Die hundert Tage. Bfonrntt aus dem Jahre 1815 von M. von Witten. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Von Charterst a» der französischen Grenze klang Kanonendonner pnd Kleingewehrfeuer herüber. Kein Zweifel mehr. Bedeutende französische Druppenmassen waren den preußischen Vorposten gegenüber eiivgetrosfen. Heftig angegriffen, zogen sich die weitvovgeschobenen Brigaden des ersten preußischen, des Zietenschen Korps, die dort zur Deckung der weit ausgedehnten preußischen Stellung standen, ihrem Befehle gemäß vor der großen Uebcrmacht kämpfend gegen Norden zurück. Südlich von Fleurus, aus der Chaussee nach Charleroi, hielten die Brandenburgischen Ulanen neben zwei Kurmärkischen Landwehr-Kavallerie-Regimentern, um die zurückgehenden Brigaden auszunehmen. Sie mochten zusammen wenig niehr als 806 Pferd« stark sein. Schon war ein Ordonnanzoffizier vorllbergesprengt, der den Feldmarschall, dessen Hauptquartier sich noch in Namur befand, die Nachricht überbringen sollte, daß Napoleon selber mit seinen Garden jenseits Charleroi eingetroffen sei. Mit einem Ausdruck glutvollster Spannung blickte Ulrich, an der Spitze seiner Schwadron haltend, in die Ferne, aus der der Geschützlärm herübertönte. Gott sei Dank! Napoleon loartcte nicht ab, bis Frankreich durch die langsam herannahenden Heere der Verbündeten, von denen Oeslerreicher und Russen noch recht weit entfernt standen, umzingelt werden würde, nein! In verzweifelter Entschlossenheit nahte er h.'ran, um zunächst über die dicht an seinen Grenzen haltenden Truppen Blüchers und Wellingtons herzusallen. Endlich sollte dieses qualvolle Hangen und Bangen zwischen Krieg und Frieden ein Ende finden! Endlich sollte man sich mit Napoleon messen! Endlich durfte die Glut tödlichen Hasses sich im Kampfe entladen. Eine weihevolle, totbereite Begeisterung lag auf Ulrichs Zügen. Er wandte den Kopf; sein Auge streifte die kleine handvoll freiwilliger Jäiger, die zur Seite seiner Schwadron hielten — war's nicht, als tausche er mit dem einen von ihnen, mit dem Strohblonden, Hageren, Blick um Blick? Der Blonde lächelte, grüßte mehr mit den Augen, als mit einer Bewegung des Kopfes; durch Ulrichs Glieder zitterte es wie ein heimliches Erschauern — er kehrte sich ab. Suchend glitt sein Auge über die Schär der Reitert derew blaue, goldverschnürte Uniformen, deren blaue Tschakos und schwarzweiße Lanzenfähnchen in der strahlenden Sonne schimmerten und funkelten. Jetzt hatte er den Gesuchten gefunden. Bei der nächsten Schwadron hielt Otto von Jäger. Die gertenschlanke Gestalt auf dem ferngkiedrigen Braunen Wie aus Stein gemeißelt, Armer lieber Freund! Was ist aus dir geworden! Seit jenen Tagen, da er von Philipp von Eure die Nachricht empfangen, daß Toska für immer zu ihrem Vater zurückgekehrt fei — seit jenem Tage schien Seele und Leben aus Ottos Körper geivichen, und die Glieder verrichtetes nur noch einer Maschine gleich den Dienst. Daß man ihm hätte helfen können! Aberder starre Drotz, mit dem er sich dem alten Freunde gegenüber von vornherein gewappnet, hatte sich bis zu einer eisigen Kälte gesteigert, die jedes gütig teilnehmende Wort im Keim erstickte. Ja, er hatte es fertig gebracht, sich in eine andre Schwadron versetzen zu lassen. Daß sich sein Gram doch in wilden Ausbrüchen Lust gemacht! Daß er ... . , Ulrichs Haupt ruckte herum — Pferdegetrappel hatte sein Ohr getrossen. Scharf forschend blickte er gen Süden. Aus der Staubwolke tauchten vier Reiter auf: Zwei westfälische, Landwehrleute mit einem Unterossizier — in ihrer Mitte — sah er recht?! —■■ ein französischer Offizier. Gefangen? Nicht doch! Ein Ueberläufer gewiß. Die weiße Kokarde glänzte am Hute. Näher sprengten sie heran. Vor dem General, der mit dem Oberst von Stutterheim und ein paar Herren vom Stabe ganz in der Nähe von Ulrichs Schwadrson hielt, machten sie Halt. Mit seltsam hochklopfendem Herzen folgte Ulrich dem Vorgang. Worte wurden gewechselt — Ulrich unterschied sie nicht. Da zog der Franzose, ein zierliches, bewegliches Kerlchen, einen Brief aus dem Aermel seines Rocks. Oberst von Stutterheim nahm das Schreiben — prüfte die Adresse — wandte sich mit kurzer Erklärung gegen den General und gab es dann zurück. Im nächsten Augenblick löste sich der Regimentsadjutant aus dem Kreise und ritt an der Aufstellung der Ulanen entlang. Jetzt blieb er halten vor — Leutnant von Jäger. Der trabte mit dem Adjutanten zum Obersten zurück, der französische Offizier reichte Otto den Brief — Otto ergriff ihn — erblaßte, schien zu wanken, — im näche sten Augenblick saß er wieder wie aus Stahl gegossen im Sattel. Ulrichs Herz zog sich zusammen in tiefem Schmerz um den geliebten Freund. Dieser Brief — gewi! Er mußte irgendwie mit Toska Zusammenhängen! Aber wie kam dieser französische Offizier dazu, der den Bourbonen, nicht Napoleon diente?! Da wurde Ulrichs Aufmerksamkeit von neuem gefesselt: Der westfälische Unteroffizier sprengte mit seinen beiden Leuten zurück in der Richtung, aus der er gekommen — Otto von Jäger aber trabte an der Seite des französische Offiziers mit zwei Ulanen gegen Norden auf Fleurus zu. Was ging da vor? Während Ulrich sinnend und grübetzcd auf seinem Hengste hielt, ritten die beiden, der Franzose und bei; Deutsche, schweigend einen schmalen Feldweg entlang, der 590 zu beiden Seiten von mannshohem Korn umwogt war. Instinktiv hatte Otto diesen Seitcnpsad eingeschlagen, der sie den Blicken der Welt entzog. Die beiden Ulanen folgten in gemessener Entfernung. Eine sengende Schwüle brütete zwischen dem Korn. Die grelleuchtende Luft schien zu stehen. Otto wähnte zu ersticken. Er hielt sich nicht länger. „Herr Rittmeister, darf ich erfahren, wie es kommt, daß Sie, gerade Sie mir den Brief — meiner Frau überbrini- gen?" Wie sturmzerfetzte Schreie klangs. Das Auge hing an der weißen Kokarde, um sich dann drohend in den Blick des andern zu bohren. Ueber das bewegliche Antlitz des Franzosen zuckten Lichter und Schatten in raschem Wechsel. Er fühlte die Gcgner- f haft, und er suchte sich dem Blicke des Preußen, unter ein ihm heiß und unbehaglich Ivurde, zu entziehen. „Nichts ist einfacher, monsieur man lieutenant!" ent» wortete er auf Ottos deutsche Anrede in deutscher Sprache, die er vollkommen beherrschte, mit einer liebenswürdig harmlosen Miene, indem er, sich etwas niederbeugend, zärtlich den Hals seines prächtigen Pferdes klopfte. „Madame de Jäger ist mir weitläufig verwandt. Mer nicht nur aus diesem Grunde habe ich ältere Anrechte wie Sie, mein Herr." Das schmale Haupt wandte sich ein wenig — ein Seitenblick, gleich einem Pfeile aus dem Hinterhalt geschossen, traf Otto. „Madame war von ihrem Vater — ehe er nach Rußland ging — mir zugesprochen!" Der Brust des Preußen entrang sich ein Stöhnen. „Damals! Damals, mein Herr!" wehrte er gequält. „Mer jetzt! Jetzt! Wie kommen Sie jetzt zu diesen. Briefe?" „Den Sie noch nicht eines Blickes gewürdig. haben?" gab der andere mit gut gespielter Entrüstung zurück. Otto fuhr zusammen, grub die Zähne in die Unterlippe und krampfte die Rechte fester um den Zügel, daß sich ihm die Fingernägel schmerzhaft ins Fleisch gruben. Es war wahr! Ungelesen stak dieser Brief noch immer unter dem roten Aufschläge seines Bermels. Und dabei hatte seine Seele doch in verzweifelten Nächten nach einem Wort, nach einem einzigen Wort von ihr geradezu gcschrien! Aber nicht um eine Welt hätte er's vermocht, das Schreiben vor den Augen dieses Mannes zu erbrechen. Graf Duboit aber vermochte von diesem erdfahlen, starren Profil seines Gegners nicht einen einzigen Gedanken abzulesen. „Wie ich zu dem Briefe komme?" nahm er daher die Frage Ottos wieder auf — lo ganz von obenhin. „Sehr einfach, mein Bester. Bei Madame de Jägers Rückkehr nach Paris erlaubte ich mir natürlich, Madame meine Aufwartung zu machen. Und als ich im Begriffe stand, mich anläßlich meines Abganges zur Armee persönlich bei ihr zu verabschieden, da vertraute sie mir die Besorgung jenes Billetts an, damit es sicher in Ihre Hände käme." Es war das alles. im leichten Plauderton von seinen Lippen geflossen. Ms ginge keinen von ihnen beide» das alles etwas an. Jetzt aber vibrierte ein verstecktes Drohen durch die dunkle, sich etwas hebende Stimme; ein stechender Blick traf Otto. „Ich dächte, einen sichereren Weg, als den eingeschlagenen, hätte ich nicht wählen können. Madame sendet Ihnen ein letztes Abschiedswort, mein Herr! Sie bereut die Verirrung tief, Frankreich, — und sei es auch nür für Tage — untreu geworden zu sein und einem Feinde ihres Vaterlandes ihre Hand gereicht zu haben." „Einem Feinde ihres Vaterlandes?" Otto war herum- efahren. AuK in Auge maß er sich mit dem Gegner. Aus em Gewittersturm der Gefühle, der seine Brust unter den Erklärungen des Franzose» durchtobte, lösten sich hohnlachend, ihm gellend im Ohre haftend, diese letzten Worte. „Einem Feinde ihres Vaterlandes?" wiederholte er. „Und was sind Sie?" „Nicht ein Feind Frankreichs — mein Herr, ich muß sehr bitten!" Graf Duboit elegantes Fiaürchen reckte sich hochfahrend auf. „Nur ein Feind Napoleons!" „Toska von Jäger vergötterte Napoleon!" Das war ein Schrei, der blitzartig eine abgrundtiefe Qual enthüllte. Die Regung eines flüchtigen Mitleids spiegele sich in den Zügen des Grafen. Seine graziöse Hand federte über den aufgezwirbelten Schnurrbart hin. ,,^la foi!“ Ein liebenswürdig gewinnendes Lächeln, dem sich ein Schimmer von Verlegenheit beimischte, umspielte seine Lippen. „Das habe ich ja auch bis vor wenigen Tagen {«tan! Da müßte man ja ein Stock sein, wenn man diesen Menschen, nicht halte anbeten wollen, diesen Menscqea, der Frankreich zu so unerhörtem Glanz und Ruhm geführt. Aber, aber" — er pfiff durch die Zähne — „alles in bet) Welt hat seine Zeck Und dieses Mannes Zeit ist zu Endel Ich bitte. Sie! Er der sich zum Herrn Europas geuiacht, weil zw Europa unter die Gewalt seines HalbgottivilleuS zwang, — er begibt sich selbst dieses seines vornehmsten, Machtmittels und erklärt in Frankreich die konstitutionelle Monarchie! Damit hat er sich selber die Schlinge über den Köpf geworfen. Die Frage ist nur noch, leer sie zuzieht. Das ist uns fern von seinem Einfluß, aus unsere»: Ritt zur Armee t'.ar geworden. Und darum ziehen wir — mein Chef Generalleutnant Bourmont und sein ganzer Stab — es vor, zu den Fahnen des rechtmäßigen Königs von Frankreich zurückzukehren. Und seien Sie gewiß," — einen Ausdruck von Leichtsinn und lächelnder Zuversicht im Gesicht, zwinkerte er zu Otto hinüber, — „auch Toska wird ihren Abgott vergessen, sobald er gestürzt ist, und wird den Bourbonen huldigen lernen, wenn erst — wenn erst" — er tat verlegen, errötete und schlug die Augen verschämt wie ein junges Mädchen nieder, —, „ich darf es wohl sagen, daß sie mir Avancen gemacht--!" „Hahaha!" Ein Lachen wie das Gurgeln und Tosen eines eingedämmten Bergstromes. „Mer Monsieur," — mit einem Ausdruck gekränkter Eitelkeit hob sich der Franzose im Sattel — „was ist da zu lachen?!" „Hahaha!" In Ottos Brust quirlte und wirbelte alles wie in einem Hexenkessel durcheinander. „Das wäre allerdings zum Lachen, wenn es nicht — wenn es nicht--!" Mit einem Ruck^brach Otto ab. Das also war des Pudels wahrer Kern! >L-ein Weib hatte ihn verlassen — nickst ans dem unüberbrückbaren Zwiespalt heiligster Gefühle heraus, — verlassen, nicht um des hehren Glaubens willen an diesen Mann, der dem einen ein Gott, dem ander» ein Teufel war — nein! Nein! Sie war von ihm gegangen um einer simplen Liebschaft willen! Zu dem da! — Zu dcni daTen er hätte nicderknallen mögen, wie einen tollen Hund! Sollte der etwa noch die Genugtuung haben, daß er ihm eben den Todesstoß versetzt? Daß er ihm sein Heiligenbild in Trümmer geschlagen? Lieber tot! Mit unheimlicher Ruhe, kerzengerade auf seinem Pferde sitzend, zog Otto den Brief unter dem Acrmelausschlag vor. Im nächsten Augenblick zischle ein Streichholz auf Er hielt den Brief darunter. Seine Hände zitterten nicht. „Sagen Sie Madame—." Der Brief fing Feuer. Gierig leckte die Flamme daran auf. „Sagen Sie Madame, daß — Das Papier wurde braun, cs wurde schwarz — kräuselte sich und sank knisternd aus den Sattelknopf. Er drückte es, jeden Funken vernichtend, mit sicheren Fingern in sich zusammen. „Sagen Sie ihr, daß ich, sobald der Krieg mir Zeit zu Privatangelegenheiten läßt, — ihrem Wunsche gemäß die Scheidung einlciten werde." Seine Hand öffnete sich. Die verkohlten Fetzen taumelten zur Erde. (Fortsetzung solgt.) Der „Zporrassele". Skizze von Th. Ebner llllm). Vor ein paar Tagen haben wir ihn begraben. Mit allen militärischen Ehren, wie er es gewünscht hatte. Wir haben nicht lange untersucht, ob er auch wirklich ein Anrecht daraus hatte. Dazu hatte man in diesen heißen und bewegten Tagen weder Zeit noch Lust. Wir wußten, daß cs die Sehnsucht seines langen und armen Lebens gewesen war, und das genügte. Der „Liederkranz" sang ihm ein Soldatenlied am Grabe, der Kriegervereiu schwenkte seine schwarzumslorte Fahne darüber. So hatte er die Erfüllung seines Wunsches und stine Ruhe. Wer? fragt der geneigte Leser. Ich bitte um Verzeihung. Wir nannten den Helden dieser kurzen, aber auch sehr wahren Geschichte nur den „Sporrasselc". Wi' er, der ehrsame Schneidergeselle Nepomuk Wehrlein zu diesem kriegerischen Namen kam? Die Sache ist höchst einfach. Als er vor 44 Jahren, gerade nach dein großen Krieg, in unser Städtchen gewandert kam, bestand seine ganze Habseligkeit aus dem Kävvi und den gewaltigen Sporen eines Franzosen. Das eine trug er keck und schief auf dem Haupte und die anderen an den Stiefeln. Die aber nur an Sonn- und patriotischen Festtagen. Natürlich, als er sich zum ersten Male in diesem Schmuck zeigte, was war das für ein Fragen und Staunen. Der Nepomuk Wehrlein hielt zu dem allen, sonderlich, wenn inan ihm einen Schoppen zahlte, mannhaft stand. 691 Daß er „dabei gewesen", bis nach Paris hinein, darüber bestand, wenigstens für ihn selbst, keinerlei Zweifel. Und wehe dem, der ci»en solchen zu äußern wagte. Er hatte natürlich alle Schlachten mitgeniacht. War dabei, als sic den Navoleon singen und de» neuen Deutschen Kaiser in Versailles ansriesen. Der Bismarck mid der Moltke hatten ihm die Hand gedrückt, und der Kronprinz Fritz hatte einmal zu ihm gesagt: „Nepomuk, toenn alle so wären, wie du, dann gäb's bald keine Franzosen mehr." Daß er das Eiserne Kreuz nicht erhielt? Nur Tücke und Bosheit. Vorgeschlagen war er, damals, als er bei einem Patrouillenritt ganz allein ein Bataillon Franzosen, sechs Geschütze und die Regimentskasse erbeutete. Alles in fünf Minuten. „Die haben geschaut, wie sie mich sahen. Auf die Knie sind sie gefallen und haben gezittert vor Angst." „Werden halt auch Schneider gewesen sein," wagte so ein junger Frechdachs zu sagen. Donnerjettchen, fuhr da der Sporrasscle auf von seinem Stuhle. Mit beiden Armen fuchtelte er in der Luft umher und stampfte auf dem Boden, daß die Sporen an seinen Stieseln klirrten. Es war nämlich gerade Sedantag, und den feierte er ganz besonders ergiebig aus den Taschen der anderen. Denn natürlich, der Nepomuk Wehrlein hatte auch geholfen, den Kaiser Napolium zu kriegen. Na ja, wie's halt so geht. In den ersten paar Jahren, da war das „Sporrassele" noch eine Rarität im Städtchen. Von der Erinnerung an die große Zeit fiel mancher Brocken für ihn ab. Mit dem „Handwerken" war's nicht viel. Es lag ihm auch wenig daran. Was er brauchte, das verdiente er so oder so. Und was er nicht verdiente — anch gut, dafür waren dann die anderen da. Aber ein tiefer Schmerz geschah ihm doch. Der Kuckuck weiß, was dem Ortsgewaltigeu in die Krone fuhr, daß er eines Tages den „Sporrassele" zu sich beschied und ihm kurz und bündig erklärte, die Maskerade müsse aufhören, sonst — — Das „Svor- rassele" hatte sich nämlich im Lause der Jahre — weiß Gott, woher er das Zeug dazu hatte — aus allen möglichen Lavpen und Abfällen eine ganz eigenartige Uniform zusammengeschneidert, und wenn er die am Leibe trug, war's gerade, wie wenn ein böser Geist in >ihm säße. Ta braniarbasierte er drauslos, daß sich die Balken bogen und die Wände krachten. Es war gerade nicht mehr schön, und wie nun erst unser hochgelegenes Städtchen auch zu einem „Luftkurort" wurde, und ein neuer Bürgermeister kam, so einer von den „Studierten", da ging die Herrlichkeit des „Sporrassele" mehr »nd mehr aus die Neige. Verdienen tat er keinen roten Heller mehr. Kümmern tat sich um den armen Teufel eigentlich auch niemand mehr. So steckte man ihn eben einfach insl Pfründnerhaus, und ließ ihn dort schwatzen und reden, soviel er wollte. Außer den alten Leutlein hörte es ja niemand mehr. Sein Käppi und seine Sporen freilich, die mußte man ihm lassen. lieber seiner ärmlichen Bettstatt hingen sie, und er hatte es sogar schriftlich gemacht, daß ihm die mit ins Grab gegeben werden! Seht ihr, so gcht's. Da redet sich so ein armseliges Menschenkind die wirrsten Geschichten so lange ein, bis es zuletzt selbst daran glaubt. Und das nennen die Leute dann Lug und Trug. Der Nepomuk war darüber ganz anderer Meinung. Wenn er einmal durch die Straßen schlich, und es rief ihm einer zu: „Grüß Gott, Sporrassele!", dann ging's wie ein Ruck durch das knickige Männlein. Er griff mit der zitternden Hand zu militärischem Gruß an die Kappe, und wenn gar einer in Uniform daher kam, — gewiß und wahrhaftig, — das armselige Leut stand still und schlug die Hacken zusammen, daß man meinte, seine Knochen klappern zu hören. ^ Der eherne Schritt der Geschichte war grausam genug, auch über den „Sporrassele" und die Zeitgenossen, die ihm diesen fürchterlichen Namen gegeben hatten, hinwegzugehen. Leben tat er noch. Mer alt uich verhuzzelt war er mit seinen 82 Jahren, und in seinem müden Kopf gäb's wohl kaum mehr so etwas wie Gedankenarbeit. Eigentlich wußte er selbst kaum mehr, was der seltsame Schmuck über seinem Lager bedeute. Die glanzlosen Aeuglein sahen wohl manchmal hinauf zu ihm. — Aber, was er ihm einst gewesen, davon hatte der Sporrastcle keine Ahnung mehr. Und wenn einer einmal den Versuch machte, ihn dran zu erinnern, oder gar mit seinem „Kriegsnamen" anzureden, dann sah er ihn gar blöde an und murmelte ein paar Worte in seinen Stoppelbart hinein. » Und es kam der Sommer des Jahres 1914, und über die Welt stiegen des Krieges schwarze Wolken empor. Der Kaiser rief, und alle, alle kamen! Es ging ein Flammen auf zum Himmel und der Schrei des Zornes gellte durch die Lande Über Verrat und Tücke. Im warmen Sonnenschein saß der „Sporrassele" und dämmerte hinein in den Tag. Wie aber die Jungmannschast des Städt- leins daherzog in gleichem Schritt und Tritt mit schallendem Gesang und der bunten Mütze, da hob bas alte Männlein lauschend den Kopf. Ja, was Ivar denn das? Das war ja wie dazumal! Das klang ja und dröhnte daher wie Kanonendonner und Schwerter- klirren! Mühsam, auf seinein Stock gestützt, stand er da und starrt» der Jungmannschaft entgegen. Und wie das erste Glied der Truppe an ihm vorbeizog, da straffte er sich empor, wie ein Junger. Da war's, als gäb's kein Alter und kein Gebrechen. Schier gesprungen kam er. „Der Sporrassele!" klang's hell durch die Reihen. Schon hatten ihn die zwei vordersten gefaßt und emporgehoben auf ihre Schultern. Keck saß ihm eine Mütze auf dem kahlen Kopf. § och hielt er den empor, und zu Sang und Klang schwang er den tock im Takte. Erst drinnen in der Wirtsstube, wo sie sich sammelten zum Abschiedstrunk, setzten sie ihn nieder. Alle Hände streckten sich ihm entgegen. „Hoch der Sporrasscle!" tönte es von allen Seiten. Zitternd griff er nach dem Krug schäumenden Bieres. Und jetzt — wie sich seine Augen weiteten! Wie hell und klar das sonst so dünne Stimmlein klang! „Kameraden!" rief er. „Es lebe der Kaiser! Mit Gott für ..." Er taumelte zurück und sank zusammen. starr. Noch einmal suchte er den Arm zu heben--- — Der Kopf sank ihm ans die Brust und die Augen wurden Der „Sporrassele" war eingerückt zur großen Armee. War er das erste Opfer des großen Krieges? Und wer wollte zu Gericht sitzen über ihn? Da war keiner in diesen Tagen! So geschah's, daß der „Sporrassele" zur Ruhe kam mit allen Ehren, die er sich gewünscht hatte. II. R. 3 m Heuer der deutschen 42er Mörser. Ein belgischer Artillerieoffizier, der bei der Verteidigung des Antwerpener Forts Wavre-St. Cathenne schwer verwundet wor- deii und von seinen Kameraden auf holländisches Gebiet geschafft worden ist, hat dem „Allgemeen Handelsblad" (Amsterdams eine lebensvolle Sch lderung der fürchterlichen W i r ku n g der deutschen 42-Ze.ntl metermörser zur Verfügung, gestellt, die er am eigenen Leibe zu spüren bekommen hat: Sie'fugt zu den bisher bekannten Einzelheiten eine Reihe neuer Züge hinzu, die namentlich die Wirkung auf den Menschen betreffen. „Gegen 1 Uhr mittags" so schildert der Belgier, „läßt sich ein grausiges !Geräusch hören, dem ein gewaltiger Stoß folgt. Das ganze Fort dröhnte: es ist die erste 42-Zentinrcter- Granate, die auf uns niedersällt. Und es war der Beginn einer langsamen grausigen Vernichtung. Nichts, aber auch aar nichts gibt eine Vorstellung von der Wirkung 'dieser Kre'gswässe. Gegen halb drei hören wir einen cntie'ellchen Krach: eine 42-Zcnti- meter-Granate ist durch ein vr'ei 5mer dickes Äetongewölbe gedrungen und hat ein so großes Loch darein geschlagen, daß bequem ein Straßenbahnwagen hindurchsahrcn könnte. Einige Zeit später wird das Fort in der Mitte getroffen. Zwei Mann liegen unter den Trümmern, doch können >vir ihnen nicht helfen. So geht es nun weiter. Jeder Schuh trifft sein Ziel. Nach je acht Minuten bekommen wir mit mathematischer Genauigkeit unser 42-Zentimetergeschoß. Der Kommandant ruft uns zusammen zur Beratung. Es ist für uns der sichere Tod. Einer von uns soll zum Oberst gehen und ihin berichten, was geschieht, Tie Tür schließt sich hinter ihm, und tvir bleiben im Fort ein- geschlossen, das für mehr als einen von uns das Grab werden! soll. Gegen Abend hört das Bombardenient auf. Das Gewölbe ist schon an sieben Stellen durchschlagen, und zahlreiche Geschütze sind außer Gefecht gesetzt. Wir haben zwei Ertrmrkene, vier Tote und eiuigc Vermißte, die wahrscheinlich unter den Trümmern liegen. .. Nachts hält die Feldschlacht an, aber unser Fort wird geschont. Wir benutzen die Zeit, um unsere Vorbereitungen auf den Endangrifs zu machen, der wohl gegen Morgen stattfinden wird. Um 8 Uhr abends war das Postautomobil gekommen — zum letztenmal. Es bringt mir Nachrichten von mmner Familil und von meiner Braut, sowie reine Wäsche. Ich schicke meine Uniform mit nach Hause und behalte nur das allernotwendigste. An alle, die mir teuer sind, schreibe ich ein letztes Lebewohl- Tann bin ich zur Ruhe gegangen und wunderbarerweise glückte es mir, von Mitternacht bis um vier zu fchlafen. Natürlich'war ich ganz angekleidet. Dann habe ich mich, gewissermaßen als letzt« Koketterie, vollständig gewaschen, mich sorgfältig gekämmt und reine Wäsche angezogen: darauf trank ich ein paar Schluck Kaff« und harrte der Tinge, die da konimen sollten. Um 6 Uhr morgens begann das Bombardement von neuem. Wir waren zur Ohnmacht verurteilt. Alles um uns herum stürzte zusammen, ganze Teile des Forts wurden in den Graben geworfen. Es ist das Ende, das fühlen nur. Da einig« Mann, wahnsinnig vor Angst, zu fliehen verfuchen, stelle ich mich mit dem Revolver in der Hand an den halbeingestürzten Eingang. Tie übrige Garnison und die Offiziere begeben sich nach einem nickt angegriffenen Flügel. So bleibe ich allein. Zehü Meter entfernt, aber durch einen Trümmerhaufen von mir getrennt, steht mein Unteroffizier mit seiner Mannschaft. Bei jedem Schuß, der das Fort erdröhnen läßt, rufe ich ihm meinem Befehl zu: niemanden hinauslassen! Uich jedesmal kommt mit ängstlicker, aber doch ruhiger und bestimmter Stimme die Antwort: „Zu Befehl, Herr Leutnant . . . Gegen 10 Uhr sehe ich eine Granate ankomMen. Ich höre den dumpfen Lärnl und den Stoß, an d«n wir nun schon gewöhnt sind, und sage -umir selbst: ach was, diesmal 592 kommst du »och nicht bran. Aber auf einmal sehe ich die Mauern einstürzen. Wie ein gräßliches Gespenst sehe ich T. blutend davon- sttürzen, beide Arme vom Körper gerissen. Und auf mich stürzt eine gewaltige Feucrsäulc zu ■ . . Das Pulvermagazin ist getrof- sen . . . Ich begreife es sofort und fühle, daß ich verloren bin. Instinktiv suche ich zu fliehen. Vergebliche Mühe. Die Feuerwolke ersaßt mich, ich fühle mich sortgerissen. Et:oa 30 Meter weiter werde ich nicdergeworsen und gewaltig gegen eine Stahltür geschmettert. Ich stehe mit der unbestimmten Verstellung wieder auf) ich will aufrecht sterben. Meine Haare und meine Kleider sangen Feuer, ich beschütze meine Augen mit den Armen und halte den Atem an, aber wie erstickt durch die Gase und die fürchterliche Hitze ziehe ich doch Luft ein: es ist Feuer, was in meine Lungen dringt. Es ist das Ende. Ich falle auf die Knie und höre meine Stimme rufen: mein Gott, mein Gott . . . Mer durch die Gewalt der Gase wird die Stahltür weggeschlagen. Auf Händen und Füßen krieche ich hinaus. Ein Regen von Trümmern fällt auf mich nieder, doch ich krieche vorwärts. In meine verbrannten Lungen kommt wieder Lust, wenn auch mit Staub vermengt. Für den Augenblick bin ich gerettet. Mit einer letzten Kraft- anspannung erhebe ich mich. Ich must über das Fort kriechen, durch einen Hagel von Granaten und Schrapnells. Endlich komme ich ans Ziel und werde von den Armen meines Oberbefehlshabers aufgesangen. Er schließt mich wie ein Kind in die Arme und legt mich aus eine Matratze, und alle meine Kameraden stellen sich um mich herum, um mich nach Kräften zu beschirmen. Der Arzt und der Pfleger decken mich bei jedem Schuß mit ihrem eigenen Körper gegen die Sprengschüsse. Ich verliere das Bewußtsein , . wie die Türken ehemals den Krieg erklärten. Anders als heute, wo die Türken, wenn auch nach langer Spannung, ohne weiteres in den Kriegszustand mit den Russen getreten sind, vollzog sich in früheren Zeiten dieses Ereignis. Aus dem Jahre 1768 liegt uns ein Bericht über die großen Feierlichkeiten vor, unter denen damals der Krieg der Türken gegen die Russen erklärt wurde. „Bey Gelegenheit des Friedensbruches zwischen Rußland und der Pforte siehet man hier folgende Beschreibung von den Solennitäten, die gemeiniglich zu Constantinopel bey einer Kriegserklärung vorgenommen werden: Wenn der Großsultau den Krieg beschloßen hat, so lässet der Janid- scharenaga diesen Entschluß der hohen Pforte unter Troim- petenschall bekannt machen. Sogleich wird in der gantzen Stadt, von nichts als Krieg gesprochen, und man singt zum Voraus Stegeslieder zum Lobe des Kaysers. Alle Künstler und Handwerker, sind verbunden, an diesem Tage dem Kay- ser ein Geschenk zu machen, und hiemit endigen sich die Feyer- ltchkeiten des ersten Tages. Am folgenden Tag halten die Türken, welche ihre Geschenke gebracht, eine Proceßion durch die vornehmsten Straßen der Stadt, welche in folgender Ordnung gcschiehet: Zuerst reitet ein Effendi: auf einem köstlich gezierten Kameel und liefet mit lauter Stimme aus dem Alcoran, verzwischen ein Trupp junger Leute die ihn be- leiten, Lobgesänge singet. Hierauf folgt ein Mann zu Fuße, er größte, den man finden kan, mit Laub bedeckt, einem! Landmann, der sein Feld besäet, nachahmend. Fhn begleiten verschiedene Bauern, welche Kornähren und Sicheln tragen. Daun folgt eine Karre von Ochsen gezogen, woraus eine Windmühle steht, und einige Müllerbursche, ganz mit Mehl bestaeubet. Hiernächst kommt ein anderer Wagen von Büffeln gezogen, worauf ein brennender Ofen und zwey fast ganz Nackte Menschen befindlich sind, wovon der eine von Zeit zu Zeit Brod aus dem Ofen holt und es unter das Volk wirft, weiches sehr begierig darnach ist. Diesem Wagen folgt das ganze Corps der Bäcker, welches sehr zahlreich ist. Paarweise in ihren besten Kleidern, und ein jeder trägt einen Korb mit Zwieback und Brot auf dem Kochs; die beiden letzten haben jeder einen Lustigmacher bey sich auf das lächerlichste gekleidet, welche das Volk mit allerhand Possen belustigen. Dann kommen alle Handwerker mit Musik, und laßen sich Zeichen vortragen, welche ihre Profeßion anzeigen. Unter andern führen die Kürschner allerley auf das künstlichste aus- gestopfte wilde Thiere mit sich. Wie im Jahre 1717 zu Adria- nopel eine dergleichen Proceßion abgehalten wurde, so bestand sie aus 20 000 Mann die alle im Stande waren, die Waffen zu tragen und bereit dem Sultan auf die erste Order z>> folgen. Der Marsch wird durchgängig von einigen jungen Freywilligen geschloßen, welche bis auf den Gürtel nackend sind, und sich, zu Bezeigung ihrer Tapferkeit, mit Messern große Wunden auf den Schultern, aus den Armen und am> Kopfe versetzen, so daß sie ganz mit Blut bedeckt sind und ein schreckliches Ansehen haben. Die jungen Türken glauben, sich hierdurch besonders dem schönen Geschlechte gefällig zu machen, und ihnen Beweise ihres Heldenmuths zu geben." Eine solche Kriegserklärung pflegte aber auch der türkische Sultan durch einen Eidschwur zu bekräftigen, der dem Feinde ein fürchterliches Geschick androhte. So gibt die in München herausgegebene „Mercurii Relation" vom Jahre 1681 Kunde von der Erklärung des Sultans Achmied, die sich damals gegen die ganze Christenheit, insbesondere, die deutsche, richtete: „Ich Sultan Achmet von der Gnade Gottes uniibenvindlicherKayser «genAussgangusw. Schwöre bey dem Allmächtigen Gott / bey der Schöpfung und bey Göttlicher Krafft / bey dem Firmament und Gestirn, bei Sonn und Mon/auch bei den klaren scheinenden Sternen / bey allen Qualitäten der Welt / bey meinem Leben / bey der Milch, die ich gesogen habe / jo die erste Speiß meines Lebens! war/bey meinem Haupt und Bart/und bei dem allmächtigen Machomet/bey meinen Voreltern / Groß-Vatter und Groß- Mutter/und bey ihrer Beschneidung Mußmann sub Aga- rener/und bey meinem Theyl nach der Seeliakeit / daß ich den Coenig und alle Deutfchen sambt allen ihren Anhang vertilgen >vik/und alle ihre Länder verwüste» / ihre Freund und Kinder in die Dienstbarkeit führen / und ferner die gcuitze Christen under meinen Geivalt zu bringen. Bon welchem Vorhaben ich nun mehr nit «blassen wil/sollte auch alle meine Macht/Stätte und Räthe zu Grund gehen/auch mein Verstaubt zerrüttet werden und auch nur ern Geschlecht von Beschnittenen / ja nur zwo oder drey Pcrsohnen allein im Leben verbleiben / und so sie hernach diesem Ayd nicht Nachkommen/ihn nicht volliühre» / oder denselben im Ivcnigsten brechen und nit sesthalten werden / daß. sodann der Zorn Gottes aufs mein Haupt fallle/uns gantz verderbe und auß- tilae / auch alles dasjenige / was mein Haupt angreissen soll/Beliebe dem höchsten Gott in ein Stein zu verändern/ und mich soll der Grund der Erden nicht gedulden / sondern einen Schlund auffthun/und mein Seel und Leichnamb ver- chlucken und verzehren/Amen." TH E. vermischte». • Zur Geschichte eines historischen Wortes. Der Krieg bringt viele Legenden hervor, di« in der Folgezeit nur schwer wieder auSznroltcn lind. Alan kennt z B. d>e berühmten Worie t .Meine Herren Engländer, feuern Sie zuerst!" die der Kom- mandant der iranzöstschen Schützen ln der Schlacht von Fontenoy dem Feinde zugeruie» habe» soll. Aber auch diele Geschichte verlies etwas anders, wie die italienische Zeitschriit.L'Ora' nachweist. Tie Schlacht iand lm Jahre 1715 halt. Fontenov liegt in Belgien und die Franzosen kämpften gegen Engländer, Deutsche »no Belgier. Damals war da? Atncuern eine? Gewehrs oder einer Kanone eine langwierige und verwickelte Angelegenheit, so daß die Soldaien strenge Weisung hallen, niemals zuerst zu sener», wenn sie den Feinden gegenuberstanden, um nicht beim Wiederladen im Nachteil zu sei» Als iiun in Fonteno» Franzosen »nd Engländer einander gegenüberstanden, rief der eiiglische Führer Lord tzay zuerst: .Herren Franzose», schießt nnrl" 'Ader der französisehe Führer Graf d'Anteroche erwiderte: .Herren Engländer, schießt ihr! Wir schieße» niemals zuerst I* Das also war der Uriprnng der Geschichte von der irnnzösische» Ritterlichkeit. Aber die Gesttnchte gebt noch weiter. Schließlich verlöret, die Engländer die Geduld und schoßen doch. Viele Franzoscn fielen, und in ihren Reihen eiitftnnb eine Panik, so daß sie sich zu einer zügesiosen Flucht wandten, die iliir von den dahinter stehenden Reitern antgehalte» wurde. Mit dem Säbel in der Hand zivangen die Oieiter die Flüchtigen, den, Feliide Widerstand z» hatten. Der sranzösische König, der den Vorgang von einer Anhöhe sab, wandte sich an seine Oisiziere mit de» Worten: .Meine Herrei,, er tut mir leid, daß Sie über so erbärmliche Feiglinge besehicn niüssen I' DnS sind wirklich historische Worte, die aber nicht populär geworden sind. Logogriph. Kennst d» das scharst Gerät mit „s* und mit ,e* an dem Ende? — Tausche „se* gegen „{*, ist e« nur scharf als Gewürz. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummer: K Rad Pirna Karpfen Hafer Reh n Kchrislleitnng: Ana. Goetz. - RolalionSdrnck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiiidrnckerei, R. Lange, Gießen.