daß diese Tiere verkauft werden und deshalb augenblicklich die Schweinelleischpreise stark gesunken sind. Aber, tote gesagt, aus demselben Grunde werden sie gegen de» Winter chin wieder stark anziehen. Wer irgend dazu imstande ist, sollte sich ein Schtvein anschassen und dieses bis zum Winter mästen, er wird dann in etwas unabhängig sein von hohen Fleischprelsen . . . „Hörst du, Männchen, daL hat unser Oberbürgermeister in der Stadtverordneten. Sitzung gesagt." ries meine Fra», die dj.e Bkilgg« -- 636 unseres Lokalblattes siudicrte Da ich in d-.rs Hauptblatt vertieft war, war nur ein geistesabwesendes „Ja, ja" meine Antwort. Aber meine verehrte Ehehälfte hielt den ans dem Sitzungsbericht der Stadtverordneten-Persamnilung verlesenen Passus für wichtig genug, um ihn mir, nun bei, meiner vollen Aufmerksamkeit, »ochnials vorzulescn. Zwar blieb e-s mit nach wie vor schleierhaft, wo hinaus meine Frau eigentlick) wollte, allein immerhin schwante mir Unh.nl, Indes löste sich der Bann sehr bald, denn >wch ehe ich weiter nrich in die Lektüre der Kriegsereignisse versenken konnte, kam es zögernd, sinnend, nachdenklich von den Lippen meiner Frau: „Tu, Männchen, — wie wär's, — wenn wir —" Erwartungsvoll horchte ich auf, bereits davon überzeugt, das, »nein junges, lebensfrohes, denr Neuen stets geneigtes Frauchen Wieder einmal ein Attentat auf mein Phlegma plane. > Und richtig, nun kam das nnherltwlle Wort: „Wie wäre es, M ännchen, wenn wir uns auch ein Schweinchen anschafsteu?!" Es war heraus und ich erkannte sofort die Tragweite dieses Wortes. Wußte auch, daß sich die Forderung zuin Ultimatuni zuspitzen iverdc und ohne Annahme des letzteren die Kriegserklärung folgen werde. 9hm bin ich aber der friedliebendste Mensch, gehöre (leider) auch zu den Tahrimgeblicbenen und habe, eines kleinen körperlichen Fehlers wegen, der mich gar nicht, aber die Militärbehörde geniert, keinerlei Hoffnung, hinausznkomnien. Immerhin soll man nicht sofort kapitulieren, auch nicht vor «in Paar schönen Augen. So wagte ich denn den Einwurf: „Aber, Hildch.cn, >vo soUen wir denn das Schweinchen untcrbringen ? Hi« mitten in der Stadt, ohne Stallung, ohne Feld und was dazu gehört?" , Meine Frau aber streikte beschwörend den Asrm aus! „Wrr haben doch den großen ^Balkon!" Aus war's, ich wußte es und ich ahnte bereits, >vas mir bc- vorstehe. Was soll nmn aber einer jungen, reizenden Frau gegenüber tun, wenn sie sich in den Kops gesetzt hat, auf den Balkon ei» Schweinchen zu installieren? O dieser Balkon! Bereits als nur die Wohnung int dritten Stockwerk, Hauptstraße, mieteten und namentlich mit Rücksicht aus den riesigen Balkon, der an die Küche angrenzte, war nur trief« Aus- und Vorbau unheimlich, weil er für allerlei Experimente unbegrenzte Möglichkeiten bot. Papagei, allerlei Vogelgetier, Aqua- und Terrarium, zugig« Liebeslaube und dergl. waren mir durch den Kopf gegangen, auf ein Schtvein wäre ich Nimmermehr verfallen. , Und so kam ich denn zu „meineni Schweinchen". Gewiß sträubte tch mich mit all« Macht gegen die Aufnahme des neuen Hausbewohners, lieb alle Vernunftgründe los gegen das Projekt, bat Und drohte sogar, setzte die Miene des gekränkten Hausherrn auf, ab« es lwlf alles nichts; soviel Schwein hatte ich eben nrcht, dieses Schwein abzuivenden. Es >var ein niittelgroßes, nettes Ferkelchen, etwas rosig angehaucht uich wenn ich es mir recht überlege, eigentlich ein ziemlich m«kivürdiges Schweinchen. Kops und Rüssel waren nämlich ergen- tümlich gefärbt, so etiva wie die Physiogiwinie eines sogenannlcir Teddy-Bären. Dadurch geivann das Schweinchen ein zwar von ihm ungewolltes, aber trotzdem komisches, possierliches Ansehen. Es wurde von meiner Frau und mir da draußen auf dem Lande ein- gehaichelt (trostreich war es, daß unser Oberbürgermeister mit den billigen Preisen tatsächlich Recht hatte). Meine Frau hätte „das liebe Ti«chen" am liebsten gleich aus ihren Arinen fortgetragen. Die Billigkeit des Schweinchens wurde allerdings durch den teuren Transport stark beeinträchtigt. Klug, wie ich nun einmal bin, und durch die von meiner Frau zuweilen beliebten Experimente aus Borbeugungsmaßregcln geeicht, bestand ich darauf, daß „uns« Schweinchen" am Sonntag-Nachmittag, um welche Zelt uns« Haus ziemlich unbelebt ist und die übrigen Hausbewohner auswärts sind, einpassierte. Was natürlich den Transport verteuerte. . . ~ , Bis zum feierlichen Moment der Ankunft des Ferkelchen- unter hielt mich meine Frau von den Eigenschaften, der Psyche, der Verpflegung, der Haltung und Krankheiten des Schweines im allgemeinen. Insbesondere imponierte rhr die durch das Konversa- tionsl«ikon erhärtete Tatsache, daß das Schwein denselben Krankheiten wie der 9Nensch unterworfen sein könne. Das Schweinchen kam also pünktlich ani Sonntagnachmittag an und machte sich im Hause durch herzhaftes Quieken bemerkbar. Ganz natürlich, da der summarische Transport in einem Sacke dem „lieben Tierchen" lvcnig behagte. 9hnt, es landete schließlich glücklich auf dem Balkon, den meine Frau zur Wohnstätte für das kleine Borstentier eingerichtet hatte. Die Ausstattung war einfach: Stroh und Heu, nicht zu knapp, ein netter, zierlicher Kuttertrog und als Hauvtstück eine mit Roßhaar gestopfte Matratze, gerade so groß, daß ein vernünftiges Schwein sich beguem daraus ausstrecken konnte. Der liebenstvürdige B«käuser des Schiveinchens hatte kauin meine Wohnung verlassen, nicht ohne aus dem Teppich einige Spuren seiner heimatlichen Mutter Erde zu hinterlassen, als meine Frau geschäftig meinte: „Bor allem muß „Jumbo" jetzt etwas zu fressen haben." „Jumbo?" echote ich. .Mm, nattirlich," tvar die Antwort meiner Frau, „das liebe Tierchen muß doch einen Nam«i Haben." „Aber Jumbo ist ösl ws der Name des ElepHanten," erlaubte ich mir bescheiden zu bemerken. Woraus meine Frau dekreti«te: „Das ist egal, es soll Jumbo heißen, an den Namen habe ich mich schon gewöhnt." Also gut, Jumbo! Indes will ich hier gleich einschalten, daß es mir niemals llar geworden ist, ob das Schwein auf seinen Namen jemals gehört hat oder nicht. Schön! Jumbo bekam sein erstes Futt«. Eine ganze große Karafsc Milch in einer Waschschüssel. Zwar war es mir unerfindlich, warum, gerade diese Schüssel zur Empsangsmahlzett benutzt werden mußte, allein der bei mir aufkeimende Widerspruch brauchte sich nicht erst bemerkbar zu machen, da Jumbo die Streitfrage kurzerhand löste. Das Schwein stürzte sich mit Wonne auf die Milch, schleckte und grunzte wohlgefällig und schob schließlich die Schüssel so energisch gegen das eis«ne Balkongitt«, daß bs einen Knacks gab und die Schüssel in mehrere Teile zerfiel. „Macht nichts," meinte meine Frau, „jedenfalls hat es ihm geschmeckt". Immerhin erlaubte ich mir die schücht«ne Anfrage, ob Jumbo stets nur Milch bekomme. „So ein Mann versteht doch nichts von der Schweinezucht," war die stolze Antivort meiner Frau. Spruchs und machte nun Jumbo seine eigentliche Mahlzeit »ach der Vorspeise zurecht: Kartoffeln, Rüben, Kleie und sonstige schöne Sachen, das ganze als eine dickflüssige Brühe. Junibo schien auch das Futter, das ihm im Troge v«abreicht wurde, trefflich zu munden. Ob dieser von meiner .Frau entwickelten Sachkenntnis fühlt« ich mich zu der Anfrage veranlaßt, woher sie denn ihre Kenntnisse für die richtige Behandlung Jumbos habe. Ihre Antwort bestand in einem Büchlein, das sie mir unt« die Nase hielt: ,,D« erfahrene Schweinezücht«". Als ich am Abend dieses Werk eines echten und rechten Schweinesachverskändigen studi«te, waren es zwei Gefühle, die bei mir emporsttegen: ein«s«its die Anwartschaft aus noch inanche vntvickelte Tage, die Jumbo bereiten werde, andererseits die begründete Hoffnung, daß das liebe Tittchen wesentlich früher, als von meiner Frau beabsichtigt, den Weg alles Schweinefleisches gehen werde. Jumbo „lebte sich ein", wie ineine Frau sagte. D« Balkon war mindestens 10 Quadratinet« groß und bei dem schönen Wett« konnte es der Borstenträger immerhin aushalten. Daß meine Frau nunmehr außerordentlich beschäftigt war, da Jumbo täglich dreimal sein Futter haben mußte, daß unendlich« Niengen Milch im Haushalt verbraucht wurden, daß Jumbos Stimme keineswegs einen Ohrenschmaus bedeutete, nun, an solche Dinge gewöhnte ich inich. Um gerecht zu sein, ich hatte auch ilebenbei meinen Spaß bei d« Sache. Meine Frau hatte es sich in den Kops gesetzt. Junibo zur Ordnung und Sauberkeit zu erziehen. Nun »röchle ich das Schwein kennen lernen, das diesen beiden Begriffen nicht ebenso berechtigten wie energischen Widerstand entgegensetzte! Tie Reinigung des Balkonstalles war denn auch ein tätliches Fest für mich, weil ick nrich daran prinzipiell nicht beteiligte. Meine Frau und unsere Äufwärterin bemühten sich mft Ernst und Eifer, täglich die Schweinewohnung „menschlich" zu gestalten: mein Verdacht, daß meine Frau die Aufwärtnin mit klingender Münze bestochen hatte, besteht heute noch. Junibo wedelte stets freundlich mit seinem Ringelschwäuz>hen. was meine Frau als Zufriedenheft des neuen Hausbewohners annahm; auch die kleinen, munteren Schweins äuglet» blickten v«gnüglich in die Welt. Soiveit war alles drei Tage lang gut gegangen, dann begamren die Differenzen. Des Morgens in aller Frühe stürmte meine Frau zri mir, so daß ich. vor Schreck mich mit dem Rasiermess« schnitt, rufend: „Männchen, sieh nur, Ivas mit unserem Jumbo passiert ist!" 9hm, es war weiter nichts passiert, als daß Juinbo üb« Nacht Haare bekommen hatte, Ringel locken, die den ganzen Körper übcr- säten. Schöner war das Schiveinchen nicht eben geworden, ab« es gab einige Abivochselung, Drei Tage lang hatte Jumbo daS Roßhaarkisien geduldet, allerdlugs ohne ihm Beachtung zu schenken, da ihm Stroh und Heu eine angenehmere Lagerstätte schienen. In per letzten Nacht hatte er das Kissen genau« untersucht, das Roßhaar herausgeivühlt und sich damit umkleidet. „Juntbo muß gebadet ioerden," entschied meine Frau und allsogleich ward dies ins Werk gesetzt. Daß nach dies« Prozedur meine Frau keinen trockenen Faden an sich hatte, war nicht Jumbos Schuld. Jedenfalls erstrahlte Jumbo fünf Minuten lang in erfrischender Saub«keit und das Roßhaarlager verschivand. Natürlich waren die Hausbewohner ob d« Geschäftigkeit auf denr sonst so stillen Balkon und der eigentümlichen Grimztön« mit d« Zeit ausmerksanl g«vord«n, und so «schien denn eines Tages der Hauswirt mit streng« Miene. Und da konnte mm mm sehen, was die bestrickende Liebenswürdigkeit ein« Frau vermag. Ob es dieser allein, dem Sprechantsmus mein« vttchrien Ehehälfte oder denr Appell des Oberbürgermeisters zuzuschreiben, genug: der Hauswirt trollte sich mit süß-saur« Miene und Jumbo behielt seinen Balkonstall, , . , , Kurz darauf war es, daß ich eines Mittags nach Hause kam, in den Korridor ttete, mir etwas unt« d«r Beinen davonrast und in nicin Arbeitszimmer schießt. Freund Jumbo war es, der «ne Entdeckungsreise machte. Zwei Büsten, die allerdings an ihren: Standort auf Schweinebesnch nicht gerechnet, flogen h«ab, dazu ein 686 paar Bücher, die Jumbo als eßbar erachtete und ein beinahe fertiges Manuskript, das er sich sofort einverleibte; da ich leichtsinniger- weise auch eine Tintenslasche achtlos aus der Hand gesetzt hatte, kam auch diese zu Fall, und Jumbo war plötzlich schwarz gesprenkelt. Meine Frau mit „Husch, husch, willst du wohl raus I" immer hinter Jumbo her, Nu», das Ende war, daß Jumbo wieder einmal in das Badesaß kam. Während dieser Schweinewäschc erhielt ich Aufklärung, Das „liebe Tierchen" mußte Bewegung haben, die allerdings nach den Absichten «»einer Frau nur auf die Küche am Balkon beschränkt lei» sollte. Durch mein plötzliches Komnren war meine Frau veranlaßt worden, einen Blick aus den Korridor zu werfen, Jumbo war durchgeschlüpft und meine Schuld «var es, daß ich «vieder einmal die Tür ineines Arbeitszimmers ossen gelassen hatte, Mnter uns gesagt, die Sache stimmte durchaus nicht: ich Pflege Türen stets zu schließe» und für das „wieder einmal" lag ein Präzedenzfall nicht vor,) Am nächsten Tage kommt meine Frau ganz trübselig zu «nir, ich «nöchte mir einmal „unfern Jumbo" ansehen, der sei so sonderbar, So fand ich ihn freilich nicht, vielmehr reicht natürlich. Er «var nämlich aus dem Balkon eisrig damit beschäftigt, Stroh und Heu und was da sonst noch lag, zu dnrchstöbern, wie denn bekanntlich es Schioeiireart «st, die Nase resp, den Rüssel in alles hineinzustecken. „Mer »vas ivill er denn?" jainmertc meine Frau, „er kriegt doch sein ordentliches Fressen!" „Was er will?" und jetzt «var ich stolz aus meine Wissenschaft, „wühlen «vill er, «vie das alle Schrveine tun, nach Würmern suchen und ähnlichen Leckerbissen, an« liebsten wäre ihn« eine gehörig« Bortion Schlamm, in dem er sich wälzen könnte," „Ach Gott, das arme Tier I" flötete meine Frau, und ich «vußt«, daß meine stille Hoffnung sich noch niiht ersllllen sollte. Eine längere Weile hockte meine Frau über dem sainosen Schweinebuch, dann, als sie es zuschlug, sagte sie glänzenden Auges und sichtlich befriedigt: „Gut, dann soll er auch gleich Eicheln haben," Dunkel «var der Rede Sinn, Aber ich erhielt sehr bald Klarheit, Am Nachmittag verschwand ineine "Frau, und als sie am Weich zurückkehrte, sah sie äußerlich stark reduziert aus. Dafür aber hatte Jumbo seinen Wille», Die Eicheln, die ineine Fra>t im Walde gesucht hatte, mundeten Jumbo vorzüglich. Die mitgebrachten Würmer aber, die wurden für den nächsten Tag ausbewahrt, DeS Morgens ward Jumbo in die Küche hineingelassen, und meine Frau betrat den Balkon, dessen Tür hinter sich schließend, „Er darf eS nicht sehen, sonst kann er nicht lange genug suchen," meinte meine Frau und verteilte die Würmer kunstgerecht in Stroh, Heu und Schinutz, Jumbo war inzwischen in der Küche hcrumspazicrt und hatte sich nicht- weisiger als sauber betragen, „O du Schwein!" ries ich ihm »u, als meine Frau nsteber in die Küche trat, „Wer Mann, «vie kannst du dich so vergessen, solche Ausdrücke!" ries meine Frau, Noch mancherlei könnte ich erzählen von Jumbo, aber schließlich wird man das „liebe Tierchen" aus den. Erzählten so einigermaßen kennen gelernt haben, Kinder erschienen ini Hvfe und er- K en diesen init Rusen nach Jumbo, dessen Rus weit über unser « hinausgedrungen «var; ivas blieb da übrig, als die Kleinen, denen sich so »ft die Großen anschlossen, zur Besichtigung des WnnderschweinchenS herauszubitten Geschenke kamen an für Jumbo in Gestalt von Kartoffelschalen; als ob es bei uns keine solchen Leckerbissen gab. Eines Tages mußte der Tierarzt bei Jumbo erscheinen, «veil er sich die Pfote ain Gitter des Balkons verivnndet hatte; Verband; drei Mark Honorar, Ein anderinal erschien eine etwas seltfam ausschanende Persönlichkeit; der Mann hatte von Jumbos «Schönheit und Fähigkeiten gehört und «vollte ihn zur Dressur ftlr einen ZtrkuS kaufen. Auch die Gesnndheitskommission erschien, weil ihr diese Schweinehaltung bedenklich vorkam; z«var machte ich ihr heimlich ein Auge, allein die Beredsamkeit meiner Frau drang durch mtb Jumbo blieb. Bitter ivareu mehrere Mahnbriefe, die ich erhielt: ich hätte »lich zwar aus die schlechte Zeit berufen und deshalb Stundung erhalten, allein «ver solch' seltenes Sehwein habe, könne bezahlen. Nun, es hat alles eln Ende, und auch „mein Schweinchen." hatte eS, Und daS kam so, «Nit der Zeit war man in di« naßkalte Witterung hineingekommeii und Jumbo ivurde es auf dem Balkon ungeniütlich. So ging denn meine Frau eines Tages daran, die Gitter mit mehreren alten Steppdecken, die noch genügend Walte enthielten, zu verkletden und gilt zivei Drittel des Balkons mit einer Holzdecke zu bedache». In diesen iniprovisierten Stall kam reichlich stroh und He», »nd so war Jumbo recht gut untcrgcbracht und vor der Unbill der Witterung geschützt. Daß meine Frau nebenbei die Anbringung einer Art Heizung mittels Rohrleitung erwog, habe ich erst später erfahre». Dazu, sollte es nicht mehr kommen, denn bereits zivei Tage später brach das von mir heimlich längst ersehnte Verhängnis herein. Es mochte ein gutes Stück über Mitternacht hinaus sein, als mich eui nicht eben sanfter Rippenstoß meiner Frau weckte, „Mäiin- chen, hörst du nichts?" Gewiß hörte ich jetzt etwas, und ärgerlich über die gestörte Nachtruhe, brummte ichr „Das verdammt» Schwein, der Teufel möge es holen!" „Aber Männchen," begütigte meine Frau, „wie kannst du nutz so sein, wer weiß, was dem armen Tier fehlt," Na ja, wir machten uns also beide aus den Federn und «van» delten zum ^Balkon, Junibo quiekte erbärmlich, als ob er jetzt! bereits am Spieß steckte, der ihm später beschieden sein sollte, Al» uns das /.liebe Tierchen" hört«, setzte die Schlveinemelodte um so stärker ein. Indes war von Junibo nichts zu sehen und deshalb! hieß das erste Gebot: Licht! So rasch als möglich erschien denn auch meine Frau mit der Küchenlampe, Inzwischen drang aber von unten heraus eine Stimme: „Donnerwetter, hat diese verdammt« Schweinerei nicht bald ein Ende?" Auch in den gegenüberliegenden Höfen wurde es au den Fenstern hell und weiße Gestalten erschienen, die niehr oder minder schlechte Witze machten. Ich aber suchte Freund Junibo und der steckte in seinem Stall und schrie und schrie. Ich kroch auf allen Vieren in die Stallung und versuchte Juinbo zu packen. Kaum hatte ich ihn aber angerührt- als er nur noch jämmerlicher quiekte. Da mußte etwas nicht trt Ordnung fein. Kurz entschlossen, begann ich das improvisierte Dachl des Stalles zu deniolieren, was natürlich nicht ohne etlichen Lärm abging und mir allerlei hiibsche Bemerkungen cintrng: „Er wird das Haus kaput machen, — nehmen Sie eine Granate, das hilft besser, — das Schwein wird voll sein!" — Endlich war die Bahn zu Jümbo frei. Der hatte juffin de« Nacht erforschen geivollt, was cs mit der «warmen Balkonverklei» düng für eine Bewandtnis habe. So hatte er sich durch die Steppdecke hindurchgcarbeitet, war aber mtit dem Rüsffel zwischen den! Gittcrverzierungen des Balkons hängen geblieben und konnte mm! weder vorwärts noch rückwärts, Um es kurz zu sagen: ich arbeitete, unbekümmert um die asiseitig gestörte Nachtruhe, mit Hamme« und Feile, bis Jumbo wieder frei war und durch ejn wohlgesällt- ges Grunzen seiner Befriedigung Ausdruck gab. Am nächsten Tage erschien der Hauswirt: „Entlveder ziehen Sie aus oder Jumbo verschnnndet!" Ich machte schüchterne Einwendungen, während meine sckpvarze Seele frohlockte; aber meine Frau hat mir meine Reden hoch angerechnet. Sie fügte sich, weil sie eben mußte, mit der Hausfriede wurde aus der Grundlage geschlossen: bis zuni Abend ist Jumbo aus dem Hause, Nachdem meine Frau ihre Tränen gettocknet, ineinte ich Ult- schuldsvoll; „Ja, dann iverdein wir Wohl Jnncho jetzt eben zun« Metzger bringen müssen," , Meine Frau sah mich groß an, und kalt kam es von ihren Lippen; „Du meinst doch nicht, daß ich einen Bissen von dem lieben Tierchen über die Livpen bringen könnte!" ,S$a, aber was sangen ivir mit Jumbo an?" Meine Frau zog sich zurück und erschien nach einer Weite mit einem knallroten Bändchen. „Das kriegt Jumbo zum Abschied um den Hals," sagte sie, „und nun bringen wir das lieb« Tierchen zum Roten Kreuz, die können Jumbo den Soldaten in» Feld schicken!" Und so geschah's, obscho» der Transport wiederum mii einigen Schwierigkeiten verknüpft war, uanientlich bis wir aus dem Haus« unv außer Sehioeite der Nachbarschaft ivaren. In der Sammelstelle des Roten Kreuzes «var man über diele lebendige Liebesgabe einigcrinaßen venvundert, und fast hätr« «r noch eine Differenz gegeben, als der Vorsteher der Annahme» stelle meint«: „Na, dann lassen «vir es eben —" Ter gute Mann hatte sicherlich „schlachten" sage» «vollen, ich aber siel ihm, «inen geheinien Wink gebend, in die Rede: „an die Front gehen, da haben unsere Soldaten etwas Lebendes u«n sich," Ter Vorsteher nickte verständnisinnig, und wir zogen ab. Ich aber hoffe, daß Jumbo auf die older andere Weise von »ns,wen braven Kriegern im Felde versorgt «vorden: «ver «veiß, ob das rote Band von ihm noch übrig geblieben! ttreuz- und Auerrätsel. 1 4 «>» kleiner Körperteil. 1 8 ein spitzer fester Keil. 2 1 als Stadt nicht unbekannt. 2 8 tilmmft «nanchnial du zur Hand, 4 3 führt jedes Schiff mit sich; Nun rate, Freund, doch quäl' dich nicht. Auslösung in nächster Nuinmer. Auslösung der Königspromenade in poriger Nummer > Ziveierlei last dir gesagt sein, Willst du stets in Weisheit «vandeln Und von Torheit nie geplagt sein: La» das Glück nie deine Herrin, Nie daS Unglück deine Magd sein. Bodenstedt. ) Schrtstleitnng: Ang, Goctz, - RotalionSdruck mtd Perlag der Brühlffche» UnivtrsitcitS-Buch- und Steindruckerej, N, La««ge, Gicßeiz.