Wriber-Negiment. Roman von OSkar Klaußmann. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Aus dem Grnbcnptatze herrschte Kopflosigkeit und Verwirrung. Ungefähr 200 Mann der Belegschaft waren ans- gefahren, und mit schreckensbleichen Gesichtern standen sie iwr dem Zechenhanse, ivohl ivtssend, daß man ihrer Dienste bald bedürsen würde, um die abgeschnittenen Kameraden zu retten. Bon Beamten hatte Werner augenblicklich nur den Faürsteiger Oswald zur Verfügung. Er gab Beseht, die Beamten von der Nachtschicht zu wecken und schleunigst nach dem Bergtverk zu zitieren. Er rief telephonisch von der Kleo- sthas-Grnbe Beamte und Arbeiter heran lind gab außerdem oen Auftrag, daß von dort ans durch den Querschlag eine Kolonne vorzndringen versuche. Aber er erhielt die Antwort: „Ouerschlag mit Fließmassen vollständig versperrt. Fließ steht bis zur Firste. Fair KleophaS-Grnbe keine Gefahr: wir bauen Dämme. hilfstolonne geht sofort ab." Werner versuchte, die Leute, die aus der Grube herausgekommen waren, auszufragen, um sich durch ihre Berichte einigermaßen orientieren. Aber die meisten Leute hatten eitlen solchen schreck erlitten, daß sie nichts Vernünftiges auSsagen konnten. Nur so viel wußten sie: sie hatten plötzlich ein Rauschen lind Brausen gehört, dann strich ein sckiarfer, kalter Luftzug >vie ein Wind durch die Strecken, dann gellten die Rufe: „Fließ, Fließ!" durch die Strecken und Hals über Kops liefen die Leute nach dem Füllort, um ausznfahren, da sie fürchteten, sonst von den Massen schwimmenden Gebirges abgeschnitten zu iverden. So viel stand fest: mit dem Tiefbau gab es keine Verbindung: nach dorthin hatten stcki ungeheure Massen von Fließ ergossen. „Wir müssen hinunter. Die Leute, die mich begleiten wollen, vortreten!" rief Werner. Sie traten alle vor, selbst diejenigen, die vor Schreck nnd Erregung nicht ganz richtig ans den Beinen sieben konnten. Werner schied die Leute aus, die ihm gar zu angegriffen aussahen, und befahl den anderen, fiel) zum Einfahren wieder zurecht zu machen. Er selbst zog hastig das Gr libenzeng an und eilte dann hinaus. Fm Laufschritt kam eine Kolonne von hundert Mann von der Kleophas Grube Hera», und Werner nahm die Beamten und zwei Oberhäuer mit. Die anderen Mannschaften ließ er oben in Reserve. Vorläufig konnten sie ihm nichts Helsen: sie tvaren ja da unten in den Strecken der JustinuS- Grube nicht orientiert. Werner hatte nicht nur an die Rettung der Leute, sondern auch an das Bergiverk zu denken. Er eilte, nachdem der Füllort am unteren Eitde des Sck>achteS erreicht ivar, sofort auf die Grundftrecke, um zu sehen, ob das sckwim- mende Gebirge sich nach dort hinunter und nach der Sumps- strecke zog. Wenn die Massen des Fließes bis in den Pum- pensod kamen, dann war das Berglverk verloren. Dmnr versagte die Wasserhaltungsinaschine, die nnterirdistben Wasser konnten nicht mehr abgezogen iverden, und eine neue Gefahr entstand, nämlich die, daß das Berglverk und die Mannschaften, die noch drin waren, ertranken. Die Gefahr für die Sumpfstrecke und den Pumpensod ivar nicht drohend, aber ein Herabfließen der breiigen Massen doch möglich. Grünlich-gelbliches Wasser rieselte von dcit Bremsbergen, die zur Grundstrecke htnunterfiihrteck. Werner entgegerl, als dieser, so rasch es ging, seine Erkundigungen in den verschiedenen Strecken unternahm. Er schickte einen Mann zum Telephon am Füllort, damit nach oben gemeldet tvurde, es sollten fünfzig Mann von der Reserve zum Dammbatt herunterkomineu; es sollten Faschinen, Aeste, Reisig, Erde, Dünger, Sand hinuntergeschafst werden, um Schutzdümine zu erbauen. Rack» einer weiteren halben Stunde konnte Werner fesk- stellen. daß es sehr schlimm im neuen Felde der FusttnnA- Grübe stand. Massen von mehreren Millionen Kubikmeter Fließ mußten in den Ouerschlag lst nein gebrochen sein. Sie hatten sich hier, dem Gefälle folgend, verbreitet, waren in Nebenstrecken eingedrungen, so daß ein Vordringen in den Ouerschlag hinein gar nicht möglich ivar. Vielleicht steckte» aber noch Leute in dem vorlänflg ab- geschnittenen Teil. Leute, die zugrunde gel>«n mußten, tvetl sie ans Mangel an Luft erstickten Dtirch das Absperreni einer An,zahl von Strecken bis zur Firste war die ganze Wetterführung in, Berglverk gestört, und durch sorgfältiges Ausprobieren mußte erst festgestellt werden, lote die Wetterführung augenblicklich ging, und wie sie vieMickt umgeleitet und verändert werden koimte, um weiteres ItngfttdJ zu verhüten. > Werner sandte Leute voll der Belegschaft der Jnstinus- Grube in die verschiedenen Strecken, damit sie Nachsätzen, ob das Fließ vorrircke und Ivelche Gegenden des Grube n- seldes abgesperrt tvaren. Dann eilte Werner selbst zir den? Füllorte zurück, um von dort aus telephonisch seine Befehle an die Erdoberfläche zu geben. » Bo» dem Telephonapparat über Tage antwortete ihm der Geheimrat Kersten. der nnlerdes ebenfalls aus dem Grubenpiatze erschienen lvar. „Wie steht es?" fragte er. „Ich kann Flnien noch gar nichts sagen, Herr Aeheim- rat." antwortete Werner. „Rnr so viel steht fest: der Einbruch von Fließ ist ungeheuerlich Ich fürchte, lvir haben eine Katastrophe. Die Leute von der Nachtschicht sollen in dev Arbeiterkolonie alarnnert mtb hierher bestellt iverden Ah brauche vor allem Leute, die in der Grube Bescheid wissen Sehr besorgt bin ich lim die große Kolonne im Tiefbau. Sie lgiben dort ein Telephon zur Verfügung, mid dieses benützen sie nicht. Ich glaube nicht eininal, daß die Delephonkeitung durch c»a.s'Fließ zerstört ist. Wahrscheinlich ist die Kolonne — 398 Vom Telephon abgcsckmitten. Es ist gar nicht sestzustelle», wo außerdem Leute sitzen, und ob Mannschaften durch, das hereinbrechende Fließ überrascht und von ihm begraben worden sind. Der Ventilator soll mit voller Kraft arbeiten, und es soll einer von den Maschinenbeamten sorgfältig untersuche», wie stark der Ventilator auszieht." „Soll ich hinunterkomme»?" fragte der Gcheimrat. „Rein, nein, um keinen Preis, Herr Gcheimrat! Sie können hier unten nichts Helsen. Es ist viel wichtiger, daß jemand oben ist, der dirigiert und meine Wünsche erfüllt. Ich bin selbst noch gar nicht orientiert. Ich bitte nur recht rasch das Material zum Dammbau herunterzuschicken. Ich lasse Fahrsteiger Oswald hier unten am Telephon und werde diesem vom Bergwerk aus meine Befehle nach dem Füllort schicken." Geheimrat Kersten sah wieder so straff und hochaufge- richtet aus wie in seiner besten Zeit. Der Ernst des Augenblickes schien ihm seine Kräfte wiedergcgcben zu haben. Er sthickte fünszig Männ mit Beilen nach dem Walde, der in der Nähe stand und ebenfalls Buchwaldsches Eigentum war, mit dem Befehl, junge Bäume schleunigst nmzuhauen und nach dem Grubenplatz zu schassen, ebenso große Aeste von älteren Bäumen abzuschlagen und herbeizuschafsen. Er telephonierte selbst an die benachbarten Bergwerke um Hilfe, und dann siel es ihm ein, daß Graf Klinter sein praktisches Jahr auf der Justinus-Grube verfahren hatte und dort genau Bescheid wußte. Er telephonierte auch an den Grasen, und dieser erklärte sich sofort bereit, zu kommen. Nach kurzer Zeit kam ein Auto auf den Grubcnplatz gejagt. Der Gcheimrat hatte sich im Zechcnhause umgezoge», um für alle Mille dort bereit zu sein, in das Bergwerk hineinzufahren. Aus dem Auto, das vor dem Zechcnhause hielt, stieg Dora allein. „Was willst du hier?" fragte Geheimrat Kersten. „Ich höre, daß ein Unglück geschehe» ist, und ich meine, ich habe ein Interesse daran, zu erfahren, was hier vorgeht." „Du kannst uns nicht helfen," cntgegnete Kersten sehr ernst. „Deine Anwesenheit ist hier ganz überflüssig. Du kannst ruhig zu Hause bleiben und auf telephonische Nachricht warten." „Ich bleihte hier," erklärte Tora. „Ich habe ein Recht, zu erfahren, was hier geschieht." Sie war allein gekommen. Tante Schottelius war am Morgen abgereist. Sie ging nicht nach Aegypten, sondern hatte cs vorgezogen, nach ihrem Heimatorte zurückzukehren. Die neue Gesellschaftsdame hatte Dora zu Hause gelassen; sie verstand nichts von industriellen Dingen und war mit allen Verhältnissen so unbekannt, daß cs ganz zwecklos war, sie mitzunehmen. „Ich kann mich mit dir nicht beschäftigen," hatte Kersten zu Dora gesagt und war wieder die Treppe zur Hängebank, dem Eingang des Hauptschachtes, hinaufgestiegen. Dora begab sich in das Zechenhaus und nahm an dem Tisch auf der Estrade Platz. Ein älterer Arbeiter, ein Invalide, der als Kalfaktor im Zechenhause tätig war, bildete für eine Stunde ihre einzige Gesellschaft. Der alte, eins armige Mann, namens Hartrop, war ziemlich aut über alle Vorfälle draußen unterrichtet, und von ihm erfuhr sie, was sich ereignet hatte. Dora war selbst, von Unruhe getrieben, aus den Grubenplatz hinausgegangen, aber sehr bald zurückgekchrt. Sie kam sich dort so überflüssig vor. Der Platz war ganz leer, aber hinter dem großen Gittertor, das jetzt geschlossen und von Arbeitern bewacht wurde, stand eine hundertköpfige Menschenmenge, meist Frauen und Kinder, weinend und schreiend. Es waren die Angehörigen der im Bergwerk Ein- geschlossenen: die Mütter, die Gattinnen, die Kinder, die Bräute. Es konnte nicht geduldet werden, daß diese aufgeregten Menschen auf den Grubenplatz kamen, wo sie nur gestört hatten. Aber auch sie wurden von Unruhe verzehrt, und> machten sich in Weinen und Schreien Luft. Dieser Schmerzausbruch der vielen hundert Menschen trieb Dora zurück, nach dem Zechenhause und auf die Empore. Ta saß sic und blickte nach der oberen Rundung der großen Fenster, an denen die weißen Wolkenballen des Dampfes, der ans den Auspuffrohren der Wasserhallungsmaschine in regelinäßigen Zwischenräumen gestoßen wurde, vorüberslogen. Die Tür wurde aufgerissen, und sehr eilfertig kam Graf Klinter hereingestürzt und ries Hartrop zu: „Rasch, rasch, geben Sic mir Grubenzcug, ich muß einfahren!" Dann erst erblickte er Dora und schien überrascht, sie hier zn finden. Er kam auf die Estrade hinauf und reichte ibr die Hand. „Wie steht cs im Bergwerk?" fragte Tora. „Nicht gut," antwortete Gras Klinter, „gar nicht gut! Es scheint ein zweiter Durchbruch von schwimmendem Gc- birge^eiugetrcten zu sein und die Rettungskolonne, die Bcrg- rat Spalding führt, abgeschnitten zu haben. Wir sind« ohne jede Verbindung mit ihr." Hartrop erschien und lviukte ihm, und eilfertig verließ Graf Klinter Dora, die vor Schreck ganz sprachlos war. Sic hatte cs geahnt, als sie die Nachricht von dem Durchbruch des Fließes vom Gcneralbureau erhielt; sie hatte es geahnt, daß Werner der erste sein würde, der bei der Rettung eingriss, und sie wußte, daß er keine Gefahr scheuen würde. Ein zweiter Durchbruch, abgeschnitteu durch das Fließ! Graf Klinter, der sich Hals über Kops angezogcn hatte, stürmte quer durch den Saal vom Ankleidezimmer her und rief Dora nur noch einen Gruß zu. Seine Eile war sehr beängstigend. Hartrop kam aus dem Ankleidezimmer und näherte sich der Estrade, aus der Dora an dem großen Ver- lesetische saß. „Schlimm, sehr schlimm!" sagte Hartrop. „Ein Unglück kommt nie allein. Es sollen Branogase durchgebrochen sein, und der Bergrat mit seiner Kolonne ist in der größten Gefahr. Mit Brandgase» ist nicht zu spaßen. Ich will einmal Nachsehen, ob man nicht etwas erfährt." Hartrop ging hinaus, und Dora blieb ganz allein. Was waren alle die Aufregungen der letzten Wochen gegen das, was sie jetzt durchleben inußtc! Kaum lvar der Maun, den sie liebte, dem Tode entgangen, so schien er aufs neue, und um so sicherer, dem Untergänge Versalien, Hartrop blieb lange fort, sehr lange wenigstens für die Ungeduld Toras. Dan» kam er wieder und machte ein betrübtes Gesicht. „Gott sei ihnen gnädig!" ries er. „Ter Bergrat und die fünf Mann, die mit ihm waren, sind sicher verloren. Sie sind in den Brandgasen erstickt, und man kann ihnen keine Hilfe bringen, selbst lvenn man wollte. Ter arme Bergrat! ES war ei» lieber, guter Mensch, und er hatte auch für unsercinen stets ein freundliches Wort." Hartrop wischte sich mit dem leeren linken Aermel seines Rockes die Augen. Tora sah das und bemerkte sogar, daß das komisch aussah. Sic schrie nicht auf, sie weinte und stöhnte nicht, obgleich dieser Mann da, der gewiß unterrichtet war, bereits die Toten betrauerte. Es war alles kalt und still in ihr; nur in ihrem Kopse brannte es, als glimme dort ein Funke, der sich .in ihrem Gehirn immer weiter fraß. (Fortsetzung folgt.) von Giehen nach vlisstngen und mit dem „Admiral" zum 5tapellauf der „virmarck" nach Hamburg. Forlsortsort iortsortsort rast der Ervretzzug vorbei a» Kempen und Kevelaer zur Grenzstation Goch, wo die Führung durch holländische Beavltcn übernommen wird, der untcrgehcuden Sonne zu, nach Gennep, fruchtbare Ländereien hinter sich lassend, hinein in die Dünen des ehemaligen Mccrcsstrandes und in das Mocrgebicl des holläirdischcn Flachlandes. Es ist neuneinhalb Uhr abends, nach Amsterdamer Zeit erst neun Uhr. Der Zeiger der Uhr wird zurückgcstcllt, und die Zollrevision slillschweigeud erduldet. Nichts zu verzollen! Eine saubere Holländerin durcheilt den Seitengaug des Zuges und bietet Genever und hollandsche Sigarru auf einem Tablett au. Schnell lvird der Bedarf au letzteren gedeckt und Weiler eilt der Train mit 85 Kilometer Geschwindigkeit in die Nacht hinein. Roscndaal, Bergen liegen hinter uns, und die schmalen Dämme siird passiert, lvelche die Inseln von Seeland mit dem Festland verbinden. Sternenklare Nacht. Zur linken der Orion und die Kassiopeia über der Westerschelde und vor »ns die Nordsee, glatt wie Oel, die Tücke verbergend. Ter Zug fährt behntsanl um Mitternacht tu den Bahnhof von Vlissinge» ein mld gibt fast alle Passagiere an das nach England fahrende Boot ab. Ich begebe auch ins Hotel Zeeland, um den am andern Tage von Ostairika kommenden Rcichspostdanipser ,,Ad» miral", dessen erster Okstzier mein Bruder ist, zu erlvarte», — svs Prompt, fast niilitärisch erfolgt Punkt 7 Uhr das Wecken des Pausdieners mit der Meldung, daß der „Admiral" Mischen 11 und 12 Uhr von Southampton erwartet würde. ES verblieb sonach Zeit aenng, den Badestrand von Vlissingen, daS eine halbe Stunde vom Dafen entfernt liegt, und die Forlisikationen der Insel Walcherei» tu besichtigen. Holländische Miliz übt „Sprung, ans marsch marsch" und „hinlegen", unter Anpassung an das Gelände. Mit „Plattdeutsch" Mache ich mich leidlich verständlich und finde offenes freundliches Entgegenkommen bei dem Publikum. Ueberall größte Sauberkeit, die einen Pesch-Mario zuui Stimmen der Lyra hätte begeistern können. Tie Häuschen auf dem Lande einzeln in schmuckem Grün, in .Vlissingen selbst auch kasernenartig aneinander gereiht. Mit Stolz erzählt man mir, daß die dortige lWersl einen Kran von 1500 Tonnen Tragkraft besitze, der größte Krau der Welt von Blom u. Voß in Hamburg habe auch nur eine solche von 2500 Tonnen. Ausallend war der starke Antrieb von Pscrden, sogenannten Belgiern zum Hasen und der Versand von Fahrrädern. Toch der Zeiger der Uhr meldet 11 Uhr und der Dampfer wartet nicht. Also zurück zum Hafen! Aber zwölf Uhr >var vorbei und gegen ein Uhr meldet mir der Schiissagcnt, daß der dldmiral im Kanal starken Nebel gehabt habe, sein Eintreffen sei unbestimmt. Es wurde denn auch wirklich fünf Uhr, che am Horizont der Rauch von einem großen Tampfer aufstieg, und das Boot, welches uns an den „Admiral" herait- bringcn sollte, in See ging, als einzigen Passagier mich hinüber- tragend, da der Weg von Vlissingen nach Hamburg sonst wohl kaum zn Wasser zurückgelcgl wird. Anwesend waren unter den Bootsleuten nur noch Herr Stofkoppcr, der Schiffsagent, der sich mit mir über die Ucbcrraschung freute, die ich meinem Bruder bereiten wollte, und die Vertreter der Zollbehörde. Das Erkennen und die Begrüßung von Boot zum Schiss und umgekehrt ivar vorüber, die hohe Treppe zum Tampfer hinauf erstiegen, Ladung und Passagiere für Holland waren abgegeben und die Abscknedsgrüßc ausgetauscht, als plötzlich ein Zucken durch den Körper des „Wmiral" ging, die Maschinen stampften und das Schiff nahiu im großen Bogen seinen Kurs scharf Nordwärts. Aus meiner Cabine am obersten Teck, wo ich vom ersten Offizier Unter- gebracht war, beobachtete ich durch das Fernglas den belebten Badestrand von Vlissingen und die Dünen der holländischen Inseln. lVom Strand, de» wir noch in geringer Entiernung vor uns liegen hatten, wehten Tücher durch die Lust, Abschiedsgrüße der friedlichen Bevölkerung dieser Inseln. „Das ganze Holland" ist vertreten, äußerte ein seit Neapel mitsahrender junger Herr, einer von denen, die der Seemann „Kreuzfahrer" zu nennen pflegt, weil sie zum Kreuz der Seeleute mitsahren, d. h. alles am besten wissen. Ich hatte bald nach Betreten des Tampfers schon Gelegenheit gehabt, setinen „Witz" kennen zu lernen, als er sich eine in Vlissingen aus- steigende Missionarssamilie zur Zielscheibe ersehen hatte. Umoill- kürlich erachtete ich cs als meine vornehmste Ausgabe, diesen wackeren Fechter möglichst schnell mundtot zn machen, was mir auch trefflich gelang. , Die Zahl der Mitreisenden war nicht gerade groß, da die «teilten Passagiere bereits in Neapel, Marseille und Southampton den Ton,vier verlassen hatten, doch befand sich ein Trnppentrans- porl an Bord, unter Führung des Kapitänleutnaitts Martini, der drei Jahre in Dar cs salam stationiert gewesm war, wenn ich nicht irre als Chef des „Geier". Ich machte auch recht bald seine Bekanntschaft und fand in ihm einen recht mitteilsamen ireund- lichcn Herrn, der mir Neuling gerne manche erwünschte Aufklärung gab. In Hamburg hatte ich später Gelegenheit, ihn als Vorgesetzten kennen zu lernen. Ter Schissskapilän Kley, mit dem mich mein Bruder bekannt machte, erzählte mir, daß man im Kanal einen dichten Nebel angetroffen l)abe und daß die Tampffiren« die ganze Nacht geheult habe, um einen Zusammenstoß mit anderen Schiffen zu vermeiden. Ter Tampfer „Kaiser Wilhelm II" sei im Kanal mit einem englischen Tampser zusammengcrannt und hätte schwere Beschädigungen erlitten. Passagiere und Mannschaften des „Mmiral" hätten in der vergangenen Nacht säst kein Auge zugetan. Bei alledem lag die Nordsee jetzt vor uns, im schönsten Sonnenglanz. Ter Bug des Schiffes teilte ruhig die dunkel- lgrünen Wellen, die sich an beiden Seiten des Tampfers in weißen Schaum verwandelten »ich hinter uns eine breite weißgrüne Straße zurückließen, die ständig von Möwen umschwärmt wurde. Dos.Diner uni 7 Uhr war vorüber und die Schisiskapelle hatte zu musizieren begonnen, da saßen die beiden Brüder in der Kabine des ersten Offiziers bei einer Tasse Mokka und einer guten Holländerzigarre und tauschten alte Erinnerungen aus: Elternhaus, Äugend, Sturm des Lebens durch eigne und ftemdc Schuld, mit Ausblick auf die Zukunft. Tie Sonne sing unterdessen an in die Nordsee unierzutauchen und das Schiss erstrahlte in herrlicher Beleuchtung. Aut dem unteren Teck vertrieben sich die als Heizer mitfahrenden Araber die Seit mit Mäcchenerzählen und verrichteten die im Koran vorge- tchriebenen Waschungen. 'Tie Matrosen sangen ihre Lieder und freuten sich aus das Wiedersehen mit ihren Lieben. Tie Passagiere der ersten Klasse machten ihren Abendspaziergang ruird um das Teck, ehe sie sich zur Ruhe begaben. In der Ferne blinkten di« Leuchtfeuer und der erste Offizier begab sich wieder aus die Kom- tnandobrücke, um di« Leitung des Schiffes für die nächsten Stunden der Nacht zu übernehnten. Ein kühler Nachtwind erhob sich >,nd ließ die Wellen höher gehen. Ta lvar auch für mich, nach den vielen Eindrücken des Tages, der Zeitpunkt gekommen, zur Ruhe zu gehen, bcsoirdcrs da am nächsten Tage nocki wichtiges bcvorstand. Geradezu prächtig schlic> es sich in der hübschen Einzelkabine, von dem nicht übermäßig lauten Stampfen des Schisses in den Schlaf gewiegt. ^ Punkt 7 Uhr Revcillc! Ein Ruck vom Lager und Oeffnen der Schiebetür. Tie Sec liegt ruhig in der Morgensonne vor mir. Tie Stewards eilen geschäftig über das Teck und bereiten das erste Frühstück vor. Tie Verpflegung ist geradezu großartig, last zu üppig: ich habe mir aber sagen lassen, daß di« meisten Passagiere schon nach einigen Tagen anfangen, recht mäßig in Esten und Trinken zu sein, weil ihnm die gewohnt« Bewcgun: Ich frühstücke mit meinem Bruder in dessen geräumiger Ka-ine, unter Assistenz seines Boy Abdallah, eines Arabers ans Sansibar, und lasse mir von ihm die Erlebnisse der Nacht erzählen. Ein Tampfer der Hamburg - Amerika - Lffrie fährt in geringer Entfernung an uns voriiber. Unsre Möwen sind im Zweifel, ob sie sich ihm nicht anschließen sollen. Unweit in nördlicher Richtung steigen die roten Felsen von Helgoland aus der See enipor, von verdeckten Geschützen starrend, ein sicherer Schutz für die Entwicklung der deutschen Flotte in der Nordsee. Tie Dampfer der Seesischereicn mehren sich und anstelle der Leuchttürnre treten die Leuchtschiffe, die aus Sandbänken verankert sind. Jetzt ist das Leuchtschiff „Elbe I", erreicht, der geoarapbisch« Punkt, an dein die Elbe sich ins Meer ergießen soll. Von Land aber keine Spur. Ringsumher Himmel und Wasser. Endlich taucht bei Leuchtschiff „Elbe II" zrtr Rechten die Insel Scharhörn auf, die Möwen verlassen uns, und bald darauf ist auch Cuxhaven in Sicht und die Alte Liebe. Die Besatzrtng zsveier dort mairöv- rierender Kriegsschisfc begrüßt ihre aus Afrika zurückkehreuden Kameraden mit donnerndeni Hurra. Mit Volldampf müht sich der „Admiral" den vor uns fahrenden Dainpfcr „Rcichenjels" zu überholen, um eher in Quarantäne zu kommen. Die Absicht gelingt. Der Ouarantänearzt kommt mittelst Boot Werst zu uns an Bord. Unser Schiffsarzt macht die vorgeschrieben« Meldung und eine halbe Stunde später dampfen wir bereits weiter auf Bruus- büttel, den Beginn des Kaiser-Äilhelm-Kanals zu. Die nautisch« Arbeit der Schiffsofsiziere ist damit erledigt, da das Schiff von hier aus von eineni Lotsen geführt Ivird. Rechts und links begleiten rtns jetzt die User der Elb« und nach einigen Stunden passieren wir das herrliche Blankenese, das Dorado der ehenialige» Schiffskapitänc. Einige Elbinseln lassen wir noch hinter uns, dann setzt die Schiffskavelle mit Munteren Weisen ein: St. Paulis Landungsbrücken sind in Sicht und vor uns liegt die Kaisergacht „Hohenzollcrn" und das Tcpeschenboot „Sleipner". Es ist 10 Uhr abends, der Kaiser ist nicht »n Bord. "Das ganze Elbnfcr ist taghell erleuchtet und eine gewaltige Menschen- ntenge wogt auf und nieder. Um 10'/r Uhr ist unser Landungsplatz erreicht. Unter klingendein Spiel wird der „Admiral" sest- gentacht und die Passagiere verlassen den Tampser, stürmisch begrüßt von den auf sic waltenden Angehörigen und Bekannten. Der Truvventransvort bleibt über Nacht an Bord. Urlaub wird unter keinen Umstände» erteilt, weil die Reise in der Frühe weiter nach Kiel geht. Tie Angehörigen dürfen an Bord kommen. Kapitänleutnanr Martini bleibt auch den Unteroffizieren gegenüber hart, so leid es ihm tut, man merkt es ihm an. Soldaten- pilicht — Ticnst! Er selbst übergibt den Transport dem Ober- leutnant Frhrn. v. Scckendorff. Zu Hause erwartet ihn sem sterbenskranker Vater. Gegen 11 Uhr verlasse ich den „Admiral", um m,eff nach Erledigung der Zollvorschriften ins Hotel zu begeben. Gegen ein Uhr erst schlafe ich ein, mir der Empfffütung, daß unter mir etwas stampft und das Belt leise dahingleitet. Die Sonne scheint zum Fenster herein. Katserwetter m Hamburg' Es gilt, dem neuesten Dampfer der JMperatorffasse ritteit Namen zu geben, dem Koloß von 291 Mtr. Länge. Das Hotel wird in der Frühe schon von jungen Damen gestürmt, die alle eine Gabe fürs Rote Kreuz einheimscn wollen. Man hat das ia alles schon selbst in Gießen, Hannover Und anderen Städten erlebt, jetzt ist Hamburg an der Reihe und die Gebelust wird nochmals! angeregt.' Zudem ist der Kaiser da und jeder trägt heute das Enlenblatt mit dem roten Kreuz um so lieber. Ich mische muh in das Gewogc der Menge, dann trägt mich die w'nettdMM eilende Hochbahn an- Alsterboisin, wo ich bei einein GetcyntteffeuiH die große Freude erlebe, von ihm zur Milsahrt in einer Barkaste zur Namengebung des „Bismarck" eingeladen zu werden. z)ören und annehmen war eins. So was passiert einem nicht alle Tage. Punkt 2 Uhr am Baumwallkai wurde ansgemacht: Treffpunkt sämtlicher Miisakirenden. „ Um 1 Uhr schaute ich von Metzels Hotelterrasse noch auf die vor mir liegende „Hohenzollern". Ter Andrang der Meng« wird immer gewaltiger. Das Schutzmannsauigebot ivird verstärft. Der Kaiser naht. Jetzt schnell zuni Baumwall, um llberhattpt noch durchzukommen. Taütata! Das kaiserliche Auto saust vorüber, andere schließen sich an. Tausendsaches Hurra! Ter BaumwaU- kor ist erreicht und unsre Barfasse „Ursula" stößt vom Lande ab, um zur rechten Zeit die Werst von Blohm u. Boß W erreiaien. Sämtliche Dampfer der Elbe strebe» deinsclbcn Ziele zn. Tee 400 Meilen jefrt'rt koch, W6ff als ant Tage »o:6ee auf der 9?ori>fee. ®c,„c>trieibft leiden Not und Seekrankheit droht sich ernzustcklien. Die Hafenpolizei hat die größte Mühe, Ordmrng bei diesen hun- derten von Fahrzeugen wi halten ititb umß immer wieder zum Zurlickgehen mahnen. Da um 2V» Uhr naht das StaatSichiff „Lmmburg" auf der Kommmchobi-ücke, der Kaiser in Admirals- uniioml, begrüßt von dem Geheul sämtlicher Tchiffsvseisen. Die Feier der Namensgebung des Schiffes schließt sich am Wohl 5000 Men selten wohnen derselben bei Der Akt ist vollzogen und die Musik intoniert „Dentschlanö, Deutschland liber alles". Biel- tausendstiminlgeS Hurra ertönt mü> unter dem Geidse säintlicher Sirenen senkt sich der geivaltige Koloß mit dem Bug ins Wasser, um etioa 50 Mtr. von uns rubig imb »ickier in den Ha teil tünein- »uglettcn. Au Bord des „Bismarck" schivenken die Arbeiter und Meister der auStiihreichen Firma die Müsen, bejubeii von der ungeheuren Menschenmenge auf dem Wasler itii» an den llieni. Die „Hamburg" trägt den kaiserlichen Gast zurück zur „Hvhen- zollern". Nochmals gehen die Wogen der Begeisterung hoch, oanu tvird der .^Bismarck" festgeniacht und die Fahrzeuge zerstreuen sich. Wir schließe» noch ein« Hafeurundlahrt zur Besichtigung der airwesenden Damoser der Hamburg-Amerika-Linie an. Doch jeder Maßstab verlor sich bei der Größe dieser gewaltigen Dampfer. „Auguste Viktoria" und „Gras Waldersee" sind anwesend, „Bismarck" übertrifft sie bei loeitein an Größe. Auf der Rückfahrt oassierten >oir iroämml» die „Hohenzolstru" und sahen den Kaiser an Bord in angeregter Unterhaltung mit dem preußischen GesaiiLten von Bütow, heftig gestikulierend. Unser dreinmliges Hurra erhielt durch Gruß und Handivinkeit seinen Dank. Daun legte unsre „Urfnla" am Baumwallkai an. >vv svlort ivteder eitle Schar junger Damen einen Kreis um uns schloß, um eine weitere Gab« fürs Rote Kreuz zu erreichen. Hamburg stand im Zeichen des Hochvatrivlismus. Noch ein Händedrtick uich Dank und die nächste Barkasse trug mich hinüber zum ,,?ldmiral", wo ich mit nieinem Bruder, den der Dieirst festgehalten hatte, noch einige Stunden »usainnwn sein konnte. Kur» r»ach 11 Uhr schlug auch uns die Treruiungsstnnde und wieder raste der LWZug sortfortfort über Lüneburg, Uelzen aus annooer zu, das Getümmel der Großstadt hinter sich lassend, schon vor Celle fand ich den ersehnten Schlaf und erst der Ruf „Wabern" brachte mir zum Bewußtsein, daß das Endziel nicht mehr allzuweit sei. Trema, Kirckhain, Marburg eilen vorüber. Gießen 5 Minuten Aufenthalt! ruft der Schaffner und Anfang und Ende der Reise gehen ineinander über. in der Amsel einen Feind erblicke». Ich habe es Stiers gesehen, daß Amseln uuo Finken in friedlichem Einvernehmen denselben Baum bewohner. Allerdings haben unsere kleinen gefiederten Sänger in erschreckender Weise abgeiwmmen. aber daran ist die Amsel nicht schuld, sondern alle möglichen anderen Feinde nicht zuletzt die Menschen, die es sich angelegen sein lassen, die besten Nistgelegen- heiten, wie dickte Hecken und Sträucher, aus den Gärten zu ver- bannen. Sollen wir mm in Zukunft auck noch aul die Amsel verzichten, di- nlit ihren, herrlichen Gelang alle Natlirsreunde entzückt? Nein, wahrl'.ck. wir schulden meinem Empfinden nach der Amsel so vielen Dank, daß wir den oerhälmismäßig kleinen Schaden den ffe uns zu manchen Zeiten zusügt, gerne »ist in Kant nehmen sollten. Wer aber glaubt, sie verfolgen zu müssen, der ivarce damit b>» zum Herbst, wo das Familienleben der Bögel ausgelöst ist. E. St. vermN^teo. * D i e K i n d e r >t II d d e r B i u »I e n i ich u tz. ti tigCattb'. die Heimat der jugendlichen Psadfiuder, besitzt nun eine neue Jugendbetveguug, einen Bund jugendlicher Wanderer, der sich bas Ziel gesetzt hat, den Schutz uuo die Eriialtuilg der Wasdflora zu pflegen. Schon sieht man ans den Wiesen und in den Wäldern ganze Trupps dieser kindlichen „Blumenpolizisteil", die fröhlich durch die Natur wandern und ihre Spiele treiben und dabei aufmerksam darüber wachen, daß jedermann und jeder Spaziergänger die ivilden Blumen schont. Ostrr viele Blumeuarten, Nelken, Ntaiglöck- chen und Primeln sind in vielen Gegenden Englands, ivo sie einst in reicher Fülle wild tvuchsen, so gut wie ansgerottet, zum Leidlveseu der Naturfreunde. Fortan tviil man dafür sorgen, daß die Waldblnmen vor den Angriffen aller derer geschützt sind, die die Biunlen ausreißen, um sie doch tvenia« stunden später fortzuwerfen Der neue Bund der Jugend- wanderer beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Schutz des Borhandenen, er wifl auch in allen Gegenden, in deneir bestimmte Waldblumen ansgerottet oder verschwunden sind, die Flora wieder erLänzen und Blumen aussäen. Der Bund bildet in aflen Provinzen Sondergruppen, die es übernehmen, den Blumensckntz zu übenvacken ; daim lverdem „Saepartieu" ausgesaudt, um cm geeigneten Stätten ibra Blumensaai auszustreueu. Nutzen und Schaden unserer Amsel. Mit großem Bedauern habe ich vernommen. daß einem unserer Ö ten Vertilger von Ungeziefer und fleißigsten Sänger, der , von amtlicher Seite der Krieg erklärt worden ist. Es sei mir, als einer genauen Kennerin unserer Gartenvögel, gestattet, einige Worte zu Gunsten des in Acht und Bann erklärten Vogels zu sagen. Seit meiner Kindheit habe ich Jahr für Jahr unsere Gartenvögel mit deni größten Interesse beobachtet und darf wohl den Anspruch erheben, mit ihrer Lebens,»eist genau bekannt zu sei«. Ich will nst^t bestreiten^ daß die Amsel während der Soniiner- Iv groß, als angem wird die Amsei vielfach mit dem Star verwechselt, u,id besonders «nonate dem Obst einigen Schaden znttlgt. doch ,st er lange so groß, al- angenommen wird. Durch das gemeinsame dunkle Kleid da, loo cS sich während des Somniers um Massenansammlnngen von Schwarzröcken handelt, werden die Missetäter stets Stare und keine Amseln sein. Genaue Bogelkenner wissen, daß die Amstl infolge ihrer eifersüchtigen Natur zur Zeit ihres Familienlebens keine Nebenbuhler in einem gewissen Umkreis duldet Es muß schon ein ziemlich großer Garten sein, in dem sich mechr als ein Amstlvaar aubaut. Nach meinen Erfahrungen genießt die Amsel bas Obst immer nur nebenbei, denn die Jungen werden stets mit lebenden Würmern, Schnecken, Engerlingen usw von den Alten gefüttert. E» ist erstaunlich, welche Mengen von Gewürm so ein Amstlpaar Tag für Tag znsammenschleppt. Man kann sagen, daß neun Monate lang die Amsel ausschließlich zum Nutzen der Landwirischast tätig ist und auch in den übrigen drei Monaten unendlich viel Ungeziefer vertllgt. Wer hätte noch nicht gesehen, mit welchem Eiter sie zur Winterszeit das auf dem Boden lagernde Laub nach Larven absucht Was nun den zweiten, unserer Amstl gemackten Borwurs, den des Nestraubes betrifft, so muß ich sagen, daß ick, iiock niemals eine derartige Beobachtung gemacht habe. Es kann sich also keineswegs um eine Gewohnheit handeln Wenn es a„snahn,sweist einmal vorkommt, daß eine Amstl zu», Nesträuber unserer kleinen Singvögel wird, so können nur besondere Verhältnisse die Schuld daran B n. Es ist denkbar, daß in einer Periode langer Trockenheit die uilg für die Amseln knapp wird. Alles Gewürm zieht sich in