Kinderseele. Roman von Reinhold OrtmanN. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 11. Kapitel. Förmlich wie die Art seiner Anmeldung waren auch Haltung und Miene des ]ür Bardeleben offenbar völlig unerwartet gekommenen Besuches. Leicht auf seinen Spazierstock gestützt, und das sichtlich schtvachere rechte Bein ein wenig nachziehend, hatte Herbert Rasmussen die Bibliothek betreten. Er trug nicht mehr, loie bei den Bestattungsfeierlichkeiten, die Kavallerieuniform, sondern eine» schwarzen Zivilanzug, und in seiner äusseren Erscheinung war kann, noch irgend etivas, das den Offizier verraten hätte. Leine mittel- tzroße Gestalt nahm sich klein und schmächtig aus neben dem Riesenwuchs feines Schwagers und der schlanken Höhe Jadtoigas Das Gesicht des etwa Ilchtundziranzigjährigen aber hatte vollends nicht einen einzigen soldatischen Zug. Mit seiner hohen, schmalen Stirn, feinem in den Winkeln leicht nach ablvärts gezogenen, auf herbe Verschlossenheit deutenden Munde würde man es viel eher für das Gesicht eines Geschäftsmannes gehalten haben oder, wenn man zufällig einem vollen Blick der großen, braunen Augen begegnete, vielleicht auch für das eines Künstlers. Es uxir manches darin, das an seine schöne Schivester erinnerte Wenn es ihn überrascht hatte, die junge Danie hier zn Anden, so verriet sich davon doch nichts in der abgemessenen Korrektheit seines Benehmens. Er entsclpUdigte sein spätes Erscheinen mit den« Wuiisck-e, sich über Dietlindes Befinden zu unterrichten, und Jadiviga gab ihm init liebensivürdiger Bereitwilligkeit ihre hoffnungsvoll klingende Auskunft „llebrigens hat die Kleine schon wiederholt „ach Ihnen aesvagt, Herr Rasmussen," fügte sie hinzu. „Wahrscheinlich hat sie von ihrer alten Joseph« gehört, daß Sie hier seien, und sie l>at offenbar das Verlangen, Sie zu sehen." „Wirklich? Es ist mir eine große Freude, das zu hören, sie würde sich meiner kann, noch erinnern, denn es sind ja schon säst anderthalb Jahre, das; ich sie zum letzten Male gesehen." „Darf ich fragen, >vo das geschehen ist?" mischte sich Bardeleben ein. „Aus Nlein-Ellbach bist du doch, so viel ich iveist seit meiner Hochzeit nicht mehr geivesen " „Rein. Aber ich traf in Schlangenbad mit meiner Skipoester zusammen und verbrachte vierzehn Tage in ihrer Gesellsckfast." „Davon höre ich heute das erste Wort. Es ist merkwürdig, daß inan selbst so unverfängliche Dinge vor mir mit den, Schleier des Geheimnisses zu umhüllen liebte." „Wenn Irma dir nichts davon gesagt hat, tvird sie ver- mutlich angenommen haben, daß es für dich ohne Interesse sei. — Ist es mir gestattet, Dietlinde morgen zu sehen?" I Die Frage war wieder an Jadwiga gerichtet, nachdem er die Bemerkung Bardelebens sehr obenhin abgefertigt hatte. Ihre Erwiderung kam etivas zaudernd. „Der Arztsprach beute den Wunsch aus, daß noch für einige Tlage alle Besuche von dem leicht erregbaren Kinde ferngehalten > verden möchte» Aber da die Meine so lebhaft nach Ihnen verlangt, und da Sie vielleicht schon bald wieder abreisen wollen — " „Pavdon, gnädiges Fräulein, diese Absicht habe ich nicht. Ich werde tvahrscheinlich de» ganzen Winter in Reinswaldau verbringe»." Mit einer Gebärde des Erstaunens hob Bardeleben dxn Kopf. „Was? Den ganzen Winter? In diesem gottverlassenen Nest?" „Es ist meine Heimat, mit der ich durch tausend liebe Erinnerungen verknüpft bin. Außerdem brauche ich Einsamkeit und Ruhe." „Und der Dienst? Hast du denn auf so lange hinaus Urlaub?" „Ich tverde schwerlich ,nieder Dienst tun können." „Auch deinen Sturz habe ich rein zufällig aus den Zeitungen erfahren, da Irina nicht für nötig gehalten hat, mir darüber zu schreiben. Du warst, lvie ich fas, schon wieder» außer Gefahr, und du lprst mir's darum hoffentlich nicht übelgenommen, daß ich mich nicht mit Kundgebungen meiner Teilnahme aufdrängte." „Gewiß nicht. Die Sache war ja auch ohne alle Bedeutung." l , „Obne alle Bedeutung?" fiel Jatnv-iga ein. „Obwohl Sie noch jetzt ai; den Folgen zu leiden haben?" „So kann nran es wohl kaum nennen, gnädiges Fräulein. Die Schwäche in der rechten Hüfte belästigt müh sehr wenig. Auch am Stock kommt man immer noch schnell geüug durch das Leben." „Aber Ihre militärische Laufbahn? Sie künntz» sich wirklich so leicht mit dem Gedanken abftnden, ihr zu entsagen?" „Irl, würde mich wohl damit absinden müsse», auch wenn es mir schwer fiele. Aber es fällt mir nicht schwer. Rur die Rücksicht auf die Wünsche meines verewigten Vaters hat mich bis jetzt in diesen, Beruf gehalten." Er antwortete höflich, aber immer mit denisclben unbeweglichen Gesicht und in einem To», der deutlich genug erkennen ließ, daß er das Thema nicht fortzuspiniien wünschte. Auch auf seine 'Absicht, Dietlinde zu sehen, schien er nicht zurückkommen zu ivotlen. Jetzt wandte sich Jadwiga au Bardeleben ^ ,',Ich will doch noch einmal »ach dem Kinde sehen, Harro. Du entschuldigst mich wohl für den Rest des Abends." Lie reichte ihm die Hand, und er geleitete sie zur Tür. nachdem zwischen Herbert Rasmussen und ihr dieselbe förmliche Verbeugung ansgetauscht worden ,var Ivie bei seinem Eintritt. ÄlS Bardeleben zurückkehrte, stand der Oberleutnant noch immer neben seinem Sessel. — 462 „dkm? Mllst du nicht Platz nehmen?" fragte der Baron." „Denn du bist doch wähl nicht bloß Dietlindes wegen von Reinswaldau herubdrgekommen?" ES war seit langer Zeit das erste Mal, daß sie einander allein gegenüberstanden. MS Rasmussen unmittelbar nach seinem Eintreffen an de» von hundert Kerzen umleuchteten offenen Sarg getreten war, in dem seine schöne, bleiche Schwester im Schmuck ihres weißen Hochzeitskleides ruhte, hatte der Oberleutnant kein Wort an den neben ihm stehenden Gatten der Toten gerichtet. Minutenlang hatte er starr in das Antlitz der Entschlafenen geblickt; dann war er auffchluchzend in die Knie gesunken, und in diesem Augenblick hatte sich Bardeleben stumm zurückgezogen. In der Folge aber waren sie einander nur im Beisein vieler begegnet, und nichts als kurze, gewissermaßen unpersönliche Bemerkungen waren zwischen ihnen getauscht worden. Rasmussen hatte den Schwager so wenig nach der Krankheit seiner Schwester gefragt als nach den näheren Umständen ihres Todes. Mer er war noch am Abend seiner Ankunft langer als eine Stunde bei dem Sanitätsrat Mittmann in ReinSwaldau gewesen, und einmal hatte Bardeleben ihn auch in angelegentlichem Gespräch mit der alten J'osepha gesehen. Cr hatte also keine Veranlassung gehabt, ihm aus freien Stücken Auskünfte zu erteilen, die nicht verlangt wuriden, und er war ersichtlich auch jetzt entschlossen, die Fragen des anderen abzuwarten. Der Oberleutnant hatte sich trotz der Aufforderung nicht wieder gesetzt. Auf seinen Stock gestützt, blickte er dem Schwager fest und ruhig ins Gesicht. „Ich hatte allerdings den; Wünsch, einiges mit dir zu besprechen." „Dringendes vermutlich, da du schon den Abend des Beisetzungstages dazu wählen mußtest." „Dringend? l)ch ,weiß nicht, ob es dir so erscheinen wird. Jedenfalls laßt es sich hinausschieben, wenn du jetzt nicht in der Stimmung bist, mich anzuhören." „Stimmung?! — Mein werter Herr Schwager, wenn es auf meine Stimmung an ko mimt fttr das, was du mir »ü sagen gedenkst, so nimm getrost an, daß ich in der Stimmung bin, die ganze Welt hier zwischen meinen Fäusten zu zermalmen." ' Er hatte seine herkulischen Arme ausgestreckt und die geballten Hände geschüttelt. Herbert Rasmussen stand unbeweglich. Seine Lippen hatten sich noch fester zusammengeschlossen, und feige Stirn war durchfurcht. Dann fragte er halblaut: „Geht es dir in Wahrheit so nahe? Hast — hast du wirklich so tief und so wahr aeliebt?" Bardeleben sch ihn an mit einem Blick, in dem es lvie von Flammen schwer verhaltenen Zornes loderte. „Was gibt dir «in Recht, mch das zu fragen?" „Ich habe auf der Welt nichts geliebt als meins Schwester, und ich war bis heute der Meinung, daß sie nicht glücklich gewesen ist." „Durch meine Schuld — nickst wahr?" „Zum Teil vielleicht auch durch die Schuld anderer. Mer deine Ausgabe wäre es gewesen, zu sühnen und gutzumachen, waS andere an ihr gesündigt haben." „Das ist ja ein ganz neuer Vorwurf, und ich bin wohl S H einfältig, ihn zu verstehen. Wer sind denn diese anderen >«w«scn?" „Die, von denen sie gezwungen oder überredet wurde, deine Frau zu werden." „Mar es so gemeint? Da möchte ich allerdings um etwas mehr Deutlichkeit gebeten haben. Wer hat sie dazu gezwungen oder Überredet?" „Mein Vater und seine Schwester, die damals einen verhängnisvollen Einfluß in unserem Hause ausübte." Mit verschränkten Armen lehnte Bardeleben am Schreibtisch. Sein Gesicht war hoch gerötet, aber er sprach mit er- zwungener Ruhe: „Diese Offenherzigkeiten sind für mich natürlich sehr wertvoll. Aber bei meiner Kenntnis von Irmas Charakter mußt du schon euffchuldigen, wenn ich ihnen vorläufig noch einigen Zweifel entgegensetze. Ich hatte Vielleicht nicht immer Veranlassung, in eitel Bewunderung zu ihr auszublicken, aber ich habe sie bis heute für eine wahrhaftige Natur gehalten. Du bist meines Wissens der erste, der sie einer schmählichen Lüge beschuldigt." „So hat sie dich ihrer Liebe versichert? So hat sie geschworen, nie einen anderen heißer und inniger geliebt zu haben als dich?" „Einen anderen? Ehe sie sich mir verlobte?" „Ja. Danials und später. Rach meiner ileberzeugung bis zu ihrem letzten Atemzuge." Bardeleben ließ die Aruie sinken. Mit vorgcneigtem Kopse stand er da und starrte den Sprechenden au, als ob e« ihm die Worte von de» Lippen reißen ivollte. „Das verrätst du niir? Du — ihr Bruder? Und an ihrem offenen Grabe? Bist du ein Schurke oder ein diarr?" „Es ist mir gleichgültig, als was ich dir erscheine. Ich stehe hier in Erfüllung einer Gewissenspflicht. Du sollst wissen, Ivos diese Frau um dich und durch dich gelitten l>at. Und du sollst nicht vor der Welt herumgehen als der untröstliche Gatte, der sich in Trauer um ein verlorenes Glück verzehrt. Ich will es nicht —i ich Na»n es einfach nicht ertragen." „Die fromme Absicht nimmt mich nicht wunder. Ich kenne die Wärme deiner Gefühle für mich ja zur Genüge, Aber du hast dich von falschen Voraussetzungen leiten lassen, mein Herr Schwager! Ich denke nicht daran, den untröstj- lichen Gatten zu spielen um ein verlorenes Glück zu jammern, denn ich bin in diesen acht Jahren eine der elendesten Kreaturen unter der Sonne gewesen. Und ich habe die Frau, die wir heute begruben, so wenig mehr aeliebt, als ich dich liebe. Ich hoffe, du wirst mir's aus mein Wort hin glauben." „Ich habe nie etwas anderes vermutet, und eben deshalb ist meine Seele voll der grimmigsten Empörung gegen diese schmachvolle Komödie." „Nehmen Sie sich in acht, Herr Oberleutnant Rasmussen ! — Gegen welche Komödie." „Gegen diese erheuck-elte Verstörtheit, gegen diesen Anschein einer verbissenen Verzweiflung, die doch nur Lüge ist, nichts als Lüge. Ich wiU nicht, daß das Andenken der iroten durch ein Gaukelspiel entweiht werde. Ich will Wahrheit. Und darum bin ich noch au diesem Abend hergekommen, um' dir zuzurufen: Herunter mit der Maske! Mag jeder uch nicine Schivester trauern, nur nickst der, der sie gemordet I" Er hatte seine Stimme nur ivenig erhoben, aber die Worte waren trotzdem wie Schwerthiebe gefallen, und eine eherne Unerbittlichkeit war in dem farblos gewordenen Antlitz des Sprechenden. Nun lag Stille über den beiden Männern — schwer, unheimlich lastend, sekundenlang. Harro von Bardeleben stand regungslos, stumm, mit leerem, glasigem Blick. Endlich hob es wie ein röchelndes Atmen seine Brust. Seine Hand tastete nach der Lehne des Schrcibscssels, und als er sie ersaßt hatte, ließ er sich sckgver in das Polster faUen. „Wenn ich sie gemordet habe — gut, nehmen wir an, ich hätte sie gemordet — tvarum bist du daun nicht zu« Polizei gegangen und zum Staatsanwalt? Oder warum schreist du es nicht wenigstens in all« Welt hinaus, wie eil doch deine Pflicht und Schuldigkeit wäre?" „Weil Verbrechen, wie man sie an meiner Schwester verübt hat, nicht vor das Forum irdischer Richter gehören, und weil dies eine Angelegenheit ist, die nicht die ganz« Welt an geht, sondern nur dich und mich." „So sprich wenigstens deutlich. Auf welche Art habe ich sie deiner Meinung nach gemordet?" , „Damit, daß jbu sie zum Weibe nahmst, ohne von ihr geliebt zu tverde» und ohne sic zu lieben — damit, daß du blind oder teilnahmslos warst für die Qualen, die in der Knechtschaft dieser Ehe ihre Seele zerrissen und stückweise Hinsterben ließen —i damit, daß ein anderer in den Tod gehen muhte, weil das Wappen der Bardeleben neuer Vergoldung bedurfte." > < „Von all diesen unsinnigen Vorwürfen trifft mich nicht einer." „Sv entkräfte sie doch, wenn Ehre und Gewissen es dir erlauben." (Fortsetzung lolgt) Freie und unfreie Ninderaussätze. Einen hochiittcressaiUen Einblick in die Wir kl ick) keck unsere- Heringen Schulbetriebes gewährt ein großangelegler pädagogischer Versuch, dessen Ergebnisse in dem eben erschienenen BucheiSchmre- dcr, Der Schulaustatz iVerlag B G. Teubner, Leipzig u. Berlins vorgelegt werden. Der Verfasser ließ an ein und demselben Tag« in allen Gattungen der Leipziger Schulen einen Austab itoer das Thema „Erlebtes vom 18. Oktober" schreiben. Ans den mehr al- 5000 Aufsätzen steht er wichtige Schlüsse sowohl fttr di« BeurtetlimL der heutigen Unterrichtsmethodik wie für die Psychologie des Kindes und die Ausgestaltung t>«S AustatzrmterrichtS hn Etniul einer Förderung des persönlichen imd des Kulturleben-. 468 tAr folgenden Wirffflfc* ftmtvm«n ans dem drillen Schuljahr •tn-rr höheren Wfttrftcnfrijiilr. Sie tinb das Ergebnis einer Ählu- knng im freie» Missal 1. 311» m i n a t i o n. Wir waren auf den Mark! Da Kückte ich mir dos Sieges Dmlnial an. Austen heruni woren takeln das fiel mir am besten. Ich fragte mein Pater ob ich mich einmal ruter stellen kann und er sagt ja, und ich >Iell-) stellte mich darunter O, wie warm war das so mollich trnd unten berum war alles voll Heide das sah aber schön aus und aus einer stufe lach ein granz aus Tanne und das Rock) gut. es war ein gram, aus Tanne und eine Schleife Aber nun wollten wir uns auch etwas anderes ankucken und ich sagte Das war Das schönste. 2. Wie bie Statd geschmückt war. Am Sonnabend gingen meine Ellern, mein Bruder und ich in die Statt». Um die geschmückten Häuser anznsehen. Tie Frauenberufschule war sehr schön geschmückt. Sie gefiel mir so gut mit den vielen Kränzen, die mit roten Bändern festgemacht waren. Am besten gefiel mir aber dock; Pölich mit seinen vielen Fahnen wo lauter Wappen draus waren. Tie I l l u m a t i o n. Da wir Sonnabend keinen Wagen bekamen sagte mein Pater: „Komint Kinder, wir wollen uns die Jllumanon ansehen." Erst kamen wir am Rathausturm vorbei. Der lvar prachtvoll rot erleuchtet. Au unser Haus kam der Wtnd, sodas einpaar ausgingen. Auf dem Markt war es auch lehr schön, nämlich um das Sicgesdcukmal brannten ganz große Fackeln. Die verschiedenen Fahnen. Eine Fahne sah gold, rot, schwarz. Eine konnte man nicht erkennen, nur konnte man sehen, das sie drei Bänder hatte. 3. Mit schwerer Mühe angclangt. „Endlich sind wir da das hat aber lange qenuch gedauerd nicht-wahr?" „Mutti ist .schon jemand vorbei gefahren." „Das weis ich selber nicht genau aber ich kann mal jemanden fragen." „Ja bitte ja bitte ich niöchte es sehr gerne wissen!" „Nun ja." „Muttck>en weißt Du was ich frage cinnial selber jemanden." „Ja gehe einmal zu dem Mann hin." „Ach können Sie mir vielleicht sagen ob der Studcudenzug schon vorbei ist." „Ja, der ist schon lange weg es sind sogar schon ein paar Fürstlichkeiten weß." „Mutti denke nur einmal an es ist schon der Studcudenzug ist schon vorbei, und denke nur ein paar Fürstlichkeiten sind auch schon weg, das ist aber schrecklich! Nein zu schade das kommt aber blos wegen der Elecktrischeu es müsten doch eigendlich mehr Bahnen fahren! Mutti der Mann lwl gesagt, sic kämen noch einmal auf dem Riickweg!" „O fein ! das ist. fein! da sehen wir noch einmal setzen das ist- fein ! Ach nun Klingelt» es das ist aber schade nun muß ich aushören nein sowas! Sowas werde ich nie wieder vergessen Wie uns auch blos soivas passieren kann! Nein sowas das war dock» zu schrecklich das kommt aber blos wenn man zu spät kommt. Aber wir haben sic alle noch ans den Rückweg gesehen! 4. Juchhei, heut' geht es zum Feste! Jetzt gehen wir zur Elektrische. Pali dort ist der König, siehst du ihnen? Ja, ja, ich sehe ihnen. Ach wie ist das schön! Run wollen wir aussleigen, ja, o, ja! Wir wollen in die Gcolheskraße und aus den Anguß- tusplotz gehn. Tie Geothestraße sieht zu schön aus. Bali wird der Palä heute abend wieder geschmückt, ja, der muß aber hübsch aus sehn sagte ich. Der Augustusplatz sieht auch schön auS, grade mit den Fackeln »ich? Ja. Man kann garnicht Weggehen, so schön ist es! O, guck Pati, jetzt sind ja Flammen dort ooen? Ja. Wer jetzt müssen wir nach Hause fahren, wie schade ! Das war »kn schöner Abend! Nun eine Anzahl von Aust ätzen gleichaltriger Kinder einer Bürgerschule, welche an die alte, unfreie Aufsatzmethode gewöhnt waren. 5. Wir waren ani abend in der Stadt zu der Jllumin-aNon. Wir haben auch Jllumiert. Wir waren auch an den Pölkerlchiach» ldenkmal In der Künigstraße habe ich den Kaiser gesehn. 6. Als wir in der Stefhanstraße standen kamen erst Autos. In demselben kamen die Russen gefahren. Danach zwei Kut« ftben. Darin sahen drei Leute im Samtkostüm. Danach kamen lllahnen dann kam eine Kütsche mit sechs Pferden, darin sab der Kaiser und der König um daß Pölkerschlachtdenkmak zu betrachten. 7. Wir waren an dem Bülerchlachtdemmal da haben wir das Bölerchlachidemmal da haben wir das demmal gesehen. Der Lieb« Bott hat cs gerate so gemacht als sie gechosen hatten. Das Pölerchlachtdemmal hat 13. Jahre getauer zu bau nachmittag kam der König vorbei gefarcn. Wo die Leute gelaufen kani da war der Grimmahersteinweg vvl lauer Leute der sach sckgvarz aus. Un Aben da haben wir die kleinen Lampen an gebrant die säch aus als ti kleine Lampen wären. Wir haben gechmüt. Wir sind «den auf den Augustplatz gekomen da war es schwarz da hob», wir die Feuerwär gehört. 8. Am 18. Oktober war es sehr schön. Da war der Kaiser der f nig und alle Fürsten da. Ich und meine Eltern wir waren iw obstheida. Da waren die Däuser Illuminiert. Auch bei uns rden die Fahnen herausgehangen. Dann bin ich mit meinem ter an das Schwarzenbergdenkmal gegangen. Das Denkmal war sehr schön bekreuzt. Bei dem Feste ivoren die .Häuser all« schön geschmückt. Das Gasthaus Napoleon stein war auch sehr schön geschmückt. Nun ist auch das Bölkcrschlachtdenkmal ganz verdtg 9. Als der König kam stauten fiel Leute da. Der König kam in einner Kutsche. Born aus den Pferden saßen Leute aus srüeren Zeiten. Als der Kaiser kam ivaren fiel Soldaten da Dann ist der Kaiser und der König aus der Kutsche gestigen. Dann ist der Kaiser und der König die Straße rauf und runter gegancn. Dann haben die Soldaten Musik gemacht. Dann ist der Kaiser und der König Hausen stehen geblieben. Da haben die Leute huraa gerufen. Dann lammen die Südwestafrikaner die sind in das Palast ge- gannen. Dann sind noch siel Rusischcosfiezire mit gekommen. Ist es nicht, als trete mau von einem frischen Wiesenplan, wo Kinder lachen und plaudern, in eine Oednis, wo Kinder felbst wir alte Leute schwerfällig am Stocke dahinhumveln, wenn man aus der Klasse mit den fieien Aussätzen in die Klasse mit den unfreien Aufsätzen eintritt? Aus den freien Aufiätzen klingt wirklich die Kinderseele. So sind die Kinder, hier besonders die Mädchen. Die Lebhaftigkeit, der kindliche ilebcrschwang, das Verweilen bei Einzelheiten ! Es ist erstaunlich, mit weicher Natürlichkeit manche Kiicher die Reden wiedergeben. Ueberall zeigt sich genaue und reiche Beobachtung. — Wie anders in der anderen Klasse. Trotzdem diesä Klasse zwei volle Stunden zur Beringung hatte — die ander« Klasse hatte nur eine Stunde — , ist das Dargeslellte ganz dürftig. Es werden nur die markantesten Vorkommnisse des Tages erwähnt/ und diese werden auch nur registriert, nicht geschildert. Keine Ein- zelbeobachtungen, kein Verweilen! Kein Gefühlsüberschwang, kein Urteilen, keine Gedanken steigen in der kindlichen Seele auf. Viele falsche Beobachtungen zeigen sich: in den Aufsätzen 8 und 9 steht geradezu Unsinn. Ist nun bei diesen Kindern wirklich das kindliche Erleben so trostlos, wie es in den Aufiätzen zum Ausdruck gelangt? Das glaube ich nicht. Woher aber kommt dann die Oede und Dürftigkeit dieser Niederschriften? Wenn ich recht sehe, liegt die Sache so: Das Kind, das den freien Aussatz schreibt, versetzt sich ini Augenblick des Schreibens wieder in sein Erlebtes hinein. Mährend es wieder darin kbU formt sich seine Ausdrucksweise wie von selbst. Orthographie und Interpunktion sind nicht so aufdringliche Gesellen, das; sie hemmend eingreisen könnten. Das Kind, das den unfreien Aussatz schreibt, lebt nicht während des Schreibens im Erlebten. Es lebt im Ringen nach dem sprachlichen Ausdruck Das Formen richfigcr Sätze, die Rechtschreibung der Worte und die Zeichensetzung sind die Zuchtmeister bei seiner Arbeit. Tla ist es kein Wunder, wenn daH Kind beim Aussatzschreiben nur über sein Erleben Hinhastet, um irgend etwas Hervorstechendes zu erhaschen. Hat es etwas gesunden, so beginnt die Mühsal der Forniulierung womöglich so, wie es die Erwachsenen auch formen würden. Die Ausdrucksweise der Erwachsenen steht dem Kinde aber auf dieser Stufe erst in nur wenigen, eingeprägten Formen zur Verfügung. Wenn man so die Arbeit des kindlichen Bewußtseins beobachtet, ist es nicht verwunderlich, daß es innerhalb eines Zeitraumes von zwei Stunden kaum mäh« als ein bis zwei Seiten schreibt, während die gleichalten Kinder, die aus ihrem Erleben heraus gestalten, oft in derselhen Zeit sechs, acht bis zehn Seilen zu schreiben vermögen Verlassen wir nun aber unseren Beobachtungsposten vor der Arbeitsstätte des Kindes und betrachten wir die Arbeit des Lehrers! Was hat der Lehrer des fieien Aussatzes auf dieser Stufe und was der des gebundene» Aufsatzes zu leisten? Der erste hat dem natürlichen Wlauf kindlichen Erlebens freie Bahn zu lassen, der andere aber hat diesen Lauf zu hemmen und in Bohnen zu lenken, die sonst nur für Erwachsene gangbar sind. Es ist kein Zweifel, daß dem letzteren die schivererc Aufgabe zugefarleu ist. Und wenn man von der Verkehrtheit seines Beginnens absieht, so muß man bewundernd vor dem stehen, was die Lehrer in dieser Sisyphusarbeit geleistet haben. Da in den meisten Schulen aus dieser Stufe schon möglichst fehlerfreie Aussätzchen verlangt werden, so mutz der Lehrer zu Mitteln greifen, die gute Leistungen Vortäuschen. Er mutz mit denj Kindern Satz um Satz formen, interpunkiieren und die Wörtet vorschreibcn. Das wird auch so lange bleiben, solange man gute Aussatzheste verlangt. Nicht aber gute Aussatz hefte sind di« Hauptsache, sondern gute Äufiätze. Der deutsche Zturzflieger. Von Kurt Küchler. Wäre er ein Franzose oder ein Amerikaner, sein Name wäre in Deutschland so populär wie es der Name des Franzosen Psgoud war, als er im Sommer vorigen Jahres auf deutschen Flugfeldern seine unerhörten Triumplu feierte. 'Aber der zwanzigjährige Flieger T w e c r, der mit seinem serngliedrigen Flugzeug in wundervoller Graziösität durch die Luft tanzt wie ein sonnen- feliger Schmetterling, ist ein Deutscher und stammt aus Osnabrück und fein Weg zur großen Popularität ist deshalb ein wenig schwieriger. Es ist freilich wahr: der Osnabrücker Tweer macht nach, >vas der Franzose.Psgoud ihm als Erster vvrgemacht hat Es gehörte ein ungeheurer Mut dazu, aus dem Wege eigener Erfahrung zu erkennen, daß es für ein in vollendeter Symmetrie erbautes Flugzeug vollkommen gleichgültig ist, ob mgn mft dem Kopf nach oben oder mit dem Kopf näch nntm dnrch das Meer der Lnft gleitet. 464 tfast Schifl schwimmt auf der jtueibiiitcitiioiialeii Fläche des Meeres. Das Flugzeug aber schioimmt im dreidimensionalen Raum der Luft: es kann steige», fallen, schweben, gleiten, tauchen, in Kurven fahren, deren Durchmesser senkrecht sur Erde steht, kann im freien Raum jedes Looping the Loop volfführen, das man srliher als halsbrecherisches Artistenstück im Zirkus bestaunte. Das hat der Flug des Franzosen PSgoud gelehrt, das hat der Deutsche Tmeer rasch gelernt. Mer dennoch bedeutet die Leistung Tweers, der dieser Tage auf dem herrlichen Hamburger Flugfeld bei Fuhlsbüttel unter einem strahlenden Sommerhimmel seine wagerechten und senkrechtenSchlei sen flog, etwas ganz besonderes vor den Flügen Pägouds Die Sturz und ,,Kops"-Flllge Pögonds ivirkten noch forciert. Man hatte den Eindruck, als überliste er die tückische lauerirde Luft durch verblüffende Tricks und Kniffe, durch eine raffiniert errechnete Nuancierung der Propeller- und Steuerwirkungen. Man erlebte seine senkrechten Schleifen, Kopf nach unten, wie die tollkühne Leistung eines sensationell und nervenreizend mit der Todesgefahr spielenden Artisten. Tweers Fluge aber sind wundervolle Selbstverständlichkeit. Man spürt nichts mehr von einer verwegenen und raffinierten Artistik Man hat den Eindruck einer absoluten und selbstverständlichen Beherrschung der Luft. Wenn Tweer hoch im freien Raum die Spitze seines Flugzeuges leicht nach unten neigt und dann in wundervollem Schwung sich wieder ausrichtet, um eine senkrecht zur Erde stehende Kurve zu beschreiben und wie ein rollendes Schwungrad Kreis an Kreis fügt, tvenn er mit senkrecht zur Erde stehenden Flügeln engste Kurven fährt, aus und nieder schwebend, hin und her gleitend, dann haben wir Zuschauer das seltsam befreiende Gefühl: die Lust ist dem Menschen Untertan. Nicht das Raffinement eines tollkühnen Fliegers bezwingt sie, sondern der Mensch ist frei gctvvrden in der Luft, sie ist in Wahrheit sein Element geworden, in dem er spielt, wre der Fisch im Wasser. Dreißig, vierzig Meter tveit läuft das Flugzeug, in seinen seinen Gliedern bebend wie ein edles Rennpferd, sanft eingehüllt in den lichtblauen Rauchwolken des Motors, über den Erdboden, noch ein kunstvoller Mechanismus, noch ein Geschöpf her Erde. Aber sobald es mit knatterndem Gesang aufsteigt in die Freiheit und Ungebundenheit der Sphären, ivird es zuni leichtbeschwingten, von aller Schwerkraft scheinbar losgelösten Vogel, b'em die Lust feilt Feind ist. Und unser unermeßliches Staunen löst sich aus in die stille Andacht von endlich erfüllten Menschenträumen, geträumt von den Jkariden oller Zeiten. Der Mythos vom Sonnenflug scheint vollendet. Bei Pägoud tollkühnes Wagnis. Bei Tweer das ruhige Bewußtsein: es kann .gar nicht anders sein. Und in dieser stolzen und sicheren Erkenntnis liegt das, ivas die Leistungen dieses Fliegers über das rein Sportliche und Artistische hjnaushcbt. Denn sie gibt allen Fliegern die befeuernde Erkenntnis, daß sich das Reich der Menschen trotz der Opfer an Blut, die noch kommen tverden, m Wahrbeit erweitert hat bis zur blauett Wölbung des Himmels. _ vermischte». — Fahrbare Häuser. Von einer neuen Errungenschaft, die es dem Bürger ermöglickten soll, zuni wenigsten in den Sommermonaten ein beauemes kleittes eigenes Haus zu bewohnen, berichtet die Holzwelt Es sind die fahrbaren Häuser, die auch weniger bemittelten Menschen die Freuden einer eigenen Sommervilla schassen sollen und dabei nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind, sondern mit geringer Mühe und bescheidenen Unkosten gleichsam überallhin mitgenommen tverden können . Diese sinnreich konstruierten fahrbaren Häuser erhalten mehrere Zimmer, Küche, Badezimmer und alle sonstigen Einrichtungen des steinernen Hauses: sie können an alle Leitungeti angeschlosseu tverden und sind vollständig wetterfest Tritt der Wunsch oder die Notwendigkeit eines Ortswechsels ein, so kann das Haus mit seinem gesamten Inhalt in weuigen Stunden ohne besondere Vorkenntnis zusauimengelegt werden, nimmt die Form eines Möbelioageus an und kann wie ein solcher transportiert werden. Denn der Hauskern ruht auf einem gewöhnlichen Lastwagenunterbau: Fußboden, Zitnmerwände usw. sind durch feste Scharniere seitlich angehängt und werden beint Ausbau des Hauses herausgeklappt. Auszusetzeir sind dann nur noch Decke, Dach itud Sockclteile. Das Mobiliar ist zuni großen Teil eingebaut: natürlich kann der Geschtnack imb die Neigung des Besitzers bei Bau und Einrichtung berücksichtigt werden Zieht man in Betracht, daß bei dieseti fahrbaren Häusern der Bodeuenverb fort fällt, ein großer Teil des Mobiliars vorhanden ist und ein Orts tvechsel sich tvesentlich billiger als ein getvöhnlicher llnizug ge- staltet, dann dürfen diese Häuser als die billigsten gelten, die gebatct werden können. Dazu koinuieti die Annehmlichkeiten der schnellen Beweglichkeit. Großstadtsatttilien können sich in eineni Pachtgarten bei der Stadt eilt Heim aufschlagen, um es in den Ferien mit dem gesamten Hausrat in die Sommerfrische zu überführen. Kleinere Bauten lassen sich tvahrscheinlich für 3000 Mk. Herstellen, mit wach- sender Größe und wachsende» Ansprüchen steigen naturgemäß auch drc Herstellungskosten, die wohl im allgemeinen ztvilclten 3000 und 10000 Mk. schwanken — Vom Wunder des Todes. Kur, yor dem eigenen Tode, mit versagender Stiinme Und oft von Achwächeansälleiz unterbrochen, hat Julius Rodenberg den letzten Nachruf an seinen verstorbenen Freund Karl Frenzel diktiert. Beide, Frenzel und Rodenberg, waren klare Geister und Männer, die dem Schicksal ruhig trttb gefestigt entgegenblickten, jedwede religiöse Schwärmer« war ihnen ivescnsfremd. lind dock, durfte Rodenberg in dem Nachruf ans den Freund erzählen, daß Frenzel einst im engen Freundes- kreise der festen Zuversicht Ausdruck geliehen hatte, die Seels werde nach dem Tode auf anderen Sternen neue Heimat linden. Nun Nodenberg selbst ganz sanft enffchlasen ist, derart, daß die treue Gefährtin seines Lebens, die Mitschafsecin an seiner Arbeit, seine Frau, erklär«! durfte: „Man kann kaum sagen, daß er starb: man kann nur sagen, er >var tot", gedenkt man des seltsamen „Erlebnisses vom Tode", von dem er selbst in seinen Erinirernngs- blättern „Aus ber Kindheit" erzählt lpä Das soll aber mit seinen eigenen Worten hier stelzen: „Es war der heiße Sommer 18ö4, und ich stand dainals in Marburg dicht vor dem Rigorosum. Die Großmutter war nur ein paar Tage bettlägerig gewesen: aber sie, die so friedlich gelebt, sollte» nicht ohne Todeökampf scherden. Sie schien eingeschlummert, erwachte jedock, noch einmal in der Nacht, murmelte etwas, was mein Vater, meine Mutter und eins meiner Schwestern die an ihrem Bette standen, für meinen Namen hielten — denn sie hatte mich, als den erstgeborenen ihrer Enkel, itnmer besonders lieb gehabt. In derselben Nacht nun, ohne daß ich von ihrer Erkrankung ettoas getvußt — denn Man wollte mich in meinen Examenarbeiten nicht beunruhigen — hatte ich einen beängsttgenden Traum: es war eine drückend heiße Jlulinacht, und in jenem Zustand des Einschlafens, wenn das Bewußtsein aufhört und die Phantasie weiterarbeiiet, sah ich plötzlich me-tna Großmutter 'vor mir: traurig, wie ich sie nie gesehen, beugte sie sich Über mich, sprach Meinen Namen aus uird versckzwcmd, worauf ich alsbald »tu Tränen tjn heu »Augen erwachte. Tagelang konnte ich die Qual nicht lv-wcrden, aber ich schrieb nichts davon nach HauS. Als ich, einige Wochen später, nach absolviertem Examen hcim- kehrte, kam mir die Schtvestec entgegen. Lange tvagte ich nicht zu fragen: endlich sagte ich: „Die Großmutter?" — „Sie ist tot", erwidert« die Schwester: und nun, da mir das Datum und die Stunde des Traumes uuvergessen im Gedächtnis waren, crsulzr ich, was sich in jener Nacht an ihrem Sterbelager zngetragen." — A u ch eine Kritik. Bon einem heute wohlbekannten italienischen Dichter erzählt der Corriere della Sera folgendes Er lcbuis. Er hatte einen neuen vlzaniastischeii Roman erscheinen lassen und tvartete nun aus den Erfolg. Aber die ersehnten Käufer kanten nicht. Der unglückliche Autor ging atts einem Buchladen in den andern und erkundigte sich nach dem Schicksal seines Ronians, aber itnmer wieder erhielt er die betrübende Auskunft: „Nichts verkauft, Herr." Als er wieder einmal bei dem Buchhändler vorsprach, bemerkte er plötzlich neun Exemplare statt der acht, die er bei seinem vorhergehenden Vesnch gesehen hatte. „Neulich hatten Sie acht Exemplare," sagte er entrüstet, „und heute sind es nenn. Mehr tverden können es doch nicht . . ." „Ja, tvissen Sie," sagte der Buchhändler, „eine Dame, die schon den Rotnan gekauft hatte, brachte ihn zurück, sie möchte irgend etwas anderes dafür haben, und schließlich habe ich ihr Abziehbilder dafür gegeben." * Fr eit tib i tt tt nt. Ich möchte bloß wissen, tparum die Ellr vorhin so kleine Schuhe kaufte. Die kann sie doch unmöglich tragen." „I loo! Aber sic geht doch jetzt ans Reisen und da stellt sie abends im Hotel die kleinen Schulze immer vor die Türe und bosst aus die Art wenigstens «inen Mann zu kriegen." * Reiselektüre. „Ach bitte, nimm doch auch das Buch da mit in den Koffer!" — „Aber Frau, was willst Du denn damit: „Bon der Theorie der Induktion" von Lachelier?" — „Ja, das ist ein ausgezeichnetes Format, um Edelweiß zu pressen." * Der Modephilosoph. Zwei Freuichinnen treffen sich in eineni Salon. „Sage einmal, weißt Du vielleicht, wo man sich die Bücher von Berason verschaffen kann?" — „Ach, meine Liebck, glaub doch daran nicht . Man denft sich immer wunder was, und nachher ist vielleicht überhaupt nichts Anstößiges drin " * Nach dem Kommers. Studiosus (unterm Knerptifch aufwachend): „Potztausend, kommt mir heute meine Bude abrp niedrig vor!" _ Magifchr; Qua&rat. "i 1 In die Felder nebeuslehettdeti Quadrats sind _!__I__die Buchstaben AAAADHHKLLNRBT U U derart einznlrageti, daß die ivagerechleu J-— senkrecht.Reihen gleichlautend lolgeudes bedeuten: l. Männlichen Vornamen. -j—t— 2. Stadt in Abessinien. I 3. Biblischen Namen. 4. Nebenfluß des Rheins. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des LogogriphS in voriger Nummer: Kelch, Elch. Redaktion: R Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brütiplch,,, Utiiversitätl-Buch» und Steindruckereh R. Lange, Gießen