Die hundert Tage. Noma» aus dem Jahre 1815 von M. von Witten. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein paar Augenblicke lang gingen die stöhnenden Atemzüge Blüchers durchs Zimmer. Dann flötete er in seinen mildesten Tönen: „Dottvrchen I Brieskechen ! Lassen Sie doch mal Ihre Reiberei und lausen Sie schnell zu dem Nostiz. Mir ist da oben ein Gebaute gekommen. Er soll nicht reiten! Ich werde ihn noch sehr nötig haben." Der kleine jovial? Mann blickte verwundert aus, Blücher aber kehrte das Gesicht vorsichtig Ulrich zu und blickte ihn groß und voll mit seinen schönen Blan- äugen au. „Ich werde eine Ordonnanz an Ihren Obersten senden. Sie werden einen mündlichen Auftrag von mir an Wellington übermitteln!" Ulrich schnellte empor. Seine ganze, für alles Gröle und Gut? glühende Seele lag in seinen Augen. „Herr Feldmarschall, für mein Leben gern!" „Das muhte ich. Mer Platz behalten! Sie müssen doch auch verteufelt müde sein! — Also, BrieVkechen," lvandte er sich wieder an den Arzt, der an das Lager des Fürsten herangetrctcn war, „der Nostiz soll da bleiben. Sich eine Stunde aufs Ohr legen. Der Erlen wird reiten. Und dann — ! Halt!" kommandierte er, als der etwas korpulente und dabei doch bewegliche Herr rasch davoneile» wollte. „Das Beste kömmt noch!" Wieder ein ganz verschmitztes Lächeln — ein kurzer, jubilierender Seitenblick aus Ulrich. „Der Unteroffizier soll kommen. Ich habe Hunger und Durst. Braut er etiva das Bier erst, das er mir bringen wollte?" Der kleine D>oktor nickte, setzte den Klemmer fester auf die wulstige Nase und stürmte davon. „Und nun zu uns, Herr Rittmeister!" begann Blücher von neuem. „Also reiten Sie, sobald Sie sich gestärkt, nach Quatrebras. Sagen Sie meinem Bruder Wellington, der Napoleon hätte uns eins auSgehauen, weil wir zu schlvach gewesen und die Engländer nicht hätten zu Hilse kommen können. Aber wir wäpen trotzdem noch guten Mutes. Wenn er noch gesonnen iväre, sein Wort zu halten, gemeinsam mit uns Napoleon anzugretfen, würde ich mit meinem frischen Korps Bit low und mit den andern dreien in aller Kürze zu ihm stoben " „Herr Feldmarschall!" Dankbarer Jubel klang aus Ulrichs Stimme. „Nur über das Wo kann ich noch keine Auskunft geben. Mein Kopf, mein guter Gneisenan, ist noch nicht hier. Der Nostiz meint, der Generalstabschef müsse den Truppen die Richtung aus Wavre angewiesen haben. Der Herzog soll Ihnen mündlich seine Antwort geben. Und falls er noch gemeinsam mit uns operieren lvikh Ihnen sagen, wo er eine Schlacht *u schlagen gedenkt." Da tat sich die Tür auf. Ein strohblonder hagerer Unteroffizier in der Uniform der freiwilligen Jäger, die linke Hand in einer Binde tragend, trat ein, einen Stalleimer in der Rechten. Ulrich sprang auf. Er preßte die Hand gegen das Herz. So stand er mit weit vorgebengtem Kopf; mit Augen, in denen jähes Erschrecken, Zweifel, bewußtes Erkennen bis zum glückseligen Jauchzen blitzartig wechselten. „Herr Feldmarschall! Verzeihung! Das Warmbier —" Der Unteroffizier ist an das Lager des Fürsten getreten. Jetzt hebt er den Blick. Ein Zittern durchläuft seinen Körper — dabei wie ein Echo auch in seinen hellen Augen jene blitzartig wechselnde Skala des Ausdrucks vom jähen Erschrecken bis zum glückseligen Jauchzen. „Na! Was ist denn los?! Verschütte mir nicht den teuren Säst!" droht Blücher mit gemachtem Groll. Aber auch in seinen Augen leuchtet ein glanzender Wiederschein jenes gliickseligen Jauchzens. Und mit einem Male kommandiert er: „Unteroffizier Schneider, reichen Sie dem Herrn Ritt- meister einen Trunk Warmbier!" Gottfried gehorcht. Mit bebender Hand hebt er den Eimer empor — Umch entgegen. Der nimnit ihn — trinkt, trinkt wie im Traum. Seine dunklen Augen tauchen sich über den Eimerrand hinweg in die hellen klaren Sterne seines Gegenübers-- „Halt ! Herr Rittmeister! Nicht zu viel!" ruft Blücher lachend. „Der Stoff ist rar! Eimer hingesetzt. So! Nun sehen Sie sich einmal den Unteroffizier Schneider an. Gr gehört zu Ihrer Schwadron. Sie kennen ihn. Mer seinen ganzen Wert haben Sie doch noch nicht erkannt. Nächst meinem Adjutanten Nostiz -fit er es heute gewesen, der mir das Leben gerettet. Sonst hätte Preußen keinen Blücher mehr. Ich habe ihn deshalb zum Unteroffizier gemacht und zu meiner persönlichen Dienstleistung berufen. Sobald ich wieder auf den Beinen bi», können Sie ihn wiederkriegen.ff Und ehe noch einer der beiden etwas entgegnen kann, fügt er mit einer Stimme, durch deren Tiefe sonnige Tränew quellen rausche», hinzu: „Rittmeister Erlen, umarmen Sie den Gottfried Schneider, Er hat's verdient!" Und da liegen sich die beiden in den Armen, von Sehnsucht und Liebe zueinander getrieben — mit Schluchzen und Jauchzen. In tiefer wonneseliger Wicdersehensfreude küssen sie sich auf den Mund. Ms Hütten sie Blüchers vergesseiz. Oder als gehörte er zu diesem wundersamen Glück. Mit einem Male aber macht sich der neugebackene Unteroffizier los. Mit impulsiver Bewegung kniet ec neben dem Lager des Feldmarschalls nieder und ergreift sin tiefer Ehrfurcht seine Linke, icher die er sich mit einem Kusse neigt. „Vater Blücher! Vater Blücher! Wie sollen wir Ihnen danken?!" „Ja! Wie sollen nur Ihnen danken!" iviederholt Ulrich mit feuchtglänzenden Augen. „Dadurch, daß Ihr Eure Kinder z,n guten braven Deutschen erzieht! — Hollah! WaS schwatze jch altes Waschweib da ffir krauses Zeng!" unterbricht er sich lachend, indem er 606 sich mit der Linken, die er freigemacht, auf den M>und klopft. „Es ist Zeit! Zum Dienst. Herr Rittmeister! Ich! erwarte tunlichst bald Ihre Nachricht von Wellington. Und Unteroffizier Schneioer! Wenn noch was in dem Eimer ist: ich habe Durst!" In dieser Nacht gibt es weder Ruhe noch Schlummer. Die Geister der Erschlagenen ziehen klagend durch die Luft, die Geister der Lebenden sinken nicht Frieden. Ruhelos harren sie, neuen Kampfes gewärtig, oder sie flüchten von. dannen. —i i Der Herzog hat all die tapfere» Angriffe der Franzosen unter .Marschall Ney bei Qatatrebras abgeschlagen. Run kehrt er als Sieger in fein Hauptquartier nach Genappel zurück. .Als Sieger! Um alles in der Welt nur nicht den Briten in die Hände fallen, de» Briten, den Todfeinden Napoleons, die in der Frühe des nächsten Mörgens sicherlich von Quatrebras her in Genappe anfluten werden! Auf der großen Straße Genappe—Waterloo und dann bei Glabais direkt nach, Norden ausbiegend, fährt ein eleganter, vierspänniger Reise wage» dahin. Ein alter, schmalgebauter Herr mit dem engherzig-egoistischen Ausdruck eines vornehmen Junggesellen yt den faltigen Zügen, aber mit schönen, müde-melancholischen Augen, lehnt im Vordersitz. Neben ihm zur Linken eine Dame mit müden, erschlafften Gliedern. Jung und schön. Weiches, goldblondes Haar bauscht unter dem seidenen Schutenhütchen hervor und umrahmt das feine gelbweiße Gesicht mit dem süßen, schwellenden Munde, das von irgend einem Erdenleid wie von einem dunklen Schleier überschattet ist. Die Lampe, die in einer Ecke des Wagens an der Rückwand brennt, beleuchtet hell genug die beiden. Sie fprecken kein Wort. Schon seit langem nicht. Jeder ist in seine Gedanken versunken. Endlich fährt der alte Herr, den Stock mit der Elfenbeinkrücke gegen den Boden des Wagens stoßend, auf: „Wahnsinn, Marbleu! Nach Norden zu fahren! Der Kaiser steht im Süden —" „Aber Oheim!" Die junge Frau hebt ei» wenig das a t. „Zwischen ihn und uns haben sich die Engländer gern. Uns bleibt doch keine Wahl." Der alte Herr brummt etwas in seinen vollen weißen Spitzbart. Und außerdeni, wo sollten wir hin, wenn wir nicht in Genappe bleiben wollten?" „In Genappe? Jetzt i» Genappe bleiben? Um alles in der Welt nicht!" Mit drohenden Augen sprüht der Onkel! die Nichte an. „Was hast du manch».al siir Ideen, Doska!" Die Angeredete achtet des Vorwurfs nicht. „So ist Frischermont unsere einzigste Zuflucht," fährt sie in müde-gleichmütigem Tonfall fort. Deine Schwester wird uns mit Freuden empfangen — ihr Schlößchen ist fest gebaut. so daß es uns in jedem Falle eine Zuflucht bieten kann —" „In jedem Falle?" fährt Eugen von Eure auf. „Toska, soll das etwa heißen, daß bit f . . daß du kein Vertrauen« mehr zu Napoleon hast?!" Er umklammert unsanft ihr Handgelenk. „Diese deutsche Ehe hat dich mit einem Gift durchseucht--!" > Sie zuckt kaum sichtbar zusammen. „Laß!" Mit einer erzwungene» Gelassenheit macht sie sich los. „Du tust mir weh!" „Verzeih!" Er verbeugt sich weltmännisch. „Das wollte ich nicht. Aber du hast eine Ariz einen um alle Miste zju bringen." „Weil du mir mißtraust!" Ihre Lippen zucken. „Ich dir mißtrauen?!" Mit grillig-zänkischem Feuer sprühen seine Augen ihr ins Gesicht. „Sag, du mißtraust den Waffen Napoleons, mißtraust seinem Genie, seinem! Stern! Das ist das Gift, mit dem dieser Preuße dick) infiziert! Du bist nicht mehr fähig, unfern Herrlichen in reiner, schrankenloser Hingabe zu verehren. — Aber ich sage dir: er ist noch der Alte! Der svnnenstrebeude Aar! Geschlagen wurde gestern Ney! Nicht Napoleon! Napoleon hat die Preußen gestern geschlagen! Und nwrgen wird er Sieger über die Briten sein. Dann ist Frankreich gerettet. Seine Feinde liegen ihm, von neuem bezwungen, zu Füßen! In älter Glorie steht das Vaterland da. — Oder?" er biegt das Haupt mit der scharfen Nase herunter und weit vor, so daß er von unten herauf in Toskas Antlitz blickt. „Oberst Seine Augen bohren sich sörmlich in die ihren. „Oder entspräche das den Wünschen meiner Frau Nichte etwa nicht?" Toska hält dem bohrenden Blick des Oheims stand. Aber um ihre feinen Lippen zuckt es von neuem und ihr« Augen füllen sich mit Tranen. „Das ist der Fluch, wenn man einmal seinen Uebei» zeugungen untreu geworden, — wenn man einmal Verrat geübt! Verrat kann nur Verrat gebären. Wie ein welkes! Blatt, losgelöst von ihrem Heimatbaum, taumelt solche arme Menschenseele zwischen.Himmel und Erde herum. Keinem wirklich zugehörend, von allen mit Argusaugen betrachtet. Und ist sie ehrlich genug, keinen weiteren Verrat zu üben, so wird er ihr — angedichtet!" „Madame — hier ist die Frage, ob solch ein Wesen -- in tausend Widersprüche verstrickt, —i noch dieser Ehrlichkeit fähig wäre!" Da fährt Oskar zusanimeu, wie einer, den man ins tiesste Herz getroffen. Ihr Gesicht ist jählings eingefallen! und aschfahl. Aus ihren Augen, groß und weit geöffnet, starrt das Entsetzen. Ihre trockenen Lippen bewegen sich und bringen doch keinen Ton hervor. Dem alten Herrn wird's unbehaglich zu Mute. „Voilä!" Er zieht sich knurrend, und als fröstle er in dieser Sommer-Regennacht, in seinen Wagensitz zurück.-,,Das ist auch so eine deiner dummen deutschen Angewohnheiten, alles auf die tragische Achsel zu nehmen. Heläs! Sobald der Krieg beendet ist, läßt du dich eben scheiden. Dann ist alles Mieder im Lote! Und jetzt will ich ruhen! Versuch' du auch zu schlafen! Hast es nötig! Voin Grübeln und. Grillenfangen wird keine Frau schöner." -st Noch eine Nacht. Eine stürmische, regennasse Sommernacht, — die folgende, die Nacht vom 17. auf den 18. Juni. Es ist um die zwölfte Stunde. Auf der großen Straße, die in fast gerader nördlicher! Richtung von Charleroi über Quatrebras, Genappe, Belle- Alliance, Mvnt-St.-,Jean, Waterloo nach Brüssel führt, schreitet Napoleon Bonaparte dahin. Zu Fuß —• dicht in seinen Mantel gehüllt. Neben ihm.nur zivei seiner Ge- trcuesten, Graf Bertrand, der mit ihm die Verbannung geteilt, und Philipp von Eure, der den Garden voraufeilend noch ani vergangenen Abend beim Pachthose La Chaillou eingetroffen war, in dem der Kaiser sein Hauptquartieirs aufgeschlagen. Gegen Sturm und Wetter gehen sie an. Ab und zu wirft einer der Herren einen Blick auf die rechts un-d links der Straße trübe schwelenden Biwakfeuer des französischen Heeres. „Warum konnte ich heute abend nicht wie Ir ■< ie Sonne aufhalten?" bricht nun der Kaiser das Sch,.. ,i, indem sein Auge, gegen Norden schweifend, die Dunk it zu durchdringen sucht. „Wir hätten schon heute die Engländer vernichtet." (Fortsetzung solgt.) Martinsvögel - wodansvögel. Zum 11. November. Von Dr. Johannes K1 e l n p a u l. Am Martinstage pflegt von der Küche ein ungewohnter, besonders leckerer Dust auszuströmen. Mittags erblicken wir dann des Rätsels Lösung: da präsentiert die Hausfrau, «haussiert, stolz und erwartungsvoll dem Hausherrn ..eine gut gebratene Gans". Das ivar wohl schon immer so. Um die jetzige Jahreszeit braitcht mau - warnte Betten, also müssen die Gänse ihre Federn lassen. Und zum Glück geben sie auch noch einen knusprigen Braten. Das ist das Rechte zum neuen Wein. .. Tie christliche Legende führt das allgemeine Gänsemordcn, das in diften Tagen anhebt, merkwürdigerweise auf einen Heiligen zurück: noch dazu auf denjenigen, der als erster heilig gesprochen wurde, ohne daß er das Martyrium erlitt. Als der junge Martin im Jahre 375 zum Bischof von Tours gewählt wurde, versteckte er sich aus übergroßer Bescheidenheit, kam aber dabet einer Gänseschar ins Gehege, die sogleich laut zu schnattern begann, und — und dietveil das Gick-Gack-Lick) diesen heiligen .Mann verriet, leiden am Martlnustag alle Gänse große Plag. So singt man ani Rheine. Dte christliche Legende aber hat, >vi< so oft, heidnische Anschauungen ..übergeschluckt", denn die GanS 607 war ursprünglich ein W o d a » s v o g e l. Die Friesen drunten an der Küste muhten reckst wohl, Iver über ihnen dahin brauste, wenn die Wildgänse mit lautein „Kakclkakel" ins Land flogen. Und wie die Gons, so der Schwan. So erwähnt eme schöne Sage von der oldenburgischen Geest ein Schwancn-Orakel. Als der Graf Udo im Ammerland ein Kloster errichten wollt«, wußte er nicht recht, wo sein Werk gottgefällig sei. JA Westerstede oder in Wiefelstede oder in Rastede. Ta ließ, er in Oldenburg einen Schwan fliegen. Der Vogel Wodans flog zuerst nach Wiefelstede — einem uralten Scheidepunkt, von dem die sagenhasten Kon- rebbersnege ausgehen — und dann nach Rastede. Dort ließ er sich nieder, und der fromme Gras baute dort sein Kloster. Jnsolge solcher Ueherlicferuugen dreht sich heute noch aus den lutherischen Kirchtürmen in Ostsrieslaird einer dieser großen Vögel. Sie nennen's, je narl>dem er mehr oder weniger plump ist, eine Gaiis oder einen Schwan, und die Herren Pastöre, die von dem alten Wodan nicht mehr viel wissen wollen, crttären es uns mit der bekannten Prophezeiung von Huß: ich bin imr eine Gans (das bedeutet der tschcchische Name Huß im Deutschen), aber nach mir kommt ein Schwyn (Luther). — Auch noch andere von St. Avon". Aus einer Medaille von 1832 sieht man einen verewigt; richtiger: einen Narren mit einer Gans, mit dem Re- Schwan Goethe zum Olymp emportragen, ein anderer Medailleur symbolisierte, sogar die „schwedische Nachtigall" Jenny Lind mit einem Schwan! Nun, Schwäne werden wenigstens nicht gegessen! Da besinden Sie sich in einem großen Irrtum. Wenn man's bloß dazu hätte! ?lm englischen Hofe sehlen sie auf keiner Weihnachtstafel. Bei einem Prunkmahl der Stadt Paris für Katharina von Medici im Jahre 1549 wurden gleich einundzwanzig auf einmal ausgetischt. Tic Stadt Zwickau, die drei Schwäne im Wappen sllhrt, betrieb eine Schwanenzucht aus ihrem Festungsgraben, bis Kurfürst Christian II. zur Regierung kam, denn der Kurfürst hatte Geschmack an dem leckeren Vogel und aß sie (1604) nach und nach alle auf. Tie Medailleure haben übrigens auch einmal eine Gans verewigt; richtiger einen Narren mit einer Gans, mit dem Re- v:io: Loblied zu Ehren der Gänse. Nun, ein Narr mit Gänsen könnte ebenso gut einen Borwurs sür eine Brunnenfigur abgcben, wie das bekannte Nürnberger Gänsemännchen. Ich denke da an den — Ahnherrn, möchte ich sagen — der langen Reihe der vormals sächsischen Hofnarren, Claus Narr, der im Dienste dreier Kurfürsten, eines Herzogs und eines Erzbischoss stand. Er war so dumm, daß er noch mit 16 Jahren zu nichts anderem, als zum Gänsehüten zu gebrauchen war. Da hörte er eines Tages Wagen rollen. Der Ruf: der Kursürst kommt, klang an sein Ohr, und da er den Fürsten sehen, zugleich aber auch seine Gänse nickt allein lassen wollte, griff er rasch die Jungen auf und zog sie mit den Köpfen durch seinen umgeschnallten Gürtel, nahm die beiden Alten unter den Arni und drängte sich so bis vor den Kurfürsten Ernst, der ihn sah, laut auflachte und — sein Talent entdeckte. Ein drittes Gänsemännchen — ebenfalls plastischer Darstellung wert — wäre dann auch der Spitalbote aus Kaufbeuren, der alljährlich am Martinstage Punkt zwölf Uhr mittags in Kempten einttitt und zwei silberne Händletnspsennige überbrachte. Den einen bekam der Stadtkirchner, „der schon darauf wartete", den anderen warf er über die Brücke in die Iller. Außerdem mußte er sich aber auch noch mit zwei Gänsen schleppen, und wehe ihm, — tvenn er über die Brücke ritt — wenn die Gänse das fließende Wasser sahen und schrien, dann >var sein Ritt Ungültig. Unstreitig war die Gans der populärere der beiden Wodans- Vögel. Um eine Gänleseder, sagte meine Großmutter, muß ein Mädchen über zwölf Bäum« Reigen. Im Ruhr-Recht von 1452 lesen wir folgende schöne Besttmmung: Wem das Wasser ein Stück Land abreißt und wo anders antreibt, der mag dem nicht folgen, sondern dem es an sein Land getrieben, mag es benutzen gleich dem Seinen, bleibt aber dem Geschädigten auch nur soviel, daß eine Gans mit ihren Jungen darauf sitzen könnte, und wird später einmal daran Land angfetricben, dann sollen er und seine Erben dieses (gebrauchen. Auf Grund solcher uralter Anschauungen war auch bei verschiedenen Volkssesten eine Gans sozusagen die Hauptperson. So beim Gänserich-Retten in Pegau. Wie es dabei zuging, schildert folgendes, sreilich nicht ganz kunstgerechtes Gedicht: An zween mit Blumen umwundenen Stangen war quer ob der Bahn «ine Leine gespannt, und mitten in dieser nun wurde gehangen ein lebender Gänsrich am hänfenen Band. Das Tier hing acht Ellen hoch über der Erden, im gestreckten Galoppe mußte man ihn, um Sieger und König im Spiele zu werden, mit Gewalt seiner starken Fessel entziehn. Und hoch auf der Stangen vergoldeten Spitzen, hing für die Sieger der rühmlich e Preis: Halskragen, Tücher, Westen und Mützen am lustig schaukelnden Ebischenreis. Im Jahre 1664 erwischte ein Reiter zwar den Gänserich, aber dafür Iis.f das Pferd unter ihm weg, dem Vogel riß der Hals entzwei und der Reiter brach das Genick. Daraufhin wurde das Spiel verboten, ja in der Folge überhaupt alles Gänsehalten untersagt, und so behauptet der Volksmund von Pegau heute noch, cs gäbe dort — keine einzige Gans! — Ein ähnliches Fest feierte man auch in Frankfurt a. M. Dort wurde am letzten Tage der Sachsenhäuser Kirchweih unterm Kreuzbogen der alten Mainbrücke eben- salls ein Gänserich schwebend aufgehängt, der natürlich heftig mit den Flügeln schlug, und nun kamen die Fischer im kleinen Nachen den Strom herab, der dort am reißendsten war, und suchten den Gänserich zu fassen, sprangen dazu in die Höhe, stießen sich dabei gegenseitig aus dem Boot, fielen ins Wasser, und so dauerte die Lust, bis sie schließlich ebenfalls ein schlimmes Ende nahm, worauf sie der Rat im Jahre 1675 gleichfalls verbot. Das Volk schätzt aber nicht nur Federn, Fett und Braten, sondern traut dem Göttervogel, vulgo „dumme Gans" auch prophetische Gaben zu. In einem Kalender von 1602 ist Folgendes zu lesen: „Ihr guten Mütterlein, ich verehre euch das Brustbein, daß ihr kalendermäßig daraus wahrsagen lernt und Wetterpropheten werdet. Das förderste Teil beim Hals bedeutet den Vorwinter, das hinterste den Nachwinter, das weiße bedeutet Schnee, das andere große Kälte." Der Deutsch- Ritterorden in Preußen unternahm im Jahre 1455 sogar einen Feldzug auf Grund einer von Gänseknochen angekündigten Witte-. rungsbestimmung. — Im Fichtelgebirge gilt die Gans als Liebes- orakel. Dort treten am Andreasabend die lungen Mädchen zu einem Kreis zusammen, nehmen einen Gänserich in ihre Mitte, und zu welchem Mädchen er dann „mit verbundenen Augen" kommt, di« wird im nächsten Jahre Braut. Doch Wunder über Wunder! Es fehlt noch die Wundergans! Branta bernicla, L., von der um 1211 ein des ewigen Fastens überdrüssiger Mönch, Gervasius von Tilbury, behauptete, daß sie überhaupt kein Vogel sei, sondern eine Frucht, die aus Bäumen wüchse. Er schrieb darüber im dreiundsiebzigsten Kapitel seiner „Mußestunden": „In der Grafschaft Kent, bei der Abtei Fayers- ham, entstehen am Meeresstrande Bäume nach Art der.Wesden. Aus diesen sprossen Knoten, fast wie die Knospen neuer Triebs, die, wenn sie ausgewachsen sind, in Vögel verwandelt werden. Diese hängen die ihnen von der Natur erteilte Zeit hindurch am Schnabel abwärts und sallen nach der Belebung, und nachdem s!« gleichsam ihre Jugendperiode durchgemacht, mit sanftem Flügelschlage ins Meer..." Unter Berufung hieraus wurde die „Baum-. gans" jahrhundertelang — wie die „Trauerente" — als Fastenspeise verzehrt, auch noch, nachdem der Holländer G. de Vera in seinem Buche über Spitzbergen (1599) die dortigen Nistplätz« der Vögel entdeckt und beschrieben hatte. Zum Schluß: ist es denn überhaupt ausgemacht, daß dieGans wirklich der Martinsvogel sei? Der Rabe sicherlich nicht, obwohl auch er ein Begleiter des „Wilden Jägers" war und deshalb allezeit beim Landvolk in hohem Ansehen stand. Aber das in einiger« Martinsliedern genannte „Rubientje" oder Goldhähnchen? Oder der Schwarzspecht „met zyn root Kapengeltje" (Schnürleibchen), der obendrein picus martius heißt! Alle diese Vögel tragen sozusagen Wodans Livree: gelb und rot, und lassen der Phantasie einen weiten Spielraum, eine Beziehung zu dem roten Mantel anzunehmen, den Sankt Martin mit jenem Bettler (Christus) teilte. Aber eins ist gewiß: „Zeker hebben wy op St. Marten liever een gans dan een goudhaantje op tafel"... Moderne Kriegslisten. Die Kriegslist unserer „Emden", die sich durch einen künstlichen vierten Schornstein ein verändertes Aussehen gab und sich so dem Feind ungehindert nähern konnte, wird selbst von den Engländern als vollkommen „fair" bezeichnet. Derartige Listen spielen im .modernen Kriege eine keineswegs zu unterschätzende Rolle Das Markieren von Schützengräben, in denen Helme und Knüppel im Anschlag liegende Soldaten Vortäuschen sollen, wird ja schon im Manöver geübt. Auch mancher auf einer alten Lafette ruhender Baumstamm muß dem Gegner ein Geschütz Vortäuschen. Die Belgier gingen bei der Verteidigung des Forts Wavre-Sk. Catherine noch weiter, indem sie durch selbsterzeugte Explosionen den Anschein erwecken wollten, es seien Teile des Forts in dio Luft geflogen. Als dann deutsche Jnsanterie anstürmte, begannen die Belgier plötzlich wieder zu feuern. Freilich nützte ihnen di« List wenig. J!n der Schlacht von Champiguy am 30. Rvvember 1870 gewahrten die Württemberger auf dem rechten Fwgel der Franzosen eine Abteilung Helme tragender Soldaten. Außerdeni hörte man den Ruf: „Hurra, die Sachsen!" Die Württemberg» stellten daher nach dieser Richtung ihr Feuer ein, weil sie glaubten, die Abteilung gehöre zu den aus Le Plant vordrängenden Sachsen. Bald aber erblickten sie unter den langen Mänteln der Helmträger die roten Hosen der Franzosen. Ein tüchtiges Schnellfeuer vereitelte jedoch deren List und zwang sie zur schleunigen Flucht, wobei sie die den Sachsen abgenommenen Helme eilig von sich warfen. Weniger „fair" ist dagegen di« von den Franzosen 1870 mehrfach geübte List, die Deutschen durch Schwenken einer weiße» Fahne zum Einstellen des Feuers zu veranlassen und sie dann, als sie aus den Schützengräben herauskamen und die Franzosest gefangen nehmen wollten, plötzlich mit einem Kugelhagel zu überschütten. Das geschah bei Champigny unk auch bei sedan, wv die vierten preußische» Jäger die Opfer einer derartigen Falle wurden. 608 Nach der siegreichen Schlacht von Sedan wandte der preußische General von Pape eine Kriegslist an, um die noch versteckt im Walde weiterkämpsenden Franzosen gefangen zu nehmen. Er ließ von einem bereits gefangenen französischen Unteroffizier das sran- zösisch« Signal „Sammeln" blasen und bald kamen gegen 1000 versprengte Franzosen aus ihren Waldverstecken. Im russisch-flapanischen Kriege haben besonders die verschmiß» ten Japaner mit mancherlei Listen gearbeitet. So wurde Milte Februar 1905 den Vorposten des von General Rennenkampf befehligten rechten Flügels der russischen Arinee ein in tadellosem Russisch geschriebener Brief überbracht, der die Bitte enthielt, die russischen Offiziere möchten sich doch — da anscheinend kriegerische Operationen noch nicht in Aussicht ständen — zu einer geselligen Zusammenkunft mit japanischen Kavallerieoffizteren cur- finden. Und zwar wurde ein Picknick um den 20. Februar herum vorgeschlagen. Die russischen Offiziere gingen auch auf diesen „Scherz" der Japaner ein und trafen sich mit diesen am 21. Febr. Am Abend zuvor setzte aber schon der japanische Angriff ein, srer- lich nicht gegen den rechten, wohl aber gegen den linkem Flügel der russischen Armee. Während man am Liauho frühstückle, kämpfte man am Dalnipaß. Die Russen hatten sich täuschen lassen. Auch ihr linker Flügel wurde das Opfer einer japanischen Kriegslist. Den in den ersten Gefechten gefallenen Japanern wurden nämlich einige Briefe abgenommen, aus deren Adressen und Inhalt hervorging, daß der russische linke Flügel die Armee Nogi vor sich hatte. In dieser Ansicht wurde man noch bestärkt, als die angreisenden! Japaner — es wurde damals oft in Entfernungen von nur 100 bis 300 Meter gekämpft — den Russen ständig aus russisch zubrüllten, sie kämen von Port Arthur. Wie groß war das Erstaunen der russischen Heeresleitung, als sie später erfuhr, daß die Armee Nogi gegen ihren rechten Flügel vorging, während bei Mulden eine vollkommen neugebildete Armee, die Paluarmee, stand, von deren Bestehen sie keine Ahnung gehabt hatte. Die Briefe waren eigens geschrieben worden, um sie den Russen in die Hände zu spielen, und die Japaner hatten durch ihr Zubrüllen, sie kämen aus Port Arthur, die Russen in ihrer falschen Meinung nur noch bestärkt. _ Man weiß sehr wohl, daß ein Teil des deutschen Feldzngsplanl ein Luftstreitzug gegen London ist, hauptsächlich zu dem Zweck, wie der Feind glaubt, eine Panik hervorzurusen. Tie notwendigen Vorsichtsmaßregeln sind jetzt getroffen worden, um jede Angst bei den Einwohnern zu nehmen, und alle Mittel stehen bereit, Lustbesuchern ein warn,es Willkommen zu bieten. Niemand könne jetzt von einer Flugmaschine oder einem Lultschiff über London einen Teil der Hauptstadt von dem andern unterscheide», oder irgend eines von unser«» wichtigsten Gebäuden herauScrkennen. Es ist sehr angenehm zu hören, daß trotz der Dunkelheit keine Zunahme in der Zahl von Unfällen zu verzeichnen ist, was al» ei» gute? Zeugnis für die Sorgialt der Lenker gelten kann, und auch kein« Zunahme von Verbrechen, was als ein Kompliment für die erhöhte Wachsanileit der Polizei zu deuten ist.' Wenn nun die Londoner sich abends noch nicht beruhigt zu Bett legen, so wird ihnen trotz aller Dunkelheit kauin »och zu eiiiem gesunden Rachlschlas zu verhelsen sein. 'Liebe und Hiebe. Wie wenig Respekt bisweilen di« Drucksehlerteuielchen selbst vor der ernstesten Lage der Völker haben, davon weih der Nieuwe Rotterdanische Eonrant ein Beispiel zu erzählen. »Zeigt ihnen das durch denischc Liebe von ganz besonderer '?lrt‘, stand nämlich in dem nach Holland gelangenden Wol Te'eqramm, das den Tagesbesehl des banrischen Kronprinzen » d gab, Ivorin die Engländer als die ärgste» Feinde der Dein „e i genannt und der 2lusinerksawkeit der deutschen Soldaten besonders anempsohlen iverden. Ter Sarkasiinis des Ausdruckes ganz besonderer Lieb« befremdete natürlich in einem soldatischen Tagesbesehl, dessen Inhalt ja auch dem eiiiinchsien Verstand begreiflich sein soll. Als mm später die deutschen Zeitungen Holland erneichlen, zeigte es sich, daß der Kronprinz allerdings nicht die stilistische Form des Sarkasnrns am eiwnnöi hatte, denn da stand nicht Liebe, sondern-- Hiebe *DieTreueistkeinleererWahn. Hausfrau (in der Küche): „Ich wollte, Minna, Sie hätten den Ernst Ihrer Vorgängerin!" Minna: „Nee, Madam — nischt zu machen, ick bleib mei'n Edeward treu!" vernilschte». • Deutsche RauUeute u»d derei, Zahlungs- pslicht an de» Feind iin Kriege. Wie Berliner Kauf- leule ihre Zahlnngsverpsiichtunq gegenüber dem Feinde im Kriege eriüllten, darüber berichtet I. W. v. Archenholz in seiner Geschichte des Siebenjährigen Krieges. Die Russen unter dem Beseht des General Tottleben hatten 1760 Berlin eingenoimne», welcher niit diesem kapituliert hatte. Um die angedrohte Plünderung der Stadt abzuwenden, sollte Berlin eine Kontribution von 4 Millionen Reichstaler bezahlen. Ter Berliner Großkausmann Goß- kowSky, der bei den Russen in hohem Ansehe» stand, weil er russischen Gefangenen gegenüber sich häufig wahrhaft großmütig und freigebig gezeigt hatte, verhandelte mit Tottleben, der auch ein sehr humaner Mann war und dieser ermäßigte die gelorderte Summe auf l 1 /, Million und 200000 Reich taler, als Trinkgeld sür die Soldaten. Tie Stadt Berlin zahlte daraus in bar 700 00 o ReichStaler und gab sür die bleibende M'llion Wechsel und Kreditbriese aus Berliner Kaufleute, welche Gotskowsky als Bürge mit unterschrieb. Die Russen und deren Verbündet«, die auch Truppen nach Berlin hatten marschieren lasten, wollten in der Mark Brandenburg Winterquartiere beziehen. Ta nahte der König Friedrich II. von Schlesien her mit seiner Armee in Gewaltmärschen, um leine Hauptstadt vom Feinde zu befreien; dies genügte, um diese mit der Eile eines geölten Blitzes verschwinden zu lasten. Ter Magistrat beschivor GotSkowsky, sich in das Hauptquartier der Rüsten nach dem Osten zu begeben, um wegen der Bezahlung des Restes der Kontribution zu verhandeln, um zu erreichen, baß der Werl gewister Licserungen, die man an die Russen gemacht halte, an der noch schuldigen Million ReichStaler gekürzt werden dürfe. In, russischen Hauptquartier aber ließ man sich aus einen Abzug nicht ein, obgleich es der Berliner Unterhändler an Geschenken und Bestechungen nicht hatte iehlen lasten. Als Friedrich II. hörte, was es mit der Million Reichstaler an die Rüsten zu bewenden hatte, bekohl er den Berliner Kaufleuten, ihre Wechsel und Kreditbriefe nicht einzulöseu. Gotskowsky aber begab sich zum König und beschwor diesen, seinen Beseht zurückzu- nehmen. Er erklärte seinem Landesherrn die Natur der Wechsel und Kreditbriefe und weiter, daß es sür einen Kauimann schimps- lich sei, wenn er seine Wechsel nicht bezahle. Ter König hob daraus den gegebenen Besehl wieder au ( , bezahlte aber im geheimen selber die Million Reichstaler iür die Russen. — An dieseui Muster können sich di« Engländer ein Beispiel nehmen, di« ihren Ka»f- leulen verboten haben, Schulden in Deutschland zu bezahle». 'Im dunkelsten London. Nicht ohne einiges Vergnüge» wird man folgende kleine Notiz lesen, die der »Daily Ehronicle' zur Beruhigung de4 Londoner Publikuni; bringt: »Tie Bewohner von London, über die durch die Verminderung des Liclts einige Unbequemlichkeiten gebracht sind, mögen versichert bleiben, daß wir jetzt das Miniuuii» von Beleuchtung und das Maximum von Sicherheit gegen einen Luftangriff erreicht haben. vüchertisch. — Kriegsnummer 14 der »Illustrierten Zeitung' lBerlag I. I. Weberl. — Ter wirkuiigsvolle Umschlag zeigt uns ei» Torpedoboot in voller Fahrt, währeiid die erste Tite seite ein Bild zur deuilch-ungarischeii Waffenbrüderschaltr »Ansprache des Bürgermeisters Stephan Btlrczy in Budapest von seinem Automobil aus an das Publikum ivähreud der Filuinina» tion der Stadt anläßlich der Tauie der Kaiser-Wilbelm-Straß« und des Berliner Platzes" bringt. Jntcrenant »nd künstlerisch werivoll sind die wieder in einer vierseitigen Beilage in Offietdrnck wiedergegebenen Bleististzeichnungeu Hans von Hayeks ans den Kämpien bei Lille. Daß der Humor de»i deutlchcn Krieger auch im ö chützen- grabeii und in der Artilleriedecknng nicht verloren gebt, beivcise» die in gleicher Art reproduzierten lebenswahren Skizzni von O. I. Olberh, dein in der Front käinpsende» Mitarbeiter der „Illustrierten Zeitung". TaS Einqrcisen der Türkei in den Weltkrieg wird in einem gleichnamigen reich illustrierten Artikel > on Tr. 21. Wirth, München, beleuchtet, und vo>i anderen interestantcn, ineist diirch ausgezeichnete Bilder veranschaulichtcu 2luliätzen (neu noch genannt: „Nationale Erziehung ; »Tie Portugiesische Armee'; »Tie Feldküche" »sw. An gröbere» künstlerischen Beigaben enthalt die reichhaltige Nummer ». n. ei» doppelseitiges packendes Bild von Pro!. Karl Storch „Heimkehrende ostprenbis l.c Flüchtlinge aus dem Alarktplatz in Tapiau', von Willy Stöiver „Tie »Emden' veriiichtel bei, russische» Kreiizer »Schemtlchug" imb den französischen Torpedojäger »Monsqnet", voii Erich Mauschaß „Tentsche Ordnung in einein Dorie Französisch-Lothringens' und außerdem eine große 2 liizahl kleinerer Streubildcr von den verschiedenste» Kriegsschauplätzen. Nicht liiierwähni sei die zeitgeiiiäbe packende Erzähl,ing »Revanche" von Knrt Küchler. - Preis der Niunnier 1 'Sit., Vierteljahrsabonnement SDK. 8.50. Logogriph. Mit ,t“ bin ich stärker als Eisen, Zerstöre» ist ineine Lust. Mit ,,e' pflegt mich der Gärtner Als Zierde sür deine Brust. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des inagischen Quadrats in voriger Nummer: bl U l- E v R A L L A D B E L B A ' christleitiina: 2Ii>q. Goetz. — Roiolionsdriick 11118 Verlag der Brübl'scben llniversitäis-Buch- und Steindruckcrei, R. Lange. Gießen.