Die hundert Tage. {Kommt aus dein Jahre 181.5 von M. von Witten. lNachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Gleichgültig ist, >v«r siegt! Sie hat ja doch verspielt! Mies — für immer verloren! Nur ein Drost bleibt ihr. Nur einer! Die Preußen sind fern. Meilenweit fern. Hier richten sich ihre und der Franzosen Geschosse nicht aufeinander. Hier kämpft nicht der Gatte, der ja d o ch ihr Gatte ist, gegen den Vater. Dieses Furchtbare hat der Himmel ihr diesmal erspart! I Sie sinkt am Fensterkreuz nieder — in die Knie. Die lühend heiße Stirn drückt sich gegen die kalte Marmor- ank des Fensters. , Ja, das hat der Himmel ihr heute erspart! Aber ist es denn nicht noch, des Furchtbaren genug?! In wenigen Augenblicken tverden die Feuerschlüude der Batterien ihren Verderben schmetternden Gesang eröffnen, in tvenigen Augenblicken werben sich, wildgewordenen Bestien gleich, die Gegner auseinander stürzen. Ein jeder bis zu äußersten Wut entflammt, eilt jeder va banque spielend. Siegt der Brite, dann sinkt der Ruhm und Glanz ihres Vaterlandes in Staub. Dann ist Napoleon, ihr einst so vergötterter Napoleon, bald nichts mehr als ein Abenteurer! ilitb siegt. Napoleon — Napoleon! Tann tvehe dir, du unglückliches Preußen! Denn um dein Schicksal geht es hier ioeit mehr als um das des nieernmschlnngcne» Jnsellandes. Deine eigenen tapferen Heere sind vor zwei Tagen geschlagen: wird heute auch dein Verbiindeter vernichtet, —, was ivird dann aus dir? i T^oska schlingt in qualvollem Weh die Hände ineinander. Ohne'sich dessen beivnßt zu tverden, fühlt sie plötzlich ganz in Otto von Jägers Seele, ^ie fühlt die brennende Qual, die sliegende Angst um das Schicksal seines Vaterlandes. „Nur das nicht! 'Nur das nicht!" stöhnt sie mit trockenen! Munde. „Gott! Gott! Schlitze Preußen! Laß Preußen nicht untergehen. Um seinetwillen! Um Ottos willen mache eS groß und---" Mit einen, Aufschrei, ivie ein gehetztes Tier springt DoSka ans. Heiliger Gott! Schon dieses Gebet ist Verrat! Verrat an ihrem Vaterland! Nein, nicht Verrat! Können denn nicht Frankreich und Preußen in edler Brüderschaft nebeneinander bestehen? i Niemals, solange ein Napoleon herrscht! > So ist's doch Verrat! Verrat an Napoleon, Verrat an ihrem Baterlande so wie Napoleon es sich denkt: wett- beherrschend — mecrbeztvingend! Verrat! Verrat! Der alte zeternde Oheim hat recht: Ihre Seele ist vergiftet — sie kann nicht einmal mehr beten, ohne Verrat zu begehen. Entweder an dem einen oder an dem andern: Verrat an Vater und Heimatland oder —> Verrat an dem Gatten! An dem Gatten, den ihr Herz doch allen zum Trotz mit glühender, verzweifelter Liebe liebt, von dem sie nicht einmal weiß, ob er noch am Leben! I» iah ausbrechendem, unbändigem Schluchzen wirft sich Toska auf das schmale Ruhebett, das mitten M Zimmer steht, und vergräbt ihr Haupt in die Kissen. — 1 —( Das Brüllen der Kanonen durchdröhnt die Lust — ein brandendes Meer krachender Donner bricht immer von neuem aus unzähligen Geschützen — ein höllisches) stnn- betanbendes Getöse! Toska rührt sich nicht. Höchstens, daß sie noch tiefer das blonde Haupt zu begraben trachtet, noch fester die Finger in die Ohren zu bohren sucht. Nur nichts mehr hören! 'Nichts mehr sehen, um nicht Verrat zu üben. Schicksal, nimm deinen Laus. Zermavme den, der zermalmt werden soll! Und Erbarmen! Zertritt —! zertritt auch mich! — Sie hört es nicht, Ivie hinter der schmalen, helleichenen Tür in allen Tonarten ihr Name gerufen ivird, hört das polternde Klopfen nicht. Mit einem Male führt sie aber doch empor. Mit wirren Angen blickt sie um sich. Durch die eingeschlagenc Füllung der Tür schaut das grämliche Gesicht ihres Oheims Eugen von Eure mit dem Ausdrucke höchster, kleinlichster Angst herein. , „Toska! Toska! Bist du taub? Bist du von Sinnen? .Hundertmal habe ich an die Tür geklopft, nein! Geschlagen! Habe gerufen! Geschrien! Alles umsonst!" Er öffnet den Riegel der Tür von außen her und schiebt seine lange, hagere Gestalt durch die schmale, niedrige Oefsnuna. Jetzt steht er mitten im Zimmer. „Die Preußen sind daw „Tie Preußen?!" Ein irrer Schrei. Ihre seinen .Hände umklammern ihren Kopf, als müsse sie den znsammen- halten, daß er nicht zerspringe. „Unmöglich!" „Nichts ist unmöglich! Schnell! Schnell! Eile dich! Wir müssen Gewißheit haben. Der Landbote ivill ihre Vorposten oben ans der Höhe, im Bois de Paris, gesehen haben. Hier!" Er wirst ein Bündel lose zusammengerafiter Kleider vor ToSka auf den teppichbelegten Boden. „Kleioe dich um! Der Sonntagsstaat: Rock, Mieder, Umschlagtuch von einer der Mägde." Mit spitzen Fingern erfaßt er nacheinandev jedes der genannten Kleidungsstücke und hebt es leicht empor. „Es geht schon nicht anders." Die schmalen Lippen ziehen sich mit einem Ausdruck von Ekel noch tiefer als geivöhnlich herab. „Es muß sein! Um Frankreichs willen!" Toska starrt ihn mit großen, verständnislosen Augen an. „Was soll ich damit?" „Es anzichen! Dich in diese Kleider iverfen! Aber rasch, rasch!" drängt der Oheim, näher an sie herantretend, als wolle er ihr behilflich fein. „Du mußt hinauf nach St. Laml- bert. Am besten mit einem Korb Eier am Arm, als woiltest du die in der Stadt znm Verkauf anbieten. Du beherrschst die deutsche Sprache ivie deine Muttersprache. 'Niemandwird Verdacht schöpfen. Eile dich! Eil? dich! Jetzt kannst du gnt- machen, was du durch deine Heirat verschuldet!" Noch immer begreift Toska nicht Aber ans dem tiefsten Grunde ihrer Augen kriecht ein Entsetzen berauf-- 614 ,4M> soll..... r- „Ausnindschasteii, ob e? wirklich! die Preußen sind." „Cfjrim--!" Toska p«r!W jurikf. Bis gegen die Wand „Was ist da zu „Oheimen"?" macht er hämisch. Mit bösen Augen blickt er sie an. Die bangen Finger seiner Rechten snchteln nervös in der Luft herum. So macht er einen! Schritt auf sie zu. „Entweder dir gehörst zu uns — oder du gehörst nicht zu uns. Jetzt heißt'» Farbe bekennen. Entscheide dich! Und du bist unser — nun wohl! So wirst du mit alle» Fingern zugreifen, Frankreich — Napoleon! — zu reiten!" Toska saßt mit beide» Händen iv-ie »ach Hilfe suchend hinter sich — gegen die nackte Wand (Sin irres Flimmern ist in ihren Augen. Ein Wirbel von Empfindungen, Gefühlen, Gedanken dreht sich in ihrem Hirn. „Ich soll. . .?" fragt sie noch, einmal von Entsetzen; geschüttelt. „Du sollst, dich einfach überzeugen, ob es wirklich die Preußen sind. An den Kaiser selber will ich dann schon die Kunde übermitteln. Sein rechter Flügel ist ungedeckt! Wenn die Preußen ihr» in die Flanke sielen — da>>m —• daun ist alles verloren!" Er schreit es heraus. Seine «timme schlägt um. „Und meine Richte ist schuld daran. Ist schuld an Napoleons Untergang!" Er preßt die Rechte in verzweifelter Erregung gegen die Angen. INI nächsten Mgenbkick sinkt sie herab. Beide Hände strecke» sich mit beschwörendem Flehen Toska entgegen. „Toska — Toska — kannst im das aus dich nehmenV" Die arme Frau hat bis dahin »och immer rcgLos, das Haupt gegen dre Wand gelehnt, gestanden. Mit vor Qual und Marter geschlossenen Augen. Jetzt reißt sie die Lider auf. Wahnsinn lodert ans ihrem Blick. „Gib her! Gib her!" Sie springt zu den Kleidern. „Hinaus! Hinaus!" begehrt sie auf. „Ich kann doch nicht — solange d» hier —!" Sie schiebt — nein, sie treibt Engen von Eure geradezu hinaus. Er läßt sich's gefallen. Ohne ein Wort. Einen Ausdruck ungläubiger Veriv-underung in den fahkeu Ingen. Das hat er kaum »och erhofft. Draußen vor der Mr mit dem Rücken gegen die aus- gebrochene Fülknng saßt er Post». Beinahe gierig trinkt sein Ohr die seine» knisternden Geräusche des Ablegens und Anlegens der Franc »kleider Dvskas Hände fliegen. Sic denkt nichts, sie weiß nicht, was sie tun wird. Sie >oeiß nur eins: Fort, fort von hier. Gleichwie aus welche Weise — zu welchem Iweck — nur fort! Fort! Dein Alten draußen aber dehnen sich die Sekunden zu Ewigkeiten. Tausend Möglichkeiten durchsckgvirren seinen Sinn. Seine Seele will noch immer Zweifel h-gen — Da steht Tvska neben ihm. Mit iinstäk flackernden Augen, mit todbleichem (Besicht, aber hoch und gebietend trotz der Gesinde kleidung Er erschrickt beinah. Dann läuft ein heimliches Schmunzeln um seinen Mund. Eigentlich bist; da viel zu hübsch! — Bah! Wird nicht von Schaden sein!" „Wo find die Eier'?' herrscht Toska ihn an. „Unten. In der Hall«!" gibt er, sie noch immer musternd, zurück. „Ganz gewiß! Der Plan gelingt' Keiner dieser verdammten Prussiens wird den geringsten Verdacht schöpfen!" Tpska eilt voran — die Treppen hinunter. „Nicht so rasch! So kann ich doch nicht folgen! Ich muh dir doch noch ein paar Verhaltungsmaßregeln geben." „Ist nicht nötig! Muß fort —! F?ort!" Da läßt er sie mit einem zufriedenen Ansseuszen laufen. Sie hat ja recht. Die allerhöchste Eile tut not! * Schier grundlos sind die Landwege. Die obere Schicht des Lehmbodens hat sich in zähen Schlamm verwandelt, der in großen Klumpen a» den Stiefeln der Mannschaften, an de» Hufen der Pferde kleben bleibt und mit Kraut und Korn- halmen vermischt, sich als klebriger Brei um die Räder der Kanonen und Munitiousivagen schlingt. Die Räder schneiden liefe Furchen hinein in die ausgeweichten Wege, die klei»i-> sten Steigungen sind nur mit dein Aufgebot höchster Kraft von Mensch und Tier zu überwältigen. Tabei ivar^die physische Kraft von Manu und Roß nicht unr durch die Strapazen der jüngst vertorenen Schlacht und den sluchkartigeii Rückzug, sondern auch dürch die letzte Biwaknacht arg erschöpft. Wahre Wolkenbrüchc waren niedergegangen, die die Ackerfurchen, die zur Lagerstatt benutzt werde» mußten, in Wasscrbäche verwandelt hatteil. Und mit durchnäßier Kleidung, Waffen und Uniform mit einer wahren Lehmkruste überzogen, hatte man sich am Morgen erhoben. Aber der Geist höchsten moralischen Mutes belebt sie alle, Landlvehrleute und Linientruppeu. Ihr Vater Blücher führt sie ja wieder. Ihr Marschall Vorwärts! Vorwärts! Heut geht es ja wieder an den Feind! Heute soll die Scharte von Ligny ausgewetzt iverdcn! Heute, heute gilt es diesem Höllensohn, der sich vbn neuem die Herrschaft über die Welt anmaße» will, für immer in sein unterirdisches Reich zurückzuschleudern! So streben die Preußen, — das Korps Bülow, das bei Ligny nicht mehr in die Schlacht hatte eingreifen können, heute an der Spitze, - dem gewaltigen Kanonendonner enb- gegen, der von Westen herüberlönt. — Der greise Feldmarschall, seiner Schmerzen nicht acksj- tend, treibt voll höchster Ungeduld immer von neuem sein Pferd an, um an den Kolonnen vorbei der Schlacht näher u komme». Er ist von seinem ganzen Stabe umgeben. Man ieht die hohe, antike Gestalt Gneisenaus mit dem edlen Kopf und den schönen stolzen Dlauaugen. Auch einer ist dariliiier, der bisher noch nicht im Stabe war. Es ist Otto von Jäger. Die Schlacht von Ligny hatte deui Feldmarsckwll ztvei seiner Stabsoffiziere gekostet. Er hätte gern Ulrich Erkenj für den einen von beiden als Ersatz genommen. Aber chner- seits war dieser als' Ehef seiner Schwadron bei dem Mangel an Führern schwer entbehrlich, anderseits aber, und dies lvar stir Blüchers warm fühlendes Herz der Hauptgrund, Ivolike er die beiden Eheleute, die nun einmal gemeinsam in! diesen Krieg gezogen, in dem bevorstehenden Kanlpse nicht voneinander trennen. So halte ernenn aus eine bescheiden angebrachte Anregung Gottfried Schneiders hin den Leut-- iiant von Jäger, der ihm von seinem Meldedienst nach Brüssel schon vorteilhaft bekannt, am heutigen Morgen in fcitim Stab berufen, als die Brandenburgifchen Ulanen durch Wawre zogen, wo der Feldherr die letzte Rächt zugcbracht. Hier hatte sich auch der Unteroffizier Schneider seinem Regi'-- mentc angeschlossen. Ter Rttttneister Erlen war bereits am verflossenen Tage zu seiner Schivadrou zurückgekehrt, nachdem er zuvor dem Feldmarschall Wellingtons Autivort überbracht, daß der Herzog bei Mont-St.-Jea» eine Schlacht annehmen wolle, wenn Blücher ihm mit seinen Truppen zu Hilfe eilen werde. — Jetzt hat der Feldmarschatl die Spitze der Korps Kolonnen Bülow erreicht. Einer seiner Adjutanten, Major von Pfuek, kehrt vom Erkundiguiigsritt zurück. Er meldet: Der Korse hat seine Truppen gegen Wellingtons Front entivickelt. Die ganze Gegend bis gegen Plancenort, eine« Dorf im Rücken des rechten Flügels der Franzosen, ist vonr Feinde frei. Roch ahnt Napoleon nichts von der Nähe der Preußen! Da befiehlt Blücher strahlenden Auges die Fortsetzung! des Marsches. 'Aber war das Gelände bis dahin der» Gewalturarsche sehr ungünstig gewesen, so scheint es jetzt nahezu unüberwindliche Schwierigkeiten bereiten zu wollen. Ein schmaler, schlechter Weg führt über einen steilen glitschigen Hang in oas enge Tal eines Back>«s, des Lasnrbaches, hinab und auf der andern Userseite tauft ein ebensolcher Weg in steiler Steigung wieder hinan. Wie soll inan dahinüber die Kanonen befördern? Es kostet unsägliche Anstrengungen. Aber Offiziere und Mannschaften leisten ihr Möglichstes. Und überall ist Blücher zur Stelle und feuert mit seinem Jünglingsmut die Kräfte von neuem an, wenn sie zu erlahmen drohe». „Kinder, Ihr denkt wohl, es geht nicht! Aber es muß gehen! Vorwärts, Kinder! Ich habe es meinet» Brüdest Wellington versprochen, ihn nicht im Stiche zu lassen! Und Ihr wollt doch nicht etiva, daß ich wortbrüchig werde?!" „Ne, Vater Blücher! Das wollen tvir nicht! Es m u g eben gehen!" klingt es beinahe jubelnd zurück. Und Landu wehrmänner >vie Linicnsoldaten greifen mit festen Händen ineiii in die Räder, die sich verfahre» haben, schieben« rängen, ziehe» mit eiserner Kraft — und es geht! Inzwischen ist ein zweiter Adjutant auf die jenseitige bewaldete Höhe zur Crklluduug ausgesandt. Diesmal ist es Otto von Inger. Au den vorgeschobeneil Abtcilullgen vorüber, wagt er sich bis an den äußersten westlichen Waldrand vor. Ein dumpfes Gäreit und Wühlen ist in seiner Vrnst. Ter Turin, 815 der aus der Talsenkung über umliegendes Busclgverk «nv- porragt, das ist der Turm des Schlößchens von Frischer- tnoiit, Er kennt es nicht — nur die fi'arte hat es ihm aus- geivicsc», Aber er hat den Namen schon einmal flüchtig fcr- von--Toska gehört. Ms durchführe ihn ein stechender Schmerz, drückt er ähkings seinem Gaul die Sporen in die Weichen, Ter will chnaiibend davon sausen, — doch fdfon hat Otto sich und hn Mieder in der Gewalt, Der Rappe gehorcht, Lamm- romin steht er still — lein Reiter blickt auf den östlichen Teil des Schlachtfeldes hinab, ^Fortsetzung solgt.1 Die Pulswärmer. Kriegs-Skizze von I. Held, Mutter, Großmutter, der einzige stolze Bruder und die besten siins Freundinnen wußten es, daß Rüschen Winter den Oberleutnant Menger, trotzdem er seit dem Fall von Lüttich stolz das Eiserne Kreuz trug, nicht ausstehcn konnte, weil er zur Zeit des goldenen Friedens als der Freund ihres Bruders beständig an ihr herumhosmeistern und sie erziehen wollte, Sie wußten ferner auch, daß sich -das trotzige Mädel, gerade als er in halber Nacht noch zum Lebewohlsagen »ach Schweidwitz herübergcstürmt kam, in ihr Stübchen einschloß und sich nicht sehen ließ. So bitterböse war sic aus den Oberleutnant. Freilich, er hatte auch wohl nicht die rechte Art, mit süßen, blonden, jungen Dingern umzugehen, war iinmer ernst und wortkarg, zumeist streng und unerbittlich, und verstand von allen Sachen, die das Herz einer Achtzehnjährigen mit erhöhtem Klopsen erfüllen, nicht das geringste. Wie hätte er ihr sonst wohl einfach das Tragen der langen, weichen, roten, gestrickten Jacke untersagen können? Wie kani er nur dazu? Das begründete er nur ganz kurz: „Ich will es nicht haben, sie ist viel zu auffallend, Bitte, tragen Sir das Ding also nicht wieder," Natürlich hatte sic es nun erst recht getan! Ta hatte er sie einfach übersehen, sie wie ein unartiges Kind behandelt, bis —• der Krieg kam. Ta schrieb er ihr. Nicht viel. Nur ein kurzes, gönnerhaftes Brieflein: „Beherzigen Sie alles, uni was ich Sie bat, gut. Es ist ja doch wirklich zu Ihrem Besten." Das war sein Abschiedswort für sie gewesen! Und darauf hatte sie mit pochenden Pulsen gewartet, daraus —! War es nun nicht natürlich, daß sie ihm in der letzten Stunde ihren Anblick entzog? Niemand wußte, daß sie in dieser Zeit in ihreur Stübchen aus den Knien, in haltloseui Schluchzen und übergroßer Sehnsucht nach ihm, lag. Auch er wohl nicht! Hinter der Gardine hatte fle ,,ach chm gelugt, als er schied. Und kein Blick war zu ihrem Fcnster- Ittn geflogen. Als es ihr klar werden wollte, daß er ging, vieUeicht jür immer, stürzte sie die Treppe hinab, ihm nach. Diel zu spät! Der,Lux", sein Goldbrauner, war längst über die Grenze, und ein deutsches Mädel läuft doch keinem prcnßtsckzcn Leutnant nach, selbst wenn cs ihn lieb hat, Rose Winter trug Leid und Sehnsucht schweigsam. Die nächsten Wochen veränderten sie gewalttg, nahmen chr alles Unreife und Spielerisch«, reisten sie zum deutschen Weibe, Sie hatte es übernommen, denen, die jetzt in der regnerischen Zeit des Herbstes krank und matt, von Unwohlsein und Angst um die Fernen geplagt, zu Bett sagen, Trost und Stärkung zu brrngen. Nun lief sie durch Sttirm und Regen, ein wohlgefülltes Körbchen am Arm, und spendete überall Labsal, Oberleutnant Menger hatte bereits zwei Karten geschrieben, Mutter und Großmutter hatten, vereint mit den Seinen, die auf dem Nachbargnt lebten, schon unendlich viel Wolle verstrickt, eingepackt und irgendwohin geschickt. Nun zttterten sie alle miteinander, ob er es auch wirklich bekommen habe; denn er dankte noch immer nicht dafür, sonderli teilte nach wie vor mit, daß er herzhaft friere und nanientlich für Pulswärmer gute Verwendung habe, Daun nickte» sich die Frauen zu und raunten vergnügt: „Wir haben «S ja auf ein volles Dutzend gebracht. Davon kann er nach Belieben seine Wahl ttessen," Es gelangte aber kein einziges Paar an seine Adresse, Eines Tages ward das deu Beteiligten und Stolzen zur Gewißheit, Wo all die weichen, molligen Dinger ihr seliges Ende gefunden hatten, ward vorläufig nicht aufgeklärt, Tatsache blieb, daß Oberleutnant Menger immer weiter mit frierenden Pulsen sein geliebtes deutsches! Baterland beschütze» mußte. Nun sollte natürlich umgehend Ersatz beschafft werden. Sie kamen also wiederum zusammen, entsandten die alte Fiken zum Herbeischasfen neuer Wolle, und warteten, bis sie aus der Stadt mit der kostbaren Ladung käme. Sie kam natürlich auch, aber — bline Wolle, Es sei alles rein ausverkauft, und vor Mittwoch nächster Woche wäre keine neue käuflich. Bis Mittwoch aber mußten noch fünf volle Tage vergehen! Man war außer sich vor Zorn und Ungeduld, Aber was half daS alles! Selbst wenn mau kn eine der nächsten Großstädte schreiben würbe, kain die Hilfe auch nicht früher. Röschen Milnter beteiligte sich nicht an dem allgemeinen Entsetzen, Ruhig hätte sie zu, stand, sobald eS ging, auf und begab sich in ll>r Zimmer, Hier öffnete sie den Schrank, nahn, die geliebte rote Jacke, die ihr ganz«« Stolz gewesen war, heraus und preßte das junge, erglühende Gesicht in den weichen, wolligen Reichtum, Daraus müßten sich herrliche Pulswärmer stricken lassen! Aber sie konnte ja gar nicht stricken! Nun, das war schnell erlernt, obgleich sie in einer trotzigen Aufwallung sich dcnc Oberleutnant Menger gegenüber verschworen hatte, niemals das Stricken zu erlernen. t In dieser Nacht erlosch die kleine Lampe nicht, bis der Morgen graute. Als dies endlich geschah, war ans der roten, schönen Sportjacke ein Wollknäuel geworden, das dem Wasserkopf eines unglücklichen Kindes nicht unähnlich war. Bei Longeville, 20 Kilometer von Paris entfernt, lagen dle 110er im Schützengraben, Ein älterer Major, dessen ganzes Gesicht nur noch lediglich aus wallendeni blonden Bart zu bestehen schien, fragte seinen Oberleutnant: „Frieren Sie auch, Menger?" „Jawohl, Herr Major!" > „'s gut! Haben Sie noch irgend was Eßbares?" „Seit gestern abend nichts mehr vorhanden, Herr Majors „'s gut, Menger!" Nee, gut wars nicht, Ter Hunger begann weh zu tun, Di« Bagage fand sich nicht heran. Wie lange würde das noch dauern! Wenn nur die bereits seit gestern sehnlichst erwartete Feldpost diesmal irgend etwas brachte! Sie brachte wirklich etwas für beu Oberleutnant Menger. Was es war, brachte man nicht so bald heraus, Wohl Strümpfe, wenngleich die blutrote Farbe ttwas auffallend n>ar. Aber bei näherer Besichtigung sehltcn ihnen ja die sogenannten Socken» Es waren weite, lange Dinger. „Pulswärmer für den Riesen Melchow," konstatierte der Major, der dabei zusah, tiefsinnig, ‘ l Tann enthielt die lleine Schachtel aber noch ettvas: Köstlich«, wundervolle Schokolade! Hm, sie kam ihm bekannt vor. Diese Sorte pflegte er doch der lleinen Rose Winter regelmäßig zum Geburtstag zu schenken. Das letztemal mich. Mal »achsehen. Ganz unten lag seine Visitenkarte drin. Wahrhaftig, sie war noch drin! Das junge Ding hatte die Schokolade einfach ansgespart, sich entzogen, und nun ihm gesandt, weil es mit ihrem Taschengelde nicht weit her ivar. Natürlich anonym. Ms Absender stand ein Name, den es gar nicht gab, Oberleutnant Menger stand plötzlich mit leichkgeschlossencN Augen vor seinein wohlwollenden Vorgesetzten, Ihn blendtte rin helles, strahlendes Licht, Tie rote Farbe grüßte ihn jetzt wie eine Trrümphsahne Einen richtt'gen Vers freilich vermochte er sich aus alledem noch nicht zu machen Ihm kani aber die bestimmte Ahnung, daß dir rote Jacke der kleinen Rose die gleiche Farbe gehabt habe, daß sic ihren Trotz um ihn geopfert, für ihn geschasst und entbehrt hatte. Ob das Resultat was taugte, kam eigentlich dabei gar nicht in Belrachk. Es laugte aber doch etwas. Es kam zur Verwendung, wenn auch nicht für die Handgelenke, Die Kniee froren aber auch nicht viel weniger. Und die köstliche Schokolade, die freilich inzwischen ein bißchen angezoge» schmeckte, teilte er kameradschaftlich aus. Nur rin klttneS Herzlein hielt er zurück. Das vockte er ein und gab es dem Boten, der die Feldpost abholte, gleich wieder mit. Daraus standen nämlich, ohne daß er bei seinein Schenken davon eine Ahnung gehabt hatte, mit künstlerischem Schwnng die drei Wotte: „Ich liebe dich," Die kleine Rose würde ihn schon verstehen und ihm die Emp- sangsbestätigiing geben, die er plötzlich mit heißer Inbrunst ersehnte, _ vermischte». * Das Neueste aus den Schützengräben, Die Chronik der Schützengräben ist unerschöpflich. Jeder Tag lügt ihr ttn neues Kapitel hinzu, das oft genug von dem guten Hünio-r zeugt, mit dem die Kämpfer auf beiden Setten die Entbehrungen und Mühsale ihres Lebens ertragen. Tie neuesten Späße aus den Schützengräben werden in französischen Blättern erzählt, „Eine neuartige Ueberrafchung," berichtet ein französischer Soldat im Temps, „haben uns kürzlich die Deutschen an der Aisne berettek. Die Deutschen sandten uns einen B o ck, der am Hals eine ?ldresse trug mit den Worten: „lind Sie, meine Herren Franzos««, wie geht es Ihnen?" Wir versuchten alles mögliche, um das Tier zu uns zu locken: aber es machte große Schwierigkeiten; die Drabh- »änne zwischen den Schützengräben schienen es zu ärgern. Endlich kam es zu uns: aber um keinen Preis wollte es mit unserer Antwort zurückkehren: das „Komm, komm" schien ihn mehr zu entsetzen alS anzulocken. Es muß ttn französischer Bock gewesen sttn,, Ein andermal jagten die Deutschen ein Pferd zu den Franzosen hinüber, an dessen Hals sie deutsche Zeitungen und ttn Plakat befestigt hatten. Auf diesem stand: „Guten Tag, Franzosen! Wißt ihr schon, daß Belgien ganz in deutschen Händen ist, usw?" Btt der großen Annäherung der Schützengräben kommt es gesegmtlich zn einem Zusammenwirken der Musiker auf bttdeu Sttten. Wenn hier die Ziehharmonika anhebt, begleitet dort die Flöte, Besonders. Sitz — Mc ist das Wild, das sich zwischen die beide,: Linien verirrt, der Anlatz z» spaßhaften Zwischenfällen. Ein Vase z. B. wird Volt den französischen wie von den deutschen Schützengräben mit Salven empfangen, und wenn das Wild erlegt ist, besteht eigentlich die Gefahr, daß die Jäger aufeinander losgehen. Dann heben die Deutschen etn weißes Taschentuch hoch und rufen: „Tabak, Tabak!" Die französischen Soldaten bringen ein großes Pack Tabak zusammen, einer von ihnen geht hinaus, nimmt den Vasen und legt den Tabak an seine Stelle, den sich dann ein deutscher Soldat ruhig holt. Wenn aber ein Soldat eine Minute später unvorsichtig den Kops hervorstecken sollte, so würde er bald merken, wie ernst die Lage ist. Gelegentlich wird auch eine Schießbelustigung veranstaltet, ein französischer Soldat hält auf einem Stock ein Käppi hoch, und von dem feindlichen Schützengraben beginnt man sofort danach zu schießen. Jeder Treffer wird dann von den Franzosen durch Winken mir einer Schippe oder vacke angezeigt. Auch von dem „Komfort" \)\ den Schützengräben werden Wunderdinge erzählt. So haben sich aji einer Stelle die Franzosen ein Badezimmer eingerichtet, in dem die Kompagnie jeden Mopgen eine warme Dusche nehmen kann. Ei» großes Loch von 6 Mir. Durchmesser ist mir weißen Ziegeln ausgelegt, die in den zerstörten Häusern gefunden wurden, und mit Blech überdeckt, auf das eine dicke Schicht Ackererde gestreut ist. Draußen ist ein Ösen zur Erwärpiung des Wassers gemauert, das durch Röhren geleitet wird und in Duschen aus vier Wannen i ällt. In dem Baderaum sind Oefen, Bänke, Garderobenhalter und ogar ein W. E. Die großartige Einrichtung wird allgemein be- lmndert und auch von den Generälen besichtigt. Ebenso ist ein Friseurladen in den Schützengräben eingerichtet, und man denkt sogar an ein kleines Theater für Konzertaufsührnngkn. * Kitcheners Feuertanse 1870. Aus einem Aussatz des „Strand Magazine' erfährt man mit Ueberraschting, daß Lord Kttchener, aus den heute die Engländer als aus ihren Netter hoffe», seine Feuertauie im deulsch-sranzösischen Krieg 1870 erhalten hat. Er war damals als Zögling in die Militärakademie in Woolwich eingetreten und dann hatte er sich elnsach eines Tages davongemacht, ,nn sich zu den Franzosen zu begeben; unter General Chanzy erhielt er seine Feuertanse. Das Abenteuer hätte ihn beinahe seine militärische Lansbahn im englische» Heere gekostet, denn seine Vorgesetzten waren über das kühne llntersangen des angehenden Offiziers höchst aufgeregt. Sobald es bekannt ivnrde, daß er im Heere des Generals Chanzy war, erhielt er sofort den strengen Besehl, zurückzukehren. Ter Herzog von Cambridge übernahm den Antrag, den jungen Mann gehörig zurechtzusetzen. Ter Herzog hat spater den Zivischenkall selbst erzählt: „Ich war im Zweifel, ob ich dem jungen Bursche» sein Oifizierspalent nehmen sollte, und fragte ihn: „Warum laten Sie dies?' „Entschuldigen Sie, Eir,' lautete die Antwort, „ich inerkle, daß ich einige Zeit nicht gebraucht wurde» und ich konnte nicht »»tätig bleiben. Ich dachte, ich könnte etwas lernen." Das war keine Ausflucht. Der junge Mann sagte es so männlich, daß ich sah, es war wirklich Entschlossenheit in ihm, und so sagte ich ihm, er hätte etwas Unverzeihliches getan, und beschloß, daß er das Osfizierspatent erhalten sollte." ' V o r p o st e n s ch a b e r n a ck. Im Jahre 1370 trieben die belagerten Pariser eine ungeheure PUinitionsverschweudnug. Den deutschen Posten bereitete es großen Spaß, diese Schießlust heraus- zusordern und die Feinde durch künstliche Ziele zur tollsten Knallerei zü veranlassen. „So Haltes die Preußen," wie Hauptmann Tanera erzählt, „an verschiedenen Stellen Strohmänner ausgestellt, die sich bewege» und freundlich grüßen konnten, wenn sie von einem französischen Geschoß getroffen wurden. Einen Helm aus einem Kürbis bald da, bald dort über die Brustwehr schauen zu lassen, gehörte z» der Hauptunterhaltuug der Vorposten. Das Gelungenste sah ich aber bei einer Batterie bei Valcnton. In deren Nähe hatten die Artilleristen eine ganz nette Scheiubatlerie errichtet und mit Ofenrohren statt mit Kanonen armiert. Hier und da zündeten sie vor derselben etwas Pulver an, was man von fern wohl für das Ausblitzen eines Schusses halten konnte. Neben der Batterie hatte» lustige Kanoniere aus einem weiß angestrichenen Faßdeckel, der aus eine lauge Stange genagelt war, eine bewegliche Zielrute errichtet. Schossen nun die Franzosen unrichtig aus die falsche Batterie, so wurde mit der erwähnten Rute abgewinkt und die Richtung des Fehlers bezeichnet." Zum größten Ergötzen der deutschen Soldaten schossen die Pariser auch wie uusinig aus einen auSgestopiten Bären, den mau aus einem verlassenen Kürschncr- laden herbeigeschleppt und mit Helm, Koppel und Seitengewehr ausgerüstet hatte. Bei Tage wurde das geduldige Tier hinter der Mauer der gesprengten Brücke bei Sövres verborgen gehalten, beim Einbruch der Dämmerung aber als Zielscheibe ausgestellt. „Trotz des schiechten Schießens halte Meister Petz doch zuletzt den ganzen Pelz voll Ehassepotkugeln stecken." „Wohltätige" Frauen. Auf eine merkwürdige Spielart englischer Wohltätigkeit macht ein Aussatz des „Daily Ehronicle" ausmecksam, der sich mit der traurigen Lage der „GeschästSirauen" in diesen KriegSzeiten beschästigt. Zahlreiche Schneiderinnen und Putzmacherinnen Londons, sowie weibliche Gewerbetreibende, deren Kinidfchait aus den Kreisen der hohen Aristokratie besteht, sind in 8traten, und warum? weil die Damen der englischen Gesellschast so viel mit der Wohltätigkeit zu tun haben, daß sie — keine Rechnungen bezahlen. Als ein typisches Beispiel führt der Aussatz den Fall der Besitzerin eines Modegeschäfts im Londoner Westend an, die sich an eine vornehme Dame mit der Bitte wandte, ihr doch die 1000 Mark, die sie ihr iüp Toiletten schuldig war, zu zahlen, da cS ihr in der gegenwärtigen schwierigen Lage an Geld zur Weitersührung ihres Geschäftes fehle. Tie Antwort war ein höchst entrüstetes Schreiben, in dhin die Kundin ihr Erstaunen darüber ausspräch, daß Madame sich erdreistele, eine solche Forderung an sie z» stellen: ihre ganze Zeit und Kasse sei jetzt von den wohltätigen Veranstaltungen in Anspruch genommen, und sie habe so viel für die verschiedenen Sammlungen zu geben, daß ihre Schneiderrechnung daß letzte wäre, was sie bezahlen würde. Aehnlich ergeht es Friseuriunen und Frauen, die die Nagclpfleg« oder sonstige Zweige der Verschönerung als Gewerbe ausüben: sie haben Geld zu bekommen von den Damen, die au der Spitze der ganzen Londoner Wohltätigkeit stehen, und wenn sie um die bereits Monate, ja sogar Jahre ausstehende Bezahlung ihres Gehaltes bitten, erhalten sie stets dieselbe, häufig im Tone liebenswürdigen Bedauerns gegebene Auskunft, daß die Damen mit Versammlungen und Organisationen so beschäftigt wären, daß sie zum Bezahlen keine Zeit fänden. „Seine Rechnungen bezahlen," so schließt der Aussatz, „ist auch eine Art der Wohltätigkeit, zwar nicht so unterhaltsam und die Eitelkeit fördernd, wie die Formen der gesellschaftlich organisierten Wohltätigkeit, dafür aber nicht minder nützlich und sogar noch uoiwendiger. Viele Londoner Damen aber kennen diese Art des Wohltuns nicht, die freilich nur ei» „Rccht- tun" ist, das viele alleiusieheudeJrauen vor bitterer Not bewahren würde." " W i e man M i e b m a ch e r früher b e st r a f t e. Es gibt auch bekanntlich jetzt wieder zahlreiche Leute in Deutschland, die, obwohl im allgemeinen patriotisch gesinnt, doch so kleinmütig sind, durchaus und durchaus nicht au die großen Erfolge der deutschen Waffen glauben zu wollen. Sie zweifeln überall und bringen immer ein neues Aber. Solche Leute hat es stets gegeben. Als nach der großen Völkerschlacht bei Leipzig die erbeutete» Geschütze auf dem Roßplatz zu Leipzig ausgestellt wurden, mußten einige Preußen dabei Wache stehen. Auch damals gab eS nun Zweifler in Leipzig, zumal da der König von Sachsen ja im Bund« mit Napoleon gestanden hatte und manche von der Bevölkerung auch noch nach der Schlacht französisch gesinnt waren. Einer von diesen erklärte »nnmiöundtn, daß die ausgestellten Kanonen nicht sämtlich französisch seien; es wären auch preußische dabei, mit denen mau nur prahlen wollte. Das hörte einer der Soldaten, und ehe der Freche sichs versah, gab ihm der erzürnte Preuße eine Ohrfeige mit de» Worten: „Dies ist eine preußische, aber die Kanone» sind französisch I" Das war deutlich und fühlbar. vüchertisch. — Der Lügenfeldzug unserer Feinde. Eine Gegenüberstellung deutscher, cnglischer, sranzöstscher und russischer Nachrichten, u. a. der W, T. B.-, Reuter-, Harms- und P. T. A.-Telc- gramme über den Weltkrieg 1914 (Bd. 1 Mk. 1,80, Verlag Otto Gustav Zehrseld in Leipzigs, das den ersten Teil einer Arbeit bildet, die eine Beiveismittelsanunlung darstellen soll für die seit dem Kriegsausbruch von den WahrheitSiälschern, hauptsächlich durch Vermittlung des Reuterschen Nachrichtenbureaus und der Ageuce Havas entwickelte lichtscheue Tätigkeit. Tie wahrheitstvidrigen, zutu Teil haarslräubettdeit Berichte sitid chronologisch zusattimen- gestellt und bis auf weuitze Ausnahmen mit Quellenbezelchnung versehen. Sotveit cS möglich war oder überhaupt »ölig erscheint, sitid ihnen die sie widerlegenden deittschen amtlichen Meldungen oder einfach die ittibestreitbaren Tatsachet, gegenübergestellt. Dieset» außerordentlich intereffanten Buche ist die weiteste Verbreitung besonders auch im Auslände zu wünsche». Arithmogrlph. 1 11 14 9 3 9 gesunde LeibeSübutig. 2 6 6 10 »iederläudische Stadt. 3 12 11 eine Vogelart 4 S 14 6 4 8 14 11 12 Gebirgskette in Asien. 5 3 9 9 3 13 holländischer Dichter. 8 5 8 3 eine Arzneipflanze. 7 3 1 1 3 14 ein Verwandter. 8 13 13 3 14 1 eil, Sprachforscher. Tie Ansangs- mtb Endbuchstaben der gefundene» Wörter ergeben den Namen einer Jugendschriststellerin. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Königsproinenade in voriger Nummert Wohl geht der Jugend Sehnen Stach manchem schönet, Traum: Mit Nngestün, und Tränen Stürmt sie den Sternenrau,». Der Himmel hört ihr Flehen, Und lächelt gnädig: neinl Und läßt vorübcrgehen Den Wunsch zusanunl der Pein. Uhkani» Schrisileltnng: Aug. Goetz - Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'scheu llniversitäls-Bitch- und Sieiiidrnckcrei, R. Lange, Gteße».