Kinderseele. Roman von Reinhold Ditmantt. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein leises «klopfen machte ihn auMicken, und er ließ gleichgültigen Tones die Aufforderung zum Eintritt ergehe». Eine große, schlanke, ganz in tiefste Trauer gekleidete Frauengestalt trat mit leisem Rascheln des nachschleppendcn Gewandes auf ihn zu. „Store ich dich, Harro? Sage mir's qanz offen, wenn ich dir lästig falle." Er hatte sich bei ihrem Anblick erhoben und ihr seine Hand entgegengestreckt. „Welche Berinutung, Jadwiga! Worin solltest du mich denn stören? Ich bi» dir im Gegenteil von Herzen dankbar, daß du niich nickst schon heute ivieder Verlassen hast. Das Opfer, das du damit bringst, ist sicherlich nicht gering." Er hatte einen der breiten Sessel für sie zurech tgerückt, und ihr von dem Schein der elektrischen Arbeitslmnpe matt beleuchtetes Gesicht hob sich wie das Antlitz einer herrlichen Statue von dem dunklen Hintergründe ab „Von einem Opfer ist keine Rede. Aber ich hätte wohl freilich nicht bleibe» dürfen, wenn nicht Dietlindes Krankheit den Aufschub meiner Abreise gerechtfertigt hätte." „Und warum hättest du nicht gedurft, Jadwiga? Biel- lleichl weil ein paar Klatschbasen sich möglicherweise darüber «mfgehalten tstitten? Es war dock, sonst nicht gerade deine Art, dich um dergleichen viel za kümmern." „Und ivenn ich mich jetzt daruin kümmerte, geschähe es gewiß nicht meinetwegen, .^arro Ich bin allerdings nicht gewöhnt, mich bei w.' nern Dun und Lassen nach de» Meinungen anderer zu richten." „Dasselbe darfst du getrost auch ber mir »oraussetzen. »über ich meine, wir beide sollten uns hinlänglich kennen, um «Mer derartigen Bersichernngen überboben zu sein. Du wirst eben bleiben, solange dir es in dieser Einöde aiishalteu kannst, und jeder Tag, den dn meinem armen Kinde schenkst, wird mein Schuldkontv mit einem weiteren Posten belasten. — Du bist wohl eben bei der Kleinen gewesen?" „Ich komme von rhr, um dir Bericht zu erstatten. Es geht chr ganz gut Das Fieber t»oi sich auch am Rachm,ttag nicht eingestellt, und ich gbaube nicht, daß sie mehr als einige Tage brauchen wird, um »weder ganz gesund zu sein." „Ganz gesund?" Bardeleben schüttelte mit finsterer Miene den Kopf „Ick, fürchte, liebe Jadwiga, das wird sie wie An ihrem Blute oder in ihren Nerven muß etwas stecken, gegen das alle ärztliche Kunst „«achtlos ist. Es sck^int eben, dach mir wo« allen sogenannten irdischen Freuden nicht eine einzige vergönnt sein soll Na, vielleicht habe »ch's nicht besser verdient." „Daß du lstute so denkst und sprichst, ist wohl natürlich. Aber es tut mir darum nicht weniger weh, .Harro. Und ich hoff«, daß du stark genug sein wirst, es bald zu überwinden." ,/Was zu verwinden? Den Verlust meiner Frau — meinst du?" „Ja. Oder doch wenigstens diesen wilden Schmerz, der dich so traurig verioandelt hat. Die anderen mögen das nicht so sehen und sich durch deine scheinbare Fassung tauschen lassen. Ich aber, die ich dich besser kenne, ich bin voll schwerer Sorge um dich, Harro. In deiner Art ist etwa Unnatürliches) etwas, das ich mit ineiner Borsteklung von deinem Wesen und deinem Temperament nicht vereinigen kann. Ich würde dich tausendmal lieber weinen oder gegen Gott und die Welt wüten sehetl als so." Wie ein mühsam niodcrgekämpstes Schluchzen war es bei den letzten Worten in ihrer Stimnie getoesen. Bardeleben neigte sich vor und legte seine Hand auf die ihre. „Du bist gut und warmherzig wie immer, Jadwiga! — Manchmal, wenn ich dich reden höre, klingt es in meiner Seele an wie eine liebe Erinnerung aus den Tagen meiner Kindheit. Ich kann mir die Stimme meiner Mutter nicht mehr oorstelten; aber ich meine, sie »ruß geioesen sein wir deine. Und darum empfinde ich jedes liebe Wort, das du für mich hast, doppelt als eine Wohltat. Aber du sollst dich meinetwegen nicht beunruhigen. Es hätte wohl keinen Zioech wen» ich dir auseinanderzusetzen versuchte, daß du meinen Gemütszustand nicht ganz richtig beurteilst, den» das sipd Dinge, für die sich nur schwer der rechte Ausdruck findM läßt. Aber wie er auch sein mag, ich gebe dir die Versicherung, daß ich entschlossen bin, nicht daran zugrunde zu gehen." Wie innige Dankbarkeit »oar es in dem Aufschlag der schönen Augen, die sich zu seinem Gesicht erhoben. „Und du wirst mir erlauben, dich an diese Versicherung! zu erinnern, so oft id)’s für nötig halte? Wie gerne »nÄchte ich dir ein wenig helfen, dich wieder zurechtzufinden! Mer ein Mädchen vermag so ivenig Wir armen Dinger sehen uns ja bei jedem zweiten Schritt an den Grenzen unseres Könnens." „Wenn mir überhaupt Hilfe von eurem anderen kommen könnte, wer weiß, ob du nicht inehr vermöchtest als foulst einer. Aber wie die Sackwn stehen, muß ich schon versuchen, inich selber heoanszureißen. Auf irgendeine Weise muß es doch schließlich gehen." „Hast du nicht die Absicht, jetzt vor allen» dein kriegs- geschichtlichcs Werk zu vollenden? Vor »oenig Monaten erst sagtest du mir in Berlin, welckw Befriedigung dir die Beschäftigung darnit gewährte. Für einen Männ gibt es ja keine bessere Trösterin als die Arbeit." Bardeleben »oandte sich nach dem Schreibtisch um und stieß mit der Hand gegen einen Haufen durcheinander geworfener Manuskriptbläiter. „Da ist es—- mein großes Werk!" sagte er in bitterer Selbstverspottnng „Mehr als zwei Fahre lang lw.be ich alle ineine Kräfte daran gesetzt. 468 — Und während man hier wahrscheinlich der Meinung ivär, Latz ich mich i» Berlin königlich! crmüsierte, habe ich vont frühen Morgen bis in die sinkende Nacht in Bibliotheken und Archive» oder am Schreibtisch gesessen Etwas ganz Großes '«ind Bedeutendes sollte es werden, und ich freute mich wie ein Kind auf den Dag, an dem es vollendet sein würde. Und jetzt? Ein Haufe» Makulatur — weiter nichts. Ich glaube, nicht um de» Preis meines Lebens könnte ich mich noch einmal darüber hermachen. —i Nein, mit dem Rezept ist es nichts, liebste Jadwiga! Und ich habe ja auch zum Glück Dringenderes zu tun, als nach literarischen Lorbeeren zu streben. Du weißt, daß ich die Bewirtschaftung von Klein-. Ellbach ganz in die Hände meiner Frau gelegt hatte, denn schließlich war sie ja doch die eigentliche Besitzerin. Und habe immer uneingeschränkte Hochachtung gehabt vor der Energie, mit der sie ihre schwierige Aufgabe gelöst hat. Mer schließlich war es doch nur die Energie einer Frau, die alles von ihrem Boudoir aus regieren und leiten mußte, und es steht um das Gut wohl nicht allerorten so, wie es stehen sollte. Da Hand anzulegen und ein paar Monate oder Jahre lang zu schaffen lote einer, der um sein tägliches Brot arbeiten muß, das ist vorläufig alles, was ich an Zukunsts- pläuen hege. Darauf, daß der Himmel uns schon in nächster Zeit einen frischen, fröhlichen Krieg bescheren könnte oder sonst eine Möglichkeit, sich auf anständige und nicht ganz unnütze Weise aus diesem irdischen Jammertal zu verabschieden —i darauf wage ich bei meinem unentrinnbaren Pech leider nicht zu hoffen." „Wie magst hu nur so sprechen — du, der Vater eines unerwachsenen Kindes!" „J>a — dies Kind! Du kennst cs ja von deinen früheren Besuchen her, .unb 1 du hast dich während der beiden letzten Page mit ihm beschäftigt. Sage mir ganz aufrichtig, Jadwiga, wie hu von meinem! Kinde denkst," „Ich denke, daß man fiir Dietlindes Entwicklung das »leiste allerdings noch von der Zukunft erhoffen muß. Mer unter einer zärtlichen und liebevollen Pflege — '" Cr machte eine hoffnungslos abwchrende Handbewegung. g ®» ungefähr sprach auch die neue Erzieherin, die meinst >u noch furz vor ihrem Dbde engagiert hat, und so wer- vermutlich schon alle früheren Gouvernanten gesprochen e». Nach Verlaus von einigen Wochen oder Monaten waren sie es regelmäßig überdrüssig geworden, Zärtlichkeit und Liebe nutzlos zu verschwenden. Ich habe das Kind lieb !— i Gott weiß es, daß ich es lieb habe — aber was soll ich mit dieser Liebe anfangen einem Wesen gegenüber, das bei meinem Anblick in Dränen ausbricht und keinen anderen Plunsch hat als den, von meiner schrecklichen Gegenwart befreit zu werden? Mit welchen Hoffnungen soll ich einer Zukunft entgegensehen, die sich durch! die Zeichen an- nlndiat?" „Ich kann dir darauf nicht antworten, Harro, ohne die Pflichten der Pietät gegen eine Heimgegangene zu verletzen. Mer ich meine, du siehst zu schwarz. Ob freilich eine bezahlte Erzieherin imstande sein wird, die große Umwand^ kung herveizuführen, die hier vollbracht iverden muß — !' „Auch die jetzige Gouvernante hältst du für nicht geeignet? Ich glaube ja nicht an offenbare Wunder, aber ich war doch der Meinung, daß man von diesem Fräulein Oth- mar alles erhoffen dürfe, was sich bei Dietlinde überhaupt noch erhoffen laßt." Er schien mit einer gewissen Spannung ihrer Antwort 411 harren. Jadwiga aber zögerte, und ihr schönes Gesicht hatte nicht mehr den bisherigen ibeichen Ausdruck, als sie endlich sagte: „Die flüchtigen Berührungen während dieser beide» aufregenden Tage erlauben mir nicht, ein Urteil über das junge Mädchen abzugeben. Daß ich im allgemeinen gegen so hübsche Gouvernanten immer ein wenig mißtrauisch bin, kann ich allerdings nicht verhehlen, und ich würde es jedenfalls für recht gewagt halten, ihr Dietlinde ohne jede Aufsicht und Kontrolle ganz und gär zu überlassen." Pardelebe» lehnte sich mit einem schweren Atemzuge in seinen Stuhl zurück. „Und woher sollte ich diese Aufsicht nehme»? Daß ich sie nicht selbst üben bau», brauche ich dir wohl nicht erst zu sagen." Diesinal wartete er vergebens auf eine Antwort seiner Base. Sie hatte den Kopf gesenkt, und die Spitzen ihrer schlanken, weißen Finger strichen wie in nervöser Verlegenheit über die Falten des schwärzen Kleides. Da, wie unter dem Zwange einer plötzlichen Eingebung, stand Barbeleben auf und trat an ihre Seite. „Es wird dir vielleicht wie eine verrückte Zumutung vorlomnien, Jadwiga', und du wirst möglicherweise bedauern, durch deine warme Teilnahme eine so unsinnige Hoffnung in mir geweckt zu haben, aber schließlich kannst du ja auch unbedenklich neist sagen. Ich gebe dir mein Worb, daß ich dir's nickch eine Sekunde lang verübeln würde. „Und wozu sollte ich ja oder nein sagen, Harro?" sragte sie leise. „Ich habe kaum den Mut, es auszusprecheu. Du, die verwöhnte und umschwarmte Dame der großen Welt — du, die schönheitsfreudige Lebenskünstlerin — du hier in diesem Klein-EUbach, das in den nächsten Mbnaten und Jahren wahrscheinlich nicht viel besser sein wird gls ein Kirchhof! Ach, es ist ja heller Wahnwitz! Laß uns nicht erst weiter davon reden!" „Oh, wenn es nur das wäre! Du hast, wie es schein^ doch wohl eine etwas geringere Meinung von mir, als ich sie verdiene. Mer — " „Wenn es nicht die Ungeheuerlichkeit des Opfers ist, die dich schreckt, was könnte dich sonst abhaltcn, mir oder vielmehr meinem Kinde diesen Liebesdienst zu erweisen?" „Was würde die Familie dazu sagen, Harro? Nicht die nnserige, nach der wir wohl beide nichts fragen, aber die deiner Frau. Vor allem Herbert Rasmussen, der mich durch sein Benehmen schon heute deutlich genug hat fühlen lassen, wie unpassend ihm meine Anwesenheit erschien." In Bardelebens Augen blitzte es auf. „Ter? Hältst du mich für den Mann, der sich durch Rücksichten auf den Herrn Oberleutnant Rasmussen bestimmen lassen könnte? Seine Billigung oder Mißbilligung — was kümmert sie mich und was kümmert sie dich? Der Hinimel weiß, was diesen Menschen bewogen hat, mich zu hassen; aber ich habe mir darüber bis heute so wenig den Kopf zerbrochen, als ich es künftig tun werde. Nichts aus der Welt ist mir so gleichgültig wie sein Haß. Und um seinetwillen würdest du nein sagen um seinetwillen, Jadwiga?" Sie schien zu bedauern, ihn durch ihre Worte in solchx Erregung versetzt zu haben, denn sie stand nun ebenfalls auf und legte begütigend die Hand auf seinen Arm. „Dp niußt doch verstehen, Harro, daß ein derartiger Entschluß nicht ohne reifliche Uebcrlegung gefaßt werden darf Er braucht doch! auch! nicht schon heute gefaßt zu werden. Bis zu Dietlindes Genesung bleibe ich jedenfalls auf Klein-Gllbach, und bis dahin werde ich mich das Fräulein Othmar hin- wissen, ob mein weitL« e notwendig oder zwei« länglich kennen gelernt Haben, um.zu res Verweilen in Dietlindes Interest ___________„ „„„„ mäßig sein würde. Daß es fiir mich kein Opfer bedeute^ versichere ich schon heute." Da klopfte der Diener, um zu melden: „Herr Oberleutnant Rasmussen fragt, ob der Herr Baron für ihn zu sprechen sei.", (Fortsetzung lolgt-js Die beiden Schneider. Von A n a t o l e France. Die Schuluniform scheint mir für Gymnasiasten nicht recht geeignet, denn sie ist eine Art offizieller Kleidung, und durch deck Zwang sie zn tragen, wird die Unabhängigkeit der Gymnasiasten beeinträchtigt. Ich habe sie getragen und bewahre ihr ein« schlecht» Erinnerung. Ich nnll erzählen, daß es zur Zeit, als ich das Gymnasium besuchte, in dem ich nur sehr wenig gelernt habe, einen geschickten Schneider namens Grdaoire gab. Grdgoire hatte nicht seines Gleichen, wenn es sich darum handelte, einer Schuluniform dazu geben, was sie haben mußte: Schultern, Brust und Hüstelt, Mit einer eigenartigen Schönheit umgab Gregoire die Rockschöhs. Er schnitt entsprechende Beinkleider dazu: in der Hüfte waren sie bauschig und sielen fast wie Gamaschen über die Stiefel. Wa- man von Grdgoirc angezogen und wußte nian das Käppi nur! einigermaßen zu tragen, indem man den Mützenschirm, wie die Mode es damals ivollte, hochschob, so sah man recht hübsch aus. Grdgoire war ein Künstler. Erschien er während der Mittag-« pause in seinem gninen Anzug im Hose und trug, unter dem Arm zwei oder drei Meisterwerke von Schüleranzügen, so verließen hie Schüler, für welche diese herrlichen Schöpfungen bestimmt waren, ihre Spiele und gingen mit Grdgoire in eine» der Säle de- Erdgeschosses, um die neue Uniform amuprobieren. Aufmerksam und nachdenklich machte Herr Grsgoire alle möglichen kleinenKreldb- striche aus das Tuch- Und acht Tage später brachte er in derselbm grüijen Toilette ein einwandfreies Kostüm. Leider ließ sich Ärsgoire seine Anzüge sehr hoch bezahlen. Er hatte das Recht dazu; er hatte keinen Rivalen. Luxus ist immer kostspteltg; Grögoire war «tn Lurnsfchncider. Ich sehe ihn noch: 460 0T«§, Melancholisch, mit seinen schönen weißen Haaren und seinen müde» blauen Augen hinter den goldenen Brillengläsern; er war vv» vollendeter Vornehmheit, und wäre sein grüner Anzug nicht gewesen, hätte man ihn für einen Beamten halten können. Grägoire mußte viel Kredit geben, denn seine Kundschaft be- ! tand ans reiche» Leuten, das heißt aus Leuten, bei denen es ehr lange dauerte, bis sie ihre Rechnung bezahlten. So etwas wird nur von armen Leuten gleich erledigt. Nicht aus Ansland tun sie es, sondern weil man ihnen keinen Kredit gibt Gregoire wußte, daß man von ihm nichts geringes oder mittelmäßiges erwartete und daß er es sich und seinen Kunden schuldig ivar, hohe Rechnungen spät zu senden. Gregoire hatte nach der Qualität seiner Zutaten einen zweifachen Tarif. Aber auch der kleine Tarif war schon kostspielig. Die vvti Gregoire angezogenen Schüler bildeten eine Aristokratie, eine Art High-life in .zwei Graden; meiner Eltern Stand erlaubte mir niemals z» hosscn, der Kundschaft von Grägoirc an- gchören zu dürfen. Meine Mutier war sparsam; sie war auch sehr wohltätig. Ihre Wohltätigkeit veranlaßte sie, in einer Weise zir handeln, welche die ganze Güte ihrer Seele zeigte — niemals gab es etwas Schöneres aut der Welt —, die mir aber ziemlich lebhafte Unannehmlichkeiten verursachte. Irgendwie hatte sic erfahren, daß cs einem Schneider und Portier aus der Rue de Ca- nettes, namens Rabiou — er war ein kleiner, rothaariger, krummbeiniger Mann, mit einem Avostelkopf aut einem Zwergen- körper — sehr schlecht ging und daß er ein besseres Schicksal verdient«; sogleich dachte sie daran, ihm zu helfen. Sie ließ ihm zuerst einige. Gaben zukommen. Mer Rabiou hatte eine große Familie, war zudem sehr stolz, und ich sagte ja schon, daß nieine Mutter nicht reich war. Das Wenige, das sic ihm geben konnte, nützte ihm nichts. Sie zerbrach sich den Kopf, wie sie ihm Arbeit verschaffen könnte, und begann damit, für meinen Vater soviel Beinkleider, Westen, Gehröcke und Ueberzieher machen zu lassen, wie sie vernünstigerweise für ihn bestellen konnte. Meinem Vater brachten diese Bestellungen keinen Vorteil. Tie von dem als Schneider tätigen Portier gelieferten Anzüge saßen schlecht. Aber da er von bewundernswerter Einfachheit war, bemerkte er cs nicht einmal. Meine Mutier bemerkte es für ihn. aber sie sagte mit Recht, daß mein Pater ein sehr schöner Mann war, der seine Kleider schmückte, wenn seine Kleider ihn nicht schmückten, und daß man nie schlecht gekleidet ist, wenn man einen hübsch warnten Anzug trägt, der ordentlich genäht ist und noch dazu von einem braven Mann, der Gott fürchtet und Vater von zwölf Kindern ist. Zum Unglück aber befand sich Rabiou, nachdem er meinem Vater mehr Anzüge als nötig geliefert hatte, in ebenso schlechten Vermögensverhälknisscn wie vorher. Seine Frau war schwindsüchtig und seine zwöls Kinder waren bleichsüchtig. Eine Portierloge ist nicht der geeignete Ort, um Kindern ein so frisches Aus/- sehen zu veleihcn, wie es junge, an Sport im Frqien gewöhnte Engländer haben. Ta der kleine Schneider und Portier Nicht Geld genug hatte, um Medizin zu kaufen, kam meine Mutter aus den Gedanken, eine Schuluniform für mich zu bestellen. Am liebsten hätte sie, ivenn es gegangen wäre, dort auch ein Kleid für sich machen lassen. Bei dem Gedanken an eine Schulunisorm zögerte Rabiou. Seine Avostclstirn war mit Angstschweiß bedeckt. Mer er war mutig und fromm vertrauend. So machte er sich ans Werk. MI betete, gab sich unendliche Mühe und konnte ob dieser Arbeit nicht schlafen. Er war bewegt, ernst, nachdenklich. Denkt doch! eine Schülerunisorm, ein Kleidungsstück von Bedeutung. Dazu stelle man sich vor, daß ich lang, mager, ohne Figur war und daß man schlecht sür mich arbeiten konnte. Schließlich gelang es dem armen Mann, meine Schuluniform fertig zu stellen, aber was sür eine Schulunisorm! Keine Schultern ; die Hohe Brust reichte mir schlotternd bis um den Bauch herum. Nun mit der Form hätte ich mich noch abgefundc». Doch die Farbe, ein klares, hartes Blau, war peinlich anzusehcn, und aus dem Kragen war nicht das gewöhnliche Mzeichen, Palmen, sondern aus jeder Seite eine Lyra. Rabiou sah nicht voraus, daß ich ein sehr berühmter Dichter werden würde. Er wußte nicht, daß ich in der Tiefe meines Pultes «in Gedichtbuch mit dem Titel „Erste Blumen" versteckt hatte. Dielen Titel hatte ich selbst gesunden und war höchst befriedigt von dieser Leistung. Mein Schneider-Portier wußte nichts davon; aber aus Inspiration halte er mir aus jeder Seite meiner Uniform eine Lyra ausgcnäht. Das schlimmste an dem Anzug »vor, daß der Kragen wert davon entfernt tvar, sich an meinen Hals anzu- schmiegen, vielmehr beträchtlich von ihm abstanb und sürcksterlich Falten schlug. Ich hatte einen Hals, so lang wie ein Storch, und häßlich und kläglich blickte ich aus diesem Kraam heraus. Bei der Anprobe hatte ich schon Argwohn und sprach diesen dem Schneider und Portier gegenüber aus. Aber der vortresslrche Mann, der durch seiner Hände Arbeit mit des Himmels Hilfe eine Schulunisorm verfertigt und doch gar nicht gehasst hatte, sic so gut zu vollenden, wollte nicht wehr daran rührm, aus Furcht, sie »och Mehr zu verderbm. Eigentlich chatte er Reckst BJoIl Unruhe fragte ich meine Mutter, wie sic mich fände. Ich sagte Euch schon, daß sie eine fromme Frau war. Sie antwottete mir: „Ein Kind ist schön genug, lvcmi es gut ist." Und sie riet mir, meine Schuluniform ohne Hossart und mit Demut zu tragen. Ich zog sie zum ersten Male eines Soimtags an, >vre es sich gehört, da es ein neues Kleidungsstück war. Oh! als ich an jenem Tage während der Pause im Schulhof erschien, welch ein Empfang! „Zuckerhut! Zuckerhut!" riefen alle meine Kaineraden auf einmal. Es war ein peinlicher Augenblick. Mit einem Blick hallen sie alle die fürchterliche Form, das zu helle Blau, die Lyren, dest tm Rücken abstehenden Kragen gesehen. Durch die verhängnisvolle Oessnung am Kragen meines Rockes begannen sie mir Kieselsteine in den Rücken zu stopfen. Eine Handvoll nach der andern schütteten sie hinein, ohne den Mgrund füllen zu können. Wirklich, der kleine Schneider-Portier der Rue de Canettcs hatte nicht überlegt, was für eine Menge Kieselsteine in bieffe Rückentasche hineingingen, die er da mir gemacht hatte. Als ich genug Kieselsteine darin hatte, teilte ich Faustschläge aus; man gab sie mir wieder, ich schlug um mich, und schließlich ließ man mich in Frieden. Aber am Sonntag daraus begann die Schlacht von neuem. Sobald ich den unheilvollen Anzug trug, wurde ich aus alle niöglichc Weise gequält; beständig wurde mir Sand in den Hals geschüttet. Es war abscheulich. Das schlimmste aber war, daß mich unser Aufseher, der junge Abb6 Simler, verließ und gar nicht darast dachte, mir während dieses Sturmes beizustehen. Bis dahin war ich von ihm wegen der Sanftmut nceines Charakters und des frühreifen Ernstes meiner Gedanken ausgezeichnet worden; ich wurde mit einigen anderen guten Schülern zu Unterhaltungen herangezogen, deren Reiz ich auskostete und deren Werl ich fühlte. Ich gehörte zu denjenigen, vor denen Abbä Simler während der längeren Sonntagspausen die Erhabenheit des Pricstergmtes rühmt« und von schwierigen Fällen bei der Ausübung des heiligen Berufes sprach. Abbe Simler behandelte diese Gegenstände mit einem Ernst, der mich mit Freude erfüllte. Eines Sonntags, als er langsam ini Hoi spazieren ging, begann er die Geschichte eines Priesters zu erzählen, der nach der Weihung der Hostie eine Spinne in dem Abendmahlkclch fand. „Wie groß auch sein Schmerz uird seine Verwirrung waren," sagte Abbe Simler, „er tat sofort das Richtige. Vorsichtig nahm er das Tier zwischen zwei Finger und . . ." Bei diesem Wort läutete die Glocke zum Mittagsgottesdicnst. Abbd Simler, der die Anordnungen des Reglements streng inne hielt, schwieg sofort und ließ die Knaben sich in Reih und Glied aufstellen. Ich ivar sehr neugierig >zu wissen, was der Priester mit der Spinne gemacht hatte. Aber meine Uniform war schuld daran, daß ich es niemals crsahrcn habe. Als mich Abbe Simler am nächsten Sonntag in meinem komischen Anzug sah, lächelte er heimlich und hielt sich in angemessener Entfernung. Er war ein ausgezeichneter Mensch; er wollte nichts von jenem Lächerlichen, das ich an mir hatte, auf sich nehmen und wollte seine Sutane nicht durch meine Schulunisorm kompromittieren. Er hielt mich nicht mehr sür würdig, in seiner Gesellschaft zu weilen, solange man mir Kieselsteine in den Hais steckte, denn, wie ich schon sagte, beschäftigten sich meine Kaineraden fortwährend damit. Gewiß hatte er damit nicht unrecht. Dann fürchtet» er meine Nachbarschaft noch wegen der Kugeln, die man von allen Seiten nach mir warf. Auch dieses war verständlich. Zuletzt aber empörte sich sein Schönheitsgcsühl überhaupt gegen meinen Anzug, Soviel ist sicher, daß er mich von nun an von den Unterhaltungen, die mir wertvoll waren, ausschloß. Er tat es auf geschickte Weise, ohne ein unhöfliches Wort, deßn er war ein sehr zartfühlender Mann. Er verstand es, wenn ich wisch ihm näherte, sich nach der anderen Seite zu wenden und so leise zu sprechen, daß ich nicht verstehew konnte, was er sagte. Bat ich schüchtern um einige Erklärungen, so tat er so, als ob er cs nicht hörte, und vielleicht hörte er auch wirklich nicht. Ich brauchte nicht viel Zeit, um zu verstehen, daß ich überflüssig war, und ich mischte mich nicht mehr unter die Vertrauten des Äbbß Simler. Diese Ungnade verursachte mir manchen Kummer. Schließlich begannen mich auch die Scherze meiner Kameraden wütend zu machen. Ich lernte die Schläge, die ich empfing, wiedcrgeben. Es war eine nutzbringende Kunst. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich sie in meinem späteren Leben nicht mehr ausgcübt Hahc. Doch einige Kameraden, die ich ordentlich verprügelt hatte, bezeugten mir lebhafte Sympathie. So mußte ich durch die Schuld des ungeschickten Schneiders daraus verzichten, die Geschichte des Priesters und der Spinne kennen zu lernen. Jedoch war ich zahllosen Schikanen ausgesetzt, und dadurch gewann ich Freunde, denn in den menschlichen Dingest ist das Gute immer mit dem Schlimwen vermischt. Wer in diesem Falle überwog das Böse. Dieser Anzug war unverwüstlich. Vergebens versuchte Ich ihn zu zerreißen. Meine Mutter hatte Recht: Rabiou war ein anständiger Mensch, der Gott fürchtete und gute- Tuch lieferte. 460 Die Lebensmittelpreise in Gießen in der er sten Hälfte des vor. Jahrhunderts sind ein Stint WlrtsckwW- Oschichte, das für sich allein spricht. Herr Ratsdiener 'P. Moll hat uns die folgend« Liste Kur Verfügung gestellt, aus der zu ersehen ist, wie billig damals die Lebensmittel waren. Allerdings war damals auch das Geld wertvoller. 1818 Juni 1822 März 1823 Juni 1886 Oktober rr £ Es kostete H i 5 a .o 2 a ? 1 das Pfund x g =* 5 s (K S -r x 0® « s ii § Ochfenfteisch . U —,81 9 -.36 9 —»36 10 —.29 «uhflrtfch . . 8 —,23 7 —,20 67, —,19 8 —.23 Rind steif ch . . 6*/, —,18 8 —,17 6 -.17 7 —,20 Kalbfleisch . . 6'/, —,18 6 —,14 4 -,11 7 —,80 Hannnelfleisch 7'/, —,22 Schiveineflrifch 10'/, —,30 67 , —,19 8 -.23 8 —,23 7 —,20 8 —,28 10 —,29 Spanferkel. . 7 —,20 vel>er- oder 8 —,28 8 —,23 7 —,20 Blutwurst . 10 —,28 7'/, -.31 7'/, -.21 8 —,28 Wurst von nur Schwein . . 13'/, —,38 io 1 / . — ,30 10'/ , —,80 12 —,34 Bratwurst . . 16 —,48 Schwarten14 —,40 14 —»40 15 —.43 wagen . . 14 —,4V 14 —,40 14 —,40 16 —,46 Sülz« ... 3 — ,03 3 —,09 3 —,09 3 —,09 HammeISqelüng 3 —,09 kalbSflelüug . 3 —0,9 3 —,09 3 —,09 3 -0,9 8 —,09 3 —»09 3 —,09 eine Kalbsleber 7 —,20 6 —,17 « —,17 7 —,80 ein Kalbskops 7 —,20 6 “,17 6 -.17 7 —,20 ein Kalbsgekrös 6 —,17 6 “»17 6 -17 6 —,17 1 PaarKalbsiüße 3 V, —,10 4 —,11 4 —,11 87, —,10 «rauch. Speck 19'/, —,55 Schinken oder 18 —,61 10 -.54 20 —57 Dörrfleisch . 16'/, —,47 Nieren- oder 15 —,43 16 —,46 16 — ,46 Rtndsfett . 18'/, —,52 12 —,34 9 —,26 18 —,51 Hamnieliett . 14 — ,40 Schweineschmalz 12 —,34 9 -.36 18 —,37 lausgelasseues) 22 -,63 Schweineschmalz 14 —,49 21 -.60 —,40 20 —,57 («nausgel) 19 —,54 14 —,40 14 18 -51 Hecht.... 17 —,49 18 —,51 18 -.51 17 —,49 Weißfisch . . 3'/, —,1V 4 “,11 4 -,U 5 —,14 Butter ... 18 —,51 15'/, -,44 H7, -.41 197, —,56 Salz .... 87, —,07 37. —,07 37. —,07 3 —,09 Flachs ... 18 —,51 20 —,67 20 —»67 22 —,63 Hirsen ... 5 —,14 grobgefchälte 6 —,17 6 —»17 5 —,14 Gerste . . 3'/, —,10 kleiugeschälte 4 —»11 4 -11 4 —,11 Gerste . . 7 —,20 8 -.28 8 —,33 7 —,20 geschälter Haser 7 —,20 Weizennieyl . 3 1 /, —,10 6 »7. —»17 —,12 6 4'/. —,17 —,12 5 —,15 8 —.09 Weizenmehl, ge° schwunerBors chuß 47, —,12 5 —,14 5 —»14 4 ->11 «töen ... 4 —,11 »V, —,10 «7. —»10 4 -.11 A«Hn ... 5 —,14 4 —,11 4 -,1‘ 47. —,12 Sette ... 14 —,40 16 —,46 16 -,46 16 —.43 llnschlittlichtec 14 —,4V 16 —,46 16 —,46 15 —,48 1 Maß Bier . 47, —,12 4 -,n 6 -.14 47, —,12 1 „ Doppelbier 8 —,28 1 „ Frucht- 6 —,17 7 —,20 7 -,2Ö branntwetn. 32 —,91 I «atz Apfel- 30 -86 30 -,86 28 —,80 Wein ... 1» —,46 18 -»84 12 -.84 14 —,46 1 «aß Rüb« 50 4,48 43 1,87 43 1,37 50 1,43 1 . Milch 7 —,20 6 -.17 8 -.33 7 —,20 4 Han dl äse . 4 —,11 6 «er ... 5 —,14 4 4 =fi « 1 -N —,11 47. -.1» 6 —,17 eine Gans . . 1 1,71 1 1,71 eia Huhn . . 15 —,48 IPnar Tauben 14 —,40 16 —,46 16 -.46 17 —,49 18 —,46 16 — ,46 14 — ,40 1 „ jung« Hahnen . . 17'/, —,60 Raggendrol 18 —,51 18 -.51 17 — ,49 (1 Pstmd» . 37, —,1» 3 —,09 3 -,os 2 —,06 Weizen 1 Malter 7 45 13,29 9 25 16,15 5 55 10,04 Korn 1 Malter 4 56 8,53 9 15,45 4 45 8.15 ©ft fite 1 Malter S 5 5,28 7 12,— 4 8,86 HAwr 1 „ 2 10 3.72 4 50 8,29 3 5.11 Heu 1»« Birmb 8 29 4,— 2 3.4* 1 45 8.- 1 Fuder Steel) Kartoffeln 1 Malter 12 28,58 10 17,14 1 38 2,74 Jn> Jahre 1848 kostete dar Pstuid Kaffee 24 Kreuzer (69 P>e»»ig), 2G Rreuzer (74 Pfennig- und 28 Kreuzer (80 Pfennigs. 1843, August, kostete das Malter Kartoffeln 4 Gulden 48 Kreuzer <8 Mk. 13 Pfg.); 1846, August, 1 Gulden 30 Kreuzer (2 M. 74 Psg.1: 1847 April und Mai 7-8 Gulden (12—13,71 Mk.>. vermischtes. ^ Die Badegarderobe in früheren Zeiten. Na- tvlcntlich in den vornehmen Seebäder» von heute wird mit Badegarderobe ein großer Luxus getrieben. Bei der Damenivelt sutt, Badekostittue zu sehen, die wohl ebensoviel gekostet haben wie teure Balltoilctteit. Früher war es um die „Badekostümc" reckst simpel bestellt. Zur Zeit der Minnesänger bestand die Badegarderobe der Miänuer zivar schon in einer Art Badehose, die grauen aber trugen Kn dieser Zeit beim Baden iwch keinerlei Bekleidung, wohl aber einen du heu Kopfputz und nicht selten auch goldne und silberne Ketten. Weiter kamen daun Badelakeu auf, tmd nach dein Sachsenspiegel gehörte zur Brautausstattung auch ein Badelaken. Zur Ausstattung eines Badenden ivähreud der ganzen mittelalterlichen Zeit gehörte auch eine Badequaste, eine Art Wedel, mit der sicl> die Besucher der Bäder den Körper abklopseu. Rach und nach entlvickelte sich das Badelaken zum Baderock. Uin ein Aufbauschen zu verhüten, irähten sich die Damen in den Sauni des Baderocks Bleistückchen ein. Im 14. und 15. Jahrhundert verschwand der hohe Kopfputz, den die Frauen früher beim Baden trugen: an dessen Stelle kaiuen bei Männern und Frauen einfache Hauben auf. Mittet alterliche Schriftsteller führten öfters Klage darüber, daß Männer und Frauen in deil allerdürstigsteu Gewändern giiwen, um in der „Badestube" oder ini Fluß ein Bad zu nelnnen Noch bis wett in das 19. Jahrhundert hinein war die Badegarderobe muh lder reichen Frauen sehr einfach, und erst die beiden letztest Jahrzehnte haben darin eine Henderung gebracht. * Ein Held. „Also, Herr Haicplnwim, als Sie in dev letzten Schlacht tvaven, haben Sic da Ihr kaltes Blut behalten?" „Gewiß, ich hatte sogar so kaltes Blut, daß mir alle Glieder zitterten." _ vüchertisch. — (Die Sieger, Roman von Felix Philipp«, Verlag Ullstein u. Co., Berlin-Wien 3 Mk. "Der Welt des Theaters, mtt dem sein Name seit Jahrzehnten verbunden ist, hat Felix Philippr den Stoff zu seinem Roman entnommen. Die Kunststadt München ist her Schauplatz des von iiM zu großer Wirkung gebrachten Konftikts. Eine Sängerin der Hvfoper schützt das Bermäcdtnis ihres Vaters, eines genialen Musikers, den vor der Stunde des Ruhms der Tod überrascht hat, und dieser heilige Kamps ist zugleich ein Kanipf verratener und entweihter Liebe. Mtt der Schilderung des Theaiergetriebes kontrastieren dir^ Naturbilder aus den bayerischen Bergen, die Philippi in der Schönheit heiterer Sommertage mrd in der grandiosen Pracht winterlicher Schaee stürme zeigt, und ein sreundlickwr, behaglicher Hunior liegt versöhnend und Äärend über dem ganzen Werke. ' — Was tut sich. Eine Sammlung herzerguickenden Frohsinns Bon Anton und Donat Herrnseld. Preis broschiert 2 Mk., geh 3 Mk Johannes Baum, Berlag, Berlin W. 30. „Echt Hernn- feld!" - rust man unwillkürlich beim Lesest dieser lustigen Iamm- luug herzerquickenden Frohsinns. Wer Anton und Donat Herrnseld von ihrer Bühnenwirksamkeit >»er kennt, der kühlt sofort, daß sie mit diesem Buche ihre Popularität noch erhöhen werden, Ueberall, uw Sinn und Verständnis für einen geftmdeu, uwhl° tuenden Hnnrvr herrscht, wird das Buch mtt Freude» begräbt toerdeu. togoaripl). Ost fiel) ich bei den, Freudenmahl Bereit, Ergnickimg dir zu spenden: Vergessen ist des Lebens Qual, Doch Täuschung hast dn nur ln Händen. Denn ich bin es, der Schmerz und Weh Dir >v chlich bringt in schrveren Tagen. Wen» ich an drr vorllberged', Sa kannst du wohl von Glücke sagen. Knnn, mir ha-s Haupt und alsobald Hast dn ein mächtig Wild gesunden; Es banne einst im tiefsten Wald, Rn» ist'? vom Erdkreis laugst verschwanden. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung magischen Zaylenanadrats in voriger Nummer« 3 11 22 j 15 1» 25 »J 3 “l s 15)22 22) 15 * 111 i Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brüyl'fchen Unioersitäls-Buch» und Stemdruckerei. R. Langem Giest««,