Kinderseele. Nomau von Rein hold Ortmann. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Oberleutnant war sofort aufgestanden, als hätte er nur noch auf diese Unterstützung der kindlichen Bitte gewartet. „Aber ich bi» durchaus nicht der Meister, für den Sie mich nach Dietlindes wohlwollendein Urteil halte» könntet', mein Fräulein!" sagte er. „Sie werden mir also eine nachsichtige Richterin sein müssen." Am Margaretes Lippen lag die Erwiderung, daß er ja nicht für sie spielen solle: aber sie lieh sie unausgesprochen, weil ihr eben etwas anderes durch den Sinn gegangeir war. Wie in, Kleiii-Ellbacher Schlosse seit dem Tode der .Herrin keine Taste angeschlagen werden durfte, so mochte anch der trauernde Bruder der Berstorbeneti ihre Aufforderung als eine Taktlosigkeit empfunden haben, über die er nur ans weltmännischer Höflichkeit durch freundliche Gewährung hin wegging. Der Gedanke schmerzte sie so, daß sie sich's nicht versagen kounle, ihm Ansdruck zu geben. Als Rusmussen auf dein Weg zur Tür au ihr vorüber kam, sagte sie halblaut: „Vielleicht habe ich mich wegen einer Ungeschicklichkeit zu entschitldige». Herr Oberleutnant. Sic siicd in Trauer und —" Aber er zerstreute mit einer verneinenden Gebärde ihre Besorgnisse. „Die Musik ist für mich etwas viel zu hohes und .heiliges, mein Fräulein, als daß ich ihre Ausübung jemals als eine Pietätlosigkeit ansehen könnte. Gerade in den Sluiideu des tiefsten Schmerzes um die Dahcngegangene nehme ich meine Zuflucht immer zu denl geliebten Instrument." Dietlinde hatte nicht verstehen können, ivas sie sprachen: aber sie mußte irgendein zufällig ausgefangenes Wort nach ihrer Weise gedeutet haben, da sie mit ihrer Hellen Stimme herüberries: „Ja, Fräulein Margarete muß dazu aus dem Klavier spielen, wie die Mama es in Schlanqenbad immer getan hat. Dann ist es noch viel großartiger." „Das hieße ivoht, Ihrer Güte zu viel zumuien", sagte Rasmussen mit einem fragenden Blick auf das junge Mäd cheu. „Aber es wäre freilich recht hübsch, wenn Sie Dietlindes Wunsch erfüllten." Margarete hakte bei seiner »origen Erwiderung daran denken müssen, wie oft auch sie nach des Barers Tode ihren leidenschaftlicheii Schmerz an den, nun längst verkauften Flügel hatte in Tönen ausströmen fassen, und sie hatte mit doppeltem Bedauern der Entsagung gedacht, die sie sich jetzt in Klein Etlbacb auferlegen mußte. Darum empfand sie die Aufforderung des Oberleutnants wie eine verführerische Lockung Ohne glle Ziererei erhob sie sich von ihrem Stuhl. „Ist das von Ihnen gewühlte Stück nicht allzu schwierig," erwiderte sie, „so will ich es gern versuchen." Rasmussen öffnete die Tür zum Rebengemach und lud sie durch höfliche Verbeugung ein, vorauszugehen. Margarete sal daß dies das Arbeieszimmer des jungen Hausherrn sein mußte. Aber es mutete sie nicht au wie das Arbeitszimmer eines Offiziers, denn es gab darin weder zu Dekorationsstücken zusammengestellte Waffen noch prahlerische Jagdtrophäen Der größere Teil der Wände ivar durch hohe Biickzergestelle verdeckt, und dazwischen hingen von Meisterhand gemalte Lairdschajte» vonviegend ernsten und melancholischen Charakters An der Fcnsterivand aber stand ein geöffneter Flügel, vor dein Rasmussen jetzt den Klavierstnhl zurechtrückte. „Bitte — da ist das Notenschrünkche»," sagte er. „Biel- leicht haben Sie die Güte, selbst zu wählen." Margarete blätterte in den Noteuheften. Jetzt zum ersten Male fühlte sie etwas wie Beklommenheit, und in ihrem .Herzen regte sich die Besorgnis, dqß sie sich hier doch vielleicht nicht so benehine, idle es ihrer untergeordueteiu Stellung zukam. Ohne lange zu suchen, legte sie ein Biolin- konzert, das sie schon einmal bei einer Wohltätigkeitsver- anstaltung degleiiei hatte, auf den Flügel. Rasmussen warf einen Blick auf de» Titel, und inte ein Ausdruck der Freude ging es über sein ernstes Gesicht. „Darf ich Ihnen verraten, daß gerade dies mein Lieblings- stück ist? Ader es stellt an den Begleiter fast noch höhere Ansprüche als an den Biosinspieler, und ich bin Ihnen sehr dankbar, daß ^ie sich der Mühe unterziehen wollen." Er nahm die Geige aus dem Kasten, und schon, während er bic Saiten prüfte, Hörle Margarete, daß es ein Instrument von seltener Schönheit sein müsse. Mit dem ersten Ton, der ihr Ohr erreichte, ivar auch alle ihre Befangenheit wieder verschwunden, und als sie die Finger zum Borspiel über die Tasten des wundervollen Flügels gleiten ließ, machte die Freude an der gesiebten, lang entbehrten Kunstübung sie alles andere vergessen. Sie spielte so beseel-t, als hätte es gegolten, ein hundertköpfiiges Publikum zur Bewunderung lrinzureißen: ihr Herz aber ivurde weit von dem Entzücken über die hohe Kunst ihres Partners, der ohne atlen Zweifel viel mehr war als ein begabter Dilettant. Kaum jemals wohl mochte siir das bloße Ergötzen eines Kindes mit so viel Hingebung und heiliger Begeisterung musiziert worden sein, als es hier geschah, und als die umfangreiche Komposition trotz ihrer anßerordentlicheii Schwierigkeiten ohne die geringste Schivankung und ohne die leiseste Mißhelligkeit zwischen der Begleitung und dem dominierenden Instrument zu Ende geführt war, begegneten sich zwei wie in seliger Weltentrücktheit leuchtende Angenpaare. „Ich danke Ihnen, mein Fräulein," sagte Rasmussen mit merkwürdig bewegt klingender Stimme, „danke Ihnen von ganzem Herzen. Sie haben einem einsamen Manne eine glückselige halbe Stunde geschenkt." 478 Margarete fühlte, das; ihr das Blut ins Gesicht stieg, und sic erhob sich rasch. Wohl hatte ihr das Dankenswort, das ihm offenbar aus den, tiefste» Herzen gekommen war, viel innigere Freude bereitet, als es durch irgend ein Kompliment über ihre Fcrtigicit hätte geschehen können; aber diese Freude ivar gepaart mit einer Verwirrung, die sie nicht sogleich zu meistern vermochte. Als habe er das wahrgenommen, wartete Rasmussen nicht auf eine Antwort, sondern trat an die offen gebliebene Verbiudungstür, um einen Blick in beit Salon zu Wersen, „Ah, sehen Sie nur," sagte er lächelnd, „Ihre Begeisterung für die Musik hat meine kleine Nichte nicht gehindert, während unseres Vortrages einzuschlasen," Dietlinde war in der Tat cingcschluminert, Ihre Wangen aber waren rosig überhaucht, und auf dem seinen Kin- dergesicht, das jetzt viel hübscher schien als bei dem Einzug der jungen Erzieherin ans Klein-Ellbach, lag ein glückliches Lächeln, \ „Sie haben wohl auch nicht die Absicht, sie zu wecken," bat der Oberleutnant, „Ans solche Art wird sie sich anr schnellsten von dem ansgestandenen Schrecken erholen," „Aber ich muß an die Heirnsahrt denken, Herr Ras- mussen. Man könnte sich sonst um die Kleine sorgen," „So gönnen Sie ihr wenigstens noch ein.halbes Stündchen, Ich werde veranlassen, daß nach dieser Zeit mein; Auto bereit steht," I Er ging hinaus, uni den erforderlichen Befehl,zu er* teilen, Margarete wollte in den Salon zurückkehren; aber als ske an dem Schreibtisch vorüberkam, fiel ihr Blick zufällig aus ein Buch, das sie unter Hunderten sofort erkannt haben würde. Es war das Hauptwerk ihres Vaters, eine Arbeit, hei deren Abfassung sic ihm viele Monate hindurch getreu- liche Sekretärdienste geleistet hatte, und von deren -.Inhalt jedes Wort unauslöschlich in ihrem Gedächtnis haftete, >, Sie konnte der Versuchung nicht widerstehen, es aufzuschlagen, und sie sah, daß die Ränder beinahe jeder Seite dicht mit Bemerkungen in einer sehr feinen und zierlichen Handschrift bedeckt waren. Ohne sich einer Indiskretion bewußt zu werden, las sie einige von ihnen, die nichts als der Ausdruck einer enthusiastischen Zustimmung waren, und so ganz war ihr Interesse durch den überraschenden Fund gefesselt, daß sie den Wiedereintritt des Hausherrn überhörte und sich seiner Anwesenheit erst beioußt >vurdc, als er dicht neben ihr stand. Bestürzt wollte sie ihre Dreistigkeit entschuldigen, aber er kam ihr zuvor, „Wenn der Inhalt dieses Buches nicht etwas zu gewichtig wäre für die Ideenwelt einer jungen Dame, so ivürde ich es Ihnen gern zur Lektüre anbieten," sagte er, „Es gibt kaum eines, dem ich so viel verdanke wie ihm und das ich mit gleicher Inbrunst liebe," Margarete lächelte beglückt, „Sie wissen nicht, Herr Ras- niussen, etwas wie Schönes Sie mir damit sagen. Auch ich liebe dies Buch wie sonst keines aus der Welt, lind ich habe wohl Ursache dazu, denn ich habe es ja werden und wachsen sehen. Der cs geschrieben hat, war mein Vater," Der Oberleutnant machte eine Bewegung, als ob er in ungestümer Freude ihre Hände ergreifen wollte, „Ist das möglich? Kann das wirklich so sein? Es wäre ja mehr, als ich niir je zu wünsche» gewagt hätte. Also Sie heißen Othmar? Verzeihen Sie, aber ich hatte vorhin'Ihren Namen nicht ganz deutlich verstanden. Wie hätte mir auch solche Vermutung kommen können! Die Tochter eines Mannes gleich diesem in so —" „In so untergeordneter Stellring — wollen Sie sagen," ergänzte Margarete ruhig, da er, erschrocken über sein Ungeschick, mitten in der Rede abbrach. „Es ist nichts Verwunderliches dabei, denn mein Vater hat sich niemals daraus verstanden, Reichtünier zu sammeln. Außerdem schäme ich mich meiner Tätigkeit nicht," „Rechnen Sie intr das dumme Wort nicht au — ich bitte Sie darum. Es wollte mir entschlüpfen, weil ich mir eine Tochter Friedrich Othmars eben nicht anders vorstellen konnte als auf den Höhen der Menschheit, Aber wie beneide ich Sie darum, daß Sie die Mitarbeiterin Ihres Vaters sein dursten!" „Seine Mitarbeiterin? O nein! So hoch reichte der Flug meiner Gedanken nicht. Ich war nur seine Sekretärin, well er sich niemals daran gewöhnen konnte, bei seiner Arbeit fremde Gesichter um sich zu sehen. Es ist durchaus nicht niein Verdienst, wenn ich allerdings nach und nach gelernt habe, >bn z» verstehen." „Ta Sie ihn nun aber verstehen, werden Sie auch begreiflich finden, was er inir geivordcn ist. Es ist noch nicht sehr lange her, daß ich das erste seiner Bücher zur Hand genommen habe, Ich hatte eines Tages das Mißgeschick, mit dem Pferde zu stürzen und mir Verletzungen znzuziehe», die mich monatelang an das Belt fesselten. Wenn ich nicht vor Langeweile umkommen ivollte, mußte ich mir die Zeit mit Lektüre zu vertreiben suchen. Ich las alles Erdenkliche durcheinander, und cs ivar nichts als ein Zufall, der mich auch an Ihres Vaters Buch „lieber die Freiheit des menschlichen Willens" geraten ließ. Wie es auf mich wirkte, kann ich Ihnen nicht beschrejben. Es war für mich nicht mehr und nicht weniger als eine Offenbarung, Ihm verdanke ich es, daß ich mich mit einem vcrpsuschten Dasein aussöhnen und mir auf neuer Grundlage ein besseres, reicheres Leben aufbauen lernte. Daß ich hier in Reinswaldau als Einsiedler Hausen und geduldig abwarte» kann, ob mir das Schicksal jemals die innerlich verwandte Menschcnscele zuführen wird, deren ich zu meinem Glücke bedarf, ist einzig die Frucht meiner Beschäftigung mit den Werken Ihres Vaters," „Wie froh würde es ihn gemacht haben, das zu hören! Aber man muß sich freilich ,in Ihrer bevorzugten Lage befinden, Herr Rasmussen, um sein Leben so ganz »ach dem eigenen Willen gestalten zu können," „Ich leugne nicht, daß ich mich aus diesem Grunde meiner materiellen Unabhängigkeit freue. Werden Sie mir auch jetzt noch zürnen, wenn ich wiederhole, daß ich Sie mir nur mit einer schmerzlichen Empfindung da drüben aus Klein-Ellbach in der Abhängigkeit von meinem Schwager und vielleicht gar von diesem Fräulein v, Ostrowski denken kann? Sie ist ja, wie ich höre, noch immer auf dem Schlosse und sängt bereits an, die Rolle der neuen Herrin zu spielen," Es war ein herber und feindseliger Klang in seinen letzten Worten gewesen, und Margarete fühlte ei» Bedürfnis, die Abwesende zu verteidigen, „Ein so großes Hauswesen hätte wohl kauni die iveibliche Leitung lang entbehren können, Herr Rasmussen, Fräulein v, Ostrowski bringt sicherlich ein Opfer, indem sic sich dieser Aufgabe unterzieht," „Ein Opfer? Ah, Sie sind keine Mciischenkennerüi, Fräulein Othmar, wenn Sic das im Ernst glauben können. Ich bin mit der schönen Baronesse Iadwiga oft genug in Berührung gekommen und habe hinlänglich Gelegenheit gehabt, sie zu beobachten, um zu wissen, was ich von ihrer Opferwilligkeit zu halten habe. Es gibt lei» selbstsüchtigeres und kein berechnenderes Geschöpf als sie. Wenn sie sich freiwillig in die langweilige Einsamkeit von Klein-Ellbach verbannt hat, so weiß sic auch sehr genau, warum sie cs tut. Sie wird sich, wenn sie eines Tages ihren Zweck erreicht hat, doppelt und dreifach schadlos halten für alles, was sie jetzt entbehren muß," Margarete halte ihn unterbrechen wollen, aber sie fand in ihrer peinlichen Verlegenheit nicht das rechte Wort, Vielleicht war ja das alles, was er da sagte, mir der Ausdruck ihrer eigenen Gedanken, aber daß sic nun auch einen anderen von den Plänen der schönen Baronesse und von ihrer nahen oder fernen Verwirklichung wie von etwas anz Gewissem sprechen hörte, ging ihr wie ein Stich nrch das Herz, Sic hätte vor sich selber kaum eine Erklärung gehabt für diesen säst körperlichen Schnierz; sie wußte nur, daß nichts Weiteres mehr über das Thema gesprochen werden dürfe, wenn ihr nicht der schöne und harnionische Eindruck dieser Stunde ans das grausamste vergällt werden sollte, „Wäre es nun nicht doch Zeit, Dietlinde zu wecken?" fragte sie, 'Ter Oberleutnant war feinfühlig genug, ihre Absicht zu verstehen, „Lassen Die sie immerhin noch ei» Viertele stündchen schlafen," bat er, „Ich hätte so gerne noch etwas über die Persönlichkeit Ihres Vaters erfahren, und wer weiß, wann sich mir wieder eine so günstige tfkelegeuheit dazu bietet wie eben jetzt," Da es ftir Margarete keinen lieberen Gesprächsstoff gab als die Person ihres Vaters, halte sie bald vergessen, was eben so häßlich wie ein widriger Mißton in ihrer Seele angcklungen war, Tie von dem Oberleutnant erbetene Viertelstunde war schon längst überschritte», als der Stundenschlag der Kaminuhr sic nachdrücklich au ihre Pflicht gemahnte, und nun konnte Rasmussen nicht wohl den Versuch machen, sie noch länger zu halten. Doch bevor er sie an das Lager Tietlindes treten nioß, sagte er: „Es wäre ein törichtes Unterfangen, wenn ich 479 Ihm'» »iit lanMöufigeit Phrasen txitiTen tvokl.c für das (Mliirf dieser Stunde. Es ist mir einfach immögltch, zt> denken, bafj sie niemals eine Wiederholtmg erfahre» [ollie. Sie wollen mich doch nicht dazu venirteilen, jede derartige Hoffnung aufziugeben?" „Aber ich wüßte in der Tat nicht, Herr Rasmujsen, ivas wnS ich anderes tun könnte. Eine Situation wie die heutige dürste doch ivohl kaum znni ziveiten Male eintreten." ,,Ma» wird Ihnen drüben in Klein Ellbach selbstver- stnndllch nicht gestalten, irgendwelche Beziehungen zu mir zu unterhalten. In dieser Hinsicht darf ich mir keine Illusionen machen, denn Mischen meinem Schwager Bardeleben und mir gähnen Abgründe. Aber sind Lie denn mit so unzerreißbaren Banden an das Klein-Ellbacher Herrenhaits gefesselt?" „Ich verstehe nicht, wie das gemeint sein kann, Herr Oberleutnant, und ich denke, wir überlassen es am besten dem Zufall, ob diese Begegnung eine letzte gewesen sein soll oder nicht. — Dita - Liebling, ermuntere dich! Es ist Zeit, daß ivir heimfahren." 14. Kapitel. Es begann zu dämmern, als Bardeleben und Jadwiga aus schlechten Feldwegen von dem abgelegenen Vorwerk in der Richtung nach dem Herrenhause zurückritten. Sie mußten ihre Pferde im Schritt gehen lassen, weil die unter der Schneedecke verborgenen Unebenheiten des hartgefrorenen Bodens eine beständige Gefahr für die Tiere bedeuten. Der Baron starrte schweigsam vor sich hin. „Es wird wahrhaftig schon dunkel," sagte Jadwiga, „und mir ist , als könnten ivir kaum eine Stunde ans Schmitlsdors gewesen sein. Es war recht hübsch, und ich bin sehr dankbar, daß du mich mitgenommen hast." Er hatte ihr sein Gesicht zugewendet und lächelte ge- zwungen. „Deine Anspruchslosigkeit ist für mich geradezu beschämend, »ebrigens ahnte ich bisher nicht, daß d» so großes Interesse für die Landwirtschaft hast. Tie Leute aus dem Vorwerk müssen einen gewaltigen Respekt vor deiner Sachkenntnis bekommen haben." „Nun, mit meiner Sachkenntnis ist es am Ende nicht so iveil her," rief sie lachend. „Aber daß mir die Beschäftigung mit diesen Dingen Vergnügen macht, will ich nicht leugnen. Früher hätte ich das in selber nicht für möglich gehalten, jetzt aber glaube ich, daß ich mich ganz gut damit absinden könnte, immer aus dein Lande zu leben." „Du nimmst mir eine Last von der Seele,»denn ich mache mir beständig Vorwürfe, dich durch meine Bitieii in dies trostlose Exil genötigt zu haben." „Sehr überflüssigerweise, .Harro. Wenn ich nicht gern ans Klein-Ellbach iväre, hätte ich mich gewiß nicht halten lassen, denn >vas könnte ich dir und Dietlinde sein, iveiin meine Anwesenheit nichts als eine ividerivillig geleistete Pflichterfüllung iväre!" „lliid doch fällt es mir manchmal recht schwer, an deine Herzenssreudigkeit zu glauben . Es ist ein so ungeheurer Gegensatz zwischen dem Leben in meinem Hause und dem, an das du bisher gewöhnt warst. Bon der Ungenießbarkeit meiner Gesellschaft ivill ich gar nicht erst reden. Wenn du poch wenigstens irgendwelchen anderen, halbwegs interessanten Umgang hättest! Außer Fräulein Othmar gibt es auf Klein Ellbach ja kaum eine» Menschen, der dir geistig ebenbürtig wäre." „Es wäre allerdings hier schlimm um mich bestellt, wenn ich dergleichen zu meinem Glücke notwendig brauchte, denn die geistige Ebenbürtigkeit einer Gouvernante wäre für den Mangel an anderem Verkehr wohl kein ganz vollwertiger Ersatz." Sic hatte es in scherzendem Tone gesagt, aber Bardeleben blickte dennoch befremdet auf. „Daß sie nur eine Gouvernante ist, bedeutet doch wohl nichts als einen nebensächlichen Zufall. Ihr Vater war, soviel ich weiß, ein angesehener Gelehrter. Wenn er ihr ein Vermögen hinterlassen hätte, könnte sie heute als Gleichberechtigte eine Rolle in der besten Gesellschaft spielen, denn daß ihr keine der dazu nötigen persönlichen Eigenschaften fehlt, wirst du ja zugeben." „Ich habe darüber kein Urteil, denn ich habe mich begreiflicherweise um die persönlichen Eigenschaften des Fräuleins bisher nur insoiveit gekümmert, als sie für ihre erzieherischen Einflüsse auf Dietlinde in Betracht kommen." „Und bist du dabei aut irgend etwas gestoßen, das dir mißfallen hättet" >^fch weiß nicht. Bei deiner Voreingenommenheit für das Mädchen ist es vielleicht besser, wenn ich meine Eindrücke für mich behalte." .„Das solltest du nicht tun, Jadwiga! Schon deshalb nicht, weil du ihr möglicherweise unrecht tust. Was du meine Voreingenommenheit für Fräulein Othmar nennst, ist doch wohl nichts weiter als schuldige Dankbarkeit, denn was sie körperlich und seelisch in dieser kurzen Zeit aus meinem verschüchterten und verkümmerten Kinde gemacht hat, streift doch nahe genug an das Wunderbare." „Und die günstige Veränderung ist nach deinem Da- fürhalten einzig das Verdienst dieser bezahlten Erzieherin?" (Fortsetzung Irlgt.t Im kandwehrzug. Skizze von Hans Winand. Der für abends neun Uhr und zehn Minuten angesagte Lokalzug nach dein (deutschen) Süden war in letzter Stunde abgesagt worden. Da saßen wir mm, der Herr Ossiziersaspirant der bayrischen Jäger und ich, in einem sächsischen Jndustriestädtchen, das Niir Eingeweihten der Kalikobranche bekannt ist, und schauten einander in die Fenster der Seele. Blank waren sie nicht. Der nächste Lokalzug ivar für den Nachmittag des nächsten Tages angekündigt. Bestimmt? Der Mann mit der roten Mütze zuckte nur die Achseln. „Gar nichts kann ich Ihnen sagen. „Bestimmt" fahren nur die Militärzüge." Noch zwanzig Stunden verlieren? „Dösgibt's fei net," meinte der Herr bayerische Jägerossiziersaspirant, dessen heimatliche Sprech- iveise dem fünfjährigen Aufenthalt in Belgien siegreich getrotzt hatte, „kommens, Herr Kamerad, machen mer halt der Herrn Bahn- hofskommandanten an Anstandsb'such." Das kleine Wort Kamerad ist ringsum auserstanden, und sein Klang, der so fröhlich ist und so ernst in einem, umschlingt alle. Kamerad ist ein jeder, der jetzt die „Zivilklust" an den Nagel hängt, sei dies der „cutaivay" vom „english tailor" oder der blaue Kittel des Taglöhners. Am Bahnsteig grüßen dich weißhaarige alte Herren, das Eisenkreuz von 70 im Knopfloch, und wenn du Springinsfeld vorbeistapst, nehmen sie die Hüte ab, daß ihr Haar silbern strahlt. „Biel Glück, Herr Kamerad!" sagen die Veteranen, und du fühlst, wie du errötest. Denn über Nacht ist unser aller Gefühl ein anderes geworden, nnd fast mit Scham liest man es in den Augen dieser Weißhaarige» von dazumal: „Ehre dieJugend .. " * Der Bahnhofskommandant war zwar so freundlich, uusere Pa Piere mit seinem Dienstsiegel zu schmücken, und mit dem Vernierk „dars Militärzug benutzen". „Aber ob Sie mitgenommen werden...?" Von der Helmspitze bis zum dritten Wassenrockknopf war er niitsühlendes, aber zweifelndes Fragezeichen. Und ns»; Hu * recht hatte er nicht. Aus der Ferne, vom Güterbahnhof her, kam ein Signal: Einsteigen! „Wo's blasen, sind Soldaten" folgerte mein Fahrtgenosse und wir stellten fest, daß auch ein Dreihundertmeter-Lausschritt mit Reisetasche nnd Zivilmantel die Poren öffnen kann. Mehr freilich ivar nicht zu erreichen. Wenig nutzte es uns, daß wir mit unseren Lackschuhen die Hacken so stramm zu- sammeitschlugen, daß die Politur absprang. Der Herr Major, der Transportsührer'des so nnd sovielten Feldartilleriezuges, blieb unerbittlich. „Niemand, niemand kommi mit" erklärte er; und >vir horten noch, wie er zum Adjutanten sagte: „Wer garantiert mir denn,.daß . . ." Gott sei Tank: mehr vernahmen wir nicht: unser militärisches Selbstgefühl war ohnehin schon tief verletzt. Ein Vize- seldwebel geleitete die zwei „Zivilpersonen" wieder fort. Aus einen« Güterwagen blickte uns freundlich ein prächtiger Brauner nach, hielt im Fressen inne, streckte den Kops mit der schwarzen Mähne aus der Luke und folgte uns mit den Ohren. Viel Glück Brauner. „Eilwagen nach Paris", hatte eine derbe Artilleriefaust mit Kreide unter das Wagenzeichen gemalt. .Und dann standen wir wieder allein im Dunkel neben dem blitzenden Schienenstrang, schauten trübselig den bunten Schluß- laternen des entschwindenden Zuges nach und wunderten uns, daß man die Räder kaum rollen hörte. Aber die preußischen Arlilleristen- kehleu triumphierten über rollendes Stahl nnd noch lange lag unS der herzhafte Rhythmus im Ohr: „Des Kanonieres Lebenszweck ist bas Kanonenrohr." * Aber beim dritten Versuche lächelte uns das Glück in Gestalt eines Bataillonsadjulanten. der meinen Reisegefährten persönllch kannte „Meinetwegen", meinte der Herr Major schließlich, »ach einem kurzen Eramen unserer militärischen Vergangenheit, „wenn Sie irgendwo Plan sinden . . ." Platz sinden? Schon wirbelt die Handtasche im Bogen in den nächsten Güterwagen, der Mantel hinterdrein und zuletzt der Mensch. Der stolpert über einen keineswegs ausgezogenen gelben Jnsanteriestieiel, doch irgendwo im Dunkel fangen schwielige Hände ihn aus und stützen das verdutzte Gleich gewicht. „Nur rein, nur rein!" sagte eine Stimme. Auf einer Patronenliste sitzend findet man sich nneder. 480 „Dös mär a’jdwift." Der Herr bayerische Jägerosfizier- aspirant lach« über das ganze Gesicht, „woher komm'st dann?" „Von Schlesien." „Von Schlesien?" Freilich, von Schlesien, echteste schlesische Laichwehr. „Ja, do schaut's her, was machts dann ihr hierheroben?" Was sie machen — sie rollen, rollen Tag »nd-Nacht, über Schwellen und Schienen, und niemand weiß wohin, niemand außer dem „großen Gehirn" des Volkes in Waffen, niemand außer den. Großen Generalstab und ein paar „Kommandierenden". Der bärtige Gefreite — in hirichbcrg ist er sonst daheim — senkt M Stimme und hebt den Zeigefinger. „Selbst unser fctrr Major weiß nix." Und der Stolz, gemeinsam mit dem Herrn Major nichts zu tvissen, gibt der Stimme einen fast geheimnisvollen Klang vvu Stolz Ja, alle sind sic stolz, zu wissen, daß sie es nicht wissen. Alle erfüllt es mit einem rätselhasten Gefühl der Geborgenheit, in ihrer Gesamtheit aus einem Schachbrett Figuren zu sein, die niemand von uns übersiebt, selbst unser .Herr Major nicht, uich die doch mit magischer Gewißheit und Schnelle von einer nicht greifbaren Macht bewegt werden, alle fühlen sie die Macht, die keiner sieht. Mit schmunzelndem Augenzloinkern weist der Schlesier auf seine Schultern. „Welches Regiment?" Ja, weiß Gott, alle Achselklappen sind verschwunden, spurlos verschwunden, — in den Taschen, die sie erst loieder verlassen, wenn die ersten blutigen hammerhiebe geschlagen sind. Und wie die mit frischen Birkenreisern hochzeitlich geschmückten Geschütze und Protzen auf den abgedeckten Güterwagen ihre Rcgimentsnummer hinter sorglich aufgeklcbtcn Papierstreifen verhüllen, haben die Offiziere ihre silbernen Achselstücke mit lveißem Seidenpapier umwunden. Von Belgien muß der Bayer erzählen. Ob es tvahr sei? Ist das menschenmöglich! Diese Schweinebande! Ja, Herrgott, aus- häugen sollte niMi sie, oder einfach totschlagen. Und die Frauen davonjagen. Na ja, da sieht man's wieder. Kulturvolk" Und mit Bern-anderung hört man, wie geläufig das Wort Kultur diesen Männern vom SRiutbe geht, wie gerade, zielgewisse und gesunde, nnphilosophischc Begriffe, nein: Gefühle sie alle, alle mit diesem Worte verknüpfen. „Pfui Delubel" sagen sie und aus so derber hülle leuchtet ein ethischer Instinkt, der in all seiner schönen Unbewußtheil doch nur aus jenem Boden emporwachsen kann, den wir halt Kultur nennen. Schon vor der Waffen mörderischen Zwiesprach habe» wir einen Sieg errungen. Im Sturmwind einer furchtbaren, einer herrlichen Zeit fallen alle hüllen. „Der da" sagt einer dieser Wehrniänner aus Schlesien und klopft seinem schweig amen Nachbar auf die Schulter, „hätte zu hause bleiben können, er ,hab's am Herzen, aber er hab's dem Stabsarzt nicht gesagt, er sagt, jetzt kann keiner daheim hocken." Und der Schweigsame zieht die Pfeife aus denx Mundwinkel, spuckt in die 'Nacht hinaus und nickt grimmig. „Sch^^nepack" sagt er, „sie müssen's abkriege»." Der so überzeugt ist, daß seine persönliche Mitwirkung beim Bölkerkrieg Europas unentbehrlich bleibt, damit das .Schweinepack" es „ablriegt", läßt Weib und drei Kinder zurück. Aber als erriete er die Gedanken des stillen Zuschauers, spuckt er twch einmal in das Dunkel und sagt: „Jetzt komml's auf keinen von uns an, solidem nur aus uns alle." Und die Nachbarn nicken schwer und hart: ja. aui uns alle. „Aus keinen von uns, sondern nur auf uns alle." In welcher Stärke ein ganzes Volk sich so aus einem übermächtigen Gefühle heraus zum Bewußtsein der höheren Gemeinschaft emporhvben kann — das ist seine Kraft und das Zeichen seiner Kultur. Nicht Abenteurerdranq, nicht Rauslust verhängt diesen Männern den Blick aui das Schlachtfeld mit rosigen Nebeln. Furchtbar ist der Krieg, aber notwendig. Und mit schlagenden Herzen erlebt man es mit, loie hier Mann für Mann, nach bartem, stillem Sclbstkamvt vielleicht, Herr über sein Einzelschicksal wird, es entschlossen beiseite wirst und mit seinem ganzen Fühlen aufgeht tu zeirem höchsten, weitesten Empfinden, das da heißt: .wir, unser Volk, unser Reich, unser deutsches Reich. Eintönig rasselt der Zug durch die Nacht. Mst der Kühle weht ein Duft von her; in diesen rollenden, menschengetüllten Leib aus holz und Brettern. Draußen wogen die Gipfel schwarzer Tannen unter den ewigen Sternen. Die letzte Pteise erlischt und gähnend sucht der letzte Wachende mit dem Boden zwilchen verstreuten Menschenleibern und-leise klirrenden Tornistern einen Spalt, um die steifen Glieder zu strecken. „Gute Nacht, Herr Kamerad." Und ehe der letzte entschlummert, hört man ihn leise summen: „Morgenrot, Morgenrot," Und es kommt, das Morgenrot, sahl und zögernd, ringt mit den Morgennebeln und läßt die Tannen im Tan aufblitzen, als hätten eifrige Franenhände nächtlich den ganzen Forst mit Flittersilber festlich geschmückt An die Lider rührt die tastende Helle mit leichieii Fingern und blinzelnd schlägst du die 'Augen ans Was ist? Rollt das da nicht hin über die Schienen? Klirrt da nicht das Schanzzeug gegen einen Feldkeffcl? Erst allmählich findet man sich ans nächtlicher Rast im Jenseits in die Gegenioort zurück, in diese Gegenwart» die da heißt: Krieg, Krieg, Krieg! Kühl ist der Morgen, über Nacht ist die Frische in die Glieder gekrochen. Drunten an der Brücke, über die polternd die lange Wagenreihe hinrauscht, steht eiu »oeißbärtiger alter Herr und »«acht, das Gewehr tu der Rechteu, getreu, daß wir sicher Hinrollen über die steile Schlucht. Und da er uns steht, die wir fröstelnd die Arme recken und die Rockkragen emporschlagen, schwenkt er lachend seinen Schlapphut und präsentiert, alter Zeiten eingedenk, sein Gewehr. Im Nu ist alles aus den Beine» „Von Siebzig" ruft einer „nd plötzlich toirb diese Schar dreißigjähriger Männer zu einer Einlwit von Jünglingen. Empor ivirbeln die Arme und noch ist die Brücke nicht vorüber, da steigt cs als Morgeiigrnß schon empor aus des Wagens Enge, hinaus iu die Weste, daß der Wald aufhorcht: .Sieb Baterlaird, magst ruhig sein!" „Lieb Vaterland" wie vertraut, wie zärtlich fast Uingeu die Worte ^ Liebe Mutter, kannst ruhig sein — tröstet nicht so der junge Sohn die besorgte Mittler, wenn er zum erstenmal hinaus- zicht, fort in die an Freuden und Tücken so reiche Welt? Lieb 'Vaterland, magst rubig sein. Schleuer singen es dir zn. hier im Süden — sei ruhig, liebes Vaterlaich. hat der weißbärtige Wächter dort unten, der Greis, der um seines lieben Vaterlandes Astlen die kalte feuchte Nacht am steilen Grashang staich und Ausschau hielt, cs noch vernommen? Seine Lippen bewegten sich, sein Muich öffnete sich zum frohen Zuruse, aber donnernde Räder und dröhnender Sang hatten alles, alles verschlungen, was er uiis zurief, alles, — dies ganze reiche von Herzen kommende: „Biel Glück. Herr Kamerad , , ." Deutsche volkhymne. Es hieße Wasser in den Rhein tragen, ivollke man heyte noch viele Worte über die begeisternde Wirkung des Gesanges verlieren, Nie aber tritt diese Wirkung so stark hervor als in einer Zeit voll hochgespannten patriotischen Gefühls lute der jetzigen. Wie begeisterten sich 1870 unsere Helden ant Gesang der „Wacht am Rhein". Roch uiehr aber berauschlen sich die Franzosenheere in der Zeit der großen Revolution an der „Marseillaise", dem sranzösisck)en Nationallied, das unsere „Wacht am Rhein" durch seinen hinreiscnden Rhythmus übertrifft. Wir besitzen ein Lied, das nach Text sowohl als nach der Melodie eine ähnliche Wirkung auszuüben imstande ist. Es ist dies das wohl schon bekannte, aber noch nicht allgemein gesungene Lied: 1, „O Deutschland hoch in Ehren, du heiliges Laub der Tr.-u. Stets leuchtet demes Ruhmes Glanz tn Oft und West aufs neu! Du stehst wie deine Berge fest gen Feindes 'Macht und Trug, Und wie des Adlers Flug vom Nest geht deines Geistes Flug. Haltet aus, lasset hoch das Banner iveh'n! Zeiget ihm, zeigt dem Feind, wie wir treu zusammen stehn, Daß er unsre alte Kraft erprobt, wenn der Schlachtruf uns enthaltet aus in Sturmgebraits! jgegentobl! 2, Gedenket eurer Böker, gedenket der großen Zeit. Wo Deutschlands gutes Ritterschwerl gesiegt in jedem Streit! Das sind die alten Schwerter noch, das ist das deutsche her;; Tie schlagt ihr nimmer ins Joch, sie dauern fest mir Erz! haltet aus, lasset hoch das Banner welsin! Zeiget stolz, zeigt der Welt, daß wir treu zufammenstch'n. Daß sich alte deutsche Kraft erprobt, ob uns Friede stralüt, ob haltet aus in SturmgebrauS! jKrieg umtobt! 3, Zum Herrn erhebt die Hände! Er schirm es immerdar. Das schöne Land vor jedem Feind! hock, steige deutscher Aar! Dem teuren Land,- Schirm und Schutz! Sei, deutscher Arm, bereit! Wir bieten jedem Feinde Trntz und scheuen keinen Streit! haltet aus, lasset hoch das Banner weh n' Lasset uns, treu uud kühu, mit den ersten Völkern gehn! Daß sich deurschei Geist voll Kraft erprobt, wenn das Ungewitler Haltet aus im Sturmgebraus! suns umtobt! Möge dieses herrliche Lied nicht nur in den eisernen Bestand für unsere Schule» ausgenommen lverden, sondern möge es vor allem jetzt unsere Krieger zu herrlichen, Ruhmestaten und dauerndem Sieg entslammen! Gleichklangkätsel. Kennst du das Wort, es drückt »ns ans, Was man mit harter Semmel tat ? Auch ist es manches .Alte Haus', TaS uns erteilt gar klugen Rat. Der Raufbold hals zn jeder Zeit Silit Friedlich-Stillen gern getan, lind dem, Etndentenfeftkominers Tut mans oft Wasferüerchen an. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Scherzratsels in letzter Nummer: Grün, Dung, — Gründung, Grüu-Dung, Redaktion: Aug. Ä o e Iz, — Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schk» IInlversitäls-Bnch- »ud Steindruckerel, SR, Lange, Gießen.