Die hundert Tage. kstoman aus dem Jahre 181.5 von M. von Witten. (Nachdruck verbalen.) (Fortsetzung.) Droben auf der Höhe über dem Schlößchen Frischermont hält noch immer Blücher mit seinem Stabe. Die Stunden qualvollsten Harrens dehnren sich ihnen zu martervollen Ewigkeiten. Endlich, endlich, es ist viereinhalb Uhr, sind die beiden vordersten Brigaden Bülows dicht aufgeschlossen zu beiden Seilen des Waldweges verdeckt aufmarschiert. Die Reservckavallerie hinler dem Walde. Denn die beiden andern Jnsanlerie-Brigaden sind noch weit zurück. So geht es aus dem langgestreckten Höhenrücken aus das Dorf Plancenoit zu. Die grünen Husaren voran. Der Feldmarschall an der Spitze. Otto dicht neben ihm. Eine kleine feindliche Reiterabteilung, die herangevlänkclt, wird geworfen. Aber da preschen schon stärkere Reitermassen heran. Sie zwingen den Feldmarschall, sich bis hinter das Fußvolk zurückzuziehen. Kaum, daß dieser Angriff zurück-- gewiesen, iversen sich auch schon französische Schützen dem Vorwärtsstreben der Preußen in den Weg. Aber jetzt — fast daß die Brigade Hillcr das Dorf Plancenoit schon erreicht hat, — jetzt rücken starke französische Kolonnen gegen die Preußen heran. Die stürzen sich dem Feinde entgegen. Ein wilder Kamps entbrennt um das Dorf und die anliegenden Höhen. Noch sind die Preußen zu schwach Die letzte Infanteriebrigade fehlt »och immer! Und das Korps Pirch ist noch weit zurück. Plancenoit aber muß genonimen werden! Drüben bei La Haye Saint scheinen die Verbündeten zu unterkicgen! Eine französische Batterie fährt dort neben dem heiß umstrittenen Gehöfte ans. Und daran voriiber wogen die unzähligen Reitcrgeschwa- der Neys von neuem die Höhe von Mont-St.-Jean hinan! Blücher entsendet Otto von Jäger an General Zielen, der mit seinem Korps den etwas nördlicheren Weg über Ohein cingeschlagcn. Er soll sosort sich nach Plancenoit heranziehen. Mer als Otto den General! Zieten erreicht, ist eben auch der General von Müffling, der preußische Bevollmächtigte beim Stabe Wellingtons, bei ihm eingetrofsen. Die Not bei den Verbündeten ist groß. Nicht nur La Hape Saint, auch Papelotte und La Haye sind ihnen entrissen. Die Brigade Ompteda nahezu vernichtet, die von Alten und Kielmannsegge aufs äußerste geschwächt — das Zentrum des Herzogs beginnt zu wanken. Und dabei biausen immer von neuem die wilden Kavalleriemassen Neys in ivutendem Anprall gegen die heldenmütigen Verteidiger von Mont-St.-Jean heran. Wie lange vermögen sie noch stand zu halten? Müsfling beschwört Zieten, dem linken Flügel des Herzogs zu Hilfe zu eilen. Und Zielen? — — 1 — Bei Belle-Alliance aber steht der Kaiser. Mit düsterm Blick starrt er über das Schlachtfeld. Neys letzter verzweifelter Reiterangriss ist von neuem zurückgewiesen. an den Menschenmauern dort drüben wie an Felsen zerschellt. Und doch! Er sühlt's. In ihren Grund- festen sind sic erschüttert. Noch ein, zwei gewaltige Stöße, — sie niüssen zusammenbrechen! Aber im Osten drohen die Preußen. Die vor zwei Tagen geschlagenen Preußen, die Marschall Grouchy verfolgen und völlig aufreiben sollte! Sie müssen dem Marschall entwischt sein — diese verdammten Prussiens! Sollen die ihm etwa doch noch den Untergang bereiten? Schon hat er acht Bataillone seiner jungen Garde dem General Loban nach Plan- cenoil zur Unterstützung senden müssen! Und jetzt — letzt —I Die Franzosen räumen das Dorf, das den Rücken des französischen Heeres deckt! General Morand mit vier Bataillonen der Alten Garde vor! Plancenoit d a r f n i ch t verloren gehen! » Schon senkt sich der Abend über das Feld blutigsten Ringens. Soll sich der Kaiser mit dem festen Kern seiner Garden, die ihm geblieben, zurückziehen? Soll er die Schlacht abbrechen? Dann steht er morgen den vereinten Heeren Blüchers und Wellingtons gegenüber. Nein! Nein! Es bleibt ihm nur eins! Er muß das Glück zwingen! Er muß es heute zwingen! Seine Garde, die Alte Garde muß ihn retten! Er wirst sich aufs Pferd. Er reitet zu seinen Garden, zu ihnen, die in unzähligen Schlachten seinen Ruhm begründet. In Angriffskolonnen stehen sie formiert. Gewehr bei Fuß. Mit zärtlichem Stolz, ruht Napoleons Auge auf ihnen. „Meine Kinder! Rettet das Vaterland!" Ein brausender Jubel antwortet ihm. General von Eure, der vor der Front seiner Division! hält, zieht seinen Degen und lenkt sein Pferd an Napoleon Bonaparte heran. „Mein Kaiser! Führe uns! Wir werden siegen!" Erneuter Beifallssturm — ein tausendfaches Echo: „Führe uns! Wir werden siegen!" Und an der Spitze seiner Unbesiegten steigt Napoleon in die Ebene hinaub. Das Herz von Stolz geschtvellt. In hell aufslammendem Enthusiasmus schließen sich all« kampsfähigen Truppen in breiten Kolonnen ihm an. Was ist das? Vom Nordvste» her — Kanonendonner? Der Kaiser erbleicht. Im nächsten Augenblick sprengen Adjutanten die ganze Linie hinab — hinaus. 'Der Marschall Grouchy ist cs! Der jüngste Märschall Frankreichs, der die Preußen verfolgen sollte! Er naht jetzt zur Unterstützung! So verkünden sre den Garden. Und ut jauchzender Siegesgewißheit geht es in die Schlacht. Bis. 622 in die Geländemnllxe stihrt der Kaiser seine Garden. Dort Überträgt er Ney das Kommando. Gewehr im Arm rückt die Phalanx vor. Der Sturmmarsch heult. Die Höhe ist erklommen unter dem Hagel der Geschütze — bis hinein in die englische Mitte dringt der gewaltige Stoß. Das wankend« Zentrum ist durchbrochen! Aber schon wirst WeMngton seine Garden den französischen Eindringlingen entgegen. Die Kavallerie des linken Flügels wird in die Mitte gezogen — denn die Preußen, Zieten mit seinem Korps, sind auf dem linken Flügel eingetrosfen! Ihre Reservekavallerie wird die englischen Reiter ersetzen. Mit Jubelruf werden die Ulänen von einem Regiment schottischer Infanterie, neben das sie zu stehen kommen, empfangen. Wie Erlöser begrüßt. Aber schon wendet sich jedes Auge wieder mit tiefem Ernst dem furchtbaren Ringen zu. Zwei Batterien der Preußen nehmen die Pachthöfe La Haye und Papelohte unter Feuer — die preußische Infanterie soll sie zurückerobern. Im Zentrum aber steht die Schlacht auf Messers Schneide. Da! — Der französische Anprall stockt — von allen Seiten hat der Herzog seine Truppen auf die Ueberkühnens geworfen — er kann es, darf es tun: die Preußen sind da! Und jetzt stürzen die französischen Garden wie niedergemäht, ihre Stabsoffiziere sinken sterbend zu Boden. Ney wird das fünfte Pferd unter dem Leibe erschossen. Er sucht den Tod. Er findet ihn nicht. Die „Unbesiegbaren" fluten besiegt den Hang hinab. Und im gleichen Augenblick dringen die Preußen in La Haye und Papelotte ein. Die Pachthöfe sind im Sturm genommen. General Durette, dein sie entrissen, wird auf das eigne Heer zurückgeworfen. Und nun brechen die Ulanen mit den anderen Regimentern der Zietenschen Reservekavallerie vor. Eine Panik entsteht. Nicht GivouchY ist's, es sind die Preußen! „Verrat! Verrat! Wir sind verraten!" zuckt's wie ein Lausfeuer von Mund zü Münd — durch die endlosen Reihen der Franzosen. Das stolze Heer, das eben noch! bereit war, für seinen Kaiser zu siegen und zu sterben, es weicht in kopfloser Flucht zurück. Da läßt auch Wellington das langgczogene Signal „Avancieren!" ertönen. Die ganze englische Linie rückt vor — den Weichenden nach.-- Bei Belle-Alliance steht der Kaiser. Mit aschfahlem Gesicht. Sein starrer Blick umschließt sein auseinanderwogendes Heer, das noch .eben sein Stolz und seine Hoffnung! gewesen. Dränen schießen ihm in die Augen. Die Stimme versagt ihm den Dienst. Jählings jedoch — mit wildem Entschluß — spornt er sein Pferd. Er wirft sich den zuriickweichenden Massen entgegen, wirft sich mitten unter fte. „Meine Kinder! Wir haben in zahllvfen Schlachten gesiegt! Folgt mir! Rettet Frankreich! Ich führe euch auch heute zum Siege!" Aber seine Macht ist gebrochen. Er hat die Gewalt über die Gemüter verloren. Von dem zurückflutenden Meere wird er mit fortgerissen — widerstandslos. Ms nach Belle-Alliance. Da stehen noch ein paar Bataillone der Alten Garde. Völlig intakt. Wie Felsen im brandenden Meere. 'Das ist Rettung! Rettung! Napoleon wirst sich auf sie, — läßt die lodspeienden Geschosse ihrer Batterien auf die Massen der Verfolger richten. Fast scheint es, als wolle in das flüchtende Heer ein Aufatmen, der Schimmer eines Besinnens kommen — da! Ein neuer furchtbarer Schrecken! , Kartätschenfeuer im Rücken! Die Preußen haben Plancenoit erobert. „8auvo qui peut! Sauve qui peut!“ ©in wahnsinniger Schrei gellte es aus tausend und abertausend Franzosen- kehlen. Alle Disziplin ist im Nu gelockert, die Flucht artet in chaotische Auflösung aus. Wie in den rettenden Hasen flüchten Generäle und Fahnenträger zu den paar Bataillonen der Alten Garde, bei der Napoleon noch immer hält — betäubt, gelähmt vom Zusammenbruche seines Glückes, an das er noch vor wenigen Sekunden geglaubt. Aber wie Blei im Feuer schmelzen die Glieder der Unbesiegten vor dem dreiseitigen Ansturm ihrer Feinde zusammen. In kalter Verzweiflung will sich Napoleon in eines der Vierecke zwängen, um mit seiner Garde zu sterben. Da fühlt er sein Roß zurückgerissen. Aufblickcnd sicht er in Philipp von Eures todblasses Antlitz. „Sire! Wie danke ich Gott, daß ich Sie endlich gefunden!" ruft er mit fliegendem Atem. Seine schönen braunen Augen umfassen mit tiefer Trauer Napoleons in sich zusammengesunkene Gestalt. „Sie dürfen nicht sterben! Wollen Sie dem Feinde noch diesen Triumph gönnen?! Schmachvoller Tod oder schimpfliche Gefangenschaft — das wäre Ihr Los! Sire, solange Sie leben ist nichts verloren!" Mit beschwörendem Flehen hat er auf den Kaiser cin- gcsprochen. Bei den letzten Worten geht es wie eine Hoffnung über Napoleons aschfahles Gesicht. Nein! Solange er lebt ist noch nichts verloren. Tausend Möglichkeiten birgt der koirr- mende Tag in seinem Schoße! Tausend Glücksmöglichkeiten. „General Cambronne wird mit dem letzten Rest der Garde Ihren Rückzug decken", drängt Philipp von Neuem. „Denken Sie an (Ttm, an Ihre märchenhafte Wiederkehr, Sire! Retten Sie sich! Folgen Sie mir!" Schon wendet Napoleon den schönen weißen Perserhengst. „Wohin?" „Nach Gcnappe. In das Haus meines Bruders. Es steht abseits vom Wehe. Da sind Sie und Ihr Stab für diese Nacht geborgen." * Fahlblau ist der Himmel. Mit Sternen übersäet. Feierlich still die Nacht. Ihre blauen Schleier decken milde das grausige Elend des Tages zu. Selbst das brennende Schloß von Hougomonl und die flammenumlodcrteu Höfe weiß sie in Schönheit zu verklären. Droben aus der Höhe, aus der noch vor kurzem Napoleon gestanden, halten Blücher und Wellington sich in tiefer Ergriffenheit umsangen. Und von irgendwoher wehen heilige Klänge über die Wahlstatt hin. Sind's Klänge aus Gcis'"r- mund? Von Menschenlippen? Mit einem Male schwellen die Klänge an zum brausenden Meere — die schlachtenmüden Krieger singen, alle Kapellen fallen ein: „Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen!" Das deutsche Dankgebet steigt, getragen von heiligster Begeisterung, zu Gott hinan. Der Himmel wird zum Tom, die Sterne zu Kerzen — die blutige Wahlstatt zum Altar — Gott ist nah. Er ist in den Herzen der Sieger. Sic fühlen seines Odems Wehen. Heut sind all die unzähligen Tränen, heute ist all das vergossene Blut, aller Jammer, alle Schmach der letzten zehn Jahre gesühnt! Europa ist frei! Gott hat den Tyrannen gerichtet! — Und noch einmal reichen sich Blücher und Wellington die Hände. „Sie haben den Dämon besiegt", sagt Blücher in edler Bescheidenheit. „Nicht ich! Nicht ich!" wehrt Wellington ab. „Ich müßte mein besseres Gefühl verleugnen, wenn ich nicht offen eiir- gestehen wollte, dieser herrliche Sieg ist nur der rechtzeitigen Hilfe des Marschall Vorwärts und seiner Preußen zu danken!" „Wie der beispiellosen Standhaftigkeit des eisernen Herzogs und seiner Heere!" entgegnet der greise Held. Tränen glänzen in seinen Augen. Da'klingt eine neue Weise den Hügel herauf. „Heil dir, im Siegerkranz", braust es in anschwellenden Akkorden über das Schlachtfeld hin. Nicht nur die Preußen siuaen's, nicht nur die Hannoveraner und Braunschwciger und Nassauer, die den Briten verbündet — die englisch-schottischen Kameraden selber, denen die liebe schöne Melodie Heimatklang ist, sie fallen jubelnd ein. Und wie der inbrünstigste Choral, aus aller Munde gesungen, so strebt auch dieses Lied zum Himmel hinan. Deutsche und Briten sühlen's im tiefsten Herzen: Dieser? Tag — er hat sie zu Brüdern gemacht. Eine der folgenreichsten Schlachten der Weltgeschichte ist geschlagen. Aber der Tyrann soll nicht nur geschlagen, er soll auch vernichtet werden! Während Wellington seine Truppen sammeln und ruhen heißt und selber in sein Hauptquartier nach Waterloo zurückkehrt, geben Blücher und Gneiseuaus feurige Seele», von der Notwendigkeit einer endlichen Vernichtung Napoleons erfüllt, nicht Ruhe. Blücher versammelt seine höhere» Offiziere um sich. Der 828 — letzte Hauch von Mann und Roß soll aufgeboten werden, um den Usurpator und sein Heer für immer zugrunde zu richten. Und der zweiundsiebzigjährige Held, seines leidenden Zustandes nicht achtend, läßt es sich nicht nehmen, selber die Verfolgung weiter zu führen. Sv geht es, drei Schwadronen der Braudenburgischen Ulanen an der Spitze, hinein in die Nacht. Auf der breiten Chaussee dem geschlagenen Heere nach. (Fortsetzung folgt.) Die Bekämpfung der ..Nanonentaubheit". In einer Beziehung sind die eigenen Geschütze, besonders die schwersten Kaliber, gefährlicher als die des Feindes: der gewaltige Knall der Entladung wirkt schädigend aus die Gehörtverkzeuge der Kanoniere. Es ist nicht ganz einfach, Ohrverschlüsse oder ähnliche Hilfsmittel herzustellen, die gegen die Schädigung durch Kanonendonner sichern. Schädigung des Gehörs durch den Knall der Geschützentladung, die sogenannte „Kanonentcrubheit", ist, wie ein Mitarbeiter des „Medical Record" angibt, gar nicht selten,' die Entladung eines einzigen Geschützes kann nach diesem amerikanischen Arzte Kanonentaubheit bei einer ganzen Reihe von Mannschaften gleichzeitig Hervorrufen, und bei einenr heftigen, andauernden Artilleriezwcikampfe lwie ihn der gegenwärtige Krieg täglich bringt), ist es geradezu ein Wunder, wenn keine Fälle von Kanonentaubheit Vorkommen. Im russisch-japanischen Kriege wurden unter 1791 verwundeten Ueberlebenden einer Seeschlacht 116 Fälle von Schädigung des Gehörs durch den Kanonendonner gezählt. Bei der Schifssbesatzung ist die Frage, wie die Kanonen- taubheit zu bekämpfen sei, viel schwieriger zu beantworten, als bei der Artillerie an Land, denn diese kann sich in gewisser, sicherer Entfernung von den feuernden Geschützen ausstellen, während den Schiffskanonieren dies unmöglich ist. Die Erfahrung gibt den Artilleristen sehr rasch ein ganz einfaches Schutzmittel gegen den Kanonendonner in die Hand: während das Geschütz gelöst Ivird, machen sie den Mund weit aus. Die Folge davon ist, daß die Luft- erschütterung die empfindlichen Teile des Ohres von außen, durch den Gehörgang, und von innen, durch den Mund und die eustachi- sche Röhre, gleichzeitig erreicht, wodurch die schädigende Wirkung bedeutend abgeschwächt wird. Von der Wirksamkeit dieses einfachen Knisss kann man sich leicht überzeugen, ohne gerade neben einer feuernden Kanone stehen zu müssen, denn er ist ebenso wirksam wie bei anderen starken Geräuschen, wie sie etwa in technischen Betrieben Vorkommen. Amerikanische Seeleute sollen, um nicht bewußt an das Ocffnen des Mundes denken zu müssen, während des Feuerns ihrer Geschütze Kaugummi oder irgend etwas anderes im Munde kauen, was zum häufigen Oessnen des Mundes Veranlassung .gibt. In der' japanischen Marine suchten während des russischjavanischen Krieges die Aerzte den Ohrschädigungen durch Geschützdonner dadurch vorzubeugen, daß sie vor der Schlacht Watte unter die Mannschaften verteilten und Befehl gaben, die Ohren seien mit Watte zu verstopfen. Die Maßregel hatte nicht den gewünschten Erfolg: es kamen doch eine ganze Reihe von Schädigungen des Gehörs oder vollständiger Ertaubung vor, wobei es wirklich noch nicht feststand, ob die Maßregel an sich unwirksam war oder ob es an ungenügender Anwendung lag. Bor drei Jahren hat die britische Admiralität ein Gemisch von Baumwolle, Wolle und einer wachsartigen Masse als Ohrverschluß empfohlen, das jedoch auch nicht allen Anforderungen entspricht, die man stellen muß: der Ohrvcrschluß soll die Stärke des Schalles vermindern, aber natürlich die Hörsähigkeit während des Dienstes nicht wesentlich beeinflussen: er muß leicht an- zubrin^en und zu entfernen sein, er darf das Ohr nicht reizen, er muß billig fein, damit derselbe Ohrverschluß nicht zu lange gebraucht werden muß, und schließlich muß er antiscptisch sein. Watie hat die geforderten Eigenschasten nicht: besonders verschmutzt sie leicht. Ohrverschlüssc aus Hartgummi oder Zelluloid sind unzweckmäßig, weil sie sich nicht genau genug dem Gehöraange anschmieaen. Ter ideale Ohrverschluß müßte aus einer Masse bestehen, die etwas plastisch ist, doch nach dem Anbringen und beim Hcrausziehen ihre Form nicht wesentlich verändert. Der Amerikaner meint, Juwelierwachs hätte ungefähr die richtige Plastizität. Im Anschlüsse hieran sei erwähnt, daß der Italiener Mariotti vor vier Jahren einen Ohrschutz für Artilleristen angegeben hat, der nach der Beschreibung ziemlich zweckmäßig zu sein scheint. Er besteht aus Glas und hat die Form zweier verschieden großer, zum Teil ineinander gedrückter Kugeln. Er wird mit der kleinen Kugel voran ins Ohr geschoben, das dann völlig abgeschlossen ist. Mn der größeren Glaskugel ist ein trompetenartiger Ansatz angebracht, vor dem sich eine dünne Platte befindet, und durch den ganzen .Apparat läuft ein enger Kairal, senkrecht zu diesem, nach außen zu, ein zweiter, der mit der äußeren Lust in Verbindung steht. In diesem Kanal erzeugt das Lösen eines Geschützes in der Nähe einen Luftstrom, der nach bekannten physikalischen Gesetzen saugend auf die Lust in dem anderen Kanal wirkt: also arbeitet per Ohrschutz ähnlich wie die Blumenspritze mit dein T-Rohr. Durch die Saugwirkung wird die Lust im Innern des Rohres verdünnt, und diese Lustverdünnung ist ein Hindernis für den starken Schall. Der Kanonendonner dringt also nicht ins Innere des Ohres, während die schwachen Laute der Sprache nicht so stark aus den Ohrschützer wirken, daß die Hörfähigkeit in nennenswerter Weise vermindert wird. _ Der moderne Aegypter. Kann man von einem „modernen Aegypter" überhaupt sprechen? Setzt sich dock) die Bevölkerung des Nillandes, in dem sich ja von altersher die verschiedenartigsten Rassen begegnet sind, aus sehr mannigfaltigen Elementen zusammen. Ta ist d« Fellache, die Nrschicht der Bevölkerung, dessen Stammbaum bis in Aegyptens älteste Geschichte zurückreicht, in dessen Zügen die Gestalten aus 'Altägyptens To'tenkammern noch erkennbar sind und der heute wie damals den Boden des Landes bearbeitet. Ta gibt es noch alten Araberadel, der sich das ganze Hochgefühl der Erobererrasse bewahrt hat, und da gibt es endlich das türkisch« Beamtentum, das svieder eine besondere Schicht bildet. Zweierlei ist es aber, was diese bunt zusammengesetzte Bevölkerung dennoch, zu einer nationalen Einheit zusammenschweißt: das ist das Bekenittnis zum Islam und der Haß, gegen die Engländer. Dieser Hax kst nkcht nur politischer, sondern auch gestlftchaftlkcher Natur. Die Engländer haben es in keiner Weise vermocht, mit der Bevölkerung 'Aegyptens Fühlung zu gewinnen. Vielleicht haben sie es auch nicht einmal gewollt. Der britisch« Osiizier und dev ägyptische Offizier, die beide in demselben Heere angestcllt sind, sind durch eine unüberbrückbare Kluft von einander geschieden. In Khartum gibt eS einen englischen Klub und einen ägyptisckien Klub für die Offiziere. Der englische Beamte und der ägyptische Beamte verkehren wohl dienstlich- miteinander, nicht aber gesellschaftlich, und wenn der britische „Agent", wie der Drahtzieher der .Geschichte des Landes schamhaft genannt wird, Gesellschaften gibt, so lädt er zur einen die 'Engländer, ziir andern die Aegypter ein. Und „Aegypter" heißt für den britischen Herrenmenschen der Fellab, wie der Türke und der 'Araber — kurz alles, was ägyptisch, das heißt, den ägyptischen 'Dialekt des Arabisckien spricht. Zur Verschärfung des gesellschaftlichen Gegensatzes trägt die „Frauenfrage" bei. Die Frau des Moslems darf bekanntlich nicht in stemder Männergesellschast erscheinen, die ägyptischen Frauen scheiden mithin aus dem gesellschaftlichen Verkehre aus, und damit ist eine weitere Mauer zwischen beiden Klassen gezogen. Der britische Osiizier gibt sich auch, seinenr ganzen liebenswerten Temperament nach, nicht die geringste Mühe, seine Mißachtung des ägyptischen Offiziers und des ägyptischen Beamten zu verbergen, unv so ist in diesen Kreisen ein bitterer Haß, gegen den fremden Herrn erwachsen, der um so heißer ist, je sorgfältiger er sich verbergen muß. Auch der ägyptische Soldat hat für die Engländer wenig steundliche Gefühle. Der Engländer zieht dem einheimischen Aegypetr den schwarzen Sudanesen vor, den er für den besseren Soldaten hält, der aber von dm Aegyptern verachtet und gehaßt wird. Schließlich aber ist es vor allem die Religion, die die verschiedenen BevölkerungSklassen zu einer Einheit zusammenkittet. Gerade in Aegyptm, das ja durch seine mohammedanische Universität in Kairo einen großen Einfluß aus die mohammedanische Welt ausübt, ist das religiöse Lehm des Islams außerordentlich rege, und es gehört nicht gar viel dazu, um hier die mohammedanische 'Bevölkerung gegen die Fremden zu entflammen, in dmen sie nun einmal, obgleich das Land ihnm wirtschaftlich die größtm Fortschritte verdankt, nur die Bedrücker und die Tyrannen sieht. 1 Tie Führer dieses modernen Aegyptertums sind diejenigen Männer, die in Europa, zum Teil in Frankreich, »um Teil auch in Oesterreich oder der Schweiz, moderne Bildung in sich ausgenommen haben. Es sind zumeist Städter, die gewöhnlich nicht einer einzellten Rasse angehören, sondem aus der Mischung verschiedener Rassen hervorgegangm sind. Die körperliche Erscheinung dieser modernm Aegypter ist nicht ohne Feinhert: zumeist habm sie eine lichte Haut, schlanke Gestalten, schmale Köpfe und kleine Hände. Viele von ihnm haben Rechtswissenschaft studrert, da die Advokatur derjenige Berus ist, der ihnm in Aegyptm di« günstigsten Aussichten bietet. Das sind die Führer des nrodemm Aegyptertums; das sind die Männer, die dm brittschm Hochmut ain tiefften empfinden, die immer neue Zeitungen gründen, durch die Hie revolutionären Idem in der bilderreichm Sprache b» Orients durch die ganz« Bevölkerung verbreitet werden. Es hak Zeiten gegebm, wo das Türkmtum zu dem einhermffchen Aegyp- tertume in einem gewissm Gegensätze stand. Die sind längs vorüber. Schon während des Balkan- und des Tripollskrieges zeigt« es sich, daß das moderne Aegyptertnm mtt aller Kraft dm Anschluß an die Türkei suchte. Tie Begeisterung für die Türket war unter den Aegyptern zu den Zeitm dieser Kriege groß und ursprünglich. Tas mohammedanische Aegyptm entdeckt« seine nef« Sympathie für das mohammedanische Stammland. So hat der Hast gegen die Fremden, das Gefühl, von'khnm gesellschaftlich verachtet iu sein, und schließlich das Bekmnllkis zu Mohammckd dmi Propheten em movcwnes' Aegypteötum geschähen, däs eine gewaltige Macht, eine Axt von organisierter Camvrra im Lande der Pharaonen bildet. 624 — vermischte». • Der Schlaf des Kriegers. ,Der Schlaf ist die Spar- büchle des Lebens", ha! ein berühmter Stratege gesagt, und an diesen im Kriege besonders wahren Ausspruch erinnert Teiloff von Berg, der tn „lieber Land und Meer" (Deutsche Verlags- Anstalt in Stuttgarts sehr fesselnd von seinen Feldzugsersahrungen in dieser Hinsicht erzählt. „Ich habe in meiner militärischen Praxis die Erfahrung gemacht, daß ein Schlaf, den inan zu jeder Zeit herbelruien und ebenso wieder abschütteln kann, schon in der Garnison, vor allem auf dein Truppenübungsplatz und im Manöver, von eminenter Bedeutung für die geistige und körperliche Leislungs- Fähigkeit ist, wie viel mehr erst im Kriege I Bei meiner Kompagnie ivaren wir unser fünf Offiziere, drei Reserveoffiziere und zwei aktive. Wir hatten beim Etsenbahntransporl andertdalb Stadlbahnkuvecs zur Verfügung und berieten, als der Abend nabte, emsig die Frage der Nachtruhe. Wache war nicht nötig, den» die war schon kommandiert, außerdem wachte» ja die Maden i» einem Pflaumenpaket und die Flöhe in einer ivollenen Decke. Also au! drei Bänke ivare» fünf Männer zu verteilen, ins Gepäcknetz wollte keiner, da schlieien schon Schokolade, Revolver und so weiter und beinahe ein Dackel, denn de» ineinigen hätte» wir fast niitgenonnnen. . . Also endlich: „Setzt die Gewehre zusammen! Rechts von den Gewehren hinfetze» l" Wie die gezähmten Krokodile lagen meine braven, riesigen Grenadiere da, und der Schlaf des Kriegers trat in feine Rechte. Kein Wunder: gestern 3ö Kilonieter bei der Hitze, »m 7 Uhr Biwak, um '/»IO Uhr Ruhe im Zelt, um V,3 Uhr nachts Auibrnch, und nun war es schon wieder II Uhr vormittags, dabei stand noch ein langer Marsch in Aussicht, und seit 4 Uhr war man schon wieder unterwegs. Also hol der T... den, der jetzt nicht so'ort pennt!" hieß die Losung. — Auch an Humor fehlte eS nicht. Während ein ohrenbetäubendes Artillerieduell im Gange ivar — von unS keinen halben Kilometer entfernt — und wir zu dieser süßen Musik ivohlig schlummerte», band ein Spaßvogel leise einen seiner Ichlasenden Freunde an einen Baum lest — die Folgen lassen sich denken, als es an die Gewehre ging. Auch schlief einst jemand aus der Protz« eines Geschützes, zu dem er gar nicht gehörte, er rostte davon mit ihm, o weh — er erwachte, rettete sich durch einen Sprung in eine Wiese und kam an einer Stelle, Beine zu oberst, nieder, da, ivo vorher gerade eine Kuh gelrühstückt hatte. — Welch gesunder Humor liegt in unseren Soldaten, ivelch behagliche Siegerstimmung — alles angesichts der Mord und Tod speienden Feuerschlünde des Gegners. " Rockeiellers Milltonen-Hillsslistiing. Ein« großzügige Stiltuug von 400 'Mistionen ist von Rockekester gemacht worden, um eine umfassende Hille für durch de» Krieg geschädigte Nichtkämpler ins Leben zn rufen. Als erstes Zeugnis dieser tat- krältige» Unterstützung des leidenden Europa durch den reichsten Mann der Welt ist am 3. November der Dampfer „Massepcqua" von New Jork abgeganqen, der nach Rotterdam bestimmt ist und die Rot der Belgier linder» hellen sost. Ter Dampfer enthalt 4000 Tonnen Mehl, Reis und Bohnen, im ganzen Nahrungsmittel iin Werte von 1100 000 Mark. lieber die Grundsätze bei der Gründung und Verteilung dieser Stillung hat sich der jüngere Rocktester lolgendermaßen ausgesprochen: „Es ist klar, daß eine der entsetzlichste» und schlimmsten Wirkungen des Krieges die Nicht- kämpler treffen wird, alle die. die i» jeder Hinsicht am unschuldigsten unter dem Kriege leiden, und daher ist die Nockeleller-SIistnug dazu bestimmt, diesen Richtkämpsern in den verschiedenen betroffenen Länder», wenn es notwendig ist, mit vielen Millionen Dollar Unterstützung zu geivähren. Tiefes Unternehmen ist nur natürlich, wenn die Stillung ihren eigentlichen Zweck eriüllen ivist, nämlich de», zu dem Wohlbestuden der ganzen Menschheit tn der Welt beizutragen." Die Verteilung der von der Rockeseller-Sliltung zur Verfügung gestellten Mittel erfolgt durch die amerikanische Gesandtschaft des betreffenden Landes. Tie Vorbereitungen für diese großzügige Hilfe wlirden von den beiden Rockeiellers ganz im geheuneil unternommen, ivcil sie nicht ivollten, daß die andere» amerikanischen Wohltäligkeitsbestrebungen irgendwie beeinträchtigt ivürden, wenn etivas von ihrer Stillung vorzeitig bekannt würde: sie betonen vielmehr, daß sie nur mit gutem Beispiel vorangehe» ivollen, und daß die von Ihnen zur Verfügung gestellten Suminen die Wohltätigkeit der Vereinigten Staaten nicht etiva abschwächen, sondern nur verdoppeln sollten. "Die Streichhölzer und der Krieg. Aus die schwierige Lage, i» die unsere Zündholzindustrie durch den Krieg geraten ist, inacht ein Aufsatz der Holzwell aufmerk am. Das für die Fabrikation nötige Aspenholz ivird in nächster Zeit last garnicht mehr zu beschaffen sein. Die deutschen Zündholzlabrikanten habe» sich schon in Frieoenszeiten darüber beklagt, daß sie lediglich aus Rußland als Quelle für dielen Rohstoff angewiesen seien. Run ist der Verkehr mit den russischen Alpenholzländern völlig unterbrochen und dazu hat es ein tmglücklicher Zuiall noch gewollt. daß die deutschen Zündholzhersteller diesmal nicht ivie sonst im Frühjahr in Rußland ihren Einkauf an Aspenholz besorgt haben. Sie hielten die Preissorderunge^ für z» hoch und meinten, daß ne wesentlich billiger kaufen würden, wenn sie mit ihren Einkäufen bis zum Herbst warten ivürden. Als nun der Kiieg tam, war diese Hoffnung natürlich zu Schanden und es ergab sich, « daß die Zündholzlabrikanten nur ganz kleine Lagerbestände an verarbeitungsfähigem Aspenholz besaßen. Die deutsche» Forcen haben nun freilich auch Bestände in Afpenhötzern, aber sie reichen nicht im entserntesten aus, um den Bedarf z» decken. Tie meisten Ziindholzsabriken brauchen also ;etzt ihre kleinen Vorräte in Aspen- holz ans und werden sich dann bemühen, etwas Rohstoff im Inland aukzntreiben. Da ihnen dies nur schwer und in geringem Maße gelingen kann, so ist für das Jahr 1915 eine allgemein» Betriebseinschränkung der Zünddolziabriken zu crivarten, und man muß mit einer vermehrten Verwendung der Zündholz-Surrogate rechnen. "Die Wahrheit über das Edelweiß. Die Sucht nach dein Edelweiß hat schon so manches blühende Menschenleben gekostet und der geheimnisvolle Zauber, den diese Blume ausüdt, ivächst von Jahr z» Ialir In einem soeben erschienenen Buch „Abenteuer unter wilden Blume»" beleuchtet nun der Naturforscher John Treveua die Sinnlosigkeit dieser „Edeliveiß-Sucht". Tie Blume gilt bekanntlich als das höchste und lchönste Symbol der Alpeiiivclt: man glaubt, daß sie nur aus unzugängliche» Gipfeln wohne, begraben im ewigen Schnee, und daß der Ruhm des kühnen Alpinisten nun in der Eroberung dieser Blüte seinen charakteristischen Ausdruck fände. Die „Blumenköuigin des Hoch ebirgeS" ist aber in Wahrheit nur ein Eirdringling m diesen Gebieten; sie gedeiht durchaus nicht nur aus den Lchueeberqen, sondern kann auch überall anderswo geznckitct iverde». Ja das Edelweiß ist wahrscheinlich überhaupt keine Alpenpflanze, sondern es ist erst nach der Schweiz aus den Steppenaebicten emgeiührt ivorden. Daß es durchaus nicht schwierig ist, die Pflanze i» einem geeigneten Klima au'zuziehen, beweist Trevena durch leinf eigene Erfahrung. „Leute, die auf ihre Gärte» stolz sind, betrete» mtt Staune» die kleine Wildnis meines Steingartens, die dicht intt Edelweiß bedeckt ist", erzählt er. „Ist das wirklich Edeliveiß", fragen sie und iügen ot Hinz»: „Aber natürlich nicht das Edel- iveiß, das in den Alpen wächst!" lind ivenn ich ihnen versichere, daß eS genau dieselbe Pflanze ist, und ihnen erkläre, daß sie viel leichter zu züchten ist als die einfachste Lnbrieiia, dann sehen sie mich ganz ungläubig an." Leontopodium alpinmn, allgemein als das Schweizer Edelweiß bekannt, könnte nach Trevenas A> sicht in den Gärten so heimlich iverden ivie das Gänseblümchen und ivürde dann rasch seinen verhängnisvollen Ruhm als Königin der Alpenwelt verltercn. - vüchertisch. — Sollen >v i r Biloer aus Belgien für die deutschen Sammlungen » e h »i en! Zu diesem Thema nehmen uunniehr auch die bekannte» Monatshefte „Tie K » n >1" (Verlag F. Bruckmann 31-®., München» in zwei 3lu>sätzen von Professor Earl Voll und Tr. G. I. Wolf Stellung. Tie beiden Schriftsteller gehen hierbei von verschiedenen Gesichtspunkte» aus, kommeii aber beide zu dem Resultat, daß nur, die „Barbaren", di« seinerzeit von der Grande Nation geübte» Methode», durch die das Louvre zum reichsten Museum der Welt geworden ist. -nicht nach- ahmen dürfen, daß ivir das fremde Eigenlu», nnler allen Umständen respektiere» müssen und daß also von einer Berauhung der belgischen und französischen private» und siaatliche» Museen durch uns nicht die Rede sein dürfe. Prost Voll, der bekannte Münchener Kunstgclehrte, gibt dabei einen benierkenswerten Uel erblick über die Hauptivcrke, die in belgischen öffentliche» Galerien au beivahrt sind. Tr, Moli kommt in seinem „Kunslschäi e und Kunstschi.tlale" über» schriebcnen 'Aufsatz auch noch nu> einige andere akiuclle Frage» zu sprechen, die seine AuS'ührung«» höchst leseusivert inachen. — Er sei bei dieser Gelegenheit auch auf die überaus glänzende Illustrierung des Helles der „Knust", in welchem ivir diese beiden 'Aufsätze leie», hingetviesen. Das Hc>t zeigt die Zcillchrilt aul höchster Hobe der Revlod»ktionsk»»st, Eiiiige ivundervoll geratene Repro- duklioiie» nach Plastiken von Adolf v. Hildebcand, dem ein das Wesen der Plastik vorzüglich bcleiichlender Auisntz von Waller Riezlec geividmet ist, dann 'Abbilduuge» »ach Werke» der diesjährigen Glnspalast-'Ausstellung in München, »ach graphischen Blättern der Bugra-Ausstellung in Leipzig seien besonders hervor- gebobe». I» dem der angeivandten Kunst geiviSmeten Teil lind ebenfalls reich illustrierte Aufsätze über Architektur und Wohnung (Haus Tryander in Zabitzs, über kuustgeiverbliche Gegenstände aus der Kölner 'Ausstellung, über amerikanische Gärten usiv. besonders erwähnenswert. - Logogriph. Vokale gab mau ei >en mir, Von Konsonante» auch nur vier. Trotzdem bin ich nicht unzufrieden, Viel höh'res gibt es nicht hinieden. Entfernst du ,h" und änderst du ein Zeichen, So muß das Hohe von mir weiche». Mein Los ist nun nicht schön zu nenne», Man pstegl mich häufig z» verbrennen. ti Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Das ist das Los des Schönen auf der Erde. Schristleituug: Aug. Goch. - lliolaliousdruck und Verlag der Brüblbche» IIninersitälS-Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen.