samstfld. den 17 Astaber 1914 — Nr. J58 Die hundert Tage. Roman aus dem Jahre 1815 von M. von Witten. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Am Nachinittag schleuderten Ulrich und Otto durch die Anlagen, um miteinander in aller Stille noch einmal das große Ereignis der Einnahme von Paris zu durchleben. Plötzlich trat aus einem der dichten Buschwerke eine schlanke, leicht verschleierte Dame. In reinstem Deutsch bat sie, vor allem gegen Otto gewandt, um Schutz für sich und ihre erblin- bete, halb gelähmte Mutter. Sie sei in dem Schlößchen er- ogen, ihre Mutter habe sie besucht — da sei die Kunde von em Anrücken der Feinde gekommen — alles habe die Flucht ergriffen. Sic aber habe ihre Mutter nicht verlassen ivollen, habe sie jedoch auch nicht weiter als bis zu diesem Gebüsch zu bringen vermocht. Eine rührende Unschuld, eine bestrickende Anmut hatte über dein jungen Geschöpf gelegen, von dessen Haupte - ivar es nun durch Absicht oder Zufall geschehen — der Schleier langsam herabgeglitten war. Ottos Blicke hatten wie gebannt an dem Fräulein gehangen. Mit fliegenden Worten versicherte er sie seines Schutzes, und im nächsten Augenblick schon sah er sich von ihr in das Buschwerk gezogen, in em sie die Mutter geborgen. Bald darauf waren sie wieder erausgetrclen.' die bei aller Ehrwürdigkeit rührende Gestalt einer Matrone, die der schwermütige Schimmer verblaßter Schöicheit und noch nicht verivundenen Leides umspielte, inmitten der beiden jugendlich kraftvollen Gestalten — von ihren Armen mehr getragen als gestützt. — Eine Stunde später hatte Otto die beiden Damen nach Paris hineingeleitet, wo Frau von Eure eine schloßartige Villa besaß. Und fast schien es, als solle Toskas holdselige Erscheinung wieder so plötzlich aus Ottos Leben verschwinden, wie sie darin aufgetaucht. Denn schon tags daraus zog die Armee der Verbündeten gegen Fontainebleau — stkapoleon wurde zur Abdankung gezwungen — König Ludwig XVIII. kehrte auf den Thron seiner Väter zurück. Toska aber war niit i hrer Mutter aus Paris, zum mindesten aus ihrem Schlöß- hen verschwunden. Alle Nachforschungen Ottos blieben vergebens. Und am Osterseiertage brach die gesamte Armee von Paris auf, um bis zum Abschlüsse eines endgültigen Friedens Kantonierungen im Norden und Osten des Landes zu beziehen. Dann wurde der Pariser Friede verkündet — Frankreich, das seine Grenzen von 1792 wieder erhielt, wurde geräumt. Aber die anstoßenden Gebiete, die Länder an der Maas und Mosel, die Länder am Rhein, die sollten von den verbündeten Heeren besetzt bleiben, bis sich die Fürsten aus einem in Wien tagenden Kongreß über ihr Schicksal geeinigt haben würden, und die branüenburgischen Ulanen wurden chließlich dazu bestimmt, im .Großherzogtum Luxemburg Quartier zu beziehen. Da, auf dem Marsch nach der Mosel, zwischen Lüttich pnd Namur, da war es, wo Toska von Eure wieder vor Ottos Augen trat. Eines Nachmittags, als das Regiment das Städtchen durchzog, wo cs die Nacht verbleiben sollte, da hatte an dem halbgeöffneten Fenster eines allen behäbigen Gasthauses eine junge Dame gestanden — Toska war es gewesen. Und Otto hatte sie erkannt. Ein jähes Erröten, ein süßes Erschrecken, ein Grüßen, hinüber — herüber. Eine Stund« später, nach endlich beendigtem Dienst, hatte er sich wieder niit dem Freunde, der sich nur mit Widerstreben dazu entschlossen, auf dem Wege nach jenem Gasthause befunden. Trotz der vorgerückten Zeit waren sie von Frau und Fräulein von Eure empfangen worden. Eine wundersame Stunde war's gewesen. Ulrich fühlte noch jetzt den Zauber, der über ihr gelegen. Die alte blinde Frau im hochlehnigen Armstuhl, die holdselige Tochter an ihrer Seite, — von dem weichen Kerzenlicht der alten venezianischen Wandleuchter umspielt, in das sich der sanfte Schimmer der Hellen Juninacht mischte. Süße Rosendürfte schwebten durch die halb geöffneten Fenster herein — eine Nachtigall schluchzte. Erlebnisse — Vergangenheiten wurden wie durch Zauberformel lebendig, — immer weiter öffneten sich die Herzen den zuströmcnden Gefühlen. Ein fragend htn- geworfcnes Wort der Mavrone lenkte die Unterhaltung auf den Zusammenbruch in Rußland, in dem sie glaubte, den Gatten verloren zu^haben. Funken springen mit magische« Schwungkraft von Seele zu Seele — Ottos Zunge wird beredt. Mit immer beflügelteren Worten erzählt er, wie die Brandenburgischen Ulanen, die ja der Reservckavallerie unter Murat zugeteilt, oft unter den Augen Napoleons, in nächster Nähe seiner Garden, im Feuer gestanden. Mit kurzen Flam- mcnworten rollt er die blutige Schlacht von Borodino, den Brand von Moskau — den schauerlichen Rückzug durch die Eisfelder Rußlands vor dein geistigen Auge seiner atemlos lauschenden Zuhörer auf. Und plötzlich kommt es wie eine Erleuchtung über ihn, daß sie in Wilna mit einem Oberst der alten Garde zufällig etwas näher bekannt geworden, der mit seinem kläglichen Häuslein wenige Stunden später von einem Trupp Kosaken umringt und gefangen genommen — und der den Namen Philipp von Eure getragen. Mit Tränen in den Augen erkannten Mutter und Tochter in ihm den Gatten und Vater. Noch in Miilna war er lebend gesehen worden! Neue Hoffnung lebte im Herzen der Matrone auf, den Heißgeliebten, schon als tot Betrauerten vielleicht doch noch einmal in die Arme zu schließen. Deni aber, der diese Hoffnung in ihr erweckt — freilich absichtslos und ohne sie eigentlich zu teilen, — wußte sie innigen Dank dafür. Wie verklärter Abendsonnenschein breitete es sich über ihre milden, gramdurchfurchtcn Züge. Toskas enrpsängliche Seele aber flog über Abgründe und trennende Schrecken hinweg diesem jungen Preußen zu, der Seite an Seite niit ihrem angebeteten Vater gefochten, der ihr von ihm den letzten — letzten Gruß zu bringen schien. Und Ottos Seele flog jauchzend der ihren entgegen. Unzerreißbare Fäden wurden heimlich-unsichtbar gesponnen — Ulrich suhlte das nur zu wohl. Als die beiden Freunde endlich von Mutter und Tochter 650 — schieden, ba nahm Otto die Erlaubnis mit, die Damen wieder aufsuchen zu dürfen. Freilich nicht hier in Andenne. Hier hatten sie, von Genappe kommend, wohin sie vor der Umwäl- »ung der Dinge aus Parts auf daS Besitztum eines Bruders des Herrn von Eure geflüchtet waren, nur Station gemacht, um dann langsam weiter nach Aachen zu reisen. Dort, in nächster Nähe ihrer einzigen Schwester, wollte Frau von Eure bis auf weiteres ihren Wohnsitz aufschlaaen. — Aber der Abschiedsgruß, den Otto beim Aufbruch des Regimentes in der Frühe des nächsten Morgens vom Fenster aus erhielt, sollte doch für lange Zeit wieder das letzte Le« benszeichen bleiben. Otto vermochte sich dienstlich nicht frei zu machen und wagte es nicht, um Urlaub auf so weite Entfernung bis nach Aachen zu bitten. Die Beobachtungen der französischen Festungen Thionville, Longwy und Sierck nahmen die Aufmerksamkeit desUlancnregimcntes voll in Anspruch. Dazu kam ein häufiger Quartierwechscl — und Ulrich seinerseits tat alles, um zur Hinauszögerung eines Wiedersehens beizutrage», in der stillen Hoffnung, dadurch das Bild des schönen Mädchens im Herzen des Freundes immer mehr verblassen zu machen. Schließlich aber, es war von dem Städtchen Schengen aus, hatte sich Otto entschlossen, an die Angebetete wenigstens zu schreiben und die Gründe seines Ausbleibens klarzulegen. Eine Antwort aber kam nicht. Ulrich, auf dem die heimliche Liebe des Freundes mit dumpfem Druck gelastet, begann aufzuatmen. Zu früh! Nach ein paar Wochen kamen kurze wortkarge Zeilen. Toskas Mutter war einem wiederholten Schlaaanfall erlegen. Otto war außer sich. Er erbat nun und erhielt auch ein paar Tage Urlaub, um zur Beerdigung nach Aachen zu fahren. Er brachte Toskas Einwilligung mit. in Zukunft um sie werben zu dürfen. Mer noch immer schien Otto seinem heißersebnten Ziele nicht näher zu kommen. Toska halte sich zu ihrem Onkel nach Genappe begeben, und auf all seine Briefe erhcecc er ent« weder gar keine oder nur kurze, gequälte Antworten. Bis endlich Erdmuthe, die aus Königsberg eingetrosfen war, dem heimlichen Drängen Ottos nachgab und Toska zu sich in ihr provisorisches Soldatenheim nach Schengen einluo. Selbst Ulrich hatte sich schließlich damit einverstanden erklärt in der vagen, selbst Erdmuthe verschwiegenen Hoffnung, daß in einem nahen täglichen Beisammensein den beiden jungen Leuten am ehesten die Augen über das große Wagnis einer Ehe miteinander aufgehen würde. Aber Ulrich hatte sich gründlich getäuscht. Als am letzten Tag des Februar das Regiment einem erneuten Quartierwechsel unterworfen wurde, da gab Fräulein von Eure dem Werben Ottos nach. Er erhielt ihr Jawort und die Zusicherung, daß sie ihm mit Erdmuthe in aller Kürze nach Beltemburg folgen werde, um dort ihre Ehe einsegnen zu lassen. -- Ulrichs tief gesenktes Haupt ruckte auf. Die Worte der Trauformel schlugen an sein Ohr. Eine siedende Angst schoß ihm zu Herzen. Ihm war, als müsse er aufspringen, dazwischen treten! — Tor, der er war! Wvs hatte er den beiden zu gebieten?! Da klang Ottos „Ja!" fest und aufrecht durch den Raum — dann Toskas weiches, heimlich Vibrierendes und doch so ans Herz greifendes „Ja". Es ivar aeschehen! Mit einem dumpfen, mühsam unterdrückten Aechz- laut sank Ulrich wieder in sich zusammen. Da fühlte er, wie Erdmuthe, die neben ihm saß, nach seiner Hand suchte, wie sie seine Rechte mit warmem, tröstene- dem Druck umschloß. Es tat ihm unbeschreiblich wohl. „Du! Du!" winkte er mit den Augen ihr zu. Oraelklänae schwebten durch das Gotteshaus. „Was quälst du dich so?" flüsterte sie, sich ein wenig zu ihm neigend. „Sie ist gut — ist ein vornehmes, edles Geschöpf!" Gr nickte. „Du hast recht. Aber gerade deshalb!" Er nestelte an seinem roten Kragen. „Wenn eS doch nur erst zu Ende wäre!" Er hatte das Gefühl, als wankten die Mauern der kleinen Kirche, als drohten sie über ihn hinzufallen. — Endlich war es zu Ende. Dicht hinter dem Brautpaar trat er mit Erdmuthe aus dem Portal. „Laß uns gehen!" bat er, dem Wagen abwinkend. Und lauter, als sei er verpflichtet. Umstehenden eine Erklärung zu geben, fügte er hinzu: „Der Weg ist nicht weit." Doch niemand hörte ihn. Das bemerkte er erst, als er die Worte gesprochen. Die Menae, die vorhin bei der Anfahrt das Kirchlein umstand, hatte sich verlaufen. Aber auf dem Platze staute sich ein MenschenknSuel. Und der wuchs und wuchs, während Ulrich darauf hinblickte. „Erdmuthe, komm", sagte er dumpf, den Säbel fester fassend. Eine qualvolle Spannung lag auf seinem Gesicht. An seinem Arme folgte sie festen Fußes seinen raschen Schritten. Mitten in die aufgeregt gestikulierende Mengt hinein. „Leute, was ist los?" „Der Korse —! Dieser Tyrann —l Dieses Ungeheuer! Der...!" schrie und fluchte eS durcheinander. Drohend ge« baUte Fäuste fuhren durch die Luft. „Was ist mit ihm?" „Er ist entwischt! Ausgeknisfen von Elba!" „Ah —!" Ulrichs Körper straffte sich. Den Säbel an sich gedrückt, mit glutsprühenden Augen, wie zum Kampfe aus Leben und Tod bereit, stand er in der Menge. Seine Ahnung also Wahrheit! Und doch rief er gegen seines Herzens innerste lieber-, zeugung: „Leute, — Ammenmärchen! Weiberaewäsch—I" „Wahrheit, Herr Rittmeister! Wahrheit! Während des Gottesdienstes ist eine Stafsette aus Remich von Herrn General Jürgaß eingetroffen", scholl es zurück. „Die wird euch gerade auf die Nase binden, was-- “ „Und gleich daraus fuhren Landleule in den Ausspann. Aus der Gegend von Longwy und Thionville her. Die brach« ten es mit. Lassen sich draus hängen!" Ulrich hörte schon nicht mehr. In stürmender Hast schritt er davon. Willig machten ihm die Leute Platz. Erdmuthe folgte. Er hatte sie ganz vergessen.--- Bald daraus stand Ulrich vor seinem Oberst, mit denz ihn ein mehr kameradschaftliches als dienstliches Verhältnis verband. Die straffe, aufrechte Gestalt mit dem schneeweißen, kurzgeschorenen Haupthaar, dem sehnigen Antlitz, der braunen, eckigen Stirn, unter der über einer kräftigen Nase und einem starken Schnurrbart die schmalen Augen scharf hervorblitzten, schritt durch das kahle Zimmerchen, das als Wohnranm diente, in sichtlicher Erregung auf Ulrich zu und streckte ihm' die Rechte entgegen. „Haben Sie auch schon Wind bekommen? Natürlich! Wände haben Ohren!" „So ist es also wirklich wahr?!" ,/So wahr, wie wir beide hier voreinander stehen! Der Campbell, — statt ihn in Elba zu überwachen, — besuchte sein Liebchen in Livorno oder da herum. Da hat er sich ausgeschifft. Mit siebenhundert Mann. Unerhörte Kühnheit das! Verzweiflungstat!" „Aber die englische Flotte —?" „Hat nicht ausgepaßt! Segelt da im Mittelmecr herum und läßt den Korsen entkommen! Das ist doch zum--" „Weiß man, Herr Oberst, wohin er sich ausgeschifft?" ist er in Südsrankreich Es wurde geklopft. Eine Ordonnanz trat ein. Herren voiw Stabe wurden gemeldet. Ulrich Erlen nahm die Hacken zusammen und verabschiedete sich. Unten auf der Straße, itt der die Leute aufgeregt durchcinanderliefen, erioartete ihn Erdmuthe. Schweigend schritt sie neben ihm her. Sie hatte auf seinem Gesicht alles gelesen. Sie kannte ihn zu genau. Während ani ganzen Körper jede Sehne gestrafft geblieben, war doch der qualvolle Ausdruck aus seinen Zügen verschwunden. Ein erlöstes Aufatmen, eine weihevoll-trotzige Entschlossenheit prägte sich nun darin aus. So bogen sie wortlos, aber wie auf Verabredung in eint Nebengasse ein. Endlich sagte Ulrich: „Noch einmal ein Kampf auf Leben und Tod!" „Du glaubst —?" Er fuhr herum und blickte sie fast drohend an. „Kannst ou zweifeln?! — Solange er am Ruder steht, at&t es keinen Frieden. Kann es keinen geben. Hier gibst es für ihn wie für uns nur Sieg oder Untergang." Erdmuthe senkte fast beschämt das Haupt. Wie hatte nur der Schatten eines Zweifels sich in ihr Herz stehlen wollen?! Das hatten die verflossenen Jahre doch nur zu überzeugend bewiesen: Solange ein Napoleon Bonaparte auf dem Thront Frankreichs saß, gab es keine Freiheit der Nationen! Und wer das Joch nicht knechtisch tragen wollte, dem blieb keine andere Wähl als das Schwert! Wer in den vergangenen Kriegsjahren hatte das berauschende Bewußtsein, den heißgeliebten Mann in einem heiligen Kampf dahinzugeben, die Angst, ihn verlieren zu können, nicht aufrommen tziü „Aber natürlich! Am 1. Mai gelandet. Im Golf von St. Juan!" 551 - lassen. Heut — eben in diesem Augenblick war dies« Angst »um ersten Male an sie yerangetzinert. Und sie schalt sich darum klein. < Aber schon beim nächsten Herzschlag hob sie wieder stolz E Haupt. Wurde das Opfer, das ihr Frauenherz bringen te, deshalb etwa geringer, weil sie seine ganze scheuer- htende Größe empfand?! ES konnte darum doch nur an Wert gewinnen. Doch! gleichviel! Me dem auch feil Die Stunde sollte sie gerüstet finden. (Fortsetzung folgt) Unsere Hrlcgsoröcn und ihre Herstellung. Von Or. Albert Neuburger. Freudigen Herzens vernimmt man die Kunde von Ordensverleihungen an unsere braven Krieger. Aus der Zahl bet Dt- den, die es gibt, kommen als Kriegsdekorationen im gegemvärti- >en Kriege allerdings nur verhältnismäßig wenige in Betracht, ne sich aber wegen des besonderen Anlasses, aus dem sie ver- ^ werden, auch einer ganz besonderen Wertschätzung er- t. Am bekanntesten sind di« Orden „Pour le M6rite“ und »te mit ihm auf gleicher Stufe stehenden Dekorationen verschiedener deutscher Bundesstaaten, sowie das Eiserne Kreuz. Es gibt wohl keinen Soldaten in der ganzen deutschen Armee, der, wenn »r Hinauszieht gegen den Feind, nicht im stÜlen dm Wunsch hegt, sich dieses Kreuz durch tapfere Taten zu verdienen! ?lber auch r Hecht es: „Biele sind berufen, und nur ivenlige sind auserwählt". Nicht jeder findet Gelegenheit, sich auszuzeichnen, und nur für ganz besonders hervorragende Taten wird diese so viel begehrte Auszeichnung verliehen! Tie Herstellung der Kriegsorden bildet «in besonderes, wenig bekanntes Gebiet unseres KunstgciverbeS und unserer Technik. Die Frage, wie sie entstehen, eröffnet uns einen Einblick in ein« Reihe bemerkensiverter Kunstfertigkeiten und eigenartiger Techniken. Werstn wir also einen Blick in diese Werkstätten, aus denen jetzt die Kriegsdekorationen bervorgehen, und sehen wir zunächst zu, wie die älteste von allen, der Orden „Pour Is Üdrite". hergestellt wird. Dieser Orden wurde bereits im Fahre 1667 als Orden „Pour la generositü“ vom Prinzen Friedrich von Preußen gestiftet und von Friedrich dem Gvoßen sofort nach seinem! Rcgierunsantaritt in den „Povr le Mörite“ umgewandelt, eine Bezeichnung, die in der damaligen französisierenden Zeitrichtung begrüirdet ist. Vielfach hat man in diesen Tagen den Wunsch gelesen, daß der Orden bald eine deutsche Bezeichnung erhalten möge. Am 18. Januar 1810 wurde der Orden in einen Kriegsorden umgewandelt, dem am 31. Mai 1812 eine Friedensklasse »,«gesellt wurde. In diesen Tagen interessiert uns natürlich imr die Kriegsdekoration. Der Orden besteht ans einem goldenen, F ochtsvitzigen Kreuz, dessen Felder blau emailliert sind. Der oberste alken dieses Kreuzes trägt zur Erinuerung an den Stifter ein mit der Künigskrone, in den drei anderen Balken stehen dis Worte „Pour le M6rite“. Die zwischen den Kveuzbalken befindlichen Winkel sind durch goldene Adler mit ausgebreiteten Flügeln ausgesüllt. Wie entsteht nun diese Ordensdekoration? Die Art und Weise ihrer Herstellung ist eine ziemlich einfache. Ans einem entsprechet dicken Goldblech werden die Formen des Kreuzes und der Adler mit einer seinen laubsägeartigen Metallsäge herarrsgesägt. Dann werden die einzelnen Teile, die Flügel der Adler ufw. von kunstfertiger Hand ziseliert und aepunzt, so daß sie ihre endgültige Form erhalten. Auf den Balken des Kreuzes werden entsprechende Aushöhlungen für die zu emaillierenden Teile ausgehoben, in denen die Buchstaben als Erhöhungen stehen bleiben. Nun ist >as Email aufzubringen. Das Email ist ein von Natur durch- ichtigcr Glasfluß, der durch Zusatz verschiedener Metalloxyde n den mannigfachsten Farben gefärbt werden kann. Dem zur Herstellung des Ordens Pour le Merite dienenden Email wird, Um die blaue Farbe zu erzeugen, Kobaltoxyd zngesetzt. Außerdem kommt noch etwas Zinnoxyd hinzu, das dem Glasfluß die Durchsichtigkeit nimmt. Um das Email auf die Ordensdeko« imtton auszubringen, wird das Verfahren des sogenannten § Gruben- oder Füllungsschmelzes" angewendet. In in der Soldplatte befindlich« Höhlung wird das i gepulverte und mit Wasser zu einem Ärer angerührte Email gsaltig eingetragen. Es bedarf großer Uebnng, um die Dicke der eieS richtig zu wählen und um das Einträgen sauber vorzu- nehmen, so daß eine in jeder Hinsicht tadellose Arbeit entsteht. Dann wird der Glasfuß zunächst bei gelindem Feuer, dann bei stärkerer Hitze eingeschmolzen. Auch hier sind iveitgehende Erfahrungen nöttg. In früheren Zeiten nahm das Schmelzen wohl auf offenen Flam- fven obre vor dem Lötrohr vor, dann kamen besondere Emaillter- öfen auf, und neuerdings hat man für drearttge Arbeiten sogar elektrische Oefen konstruiert, die eine genaue Regulierung der Hitze zulassen. Ist das Email eingebrannt, so wird der Orden zunächst mit Säure abgebeizt. Da man reines Gold loegen seiner zu großen Weichheit bekanntlich nicht verarbeiten kann, so enthält auch das zur Herstellung des Ordens verivendete stets etwas Kupfer. Das Kupfer nimmt in der Hitze des Emaillireofens Sauerstoff aus und bildet dann auf den Goldteilen Anlauffarben. Diese sind ei, die mit Hilfe von verdünnten Säuren abgebeizt werden. Dann wird der Orden noch einmal nachgearbeitet und schließlich mit Hilfe von Englisch-Rot und Poliretüchern poliert. Wird der Pour Io M6rite mit Krone verliehen, so wird diese von vornherein mit auS- aesägt oder besonders gearbeitet und dann mit Goldlot an den Orden angelötet. Findet die Verleihung mit Eichenlaub statt, so wird der Eichenkranz gleichfalls in der beschriebenen Weise in Gold auSgeführt und dann mit einem durch Zusatz von Kupsreoxyd grün gefärbten Email grün überzogen. In ähnlicher Weise entstehen die hohen Kriegsorden der übxi« gen deutschen Bundesstaaten, von denen hier nur der bayerische Militär-Max-Josephs-Orden erwähnt sei, der vom König Mar Joseph I. am 1. Januar 1806 gestiftet wucke. Die Verleihung dieses Ordens kann unter eigenarttgen Umständen erfolgen. Wer sich nämlich selbst ftir würdig genug hält, ihn zu besitzen, kann einen dahingehenden Antrag an das Ordenskapitcl stellen, dem Belege und Beweise für das tapfere Verhalten oder die entscheidende Tat beizugeben sind. Das Ordenskapitel prüft diese Belege auf das sorgfältigste, und wenn es sich dahin entschieden hat, daß der Bewerber würdig genug sei, den Orden zu besitzen, so empfiehlt eS der Krone die Verleihung. Das Ordenskreuz ist gleichfalls achteckig und trägt an den Ecken noch runde Goldkugeln. Es hat in der Mitte ein rundes SchUd, das mit blauem Email ausgefüllt ist und in der Mitte de» goldenen Namenszug des Sttsters trägt. Die vier Balken des Kreuzes sind weiß emailliert. Auch hier geschieht die Anfertigung nach demselben Verfahren, wie wir eS eben für den Orden Pour Io Merite beschrieben haben. Es sei nur erwähnt, daß das Email durch einen Zusatz von Zinnoxyd weiß gemacht wird. Das Eiserne Kreuz blickt numnehr aus rene Vergangen- heit von etwas über hundert Jahren, genau von 101 Jahr zurück. Es wurde im Jahre 1813 von Friedrich Wilhelm III. aus Anregung des Geheimen Kabinettsrats Albrecht gestiftet. Den Orden entwarf der König selbst, kein Geringerer als Schrnkel war es aber, der die der Ausführung zugrunde liegende Zeichnung entwarf. Das Eiserne Kreuz kann einzig und allein durch große persönliche Tapferkeit erworben werden. Es ist wenig bekannt, daß von ihm drei Klassen verliehen werden, nämlich! das Kren» erster und ztvetter Klasse, sowie das Großkreu». Außerdem gab es in den Freiheitskriegen noch eine ganz besondere Art, die mrr ein einziges Mal, und zwar an den Marschall Blücher, verliehen wurde, das sogenannte „Blücherkrcuz". Hier saß di« Kreuzcs- dckoration auf einem goldenen Stern. Das Eiserne Kreuz erster Klasse kann nur der erhalten, der das zwefter bereits besitzt. Deshalb werden auch beide Auszeichnungen gleichzeitig getragen: das Kreuz zweiter Klasse am schwarz-weiß geränderten Band, das größere Kreuz erster Klasse ohne Band aus der sinken Brust. Tie Herstellung des Eisernen Kreuzes geschah während der Freiheitskriege in der Königlichen Eisengießern zu Berlin, die sich ja damals besonders mit der Anfertigung von eisernem Kunstguß beschäfttgte und z. 58. Neujahrs karten, Denkmünzen usw. herstcllte, die sich durch hohe künstlerische Vollendung auszeichnen und beute als Seltenheiten sehr gesucht sind. Die Eisengießerei besteht nicht mehr, und deshalb werden dt« im gegenwärtigen Kriege zu verleihenden Kreuze von Privatfirmen angeserttgt. Die Genreal-Lrdens-Kvmmission Hot acht derartige Firmen mft der Herstellung des Kreuzes bcauftmgt. Die Herstellung des Kreuzes geschieht nach dem gewöhnlichen Verfahren des Eisengusses. Es wreoen zunächst aus Holz zwei ALodelle hregestellt, von denen das eine der Vorderseite, das andere der glatten Rückseite entspricht, die ursprünglich als Borderseite getragen werden sollte. Erst allmählich führte es sich ein, die verzierte Sette nach außen zu tragen. Diese Modelle aus Holz werden in Gußsand abgedrückt/ und zwar so, daß in der einzelnen Form immer eine ganze Anzahl von Kreuzen gegossen werden können. In der emsr Hälfte vre Form werden die Vorderseiten, tu der anderen dre Rücksetten eingedrückt. Die beiden Förmlichsten werden dann vereinigt, wobei natürlich die beiden Hälften der einzelnen Kreuze genau auseinander passen mttssen. Dann wird das dünnflüssige Eisen eingegossen, das in der Form erstarrt. Nach dem Erstarren wird der Guß! herausgenommen. Die noch zusammenhängenden Kreuze werden mrseinandergesägt und schwarz lackiert. Dann werden dt« Ränder abgeseilt, unt eine blanke Lötfläche zu schaffen, an die der ausgestanzte sllberne Rand mit Hilfe eines Weichlotes angelötet wird. Stellen, die beim Löten gelitten haben, weiden etwas narb- lackiert, und damit ist das Eiserne Kreuz, der Stolz seines zukünftigen Besitzers, fertig! _ vcrlniscbte». * Die n eue Königin von Rumänien. Königin Marte von Rumänien ist «in« würdige Nachfolgerin doj schöiiheitSfieudtgen Königin Eltfabeth, dre Dichterin Sarin«, Tylva. Auch sie ist eine durchaus künstlerische Natur) aber ihre Neigung und Begabung liegen weniger auf dem Gebiet der Poesie als auf dem dre bildenden Kunst. Zwar hat auch st« sich mit ttefem Verständnis in das BolkStum und die reiche Vergangenheit Rumäifiens versenkt und besitzt «tue kostbare Sammlung alter Manuskripte, rumänischer Bildechandschräften und wertvoller Bücher, aber noch mehr ist es die herrliche Volkskunst des Lande-, die sie zu neuein Leben erweckt HÄ, wie sie sich auch selbst als KunstgennnAerrn au »zeichnete Ae Königin ist sehr geschickt im Entwerfen von kunstgewerblichen Mustern; fte hat ihr feines Verständnis für eine künstlerische Innendekoration in der Ausstattung chrer eigeiNN Wohnung, des Crvtoeeni-PalasteS zu Bukarest, wie des KöniMchlosses in Siraja bewiesen. Saal auf Saal wurde von ihr seiner bisherigen Möbel und Tapeten entkleidet und nach ihren Angaben umgesiället. So sind Räume von höchsten, G-eschniack und märchenhaftem Prunk entstanden, denn die neue Königin ist ganz aufgegangen in der farbenfreudigen Lcheiwigkeit der rumänischen Volkskunst und liebt zugleich den starren stolzen Glanz des byzantinischen Stils, der in Rumänien so starke Spuren hinterlassen hat. Dte Krönung dieses höchst persönlichen Kunstschafseus ist der goldene Saal des Crotoccni-Palastes, der die Pracht der byzantinischen Kaiserinnen Irene uich Eudoxia itriefccr heraufbeschwört. Blaues Licht flutet von der hohen Kuppel in die leuchteiiden Bogen dieser Halle, an deren Wanden die Liehlingsblume der Fürstin, die königliche Lilie, die sie in stets wiederkehrenden Ornamenten zmn Grnndton des ganzen Palastschmuckes gemacht hat, Farbenorgien feiert. Sie hat all diese Lilienmustcr selbst gezeichnet, die roten Blüten an den Wäiwcn ihres Boudoirs, den Fries der blauen Lilien, die so zart in das ganz in Weiß gehaltene Empfangszimmer herniederblicken, und die leuchtende Fülle der weihen Lilien, die in die schweren kostbaren Stoffe der Wandbespannung des goldenen Saales eingestickt sind. In diesem Raum von ernster Hoheit und sinnberückender Farbigkeit liebt es die neue Königin, zu träum«, und zu sinnen, sie seu>st gehüllt in die schwere Schönheit eines byzantinischen Gewandes. Und wahrlich, sie ist dieser Umgebung wert, denn sie ist selbst von einer boheitsvollen Schönheit, die im ganzen Lande bewundert wird. Die andern Geniächer sind einfacher und behaglicher gehalten; aber sic alle verkünden den künstlerischen Sinn der Fürstin, die jedes Möbelstück selbst entworfen und alles an die rechte Stelle gesetzt hat. Und wie die Romantik des Kostbaren, so liebt sie auch die Roniantik deS Einfachen. In Sinaja empfängt sie bisweilen in ihrem luftigen ,,Nest", einem hochliegenden entzückenden Bauernhaus. * Eine monumentale Grabstätte für die Kriegsgcfallenen in Wien. Ter Stadtrat von Wien hat die Errichtung einer monumentalst Grabstätte für die österreichisch-ungarische» Kriegsgefallenen in Aussicht gcnomnien. Sie soll auf dem Wiener Zentralfriedhof errichtet werden und ist als gemeinsame Grabstätte der gefallenen Helden des gegenwärtige» Krieges gedacht. Tic Entwürfe zu der Grabstätte sollen durch Ausschreibung eines Wettbewerbes erlangt werden. Ter betr. Antrag nimmt in Aussicht, dah das monumentale Helbcngrab beim Rondo am Ende der Kapcllcnstrahe des ZentralfricdhofeS errichtet werde. Tic Stätte soll ohne Unterschied der Nationalität und des Religionsbekenntnisses zur Beerdigung aller vaterländischen Krieger dienen, die vor dem Feinde geblieben oder ihren im Kampfe erlittenen Verletzungen erlegen sind und in Wien heimatsberechtigt oder ansässig waren. Für die Beisetzung solcher Personen wird keinerlei Gebühr erhoben werden. Tie Gemeinde übernimmt die Errichtung eines würdigen Grabdenknials auf der Begräbnisstätte, die gärtnerische Ausschmückung und Erhaltung der Anlage, sowie die Kosten der bet den einzelnen Gräbern anzubringenden Gedenktafeln. * „©o san dt« Pr ruhen!" Dieser halb bewundernde, halb spöttisch gemeint« Ausriif war in der Zeit »ach dem deiitsch- sranzöstschen Krieg« bis in die 80er Jahre hinein geflügeltes Wort im Bauernlande, und das soll aus einen tragikomischen Voriall im Kriege selbst zurückzusüüren geiveien lein. Bei den Geiechtcn um Orleans eut'pau» sich uin de» Besitz des von den Franzosen gut verschanzten Ortes Orbes ein wütender Kamps. In der Richtung von Ehevilly stürmten Tr»pp«i> der 4. bayerischen Brigade, links von ihnen rückten Teile des preußischen Regiments vor und wiwden von de» Franzosen blutig einpiange». Ein prenhischer Jnsanterist erhielt einen Schuh in das Bein und blieb, da dle Seinen todesmutig vorgtngen, heltig blutend an gelährdeter Stelle liegen. Nicht iveil von ihm verband sich ein Bayer einen leichten Streiffchuh, tndein er willkommene Deckinig hinter einen, Baniiie fand. .Ach, Bruder Bayer, trag niich doch ans der Feuerliuie," ries ihn> der Preub« zu. Willsährig lud sich der gute Bayer den Bruder Prenhen aut den Rücken und trug ihn sogar bis zum Verbandsplatz. In dem Lärm des Geiechts ivar er aber besten gar nicht gewahr geworden, dah während dieser kaineradschasilichen Belörderung eine Krigel dem armen Preußen durch den Kops fuhr und ihn rasch und schmerzlos getötet hatte. Am DerbandSvlatze angekoinmcn, lud der Bayer sansi seine Last ab und meldete sod-en dem Slabsarzt, dah er einen verwundeten .Preuh" mit einein Schuh ins Bein ab- gelieert habe. .Ja, was wollen'? denn, Bicrhuber," sagte der Stabsarzt, „der Mann ist ja längst tot, er hat ja einen Schuß quer durchs Gehirn!" Erstaunt betrachtete jetzt erst der Bayer seinen prenhischrn Kameraden und sprach dann die geflügelten Worte; „91n ja, f o s a n d t e P r e u ß r n! Immer haben'? das groß« Maul! Sag, mir der Prenß', er hält' bloß einen Schuh in? Bein, und d a iveiI i s er schon lange tot," . * Die Löwen von Antwerpen. In einem Antwerpener Brief vom 7. Oktober liest man in der „Times": „Heute früh kpui ich aus Neugierde in den wunderbaren Zoologischen GarteL und dort hatte ich einen der traurigsten Anblicke des Krieges (E — ein großes offenes Grab mit vier prächtigen Löwen, die ebch erschossen und hineingelegt waren. Ern Tier darunter hat riä wahrbaft prächtige Mähne. Man hatte sie getötet, damit nicht etwa während des Bombardements ihre Käfige zerstört und st« bnül frei werden könnten. Ich sprach den Mann, der mit einem Keweh« bewaffnet und auf dem Wege war, die wideren gefährliche« Fleischfresser zu töten, und ich sprach später mit dem Direktor dH» Zoologischen Gartens: beide waren von tiefster Trauer erfttlli» als sie bon den Opfern erzählten. . . vüchertisch. — Kriegsnummer 10 der Illustrierten Zef. tunj" (Beilag I. I. Weber, Leipzig- Ae Nummer enthÄl neben der allwöchentlichen Chronik der kriegerischen Ereignis HI wieder eine Anzahl hochinteressanter nird zeitgemäßer Aufsätze. Die Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes und seiner Fürsten, von denen eine ganze Anzahl mit unseren Truppen in der Front Schulter an Schulter kämpft, behandelt Prof. Dr. R. Graf Du Mou- lin Eckart in seinem Artikel ,(Deutsche Fürsten im Felde". Ae Ursachen des von allen Seiten gegen Deutschland auffl ackernden Hasses und Neides brnigt unS der berühmte Jenenser Gelehrte Riidolf Eucken in dem Aufsatz« .(Deutschland und dte Stimmung des Auslandes" näher. Ferner seien genaimt: „Ae französische Befestigungen an der deutsch-französischen Grenze": „Ae .Kriegs- Versorgung Berlins mit Lebensmitteln": „Das russische Bölker- gemisch"; „Moratorien im Anslande — kein Moratorium in Deutschland" und ferner an fenilletonistische» Beiträgen u. a. „Fritz Müller, -Was der Krieg zum Schweigen bringt" uiw „Wilh. Lappmann, In stiller Nacht". — 'Das Bildmaterial, durch das sich di« „Leipziger Illustrierte Zeitung" auch in diesen Zeiten wieder ans der Menge unserer illustrierten Zeitschriften hervo» hebt, ist auch in dieser Nummer wieder ebenso reichhaltig iv« interessant. Aus der Fülle seien nur genannt: Ein doppelseitig» Bild, die Rückkehr des steggrkrönten Unterseebootes „II. 9" nach Wilhelmshaven darstelleird, ferner ganzseitig „Ahcndtafel des Go- neralstabcs und der Formation „Kommandierender General" in St. Soupl-et": 'Ars Gefecht bet Boinville (26. August)": „Dil „Emden" vor Madras": „Ae D-ardanellenstraße"; „ErMrima» der Höhen von Krnpanj durch österreichisch-ungarische Truppen'^ eine lehrreiche bildliche 'Darstellung der Bevölkerung des Russv schen Reiches, Bilder von den verschiedenen Kriegsschauplätzen, mis den Lazaretten usw. Ae ausgezeichneten Bilder sind sämtlich packend und von großer Unmittelbarkeit der Wirkung, da fte vielfach durch Spezialzeichner an Ort und Stelle aufgeiromme« sind. — Preis der dummer 1 Mk., Vterteljahrsabonncmenl 8.50 Mark. — Pon der in Stuttgart erscheinende» Kriegs-Zeit- schrilt .Der Dölkerkrieg" kBerlag Julius Hofsmann) liegen jetzt die Helle 5 und 6 vor. Ein überaus klärend wirkender Aussatz .Deutschland und England" a»S der Feder des Graien Mont« eröffnet den erste» Abschnitt, der sich mit Englands innerer Lag« »nd kriegerischer Rüstung besaht. Ans ein Doknnienl von wirklich bleibendem geschichtlichem Wert in diesem Test muh besonders hin- gewiesen werden: die Brandrede des irüheren englischen Handels- msiiister» BnrnS ist vollständig im Wortlaut wiedergegeben. El« weiterer Austatz trbandelt den „Krämerkrieg", den das gelchäst-- tüchtige Albion gegen unser Wirtschaftsleben lüdrt. ES folgen dl« Dokumente über das Eingreiie» Japans »nd eine sehr reizvolle, säst möchte man sagen idyllische Schilderimg der Vergewaltigung unserer Konsulardehörde i» Tanger. Die ersieii Kämpfe znr See und in den Kolonien schlieheii da? Heil: die Mittelmeerlahrten unferer Kreuzer .Göden" »nd „Breslau" werden, wie die Schlackiten- fchlldernngen in lrüberen Heftei,, durch Berichte von 'Augenzeugen und Mitkämpscrn lebendig veranschanlicht. Heit 6 wird vor allem linieren, treuen Waffengesährten O « st e r r e i ch - ll n g a r n gerecht. Seit dem 3. Heft wird der Text durch gelegenllich eingesüate Bilder belebt. teilt Mittelhand sagt Grand an im Besitz solgender Karten; Ist es möglich, das Spiel zu verlieren, wenn dte Wenzel versitzen 7 — Wie müßte alsdann gespielt werden? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummeri Nichts ist höher zu schätzen, als der Werl de« Tage». Redaktion: Aug. G o e ti. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Dieindruckerei, R. Lang«, Gießen.