Kinderseele. Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Sie blieb immer gleich kühl und ruhig Wenn es aber eine entrüstete Auflehnung weiblichen Stolzes sein sollte, was ans ihren Worten sprach- so hatte sie jedenfalls nicht den rechten Ton angeschlagen, ihn von ihrer Empörung zu überzeugen. (,,0*1, (ich habe ein Recht dazu," beharrte er, „denn für mich gibt es auf der ganzen Wett nichts inehr als das glüheiwe Verlangen, Sie noch einmal glücklich zu sehen." Sie legte den Kopf auf die Seite und sah mit einem spöttischen Zucken der Lippen zu ihm auf. „WaS für ein Komödiant Sie doch sind, mein lieber Reibnitz! Mer Sie dürfen inich nicht für eine Regine .Kreidet halten, der man mit pathetischen Worten den Kopf verdrehen kann, !Jch ivürde von dem Manne, an dessen leidenschastliche Liebe ich glauben soll, wahrhaftig mehr verlangen, als schöne Redensarten." „So verlangen Sie doch endlich etwas von mir!" Seine Hände auf das Tischchen stützend, mit einem Ausdruck höchster Spannung in dem blassen Gesicht, hatte er sich gegen sie vorgeneigt. Aber sie machte eine abwebrende Bewegung. „Ach, das ist doch alles Unsinn! Wozu sollen wir noch weiter darüber reden?" „Aber ich will davon reden, Frau Jrnia — ich will! Denn so nne es jetzt ist, kau»- ich es nicht mehr lange anshalten. Ich zittere bei dem Gedanken, daß Bardeleben eines Tages wieder aus Klein-Ellbach erscheinen könnte und —" „Warum zittern Sic? Doch nur, weil Sie sich vor ihm fürchten." ' „Es bereitet Ihnen, wie es scheint, ein grausames Ver« gnüaen, dies Wort immer auf» neue zu wiederholen Mer vielleicht werden Sie eines Tages den Beweis dafür erhalten, daß ich mehr Anlaß hatte, mich vor wir selbst zu fürchte», at? vor ihm." „Das ist zu doch für mich Wollen Sie damit etwa an- deuten, daß Sie sich mit irgendwelchen finsteren Plänen tragen?" „Was Sie sehr belustigend finden würden —■ nicht wahr?" „Mit Ihrer Erlaubnis —i ja, Herr v. Reibnitz! Der Mann, dem ich derartiges zntrauen könnte, müßte doch wohl anders aussehen als Sie. Er müßte es überdies mit einem anderen Gegner zil tun haben als mit meinem Manne." Das fahle Gesicht Botho v. Reibnitz' hatte sich verzerrt. „Ich glaube, Sie kennen inich noch sehr wenig, Frau Irma," stieß er hervor. „Wenn es sich darum handelte, Sie ans Ihren Ketten *u befreien, würde ich es unbedenklich nicht bloß mit einem Harro v. Bardeleben mit einem ganzen Dutzend von seiner Als wäre sie deS Gespräches nun wirkt! aufnehiw : Art." ett, sondern überdach ck rdrnssig für tö«, cfwüftta [faul wie geworden, staub die junge Frau auf. „Ein Glü daß Worte nicht töten rönnen," sagte sie „Würde es keiner anderen Waffen bedürfen, ich gl hätten es in der Tat längst fertig gebracht, mich es neiineii, aus meinen Ketten zu befreien." Für einen Augenblick preßte er die Lippen zusammen. Dann, ehe sie es hatte bindern können, erfaßte er mit uw- gestümem Druck ihre beiden Hände „Treiben Sie mich nicht zum Aeußersten, Irma! Ich bin nur ein Mensch. Und es gibt'Stunden, in denen tch allen Ernstes fürchte, verrückt zu werden. Ein Wort voü Ihnen, und dieser Bardeleben —" Mit einem Ruck hatte sie sich freigemacht. „Ich verbiete Ihnen, noch länger in diesem Ton zu mir zu reden Uich wen» Ihnen daran gelegen ist, daß i Verkehr mit Ihnen fortsctze, so lassen Sie (toi | ich's ein für al mal gesagt sein, daß mir unter allen Menschen die am un- -_i_r-v_.tri_ ri_v -;i--- ,ße erträglichsten sind, die beständig mit großen Worte» um sich werfen, ohne jemals den Mut zu einer entscheidenden Tat aufzubringen. Daß ich nicht mit Ihnen hierher gegangen bin, um von mir und von meiner Ehe zu spreche«, könne» Sie sich doch wohl denken Rur über diese wider-' ivärtige Angelegenheit mit der Regine wollte ich Auskunft von Ihnen haben, denn ich lminsche nicht, daß sich die Geschichte zu einem Skandal auSivächst. Glauben Sie, daß die Leute mit einer Summe Geldes zum Schtveigen zu bringen sind?" ,/Jch fürchte — nein! Wenigstens hat mir der alte Kreidel beim Abschied zuaerusen, daß ich mich nicht unter- I mm seiner Tochter mit etwas Derartigem zu stehen solle kommen." „Das ist tan, bei der chlimm. Und Sie hätten ivährhaftig gut ge- ahl Ihres Zeitvertreibs etwas mehr Vorsicht u üben. Der Man» erfreut sich drüben in Reinswaldau allgemeiner Beliebtheit. Er war schon in her Fabrik tätig, alte sich noch im Besitz meines Vaters befand. Und bei meinem Alaune, der in Gemeindeangelegenheiten öfters mit ihm zu tun hat, steht er, soviel ich weiß, in besonderem Ansehen. Wenn er auf den Gedanken komm!, sich an den Baron j?u wenden, wird es kaum in meine Macht gegeben sein, -sie vor Unannehmlichkeiten zu schützen." „So sollten Sie es nicht erst versuchen Am Ende bin ich als Volontär auf Klein Eklbach doch kein Schuljunge, der der Zucht des Herrn v Bardelebe» unterstellt ist. Ick» werde Ihrem Gatten gegenüber die Verantwortung für meine Handluiige» zu tragen wissen — verlassen Sie sich darauf!'< „Nun, um so besser für Sie. Aber ich prophezeie Ihnen, daß Sie sich in diesem Fall aus eine stürmische Auseinander- fetziing gefaßt machen dürfen. Mein Mann ist in einem gewissen Sinne viel zu hochmütig- um eifersüchtig zu feiu 414 Uber ich Hobe Grund zu vermuten, daß er trotzdkm unseren Verkehr mit nicht gerade freundlichen Augen ansieht, und «S könnte recht wohl geschehen, daß beim ersten Anlaß daS ganze Getvitter seines lange aufgespeicherten Unmuts über Die hereinbricht." Botho v. Reibnitz suchte seiner schlaffen Gestalt eine feste und mannhafte Haltung zu geben. „Auch in diesem Falle werde ich wissen, was ich zu tun habe. Am Ende tostrde doch ein Edelmann gegen den anderen stehen, und ich —" „Bitte! Ueber das, was Sie im gegebenen Fall tun »der nicht tun werden, wünsche ich keine Erklärungen von Ihnen zu erhalten. — Und nun, da diese Angelegenheit wohl zur Genüge besprochen ist, lassen Sie uns gehen!" 2. Kapitel. Ein häßlicher, mißfarbiger Nebel hüllte das erwachende Berlin in seine feuchtkalten Schleier, als Margarete Oth- mar sich anschickte, ihre Vaterstadt zu verlassen. Fröstelnd in eine Ecke der Droschke geschmiegt, starrte sie in den grauen Novembermorgen hinaus, der einen trübseligen, sonnenlosen Tag verhieß. Auf dem langen Wege bis zum Schlesischen Bahnhof mußte sie an gar mancher Stätte varüberlommen, die ihr durch liebe Erinnerungen geheiligt Nkar, und gerne hatte sie jeder von ihnen einen letzten Abschiedsgruß zugenickt. Aber die langen Häuserreihen tauchten nur in unbestimmten, schattenhafte» Umrissen vor de» milchig an- geiaufenen Fenstern des Wagens auf, und sie wußte bald überhaupt nicht mehr, in welcher Gegend sie sich befand. So war es ihr, als sei sie schon jetzt losgelöst und für immer geschieden von allem, was ihr bis zu diesem Tage wert und teuer gewesen war, als läge hinter diesem dicken, undurchsichtigen Mbel wie hinter einem Vorhang, der sich nie wieder heben könne, alle Sonnenzeit ihres Lebens. In heißer Sehnsucht und dann wieder in herzbeklemmender Furcht hatte sie dem heutigen Tage entaeaengeharrk. Min aber, da er gekommen war, fühlte sie nichts mehr als eine jiefe, mutlose Traurigkeit, und das Bewußtsein völliger Verlassenheit hatte niemals schwerer auf ihrer jungen Seele gelastet als während dieser Fahrt, auf der niemand sie aelejtete, und für die niemand ihr Glück auf den Weg genmnscht hatte. Die Droschke hielt, und ein Gepäckträger öffnete den Hchlag, bereit, den Handkoffer in Empfang zu nehmen, dsn sie neben sich auf den Sitz gestellt hatte. Aber wie Margarete der wohlfeileren Beförderung halber den wesent- 'iften Teil ihres Gepäcks als Frachtgut vorausgeschickt te, so war sie auch jetzt darauf bedacht, die Grosck>«n r den Kofferträgcr zu sparen. Sie lehnte seine Hilfe ab hlte den Kutscher und belud sich selbst mit der schweren rndtasche, der man's auf den ersten Blick ansehen konnte, ß sie noch aus ihres Vaters Junggesellentaaen stammte. Nun trat sie in das Bahnhofgebäude ein, ungewiß, »hin sie sich zu wenden habe, und voll Besorgnis, ihren ug zu verfehlen. Denn es war die erste größere Reise, die e ganz allein unternahm, und sie besaß nicht die Zuver- chtlichkeit jener Beneidenswerten, die sich in jeder neuen Lage sogleich zurechtzufinden wissen. Auch war die Bürde säst zu schwer für ihre Kraft, und schon nach den ersten zwanzig Schritten mußte sie sie niedersetzen, um auszuruhen. Da schlug eine frische, tiefgefärbte Männerstimme an ihr Ohr: „Verzeihung, mein Fräulein, bedürfen Sie vielleicht eines Rates? Ich bin auf diesem abscheulichsten aller Baynhöfe so gut wie zu Haus und stehe mit Vergnügen zur Verfügung." Halb erschrocken und halb erfreut hatte Margarete aufgesehen Der da unter böflickem Lüften seines Hutes zu ihr ge prochen hatte, war sicherlich einer der größten und stattlichsten Männer, die ihr je zu Gesicht gekommen waren. Die legte sich keine Rechenschaft darüber ab, wie alt er wvhl sein mochte, aber seine reckenhafte Gestalt und sei» langer, bloicher Bollbart gaben ihm für ihr Empfinden etwas Vertrauenerweckendes, das ihr Mut machte, ihm zu antworte». „Ich möchte eine Fahrkarte für den Breslauer Schnellzug losen, urw ich weiß nicht, an welchen, Schalter." „Dorthin, meine Gnädigste," sqgte er, ihr mit ausae- strecktem Arm die Richtung weisend. „Mer Ihren Koffer können Sie unmöglich mit in das Gedränge nehmen. Sie gestatten, daß ich ihn inzwischen behüte." Tinen Augenblick hotte Margarete die Empfindung, daß es sehr unvorsichtig sein würde, dem Wildfremdest ihre Tasche anzuvertrauen: aber wie sie noch einmal mit scheuen^ Blick über ihn hinstreifte, schämte sie sich beinahe solcher Bedenklichkeit. Seine Erscheinung war von unverkennbarer Vornehmheit, und der Gegensatz zwischen der ausgesuchten IClega,^ seiner Reiseklctdnng und der Armseligkeit ihres! alten Handkoffers ließ sie m plötzlicher Verlegenheit erröten. Er hatte seine Uhr gezogen und drängle zur Eile. „Es sind nur noch sechs Minuten bis zum Abgang d«S Auges, mein Fräulein! Da gilt's für uns beide, keine Zeit zn verlieren." Nun lief sie ohne weiteres Besinnen zum Sckialter. Aber als sie dann glücklich in den Besitz der Fahrkarte gelaugt war, sah sie den blondbärtigen Riesen mit ihrem Koffer schon auf dem Wege zum Bahnsteig. „Schnell — schnell!" rief er mit seiner tiefen, volltönenden Stimme zu, die laut wie ein militärisches Kommando den weiten Raum durchhallte. Dabei schwenkte er daS Gepäckstück, das sie nur mit größter Anstrengung zu schlepp Pen vermocht hatte, wie ein Kinderspielzeug in seiner Rechten. Tnnkelrot vor Verwirrung ging Margarete hinter ihm durch die Sperre, und sie erreichte den mit laugen Schritten Vorauseilenden erst, als er neben einem Wagen des Zuges stehen geblieben war. „Nun, das ging ja noch gut," lachte er ihr zu. „Wünschen Gnädigste, daß ich Ihren Koffer ins Damenabteil lege?" Er hatte vor der zweiten Wagenklasse halt gemacht, als er aber die braune Farbe der Fahrkarte gewahrte, die sie noch in den bebenden Fingern hielt, ging er rasch weiter^ als tvenn er es für ganz selbstverständlich hielte, daß sie in der dritten Nasse fuhr. „Da ist noch Platz," hörte ihn das junge Mädchen sagen, das ihn, willenlos gefolgt war. „Eine hübsche Fensterecke, was bei dem dicke» Nebel und der landschaftlichen Rei^ losigkeit unserer Reiseroute freilich nicht viel bedeuten will. — Ente Unterhaltung, mein Fräulein, und glückliche Fahrt!" Mühelos hatte er den Koffer in das Gepücstietz gehoben!, hatte noch einmal freundlich lächelnd den Hut gelüstet und doar davon, noch ehe Margarete auch nur ein einziges Dankeswort hatte über die Lippen bringen können. Sie schämte sich ihrer Unbeholfenheit und war bitter unzufrieden mit sich selbst. Mer als sie dann in ihrer Ecke saß und das erste Anrücken der Räder spürte, ging es ihr durch den Sinn, daß nun doch einer gekommen war, ihr Glück zur Fahrt zn wünschen, und sie nahm sich vorz diesem fremden Manne, der sich ihrer Verlassenheit mit solck)«b Ritterlichkeit angenommen, um seines freundlichen Wunsches willen eine dankbare Erinnerung zn bewahren. Vorderhand freilich hatte sie ihn schon nach Verlauf weniger Minuten vergessen, denn die von den Ausregnngjest der Abfahrt verscheuchte» trübe» Gedanken nahmen aufs neue von ihrer Seele Besitz und machten sie ebenso unempfindlich für das eintönige Grau der Nebelwand, die da draußen auf die flache märkische Landschaft drückte, wie sür daS unermüdliche, öde Gefchroätz der beiden Frauen, hid das Schicksal ihr zu Reisegefährtinnen gegeben. Sie bemerkt« die zudringlich neugierigen Blicke nicht, mit denen die beiden ihr Gesicht und ihre Kleidung musterten, und sie wandte kaum den Kopf nach der geöffneten Wagentür hin, wenn der Zug auf einer Zwischen station halt machte. Was küm- merte sie all das Gleichgültige, das da um sie her geschah! Sie wußte nur, daß sie einem neuen, unbekannten Leben entgegenfnhr, und daß es ihr nichts zuriickgeben konnte von dem, was sie fiir immer verloren. Wie hätte sie da Interesse aufbringcn sollen für die bedeutungslosen Erlebnisse dieser Fahrt! —- (Fortsetzung trägt.) Ist Gbstgenuh gesund? Plauderei von Dr. med. Wilhelm Teschen. Daß diese Frage so oft gestellt ustrd, ist eln charakteristisches Zeichen sür unsere Zeit. Viele Personen fürchten und »leiden sogar de» Genuß von Obst, lveil cs ihnen Blähungen »nd sonstige Bcschlverden verursacht. Die Schuld liegt aber nicht am Obst, senden, ganz allctn an dem modernen, schwachen Magen de« / 418 ETCenMjen. Wäre dieser nM)t durch die Unzahl gekünstelter Und warmer Speisen und Getränke verwöhnt worden, waren wir von Kindheit an aus den Genuß ungekochten Obstes und roher Feld- rrüchle hingewiesen -vorden, >oic es die wilden Naturmenschen früher waren und zun, Teil heute noch sind, so würde die Frage, ob rohes Obst gesund sei, erst gar nicht gestellt werden, Obst war ein« Urspeise des Menschen, und auch heute noch spielt dort Obstgennß bei manchen Völkerstammcn eine große Rolle, Die Bedeutung des Obstes als Nahrungsmittel nimmt im allgemeinen in dem Grade zu, als man sich dein Aequator nähert, , In den tropischen Und subtropischen Klimaten ist das Obst ein allgemeines Nahrungsmittel, Bei >ms schäpt man es als solches kau.,» und genießt es in den meisten Fällen nur als Leckerbissen, Unser Magst» ist so nervös und geschwächt, daß sogar für den Obstgcnuß besondere Vorsichtsmaßregeln nötig sind. Genießt man reichlich Obst, so muß man mit dem Wassertrinken vorsichtig sem, erst nach fivn bis drei Stunden dars man trinken, Hierauf sollte man besonders die Kinder aufmerksam machen, die ja von Natur ans alle große Liebhaber von rohem Obst sind, und die es auch in den meisten Fällen gut vertragen. Bekommt daher ein Kind »ach dem Genuß von rohem Obst Durchfall, so hat es sicher zu früh oder zu viel Wasser getrunken, Ueberhaupt müssen Vegetarier es streng vermeiden, während der Mahlzeit viel zu trinken- sie müssen Bier, Wasser und Wein meiden, weit dann die Ver>- dannng besser vonstatten geht. Wer sich des Trinkens längere Zeit enthalten kann, der wird eine tüchtige Gemüsemahlzeit oder einen reichlichen Obstgenuß besser verdauen und keine Beschwerden hoben, Gemüse und Obst enthalten Wasser genug, um der Magen- vcrdaming das nötige Lüsungsmaterial darzubieten. Zu frühes und starkes Trinken würde nur die Verdauung stören, den Magensaft zu sehr verdünnen und so seine Wirkung schwächen. Alle Früchte, seien es Aepsel, Birnen, Pflaumen, Psirsiche, Aprikosen, Erdbeeren, Kirschen, Heidel- oder Preiselbeeren, alle enthalten sie Wein-, Zitronen- und Apfelsäure, und sind daher mehr oder weniger saure Früchte, die kühlend auf das Blutleben berubigend wirken. Ein Apfel oder höchstens zwei Aepsel, abends vor dem Schlasengehen genossen, wirken ber vielen Menschen beruhigend und schlasbringend. Jedenfalls ist es rin besseres Rezept als medizinische Schlafmittel, wie Morphium und Veronal, oder als schivcrc Weine, wie Sherry und Portwein, Die Hygiene erteilt dem Apfel unter allen Früchten den ersten Preis zu. Auch für den Laien ist der Apfel das nutzbarste Obst, Auch die Sporttreibenden lieben den Apfel als kühlendes Und durststillendes Mittel sehr. Die Beliebtheit des Apfels hat ein großes Alter, denn schon die alten Römer schätzten ihn sehr hock>. Sie aßen nach der Mahlzeit nicht, wie wir, Käse, sondern, Obst, am liebsten ?lepsel. Wie hoch sie den Avfel schätzten, beweist ihre Redensart: „ab ovo usquc ad mala", vom Ansang des Essens bis zum Ende, oder wörtlich: vom Ei bis zum Apfel, ! Aus dem wilden Holzapfel hot die Kultur eine große Zahl angenehmer Sorten hervoraebracht, aber eine Sorte, die man als die beste Unbedingt empfehlen könnte, gibt es nicht, denn eine jede ist das Ergebnis ihrer Scholle, Selbst die beste taugt nichts, bringt man sie in ungeeignete Berhältntsse, Berühmte Sorten sind: „Schöiistv von Boscoop", ein großer, prächtig gefärbter Apfel aus der Art der Reinetten, „Wintergoldpormäiie" heißt jener prachtvolle, vrangeaelbe Apfel mit rotgestreiftcn Backen, der jetzt überall auf den Märkten angeboten wird. Andere beliebte Sorten sind: „Boumauus-, Champagner- und Goldreinette", ferner: Weißer Klarapsel und „Kaiser-Merander-Apfel". MIe dies« Sorten enrosiehll auch die Medizin zu einer Kur, Und zwar bei Neigung zu Verstopfungen, bet Gicht und Rheumatismus, Vollblütigkeit und Hämorrhoiden, Ferner hat man fest- gestellt, daß nach längerem Gebrauch von guten, kernigen Aepseln, wie die oorgenaimten, der stets mangelhafte Appetit der Bleich- süchtigen sich bedeutend hob imd ein Aufblühen der bleichen Wangen slattfand, Reise, im Munde schmelzende Birnen sind gleichfalls eine große Eranickung, doch stehen sie in hygienischer Hinsicht dem Apfel weit nach, auch die besten unter ihnen, wie: Clapps Liebling, Williams Christbirne, Pastoren- und Butterbirne, Jedes Obst zerstießt Um so schöner im Munde, je ärmer es an Zellulose oder Holzfaser- und Gallertstoffen ist Erdbeeren, Reineclauden Und Psirsiche zeichnen sich namentlich dadurch aus, daß sie auf der Zunge leicht zerstießen, während Heidelbeeren und Kirschen ein entgegengesetztes Verhalten zeigen. Als vorzügliches Mittel gegen die böse Gicht gilt auch der reichliche Genuß von guten und reifen Erdbeeren, Merkwürdig ist es, daß manche Personen nach dem Genuß von Erdbeeren einen rosenroten Hantausschlag bekommen. Der Einfluß der Erdbeeren aus das Blutleben scheint bei manche» Personen ein großer zu sein, Fni allgemeinen müssen Menschen mit träger Magenfunktion im Genuß von Erdbeeren vorsichtig sein. Bei Fieberhitze gelten in Wasser zerdrückte Erdbeeren, also Erdbeerwasser, als ein sehr berrihigcndes und bekömmliches Getränk, In hygienischer Hinsicht steht dem Apfel am nächsten die Weintraube, Ihr reichlicher Genuß ist ein gutes Mittel gegen Gelbsucht, Gicht, Häinorrhviden und Unterleibsstockungen, Außerdem haben die Weintrauben noch eine höchst wertvoUe Eigenschaft: sic enthalten in hohem Maße die stnchtigen Wut- oder Er-i nährustgssalze, namentlich die phosphorsaüren Verbindung«,, die so wertvoll für die Nerven- und Gehirnsubstanz sind Ist e« doch schon ein uraltes Wort: „Ohne Phosphor kein Gedanke," Sehr beliebt ist zwar die sogenannte Traubenkur, doch sollte sie ohne ärztliche Leitung nicht unternommen werden da sie nicht für jeden Magen geeignet ist. Zn einer richtigen Kur gehören täglich 3—5 Pfund Trauben, eine Menge, die nicht jeder miodeaie Magen verträgt. Besonders dürfen Blutarme keine Traubenkur gebrauchen, sie würden deren Blut noch mehr verdünnen. Die Pflaumen sind roh, gekocht imd getrocknet sehr beliebt, doch sffch sie im rohen Zustande schwer verdaulich, dagegen steht das Pstaumenkompott als Berdauungsmittel schon seit langen Zeiten in hohem Ansehen. Die Aprikosen sind auch eine Pstaumenart, Und sind, mäßig genossen, bekömmlich und durststillend. Diese angenehm« Frucht kam zur Jeit Alexanders des Großen nach Rom, wo sie bald großen Be,fast fand und Frühapfel genannt wurste, arbor prascox. woraus der Name Aprikose entstand. Eingemacht« Früchte gelten mit Recht als eine gesunde Delikatesse. Der über die süßen Aprikosenkerne abgezogen« Branntwein ist der echte Ratafia. Aus den bftteren Kernen bereitet man in Frankreich einen sehr beliebten Likör unter dem Namen Aprikosenwasser, Italien treibt einen schwunghaften Handel mit getrockneten Aprikosen, die zu diesem' Zweck vorher ausaekernt und gespaltet weroen. In den deutschen Wäldern wachsen zwei wertvolle Beeren, die Heidel- und Preiselbeere, Weit diese nicht in so reicher Füillck vorkommt wie die Blau- oder Heidelbeere, so ist sie nicht ganA so populär. Das hat außer ihrem geringeren Vorkommen auch noch einen anderen Grund, 'Die Blaubeere ist nicht nur die Frstnw» din der arMen Leute, weil sie von diesen leicht gesammelt und verlaust werden kann, sondern auch, weil sie ein so angenehmes und billiges Obst ist. Man kann sie von den niedrigen Dtränchevnl pflücken und gleich in den Mund stecken. Die Preiselbeere dagegen ist in rohem Zustande ungenießbar, sie will umständlich und kostspielig behandelt werden. Sie verlangt reichlichen Zuckerzusatz find will lange gekocht werden. So kommt sie seltener in di« Hütte der Armut als ihre bescheidene, blaue Schwester, T-ie Preiselbeere ist in der besseren Küche sehr beliebt, »veil siez sich leicht kochen läßt und sich gut hält, Eingeniachte Preiselbeeren geben zu mancherlei Fleischgerichten ein gesundes und schmackhaftes Kompott, Der Name Preiselbeere hängt mit dein mitteldeutschen „brozzen", das heißt hervorsprießen, zusammen. In Mecklenburg heißen sie Tütenbeeren, von dem schwedischen Tyte baere, weil ftüher Schiff« die Früchte nach dort von Schwedeül in Fässern brachten. Der gleichfalls häufige Name .Kronsbeere, das ist Kranichbeere, soll andeuten, daß sie eine Lieblingsspeise ber Kraniche sind, Tie jungen Blätter einer in Kleinaffen wachsenden Art liefern, leicht gerüstet und gerollt, den bekannten kaukasischen oder Batum-Tee, den man auch häufig zum Verfälschen des chinesischen benutzt. An Nahrungswert steht die Preiselbeere ihrer blauen Schwester weit nach, doch rühmt man ihr eine blutreinigende Kraft nach, weshalb sie bei Furunkulose und ähnlichen Krankheiten mit Erfolg benutzt wird. Es gibt wohl keine Obstart, die dem Menschen nicht von Nutzen ist. Wer daher kein rohes Obst vertragen kann, trainier« sqineü Magen so lange, bis er es wieder verdaut. Hier kann auch der Sport sehr gute Dienste leisten. Die Ausübung eines Sport» im Freien stärkt den ganzen Berdanungsapparat so sehr, daß er bald imstande ist, rohes Obst zu verdauen. Der echte Sporttreibende genießt jedes Obst mit der Schale Und verdaut alles. Während man ber Sporttouren nichts genießen dars, macht das Obst darin eine Ausnahme, es kann auch während der Radfahrt, Rudersahrt oder bei Bergwanderungen ungestraft genossen werden. Nönig Wilhelm, Königin Augufta und Bismord in den Iulitagen 1870. In sehr eingehenden Untersuchungen studiert der Hallenser Geschichtsforscher Richard Fester in der „Deutschen Rundschau" die Genesis der Einser Depesche, wobei ft die ganze Geschichte jener ewig denkwürdigen Krisis, die im Sommer 1870 zum Ausbruche des deutsch-französischen Krieges sührtc in den Bereich seiner Darstellung zieht. Eine der merkwürdigsten und interessantesten Episoden dieser Krisis bildeten die Tage vom 9. bis zum 14, Juli, wo König Wilhelm die Verhandlungen mit dem französischen Botschafter Benedetti persönlich führte, während Bismarck, das „ministerieNe BeNcidungsstÜck". mehr oder weniger ausgeschaltet war, Zwischen der Auffassung des leitenden Ministers und der des Königs bestand damals 'ein nicht zu übersehender Gegensatz, Bismarck betont« und forderte nämlich in der die deutsch-französischen Verhandlungen beherrschenden Frage der spanischen Thronkandidatur des Prinzen von Hohenzollern die „abstention" (Enthaltung) der Bundesregierung, während König Wilhelm in jenen kritischen Tagen seinen Kurs vielmehr dahin richtete, daß er den Verzicht des Prinzen Leopold ans den spanischen Thron zwar nicht direkt befehlen, aber doch durch seinen Einfluß hcrbeffnhren wollte. Was war geschehen, um den König von der Linie der Bismarckschen Politik abzudrängen? Es ist, 4Tö fu sagt Fester, bis jetzt nur eine Bernrntung, daß Königin Augusta .deni Könige diesen Km schlich brieflich nahegelegt habe. Zweifellos aber bat ihr Besuch in Ems am 9. Juli Wilhelm: darin bestärkt und den Verlauf der „eingehenderen Erörterung" Mit Benedetti wesentlich beeinflußt. Aus Wilhelms Brief »am 10. gewinnt man einen Einblick in Augustas Gedankengang. Sie wird dem Könige geschrieben und gesagt haben, er folle Bene- dctti ehrlich gestehen, >»ie alles gekommen sei, damit nicht durch !unselige Mißverständnisse die Kriegssurie zwischen den beiden Völkern entfesselt werde. In der männlicheren Fassung durch Wilhelm lautere der Gedankengang so: „wenn die französischen Minister Friesen wollten," so würden sie nach erhaltener Aufklärung «ruck, inistaud« sein, „die heraufbeschworene Agitation zu calmieren." Der Königin war der Gedanke des Krieges entsetzlich Ihr« Friedensliebe aber ist anderer Art, als die des greisen Hcerküulgs, der sich den Frieden verdient hat. Sie wurzelt in ihrer Weltanschaimng und würde aus Wilhelms soldatischen Sinn keinen Eindruck gemacht haben, wenn ihr nicht das llnbehagen zu Hilfe gekommen wäre, das dem Kömg von Anfang an die Hohenzollern- kandidatur verursacht hatte. Wäre Bismarck zur Stelle, so nnirde der staotsmännische Gedanke „h oorsairc corsaire et demi" vielleicht das Feld behaupten. Da er »her im Augenblicke nur durch Telegramme und Abekens Vortrag wirken kann, trägt der Appell Augustas an das Gewissen und an die Ritterlichkeit ihres Gemahles den Sieg davon. Wenn das kaiserliche Frankreich den Krieg will, so will der König sich wenigstens nichts vorzuwerfen haben. So vergißt er .im Augenblicke ganz, daß nach Bismarcks Mbruardenksckrift die Vorteile der Kandidatur für Preußen eigentlich Nachteile für Frankreich waren, nnd kapituliert, ohne daß ihm die Inkcmseauenz seiner Handlungsweise zum Bewußtsein käme, vor der Frauenlogik Augustas. Als Benedetti von König Wilhelm in Ems empfangen wurde, bekam er von diesem alles zu hören, was Bisurarck in der' Zeit der Vorbereitung Mit dem ganzen Aufgebote seiner Ueberredungsknnst dem Könige ,md den anderen Fürstlichkeiten über den Unterschied Zwischen Staats- und Familienoberhaupt auseiuandergcsetzt hatte. Der Einwand des Botschafters, daß man in Frankreich diesen Unterschied nicht verstehe, ließ Wilhelm nicht erkennen, daß das, was ihn überzeugt hatte, keinesivegs die gleiche Wirkung in Frankreich haben müsse. Augusta hatte sich von der Beichte einen Erfolg versprochen. Dem Könige war es in erster Siüiic um die Erleichterung seines Gewissens zu tun. Erst sie gab ihm jene Sicherheit, deren er immer bedurft hat, wenn er dem Gegner ins Wrge sehen wollte. Er erklärte, aber er entsckmldigte nicht, weshalb er dem Erbprinzen schließlich sein Jawort nicht versagt habe. Was er über den spanischen Charakter der ganzen Angelegenheit. Leopolds zweifelhafte Aussichten nnd die Grundlosigkeit der französischen Erregung sagte, hätte auch Bismarck sagen können. Aber er begnügte sich nicht, den Sigmaringcrn die Entscheidung zuzuschieben, sondern gab auch zu verstehen, daß er dem Verzicht des Erbprinzen nichts in den Weg legen werde, ja, er ging so weit, Benedetti auf Briefe aus Sigmaringen, die er erwartet, zu vertrösten. Damit hatte der König selbst die Führung der Verhandlungen übernommen, die er nun vonr 9. bis zum 13. .behielt, und ebenso lange, hebt Fester hervor, hat Augustas Siegender Bismartt gedauert, der größte, gefährlichste und längste Sieg, dessen sie sich über ihn rühmen durfte. In diese Zeit fällt nun! der Verzicht des Prinzen Leopold, der auf den seitens des Königs Wilhelm deutlich knudgegebenen Wunsch erfolgt war. Mer nicht genug davon, drängte die französische Regierung darauf los, daß der Verzicht dem französischen Botschafter „durch de» König dvn Preußen »der seine Regierung angekündigt, mitgeteilt oder HUgestellt" werde. Die Mitwirkung des Königs an dem Verzichte sollte um jeden Preis von ihm zugestanden werden oder sich aus den Umständen hinlänglich ergeben, damit das Ministerium mit einem vollständigen Siege vor die Kammer treten konnte. Gleichzeitig trat die französische Mobilmachung in das Stadium der Oeffentlichkeit. König Wilhelm geriet unter diesen Umständen in «ine lebhafte Bedrängnis, und selbst seine Umgebung, die die Not ihres alten Herrn nur teilweise übersehen konnte, empfand, wie dringend notwendig jetzt die Rückkehr nach Berlin, der Ueber- gang der Berhaichlungen in die Hand Bismarcks ivar. Das war das Ergebnis der Wendring dieser kritischen Tage, in der die königliche Politik sich zeitweise von der Bismarcks ablöste. Dermlfcfete». * Bett und Haus in der Tasche. Bias, einer der sieben Weisen Griechenlands, trug bekanntlich alle seine Habe bei sich. Ein moderner Bias ist der englische Erfinder T. Ö. Holding. der alles, ivaS er sein eigen nennt, selbst Bett und .Haus, beguein bei sich tragen kann. Er hat nämlich, >vic ein englisclzcs Blatt berichtet, merkivürdige zusammenklapp- und faltbare Häuser, Betten, usw. erfunden, die zu winzig kleinen Paketen zusammengelegt werden können. Das Haus des Herrn Holding wiegt 12 Unzen, also noch nicht dreiviertel Pfund. Er versichert, darin bei jedem Wetter tat Freren übernachtet zu haben, ohne tta» es ihm bet seinen 70 Jahren irgendwie geschadet hatte Dvi „Haus" hat Übrigens für zwei Menschen Platz! Zusammen- gefaltet hat es etwa dre Größe eines mittleren Buches. Noch kleiner und leickuer rst das Bett des Herrn Holding. Es läßt sich bequem tn jeder Rocktasche unterbringcn, während es auscinandetgenommen ine Größe eines Durchschnittsbcttes hat. Die .Kissen toerven ähn- sich wie geivöhnliche Luftkissen ausgepumpt. Die ganze Ausstattung, dieses Hauses trägt Herr Holding gewöhnlich auch bei sich: er hat ,ii fernen Taschen nicht irur Kissen, sondern Wasscrgefäße- Hausgeräte usw., selbst einen kleinen Ofen eigener Erfindung, der ein knappes Pfimd wiegt, trägt er bei sich, nnd er behauptet, Hans, Bett und gesamter Hausrat wögen zusamnien nicht mehr alö sieben Pftrnd. Aas loäre also, da es sich natürlich um englische Pfimde handelt, wenig über drei Kilogramm! * Der Musterknabe. Zwei Herren, di« in der Bahn ziisammcnfahren, unterhalten sich über die Erziebung der Söhne. „Haben Sie Söhne?" „Ja, einen." „Raucht er?" ,?lb«r nein! Er hat nie eine Zigarette angerührh." „Trinkt er? Spielt er Karten? Geht er ins Cafö?" „Er denkt nicht daran!" „Komnn er abends spät nach Hanse?" .Mrich nach der Mahlzeit geÄ er zu Bett." „Da kann man Ihnen wirklich gratulieren. Das ist ja ein Musterknabe! Wie alt ist er denn?" „Zwei Monate und neun Tage." * Gemischte Freude. „Na, Jim, alter Bursche, wie wgr's Dir dxnn zu Mute, als das erste Babh kam?" „Gerade als wäre ich Präsident geworden." „Und wie war's, als-dev Storch zum achten Mal kam?" „Hm, gerade, als wäre ich Präsident von Mexiko." ‘ * Unter alten Freunden. „Ich traf vor kurzem den Ti- zio, der mir sagte, daß'ich Dir außerordentlich ähnlich sähe." „Wer ist dieser Dunrmkopf, den will ich mir mal ordentlich vornehmen." „Reg Dich nicht auf, den Hab ich mir schon vorge- genommen." * Dichterlohn. „Sage mir," ruft triumphierend dev Futurist, der eben sein letztes Gedicht vorgelesen hat, „was glaubst Du, daß sie mir für eine solche Poesie geben müßten?" „Ich wlll mich ja nicht zum Richter aufwersen," antwortet der Freund, „aber mir scheint, daß 6 Monate genügen würden. " vlichertlsch. — Zum Tode des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie Herzogin von Hohenberg bringt die Neue Nummer (3705! der „I l l u - strierten Zeilung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig! einen Sonderbeitrag in einem stimmungsvollen Umschläge. Äußer dem Gedichte „Serajewo" von Karl Hans Strobl enthält dieser Sonderbeitrag in einer Anzahl ansgezeichneter Artikel eine eingehend« Würdigung des Lebens und Wirkens des Erzherzogs mit vielen teils ganzseitigen nnd farbigen Bildern aus seinem Leben, seine» Umgebung und von seinem trachschen Ende, u. a. nach Originalen von Schwormstädt, Bohrdt, Stöwer usw. Ein breiterer Raum ist ferner der z. Zt. in Bern stattftndenden Schweizerischen Landesausstellung eingeräumt, deren Bedeutung in mehreren Auftätzen u. a. von dem bekannten Schweizer Dichter I. C. Heer dargelegt, und die uns sowohl in ihren Baulichkeiten als auch ihren Ausstellungsgegenständen, hauptsächlich was die Kunst anbetrifft, in einer größeren Anzahl von Bildern »orgeführt wird. Unter diesen befindet sich auch die vorzügliche doppelseitige farbige Reproduktion des Gemäldes „Am Ziel" von Hans Beatus Wieland. Aus dem sonstigen Inhalte der außerordentlich reichhaltigen Nummer seien noch besonders erwähnt: „Das moderne Wohnungsproblem": „Zum Thronwechsel im Herzogtum Sachsen-Meiningen" (mit der Wiedergabe eines ganzseitigen Bleistift-Porträts des Herzogs Georg); „Das Werden eines indischen Nachtfalters": „Der deutsche Evuleurstudeiit einst und jetzt" und für Unsere Frauen Ltn Kranz und Schleier" und Georg Ruselcrs Erzählung „Die Rettung deS heiligen Willehad". In fast allen Fällen wird auch hier dal geschriebene Wort durch vorzügliche Bilder unterstützt. Rätsel. Nimm dich in acht vor mir! sucht selten bab' ich dem Meusche» Lust und Liebe zum Lebe» rauh und herzlos geuonune». Schlage mir ab de» Fuß und änd'rc mein ziveiteS Zeichen: Eitel nur ist dein Bemüh'», ich nehme zuletzt dich gefangen. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des magischen Dreiecks in voriger Nummcrr li 8 0 A £ KRIS GIG A 8 8 Redaktion ' kl Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brilhl'schen Univerlltäts-Buch- und Eteindruckerel, R. Lange, (Bie&en