Die hundert Tage. Roman aus dem Jahre 1815 von M. von Witten. (Nacktdruck verboten.) (Fortsekung.) Der Vater loar davongestürmt. Die Tochter hatte keinen Versuch niehr gemacht, ihn zurückzuhalten. Mit brenneichen Augen starrte sie unentwegt und ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben, ans die Tür, hinter der er verschwunden. Voll heißer Herzensangst mühte sich Otto, sie ihrer dumpfen Erstarrung zu entreißen. Er kniete neben ihr nieder, überschüttete sie mit Liebkosungen, bat, flehte, schalt — rein Wort der Erwiderung kam von ihren Lippen. Endlich, um ihren Zorn zu reizen, und dadurch vielleicht dem Schmer- »ensstrome, der, sich nach innen ergießen, sie zu ersticken drohte, ein Ventil zu schaffen, gestand er ihr, daß er von der Llbsicht des Vaters, sie aufzusnchen, gewußt, daß er es aber nicht über sich gebracht habe, rhr jenen Brief auszuhändigen. Auch das fruchtete nichts. Mit auseinandergepreßten Lippen, mit gänzlich verständnislosem Blick hatte sie nur einmal das Haupt nach ihm hingewandt, um es dann sofort wieder der Tür, zuzukchren. Da riß ihm die Geduld. „Zum Wetter noch mal! Kannst du kein Wort für mich finden?! Ich muß wieder zum Dienst! —" Er hatte die Stahluhr unter dem blauen Unisormrock hervorgezoaen und blickte nun ganz erschrocken auf das vergilbte Zifferblatt. „Teufel noch eins! In fünf Minuten muß ich wieder zur Stelle sein!" Er suchte nach seinem Tschako, den er vorhin irgendwohin geworfen. „Toska — sei doch vernünftig! Lege dich schlafen! Morgen früh sieht sich alles ganz anders an." Er rüttelte sie unsanft an der Schulter. Auch jetzt keine Antwort. „Na — da kann's nichts helfen!" Ein Pfiff durch die Zähne. Er stülpte den Tschako aufs Haupt. „Adieu! — Daß die Frauen so unvernünftig sind!" Zorn heuchelnd ging er zur Tür. Langsam. Bei jedem Tritt hossend, daß sic ihn zurückrusen werde. Als es aber nicht geschah, da warf er in hell ausflackernder Wut die Tür hinter sich zu und sprang, die Treppe hinab. — Als der Morgen emporstieg, kehrte Otto von Jäger vom Dienst zurück. Noch war jenseits der Grenze alles ruhig geblieben. Er wählte absichtlich einen weiteren Umweg. Lockte ihn etwa die Schönheit des Morgens? Ein märchenhaftes Halblicht lag über der schweigenden Stadt und den nördlichen, waldreichen Höhen. Im Osten der violettene Schimmer des nahende» Tagcsgestirns, der langsam aufblühte toie rosenfarbene Rosen — im Westen das blaue Halbdunkel der sinkenden Nacht mit ihre» verlöschenden Sternen. Hart klapperte der Hufschlag seines Rosses über das Pflaster. — Ein fremder Mißton in dieser Zauberwelt. Er pfiff ein keckes Soldatenlied. Er wollte es gegen sich selber nicht Wort haben, wie sehr Doskas stumme Berznxif- lung ihn die Nacht über heimlich geängstigt — wie diese Angst wuchs, je näher er dem Hause kam. Wie würde er fie wiedersinden? Was Ivilrde der Tag bringen? Endlich hatte er sein Pferd dem Burschen übergeben, der seiner schon vor dem Hause wartete. Mit hochklopseudem Herzen betrat er dann den engen Korridor seiner kleinen! Wohnung. Run öffnete er die Tür des Schlafzimmers. Nein — hier war fie nicht. Die Bette» standen unbenutzt. — Wenn sie etwa —! Ihm schwindelte. Er wußte nicht, wie er ins Wohnzimmer hinübcrgekonimen. Gott sei Dank! Gott sei Dank! Da saß sie — am Fenster. Schwarzblau zeichnete sich ihre herrliche Gestalt gegen den ausleuchtenden Sonnenbalkl ab. Mit tiefer, beinahe feierlicher Ruhe erhob sie sich. Er sah ihren fahlen, schlaffen Gesichtszügen die durchwachte Nacht nur zu deutlich an. Wer die Augen hatten doch wieder einen Schimmer von Leben. Sie streckte ihm die Hand entgegen. Er ergriff sie, von den Gemütsbewegungen der verflos- enen Nacht und besonders der letzten Augenblicke dnrch- chüttert, säst heftig und zog sie voll Leid und Inbrunst an die Lippen. „Toska! Toska!" „Vergib, wenn ich dich gestern abend so im Zorn von mir scheiden ließ," sagte sie voll schmerzvoller Sanftmut und mit einer Stimme, die in ihrer spröden Tonlosigkeit an eine zersprungene Glocke gemahnte. „Das Erlebte hatte mich wie mit einem Faustschlag niedergeschmettert. Die ersten Stunden dieser Nacht — sie waren die furchtbarsten ineines Lebens. — Endlich, endlich hat mir Gott aus dem Labyrinth meiner Verzweiflung einen Ausweg gezeigt! Otto!" Tiefe, klingende, leuchtende Wärme glomm nun in ihrer Stimme, in ihren Augen auf. Dabei legte sie zaghaft und doch mit zitterndem Flehen die Hände um seinen Hals. „Otto! Du wirst diesen Weg betreten — den einzigen, der zum Wiederaufbau unseres Glückes führt?!" „Welchen Weg?" „Du mußt deinen Abschied nehmen!" „Du bist von Sinnen!" Er machte sich los — trat von ihr fort. Sie aber war sofort wieder an seiner Seite. Mit wie zum Gebet ineinandergerungenen Händen, mit feuchten, flehenden, beschwörenden Augen. „Otto — ich bin reich! Reicher als du glaubst! Wir werden von allem äußeren Zwang befreit, miteinander ein glückseliges Leben führen —- ein Leben der Liebe!" „In Frankreich etwa?" höhnte er. „Nein! Nein! Das werde ich nie von dir verlangen! Nur mit der Waffe in der Hand dürft ihr einander nicht gcgeuübcrtrelen — nie in Vater und du. — Das — das ertrüge ich nicht! — Aber ich will mit dir gehen, wohin du 566 Willst — nach Spanien, nach Italien — auch nach Deutschland — du hast die Wahl!" „Sehr gütig!" Gallebitter klang's. Er lehnte rittlings gegen die Kante des runden Tisches, der vor dem steifbeinigen Sofa stand. Jählings daun wandte er sich mit einem Ruck gegen sie, ergriff ihre Hand und preßte sie mit einem so schmerzhaften Druck, daß sie liefe ausschrie. „Toska! Bist du dir denn des Unsinns gar nicht bewußt, den du da redest? Ich den Abschied nehmen? In eben dem Augenblick, da der Entscheidungskampf wider Napoleon ausgelochtcn werden soll?!" „Otto — bedenke, wenn du meinem Vater —!" Ein irres Flimmern schlug aus ihren Augen. „Nicht auszudenken wär's!" Sie schlug die Hände vors Gesicht. Heißes Erschrecken und tiefes Mitleid erfaßte ihn. „Armes Kind!" Er zog sie an sich, lehnte ihren blonden Kopf an seine Schulter und strich ein paarmal saust darüber hin. „Davor wird mich die Güte Gottes bewahren, daß ich deinem Vater ein Leid zufügen muß! Aber ich bin unschuldig daran, daß das Schicksal uns einander gegenüberstellt." Ganz unwillkürlich ließ er sie wieder fahren. „Wie er zu dem Korsen gehören will, so gehöre ich mit einem tausendmal größeren Rechte zu meinem Könige, zu meinem Volk und Vaterland, das dieser Tyrann geknechtet, verhöhnt und mit Füßen getreten! Wir haben seine Ketten in blutigen Schlachten zerr« rissen — jetzt naht er, um sie uns von neuem anzulegenc Fluch und Schande über jeden Deutschen, der sich feige aus den Reihen der heiligen Freiheitskämpfer stehlen will! Drei- mal Fluch und Schande über mich, wenn ich den Mut dazu fände!" „Das — das ist deine Antwort aus meine Bitte?!" würgte sie hervor. „Ich kann keine andere geben! So wahr mir Gott helfe!" „Auch dann nicht, wenn diese Antwort unser Glück sür alle Ewigkeit einsargen würde?" „Toska — blick mich nicht so an! Auch dann nicht! Auch dann nicht!" schrie er ihr in wütender Qual entgegen. Seine Zähne knirschten aufeinander. Die Nägel seiner zur Faust gekrümmten Finger gruben sich mit schmerzhaftem Druck in seine Handflächen ein. „Daß du es weißt: Ich bin eins mit meinem Volk, mit meinem Baterlande! — Und du, Toska, du bist mein Weib! Du gehörst zu mir!" Wild und drohend umschlang er sie plötzlich. „Ich lasse dich keinem andern!" „Laß mich! Laß mich! Um Gottes willen! Erbarmen! Sie stieß ihn von sich. Ein so tödliches Entsetzen malte sich auf ihrem wachsweißen Gesicht, daß er bis ins Herz durchkältet, in seinem heiligsten Empfinden verletzt, sich von ihr abwandte. „Verzeih'", sagte er rauh. Wie splitterndes Eis klirrte das eine Wort durch den Raum, lbnd dann mit schwerer Zunge: „Bin müde — vom Dienst. Muß ruhen. Adio." Schwerfällig, mit baumelnden Gliedern ging er hinaus. Ueber die graden Wege des Gärtchens, durch die hellstrahlende Mittagssonne fuhr Erdmuthe Erlen den Kinderwagen. Dabei spielte und tändelte sie voll weicher Mütterlichkeit mit ihrem darinsitzenden Kinde, beugte ihren Kops zu ihm hinab und zog ihn lachend wieder zurück, wenn die kleinen drallen Händchen jauchzend danach griffen. Ein Knabe war's — mit Ulrichs schwarzen Haaren und Augen. Und deshalb liebte Erdmuthe es doppelt. „Mami — Mami! Noch mal!" rief der Kleine, ein wohl anderthalbjähriges, gewecktes Kind, indem es bittend in die Hände klatschte. „Noch mal! Noch mal!" wiederholte Erdmuthe zärtlich schäkernd. „Du Schlaukopf, du wirst das jetzt bald zum letztenmal zu mir gesagt haben." Ein Schatten von Trauer huschte über ihr vom Spielen und von der erfrischenden Märzluft leichtgerötetes Gesicht. „Deinen Vater hast nun weidlich kennen gelernt, du Grasaff! Jetzt bring ich dich wieder heim zu Großmama und Großpapa. Würdest Muttchen wohl ein bißchen vermissen, wenn —? — Ach du! Ach du! Werd mir nur gut und brav!" Und in überströmender Liebesfülle, die heimlicher Mutterangst nicht entbehrte, hob sie das Kind aus dem Wagen und drückte es mit inbrünstigem Blick gen Himmel — einer Betenden gleich — an ihre Brust. Auch das Kindergesichtchen war ganz ernst geworden. Da klapperte rascher Hufschlag die Straße herauf — der Knabe ruckte lauschend das Köpfchen enipor. „Ach," sagte Erdmuthe, eine Träne im bellen Auge, iw des der Mund schon wieder lächelte, „du Goldfratz! Erkennst schon am Gang des Pserdes, wenn dein Vater kommt?!" „Papa!" Ein Aufjauchzen des Kindes — verlangend streckte es die Aermchen aus. — Ulrich hielt hoch zu Roß am Gatterzaune des Gärtchens. Mit tiefer leuchtender Zärtlichkeit, der ein leiser Schimmer von Wehmut beigemischt war, umfaßte sein Blick Mutter und Kind. *> Dann sprang er vom Pferde, warf dem hinter ihm haltenden Burschen die Zügel zu und trat eilends durch bte schmale Gartenpforte, an der die beiden seiner nun schon! ungeduldig harrten. > Er grüßte Erdmuthe mit liebem Gruß Und hob das »ach ihm zappelnde Kind hoch in die Luft, das; es aufkreischte vor Lust. Die kleinen Händchen haschten nach des Vaters schwarzem Tschako — und als des Vaters Arme wieder herab« sanken und das Bübchen in seinem rechten Arm einen PlaH fand, da tasteten die winzigen Fingerchen über die blau« Uniform, über die goldenen Schnüre, über den roten Kragen unter Ausdrücken höchsten kindlichen Entziickens hin, und die geweiteten Kinderaugen glänzten in einem Meere von Licht und Bewunderung. „Ja, ja, Kerlchen, Papas Rock ist schön!" versuchte er zu scherzen. „Beguck ihn dir nur noch einmal recht genauß Den» nun heißt's scheiden!" Erdmuthe erblaßte. „Wie? Schon so bald?!" „Es ist die höchste Zeit, Erdmuthe," entgegnete Ulrich ernst, den dunklen Blick in ihre Augen tauchend. „Der Krieg ist unvermeidlich. Das weißt du ja selbst. Seit Napoleon wieder in Paris isls, heißt's auf tr Hut zu sein. Unsere drei preußischen Korps sollen enger zusammengezogen werden, um einem etwaigen Angriff begegnen zu können. Der Ausmarsch unseres Regiments in den nördlichen Teil des Großherzogtums Luxemburg steht in aller Kürze bevor." Langsam schlug er den Weg nach dem Hause ein. „Ja, du hast recht, es ist höchste Zeit, daß der Jung«! nach Hause kommt", entgegnete sie, neben ihm herschreilend, ohne ihn anzusehen. Er faßte, mit dem strahlenden zappelnden Kinde beschäftigt, den eigenartigen Ton ihrer Worte nicht auf und fuhp fort: „Wie weiß ich's dir Dank, Erdmuthe, daß du mir mein Kind gebracht! Daß ich es endlich, endlich kennen lernen konnte, und daß sein Bildchen nun in meinem Herzen lebt, auch wenn ihr fern seid! — Brrrr! Wie werdet ihr mir fehlen! Noch tausendmal inehr als vorher — in der langen Zeit vom Pariser Frieden bis — bis ihr kamt!" Erdmuthe warf einen Seitenblick voll tief-gütiger Liebe und sonnigen Humors zu ihm hinüber. „Glaubst du, Egoist, daß du allein der leidende Teil gewesen?" „Du Liebe!" Er reichte ihr die freie Hand und ergriff, als sie die ihre hineinlegte, diese schlanke klihle Rechte mit festem Druck. „Leicht hast du's wahrhaftig nicht gehabt, Erd- muthe! Mein einziger Trost ist: Tragen und Leiden ist ja die Pflicht jeder deutschen Frau in unserer Zeit. — Nur meine ich immer — so gut wie du, hätt's doch keine andre verstanden!" (Fortsetzung solgt.) Die Nartoffelklöhe. Ein« heitere Einquarüerungsgeschiäst«. Von E. H a g e n - M ü l l e r. Tier Klempnermeister und Hausbesitzer Herr Theodor Riedel steigt langsam die Stufen zu seiner Wohnung empor. Er ist ein wenig schwer geraten, der gute Herr Riedel, und da nimmt man die Stiegen nicht gerade im Sturmlaus. Bedächtig schiebt er de» Drücker in das Schlüsselloch der Vorsaaltllr, aber er braucht sich nick» weiter zu bemühen, denn schon wird di« Tür von iniren geöfsnet, und seine zwe, Sprößlinge, ein Bube von zwölf und ein Mädel von zehn 'Jahren stürzen ihm mit allen Anzeichen höchster vaterländischer Begeisterung entgegen. „Vater, Vater, wir kriegen Einquartierung," brüllt ihm dex Junge entgegen. ' ' „Morgen kommen „unsere" ^Soldaten," weiß Irma zu berichten und hält dem Vater den gelben Zettel mit der Eiuquartieruilgs- ansage unter die Nase, während Kurt wichtig hinzusügt: „Zwei Mann mit Verpflegung ohne Brot." - 667 — „Na, Rtnb«, nun laßt mich erst einmal '»u Wem kommen/' pehrt Herr Riedel ab und hängt seinen Hut an den Kleiderständer im Vorsaal. Dann stadst er gewichtigen Schrittes nach 6.-111 Schlafzimmer, um die schweren Stiefeln mit den gemütlichen Hausschuhen zu vertauschen. /Das ist ein gutes Zeichen," frohlockt im Stillen Frau Hertha Riedel, die das von der Küche aus mit Genugtuung ge- chen hat. Nun bleibt er sicher den 'Abend daheim, ihr Theodor» nd das ist recht so, denn bei den schweren Krtegszeiten soll man ren und nicht das Geld in das Wirtshaus tragen. ' Sichtlich eringskartosfeln an sel in den Händen, .«friedigt richtet die brave Hausmutter die und betritt bald darauf, die dampfende Sch das Wohnzimmer. Bei der Abendmahlzeit erfährt nun Herr Riedel, daß die Eiiiquartiernngsaiisage erst vor kurzem gekommen ist und seine Frau deshalb noch gar nichts für die Soldaten vorbereitet hat. „Mach dir keine Sorge, Mutter," tröstet er. „Morgen ist ja Sonntag, da helfen wir all« mit." l Irma und Kurt begeistern sich sofort für den Gedanken des Vaters, aber Frau Riedel wagt in die Letstungsfährgkeit der Hilfskräfte einige Zweifel &u sehen. „Die Hauptsache ist daß du für die Soldaten einen guten Happen kochst, Mutter," hebt Herr Riedel von neuem an. „Ich dachte an Rinderschmorbraten und Kartoffeln äße Und vielleicht geschmorte Pflaumen," schlägt seine Ehehälfte vor. „Pökelfleisch und Erbsen .und Reis und Kraut 'bekämen sie sehr oft, wurde mir gesagt." l „Ja, das stimmt," bestätigt der Gatt«, „aber Schmorbraten S tst aut und vor allem nicht zu 'knapp, und eine große Schüssel Klöße dazu, womöglich gleich für zwei Tag«. Wer weiß, wie t und une lange die armen Kerle dann darben müssen, wenn e erst 'draußen im Felde sind." < Ter Sonntagmorgen fand die Familie Riedel in voller Tätigkeit. Ter Hausherr schleppte im Schweiße seines Angesichts di« eisernen Bettstellen und die Matrahen vom Boden herunter, während das Dienstmädchen beim Aufftellcn behilflich war und oann die Betten mit Ueberzügen versah. Irma nnd Kurt standen mehr im Wege herum, als sie nützten, aber der gutmütige Vater jieß sic gewähren, denn die vaterländische Begeisterung unserer hlgend soll man nicht unterbinden. Frau Bertha mühte sich rltch in der heißen Küche, dem Schinorbraten die schöne braune asur zu geben, und wache Berge von Klößen entstanden unter ren eifrig schassenden Händen. So rückte unter allgemeinem Arbeitseifer die Mittagsstunde Joatt, Auf jedes Klingelzeichen stürzten di« Kinder nach der Tür, Um immer wieder enttäuscht zurückzukchren, denn einmal war ps der Milchmann, der die Glocke in Bewegung gesetzt hatte, dann wieder ein Bettler und schlieUich der Bäckerlunge, der den Frühstücksbeutel holen wollte. Nun stellten sich Irma und Kurt mit dein Vater aus Fenster, und nach einiger Zeit konnten sie feststellen, daß die wackeren Vaterlandsverteidiger einrückten. In das Nebenhaus waren schon zwei gekommen, gegenüber betraten dann vier den Hausflur, und vald wimmelte cs von feldgrauen Uniformen ans der Straße, kleberall bezogen die braven Marsjünger Quartier, nur zur Fa- milig Riedel, wo sie so schnlichst enoartet wurden, kamen sie nicht, stuf 'Befragen erfuhr man dann, daß der Bedarf an Qnartteren zunächst gedeckt sei und Herr Klempnermeister nnd Hausbesitzer Theodor Miedel vorläufig nicht in Anspruch genoinmen werde. Für die Kinder bedeutete das eine schwere Enttäuschung, aber jauch Frau Riedel erging sich in Wehllagen und Jammern. Wie sehr hatte sie sich den ganzen Vormittag in der Küche geplagt, nnd fvas sollte nun mit dem schönen Schmorbraten nnd den vielen Klößen werden? „Na, Mutter, nun mal Fassung," gebot da der Hausherr, Und im Brustton tiefster lleberzengnng fügte er hinzu: „Jeder Mensch wnß jetzt Opfer fürs Vaterland bringen. Und das bißchen Fleisch pnd deine paar Klöße, die werden wir schon klein kriegen." Das bißchen Fleisch nnd die paar Klöße! Frau Riedel erwiderte kein Wort, aber als gute Hmisfran erwog sie bereits ini Allen, wie „das bißchen Fleisch nnd die paar.Klöße" ain vorteilhaftesten Lufznbrauchen seien, denn .nmkommen durste nichts in dicseir schweren Zeiten. Beim Mittagsmahl konnte Frau Bertha mit Genugtuung festst eilen, daß dem Sonntagsgcricht die ihm gebührende Würdigung »nteil wurde. Mann und Kinder aßen mit wahrer Begeisterung Schmorbraten nnd Klöße, Klöße und wieder Klöße, so daß die große Schüssel beinah« geleert war, als man sich vom Tische erhob. Vater brachte dann ein Verdauungsnickerchen, und später wurde von der gesamten Familie der übliche Sonntagsnachmittagsspaziergang unbenommen. Nach der Heimkehr lud der Abendbrottisch zu leckeren, Aufschnitt und gebratenen Kloßscheiben ein. Wieder wurden die Teller im Handumdrehen leer, denn das Wandern in der siijchen Herbstluft hatte eine sehr anregende Wirkung auf'die Eßlust aller klnsgeübt. „Gewärmter Schmorbraten nnd Kartosseklöße" lautete für Montag mittag der Speisezettel, und „Kartosselklöße nnd geschmorte Pflaumen" tvar die verblüffende Antwort silr den Abend. Der von Herrn Riedel betonte Opfermut hatte in der Familie bis znm Mfttag in unveränderter Weise vorgehalten, aber am Abend machte sich doch ein kleines Ab stauen bemerkbar, wenigstens beim Hausherrn. Er verlangt« noch «ine WurAchnitte nnd leistete sich einen Kognak. Das tat er nur in auß-rgewöhnlichen Fällen, denn er wußte als guter Hausvater wohl, was. er seiner Familie schuldig war. f ür den solgerrden Dienstag kleidete Frau Bertha den Rest chmorbratens in die harmlose Form von Fleischbrotchen, aber den Kartosselklößen vermochte Je trotz allen Nachdenkens keine andere Gestalt zu geben, nnd so feierten sie noch einmal fröhliche Auferstehung. Scheuen Blickes streifte der Hausherr die weißen Kugeln, die nun bald anfingen, gefährlich zn werden, dann ftagte er kleinlaut l „Haben wirs mm geschasst, Bertha?" „Noch nicht ganz," entgegnete seine Frau, >,aber ich hoffe, cs wird uns heute abend gelingen." Da seufzte der Alte. Und der Abend sinn, und mit ihm die gefürchtete Mahlzeit. Schweigend nnd langsam wandelten die letzten Klöße ihrer Bestimmunazn. Eben faltete der biedere Klempnermeister mit.einem Gott sei Dank! seine Serviette zusammen, als hie Flnrglocke schestte. Die beiden Kinder stürzten hinaus. Der Alte sah seine Frmr an. „Nun brauchte bloß —Weiter kam er nicht. Kurt stürzte ins Zimmer hinein! „HUrra, unsertz Soldaten!" Dar Bajonett im modernen Nrlege. Ans dem Munde verwundeter Krieger hären wir, daß das Bajonett in der modernen Schlacht wieder eine nicht unbedeutende Rolle beim Angriff wie bei der Verteidigung spielt. Wie d-te Kriegsgeschichte lehrt, hatte die Bedeutung dieser Waffe im Laufe des vergangenen Jahrhunderts ständrg abgenommen. Nach «mev vergleichenden Statistik des Generalmajors Will« wurden im italienischen Feldzug« von 1869 bei Oesderreichern und Franzosen zusammen von den überhaupt vorgekommenen Verwundungen 16,7 Prozent durch blanke Waffen verursacht. Im Feldzuge von 1864 betrug diese Zahl bei dem Dänen ,mr inoch 4 Pro». Im böhmischen Feldzug von 1866 belief sie sich bsi den Preußen auf 6,4 Prozent, bei den Oesterrcichern auf 4,9 Proz. In der Schlacht bei St. Privat, wohl dem blutigsten Gefechte des deutsch-fran- zösischen Krieges, wurden nur 1 Proz. aster verwundeter Deutschen durch blanke Waffen verletzt und im russisch-türkischen Krieg von 1877/78 sank diese Zahl gar auf 0,9 Proz. Also ein ständiges Herabgehen der Bertmmdungan durch blanke Waffen, wobei noch zu bemerken ist, daß ein nicht unbeträchtlicher Anteil davon auf den Säbel des Kavalleristen entfällt, die Zahl der eigentlichen Bajonettverletzungen also noch geringer ist. Meder Erwarten nahm nun im russisch-japanischen Krieg di« Zahl der Bajonettbenutzungen vpn neuein zn. Wie der japanische Generalarzt Oku feststcllte, sind 7 Proz. aller Verwundungen auf blank« Waffen zurückznsühren. Noch größer war diese Zahl im Balkan- krieg und sie ist auch bei den jetzigen Kämpfen nicht gering. Das eine Zeitlang verfemte Bajonett scheint also wieder zu Ehren gekommen hu sein. Zuerst finden wir es geaen Mitte des 17. Jahrhunderts rn der französischen Arme«, wo es die mit Feuergewehren bewaffneten Schützen zur Verteidigung gegen Reiterei verwandten. Doch war es nur im Einzelgefecht in Gebrauch. Erst Karl XII. von Schwedm benutzte es in der Schlacht bei Narwa beim geschlossenen Massenangriff und Friedrich der Große und später der in Norditalien kämpfende russische General Suworos wußten diese Angriffsart weiter auszugestalten. Trotzdem flieg Napoleon bei der Einführung des Bajonetts bei seinen Truppen auf große Schwierigkeiten. In den Erinnerungen eines seiner Offiziere namens Charles Parguin wird erzählt, daß einzelne Abteilungen vor der Schlacht von Jena Bajonette erhielten, die sie aber zu weiter nichts, als zum Ausgraben von Kartoffeln verwendeten. Viele warfen die nach ihrer Ansicht unnütze Waffe während des Kampfes fort, andere verkauften sie als Kriegsandenken. Doch in den späteren Kriegen Napoleons war der Bajonettangriff allgemein, und besoirders in den Schlachten der Freiheitskriege spielte er ein? große Rolle. Wenn dies auch heute wieder der Fall ist, ist es wohl darauf zurückzuführen, daß sich die großen Schlachten, die eine Zeitlang Feuergefechte zweier Linien waren, immer mehr in Einzel- gesechte auslösen, bei denen es bei dem Hin- und Hergewoge der einmal vorgehcnden, dann zurückgedrängten und aufs neue vorstürmenden Trupven bei hügeligem Gelände leicht zum Handgemenge kln- nerer Abteilungen konimt. Bezeichnenderweise hat d,e deutsche Heeresverwaltung in den letzten Jahren unsere Infanterie durch Uebnng des Bajonettsechtens auf diese Kampsesart vorbereitet. vermkscbtsr. * Der Feldpostbrief des ,Ftqaro"-Redaktenrs Ein Redakteur des .Figaro", der jetzt unter den Waffen ist, schildert in einem Briefe an lein Blatt das Leben, da? er führt, sehr anschaulich: „Glaubt nicht, daß ich von einem Kaffeehaus aus schreibe, aus irgend einer Tischecke, während meine Nachbarn, kleine Rentner oder Angestellte, Karten spielen. . . Bor uns, 2 Km. entfernt, sind die Deutschen; meine Kompagnie ist aus ihrem Posten' 668 mit den geladenen Gewehre» neben sich spielen die Soldaten Karten und warten. Aber man wartet schon seit 6 Tagen. Es genügt nicht füc die Soldaten, mutig zu sein, man muß ae,ch Geduld haben — der Krieg von heute ist wirklich ganz anders, wie man sich ihn in der Jugend vornellt. Seit Beginn der Feldzuges hat mein Negiment an sieben Kcimplen und drei groben Schlachten teilgenommcn. ES ist im TageSbesehI erwähnt worden, und trotzdem sind in ihm Kompagnien, die auch noch nicht «inen Schuh abgegeben habe». Das heißt nicht, daß sie nichts zu tun hatten, ganz im Gegenteil; sie hatten die Aufgabe, Batterien zu unterstützen, die zu den gelährlichsten und aulregendsten gehörten . . . f ^etzt sind wir in einer Ctesiung zulammengekrochen, um dem cinde die geringstmöglich« Fläche zu bieten. Trotzdem platzt ein chrapnell: dem Sergeanten ivird seine Börse von einem Granatsplitter entsllhrt, er ist also noch gut davonqekommen. Ein anderes Schrapnell platzt zur Linken; es sind zwei Bermimdele, einer davon schiver. Wieder ein anderes vlatzt itn Zentrum: diesmal geschieht wunderbarertvcise nichts. Wir haben iüns Verwundete, denen schnell, soweit möglich, Hille gebracht ivird; sie warten stnnim, unbeweglich an ihrem Posten, nur ein wenig bleich i»> Gesicht. . . In den Schützengräben ist man weniger ausgeseht, so daß man sogar Karten spielt. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viel Schützengräben ivir während dieses Feldzuges schon gegraben haben. Unser Schützengraben, in dem wir heule sind, ist so groß, daß ein Mann ganz darin verborgen ist. Man hat von den deutschen Schützengräben viel gesprochen, aber die unseren sind nicht geringer. Wir haben allen modernen Komiort darin. Ueber unseren Köpie» aber geht unauihörlich das Artillerie-Duell, dessen Kosten wir nur zu oit tragen niüffen; gestern wurden zwei Halipllent« verwundet, beute kam der Oberst daran. Trotzdetii denkt man nicht mehr an den Tod. Wen» wir von dem Psetien hören, daß et» Geschoß naht, so regt uns das nicht mehr aui. Wir haben so viel unnütze Vorsichtsmaßregeln gesehen und wiederum so viele Wunder. Ei» Sergeant meiner Kompagnie, derselbe, dem erst die Börse von einem Geschoß entsührt wurde, erhielt dann einen Schuß durch den Tornister, er selbst hatte nur eine kleine Schramme an der Hand. Als gestern ein Geschoß 10 Meter iveit »iederftel, unterbrachen meine Kameraden nicht einnial ihr Kartenspiel..." * Ein Reiterregiment ohne Bärte. So einen recht torschen Reiter denkt man sich meistens mit einem keck aus- gezwirbellcn Schnurrbart. Und last immer tragen auch unsere Reiter sorsche Bärte. Bei unseren Bundesgenossen, den Oesterreichern. gibt eS aber ein ganzes Reiterregiment, in dem schon seit mehr als anderthalb hundert Jahre» weder Offiziere, noch Unter- oifiziere und Genieine Bärte trage». Ties Regiment ist das Dragoner-Regiment .Fürst von W i n d is ch g r ä h", das im 18. Jahrhundert errichtet worden ist. Tie Barllosigkeit des ganzen Regiments ivird aus folgende Wei e erklärt: Im Siebenjährigen Kriege waren eininal die älteren Leute des Reginieiits säst alle gefallen oder in Geiangenlchast geraten. Ta wurden den» ganz junge Burschen eingcreiht, bei denen auch nicht der geringste Bart- aniatz zu spüren war. Das jugendlich« Aussehen aller bieiec Reiter zog nicht nur den Spott der andere» Truppen aus sich, auch die Vorgesetzte» hielten mit ihrer Meinung' nicht zurück, daß sie von einer solchen Reitertruppe recht >ve»ig erivartete». Aus ge- kränkteni Ehrgeiühl und um den anderen Truppen zu beweisen daß eS das Alter und die militärische Ersahrung allein nicht tue, zeigte sich dann diese jugendliche Truppe ganz besonders tapier und gewann sich dainit den Respekt, der ihr vorher von den eigenen Kainpsgeuossen und von den Vorgesetzten verweigert worden war. Noch öiler soll sich dann dar bartlose Regiineut ausgezeichnet haben, so daß die Zugehörigkeit dazu schließlich als ein Vorzug galt. Um dar Regiment zu ehren, kamen die Vorgesetzten und Oisiziere überein, daß auch künstighin kein Angehöriger des Reginieiits, ganz gleich, ob Offizier oder Rekrut, einen Bart trage» dürje. Das ist denn so geblieben bis aus den heutigen Tag. * B e rst ä n d i g u n g. Ei» Trupp Franktireurs war von der Koinpagnie eingebracht worden und ivurde bis zi>r Absertigung in einem Keller verstaut. Der Feldwebel leitete di« Uulerbriiiguiig. Im urtümlichen Untcrosfizierton schnauzte er die Bande a»: Nehmt eure gottverdammten Latschen zusammen I — Rechts an- rllckeii > —Immer noch mehr ran l Denkt ihr vielleicht, ihr konunt in ein Fürstenzimmer? — lind es ging alles wunderschöii und glatt lind schnell. Tann wurde der Feldwebel abberiiien und der Vize, in Friedenszeilen Neuphilologe, übernahm sein Amt. Er sprach sranzöjisch. Und es ging auch, aber ivesentlich langsamer. Ta sagte einer von den Füsilieren, die mit auigepflanztem Seitcngcivehr an der Kelleitür standen, zu seinem Nebenmann: »Zu. schade, daß der Feldwebel weg ist, der konnte sich o schön mit den Leuten verständigen." ' Die Kosaken reiten aus Pserden. Im Jahre 1813 wurde» natürlich die Kosaken mit großer Begeisterung in Berlin begrüßt, ivnren sie doch die Verbüudeteii der Preußen. Freilich legte sich die Begeisterung, als die neuen Bundesgenossen huisicht- i'N der Guter in Küche und Keller sehr kouiinunistische Grundsätze ^ur t cltung brachten. Diese Um- und Mißstimmung fand denn a»ch bald in öffentlichen Blättern Ansdruck, soweit da? damals b el der äußerst strengen Zensur geschehen konnte. Wie streng diese Zensur war, zeigt der solgeude Fall: Als eine Berltner Leitung nach Ankunst der Kosaken eine Beschreibung gab, worin es hieß! »Sie reiten aus kleinen unansehnlichen Pserden," st r i ch der vot- sichtige Mann de» Stilts die beiden Beiwörter ,k l e t n e n, u n t ansehnlich« »", um das gute Verhältnis zwischen Preußen un» Rußland nicht zu gesährden, und so las denn da» Publikum mit grober Verwunderung am andere» Tage die geistreiche Mitteilung! »Die Kosaken retten aus Pserden!" 'Wie dick sind die Wolken? Wenn der Himmel seine schleusen öffnet und unendlich« Regenmengen aus die Erd« sendet, fragt man sich unwillkürlich, wie gewaltig muß di« Ausdehnung der Wolken sein, di« diese Wafferniengen enthalten konnten. Wie dick sind eigentlich die Wolken? Feffelnd« Angaben hieniber hat der Wiener Wetterlorscher Julius Hann in der neuen Auilage seines bekannten Lehrbuches der Wetterkunde zusammen- getraaen, aus der die .Natnrwiffenschastliche Wochenschrtit" das Folgende entnimmt: .Bet einer Ballonlahrt von Barral nach Bixio am 37. Juli 1850 wurde eine Wolkenschicht durchkreuzt, dif größtenteils au» unterkühlten Tröpschen bestand und mehr al» d km Dicke besaß. Auch neuere Wolkeninesfungen haben ergeben, daß die senkrecht« Mächtigkeit der Haufenwolken mehrere Kilometer erreichen kann. Darüber habe» die Berliner Ballonfahrten einige sehr bemerkenswerte Erfahrungen geliefert. Oie Hochiahrt pcmi 8. Mai 1891 ging zuerst in der Höhe von 1760 bis 5000 m durch «in« Tchneewolke, dann setzte sie sich als Eiskristallivolke bi» 5,7 Km fort, der noch ein Eisnebel bis zur Höhe von 7750 m folgte, Diese Wolkenlager waren also 6 Km niächlig. Auch bei der Fahrt vom 14. März 1893 wurde «ine Etsnebelwolke von nahezu 5 Km Mächtigkeit durchsahren. Tie Polsdnmer Wolkenmessungen haben Dicken von 50 bis über 4600 m ergeben; sie sind auch getrennt für die einzelnen Wolkenarten registriert. Die dicksten Wolken waren hier die Platzregenwolken. Ter ausgezeichnete Wolkcnsorscher Lev sah im Sommer eine Gen itterwolke, deren unterst« Fläche sich 300 m über deni Gipfel des Montblanc befand, während ihr Scheitel sich 4800 m darüber erhob. Am 13. August 1857 konnte Ley die Ticke einiger Hagelwolken meffcn. Die Unterstäche ivar etiva 1000 m über der Erde und die senkrechte Mächtigkeit betrug 7600 m. Aber selbst diese Ticke ivurde durch zahlreiche Gewitterwolke» erheblich übertroffen. Am 3. September 1867 und am 4. Aiigust 1878 betrug deren Mächtigkeit 9700 m. Wolken von s« grober Mächtigkeit können sich natürlich nur in aussteigenden L»it- massen bilde», i«i es in de» große» atmosphärischen Wirbeln oder bei lokalen Störungen de» Gleichgewichts, also den Somme» gewitter». Die Ticke der Wolken ist jedenfalls beschränkt, da di« sür die Witterung wichtigen Luitschichten sich n»f die zelin untersten Kiloiueter beschränke», so iverden auch die Wolkenschichten nur in seltenen Fällen 10 km Ticke erreichen. vilchertisch. — Was ist ein Unterseeboot, wa» ein Torpedo und Torpedoboot, was ist eine Seemine? Darüber unterrichte» die soeben erschienenen neuen Austagen der beiden Nummern 389 und 290 der in der ganzen Welt bekannten Miniatur» Bibliothek, Verlag für Kunst und Wissenschaft Albert Otto Vanl, Leipzig. In beiden fleiueit He'ten mit vielen Abbildungen findet der Leser in knapper Form einen Bericht über das, was zum Seekau,pse gehört und ivorüber sich mancher gerade jetzt, wo ein deutsche« Unterjeeboot drei eiiglllchen Pauzerkreuzer,, den Unter- aaiig brachte, so gern >interricl»en möchte. Und dabei kostet jede Nummer nur >0 Pig. — In deniselben Berlage erschien soeben anch mit Karte» voi„ Kriegsschauplatz ei» Haiidatlas, der hübsch und dauerhalt eingebunden, bcguciu in der Tasche z» tragen ist. Geographische und »lililnrische Angabe» sind dein Alias beigesügt »nd machen Ihn zu einem sehr interessanten Nachschlagewerk. Sitatenrätsel. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Der Feige droht nur, ivo er sicher ist. 3. Des Äeilscheu Wille, da» ist sein Glück. 9. Was? Der Blitzt Das ist ja die Gustel aus Wasewitz. 4. Die schmale Kost und der Arbeit Last Mag sich nur ein cind'rer erwählen. 5. Es ist so schwer, de» saljchen Weg zu meide». 6. Das eben ist der Fluch der bösen Ta!, Daß sie sorlzengend iinmer Böses muß gebären. 7. Dasein ist Pflicht, und wär's ein Augenblick. Auslösung in nächster Nummer. Austösniig des magische» OiindrnIS In voriger Nuininer! U A 8 E A M | 0 R 8 °l H L E R | L E Redaktion: A»g. Goeh. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Uiilversitäls-Bnch- und Steindrnckeret, R. Lange, Gieße».