Kinderseele. Roman von Reinhol. d OrtmaniL (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Gegen drei Uhr nachmittags war die Station erreicht, «ruf der sie umsteigen mußte, um mit einer Nebenbahn das letzte Stltck ihrer Reise zurllckzulegen. Sie hatte hier mehr als eine halbe Stunde Aufenthalt, und da.sie seit dem krähen Morgen nichts mehr genossen hatte, war es ihre Absicht, in der Restauration etivas zu essen. Diesmal besann sie sich nicht, ihren Koffer der Fürsorge eines Gepäckträgers anzuvertrauen, und sie tvar eben im Begriff, sich dem Speiseranm zuzuwendcn, als eine Wahrnehmung, die ihr eigentlich hätte ganz gleichgültig sein sollen, ihren Schritt stocken machte. Sie sah die Hünengestalt ihres blondbärtigen Ritters, der also hier ebenfalls seine Fahrt unterbrochen haben mußte, und sie sah zugleich, >oie er mit allen Anzeichen freudigster Ueberraschung eine junge Dame begrüßte, die dbe» ans dem Inner» des Stationsgebäudes auf den Bahn- & herausgetreten war. Sicherlich fühlte sie kein beson- s Interesse für die beiden, und doch konnte sie nicht soaleich »nieder den Blick von ihnen tvenden. Ihr tvar, als habe sie nie ein schöneres Menschenpaar gesehen. Jetzt erst erkannte sie, daß der Mann noch jung war, getviß nicht über die Mitte der Dreißig hinaus, und daß die energischen Formen seines Gesichts von ebenso edler Bildung ivaren wie der Bau seiner prachtvollen Gestalt. Aber »oas ihre Aufmerksamkeit noch weit mehr fesselte, tvar die ungewöhnliche Schönheit der Dame, deren zum Gruß dartzebotene Rechte er noch immer in seinen beiden Händen hielt, tvährend er heiter und lebhaft auf sie einsprach. Auch sie war beträchtlich über das Mittelmaß hin- frusgewachsen und nur um wenig kleiner als er; aber in ihrem knapp anschließenden, eleganten Retsekostüm erschien sie schlank wie eine Gerte, und wie sie jetzt mit Hellem Aufwachen den Oberkörper zurückbog, beinahe, als hätte sie dainit einer ihr zugedachten Liebkosung anstveichen »vollen, offenbarte sich in der Bewegung der Schultern und des Kopses die ganze Geschmeidigkeit ihrer ebenmäßigen Figur. Die kokett auf die Seite gerückte Reisemütze verbarg wenig oder nichts von der Fülle ihres tiefschwarzen Haares, und ihr Gesicht, das der Beobachter«! für einen Augenblick voll zugewendet tvar, inachte mit seinen großen Augen, seiner feinen, gerade»! Nase und seinem leicht geöffneten, herzförmigen Munde auf Margarete den Eindruck, als müsse sie es schon oft auf den Bildern alter italienischer Meister bewundert haben. Sie war zu >oeit entfernt, um etwas von dem zu vertu, was die beiden miteinander sprachen, und sie hatte Auch gar nicht den Wunsch, sie zu belauschen. Sie getvahrte stehen, ta Aus , (»ur noch, daß der Blondbärtige der jungen Dame den * Arm reichte und sie in den Wartesaal führte, der zugleich ' den Restaurationsvaum des Stationsgebäudes durstellte. Da gab sie, ohne sich Uber die Ursache solchen Entschlußes! Rechensckiaft abzulegen, ihre Absicht auf, ebenfalls dorthin zu gehen, und blieb auf dem offenen, vom feuchtkalten Herbstwind durchsegten Bahnsteig, bis der Zug einfuhr, den sie erwartete. Er wurde nur von tveuig Reisenden benützt, und sie hatte diesmal das Frauenabteil ganz für sich allein. So konnte sie wenigstens diese letzten zwei Stunden, während deren sie noch sich selbst gehörte, ohne jede lästige Störung ganz ihren wehmütigen Erinnerungen weihen und konnte sich vorbereiten auf das Ungewisse, dem sic entgegenging. —t „Harmsdorf! — Zwei Minuten!" rief der Schaffneü unter ihrem Fenster. Erschrocken fuhr Diargarete aus ihrer Versunkenheit aus. Sie tvar an ihrem Reiseziel angelangt, ohne des Laufes der Viertelstunden gewahr zu werden, und nun hatte sie Mühe, die Wagentür schnell genug auszu- bringeu. Draußen begann es bereits zu dunkeln, und sie tvurd? auf deni Bahnsteig zuuächsl: keines Menschen ansichtig, der ihr hält» behilflich sein können. So stellte sie ihren Koffer neben sich a>if den Boden und blieb wartend stehen. Die Baronin von Bardeleben hatte ihr ja geschrieben, daß ein Wagen auf der Station fein würde, uin sie abzuholen. Wenn das der Fall war, mußte sich doch wohl endlich irgend jemand um sie kümmern Ein feiner, eisiakalter Regen, der aus dem sch»veroil/ tiefhängenden Getoölk herabsprühte, netzte ihr Gesicht, und der stoßweise dahersahrende Wind ließ sie unter chvom Reisemantel erschauern. Als der Zug weitergesahren »bar, fühlte sie sich so hilflos und einsam, als ob sre auf etnev iwüsten Insel ausgesetzt worden wäre. WaS sie von der nächsten Umgebung des kleinen Stationsgebäudes sehen konnte — weitgedehnte, kahle Wiesen und Ackerflächen auf der einen und die tiefschwarze Mauer eines Tannenhoch- tvaldes auf der anderen Seite — tvar unter diesem abendlichen Regenhimmel getviß nicht danach angetan, sie mutiger und zuversichtlicher zu stimmen. Sie hatte fast schon die Hofsnung aufgegeben, ohne eigenes Zutun ans dieser peinlichen Lage erlöst zu werden, da wurde hinter ihr der Klang eines raschen, festen Schrittes laut, und eine Männerstiinme fragte: „Fräulein Mär- garete Othmar?" Sie wandte sich um, aber sie konnte in ihrer fassungslosen Bestürzung nur durch ein stummes Neigen des Kopfes bejahen. Auf nichts in der Welt war sie so wenig vorbereitet gewesen als darauf, ihren bloudbärtigen Helfer hier noch einmal vor sich zu sehen. Der aber fuhr, sich mit einer leichten Verbeugung vorstellend, fort: „Bardeleben auf Klein-Ellbach. Es trifft sich ja sehr gut, mein Fräulein, daß tvir schon alte Bekannte sind. Darf ich Sie unter Berufung aus diesen Umstfind um 418 ein Plätzchen in .dem Wagen bitten, der da hinter dem Stationsgebäude für Sie bereit steht?" Da tauchte auch schon eine zweite Gestalt auf, die Gestalt eines Mannes in dunkler Kutscherlivree, der respektvoll seinen Hut lüstete und sich dann wortlos nach ihrem Koffer bückte. 1 1 ’ I „Ist dies alles, was Sie an Gepäck mit sich führen?" kragte Herr v. Bardeleben. Und als sie leise erwiderte, daß däs übrige schon vorausgeschickt worden sei, gab er dem Kutscher ein Zeichen, die Tasche zum Wagen zu tragen. „Ich bitte um Entschuldigung, Fräulein Othmar," fuhr er fort, „daß «Ae hier so ungebührlich lange warten mußten. Aber ich war ja ganz ahnungslos. Da ich nach alter schlechter Ä^wohuheit mein Kommen nicht angemeldet hatte, hielt ich eS ftlr einen bloßen Zufäll, daß ich meinen Wageü hier vorfand, und ich war schon eingesstegen, als mich der Kutscher fragte, ob ich denn die Dame nicht mitgebracht habe, wegen deren er zur Station geschickt worden sei." Sie waren weitergegangen, und Margarete kämpfte S ser gegen ihre Befangenheit, um nicht allzu linkisch zu deinen. „Es ist wohl eher an mir, um Entschuldigung S bitten," sagte sie. „Ich habe Ihnen ja noch nicht einmal r den Beistand gedankt, den Sie mir an diesem Morgen zuteil werden ließen." „Ach, das ist ja gar nicht der Rede wert. Sie sahen so hilflos und ängstlich aus, daß ich Sie am liebsten gleich mitsamt Ihrem Kösferchen an den Zug getragen hätte. — Darf ich bitten?" Er faßte sie beim Arm, um ihr in den Wagen zu Helsen. Dann, nachdem er ebenfalls eingestiegen war, breitete er mit galanter Sorglichkeit die Decke über ihre Knie und lehnte sich, als die Pferde anzogen, bdhaglich in seine Ecke zurück, tan die junge Begleiterin mit unverhohlenem Jüteresse zu betrachten. ' „Aus den Umständen glaube ich zu erraten, daß ich die Ehre habe, in Ihnen eine neue Erzieherin meines Döchterleius zu sehen, und aus Ihrem Aeußeren ziehe ich zu meiner Beruhigung den Schluß, daß Sie die arme Dietlinde nicht gar zu sehr quälen werden." ,Mrälen, Herr Baron? —7 Nein, das werde ich ganz gewiß nicht." * „Oh, Sie wissen vielleicht nicht, was ich damit meine. Es gibt sehr verschiedene Arten, einen Menschen zu peinigen, und Sie werden möglicherweise in nächster Zeit Gelegenheit S enug haben, nach dieser Richtung hin einige Erfahrungen u sammeln." Margarete preßte die Handflächen zusammen und starrte durch das Fenster zu ihrer Rechten in die beginnende Dunkelheit hinaus. Wieviel lieber würde sie jetzt zu Fuß durch Regen und Wind gewandert sein! Denn seit dem Augenblick, bä sie sich in der abgeschlossenen Enge des Wagens mit ihm allein wußte, fühlte sie ein seltsames Bangen vor dem riesenhaften Manne, dessen heitere Unbefangenheit sie nicht ermutigen konnte, weil sie ihr nicht als der echte Ausdruck seines Wesens erschien. Ohne irgendeinen Anhalt dafür zu S n, stand sie unter dem Druck der Empfindung, daß diese enswürdigkeit nichts als eine gnädige Laune sei, die sich jäh in ihr Gegenteil verwandeln könnte. Ihre Beklommenheit ließ sie stumm bleiben. Was hätte sie ihm denn auch auf eine so sonderbare Bemerkung antworten sollen! Aufmerksam hatte er sie eine kleine Weile angesehen. Dann lachte er laut aus. „Ich verstehe es ausgezeichnet. Ihnen Mut zu machen — nicht wahr? Aber Sie dürfen unbesorgt sein. Was mir da entschlüpft ist, bezog sich natürlich nicht auf Sic und auf Ihre knnstige Stellung. Sre haben wohl schon gemerkt, daß ich von der Tatsache Ihres Engagements keine Kenntnis hatte. Darum halten Sie es hoffentlich nicht für unbescheiden, wenn ich Sie bitte, mir einiges von sich und von Ihrem bisherigen Leben zu erzählen." „Ich weiß nicht, was ich Ihnen erzählen sollte, Herr Baron. Meine Lebensschicksale sind so aUtägliche, so —" „Danach sehen Sie eigentlich gar nicht aus. Wie alt sind Sie denn? Doch höchstens neunzehn oder zwanzig Jahre." „Ich bin schon vor mehreren Monaten zweiundzwanzig geworden." „Was Sie sagen! Nun, wenn ein junges Mädchen Mit solcher Ernsthaftigkeit und aus so traurigen Augen in die Welt schaut, muß wohl schon allerlei hinter ihm liegen. Ihre Mtelm sind noch am Leben?" „Nein, ich bin Waise. Meine Mütter verlor ich schon als Kind, und mein Vater starb vor anderthalb Jahren." „Das ist allerdings eine ausreichende Erklärung. Me sind bereits als Erzieherin tätig gewesen?" „Rur im Hause einer befreundeten Familie, die mir nach dem Tode meines Baters eine Zuflucht gewährte. Aber diese Familie ist vor mehreren Monaten nach Südamerika übergesiedelt. Da mau mich nicht mitnehmen konnte, mußte ich mich nach einer anderweitigen Stellung Umsehen." Er stellte keine weitere Frage. Erst nach einer geraumen Weile nahm er das Gespräch wieder auf. „Wenn es Sie interessieren sollte: wir befinden uns schon seit einigen Minuten auf Klein-Ellbacher Grund und Boden. Auf dieser Scholle sitzen wir Bardelebtzns nun schon seit mehr als dreihundert Jahren. Aber meine Vorfahren hatten es besser als ich, denn ihnen rückte nicht von allen Seiten die Industrie als unbequeme Nachbarin auf den Leib. Sehen Sie die langen Lichterreihen dort in der Ferne? Das sind die Fenster der großen Webereien von Reins- waldau. Vormals Rasmussen & Söhne, jetzt natürlich Aktiengesellschaft. Von daher ist den Bardelebens schon so mancherlei gekommen — Gutes und Schlimmes. Besonders das letztere. — Aber verzeihen Sie — das kann Me selbstverständlich nicht interessieren." Nein, es interessierte sie in per Tat nicht, und sie hatte jetzt überhaupt keinen anderen Gedanken und keinen anderen Wunsch mehr als den, daß diese Fahrt ihr Ende erreicht haben möge. Wieder blieb es längere Zeit still zwischen ihnen. Dann fühlte Margarethe plötzlich, daß ihr der Baron näher gerückt war, und während sie sich ängstlich dicht an die Wand des Wagens schmiegte, hörte sie ihn sagen: „Wir werden sogleich am Ziel sein. Vorher aber müssen Me mir noch ein vertrauliches Wort gestatte», mein Fräulein! Ich habe in den drei Jahren, während deren man meinem! armen kleinen Mädel nun schon mit Gouvernanten, Misses und Mademoiselles sein junges Löben verbittert, wohl mehr als ei» halbes Dutzend von dieser Gattung kommen und gehen sehen. Und ich habe ihr Gehen niemals bedauert, denn für meine Dietlinde ist jedenfalls nicht eine die richtige gewesen. Sie aber sehen mir so aus, als ob Me die sein könnten. In Ihrem Gesicht und in Ihrer ganzen Apf ist etwas, was mich von Ihnen Besseres hoffen läßt äss von den anderen. Sie müssen sich nämlich Ihre Aufgabe keinesh wegs als leicht vorstellen, mein liebes Fräulein!" „Etwas Aehnliches hat mir auch die Frau Baronin! geschrieben. Nun, ich werde gewiß alles tun, Was in meinen! Kräften steht, um Ihren Ansprüchen zu genügen.": „Na, werden ja sehen, wie lange Sie dazu Lust behalten. Es geht im allgemeinen nicht über die Maßen vergnüglich zu auf Klein-Gllbach, und je weniger Illusionen Sie sich von vornherein in dieser Beziehung mache», destp leichter werden Sie sich zurechtfinden. Die Hauptsache ist, daß Sie sich von Anfang an die richtige Stellung stcherü und sich durch nichts beirren lassen i» dem, tvas Ihnen für Dietlinde als das Beste erscheint. Ich selber kann mich au« verschiedenen Gründe» nicht viel um diese Dinge kümmern, und ich möchte es auch nicht, weil ich von der Erziehrtpä kleiner Mädchen nicht das mindeste verstehe. Mer wänn St« jemals meiner Unterstützung &u bedürfen glauben, gegpn Wien immer es sein mag, so bitte ich Sie, sich unbedenllich aü mich zu lvenden. — Und nun wären wir ja glücklich schon in der Allee, die zu meinem Hause führt." Der Wagen hielt, und wieder war der Baron dem jungen Mädchen ritterlich beim Mssteigen behilflich. Dann wandte er sich an den Kütscher: „Nicht aus>- spannen, Hilbert! Warten Sie hier auf mich, Sie sollen mich gleich nach Reinswaldau hinüberfahre»." (Fortsetzung folgt.) Der Blinde am Meer. Roman von Karl Böttcher -Chemnife. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Reue wollte morgen wieder fort, nach Berlin. Ml dl« glücke liche Ruhe, das Gefühl des Geborgeuseins, das er noch vor einer Stunde besessen, war aus ihm gewichen. Er trat arrs Fenster und öffnete es, uiti> er liefe, den eisigen^ passen Wind über sich ergehen. Er lauschte dem Wogeuschlag der — 419 rastlosen Söflftn, der bald leise gurgelnd und plätschernd, bald »nachlvoli rauschend von dem Wind hinübergetragen wuvde, Er sah über den Damm des Teiches hinweg auf die dunklen Wellenrücken, die sich krümmten und bogen und wie flüssige Berge da hin rollten > Er trat wieder zurück in die Wohnstube, in welcher Arda noch allein tätig war, Tisch und Zimmer in Ordnung zu bringen, Arda blickte mehr erstaunt als erschrocken aus und sagte: „Sie sind noch auf, Herr Rene?" „Ich bin nicht gewöhnt so zeitig schlafen zu gehen, Arda. Es rst kaum zehn Uhr. Ich habe Lust, noch ein paar Minuten an den Strand zu gehen. Wollen Sie mir bitte, die Haustür ouffchließen," Arda griff schweigend nach der Windleuchtc und zündete sie an, dann nahm sie von einem Kleiderrechen einen großen Schal und reichte ihn Rene, „Binden Sie den Schal um, Herr Rene, Es weht rin eisiger Nord," In dieser Bitte lag etwas so Schlichtes und Bezwingendes, daß Rene nach deni Tuche griff und es sich ungeschickt um Kopt und Hals wand. Dann schritten sie die knarrende Holztreppe hinunter, Arda mit der Leuchte vorweg und sic hochhaltend, J!n dem Hausflur schritt sic nach der Hoftür und sagte erflärend zu Rene: „D,e Glocke der Vordertür läutet so schrill, da möchte die Mutter aus- wecken," v Auch hier wieder die rührende Sorge, Sst öffnete die schmale Pforte und setzte die Windleuchte aus die Sleinfliesen, Und während Rene ins Freie trat, fragte sie: .^Bleiben Sie lange, Herr Rene?" Rene wandte ihr sein Antlitz zu. Es war aschfahl und unter den Äugen zeichneten sich schwane Ringe ab, Arda fuhr erschrocken zurück und stieß hervor: „Was wollen Sie da draußen am Meere, Herr Rene?" „Luft, Arda — frische, kalte Lust — in zehn Minuten bin ich wieder da — vielleicht," Und Arda reckte sich auf und sagte fest: ,Hch gehe mit an den Strand, warten Sie einen Augenblick, Herr Rene," Und mit eckiger Hast sprang sie die Treppe empor, und nach laum einer Minute war sie tvieder bet Rene, Aber der Maler sagte: „Ich dulde nicht, daß Sie sich meinetwegen der Gefahr einer Erkältung aussetzen," Aber sie lachte laut aus: „Ich bin das eher gewöhnt als Sie, Herr Rene. Also kein« Sorge," Und sie trat an sein« Seite, Doch Rene blieb stehen, „Rein, es geht nicht, Sie dürfen mich nicht begleiten, Denken Sie an Seede," < Sie senkt« das Haupt und schwieg. Aber dann ergriff sie seine Haard und sagte: „Seede setzt volles Vertrauen in mich. Kommen Sie," Nun schifften sie denr Meere zu. Hier und da schimmerte aus einzelnen Fischerhütten ein schwacher Lichtschimmer, Das Meer schielt ruhiger geworden zu sein. Seine Wellen rauschten träumende Weisen und spülten matt an dem Ufer empor- Sonst regte sich kein Laut, > Schweigsam ivaren sie an dem Bordeichc dahingcwandert, bis zu einer Stelle, wo das Ufer in einem schroffen Winkel vorspringt. Hier waren die Wellen wild und ungestüm, und es brodelte und gischte und schäumte in den Wassern, Am! Himmel schob sich ein schwarzes Gewölk, „Wollen wir umkchren?" fragte Arda. „Wenn es Ihnen recht ist, verweisen wir hier noch einige Minuten, Die düstere Nacht, die schwarzen, schauerlichen Wassermassen, das Aus und Nieder der Wogen erinnern an eine zerrissene, arm« Seele, in der es unheimlich ffnster aussieht und die nicht mehr weiß, wo aus noch ein, die sich bäumt und auf-« lehnt gegen das Schicksal — und unterliegen muß," Arda sagte: „Ich habe eine solche Seele gekannt, eine beimat- lose Seele, Nichte auf Erden dünkt mich so schauerlich, als heimatlos und verlassen zu sein, und dann tut sich das Herz auf, wenn es auch nur eine» Menschen findet, von dem es weiß: Der wird dich schützen und dir helfen. Auch wenn der Mensch sonst nichts wert ist, denn wahre, tiefe Herzensnot fragt nicht nach der Qualität des Helfers, und in dem Augenblick, wo einer Hilst, ist er immer gut." Rene schaute in die Wogen und fragte müde: „Und wenn Nün jemand einen solchen Helfer nicht findet?" „Dann mag Gott ihm gnädig sein," Rene lachte auf. Es war ein heiseres Lachen aus verbittertem Herzen, Und während sie ani 'Strande furückschruten, dem 'Dorfe zu, sagte Rene: „Und Sie fanden einen solchen Menschen in der Fremde, Fräulein Arda?" „Ich wußte, daß Sie jetzt so fragen wirr den. Sie meinen Pctrow Tikander Er war mir ein Helfer, und er liebte mich, uird diese Liebe läuterte ihn, wenigstens im Berkehr mit mir, Ich Muß ihm dankbar sein," ,-Jch weiß, tvie er für Sie sorgte, Fräulein Arda, und auch ich lverde ihm dankbar sein, ivann und 100 ich ihn finde," „Er ist über das Meer, Bor meinem Weggang von Hamburg sagte ich ihm kurz Md flar, daß ich auf Erden nur einem Menschen angehören werde: „Seede Bahlsen," Rene zuckte zusammen und fuhr sich mff der Hand nach dem Herzen, aber Arda merkte es Nicht, Sie fuhr fmck, zu erzählen: „Und da ist er über das Meer, er null nie wieder unser Land betreten." Rene sprach: „Ja, wer das könnle! Soll man seinen Kummer in der LLell herumtragen? Für Herzensnot ist die Erde ein elend kleiner Wellenwinkcl, nur das Menschlichste gibt dem Menschen Vergessen, der Tod." Da faßte ihn Arda an, und sie schrie: „Rene! Was wollen Sie tun, was woflen Sie tun?! Wollen Sie durch Ihren Tod mir eine Last auf di« Seele bürden mein ganzes, armselige« Leben hindurch? Wollen Sie die reine, kläre Seele SeedeS trüben, daß der herrliche, gute Mensch nicht mehr fvoh werden kann?" Sie rang nach Atem, und Rene umfaßte sie, und er sprach beruhigende, tröstende Worte zu ihr. Und so gingen sie nach dem Schulhause. 10 . Kapitel, Zwei Wochen weilte Rene nun schon im Fffcherdvrs bei Seede Bahlsen, Er sprach wenig mit Arda, und sie vermied es, allem mff ihm zu sein. Aber Rene bemerkte, wie sie ihn immer beobachtete, gleichsam über ihn wachte und stets mit stiller Sorgfalt für ihn sorgte. Doch sein Herz konnte nicht fröhlich werden. Von Tag zu Tag ward er immer mehr inne, daß in Arda nur noch schwesterliche Liebe für ihn lebte. In manchen Stunden ersüllle ihn das mit heiterer Ruhe um seiner und Seede willen, Llber dann packte ihn wieder wahnsinniger Jammer, Es gab Stunden, wo er beschloß, sich Arda um jeden Preis zu erobern, und wenn er über Seede hinwegschreiten müßte. Wenn ihm aber der Blinde mit seinem großen Herzen, welches erfüllt von wahrer Menschenliebe und so klar und rein, so ungetrübt von jeglichem Falsch gegenüberstand, dann wieder wußte er: Ich kann ihm Arda nicht rauben. In diesen Tagen kam auch die Berlobungsanzeige von Kun Orsk mit Feodora von Braun, Rene mußte still lächeln, als er die beiden Namen nebeneinander las, Zivei konträre Naturen wie selten, und sie zogen sich an. Das alte Naturgesetz! Er schrieb Kun einen langen Brief in herzlichen Worten, vermied aber, von sich und seinem Leben zu sprechen. Seit einiger Zeit war eisige Kälte und darauf durch umgeschlagenen Wind plötzliches Tauwetter eingetreten, Bon Norden her kamen beunruhigende Nachrichten, Man befürchtete Treibeis, Der Deichvogt mit seinen Gehilfen hatte alle Borsichtsmah- regeln getrofsen, um einer Sturmsee mit Treibeis erfolgreich zu begegnen. Da — eines Samstags gegen Abend meldete der Seismograph acht bis neun Windstärken von Nordwesten her. Und bel eintreten- der Nacht begann das Rasen und Toben in den Lüsten, Ein eisiger Regen, wie Nadelspitzen so scharf, fegte schräg über den Strand. Die wetterharten Friesen standen alle aus ihrem Posten, Weit draußen vom Meere erklang ein eigentümliches Singen und Knirschen, ein Scharren und Reiben, das von Stunde zu Stunde immer stärker ward. Auch Rene hatte sich eine Teerjacke geliehen und den Südwester über dem Kops zusammengebunden und stand nun in großen Wasserstieseln mit unter den Schisfern am Strande, Wenn ein toller Windstoß wie ein Wirbel in die Höhe fuhr und die Wolken anseinanderpeitschte, goß der Mond aus Augenblicke seinen rötlichen Schein über das Meer, Und da sah man, zwei Kilometer vom Ufer, im Meere draußen eine weiße, bewegliche Mauer, „Eis kommt!" rief der Lugposten vom äußersten Punkte der Mole, und der Rus pflanzte sich von Mund zu Mund, und die Botschaft wanderte in das Dorf und in jede Hütte, und eines jeden Friesen Herz erzitterte, denn man wußte: Eis und Sturmflut, das sind die Mörder der Stranddörser, Und die Flut stieg und die Wellen wurden kühner und das schauerliche Konzert der treibenden, sich reibenden Eismassen immer lärmender, . Und nun kamen auch die ersten Boten: kleine Ersstücke, die von den tvilden Wellen wie ermattete Wurfgeschosse an das Land geschleudert wurden. Nun sausten zischende Raketen und Leuchtkugeln in, die Lust, Manche entsührtc der Sturm und trieb sie landwärts, andere verblaßten im.Regen und nur wenige erleuchteten aus Augenblicke das Meer, aber diese kurze Zeit genügte, um das Grausige des Schauspiels zu erkennen, Rene, der Binnenländer, wußte: wenn dies« Eismassen, von wütenden Wogen getrieben, den Deich überfallen, dann Ist alles, alles aus. 480 In feinem öeuen regte sich jetzt ein Wunsch, ein wahnsinniges Hoffen i Wenn sie doch Muten, die wilden Wo gm. mit ihren Eisbergen, lvenn sie ihre Wucht doch verzehnfachten. Mer dann dachte er an Arda und Seede, und nun packte ihn wilde Angst um diese Menschen. Er trat zum Deichbevollmächtigten und brüllte ihm eine Krage ins Ohr. Aber der Sturm nahm die Worte hinweg, und der Friese zuckte mit den Achseln. Wieder zischte eine Leuchtrakete l>»ch, in einem wundervollen, feurigen Bogen, und bei ihrem Schein sah man, daß das Eis kaum noch zweihundert Meter vom Lande entfernt war. Die Wogen stiegen, die Wellen bäumten und überstürzten sich, die Schollen türmten sich zu Bergen imb prasselten dann krachend zusamnien. Und hundert kleine Wellen rannten pach dem Strand und sprangen ans Land, ivie vor einem Unhold fliehende Kinder, und dann kam mit majestätischer Ruhe eine Riesenwoge gerollt, und aus ihrem Rücken hockte ein ungeheurer, vielzackiger Eisblock. Jetzt tvar er am User, setzt trieb er über den Bordeich und jetzt prallte er an den Deich und der Boden erzitterte und der Eisblock rollte knirschend unb splitternd den Damm hinunter ins Meer zurück. Aber er fiel aus weißgläuzende Kameraden, die schoben ihn wieder vorwärts und rammten ihn von neuem an den Damm, wie einen Belagerimgswidder der alten Zeit. Tie hartgefrorene Erde spritzte hoch aus und im Nu Raffte ein meterbreiter Spalt im Deich. Mer sofort regten sich hundert fleißige Hände, und noch ehe der nächste Anprall erfolgte, war die Bresche ausgeswpst mit Erd- und Sandsäcken und jestgestampst. Wer nun war das Gi» da, der Feind auf der ganzen Linie. Das krachte und kinrschte, und die Eisblöcke balgten sich wie weiße Riesenkatzen und schoben und drängten sich und die Flut warf sie mit unwiderstehlicher Gewalt an den'Damm. Hier entstand ein Loch und da ein Riß. Aber die Hunderte von Menschen, Männer und Frauen und Kinder, taten wacker ihre Pflicht, und noch nirgends hatten die gierigen Wogen eine Pforte gefuichen, um ins Hinterland einfallen zu können. Auch Arda war jetzt mit auf dem Damm und sie rang Seite an Seite mit Rene mit deni Meere. Der ganze Vordeich lvar nur noch ein gräßliches Meer mahlender Eisberge. Aber die Friesenleute verloren den Mit nicht. Da ertönte ein furchtbarer Schrei. Rene sah im matten Schein der schwelenden Holzfeuer, wie Arda von einer Welle ersaßt worden war, er sah, wie sie mit den Armen einen Eisblock umklammerte, aber weggerissen wurde, und im Augenblick verschwand sie im Strudel. Rene, der für einen kurzen Mtoment vor Schreck gelähmt war, sprang.jetzt mit einem riesigen Satz in die Wogen, und er schrie auf wie ein zu Tode verwundetes Tier. Er stieß sich mit den Händen und Füßen aus den Eisblöcken fort, er ward von kleinen Eisbergen niedergeworfen, aber er rang sich wieder nach oben und stürmte den anflntenden Wogen entgegen. Da sah er neben sich Arda. Sie stand mit dem Gesicht nach dem Lande zu in den Eismassen und schützte sich das Haupt mit den Armen und Händen gegen die anprallenden Eisstücke. Und Rene faßte sie um den Leib und hob sie mit übermenschlicher Kraft empor, und er trug sie, bis an hie Brust im .Eise watend, strandwärts Da kamen ihm zehn, f wanzig Hände entgegen und sie nahmen ihm Arda ab. Aber im elben Mgenblick verließen ihn die Kräfte. Er konnte den rücklutenden Wogen nicht niehr »viderstehen, und obgleich sich kräftige Arme nach ihm ausstreckten, ward er doch sortgerissen und die Eismassen überschütteten ihn und rissen ihn mit hinaus in das weite weite Meer. Der Einzug der ersten zreiheitskampser in Berlin vor hundert Jahren. Die große Ein»ugsseierlichkeit für die Helden der Freibeits- kriege fand in Berlin am 7. August statt, aber die Berliner ließen ei sich Nicht nehmen, auch die ersten heimkehrenden Truppen mit Empsangsseierlichkeiten zu begrüßen. Straßen und Häuser waren festlich geschmückt, Und ein Kranz von Ehrenjunasrauen versammelt. Die freiwilligen Gardejäger waren die ersten, die aus Paris ani 4. Julr in Berlin einzogen, begrüßt von den begeisterten Berlinern. ?luch Barden hatten in ihre Leier gegriffen und den siegreichen Kriegern Lieder gewidmet, die sich mehr durch ihre gute Gesiimung als durch poetische Schönheit anszeichneten. Sie wurden in Flugblätter» ausgegeben. Die Blätter sind sehr selten, und so ist es interessant, etwas von ihren vergessenen Versen zu hören. Der eine singt: Wir zollten Euch der Achtung hcil'ge Zähre, Als Ihr von uns das Lebewohl empsiugt, Und Ihr — so mutherfüllt — die Bahn der Ehre Mit Gott zu großen Heldentaten gingt! Mit Hochgefühl vernahmen wir die Kunde Bon Cuerm Muth. von Eurer Tapferkeit, Und segneten im Voraus schon die Stunde, Die uns nun heute namenlos erfreut! SMboa 8km Herzen bemy „Willkommen Söhn«! „Mr ehren, lieben, banken, seeguen Euch! >,Die Allmacht blicke lohnend aüf Euch Nieder I Ja, Euer Lohn setz Euern Thaten gleich r E Sie, die wir nicht mehr entzückend grüßen, die die Freude Mt kein Röschen bricht —i -s sehn wir Sie, hochseeltg, dort genießen Den schönen Lohn der treu-erfüllten Pflicht! Den lviederkehrenden Kriegern widmete Friedrich Heyne gleicht» falls ein Poem, das mit folgender Strophe begann: Begrüßt, begrüßt, im Klang der Lieder, Mit lautem Jubel, heiterm Blick, Die braven, vielgeliebten Brüder! Sie kehren, siegbekränzt, zurück. — Seyd tausend — tausendmal willkommen In unsrer Mitte, All' zugleich! — Die Seegnung habt Ihr mitgeiromMen; Den Seegen bringt Ihr uns mit Euch. —> Theatervorstellungen imb Illumination schlossen dann bch» festlichen Tag ah. _ 0. K. vermischte«. — Bon der Verwendung des Spinnengewebe8* Wozu wohl der lästige Staubfänger gut sein könnte, mag manche HauSsrau fragen, wenn sie ihvÄ letzten Rededuells mit ihreni dienstbaren Geist gedenkt. Nun — das ist doch sehr naheliegend, das Gewebe in der Werse wie das Rohprodukt unserer Seiden« spinner zu Verivenden. Ist auch geschehen: jedock, läßt sich auI begreislichen Gründen das Raubtier nicht in der Menge heran- züchten, daß ein Industriezweig bestehen könnte. Man hat die Gewebe früher, besonders die der Hansspinnen, zu medizinischen ? Zwecken benutzt. Sie sollten treffliche Dienste gegen das Wechsel- ieber leisten, wenn man sie, nachdem sie auf einem Rohrsduhl oder Drahtsieb energisch ausgeklopst und vom Staube gereinigt loaren, mit einem Wiegemesser fein zerschnitten in Butter auf Brot gestrichen genoß und dieses in bestimmten Zwischenräunren wiederholte. — Bis auf unsere Tage hat sich noch der Brauch erhalten, sie, ebenfalls vom Staube gereinigt, aus blutende Wunden, ja sogar auf das entzündete Auge zu legen. Nicht allbekannt dürste es sein, daß Spinnfäden in der Astronomie verlvendet Iverden. Bor dem Okular des Fernrohrs sind eine Anzahl solcher Fäden in der Weise wie die GradneMiien auf dem Globus ge« ordnet, um den Ort des Durchgangs im Bilde des Fernrohrs imb indirekt mit Bezug auf eine Normaluhr auch die Zeit so genau wie möglich bestimmen zu können. Merkwürdig isr ihr Gebrauch in der Lichtlehre. Man benutzt zur Erzeugung sehr feiner Spektren (Lichtbänder aus den sieben Regenbogenfarben, aus denen das Sonnenlicht besteht: Gitter, die über 1000 Stäbe auf ein Millimeter Breite aufweisen. Zur Herstellung solcher Gitter vertvandte man bis vor kurzem noch Spinnfäden. Wenn auch nicht eine besondere Industrie entstehen kann, so unterläßt man es in China nicht, sehr feste Fäden einer Spinne im Gewebe der sogenannten Seide des Ostmeeres zu verarbeiten. Auch verwertet man in Südkarolina und Paraguay die Gespinste von Nephila plumipes und Epeira socialis. * Nichts Besonderes. Sie: „Worüber sprachst Du denn so eifrig mit Jack?" Er: „Ach, über nichts Besonderes." Sie: „Wie könnt Ihr immer so viel über Euch selber reden!" * Praktisch. „Wenn Du mit Deiner Frau ausgehst —: weshalb bleibst Du dann immer oben und kommst erst nach, wenn sie auf der Straße ist?" „Ach, sie kann dann gleich heraus- telephonieren und sagen, was sie alles nntzunehmen vergab." * Die zweite Geige. Heck: „Spielen Sie irgend ein Instrument?" Peck (traurig): „Ja, die zweite Geige — zu Hause." Silbenrätsel. aar, au, bert, dan, fer, «au, ge, mark, ing, ka, uen, nie, och, rite, ro, seit, te, wer. A„S vorstehenden Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten „ach oben gelesen den Namen eines Komponisten ergeben. Et bedeuten aber die einzelnen Wörter solgendes; 1. Ordnung der Insekten. 2. Eine» Schmuckstein. 3. Beliebten Juaendschriststeller. 4. Männlichen Vornamen. 5. Schweizerischen Kanton. 6. Italienischen Dichter. 7. Tionische Gewürzvstanze. 8. Name mehrerer Städte. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Rätsels in voriger Nummert Sorge, Sarg. Redaktion: kt Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen UnioersttätS-Buch« und Steindruckeret. R. Lanae. Gieß«»