Kinderseele. Roman Von Reinhold Ortmanrk. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Davon kann schon deshalb nicht die Rede sein, weil bis jetzt keinerlei Beiveis dafür vorliegt, daß Ihre Gemahlin Überhaupt das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Ver- f hiedene Anzeichen aber scheinen allerdings die Vermutung er Dasselbauer zu bestätigen, daß Frau von Bardeleben nicht, wie Doktor Mittmann annahm, einem Anfall ihres schon früher zuweilen aufgetretenen Leidens erlegen ist. Die Möglichkeit eines gewaltsamen Todes scheint vielmehr nicht ausgeschlossen. Ich brauche Ihnen nicht erst zu sagen, daß diese Möglichkeit genügt, um die Behörden zu weiteren Nachforschungen zu zwingen. Daß das nicht unter vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit geschehen könnte, liegt auf der Hand. Die Staatsanwaltschaft würde sich vielleicht sogar veranlaßt sehen, eine Exhumierung der Leiche anzuordnen, und man weiß ja, welch ivilde und abenteuerliche Gerüchte durch derartige Maßnahmen stets hervorgerufen werden. Dem allem ließe sich möglicherweise durch die von Ihnen erwarteten Aufklärungen Vorbeugen, und ich würde es durchaus nicht verstehen, wenn Sie — " „Geben Sie sich, bitte, weiter keine Blühe. Ich iveiß, was ich spreche, und ich habe meiner bereits abgegebenen Erklärung nichts mehr hinzuzufügen. Die Behörden mögen tun, was sie vor dem Gesetz und vor dem gesunden Menschenverstände verantworten können. Ich aber wünsche, mit Zu- mutuirgen von der Art der heute an mich gestellten verschont zu bleiben." „Ich darf also überhaupt keine auf diese Vorgänge bezügliche Frage an Sie richten?" „Soweit es sich dabei um Vorkommnisse zwischen meiner Frau und mir handeln soll — nein!" „Auch darauf wollen Sie mir nicht antworten, ob der Tod der Frau Baronin nicht vielleicht ein freiwilliger gewesen ist?" Bardeleben warf den Kopf zurück. „Was soll das heißen? Sie denken an einen Selbstmord? Das ist ja Heller Unsinn. Abgesehen davon, daß jedes Motiv dazu gefehlt hätte, wäre ja auch gar keine Möglichkeit der Ausführung dagewesen." „Eine solche Möglichkeit ließe sich wohl konstruieren. Als Sie Ihre Gattin nach Eintritt des Anfalls — wir müssen wohl sagen: des ersten Anfalls — verließen, befand sie sich auf dem Ruhebett in Ihrem Arbeitszimmer — nicht wahr?" „Allerdings!" „Und als Sie mit den zum Beistand herbeigeholten Dienstboten zurückkehrten, lag sie mit einer Verletzung an der Stirn aus der Schwelle des Ankleidezimmers, wimmernd und sich in Schmerzen windend. Sie muß also inzwischen zu sich gekommen sein und Kraft genug gehabt haben, sich aus dem Arbeitszimmer in das zweite der daneben liegenden Gemächer zu begeben. Wenn es so war, würde es ihr natürlich auch nicht an der nötigen Kraft gefehlt haben, einen Selbstmordversuch zu unternehmen. Ist Ihnen bekannt, ob die Frau Baronin über irgend ein rasch wirkendes Gift verfügte?" „Nein, davon weiß ich nichts. Aber ich halte es auch für ganz überflüssig, diesen Faden weiterzuspinnen. Meine Frau würde niemals Hand an sich selbst gelegt haben — niemals!" „Das ist doch nur Ihre persönliche Ueberzeugung, Herr v. Bardeleben! Sie können sich täuschen. Kennen Sie dies Glas?" Er hatte das mitgebrachte Likörgläschen vorhin bei seinem Eintritt unbemerkt auf den großen Tisch inmitten des Raumes gestellt und hielt es nun dem überraschten Baron entgegen.§ „Gewiß! Es ist eines von den beiden, die neben der Kognakkarasfe oben auf meinem Schreibtisch standen. Wie kamen Sie dazu, es von dort fortzunehmen r „Ich habe es nicht von Ihrem Schreibtisch genommen, Herr Baron. Es stand aus einem Tischchen rm Ankleidezimmer Ihrer Gemahlin, unmittelbar neben der Stelle, an der sie allem Anschein nach plötzlich zusammengebrochen ist. Wissen Sie, wie es dahin gekommen ist?" „Nein." „Sie haben also auch keine Vermutung über die Beschaffenheit des Getränks, das sich zuletzt darin befunden hat?" „Nein. Ms ich an dem fraglichen Abend mein Arbeitszimmer betrat, habe ich nach meiner Gewohnheit eines der beiden Gläser aus der Karaffe mit Kognak gestillt: aber ich kam nicht dazu, es auszutrinken, weil ich durch den Eintritt meiner Frau abgelenkt wurde. Was aus dem Inhalt geworden ist und wie das Glas, vorausgesetzt, däß es sich um das nämliche handelt, in das Ankleidezimmer gekommen ist, kann ich nicht sagen." „Sie haben, wie ich voraussetze, nichts dagegen einzuwenden, daß ich das Glas zum Zwecke einer chemischen Untersuchung mit mir nehme?" „Mcht das ininoeste. Aber es ist ja leer." „Me moderne Wissenschast macht zuweilen auch in leeren Gesäßen interessante Entdeckungen. Und für mich handelt sich's ja auch nur darum, nichts Unbeachtet zu lassen, was möglicherweise zur Aufklärung der Sache beitragen kann." „Tun Sie, was Ihnen geboten scheint. Aber ich kann Sie nur noch einmal nachdrücklich auffordern, diese Selbstmordhypothese als ganz unsinnig fallen zu lassen. — Und nun darf ich unsere Unterhaltung wohl als beendet an- sehen?" • „Wie Sie wünschen, Herr v. Bardeleben. Nur eine Sitte noch! Ich möchte dies Gläschen unter Ihren Augen einpacken, und ich würde Ihnen sehr verbunden sein, wenn Sie 514 das Päckchen selbst versiegeln und mit dem Abdruck Ihres Petschafts versehen wollten/' Bardeleben machte eine ungeduldige Bewegung. „Das sind der Umständlichkeiten fast zu viele für eine so zwecklose Sache. Aber wenn es Ihnen notwendig scheint — meinetwegen." Zehn Minuten später verliest der Kommissar das Klein- Ellbacher Herrenhaus und schlug zu Fuß den Weg nach Reinswaldau ein. Vor dem Wirtshaus«, in dem ihn nach der erhaltenen Anweisung der Harmsdorfer Mietskutscher erwartete, hielt ein elegantes Automobil, und als der Beamte das neben dem Gastzimmer gelegene Herrenstübchen betrat, kam ihm Herbert Rasmussen entgegen. Der Oberleutnant war sehr bleich, und sein schmales Gesicht schien seltsam, gealtert und verfallen. „Seit beinahe einer Stunde schon warte ich hier auf Ihre Rückkehr," sagte er halblaut. „Haben Sie meinen — haben Sie Herrn von Bardeleben gesprochen?" „Allerdings, Herr Oberleutnant. Aber ich bitte, keine Auskünfte über das Ergebnis meiner Vernehmungen von mir zu verlangen." Rasmussen fuhr sich nervös mit der Hand über die Stirn. „Ja, ja, ich weiß — das ist Dienstgeheimnis. Aber das eine dürfen Sie mir doch sagen, ob der Verdacht sich als hinfällig erwiesen hat, und ob Sie die Gewißheit gewonnen haben, daß meine Schwester eines natürlichen Todes gestorben ist?" „Nein, diese Gewißheit habe ich nickt gewonnen. Alle Angaben der Fanni Hasselbauer haben sich als zutreffend erwiesen." „Ah, dann — dann--" Der Oberleutnant beendete die angefangene Rede nickt: er preßte die geballten Fäuste gegen die Schläfen und lief wohl ein halbes Dutzend mal im Zimmer aus und nieder wie ein vo Dann — mühsam missar, der si en körperlichen Schmerzen Gepeinigter, eherrscht — trat er wieder zu dem Kym- an einen Tisch gesetzt hatte, um einige Auszeichnungen in seinem Notizbuch zu machen. „WaS wird nun weiter geschehen? Kehren Sie von hier aus direkt nach BreSlau zurück?" „Nein. Zch muß zunächst nach Waldenburg, um dort an der zuständigen Stelle memen Bericht zu erstatten. Sache deö Waldenburger Polizeidirektors ist es, weiter in der Sache »« verfügen." So stelle ich Ihnen mein Automobil zur Verfügung, vorausgesetzt, daß Sie nichts gegen meine Gesellschaft eiw zuwenden haben. Denn auch ich habe in Waldenburg zu tun." Der Beamte verbeugte sich dankend. „Ich nehme Ihr Anerbieten gerne an, Herr Oberleutnant. — Aber darf ich mrr, nicht als Polizeibeamter, sondern als Kamerad, eine freimütige Bemerkung gestatten?" „Ich bitte darum." „Als ich in Breslau meine Reise antrat, hielt ick den Auftrag, mit dem man mich da zu meinem lebhaften Mißvergnügen bedacht hatte, für einen recht unnützen und überflüssigen. Dieser Ansicht würde ich vielleicht noch jetzt sein ohne die Mitteilungen, die ich von Ihnen Über das eheliche Unglück Ihrer Frau Schwester und über den jähzornigen, gewalttätigen Charakter des Herrn von Bardeleben erhalten. Es ist ja ganz selbstverständlich, daß dieselben Dinge Yerdächtig oder unverdächtig erscheinen können, je nach der Beleuchtung, in der man sie sieht. In bezug auf die Bewev- tung meiner Feststellungen will das nicht viel sagen, denn die Verantwortung für das, was daraufhin zu geschehen oder nicht zu geschehen hat, liegt nicht bei mir, sondern bei den anderen Instanzen. Aber auch diese Instanzen sind natürlich einer Beeinflussung durch vorgefaßte Meinungen zugänglich, und darum wäre es vielleicht besser, wenn Sie mit Ihren Aussagen zurückhielten, bis man sich auf anderem Wege einige Klarheit über die Sachlage verschafft hat." Herbert Rasmussen hatte während der ersichtlich wohlbedachten Rede des anderen seine straffe soldatische Haltung angenommen. „Soll ich das dahin verstehen, Herr Kamerad, daß Sie an der Glaubwürdigkeit meiner Angaben zweifeln?" „Gewiß nicht, über während meiner zehnjährigen Be- amtentatigkeit habe ich gelernt, vorsichtig zu sein in der Beurteilung menschlicher Dinge. Auch der Klügste von uns itzt imuier gut, mißtrauisch zu sein gegen seine eigene Ksslenkennturs, doppelt mißtrauisch, wenn es sich darum handelt, hüben und drüben daS Wust der Schuld abzuwägen in einer unglücklichen Ehe. Denn niemals sind wir in größerer Gefahr, uns der ärgsten Ungerechtigkeit schuldig zu machen, als gerade da. Sie haben mir gesagt, daß Sie Ihre Frau Schwester über alles geliebt haben, und Sie haben mir nicht verhehlt, daß Sie Ihren Schwager hassen. Liebe und Haß aber sind die denkbar schlechtesten Berater unseres Verstandes. Und wenn es sich — was mir hier keineswegs ausgeschlossen scheint —> um die Ehre und die Existenz eines Mannes handelt, so —" Wetter ließ Herbert Rasmussen ihn nicht kommen. Ohne Heftigkeit, aber in Ton und Haltung einer vornehmen Un- nahbarkeit sagte er: „Ich nehme als selbstverständlich an, Herr Kommissar, daß Ihre Mahnung wohlgemeint ist, und daß sie nichts Beleidigendes für mich enthalten sollte. Darum quittiere ich sie mit Dank für die gute Absicht. Im übrigen werden Sie mir wohl glauben, daß ich vor meinem Gewissen verantworten kann, was ich tue. Und nun bitte ich Sie, zu bestimmen, wann der Chauffeur zur Abfahrt bereit sein soll." 20. Kapitel. Nicht einmal in den ersten Tagen nach dem Tode der Baronin hatte eine so unheimlich dumpfe und bedrückende Stimmung im Klein-Ellbachcr Herrenhause geherrscht, wie seit dem Besuch des Polizetbeamten, über dessen Absichten und Handlungen die Dienstboten in verschwiegenen Winkelin die seltsamsten und aufregendsten Dinge zu erzählen wußten. Woher die Gerüchte stamniten, blieb allerdings ein unaufgeklärtes Geheimnis, denn Josepha hatte neugierige Frager auf eine Weise abgefertigt, die ihnen die Lust benehmen mußte, ihren Wissensdurst aus dieser Quelle zu stillen, und daß Jadwiga sich zu keinem Untergebenen über den Inhalt ihrer mit dem Kommissar geftihrten Gespräche geäußert hatte, war selbstverständlich. i In Reinswaldau war im Verlauf der nächsten Tag? das Getuschel und Getuisper schon zum offenen Gerede ge- worden, und in hen Werkstätten der Weberei wie abend« an den Wirtshaustischen sprach man von der Ermordung! der Frau von Bardeleben und von der gegen den Baroß eingeleiteten Untersuchung bereits wie von feststehenden Tatsachen. Aber es war merkwürdig, daß fast mit demselben Sluaeru, blick, da die schon seit dem Be ise Punas tage umherschleiche w, den Gerüchte fo überraschend plötzlich eine feste Gestalt angenommen hatten, auch ein völliger Umschwung der öffentlichen Meinung eingctreten war. Mancher, der offen oder versteckt die Faust hinter ihm geballt hatte, tvenn der Baron von Bardeleben an ihm vorübergeritten oder gefahren war, sprach jetzt mit Ausdrücken ehrlichen Mitleids von setneiN Geschick. Man hatte sich in vermeintlichem Gerechtigkeit^ sinn dagegen empört, daß der Arm der strafenden Justiz, der jeden armen Teufel bei der geringfügigsten Ueber» tretung zu erhaschen wußte, sich nach dem reichen und vornehmen Manne nicht anszustrecken wagte; jetzt aber, da. man ihn von diesem Arm bereits gepackt glaubte, fühlte man mit einem Male die herzlichste Teilnahme für oen S Hünen, ritterlichen Mann, von Hessen Handlungen uknd essen Charakter eigentlich niemand etwas Uebles zu sagen wußte. Ueber das Bild der fast schon zu einer hehren Lichtgestalt verklärten Baronin aber fielen jetzt von allen Seiten her dunkle Schatten. .Alle die scheinbar vergessenen kleinen Züge von Hochmut, Härte und Herzlosigkeit, die inan an der Lebenden mit so bitterem Groll enrpfnnden, tauchten wieder auf, und man erinnerte sich mit voller Deutlichkeit auch der Gerüchte, die von der Dienerschaft des Schlosses über die Vertrautheit ihres Verkehrs mit dem Volontär verbreitet worden waren. Wer konnte wissen, wie furchtbar der Baron, üben dessen Gutmütigkeit es jetzt nur noch eine einzige Stinmie gab, durch diese Frau gereizt worden war, ehe er seine Hand gegen sie erhob! Denn daß er sie im Zorn erschlagen habe, war ja die einzige allgemein verbreitete mcd überall geglaubte Lesart. Daß die Person des langen Reibnitz in irgend einem Zusammenhang mit der Katastrophe stehen müsse, galt den meisten als sicher. Wie wäre es denn auch sonst zu erklären gewesen, daß er noch vor der Beisetzungj Knall und Fall vvn Klein-Gllbach abgereist war! Diesem hochmütigen und anncahenden Menschen, der sich fast bei jedem unbeliebt gemacht hatte, init dem er in Berührung gekonimen lvar, traute die öffentliche Meinung in Reins!» waldan ja von vornherein daS Allerfchlimmste zu. Sein? Liebschaft mit der Regine Kreidel war natürlich auch kein 615 Geheimnis geblieben, und ein Franenjäger, der gewissen» los genug gewesen war, eine durch Wort und Ring gebundene Braut ihrem Verlobten abwendig »u machen, wurde wohl auch nicht davor znrückgeschreckt sein, den Frieden einer Ehe zu zerstören. So oder ähnlich klang es laut und leise rings um das Klein-Ellbacher Herrenhaus. Fm Schlosse selbst mochte der Inhalt des verstohlenen Geflüsters kaum ivesentlich anders sein. Aber hier, wo man in jedem Augenblick von der Herrschaft überrascht werden konnte, muhte man sich natürlich mehr Zurückhaltung auferlegen. Bor den Augen des Barons oder des Fräuleins v. Ostrowski gab man sich mit mehr oder weniger Geschick den Anschein der Unbefangenheit und Ahnungslosigkeit: auch wenn mm Josepha oder die Erzieherin in der Nähe wußte, war man auf seiner Hut. Aber die Frauen hätten trotzdem sehr schlechte Men- schcnkennerinnen sein müssen, wenn sie nicht aus hundert kleinen Anzeichen erraten hätten, daß ihre ganze Umgebung unter dem Druck hochgradiger Spannung und der sicheren .Erwartung von etwas Außerordentlichem stand. (Fortsetzung folgt.) Der Soldat und sein Tabak. Der Aufruf des Kronprinzen, seine wackern Krieger und die Soldaten der deutschen Heere überhaupt mit dem so heiß begehrten Tabak zu versorgen, hat in ganz Deutschland lebendigen Widerhall gesunden: große Mengen des ,,edlen Krauts" gehen ins Feld hinaus, um unfern Helden Freude und Genuß zu spenden. Soldat und Tabak gehören ja seit langem auf das engste zusammen, und wie leidenschaftlich gern der Krieger raucht, wie hoch er den Tabak schätzt, das geht aus den verächtlichen Namen hervor, die er schlechten Zigarren gibt: er nennt sie „Stinkbolzen" oder gar „Kotz- balkcn'. Mit Reä>t hat man deshalb davor gelvarut, unfern Heeren Ivicker wie 1870 „Liebeszigarren" von so minderwertiger Sorte »u senden, daß sie sich nur zum Anzünden der Lagerfeuer eigneten. Der Soldat von 1870 nannte diese Rauchspenden „Vorposten- ttgarren" oder „Vorpostcnknäller" uird führte zur Erklärung dieses Wortes an, daß die Zigarren „nur innerlich brannten, also auf Vorposten vom Fei,che nicht gesehen werden könnten". Auch „Turko- töter" hat man diese fragwürdigen Geschenke 1870 genannt, die hoffentlich jetzt keine Nachfolger gesunden haben werden. Die kurze Pfeife, die neben der Zigarre unter den Rauchwerkzeugen des Soldaten die Hauptrolle spielt, wird von ihm „Nasenwärmer" oder „Sauzahn" genannt. In Kadettenhäusern hat sich zur Bezeichnung der Kantine noch das Wort „Tabagie" erhalten, obwohl es dort nicht nur Tabak, sondern in erster Linie zu essen und zu trinken gibt. Früher bedeutete eben für das Soldatenwirtsbaus der Tabak die Hauptsache. Soldaten haben zur Verbreitung des „teuflischen Krautes" im 17. Jahrhundert mit das meiste beigetragen. Durch den hohen Gewinn verführt, den ihm das Tabaksmonopol brachte, führte König Ludnng XIII. von Frankreich den Tabak geradezu zwangsweise in seinen, Heer ein, obwohl ihn sein vorsichtiger Leibarzt davor warnte und erklärte, „die Gehirne der Krieger würden allesamt schwarz wie die Nacht werden". Bon dieser Berschwärzung des Sibädelinnern durch den Tabak ist aber nichts bekannt geworden, vielmehr schrieb man dem Heilmittel des Arztes Nicot eine günstige Einwirkung auf die Tapferkeit des Heeres zu: die Soldaten sollten dadurch mit einer „ganz stupenden Raserei und Kraft" erfüllt werden. Ludwig XIV. stattete jeden seiner Krieger mit Rauchgerät- schaften aus, und ebenso erschienen in Holland, in dem die Rauch- lerdenschaft zuerst in Europa festen Fuß faßte, die Krieger bald nur noch mit dein gelickten Pfeifchen. Durch holländische und französische Soldaten soll bereits während des Dreißigjährigen Krieges die Sitte des Rauchens in Deutschland und vor allem im deutschen Heer weit verbreitet worden sein. „Von dem Augenblick, wo sie den Tabak kennen lernten," erzählt der Chronist Reiner von den Nachkommen der alten Germanen, „da breitete sich die Gewohnheit des Rauchens dermaßen aus, daß man bald kerne Bauernwohnung mehr traf, wo nicht die Pfeife zu finden war. Teils rauchchr, teils essen, teils schnupfen sie den Tabak, und man muß sich wundern, daß noch niemand von ihnen auf den Gckanken gekommen ist, ihn sich in die Ohren »u stopfen." Der sinnfälligste geschichtliche Ausdruck für die Tatsache, daß zum guten Soldaten damals die Pfeife mit „Rauchtabak' gehörte, ist der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. mit seinem berühmten Tabakskollegium. Sein Sohn Friedrich der Große rst der Vertreter einer neuen Rauchmode im Heere, des Tabakschnupfens, das in der Rokokozeit von den eleganten Leuten bevorzugt wurde. Behaupteten doch die Aerzte allen Ernstes, daß der Schnupftabak „aufkläreich" wirke und auf seinem Wege durch die Nase „das Gehirn reinige." Zudem konnte man in der Tabaksdose ein elegantes Schmuck,tück zierlich handhaben und mit spitzen Fingern den „köstlichen Staub" in die Nasenlöcher schieben Wer Mer an rauhen Kriegersitten festhielt, blieb beim „Pfeise- schmauchen", und bie Soldaten des alten Fritz griffen schon deshalb zu ihrem „Knaster", weil sie für ein Pfund des „Uckermärki- schen Blättertabaks" nur 5 Groschen zahlten. Der kühne Reitergeneral S e y d l i tz ritt niit der Pfeife im Munde in die Schlacht, und nach ihm, der so glorreich bei Zorndors das Vorbild geliefert, galt es als das beste Zeichen zur Attacke, wenn der.General seine Pfeife hoch in die Lust warf. Ebenso ist der alte Blücher ohne sein Pfeifchen nicht denkbar. Er schmauchte es in mancher Schlacht im dichtesten Kugelregen und hat sich mehr als einmal die aus- gegangenc Pfeife gemütlich an der Lunte des nächsten Kanoniers angezündet. Sagenhafte(Geschichten. gehen noch heute um von seinem tapferen Burschen, der ihm die Pfeifen ins heißeste Kampfgewühl nachtrug und ihm bei Ligny die letzte gestopft triuniphierend e»t- gcgengehalten haben soll, nachdem alle airderei, durch feindliche Kugeln zerschmettert worden waren. Die Zigarre spielt in den deutschen Einigungskriegcn ihre historische Roll«. Prinz Friedrich Karl war ein „Kettenraucher", der den Glimmstengel auch in der Schlacht nicht ausgchen ließ: auch Bismarck und M o l t k e waren Freunde eines guten Krautes. Der Reichskanzler hat gern von jenem denkwürdigen Augenblick in der Schlacht bei Königgrätz erzählt, da man sehnsüchtig das Herannahen der Armee des Kronprinzen erwartete und manche der ausspähenden Generale bereits bedenklich unruhig wurden. Nur Moltke bewahrte die eherne Glcichmütigkeft seiner Züge, und um aus ihm die Wahrheit herauszubekommen, griff Bismarck zu einem psychologisch seinen Mittel. Er bot ihm seine Zigarrentasche an, in der sich noch zwei Zigarren befanden, eine gute und eine schlechte, und als Moltke nach sorgfältiger Prüfung kaltlächelnd die gute nahm, hielt er dies für ein günstiges Zeichen. Moltke hatte von dieser „symbolischen Aussragung" keine Ahnung: König Wilhelm aber sagte: „Es muß doch gut stehen, Moltke raucht ja." Ein typisches Bildchen von der Sehnsucht unserer Soldaten nach ihrer Zigarre im deutsch-französischen Kriege gibt die Erzählung des Prinzen Kraft zu Hohenlohe, der in Garonne wehmütig den „Letzten der Mohikaner" rauchte. „Wann werde ich wohl wieder eine eigene Zigarre haben?" dachte er seufzend. Da brachte ihm die Feldpost 300 Stück aus Berlin. „So zur Zeit kommt selten Hilfe," schließt der General seine Erzählung. Der Zigarrenmangcl hatte ihm mehr Sorge gemacht als aller Schlachtcndonner. - Der Gefangenschaft entflohen. Nach der Erzählung eines deutschen Ofstziers. Von L. Malten. Ein preußischer Offizier, der in französische Gefangenschaft geraten war und sich wicker hatte befteicn können, erzählte: „Die Lage war so kritisch wie möglich, und doch verließ mich keine Minute der Gckanke an meine Flucht. Man hatte mir einen Raum in einem Bauernhause angewiesen, dessen Fenster nach der Straße gingen. So orienttette ich mich sofort, als ich die Sttege hinaup- steigend genau studierte, wohin man mich brachte — richtig, vom Fenster der übrigens gut eingerichteten Stube aus sah ich die im Mondschein weißglänzende Straße. Unten stand ein Posten, gegenüber vom Dause, und beobachtete das Fenster — wie es mir wenigstens schien. Der andere tappste vor meiner Tür auf und ab, die natürlich auch noch verschlossen war — von außen; an ein Entrinnen war anscheinend nicht zu denken, soviel meine Gckanken auch auf dieser Bahn auf und ab wandetten. Trotz des einladenden Bettes, das an der Wand stand --- ein Anblick, den ich seit Wochen nicht mehr genossen, und auch die Wohltat des Darinliegeirs hatte ich nicht mehr empfunden —> konnte ich keine Ruhe finden. Die Stunden schlichen. Unten schienen französische Offiziere zu ivohneu, ich hörte ihre kurzen Befehle mch Türen schlagen. Schließlich wurde es still. Der Posten drüben war verschwunden. Wahrscheinlich interessierte es ihn nicht, meine dunklen Fenster noch weiter zu beobachten, denn obgleich ich eine Taschenlampe bei mir trug, vermick ich es, mich irgendwie auffällig bemerkbar zu machen. Vielmehr warf ich mich angekleidet, wie ich war, geräuschvoll aufs Bett — und schlief — wenigstens erweckte ich diesen Eindruck hei dem Posten, der die Tür geöffnet hatte und wie eine lckende Lanze auf der Schwelle stehen blreh. Durch meine festgeschlossenen Augen fühlte ich Helles Licht über mich hinfluten — ich atmete tief auf und gleichmäßig — Minuten vergingen. Die Tür fiel ins Schloß, das Tappsen draußen schwieg. Sturcken vergingen — ich rührte mich nicht. Da plötzlich ein fernes Rattern — es kommt näher — hält vor dem Hause. Ich vergesse alle Vorsicht und schnelle empor. Ein Auto >— ein französisches Auto. Ich mache das Fenster so geräuschlos auf als ich vermag und blicke hinaus. Der Fahrer muß schon im Hause sein: jetzt erklärt sich mir auch der Posten von vorhin — Sem Haus« gegenüber. Das Auto wurde erwartet. Ich rührte mich nicht mehr, lehnte das Fenster an und verhartte klopfenden Herzens. Unten blieb's still. Merkivürdig. Schlief man? Mein Entschluß war gefaßt. Besser tot wie gefangen — was konnte denn geschehen, wenn sie mich überraschten — eine Kugel und Schluß. In rasender Geschwindigkeit hatte ich von den Bettüchern ein Seil gewunden, ums Fensterkreuz geschlungen, einen Augenblick darauf hatte ick mich hercchgelassen und saß unten im Auto. Fort ging's mit der höchsten Geschwindigkeit. Immer geradeaus — dorthin, von wo wir gekommen waren. Der Mond leuchtete. Von links her kam etwas — Franzosen -— ich raste vorbei — Schüsse hinter mir — ich raste weiter. — Meine Rechte sank — da war etwas nicht in Ordnung — 516 also mit der Linken gesteuert, nur voran. Aus meiner rechten Sand sickerte es ioarni. Ich mußte wohl schon 50 Kilometer zurückgelegt haben, als Plötzlich eine neue Patrouille herangesprengt wm — Ulanen. Zehn Minuten später landete ich bei meinem Truppenteil. Drei Finger hai's gekostet — aber ich war frei •. Des Kinolöitigs erstes und letztes Interview. Max Linder, sicherlich der berühmteste Kinoschauspieler der Welt, dem man daher den Namen des „Kinokönigs" beigelegt hatte, ist nach den Berichten der Blätter als französischer Soldat bei den Kämpfen in Belgien gefallen. Vorher hatte er $um erstenmal das „goldene Schweigen", das ihm in seiner Kunst so viel Ruhm und Geld eingetragen hat, gebrochen und einem Mid- arbeiter des „World Magazine" eine Unterredung gewährt, in der er von seiner Laufbahn, von /einen Einkünften sprach und auch schon seinen Wunsch, cm dem großen, Krieg leilzunehiucn, durch- blicken ließ. Der Besucher fand ihn in seiner entzückenden Villa au den Usern der Marne in dem meilerisch gelegenen Dorf Varennes, wo danials alles blühte und grünte und wo jetzt die Riesenschlacht tobt. Der 29jährige Schauspieler, dessen Minenspiel durch Jahre das Publikum der ganzen Welt zum Lachen gebracht hat, ist Junggeselle gewesen. Er widmete sich ganz seiner Arbeit, die ihm viel einbrachtc, aber ihn auch völlig in Anspruch nahm. „Ms kleiner Junge sah ich ein Kasperletheater," erzählte er, „ich war damals 4 Jahre alt, und von da an stammt meine Sehnsucht nach der Bühne. Ich dachte und träumte nichts anderes mehr, als Schauspieler zu werden. Als Schulknabe in Bordeaux war ich im Deklamieren der beste, während ich in anderen Fächern weniger Glück hatte, und einige Jahre später ging ich zu Charles Le Bargy, dem damaligen Sekretär der Comsdie Franyaise, und setzte es durch, daß ich an diesen! altehrivürdigen Theater meine Anfangsstudien machen konnte. Aber auf die Dauer war dort nicht mem Platz, und so ging ich denn an das Thsütrc des Varietes, wo ich in stummen Rollen mitlaufen durste. Eines Abends platzte ich fast vor Neid, denn der Tenor der Truppe zeigte einen Brief herum, in dem er von den Gebrüdern Pathö aufgefordert wurde, für 100 000 Franks Lieder in das Grammophon zu singen. Ich habe damals ausgcschrien vor Wut! Aber wer zuletzt lacht, lacht am besten. Eines Tages bekam auch ich einen Brief, unter dem der Zaubername „Gebrüder Paths" stände „Mein Herr," lautete das Schreiben, „wir haben Sie gestern unter den Statisten gesehen. Sie haben in dem Zwinkern Ihrer Augen 100 000 Franks. Wir bieten Ihnen das Doppelte dieser Summe, tvenn Sie sich uns ausschließlich für unsere Films zur Verfügung stellen." Ich will jetzt von der geschäftlichen Seite meines Berufs sprechen, denn alles, was bisher darüber veröffentlicht worden, ist nicht richtig. Mein Kontrakt mit Pathö sieht ein jährliches festes Gehalt von 350000 Franks vor: diesen Kontrakt aber habe ich nur acht Monate gehabt, denn ich kann viel mehr verdienen. Auf meiner letzten Tournee in Rußland betrug meine Gage 3000 Franks den Tag für drei Monate. Meine nächste Tournee bringt mir 120000 Franks in einem Monat. Dies alles verdiene ich nebenbei, indem ich auf der Bühne austretc, und dazu kommen noch meine Filmhouorare. Ich erfinde nicht nur alle meine Films selbst, sondern studiere sie auch mit meiner Truppe ein und bin so Direktor, Impresario und Schauspieler in einer Person. Dabei habe ich kein leichtes Leben. Im Gegenteil. Ich muß von hohen Brücken in den Fluß springen, habe in zwei Tagen gelernt, aus einem Wasserflugzeug zu fliegen, habe mich, ohne reiten zu können, auf die wildesten Pferde gewagt, und in Madrid sogar beim Stierkamps einen Stier getötet. Hier sehen Sie noch den heftigen Biß am Schenkel, den ich kürzlich durch einen Polizeihund erhalten. Aber ich liebe diese Abenteuer. Ich halte mein Leben fest in meinen Händen bei jedem gefährlichen Experiment. Ich bin Fatalist und weiß, daß das geht, was man will. Ich kenne keine Furcht." _ Die Wiedergeburt des Ztrickstrumpfes. Er schien schon ganz auf den Aidssterbetat gesetzt, der liebe, alte Strickstrumps. Für die älteren des gegenwärtig lebenden Geschlechtes war er beinahe zu einer wehmlütigen Eriimcrung geworden: denn wenn sie seiner dachten, so sahen sie ihre trauten Mütter und Großmiitter vor sich, denen der Strickstrumps noch ein unzertrennlicher Gefährte gewesen Ivar. Damals, in jenen guten, alten Zeiten, hatte es noch viele Frauen gegeben, die sich so an diese Arbeit gewöhnt hatten, daß sie selbst in stillen Feierstunden die Nadeln fleißig weiter klappern ließen. Aber nun schien dies alles vorbei sein zu sollen. Die Industrie war auch aus diesem Gebiete der Hausarbeit völlig über den Kops gewachsen: auch waren Handarbeiten bei vielen Frauen überhaupt nicht mehr recht beliebt, da zahlreiche andere Interessen sie in Anspruch nahmen, und die Frauen, die doch sich den Handarbeiten widmeten, hielten sich mehr an solche künstlenschcn Charakters, als an den Strickstrumpf. Da kam der Krieg —- und mit einem Mirle feierte der Ttrickstrumps eme völlige Wiedergeburt. Zu Tausenden, zu Zehntausenden inach- ten sich die deutschen Frauen und Mädchen mit heißem Eifer daran, für untere Helden im Felde warm« Strüinpic zu ftricfai Manche Hand mußte dies gute alte Frauentoerk erst wieder beb nahe neu lernen, aber schnell sljellte sich die Uebung wieder ein; drc Schulkinder in den Mädchenschulen stricken, die Frauen kommen zu Strrastunden zusammen, und ganz allerliebst ist der Gedanke, der rn jenem hannoversche» Wittshanse verwirklicht wurde, wo der Inhaber für seine weiblichen Gäste Strümpfe »um Weiterstricken in Bereitschaft hält. Uralt ist die Kunst des Strickens, bereits »ur Bronzezeit hat man sic gekannt, denn in einem Baumsarge jener Zeit, der zu Trindhoe auf Jütland gefunden worden ist, lag ein« gestrickte Frauenmütze, und aus koptischen Gräbern des 5 und 7. Jahrhunderts stammen ähnliche Funde. So enthalten die Berliner Sammlungen eine solche sicherlich nicht gewebte Mütze au» Baumwolle, die Feldbaus, der Historiker der Technik, als gestrickt ausprrcht. Den Strickstrumpf scheint dagegen das Altertum nickst gekannt zu haben, denn die ältesten Zeugnisse für den gestricktes Strumvs sind, mit diesen Strickereien verglichen, außerordentlich jung: die Literatur kennt den Strickstrump, nicht vor 1680. Ho- Wells Weltgeschichte ist es, die den ersten Striastrumpf erwähnt! es handelt stch dabei um sechcngestrickte, wahrscheinlich in Spanien hergestellte Strümpfe, die König Heinrich VIII. von England trug. Aus der gleichen Zeit hat man Belege dafür, daß danials das Stricken von Strünipsen in größerem Maßstabe aufkam, denn im August 1527 ist in Patts die älteste Strumpfivirkergilde go gründet worden, die man kennt und im Jahre 1584 wird in England der erste Strumpfwirker genannt: William Rider ist seil, Name Den Händen fleißiger Männer und Frauen entstand bald in hölzernen, ttsecnen und stählernen Maschinen ein Nebenbuhler im Strumpfstttcken. Während der Stttcker oder die Stttckerin Masche nach Masche auf die Nadel veihi, beschleunigt und vereinfacht die Strickniaschine die Arbeit, indem sie alle Maschyt einer horizontalen Rtthe zusammen vorbcrettet und vollende^ Schon 1589 kam ein Erfinder auf diesen Gedanken: William Lee, Magister der Theologie am Johns College in Cambridge bauiq damals de» ersten „Kulierstuhl", ttne Strickmaschine in solcher Vollendung, daß man sie noch beute unverändert anwenden kann. Die erst« Erwähnung dieser Maschine findet sich freilich erst später, nämlich in einer Bittschrift der Lvichoner Strumpfwirker an Cromwell, die zwischen 1653 und 1658 aufgesetzt sein muß, Die ersten mit Maschinen gestticktcn Strümpfe dürften allerdings nicht viel fromvollendeier gewesen sttn, als die ersten Strümpfe, die das Schulmädel beim Stttckenlernen herstellt: denn cs ist gar nicht so leicht, stt es mit der Hand oder mit der Maschine, der Form des Beines und des Fußes zu folgen, noch dazu, wenn der Strumpf keine wulstige Naht haben soll. Die Sttumpfstrickb Maschinen, die mn 1670 von England nach Oesterreich kamen, soivie die 1769 dem Engländer Samuel Wise patentierte konilten ansck>einend noch keine scküauchsörinigen Gebilde stricken: erst die Strickmaschine, die Decroix 1798 angab, war hierzu imstande. Wirkliche steumpsförmige Strümpfe aber kann man mit der Strickmaschine erft seit 100 Jahren erzeugen: 1815 verbesserte Air- drieux den mechanischen Stttckstuhl so, daß er die schwere Kimst des Mehrens und Minderns der Maschenzahl beherrschte. Zur heutigen Vollendung sind die Strickmaschiucn durch die Franzosen Fouquet und Terrvt sowie durch de» Deutschen Eisenstuk gebracht worden. _ Schach-Aufgadr. kchwarz. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Charade in voriger Nummert G I ü ck st a d t. Redaktion: A»g. Goetz. — Rotationsdruck und Verlas der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Sleindruckerel, R. Lange, Gieße»,