Kinderseele. Roman von Reinhold Ortmantt. (Nachdruck verbalen.) (Fortsetzung.) Bardeleben ivaudte sich jetzt an den Sekretär. „Für Sie, Herr Tißmar, habe ich eine ganze Menge schwieriger Aufträge. Zunächst die Versendung der Todesanzeigen die noch heute abend aus der Waldeuburger Druckerei abge- liesert werde». Benützen Sie dazu die für die Neujahrs- gratutationen ausgestellte Liste, die Sie doch toohl drüben in der Kanzlei haben. litach den einlaufendeu Kondolenzbriefen, die ich nicht zu sehen wünsch«, können Sie dann später auch die Danksagungen verschicken Ich ivill mit diesem Formenkram in keiner Weise persönlich behelligt toerden." > „Wie Herr Baron befehlen. Ich werde mich bemühen, mit grösster Gewissenhaftigkeit —" „Na ja! lind dann weiter! Die Handwerker aus Waldenburg, die den großen Salon für die Aufbahrung Herrichten sollen, werden noch heute abend mit allem dazu Nötigen eintresfen. Es soll, wenn es not tut, die ganze 4tacht gearbeitet toerden, und tvenn ich auch nicht bezweifle, das; die Leute ihre Sache verstehen, so wird es doch zweckmäßig sein, sie zu beaufsichtigen und hie und da ein bißchen anzutreiben. Wollen Sie das übernehmen?" „Mit dem größten Bergnü— Pardon! init der größten Dienstwilligkeit, Herr Baron!" „An Blattpflanze» und Blumen darf selbstverständlich nicht gespart werden. Meinettvegen ncag das ganze Ge- tmichshans dabei geplündert toerden. Und was etwa morgen noch an besonderen Ausgaben für diesen Ztvcck nötig tvird — Sie können es in jeden, erforderlichen Betrage aus der Gutskasse entnehnleii. Nur komnien Sie mir, bitte, nicht mit Fragen! Wie Sie es machen, tvird es schon gut sein. Und tveun Sie über irgend etwas im ungetoissen sind, so bc- fpreckien Sie sich lieber mit Rudlosf als mit inir." „«Nanz tvie der Herr Baron es wünschen. Es soll mein eifrigste-? Bestreben sein —" „Schön, meine Herren! - Ich danke Ihnen." Sobald sich die beiden mit stummen Verbeugungen hin- ausgeschoben hatten, erschien der Diener wieder in der Tür. „Herr v. Reibnitz bittet um die Ehre einer kurzen llnter- redung mit dein Herrn Baron." „Wer?" fuhr Bardeleben aus. und sein gerötetes Gesicht färbte sich noch höher. Aber er faßte sich rasch und gab durch eine Handbeivegung kund, daß er bereit sei, den Volontär zic empfangen. Im fckpvarzen Gesellschaftsauzuge, den Hut in der Hand, trat Reibnitz ein. Wenn seine Seele voll Haß oder voll Furcht >var, so batte der ehemalige Leutnant doch noch» Herrschaft tzenng Über sich, es zu verbergen. In ehrerbietiger. aber aufrichtiger Haltung durchschritt er die Länge des Gemaches, um dicht vor den, Schreibtisch stehen zu bleiben. „Ich möchte Sie um die Erlaubnis bitten, Herr Baron, Kleiii-iEllbach noch heute zu verlassen." „Dazu hätten Sie »ieine Erlaubnis nicht nötig gehabt. Sie können gehen, tvaun es Ihnen beliebt." „In der Voraussicht Ihrer Einwilligung habe ich mir denn auch bereits erlaubt, einen Wagen aus Reinswaldau zil bestellen. Haben der 6m Baron noch Befehle für mich?" Er sprach zu ihm wie zu seiuetn militärischen Vor-, gesetzten, mit geschlossenen Fersen und in dienstlicher Haltung. Bavdeleben, der ihm bis dahiti kauin einen Blick ge-, gönnt hatte, musterte ihn nach seinen letzten Worten vom Kopf bis zu den Füßen. „Befehle? — Nein. — Höchstens eine Frage. — Was wird aus Rcgine Kreidel?" „Ich weiß nicht, Herr Baron, ivas ich für das Mädchen tun soll. Geldmittel besitze ich nicht, llnd wenn ich sie aufbrächte, tvürde ihr von ihrem Vater wahrscheinlich ver- boten werden, es anzuuehnien. Wenigstens hat mir der Werkmeister etwas Derartiges gesagt, als er —“ „Als er in seinem Kummer vergebens an Ihr Ehr-, gefühl appelliert hatte," brach Bardeleben los. „Sprechen Sie es nur aus. Vor mir, der ich die ganze erbärmliche Geschichte kenne, brauchen Sie sich nicht lzu genieren." Reibnitz bewahrte seine Haltung. Nur sein spitzer, flachs-, blonder Kops hob sich um ein geringes. „Sie »vollen sich gütigst erinnern, Herr Baron, daß ich in keinem Dienst- oder Abhäugigkeitsverhaltuis nuchr zu Ihnen stehe." Bardcleben sprang tauf. Er überragte den langen jungen Menschen noch um ein gutes Stück. „Wollen Sie niir nicht vielleicht gar Ihre Zeugen schicke»? Wahrhaftig, sic steht Ihnen gut, diese Kavatiergriinasse. Nur daß Sie sich sür die Komödie ein anderes Publikum suchen müssen als mich. Also »veil Sie kein Geld haben, oder weil man Ihnen gesagt hat, daß mit Geld da nichts gntzumachen ist, daran, toisseu Sie nicht, was Sie für das Mädchen tun sollen?" „In der Tat — nein, Herr Baron!" Bardeleben verschränkte die Arme über der Brust, und indem er seine blitzenden Augen in das magere, von unwillkürlichem Nerveuzückeu entstellte Gesicht des anderen bohrte, sagte er: „Wenn ich Ihnen bei Ihren! Abschied ein Zeugnis auszustellen hätte, wissen Sie, was ich hineinschrciben nrittbe, Herr v. Reibnitz? Ich würde schreiben: Dieser Mensch, der der sich als untoürdig erwiesen hatte, seines Kaisers Rock und seines ehrenwerten Vaters Degen zu tragen, ist Mo ein feiger Dieb in den Frieden einer glücklichen Familick eingebrochen. Er hat Leid und Kummer ans das graue Haupt eines wackeren Mannes gebracht, er hat ein Wv- ersahrenes junges Geschöps, das mit Wort und Ring an einen hundertmal Bessere» gefesselt war, nichtswürdia um sein Lebensglück bestohlen. Dieser Mensch, der zur Schande seiner Familie den Namen Botho v. Reibnitz führt, ist vom Wirbel bis zur Sohle ein Ehrloser und ein Schuft." •142 „Herr v. Bordeleben — ivenn ich nicht davon dächte, daß hier über meinem Haupte ein von mir innig verehrtes, unglückliches Wesen —" Er sprang zurück, ohne den begonnene» Satz zu voll- enden, denn mit einem unartikulierte» Laut, der eher aus der Brust eines wilden Tieres als aus der eines Menschen zu konimen schien, hatte der Baron die Lehne des schweren, geschnitzte» Schreibsessels ergriffen, vor dem er gestanden, und hatte das wuchtige Möbelstück emporgerissen, wie wenn er sich seiner als Waffe zu einem vernichtenden Schlage bedienen wollte. „Halunke!" keuchte er. „Du wagst es — " Reibnitz war schon in Sicherheit neben der Tür. ,Mir werden bei anderer Gelegenheit weiter miteinander rede», Herr v. Bardeleben! — Adieu!" Mit einem dröhnenden Krachen hatte der Baron den Sessel auf den Boden zurückgestoßen. „Gewürm!" stieß ev ztmschen den Zähnen hervor. „Daß inan's nicht zerstampfeitz und zertreten kann! Daß man — ach!" Seine Arme fielen gewichtig auf die Platte des Schreibtisches, und er verbarg sein Gesicht in ihnen, während seine muskulösen Schultern wie in einem verhaltenen Schluchzen erzitterten. Davon, daß zweimal an die Tür geklopft wurde, hörte er nickts, und langsam nur richtete er sich auf, als er eine leichte Berührung verspürte. „Ah, Sie sind's, Doktor!" sagte er, sich das wirre Haar aus der Stirn streichend. „Meinten Sie denn, daß es auf Klein-Ellbach schon wieder für Sie zu tun gäbe?" Der Santfätsrat hotte sich einen Stuhl dicht neben den Sessel Bardelebdns gerückt, und nun legte er ihm in freundschaftlicher .Vertraulichkeit die Hand auf das Knie. „Was sind das für Sachen, mein liebster Baron! Ein Manu von Eisen wie Sie! Mt dieser wilde» Trauer wüten Sie ja gegen sich selbst!" Sarkastisch verzog der andere die Lippen. „Meinen Sje, Doktorr Sie haben's nicht für möglich gehalten, daß ich meine Frau so betrauern könnte — nicht wahr?" „Davon, daß Sie sie nicht betrauern sollen, ist keine Rede. Aber schauen Sie doch nur in den Spiegel! Muß Ihre kleine krause Dietlinde nicht zum Tode erschrecken, wenn Sie mit einem solchen Gesicht an ihr Bett treten?" „Was sagen Sie? — Krank? — Dietlinde ist krank? — Und keiner von den bezahlten Schurken hier im Hanse sagt Mir davon auch nur ein einziges Wort?" Er war wieder aufgesprungen und schien willens, zur Tür zu eilen. Beschwichtigend hielt ihn der Sanitätsrat zurück. „Nehmen Sie's nicht zu tragisch, lieber Freund! Es wäre vielleicht besser gewesen, das Kind nicht an das Bett ihrer Mutter zu führen. Sie erlitt da einen von den Ohnmachtsanfäl- lsu, die m letzter Zeit glücklicherweise immer seltener gek worden waren. Als man mich holte, mußte ich auch etwas ? lieber feststellen. Es kann ja sein, daß irgend eine Kinderrankheit im Anzuge ist. Aber an eine Gefahr, an eine wirkliche, unmittelbare Gefahr brauchen wir einstweilen noch nicht zu denken." Bardeleben hatte den bedächtig Sprechenden angesehen, als ob er ihm jedes Wort von den Lippen reißen wollte. Nun legte er ihm beide Hände aus die Schultern, daß dev kleine Mann beinahe zusammenknickte unter dem Druck. „Doktor — wenn mit dem Kinde etwas passiert, wenn Sie mir das Kind nicht erhalten können, wenn ich auch, diesen Halt noch verlieren soll, diesen letzten Halt —" Die übermächtige Bewegung ließ ihn verstummen. Daß er diesen Mann jemals in solcher Verfassung vor sich sehen könnte, lvärc gewiß das allerletzte gewesen, was Doktor Mittmanns Phantasie sich ansznmalen vermocht hätte. Aus einem Gefühl der Beängstigung heraus fing er an, von Dietlindens Zustand viel zuversichtlicher zu sprechen, als sein ärztliches Gewissen e§ ihm eigentlich hätte gestatten dürfen. „Wie kann man nur von solchen Möglichkeiten reden? Das ist natürlich ganz ausgeschlossen, selbst wenn sie im allerschliinmstc» Fall die Windpocken oder die Masern erwischt haben sollte. Ich habe ihr ein ganz harmloses Mittelchen verschrieben, und am Abend soll sie zur Beruhigung ihrer anscheinend etwas alterierten Nerven ein Schlafpül- perchen nehmen. Ich möchte wetten, daß sie in zwei oder drei Tagen wieder ganz mobil ist. An der richtigen Pflege fehlt ihr's jg nicht. Sie hat sogar, wie mir's scheinen will, die allerbeste, die Sie sich nur für sie wünschen könnten." „Josepha —i melneu Sie?'" „Au die Alte Hab' ich eigentlich nicht gedacht, obwohl ich nicht zweifle, daß sie sich für ihr .Herzenskleinod ohne Besinnen in Stücke zerschneide» ließe. Mer mit der Opferwilligkeit allein ist's bei der Krankenpflege nicht getan. Um eine rechte Samariteriu zu sein, muß mau auch eilte so liebe Stimme und so sanfte, weiche Hände haben wie Ihre neue Gouvernante. Mit der haben Sie das große Los gezogen, Baron! Oder ich müßte in meinen dreiundficbzig Lebensjahren noch nicht gelernt haben, einen Menschen zu beurteilen." , „Haben Tie wirklich eine so hohe Meinung von diesem Fräulein Othmar? Weil sie ein hübsches und liebenswür- diges Gesicht hat — nicht wahr? Aber auch die hühsä-eslen und sanftesten Gesichter können lüge», Doktor!" Der Sanitätsrat wußte, an welches, nun für immer starr und unbeweglich gewordene Menschenantlitz er dabei dachte. „Wenn uns eines gelogen hat, Herr Baron," sagte er, „soNcn wir darum doch noch nicht den Glauben a» alle anderen verliere». I» die Herzen zu schauen, ist uns freilich nicht vergönnt; aber so alte Augen, wie die meinigcn sehen doch mitunter etwas tiefer, schon Nwil sie sich bei den äußeren Vorzügen nicht so lange aufhalten wie junge." „Nun, wenn Sie recht behalten — um so besser für Dietlinde. Vorausgesetzt, daß die junge Dame überhaupt Lust hat, in einem sranenlosen Hanse zu bleiben. — Sie sind schon seit dem Vormittag hier im Schlosse, Doktor?" „Nein. Ich habe nur eben im Vorübersahre» »och einmal Vorgesprächen, denn ich bin ans dem Wege »ach Tiliers- dors, wo sie wahrscheinlich demnächst meinen lieben alten Freund, den Kantor, begraben werden. Das ist nun so ziemlich der letzte von denen, die ich vor vierzig Jahren hier vor- gefnnden habe. Und wenn die Dinge ihren ordentlichen Lauf nehmen, wäre die Reihe jetzt an mir." „Sie lassen sich schon noch etwas Zeit, wie ich hasse. Ich kann mir in ineincm Hanse gar keinen anderen Arzt vorstellen als Sie. Sie haben schon manchem Bardeleben die Augen zugedrückt, Doktor! Es wäre mir lieb, wenn Sie diesen Dienst auch noch mir erweisen könnten." „Wenn's ein Tag zum Lachen wäre, lieber Baron, ich würde Sie wahrhaftig auslachen. Sie — mit Ihrer Hon» stitutio», die ans ein Leben von neunzig Jahren eingerichtet ist > — und ich — ein Dreiundsiebzigcr mit vorgeschrittener Arterienverkalkung! Nein, Verehrtcstcr, diese .Hosfnnng müssen Sie sich schon vergehen lassen." „Die Jungen sind vor dem großen Würger nicht sicherer als die Alten. Haben wir nicht in dieser Nacht den Beweis dafür erhalten? Sir sagen zwar, daß Sie ans eine Katastrophe vorbereitet gewesen seien, aber ich glaube, Sie sagen es nur, weil Sie darin eine Art von Trost für mich sehen." Seine Rede war immer unsicherer und zögernder geworden, und während er den alten Arzt schars ansah, kam ein eigentümlich gespannter Ausdruck in sein Gesicht. Mittmann schüttelte mit Entschiedenheit den Hopf. „Nein, nicht deshalb, sondern weil es meine ehrliche Meinung ist. Das Herz Ihrer Frau Geinahlin war viel schwächer, als sie es selber ahnte, lind ihre Anfälle, die einen ausgesprochen epileptischen Eharaktcr hatten, bedeuteten unter solchen Umständen eine immer drohende, schwere Gefahr. Daß sic einmal ans solche,» Anfall nicht wieder erwachen würde, wie es nun in dieser Nacht geschehe» ist, hatte ich längst gefürchtet." „Und was haben Sie demnach als Ursache ihres Ablebens auf dem Totenschein angegeben?" „Das einzige, was ich angeben konnte: Herzlähmnng insolge hochgradiger Herzschwäche. Man könnte das ja eigentlich auf jeden Totenschein schreiben." Er war aufgestanden und reichte Bardelcbcn die Hand. „Nun aber: Kopf hoch, mein lieber Baron! Denken Sie jetzt weniger an die Entschlafene als an Ihre Kleine, die den Vater »och sehr nötig hat." „Ich will's versuchen, Doktor. Kann ich zn ihr hinauf« gehen?" „Warten Sie noch ein Weilchen. Die schien im Einschlafen, als ich sie verließ. — Ans der Rückfahrt von Dittersdorf lasse ich noch einmal in Klein-Elkbach halten."__ Der Baron geleitete ihn bis zur Tür, dann kehrte er an seinen Schreibtisch zurück. Der Sanitätsrat aber sah sich draußen in der Halle von Josepha anfgehalten, die eben von oben herabgekomme» war. iFortsttzung solgt.j 443 Sur Geschichte der Burg und §tadt Stausrnberg an rer Lahn. Von Dr. H. Vergär-Gieße». (Schluß.) In dcr Zeit vo» 1 G 0 4 — 1 G8Ü suchten ©Inufnibcrfl in ü n - sterische und lüneburgisch" -braunschweigische Völker heim. Es war die Zeit der Gewaltherrschaft Ludwigs XIV. bau Frankreich, als einer der größten Hcerlührer der Zeit, der Bischof Galen von Münster auf dem »riegopla« erschien. Er wurde 1664 aus dem Reichstag zu Regensburg mit dem Markgrasen Friedrich von Baden zum Leiter des Kriegstvesens dcr „rheinischen Alliance" ernannt und stellte dem Kaiser seine Truppen zur Verfügung iin »riegc gegen die Türken. In den niederländischen Wirren imb während dcr Kricgsbeweguugcn am Rhein gegen Ludwig XU', greift er selbst tätig ein. Be, den Friedensverhandlungenl zu Rimwegen 1678 war er durch zwei Gesandten vertreten. G a - lens Völker machten auch unsere Gegend unsicher. Folgen wrr den Staufenberger Einträgen ans dieser Zeit: „1664, den 2. Mah 10. alb. vor 10 maß bier, als die Bölcker einzogen waren. > — lyi Taler, so diegcntgen, welche den M ü n ste ri s ch an entgegen gezogen, Vcrthan. — 1665: 22 alb. Unkosten nach Mainzlar, als die Münsterischcn durchzogen. — 1670: 3 'Taler 4 alb. wegen der Candianischen (?) Völker. —< 1672, 2. Oktober, 24 alb. vor verehrte Fisch vor die Kriegsvölker. — 1676 : 6 alb. vor Schmalz aus die Wacht, alt; die lüneburger Bölcker äwrbeizogen." 1678 erhalten 22 Personen ;e 15 alb. „wegen geschirrs, so bey den Münsterischeu Völker verlohren." An vier Stausenberger Bürger werden je 15 alb. vergütet, „wegen des bieres, so den Münsterischeu Völkern zugeführt." Während der französischen R e v o l u t t o n s k r r c g e von 17 9 4 — 179 7, in denen fast alle europäischen Weltmächte Bündnisse gegen das aufrührerische Frankreich schlossen, das seinen König Ludlvig XVI. auf das Schafott gebracht, sah iinsere Gegend fortwährend Oesterreichcr, Preußen und Franzosen. Gießen war längere Zeit von Franzosen beseht. Auch Staufenberg blieb von diesen Truppenbewegungen nicht verschont: 1 7 94 wurden von 30 Bürgern an Fourage für die „Kriegstruppen" zu Staufenberg geliefert: 37 Malter 13 Mestcn Hafer Und. 18 Zentner Heu. 1 7 95 mußten 1840 fl. 22 alb. 4 Pfg. wegen der 7 maligen Einguartierung der preußischen Truppen aufgenoinmen werden. Für cingckauftes Fleisch für die Truppen lourden verausgabt: 697 fl. 25 alb. 6 Pfg. Die Ochsen wurden mit 90 fl. durchschnittlich bezahlt, eine fette Kuh uüt 40 sl. Metzger Philipp Heinrich Müh! zu Gießen erhielt für 1286 Psd. (das Psd. 9 Kr.) 192 fl. 27 alb., ferner für Einzcllieferungen 21 sl. 25 alb. Laut Quittung wurden inr ganzen geliefert 36 78 Psd., Fleisch und 36 7 8 Brotportione», ohne Quittung 75 Portionen Fleisch und 75 Portionen Brot. Die Rechnungen enthalten die Bemerkung: „Die darüber ausgestellten Quittungen sind damals auf Erfordern» gen zum Hochiürstlichen Obcramtmann abgegeben tvorden, aber bis dato ist noch keine Zahlung erfolgt." Es waren in Staufenberg einquartiert am 25. Februar: 1. Batterie Braun- wcigcr, am 27. das 1. Bat. des Regiments Prinz Heinrich, am März das 1. Bat. des Regiments v. Kleist, am 6. März das 2. Bataillon Prinz Ferdinand, an, 8. März das 2. Bat. des preuh. Grenadicrregiments, am 11. März das Grenadierbataillon von Crousaz. — Für Brotlieferung an die König!, preußischen Truppen nach Gießen mußten bezahlt werden 899 sl, 3. alb. Für Frucht- und Fourageliesening an die K. K. (österr.) Truppen m das Magazin nach Gießen waren 387 fl. (7. alfi.' 4 Psg. zju entrichten An Fuhrlohn für das Stellen vo,i Pserden wurde vergütet 135 fl. Die Fahrten gingen nach Langenschwalbach, Limburg, Friedbcrg und Frankfurt. 1797 wurden in Staufenberg für Kriegszwecke im ganzen verausgabt 4 3 81 fl. Davon wurden verwendet 10 93 fl. 16 alb. 2 Psg. für erkaufte Naturalien: Fleisch, Brot, Hafer und Stroh. Lieferanten für Fleisch waren die Gießener Metzger Georg Wilhelm Flett und Petec Vogt. Für Brandschatzung und allgemeine Requisitoncn der Franzosen wurden bezahlt 135 2 fl. 14 alb. 2 Pfg. Für Verpflegung der französischen Osfiziere wurden 12 8 4 fl. 29 alb. 7 Pfg. verausgabt. Dabei erhieltet: Metzger Möhl in Gießen für geliefertes Fleisch 376 sl., Kaufmann Hast (Hast u. Eckstein in Gießen (Schloßgasse), für Kafsee uich Zucker 176 fl., der Wirt Hauptmann Busch zu Gießen sBusch'sche Garten) 348 fl. für Wein. Der Krämer Joh. Taschd in Gießen lieferte Reis, Tabak und Rägelchen (Gewürznelken). 8 fl. 20 alb. erhielt der Verwalter aus Hof Friedelhausen für gelieferte junge Tauben. Ter Fuhrlohn in: Sommer 1796 und 1797 betrug 656 fl. Für verloren gegangenes Vieh und Geschirr bei der den Franzosen geleisteten Vorspann wurden allein 2.36 fl. 6 alb. vergütet. Es wurden bezahlt für !eine Fahrt von Staufenberg nach Gladenbach 12 sl., von Gießen nach Schtvalbach 14 sl., von Gießen nach Butzbach 5 fl. 6 alb. Tie französischen Offiziere waren bestechlich. Ein französischer Offizier erhielt „ein Douceur von 8 fl. 19 alb., daß er die in Staufenberg einquartierte Artillerie Pferdt anhier lveg und ins Londorser Gericht verlegte." Der Dolmetscher Joh. Nielchlor Sensfelder in Gießen erhielt „für seine bei der hiesigen Einquartierung gehabte Bemühung" 28fl. Bei dem Durchmärsche der russisch-preußischen Ar- M c e über Gießen tm November Wb Dezember 1818 nach dem Rhein hin und bei ihrer Rückkehr vom französischen Kriegs- schanplatz hatte auch Staufenberg die Laste,: der Einquartierung und der Versorgung der durchziehenden Tnippen zu iragm. Int ganzen werden 1813 von Staufenberg allein 3009 fl. 23 alb. 2 Pfg. für Kriegszwecke verausgabt. Die Anschaffung von zu liefernden^ Naturalien, Hafer, Heu und Fleisch, erforderte 2 0 0 6 fl. Die Verpflegung polnischer und russischer Offiziere kostete 185 fl. Die Lcbciismittelpreisc, namentlich für Kolonialwaren, waren äußerst hoch. Ein Pfund Zucker, das inan heute für 24 Pig. erhält, kostete damals l fl. 20 Kr. —- 2,30 Mark, nach dem heutigen Geldwerte berechnet 7 Mark. Ebenso hoch kam ein Pfund Kassec. Bier und Apfelwein waren verhältnismäßig billig: man trank den Schoppen Bier für 3 Pfg., den Schoppen Apfelwein für 9 Pfg. Der Wirt Decker in Staufenberg machte für die Verpflegung eines russischen Generals bei einer Mahlzeit — der übrigens guten Appetit gehabt haben inüß, denn ös tvurdent dabei allein 16 Pfund Fleisch gebraucht — eine Kostenrechnung pnf, 6 fl. — 10,20 Mark. Der Rechner von Staufenberg erhielt 15 fl. „für außerordentliche Bemühung und Belästigung bei der vom 3. November bis Ende des Jahres 1813 Tag und Nacht gehabten Russischen und Preußischen Einquartierung". An F u hr- kosten für das Militär wurden vergütet: 331 sl. Pfarrer Klingelhöfcr in Kirchberg berechnete für eine Fahrt mit 3 Pferden ajus 4 Tage nach Limburg 48 fl., flir ein dabei verloren gegangenes Pferd 136 sl. Im Jahre 1814 liquidiert der Stadtschultheiß Braun 20 fl. für seine Bemühungen bei 2 5 maliger Einquartierung der alliierten Truppen, dabei unberechnet die Bemühungen bei Lieferungen und Bestellungen, und weitere 37 sl. 50 Kr. flir 58 Gänge in „Kriegsangelegenheiten". Dcr Unlerbürgermeistcr Vogel mußte in „Kriegssachen" 17 Gänge tun: dabe: ivar er 2 Tage tm Hessen-Käfsel'schcn, „um Geld zu leihen". 1 fl. liquidiert Joh. Zecher von Staufenberg weaen zweier Gänge aus das Amt Gießen, „wo er verpflichtet (vereidigt) wurde, ineil ihm 1814 zwe: Pferde von den Russen mit Gewalt genommen". 20 Kreuzer erhält Joh. Fischer am 23. Februar 1814 „vor Gäng beis Amt zu Gießen um abbittung der schweren Epecutionen". 14 fl. 26 Kr. erhält Schultheiß Braun als Ersatz „für mitgenommene Effekten am 29. Mai von 26 Mann preußischer Einquartierung, als sie mein Haus stürmten wegen der Nachfuhr (Stellung von Pserden), ob ich gleich Ihne solche geschafft". 100 fl. erhält der Förster Euler sür Verpflegung von Offizieren im Jahre 1814. 20 fl. 48 Kreuzer werden Pfaprer Klingelhöfer in Kirchberg vergütet für 19 Maß Wein ä 1 Ti. 4 Kr. „zur Verpflegung niflitäri- scher Einquartierung." 30 fl. 38 Kr. werden gezahlt an den Wirt Seip in Gießen flir Lieferung von Wein in: November 1813 und Juli 1814. — 89 fl. 20 Kr. wurden einen: Lieferanten, Samücl Stern in Nkainzlar bezahlt sür Lieferung von 9 Malter und 2 Mcstten Hafer ä 7 ff. per Malter und von 8 Zentnern Heu u 3 sl., welche ich ini Juni an preußische und hessische tklir- hessische) Truppen lieferte." Bei der Errichtung der Landwehr im Jahre 1814 steflte Staufenberg die 3. Kompagnie zum II. Bataillon des 17. Land- wehrregimcnts. Die Instrukteure waren zwei Jäger aus Gießen, die 1 fl. 4 Kreuzer zur Verköstigung erhielten, „als ste der Landwehr Manschast unterricht im Erereiren gegeben." Die Uebungen fanden am Sonntag statt. 29 fl. 50 Kreuzer bezog d« Tambour Baiser Karber als Löhnung „während seiner Lehrzeit als Tambour." Sein Lehrmeister war ein Bataillons-Tambour aus Gießen, dcr 4 fl. für den Unterricht erhielt. 16 fl. wurden für Anschaffung einer Trommel veratisgabt. Die Wiederkehr des Tages, an dem sich Napoleons Geschick bei Leipzig entschied, tvurde schon am 18. Oktober 1814, Ivie es später an vielen Orten Deutschlands alljährlich üblich war, in Staufenberg mit Freudenseuer und Böllerschüssen festlich begangen. Es findet sich in der Rechnung des Jahres 1614 der Eintrag : „Der Bürgermeister Jungk zahlte 1 fl. 12 Kr. vor 1 Psd. Pulver, welches den 18. Oktober als am befrei) nngs Tag Deutschlands vom französischen Joch zu Freudenfeuern dahier verbraucht worden." Was mag die Stadt Staufenberg ivährcnd fast 200j ädriger Kriegsbedrängnisse gelitten haben! Ter Protokollführer des Stausenberger Jahrbuches setzt an den Eingang seiner Einträge zum Meujahrstage seit 1680 jedes Jahr den Wunsch: „Gott schenke un? bald ein frcuden- und friedereiches Jahr!" Schneller, als man erwartet, konnte sich Staufenberg voi: den wirtschaftliche» Schäden- die die Kriege ihm gebracht, erholen, während man noch an niqil- chen Orten Oberhessens bis vor 30 Jahren die Schulde», die die vorausgegangcnen Kriege ihnen gebrach!, zu tilgen batte. Stanscn- berg war eine schnelle wirtschaftliche Erholung möglich durch die Einlünfle, die es aus feinen: Wald und den Basalt- und Sandsteinbrüchen erzielte. Gehörte doch Stausenbera bis vor kürzet» zu den wenigen Orten, in denen keine Kommunalsteuer erhoben wurde. Es konnte diesenBorzug in.Hessen nur tnit einemOrte imTannus, a.Main mit dem baierischen Städtchen Klingenberg teilen. Außcrdeni erhielt noch jeder Bürger in Stansenberg 20—30 Gulden in bar n. 2 Meter Buchcn-Scheitholz. Das Recht des freien Bezugs von Bürger- Holz besteht noch heute: an Steuern erhebt die Gemeinde gegenwärtig 83 Prozent von der Staotsstctier. Gar oft haben die Kriegsstüvnie das Städtchen am felsigen Berg Umtost, und auch heute noch uiögeit die Wintersti'lnne nicht 444 besonders friedlich im oben brausen, aber »eint der Frühling ins Land zieht, dars sich das ?1uge aus der Terrasse bet der Unterburg oder bei den Ruinen der Oberburg auch erfreuen an dem reizenden Blick in das Lahntal nvit seinen Dörfern, an dem Wirk zu den benachbarten .Höhen, von denen die beiden älteren Schwestern auf Gleiberg und Vetzberg herübergrüben nach den Staufcn- berger Burgen. _ Die Brille meines Großvaters. Frei nach deni Französischen von Josef M a r X- Mein Großvater war, wie gewöhnlich die Großväter sind, sehr alt, wenigstens schien es mir so, und wenn ich ihn Geschichten aus seiner Jugend erzählen hörte, hielt ich jene Zeit für die, in der die Patriarchen ihre Herden weideten. Die Vergangenheit ist eben für das Kind ein schwer sablicher Begriff. Mein Großvater hatte langes, weißes Haar. Er trug eine Busenkrause, mit Spitzen besetzte Manschetten, Schnallenschuhe und stützte sich beim Gehen auf einen Stock, der zweimal so groß war wie ich. Wenn die Vorübergebenden ihn grüßten, zog er nach der alten Mode de» Hut ganz tief, mit eineni wohlwollenden Lächeln auf seinen bleichen Lippen. Die Kinder betrachteten ihn wie eine Mumie im ethnographi- scheu Museum. Armer Großvater! Deine Geduld und deine Güte gegen mich hatten keine Grenzen. Mein Herz schlägt heute noch schneller, wenn ich daran denke. Weil er die Natur so sehr liebte, war er viel im Freuen. Als ich laufen konnte, nahm er mich oft mit. Ich hielt mich an seinem großen Spazierstocke fest und hörte andächtig zu, tvenn er mir Geschichte» erzählte. Und er konnte so schöne, lauge Geschichten, Märchen, Kindergeschichten — und ich fragte mich oft, wo er sie gelernt und wer sie ihm erzählt hatte? Etwas machte mich sehr neugierig, das war seine Brille, eine große Brille aus der alten Zeit mit runden Gläsern in einem Goldgcstell. „Wozu brauchst du sie?" „Damit ich besser sehen kann, mein Kind", sagte er. Aber als ich sie mir nun mit vieler Mühe auf die Nase gesetzt hatte, konnte ich gar nichts sehen. Dann, wen» ec seine Apfelbäume oder die von der nntergehenden Sonne bestrahlten Berge betrachten wollte, setzte er sie auf die Stirn, immer um besser zu sehen? In der Tat, mir war dies unbegreiflich. Du liebe, alte Brille! Wenn Großvater sie vorsichtig aus dem alten Etui nahm und mir sagte: „Nun, mein Kleiner, wollen wir heute abeich Bilderchen betrachten?" holte ich schnell das große Buch, kletterte auf seine Knie und konnte mich nicht satt sehen an den Leuten, di« an meinem Blicke vorüberzogen. Das lvaren dio Patriarchen, die Robinsons, die Tiere von La Fontaine, Soldaten im Pulverdampf, schiffbrüchige Seefahrer auf dem Weltmeer und noch vieles andere. Er beschrieb mir ihre Taren, sagte mir ihre Gedanken, und wiederholte mir ihre Worte Ich glaubte, sie vor mir zu sehen, ihre Reden zu hören, aber merkivürdig, wenn ich sie allein betrachten ivollte, verließ das Leben sie plötzlich. Ich versuchte dann vergeblich, zu erraten, was sie wohl tun oder einandev sagen könnten. Später mußte ich oft über etwas anderes Nachdenken. Großvater sprach beständig uon der guten, alten Zeit, von einer Zeit, wo ich anscheineich noch uichl geboren war, aber welche ihm viel schöner schien, obgleich ich da noch nicht am Leben war ... Er fand die Menschen weniger gut als früher, die Veränderungen zu schnell, die neuen Moden scheußlich, die Sitten lächerlich und den Fortschritt wahnsinnig. „Die Erde dreht sich nicht mehr in Ruhe", pflegte er gewöhnlich zu sagen, „sie überstürzt sich fieberhaft. Zn meiner Zeit lebte man gemütlich, man überlegte, bevor man redete, man hielt die alte» Uebcrliejerungen in Ehren, man dachte, ivia die Väter dachten, lebte wie sie, man hörte auf die Ratschläge der Alten, man rauchte den Danien nicht ins Gesicht, man wußte zuvorkommend zur rechten Zeit zu sprechen und den Mund zu halten. Heute hat sich das alles verändert, die guten Gewohnheiten verlieren sich, die jungen Leute verspotten die Alten, der Respekt fehlt, der alte, gute Glaube wird jeden Tag seltener . . . Wie wird das alles eichen?" Selbst die neuen Erfindungen fanden keine Gnade in seinen Augen „Mau fälscht alles," ries er aus, „der Zucker ist kein Zucker mehr, der Kaffee lvächst aus den Eichbäumen, den armen Bienen tut man Gewalt an. Tie aus grünem Holz gefertigten Möbel bekommen überall Risse, die Einbände der Bücher halten nicht mehr, das Papier zerreißt, sobald man es berührt, die chemische Tinte wird in 50 Jahren ausgelöscht sein, und seitdem die Stahlfeder die klassische Gänsefeder verdrängt hat, kann man die Schrift der jungen Leute nicht mehr entziffern, lind erst die Tuchstosse! Ich habe einen Rock von meineni Großvater getragen, jetzt lvagt man kaum, einem armen Teufel einen Anzug zu gebe», der älter ist als zwei Jahre." So redete Großvater. Manchmal regte er sich förmlich dabei aus. Sein trauriger Ton ging mir ans Herz, ohne daß ich begreifen^ konnte, wie er, der sonst so freundlich gegen jeden war, so vollständig unfähig, jemand zu verletzen, mit einer Well so unzufrieden sein konnte, i» der ich lebte. Eliues Tages fragte ich ihn mit kindlicher Offenheit, warum ihm denn die Leute und die Dinge so mißfielen? Er fing zu lachen an „Es in tvahr, mein Junge, tch muß dir sehr merkwürdig Vorkommen, allein du bist noch zu jung, um das zu begreifen: das wird später kommen" Wahrscheinlich, sagte ich mir, als ich die Lösung dieses schwierige» Problems zu fiitden suchte, ist die Brille schuld daran. Und lahrelang habe ich geglaubt, daß diese zwei runden Gläser die Uriache alles Uebels seien. Mit dem Alter kam die Erkenntnis. Später, als Jüngling, erkannte ich, daß die Brille nicht die verdrießliche Laune Großvaters, herbeiführte, daß sie nicht die gute, alte Zeit ausmachte, und oft habe ich lachen müssen, loenn ich an die seltsamen kindlichen Vorstellungen dachte. Indessen, hatte ich so unrecht? Jetzt bin ich alt, Großvater rst lange tot, ich trage seine liebe Brille und — merkwürdig —> ich sehe jetzt genau wie er. viichertisch. — Wissenschaft und Bildung. Das klassische Weimar. Bon Professor Friedrich Lienhart*. 2. Auslage. 159 Seiten. iWissensckrnft und Bildimg, Bd. 35). Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig 19L4. — Griechische Kultur t tu Bilde. Von Prof. Dr. H. Lamer 11—20. Tausend. 220 Abbildungen auf 96 Tafeln und 64 Seiten Text. Wisseuschast und Bildung, Bd. 82 . Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1914. — Schweizer Dichter. Bon Professor Dr. A. Frey. 168 Seilen. lWissenschafl und Bildung, Bd. 126.) In Originallenieu- band 1,25 Mark. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1914. — D e r Sagenkreis der Nibelungen. Von Prof. Dr. G. Holz. 2. Auflage 144 Teilen, i Wissenschaft und Bildung, Bd. 6.) In Originalleinenband Mk. 1.25. Vertag von Quelle und Meyer in Leipzig 1914. — Friede zwischen Turnen und Sport. Die Vorbereitungen für die bevorstehende Olympiade 1916 haben uick>t mir das ersreulickze Ergebnis gehabt, für die Pflege der Leibesübungen in unserem Volke auf das nachdrücklichste zu werben, ihr eine Volkstümlichkeit zu sichern, lvie kauni je zuvor, funbnm auch eine Vereinigung zwilchen Turne» uud Sport herbeizujühreu, die sich durch den Zusammenschluß aller Verbäiide im Deutsche»! Reichsausschub für olympische Spiele ausdrückt. Da ist auj das sreudigste zii begrüße», daß in einer von dem Generalsekretär der 6. Olympiade, K. Di ein, verfaßten Schrift Leipzig B G. Teiib-ner der Versuch gemackn loird, die Grundlagen für etiul Versöhnung der beide» mächtige» Itröninnge» auf deni Gebiete der Leibes,lbnngeu zu schaffen. Von den, Gedanken aus- gehenü, daß ein rechter, haltbarer und nutzenbr lügender Friede gegründet fein miiß auf gegenseitiger Achtung, sucht er das Wesen des Sports und das Wesen des Turnens ans Grund von Aenße- rungen anerkannter Berireder beider zn bestimmen nnd dann zu zeigen, wie sich heute schau Turnen uns Sport gegenseitig durckz- drmrgen haben und sowohl in ihrer Ixe, lvie in ihrem praktischen Betriebe venvandt sind. Ohne den vorgeschlageiten Weg zum F-ricden für den einzig gangbaren zn halten, will der Verfasser vor allen, .mit seiner Schrift dazu beitragen, die lieber - zeugung in allen beteiligte» Kreisen lebendig tverden zu lasse», daß die Einigkeit zwischeil Tiirnen und rport eine vaterländische Rotweitdigkeit. eine Forderung des Tages ist, die erfüllen zn helfen Pflickü eines jeden ist, der der Sache dienen will (Preis geh. 0,80 Mark'. Lhara-e. Gar häufig loird jetzt das Erste geiiaiint. Doch ist es noch keinem Menschen beka,i»t. Ta? Zweite ne»»! dir einen Jläckieiitaui», Ter Drillen Schar ist zn zählen kaum. Nur Eine» imnitle» des Neige,ilanzeS Erkeniist du als >,»be>vegliches Ganzes. llud hast du hieraus einen Adler entfernt. So die.bl, was der Tapezierer gelernt. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer! Abkürzungen: >r — Treft, p — Pique, e — Eoen,, cor— Earreau tri! — Tress-Bnbe, pA — Pigne-Aß, ei* — Coeur-Dcime usiv Vorhand erhielt trB, pB, cB, trA, trZ, IrK, trD, trü, tr7, carZ, im Skal liegen cZ und carA: Hinterhand hat die übrigen. Snielgaiig: 1. V. cB Di. pZ H. carB. 2. V. tr7 M. tr8 H. cA =11. 3. M. e7 H. carl* V, carZ — 13. 4. AI. car9 H. car8 V. trA =11. 5. M. car7 H. pA V. trZ = 21. In de» nächsten drei Siiche» ertzäll Millelhand noch 17 Augen, iväbtend Vorhand die beiden letzten mit trB und pB »chnic» mu|; Hinterhand hat keinen Stich bekoniinen. Halte Mittelhand statt carl* die car7 ansgespielt und Hinterhand statt carl) vorher eine andere staite niitgegeben, so könnte Mittelhand mit ihrer carS nach Ailsfplelen vo,i car8 doch wieder ans Spie! gebracht iverden. Redaktion: ld Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ichen UniverfltätS-Buch- und Steindruckerel, R, Langem Gießen