Die hundert Tage. 01o,i!i,n ans dem Jahre 1815 von ®J. von Witten. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Otto und Toska hatten, ganz mit sich beschäftigt, nichts von dem Zusammenkauf der Leute wahrgenomine». Sie waren vor dein ettvas außerhalb der Stadt gelegenen Gasthaus vorgesahren und halten sich in das Zimnier begeben, worin sie ihre Gäste erwarte» wollten, um von hier aus leich den angrenzenden Speisesaal betreten zu können, in eni ein einfaches Mahl gereicht werden sollte. Gleich hinter dem ihrigen waren die anderen Wagen vorgesahren, die Gäste traten ein —> auf Erlens wartete inan vergebens. Endlich schlug Otto vor, zu Tisch Au gehen. Noch ahnte keiner etivas Arges, ‘ßer vom Wagenfenster aus etwas von der Menschenansammlung bemerkt, der hatte ihr loeiter keine Bedeutung beigelegt oder geglaubt, sie damit, daß es gerade ^nntag loar, oder in einer anderen harmlosen Weise erklären zu müssen. Eben hatte man sich niedergesetzt — die Suppe war gerade aufgetragen —, da traten Ulrich und Erdmuthe in den Saal. -„Wißt Ihr es schon, Napoleon ist aus Elba entflohen!" „Wie —? Was? Unmöglich!" Alles sprang von den Sitzen. Erlens wurden umringt. Ulrich mußte erzählen. Toska stand, die Hand aufs Herz gedrückt, totenbleich mit großen entsetzten Augen neben ihrem bekränzten Stuhl !—i allein. Erdmuthe sah es. Sie löste sich unbemerkt aus dem) Kreis und ging zu ihr. Die tiefe, frauenhafte Güte, deh Gruudzug ihres Wesens, brach einer Blüte gleich in Erd- muthens Herzen auf und leuchtete der Vereinsamten entgegen. „Toska —!" Die fremde Anrede „Madame" wollte nicht über ihre Lippen. Ihre Stimme zitterte unter der Gewalt ihres Gefühls. „Toska — seien Sre stark! Was auch geschehen ist, — was auch geschehen mag, — Sie gehören zu Ihrem Mann! Vergessen Sie nie, was Sie heute gelobt! Wo du hingehst, da will auch ich hingehen! Tein Haus fei mein Haus — dein Vaterland sei auch mein Vaterland!" Sie hatte ihr beide Hände entgegengcstreckt. Und Toska, mit fortgerissen von der Macht innerster Ueberzeugung, die ihr da entgegenströmte, legte die ihren hinein. Wortlos. Mit kaum spürbarem Druck „Gott — daß es gerade jetzt kommen muß! Gerade jetzt —! Gestern noch — —!" stammelte die junge Frau. „Soll das heißen, daß Sie gestern noch frei gewesen?" „Sie martern mich!" Fast heftig entzog sie Erdmuthe» ihre Hände und legte sie an die Schläfen. „O, mein Kopf! Es ist alles so schtver für mich!" fügte sie dumpf mit geschlossenen Augen hinzu. „Ich komme hier in eine mir ganz fremde Welt." Ein Ausdruck trostloser Hilflosigkeit lag auf ihrem bleichen Gesicht. Erdmuthe stand erschüttert. „Toska, ich will zu Ihne» stehen! Lassen Sie uns Freunde sein! Und glauben Sie mir, wahre Liebe besiegt alles!" Mit glühendem Beschwören flüsterten es ihre Lippen: „Wahre Liebe ist stärker als selbst der Tod." Da schlug Toska die braunen, tränengefülltcn Augen auf. „Das ist auch meine Hoffnung !" Unwillkürlich, wie zum Gebet, rangen sich ihre Hände ineinander. „Möge Gott mich nur jetzt noch vor allzu schwerer Prüfung bewahren!" « Bon nun an überstürzten sich die Nachrichten. Napoleon sollte schon in Grenoble, — er sollte schon in Lyon sein! Toska von Jäger ging wie im Fieber umher. Mit tiefer Sorge betrachtete sie Otto. Bald entzog sie sich seinen Liebkosungen wie ein ausgeschrecktes Wild — in toller Flucht; — dann wieder fand er sie in starrer Apathie in irgend einem Winkel hockend und mit toten Augen rns Leere starrend. Und wieder ein andermal, als er mit liebevollem Vorwurf an sie herangetreten war, da hatte sie sich mit so ungestümer Glut an seine Brust geworfen und ihn in solcher Todesangst umklammert, als kaure da in einer Zimmerecke ein unsichd- barer Jemand, der ihr den Gatten entreißen wollte. So war der Abend des dritten Tages hcrangekommen. Das kleine Mahl, das sie heute wie gestern allein in dem Wohnzimmer eingenommen, welches sie außer dem Schlaf- zimnier als vorläufige Unterkunst in einem hübschen alten Hause ermietet, war beendet. Wortkarg war es verlaufen. Die Magd trug eben den letzten Teller hinaus. Die junge Frau erhob sich, saltete mechanisch das weihe Tischtuch zusammen und legte eine dunkle Decke auf. Sie war wohl wirklich krank. Ihre Wangen flammten, ihre Augen leuchteten vor innerer Glut. Und doch — wie schon, wie säst überirdisch schön erschien sie Otto gerade in diesem Augenblick. Eine heiße Angst erfaßte ihn. Er umschlang sie und zog sie mit sanster Gewalt an sich. „Toska," flüsterte er, „vertraue mir doch an, >vas dich bedrückt!" Sie lächelte schmerzlich in seinem Arm zu ihm aus. „Liebster — ich hatte einen bösen, bösen Traum," sagte sie langsam. „Und dein Freund» der Uli, sagte mir einmal, er glaube an Träume!" „Unfinn, Närrchen! — Und weiter wär's nichts?" Er atmete ordentlich aus. Er hatte etwas so ganz anderes zu hören gefürchtet. Und dabei gab er sich auch schon dem prnk- kelnd wonnigen Gefühl hin, daß ^ihre zaghafte Hingebung in ihm erregte. „Weißt du, aller Spuk zerrinnt, wenn man ihm fest ins Auge blickt. — Willst du mir nicht deinen Traum erzählen?" „Nie! Nie!" Entsetzt machte sie sich von ihm los. Als sie aber dem ganz verständnislosen Blick ihres Mannes begegnete, i» deni Sorge, Zärtlichkeit und auch ein heimlich 664 auskeimendes Mißtrauen miteinander stritten, da riß sie sich zusammen. „Otto — vergib I ich bin totmüde. Fühle mich nicht ganz Wohl! Ich will mich einmal tüchtig ausschlafen. Dann ist Wieder Mut und Kraft in mir, und ich bin wieder die Alte." Und sie streckte ihm mit einer so rührenden Bitte, mit einer so holdseligen, fraulichen Demut die Hand entgegen, daß er hingerissen sich darüber beugte und sie in heißer Inbrunst küßte. . „O du — du — Angebetete! Weib meines Herzens!" stammelte er. Und dann: „Geh! Ruhe dich aus! Vergib all meinem Ungestüm —!" Er drängte sie nun geradezu nach der Dür, die ins Schlafzimmer ftihrte. Auf der Schwelle blieb sie noch einmal stehen. Ein Schelmenblick aus ihren Augen übersonnte ihn. „Du gönnst mir auch meine Ruhe? Gelt, störst mich nicht?!" „Bei den Penaten," rief er beinahe übermütig, von ihrem Zauber wie berauscht. „Keine Fliege soll deinen Schlummer stören. Ich selber werde dein Zerberus sein und verbanne mich heute nacht auf dieses Kanapee." „Gut, morgen denn!" „Ja, morgen!" Sie nickte noch einmal. Dann Satte sich die Dür hinter ihr geschlossen. Er aber blieb wie et» Knabe, dem eben eine Fee erschienen, von Märchenalück umsponnen zurück. Tor, der er gewesen, sich mit Grübeleien zu plagen! Mochte kommen, was kommen mußte! Sie war sein, und — sie liebte ihn!-- So hatte er noch eine ganze Weile in glückseligen Gedanken versunken gesessen. Plötzlich klopfte es au die Dür. Hart und soldatisch. Er ging und öffnete, Iveit leiser, als es sonst seine Gewohnheit ivar, — um Toskas willen. Eine Ordonnanz stand vor der Dür. Da sei noch ein Brief an den Herrn Leutnant, der durch das Regiment ge-, gangen wäre. Die Ordonnanz hatte sich wieder entfernt. Otto saß an dem Tisch inmitten des Zimmers und drehte den Brief in den Händen. Er war aus Genappe. Aus Genappe? Da hatte er doch keinen Bekannten. Plötzlich schoß ihm, er wußte nicht, weshalb, das Blut zu Herzen — er riß den Umschlag auf. Ein« sauber gefaltete, aber nicht geschlossene Einlage fiel heraus und aus den Tisch. Der Brief selbst — nur wenige Zeilen in französischer Sprache. „Mein Herr, ich ersuche Sie höslichst, beiliegendes Schreiben, das mir zur Weiterbeförderung übersandt worden, meiner Richte Toska aushändtgen zu wollen. Mit Dank! Eugen d'Eure."' Eugen von Eure! Das war doch Toskas Onkel — der Bruder ihres Vaters! Ob er das Schreiben seiner Jsrau gleich hinüberreichen sollte? llicht dock)! Sie wollte doch nicht gestört sein. Gewiß, — er bog de» Oberkörper nach der Türe und lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit hinüber — gewiß, sie schlief schon. Alles mar mäuschenstill. Wer wenn es etlvas Eiliges wäre? Etwas Wichtiges? Verwirrende Gedanken durchschossen sein Hirn. Dann Satte er doch ein Recht, es an ihrer Stelle zu lesen. Zumal Herr von Eure ihm das Schreiben offen eingelegt. Vielleicht war es sogar die Absicht des Oheims gewesen, daß Toskas Gatte zuerst von dem Inhalt des Brieses Kenntnis nähme. Vielleicht, daß er sie vor drohendem Unheil bewahren konnte, wenn er —--! Vielleicht daß--! Plötzlich hatte er den Bries ausgenommen. Mit zitternden Händen. Er war gleichfalls in französischer Sprache ab- gefaßt. Mit hochklopfendem Herzen las er: „Mein heißgeliebtes Weib! Nach martervoller Gefangenschaft kehre ich aus Rußland zurück. Vergib, daß ich nicht gleich zu Dir geeilt bin. Aber nachdem ich von der schrecklichen Wendung gehört, die das Schicksal unseres Kaisers genommen, trieb es mich unwiderstehlich zu ihm nach Elba. Gefährte seines Leidens wollte ich sein, wie ich Gefährte seines Glückes gclvesen. Aber zuvor, ehe ich mich nach Elba einschisfte, begab ich mich, von meinem Instinkt getrieben, nach Wien. Ich sah und hörte von der Uneinigkeit der Mächte auf diesem Kongreß, der Europa eine neue Gestaltung geben sollte, sah und hörte, wie sie nahe daran waren, übereinander herzusallcn. Und was meine Augen, meine Ohren vernommen, daS Überbrachte ich meinem Kaiser. Meine Worte waren der Tropfen, der de» Becher zum Ueberlaufen brachte. Sein Entschluß, der durch all das, was seine Freunde ihm aus Frankreich aus allen Ecken Europas zugetraaen, schon lange in ihm gärte, reifte über Nacht. Am Schlüsse eines Balles bei seiner Schwester Pauline gab er Befehl, alles zur Einschiffung seiner achb- hundert Soldaten, die ihm in die Verbannung gefolgt, in Bereitschaft zu setzen. Und wir schifften uns wirklich ein.. Das alte Glück ibar uns hold — mein Kaiser betrat wieder den Boden Frankreichs! Von den Landleuten wie ein Wunder angestaunt, von keinem Menschen ausgehalten, schlängelte sich unsere kleine Schar aus schmalen, halsbrecherischen Ps dm durch die Berge und Schluchten aus dem linken Ufer der Rhone. Unsere Kanonen hatten wir zurücklassen müssen, die Lanziers mußten zu Fuß marschieren und ihr Roß hinter sich herziehen. Der Kaiser, seinen Stab in der Hand, meist voran, dicht neben deni gähcnden Abgrund. So strebten wir auf Grenoble zu, auf diese herrliche Felsenfeste der Daupbinö, dein ersten Ziel auf unserem Weges So a r m s el i g und doch so gewaltig durch den einen Willen, der uns beherrschte! Ach, teure Frau, was mußte ich erleben! Unfern der Festung, bis am Ende eines Engq Passes, der zwischen hohe» Felscnwänden und spiegelnden Seen sich dahinzieht, erblickten wir ein Bataillon Franzo-c sen, das erste, das uns ein feindliches „Hält" entgegensetzen! wollte. Der Kaiser, der sich bereits zur Avantgarde begeben, eilte mit Polnischen Reitern und Gardejägern voraus und machte dann einige hundert Meter vor dem in Schlachtord-, nung aufgestellten Gegner Halt, um ihn mit seinem Fernglas, zu mustern. Aus einen Wink von ihm flog ich zu dem koM- niandierenden bourbonischen Osfizier und, meinen alten Kriegskameraden Dclessart in ihin erkennend, entströmten meinen Lippen feurige Worte des Beschwörcns, nnserm an« gebeteten Kaiser nicht mit der Masse in der Hand gegenüber- zutreten. Sie ließen ihn kalt. Beschämt kehrte ich zu meinein Kriegshelden zurück. Da stieg der Kaiser vom Pferde. Und indem er den treuen Gefährten seines Ruhmes, seines Leidens gebot, zurückzubleiben, schritt er allein über die Wiese, die ihn von den drohenden Gegnern trennte, und gegen diese, seine einstigen Waffenbrüder, vor. Langsam, mit gesenktem Haupte, mit über der Brust gekreuzten Armen. Ich sah, wie ein Erzittern durch die Reihen der königlichen Truppen ging — ich hörte das Kommando des Bataillonskommandeuers, Feuer zu geben —-- Da, in diesem Augenblick erhebt Napoleon das Haupt, und seinen grauen Oberrock aufrcißeud, unter dem die alte grüne Uniform sichtbar wird, breitet er die Arme aus. „Soldaten!" ruft er mit eherner Stimme. „Gibt es einen unter euch, der auf seinen Kaiser schießen kann, der tue es! Hier bin ich!" Die schußbereiten Gewehre senken sich tiefer, gezwungen durch unsichtbare Macht und mit einem Male füllt der brausende Jubelruf: „Es lebe der Kaiser!" die Luft. Die Soldaten stürzen sich auf ihren Abgott, werfen sich ihm zu Füßen, jauchzen ihm zu, berühren seine Stiesel, seinen Degen, den Saum seiner Kleider-- Der Kommandeur, im Innersten.erschüttert, bricht in Tränen aus und überreicht dem Herzensüberwindcr seinen Degen. Und der — umarmt ihn. Teure Frau — es waren Augenblicke, wie keine Ewigkeit sie ergreifender gestalten kann! Was brauche ich noch weiter zu erzählen?! Der Rausch, der dies eine Bataillon beim Anblick seines Kaisers ersaßt, er springt wie ein elektrischer Funken üben auf das ganze übrige Regiment, das alsbald unter dom Schall der Trommel» die nahe Festung verläßt, um dem an- gebeteneu Feldherrn entgegenzueilen. Und als der Abend sich zur Erde neigt, da ist ganz Grenoble von dem Glücke! über die Wiederkehr seines Kaisers trunken. Der Festungs- kommandant und oas winzige Häuslein seiner Getreuen erblickt das einzige Heil in rascher Flucht: die geschlossenen Tore werden unter jauchzenden Hochrufen von innen wie von außen erbrochen — der Verbannte von Elba hält seinen Einzug wie ein Fürst! Morgen, nach kurzer Ruhe, geht es nach Lyon. Ich bin gewiß, seine Adler werden von Kirchturm zu Kirchturm fliegen, bis sie sich auf der Spitze von Notre Dame nicderlassen, so wie e r es prophezeit. — — 666 — Leb wohl, meine teure Bertha, jauchze mit mir. Küsse mrfer geliebtes Kind, unsere Toska. Nag ihr, der Vater, de» sie so beiß geliebt, er kehrt zurück. Sobald mein Kaiser ln Paris elngezogen, seht ihr mich wieder. Dein getreuer Kalte Philipp d'Eure." Otto bteß das Blatt sinken. Ohne auszublicken, fast ohne KU atmen, hatte er gelesen. Zuerst, beit der Anrede, Satte! ein rasender Verdacht sein Herz wie ein glühendes Eisen durchschossen. Dann begriff er, daß diese Zeiwn an eine Tote gerichtet waren, daß sie ihm persönlich nichts rauben wollten. Da erst batte sein wie erlöst aufatmendeS Herz die nlüheirde Schilderung von deni Siegeszug des Korsen in sich ausgenommen. Und Zorn und Haß gegen diesen Unterdrücker lvaren von neuem in ihm mit hellodernder Mut Mnporgeslammt. Er sah mit ganz anderen Augen, als Philipp von Eure. Der Uebergang der Regimenter — Ihm mar’8 nicht ein Beweis von der Gewalt, die Napoleon über die «temüter ausübte — nein! Ihm bedeutete es feigen Drcu- bruch gegen Ludwig XVIII., dem sie vor wenigen Wochen den .Eid der Treue geschworen. lFvrtsetzung folgt.) wie eine Schlacht von heute aussieht. Von einem Augenzeugen. Der bekannte englische Kriegsberichterstatter Hamilwn Fyfe, der die Ereignisse der Riesenschlacht in Nordfrankreich von ihrem Anbeginn an miterlebt und an den verschiedensten Stellen des ungeheuren Kampsseldes in der Feuerliule gewesen ist, entwirft hier ein Mid der modernen Schlacht, dessen Naturtreue einen besonders anschaulichen Eindruck hinterläßt. „Eine Landschaft mit einem kleinen Rauchwölkchen" — so hat ein französischer Schlachtenmaler eine Schlacht von heute beschrieben. Das ist durchaus nicht nur ein geistreiches Wort. Es ist vielmehr eine Beschreibung, von der alle, die Schlachten beobachtet haben, zugeben werden, daß sie sehr oft stimmt. Aus der Walstatt von heute kann während des Kampfes das Auge zumeist stichts Ungewöhnliches in der Landschaft wahrnehmen außer jenen steinen weißen Wolkenbällen in der Ferne, die zeigen, wo die Gra- nateu explodieren. Selbst wer ein ausgezeichnetes Fernglas zur Verfügung hat, muß das Schlachtfeld sehr genau studieren, bevor sich ihm irgendwelche weiteren Zeichen des Kampfes enthüllen. Die Kanonen der Feindes liegen in verdeckter Stellung. Sie sind vielleicht hinten am Abhang jener niedrigen Hüaelreihe auf- äestellt, die da drüben das Gelände unterbricht, oder sie sind viel- Irtcijt geborgen Himer jenen Bauinreihen, die den Fluß umrahmen. Zumeist sind auch die Kanonen auf der Freundesseite nicht sicht- bar oder in ihrer Stellung nur sehr schwer herauszustnden. Die Mannschaften liegen hingeschmiegt in ihren Gräbern und Löchern, tvenn „hingeschmiegt" das rechte Wort ist für diese häufig so nassen und unwirtlichen Unterschlupse. Dann und wann kann man undeutliche Linien aus dem Felde hinkrabbeln sehen, die an ein Heer von Ameisen erinnern, oder es erhebt sich eine plötzliche Aufregung an den Hügelhängen, ein Gewimmel und Gewirre von Hunderten von schtvarzeu Punkten, gerade so, wie wenn man mit einem Stock in einen Ameisenhause» herumstocherte und nun alles wüst durcheinander liefe. Das sind so die Eindrücke eines Schlachtfeldes von heute. Aber von dem, was man sich so gewöhnlich unter einer Schlacht vorstellt, wird man nicht die geringste Spur finden. Der Laie, der sichdas Bild einer Schlacht vorstellt und dabei an die Geniälde im Museum oder an die bunten Bilder in den Kriegsgeschichten denkt, sieht die Sache immer noch so an, als ob große Massen von Truppen gegeneinander marschierten, als ob die Kanonen aus beiden Seiten die Reihen der Gegner niedermähten, wenn sie herankommen; er glaubt, daß die Reihen gegeneinander unaufhaltsam vorrücken, bis sie im Bereich des Gewehr- seuers aus beiden Seiten sind. Und dann — so denkt man sich das wohl — wird eben geschossen, bis dem einen Gegner die Munition oder die Geduld ausgeht, und zuletzt geraten die feindlichen Heerscharen in einem wilden Gemetzel Mann gegen Mann aus der gan- E Linie aneinander, die Kavallerie galoppiert dazwischen und t ebenfalls drauf los. und das Ende vom Liede ist schließlich, das eine Heer geschlagen zurückkehrt, während der Befehlshaber des andern Heeres feierlich verkündet, daß er gesiegt hat. Diese Vorstellung, die noch in so vielen Köpfen spukt, muß man von Grund aus aus seiner Phantasie verbannen, tvenn man den Sinn und das Gesicht der Schlacht von heute erfassen will. Der Krieg ist kein Sport mehr und keine Rauferei. Er ist eine Wissenschaft. Er ist ein Gebiet, das schwierige teckmische Studien, komplizierte Berechnungen erfordert und bei dem kostbare, auf das feinste gearbeitete Instrumente verwendet werdeii. Erfolgreiche Generale sind heute nicht mehr tapfere Draufgänger. Es sind viel eher Leute mit Brillen und professoralem Aussehen, die an gelehrte Bücherwürmer erinnern, oder es sind Männer, die über ein großes OraanisattvnStalent verfügen, di« Ingenieure, große Finanzleul« oder tüchtige Fabrikanten geworden wären, wenn sie nicht die Laufbahn im Heere vorgezogen hätten. i» Diese wissenschaftliche Maschinerie d«S modernen Krieges hängt eng damit zusammen, daß man von einer modernen Schlacht so wenig sehen kann. Der Sieg winkt nicht mehr nur den Tapfersten, sondern denen, die die beste Maschinerie, die vorzüglichste Organisation haben, die sich am besten verstecken und vergraben können. Wenn es zu einem aufregenden Kampf Auge in Auge konrmt, wenn das Bawnett wütet und das Handgemenge einsttzt, dann sind nur die, die miteinander kämpfen, nähe genug, um etwas davon erzählen zu können. Ich habe mit meinem guten Fernglas viele Teile des ungeheuren Schlachtfeldes durchsucht, daS sich in einer gewaltigen Diagonale durch Frankreich erstreckt. Ich habe bei feuernden Batterien gestanden. Ich habe in den Schützengräben gelegen und bin zu der vordersten Feuerlinie gekrochen. Ich habe sogar deutsche Soldaten gesehen und mich mit ihnen unterhalten, was die Kämpfenden seihst nicht tun können. Aber ich kann wirklich keine andere Beschreibung einer Schlachtfront von heute geben, die in kurzen Worten bezeichnender wäre als die des französischen Malers: „Eine Landschaft mit kleinen Rauchwölkchen." Hinter der eigentlichen Front, hinter den Kämpfenden, da gibt es fteilich sehr viel zu sehen. Hier, gleichsam hinter den Kulissen der Kriegsbühne, auf der sich das Drama der Schlacht abspielt, begreift man erst die ungeheure Kompliziertheit jener Maschinerie, die Schlachten gewinnt, und die Notwendigkeit, daß sie so vollkommen sei wie möglich. Man kann die besten Kanonen von der Welt haben, und doch sind sie zu nichts nutze, wenn die Pferde fehlen, die sie ziehen. Man kann die tüchtigsten und tapfersten Soldaten besitzen, und sie werden nichts leisten können, wenn man sie nicht regelmäßig und gut ernährt, wenn man ihnen nicht die nötige Ruhe gibt. Und weiter: alle Bewegungen der Truppen müssen genau berechnet werden, alle Wege müssen sorgfälsig frei gemacht sein, denn es geht nicht an, daß zwei Regimenter, eines das vorgeht imd eines das zurückgeht, aus derselben Chaussee marschieren, das würde eine schöne Verwirrung geben. Komm also hinter die Szene! Wir haben eben die Artillerie beobachtet und hinüber gespäht über das weit« stäche Land mit den niedrigen Hügeln in der Entfernung, Nm Hügeln, wo der Feind steht. Wir sind selbst auf einem Plateau. Nun gehen wir den Abhang hinunter und wir haben «in anderes Bild vor uns> das hinter der Schlacht liegt. Mit einem Male sind wir uniep den Mitspielern, die warten, bis die Reibe an sie kommt, die ausruhen, bis das Stichwort fällt, das si« hineinreißt in das Drama von Blut und Eisen. * Hier dicht dabei, um damit zu beginnen, ist eine groß« Menge von Artilleriepferden, die alle ruhig dastehen, während ihre Batterien in Tätigkeit sind. Gehen nur weiter, so kommen wir an eine lange Munittonskolvnne, die am Wegrand wartet, Wagen aus Wagen, alle mit Granaten bepackt; die Reihe scheint endlos. Tann ein Dorf, voll von Soldaten. Soldaten überall, in den Gassen hernmgehend, an der: Haustüren, hier welche, die Aepsel pflücken, dort eine ganze Schar in tiefem Schlaf. Da hat sich einer auf einem flachen Stein einen Schreibtisch eingerichtet, aus dem er einen Brief kritzelt. Wieder andere wasche» ihre Kleidung im Bach, und in einer Ecke siben drei behaglich zusammen und spielen Karten. IM Schatten einer hohen Mauer rasiert ein Mann einen andern, während ein dritter, der eher« rasiert ist, sich das Gesicht in einem Eimer wäscht. Zwei oder drei sitze» und angeln. Solche ftanzösischen Soldaten, die in den Zwischenpause» einer Schlacht die stets mttgeführte Angelrute ms Wasser Wersen, findet man immer. Es ist die Haupt- Passion der Franzosen, und ich glaube, wenn um 10 Uhr die letzte Posaune ertönt und das letzte Gericht für 12 Uhr angekündigt wird, dann würden noch viele von ihnen die Zwischenzeit dazu benutzeit, um im nächsten Bach zu angeln. Nun sind wir durchs Dorf, und nachdem wir am Ausgang unser» Paß gezecgt haben —. denn ohne diesen kommt man überhaupt nicht weit, und solch ein Ausweis ist schwer zu erlangen — stehen mir tn einem steinen Tal zwischen zwei Hügeln, und als wir da hindurch sind, stehen wir aus einer großen Wiese, die aussieht, als ob hier Pferdemarkt wäre. Hunderte von Pferden weiden hier und ttinken aus dem Bach. Die Reserve der Artillerie lagert hier. Noch weiter hinten sind neue Dörfer, die von Jnfaitteriereserven besetzt sind, und noch wefter himen stoßen wir auf Kavallerie, die auf dieser Kriegsbühne nichts zu tun bat. Da sie dazu da sind, aufzustären und Fühlung mit dem Feind zu suchen oder nach Beendigung des Kampfes den fliehenden Feind zu verfolgen oder einen Rückzug zu schüfen, so bleibt für sie während der eigentlichen Schlacht wenig oder nichts zu tun. * Nun begegnen wir einer andern sehr langen Wagenreihe; alle? Automobile. An einer besttmmten Stelle machen sie Halt und fahren auseinander. Aus vielen liegen geschlachtete Ochsen ». Schafe, Fleisch in Massen. Andere sind mit runden flachen Broten bepackt. Hier ist die Speisekammer der Truppen, von hier aus werden die Rationen an die einzelnen Regimenter verteilt, und bald wird 556 das, waS von hier aus geht, auf Hunderten von Kochtöpfen über Hunderten von Lagerfeuern braten und schmoren. Das Aufschlagen von Lagern im eigentlichen Sinne gibt es beim französischen Heere nicht. Ich habe noch kein richtiges Zelt gesehen. Wenn das Dunkel hereingebrochen ist, dann sieht man irden Abend im Schein der Automobillichter Tausende von Menschen an den Wegrändern schlasen oder in Kornmieten auf den Stoppelfeldern ihr Lager suchen. Und wenn man so im Automobil durch die Nacht fährt, dann sieht man die ermüdeten Truppen von den Schützengräben zurückkommen, während die frischen Truppen, die, die >oir in dem Dorf sahen, vorwärts ziehen, um ihre Plätze einzunehmen. Um diese Zeit, wenn die Stunde kairmt, da in gewöhnlichen Zeiten die Menschen von der Arbeit ausruhen und Feierabend machen, ergreift einen am stärksten das Grauen vor dem Krieg und das MsUeid mit den Kriegern. Ein mannhafter Kampf erwärmt das Blut, und das Schiesten bei Tag regt die Lebensgeister an. Mer hier gibt es nichts, >oas einen Mann erwärmt und anregt, der im Dunkel der Nacht seinen Posten in einem Schützengraben antritt mit dem Bewusttsein, dast der Feind wahrscheinlich — wie er es so oft tut — gerade vor Anbruch des neuen Tages einen Angriff machen wird, wenn die Lebens- und Nervenkraft durch die lange Wacht fast völlig ausgcrieben ist. Bei einem solchen Nachtgefecht ist noch am meisten von einer modernen Schlacht zu sehen. Blitze zucken dann in unaufhörlicher Folge über jene sernen Hügel fort. Brennend« Schober und Häuser erfüllen das Dunkel mit düsterer Glut. In den großen Lager!» brenne» lustig die Lagerseuer. Mer man hat keine Freude an solch romantischem Nachtbild. _ C. W. wie der englische ttriegszensor arbeitet. Tie amerikanischen Zeitungen sind entrüstet über die Art itrtb Weise, in der die britrsche Zensur völlig harmlose Tele- S ramme als militärische Nachrichten betrachtet und unter- r ü ck t. Der „New Port Globe" erzählt einige derartige Fälle, die trotz des Ernstes der Zeit lvie Humoresken anmuten. ,,Wo bleibt das Ergebnis des Tenniswettkampses in Fox Hills, New Aork?" fragte eine Londoner Zeitung der ihrein New Parker Vertreter an. Dieser antwortete, er habe es schon vor sieben Stunden gekabelt. Da ging der Chefredakteur des Blattes zum Zensor. Ein hochgeioachsen« junger Engländer mit glattrasiertem Gesicht, dem Monokel im Auge und scheinbar ständigem Durst nach Tee, trat ihm entgegen. „Ja — sagte er — das Telegramm ist angekommcn, aber es ist äußerst verdächtig. Sehen Sie doch selbst: „Weih gewonnen, 6—2, 7—5, 8—4." Das ist natürlich «ine Codemeldirng. Diese sind aber verboten." Ms ihm der Redakteur erklärte, es sei nur eine Sportnachricht, und als er an die Sportbegeisterung des englischen Zensors appellierte, memte dieser: „Ach waS, Sportnachricht: die konnnt morgen auch noch zurecht." Und auf die Frage, was denn nun eigentlich zu telegraphieren verboten sei, gab er die geistreiche Auskunft: „Das kann ich Ihnen nicht sagen; wenn wir bekannt geben, was verboten ist, dann erfährt ja die Oeffentlichkeit, was geheim gehalten werden soll." — Der Inhaber eines amerikanischen Konfektionshauses hatte bei seinem letzten Besuch in London Damenmäntel bestellt, die auch geliefert wurden. Gleichzeitig telegraphierte ihm der Lieferant: „Zehn Kisten verfrachtet: erwarte Winternuftrag." Der Zensor hat das Telegramm niemals abgehen lassen. Daß die Firma Rosenthal n. Co. in Illinois tatsächlich Dameumäntel ans London beziehen könnte, schien ihm ausgeschlossen Deutete vielmehr nicht das Wort „Winter" daraus hin. daß es siel» uni eine Nachricht über die englische Flottenbewegung in der Nordsee handelte. Erst als der Londoner Lieferant von dein amerikanischen Käufer kein Geld erhielt, erfuhr er, daß das Telegramm unterdrückt worden war. Die Gebühren dafür sah er nienials wieder. — Der Londoner Berichterstatter einer New Parker Zeitung kabelte eine Liste der mit den letzten Dampfern nach den Bereinigten Staaten abgefahrenen bekannten Amerikaner. Nach zwei Stunden kam die Anfrage aus New Pork, wie diese Schiffe heißen. Nach einer tveiteren Stunde kam ein dringendes Telegramm „Was bedeutet: „Dampfer heißen .." ohne Nvmensangabe." Der Zensor hatte also im ersten Telegramm die Namen der Passagierdampser gestrichen. Im zlvefte» Telegramm strich er sie wiederum, ließ aber das seltsame „Dampfer heißen ..als Kabelgramm nach New Pork weiter gehen. Eine wichtige Meldung desselben Korrespondenten vom 2. August traf in New Park gar nicht ein. Dagegen erhielt er nach drei Wochen, am 23. August, einen Brief vom Londoner Telegraphenbüro, sein Telegramm sei vom Zensor unterdrückt worden. Inzwischen hätte er die Nachricht schon dreimal als Briet nach New York senden können. — Auf dem Londoner Hauptvostamt tvollte ein Geschäftsmann einem in der Schweiz weilenden Freunde telegraphieren. Ta die Bestimmimg besteht, daß nur in der Spruche des Empsangslandes abgefaßte Telegramme befördert werden, und der Engländer sich in Genf aufhielt, schrieb er fran- zo>l>ch — Der Postbeamte betrachtete das Telegramm einen Augenblick und gab es daraus mit den Worten zurück: „Das kann ich nicht «»nehmen, das Telegramm muß in Schweizer Sprach« ««schrieben sein." — „Was? In Schweizer Sprache?" — De» Postbeantte verschtvand für einen Augenblick, um sich mit ferne» Kollegen zu beraten. As er zurückkam, meinte er: Geben Sil her, diesmal wollen wir es noch in französisch« Sprache durch« lassen." vermischte». * Vom Helden-KomMandanten des „U. 3". Ma» schreibt uns: Wenn man das Sprichwort „Was ein Häkchen wird, krümmt sich bei Zelten" auf den heldenhaften Konmrandanten d» „u. 9", den Kapitänleuttrant Otto Weddigen, cuuvendetnl wollte, so könnte man sagen, daß auch ein! Held schon frühzeitig lern „Talent" zeigt. Das läßt so recht folgende, uns von eh,eh» Bekannten Weddigens mitgeteilte Episode erkennen: Otto Weddigen war noch blutjunger Leutnant z. S., als er eines Tages au Bordj eine Turnstunde abzuhalten hat. Keine U_' gewöhnlicher« Bur» stunden, beim der hohe Chef ist da zur Besichtig,ing, iAxzellenz von Baudissin, der bekannte, um die Schußansbildnng unser« Marine hochverdiente Admiral, Die blauen Jungen stehen am Turngerät angetreten. Einer von ihncjn probiett ein« Ücbung, die ihm aber nicht vorschriftsmäßig gelingt, so daß Leutnant Weddigen sich anschickt, sie mustergültig vorzuturnen. Die Tücke des Augenblicks will cs, daß Weddigen dabei vom Gerät abstürzt. Ganz angenehm mag der Sturz nicht gewesen sein, aber dev Leutnant verbeißt den Schmerz und läßt ruhig weiterturnenl, Exzellenz v. Baudissin sieht ebenso ruhig zu. Ms die Sttlnde verflossen ist, bemerkt Exzellenz denn doch die auffallende Wässe inj dem Gesicht des jungen Offiziers er redet ihm rrtjt den Worte» au: „Na, Weddigen, haben sich wohl etwas weh gÄanj?" „Zu Befehl, nein, Exzellenz, habe niir nur den Arzni gebro» ch e n!" Mit diesem gebrochenen Arm aber hatte Leutnant Wed-« digen trotz aller Schmerzen ruhig die Turnstunde dnrchgeführt. viichertisch. — Die Kriegsausgabe des KunstwartS zum halben Preis bringt eine angenehme Ueberraschung. Es dürftz dies der einzige Fall sein, daß ein« Zeitschrift den Bezugspreis während des Krieges so beträchtlich herab etzt. Biele konnten bisher die Zeitschrift wegen ihres Preises nicht halten. Jetzt ist ihn«n das möglich. Der Kunstwart hofft, durch die Preisherabsetzung seine Kulturarbeit in viel wettere Kreise tragen zu können, als cs bisher möglich war. Trotz des geminderten Umfangs läßt er keine Verminderung des Arbeitsgebietes eintreren. Er wird nach wie vor alle Kunst- und Kulturftagen behandeln. Auch Bilder- beilagen rind Noten gibt er fernerhin mtt, freilich etwas wenig« reichlich als früher. Die Hefte, die wie stets zweimal monatlich erscheinen, werden einen Umfang von 30—40 Druckseiten haben. — Weltkrieg Unter diesem Titel erscheint im Verlag des Hilssverrins Deutscher Frauen, Berlin, Preußisches Herren» haus, zu wohltätigein Zweck eine Zusammenfassung der Kriegs» ereignisfe, die aus Grund der amtlichen Depescksen bearbeitet und gut ausgeftattct (das Titelblatr stammt von Döpler) eine ernste, würdige Erinnerung an die große Zeit bietet, die wir durchleben. Jede Woche erscheint eine 4 Setten starke Nummer zum Preis« von 5 Pfennrgcn, von denen infolge der freiwllligen Mitarbeit viel« 2>/r Pfennige als Reinertrag bleiben. Diese — also 25 Mark pro 1000 Exenrplare — werden an die Magistrate dev deuffchen Städte zur Unterstützung von Kindern im Feld« stehen» d« Krieger abgeführt. Namentlich Schul« unser« Lehranstalten sollen Abonnenten i» ihrem Berivandten- und Freundes kr ets« werben: Kinder sollen gindern helfen: ein vortrefflich« Gedanke, d« auch vom pädagogischen Standpunkc vollste Billigung verdient. Logogriph. DIit ,R“ geschieht es alle Tage. Wohl dein, der immer in der Lage. Mit „L* isl's denen nicht genehm, Tie träge sind und sehr beguei». Mit .SK* tu»s Buben gar nicht selten. Wenn auch die Lehrer darob schelten. Mit .T* tritt man ins Leben ein, Bisweilen brancht lnan's auch beim Wein. Auflösung in nächst« Nummer. Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkurzunge»: tr — Tresj, p — Aigue, e — Coeur, c«r = Sarreau trB — Treff-Bub«, pA — Pique-Aß, cD — Coeur-Tome »sw. Das Spiel wurde verloren. Vorhand erhielt: carB, tr8, tr7, pD, p7, carZ, carK, car9, car8, car7, im Skat lagen p9 und p8; Hinterhand hatte den Rest. — Spielgang: 1. V. carZ Dt. carA H. carB = — 23. 2. tz. cZ V. carB ÜH. cA = — 23. 2. D. carK M. earl) 6 . pZ = — 17 . Sm = - 63. Redaktion: Slug. Goetz. — Rotationsdruck >i»d Verlag der Brühl'scheii llniversitäts-Duch- und Steindruck«« R. Laiige, Gießen.