Wribrr-Nrgimrnt. Roman von Oskar Klaußmann. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Werner suhlte sich Verpflichtei, dem Grasen, der sich ihm als so treuen und liebenswürdigen Freund erwiesen hatte, etwas von der Kündigung mitzuteilen. Es wurde ihm aber natürlich nicht leicht, über die Sache zu sprechen, da er nicht verraten wollte, wie es in seinem Innern aussah. Gras Muter bot ihni jedoch selbst die Gelegenheit, ihm die notwendige Mitteilung zu machen. „Wissen Sie, lieber Freund," meinte der Graf, „Sie müßten jetzt untetk allen Umständen einen Urlaub nehmen; Sie müßten auf vier Wochen nach dem Süden. Ich habe gestern mit dem Geheimrat bersten darüber gesprochen, und der ist auch der Ansicht, Sie sollten jetzt abreisen, da hier nichts dringendes porliegt, und wenigstens bis Weihnachten in Italien oder Aegppten sich aufhalten. Dann würden Sie von allen etwaigen Folgen Ihrer Verwundung vollständig genesen. Geheimrat Kersten hat mich selbst auf- gefordert, Ihnen zu der Reise zuzureden, und meinte, betreffs des Urlaubs sollten Sie sich »ur keine Sorge machen, den würde er Ihnen ohne iveiteres beschaffen." Werner lächelte so eigentümlich, daß dies seinem Begleiter auffiel, und entgegnete dann: „Es ist vollständig ausgeschlossen, daß ich jetzt einen Urlaub nachsnche. Das würde sehr falsch gedeutet werden können. Warum soll ich Ihnen die Sache vorenthalten — ich habe vor einigen Stunden von Fräulein Buchwald meine Mndignng für Ende März erhalten. In vier Monaten bin ich ein freier Mann und kann gehen, wohin ich will. Ich lveiß auch bereits, wohin ich gehe, nämlich nach Nordamerika zurück!" Graf Klinter lvar so verblüfft, daß er stehen blieb und Werner sprachlos anstarrtc. „Ihre Kündigung?" fragte er. Werner griff in die Brusttasche seines Rockes und sagte: „Ueberzeugen Sie sich: hier ist der Brief." Graf Minier biß sich auf die Unterlippe, las den Brief, faltete ihn wieder zusammen und übergab ihn Werner. Schweigend ging er neben ihm her und bemerkte dann in einem Ton, der Werner wirklich rührte: „Es tut mir sehr leid, sehr leid, Sie zu verlieren. Wie hatte ich mich auf die nächsten Jahre gefreut, nachdem es Ihnen erst besser ging! Wie schön dachte ich mir den weiteren Verkehr mit Ihnen!" Werner reichte dem Grafen die Hand und erwiderte: ,Lch kenne Ihre Gesinnungen, Herr Graf, bin Ihnen dankbar dafür und schätze sie außerordentlich hoch. Aber wir können, meine ich, auch in Verbindung bleiben, wenn ich nach Amerika ge&e; lvir können uns wenigstens hin uird wieder schreiben, uno auf Lebenszeit bleibe ich ja nicht dort drüben. Allerdings die nächsten zehn Jahre gedenke ich außerhalb des Vaterlandes zu verbringen; vielleicht fünf Jahre in Nordamerika, dann gehe ich nach Australien, ulst die dortigen Berglverksverhältnisse kennen zu lernen, und daun ist es ja noch fraglich, ob ich im Vaterland eine Stellung annehmen oder ob ich im Auslande bleiben werde. Seien Sie aber überzeugt, Herr Graf, ich werde alle Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, die Sie mir besonders in den letzten Wochen erwiesen haben, niemals vergessen." Die Sache ging dem Grafen sehr nahe. Er empfahl sich früher als sonst, und als er sein Auto bestieg, befahl er dem Chauffeur: ,/Nach Dasburg zu Herrn Geheinirat Kersten." Graf Minier lvar empört über die brüske Art und Weise, in der man Werner vor die Tür gesetzt hatte, und mußte dieser Entrüstung irgendwie Lust machen. Er koimte sich nicht denken, daß Kersten mit dieser Kündigung einverstanden war, und wollte sich dort nähere Erklärungen holen. Er traf den alten Geheimrat in seiner Wohnung, wohin er aus dem Sanatorium übergesiedelt lvar. „Wie geht es Ihrem Herrn Sohn?" fragte der Grsf. ,-Gut, gut, lieber Freund. Nach der gestrigen Szene macht seine Genesung reißende Fortschritte, das können Sie sich ja wohl denken. Glück macht Menschen immep gesund." „Ich lvünsche weiter gute Besserung," äußerte der Graf. „Aber ich komme wegen einer anderen Angelegenheit zu Ihnen, Herr Geheimrat. Wissen Sie, daß Bergrat Spalding von Fräulein Buchwald seine Kündigung erhalten hat?" Der alte Geheimrat lvar mindestens ebenso verblüfft, wie es der Graf beim Empfang dieser Nachricht gewesen war. ,^Jch sehe es Ihnen an, Sie wissen nichts davon, Herr Geheimrat. Die Tatsache ist empörend. Ich meine, inan setzt einen so eminenten Fachmann, wie Werner Spalding es ist, nicht vor die Tür, vorzeitig, und man schickt ihm nicht die Kündigung, während er noch in der Rekonvaleszenz ist. Die ganze Art und Weise, wie man den Mann behandelt hat, ist so verletzend, so rücksichtslos, daß es mir ganz unverständlich ist, >vie Fräulein Buchlvald ihren Namen unter die Kündigung setzen konnte." „Ich bin wie aus den Wolken gefallen," erklärte der Geheimrat. „Ich weiß natürlich von der ganzen Sache nichts. Ich sprach gestern nachmittag noch mit Dora und teilte ihr die Verlobung meines Sohnes mit Frau Glover mit; und sie sagte mir kein Wort. Es liegt auch gar kein Grund zu einer Mndigung vor." „Das meine ich auch," antwortete Graf Minier, „lwd es tut mir um den armen Spalding leid, dem an seinem Renbnlince als Fachmann doch durch diese eigenartige Kündigung ein merklicher Abbruch geschieht," — 390 — „Sie sehe» mich vollkommen fassungslos!", ries Kcr- sie». „Ich habe alles mögliche erwartet, nur nicht diesen Vorfall. Aber redressiercn läßt sich die Sache nicht; denn ich bi» überzeugt, lven» icf) vernnlaßte, daß die Kündigung znrückgcnommen wird, ginge Spalding nicht daraus ei»/' „'Nein, das könnte er nicht," bestätigte Graf Klinter. „Diese Briiskierung ivar zn stark Entschuldigen Sie, wenn ich nüt einer unangenehmen Nachricht kam, Herr Geheimrat, aber schließlich mußten Sie die Sache doch erfahren/' „Ich bin Ihnen sehr dankbar, Herr Gras," antwortete Kersten, „und es ist mir lieb, dach ich von Ihnen unterrichtet bin, bctwr ich iin Generatbureall die Sache ossiziell erfahre. Ich bin dann n-enigstcns gefaßt." Nachdem Graf .«linier ihn verlassen hatte, brach der Aerger bei dem alten Geheimrat erst durch und verursachte ihm einen kleinen Wutansall. „Wciberregiment!" rief er ganz laut. „Wcibcrregimcut! Spalding hatte recht. Eine Wciberlaune und nichts weiter, Eifersucht, ein Mißverstehen der ganze» Situation, das ist die Veranlassung zn dieser Kündigung gewesen. Ah dieser Spalding kennt die Weiber besser als ich. Sie sind alle grausam und ein wenig heimtückisch. Mau schickt einem kranken Manne doch nicht eine derartige vorzeitige, verletzende Kündigung ins Haus, bevor er noch den ersten Schritt ins Freie getan hatte. Und das alles hinter meinem Rücken und ohne niir auch nur ein Mort nachher zu sagen! Weiberregiment, Weiberregiment!" Der alte Gehcimrat ärgerte sich stundenlang. Er berührte das Mittagessen, das ihm seine Wirtschafterin vor- setzte, kauni und ftihltc erst einige Erleichterung, nachdem «t seinem Zorne Lust gemacht hatte. Das geschah durch einen Brief an Dora, den er absichtlich förmlich hielt und bei dem er sogar die Anrede „Mein liebes Kind!" odev „Meine liebe Dora!" vermied, die er sonst an den Anfang der Briefe setzte. Er schrieb einfach: „Fräulein Tora Buchwaid, Saarkirchen. Da mein Sohn nach seiner Verheiratung die Ausbeutung einer Anzahl von Kiesgruben sowohl in hiesiger Umgegend als in weiter entlegenen Orten übernehmen will und ich natürlich vor allem die Verpslichtnug habe, ihm in der ersten Zeit seiner neuen Tätigkeit helfend zur Seite zu stehen, bin ich vollständig außerstande, die von mir provisorisch wahrgenominenen Geschäfte eines Generaldirektors bei Deine» Werken über den 31 . März hinaus fortzusetzen. Auf jeden Fall mußt Tu bis dahin Dir einen neuen Generaldirektor engagiert haben. Mit Gruß Kersten, Geheimer Bergrat." Den Brief schickte er durch den Kutscher direkt nach Saarkirchen. Gleichzeitig schickte er an das Gcneralbureau einige Zeilen, in denen er bat, ihm die dringendsten Sachen nach der Wohnung zu senden, da er in den nächsten Tagen wegen großer Abspannung und Erschöpfung das Bureau nicht besuchen könne. „Wciberrcginient," jagte er, als die Briefe fort lvaren. „Spalding hatte nur zu sehr recht. lind ich habe den armen Teufel Hierher gelotst und habe ihn in die vcczweifelstcn Verhältnisse hineingcbracht. Ein männlicher Chef hätte sich den Teufel daraus gemacht, ob sich sein Direktor duellierte. Aber Dora ging ans der Haut, weil sie wahrscheinlich annahm, Werner stehe in näheren Beziehungen zn Fran Glover, und weil sie eifersüchtig war. Dora, die Närrin, hat sich nicht nur um einen tüchtigen Generaldirektor, sondern auch um ihr Lebensalück gebracht. Aber ich mische mich nicht mehr in diese Angelegenheiten hinein, Gott soll niich bewahrest Man hat nicht-s als Nackenschläge davon. Es ist eine böse Zeit, nian kommt aus der Aufregung und dem Aerger nicht inehr heraus." ,/Gauz vcrniinitig von dem Spalding," fuhr der Gc- heimrat fort, „daß er nach Amerika gehen will, dann stopst er hier alle Klatschmäuler. Tie Weiber bleiben immer unberechenbar, und ich habe, glaube ich, zeit ineines Lebens nicht verstanden, sie richtig "zu beurteilen. Das ist meine Entschuldigung Spalding gegenüber. Wenn Tora Bnchwald sich nicht bald entschließt, eine Attiengesellschaft zn machen, und wenn sie weiter das Weiberregimcnt führt, wird sie ihre Werke bald genug herunterbringcn. Aber was geht's mich an! Ich will mit der eoachc absolut nichts niehr zu tu» haben. Ich habe das Recht, ärgerlich zu sein, denn ich habe Spalding für die Stelle vvrqeschlagcii, ich habe ihn hierher gebracht, Dora durfte ifym daher nichst kündige», ohne sich mit mir ins Einvernehmen gesetzt zu habe». Diese Kündigung ist auch ein Mißtrauensvotum sür mich." * Er war nicht ungetreu und flatterhaft, er hatte nicht mit ihrem Herzen gespielt. Er hatte niemals Frau Barbara Glover geliebt, er war gut und treu! Das loar das Resultat des Nachdenkens, zn dem sich Tora in einer schlaflosen Nacht dnrchgernngen hatte. Er ivar treu und gut, das ivar der beglückende Kern der Nachrichten, die Geheimrat Kersten Dora mitgeteilt. Werner war auch sür Tora eingetreten mit der Waffe in der Hand: er hatte nicht geduldet, daß sie in seiner Gegenwart beleidigt wurde. Das rechnete ihm Dorn gav nicht so hoch an, trotzdem sie selbstverständlich über seine Ritterlichkeit sehr entzückt Ivar Aber er liebte sie ja, 1111b deshalb konnte er gar nicht dulden, daß ein ariderer vcr-, ächtlich von ihr sprach. Auf das tiefe Herzeleid war jubelnde Freude gefolgt. In, sic hörte etwas wie Jubeltöne in ihrer Brust. Sie durfte lieben und vertrauen, lind sie wurde lviedergeliebt. Dieses Bewußtsein war der SiegesprciS der letzten schwer durchs kämpften Tage und Wochen. Sie liebte und lourde lviedergeliebt. Aus Eisersucht, aus slukenutnis der Verhältnisse, aus llebereiluug hatte sie den Manu ihrer Liebe 'schwer verletzt und gekränkt. Das Ivar gewiß unrecht von ihr, und es Ivar nunmehr ihre Pflicht, das Unrecht wieder gutznmachen. Wie das geschehen sollte, das wußte Dora picht, und sie ahnte, daß cs ihr schwer lverden würde. Ja, wenn sie ein Mann geivesen wäre, dann hätte sie das Recht gehabt, vor Werner zn treten, ihm die Hand zu reichen und ihm zu sagen: „Ich habe dir unrecht getan, das tut mir bitter lud) und herzlich leib; verzeihe mir und bleibe mir so gelvogrn, lvic dies bisher warst." Als Weib durfte sie diesen Schritt nicht tun, weder direkt noch indirekt. Sie konnte Werner nicht sagen: „Ichi habe mich übereilt aus Eifersucht, aus törichter, rasender Eifersucht, denn ich habe dich lieb mit meinem ganzen Herzen, und ich glaubte mich von dir betrogen." Das konnte und durfte sie ihm nicht sage», denn das Weib! darf dem Manne ihre Liebe nicht gestehen. Es war schwer, sehr schiver, die Uebereilung wieder gutzumachen; aber es mußte gelingen, und Tora wußte, es würde, ihr gelingen. Tic Liebe, das Bewußtsein des heiligen Gefühls, das sie in sich trug, das Bewußtsein, wiedergeUebt zu lvcrdeu, hatte in Dora alle schlummernden Kräfte des Weibes geweckt. Sie kam sich vor lvie befreit, wie erhoben, lvie erlöst von einem Zwange. Sie fühlte sich selbständig lvie noch nie, sie war mutig und stark genug, um selbst die größten Schwierigkeiten zn üdcr- winden. Was hatte sie denn in alle Torheit und »ebcreiluugl hineingetricben? Die ununterbrochenen Nörgeleien der Tante Schottelius. — Nein, Dora suchte wahrlich nicht nach einem Sündcnbock, sie wußte selbst, wie groß ihre, Schuld war, aber Tante Schottelius hatte gegen Werner bei ihr intrigiert seit dem Tage, au welchem Werner nach Saarkircheu gekommen war. Jetzt siel cs Dora wie Schuppen vou den Augen. Sie loußte, weshalb sich Tante Schottelius so feindlich gegen Werner verhielt. Er störte ihre Kreise, sie lourde überflüssig, wenn Dora heiratete. Dora schämte sich jetzt ihrer Unselbständigkeit, sic schämte sich der außerordentlichen Beeinflussung, die durch die Intrigen der Tante Schottelius bei ihr cnlstanden ivar. Dabei hatte sie stets gclvnßt, daß die Tante boshaft und nörgelnd lvar; und doch lfatte sie sich beeinflussen lassen, in unerhörter Weise gängeln lassen. lFortsetzung folgt.) vergiftungrgefahren im Sommer. Bo» Dr. Karl M i s ch k e. Sowie die wanne Jahreszeit eintet», höre» wir sofort lvieder von allerlei Erkrankungen, die von den vericbiedcilsten Lebensmitteln herrühren: Pilzvergiftungen, Fischvergiftungen, Wurstvergiftungen, «atarrlnm nach verdorbener Milch und schwüler Butler und anderem mehr. Tic Erklärungen und Warnungen, die dann immer solgen, halten nicht lange vor. Es dauert sein« Zeit, und im nächsten Jahr sängt cs von vorn an. 891 Wllc Warnungen vor gifligen Pilzeir nützen eben dein nichts, her nicht gelernt ixi«, die hauptsächlichsten Pilze ,u nnlerscl-ciden. Da lyilft keine Beschreibung, eher noch eine gröle Abbildung, die «der sarbig sein muß, Das Beste ist die persönliche Anleitung durch einen Kenner. Aber wie wenige von uns Ionimeii denn wirklich dazu, sich ein Gericht Pilze im Walde selbst zu suchen? Tie niciften kauten die Pilze von Händlern oder Samnilern, und diejenigen, die regelmäßig Pilze zum Verkauf bringen, werden wohl kaum Gistvilze liefern. Trotzdem fmumen Pilzvergiftungen vor, und zwar nach dein Genussvoll Pilzen, die sicher keine Gistvilze waren. Was ist der Grund? «ehr eiirfach, der Pilz ist, nne jeder sich leicht im Walde überzeugen kann, sehr dem Verderben ansgeseyt, er jault leichter als jedes andere Nahrungsmittel, und verdorbene Pilze, fcit-ii sie auch uou der harmloftsteii Sorte, enthalten giftige Stoffe. Die zersetzenden Batterien, diese Allcrwcltsteiifel, scheinen sich auf ihren grösseren Brüdern, den Pilzen, ganz besonders wohl- znsühlen, sie lassen sich gern aus ihnen nieder, vermehren sich rapide, verändern und vergiften die Laste mit grosser Geschwind digteit. Tie Pilzvergiftung ist also eigentlich weiter nichts als rinc Batterien-Jnscktion, und es scheinen da die verschiedensten Sorten dieser kleinen Lebewesen in Frage zu kommen, neben den eigentlichen Fäuluiee: reger» auchParrivphus Batteeien und andere. Msu lMben wir die erste und einfachste Regel: mir frische Pilze kochen oder braten, an denen noch keine Spur der Zerstörung zu sehen ist! Ein gutes Nährmittel für fteiivillige Baftcrienkvlonien sind aber glich gekochte Pilze und ihr Saft. Tie Kochhitze mag alle Keime, die an den unschuldigsten Pilzen sahen, zerstört haben, es finden sich bald wieder neue aus der Luft ein, und in diesen! prächtigen Rährsast gedeihen sie äußerst sloit. Wenn gestern die Familie mit Genuß und Behagen Pilze verspeist hat, kann heute der ülbriggeblicbeue Rest schon wieder sehr gefährlich sein. Unsere Altvordern hatten eine gesunde Regel, die besagte: nichts übrig lassen von dem, was aus den Tisch koinmr! Sie hatten keine Ahnung von Batterien, aber die Regel war gut und einfach. Ueberhanpt die Rester! Biele Hausfrauen sind stolz au; ihre Kunst, nichts umlommen zu lassen, sie machen ans den Restern n:it Zuhilfenahme von allerlei Zusätzen (Zusätzen, die oftmals inchr kosten als die Sacke wert ist wahre Wunderwerke von Kochkunst und sülsten sich dann wirtschaftlich. Allen Respekt vor der schönen Idee, aber iwch wirtschaftlicher und gesunder ist es, die Rester zu vermeiden. Vor ein paar Jahren erregten in München die Vanille- vergistungcn großes Aufsehen. Man dachte an alles Mögliche. Entweder mußte es giftige Banillesorten geben, oder die Banille- pftnnze, die sa an Baumen klettert wie unser Escu, hatte giftige. Baninsästr eingesogen, oder die Schote war mit wer weih was verfälscht worden, usw. Nichts davon ist richtig. Es gibt keine giftige Banillearl, auch das künstliche Vanillin, das die kostbare Schote ersetzt, ist niemals giftig, die Haftwurzeln nehmen von dem Baume, an dem sie klettern, niemals Säfte auf, und ivenn man nie- ansehnlfche Schoten mit leichten Harzlösnngen anstreicht, um sie preiswerter erscheinen zu lassen, so ist das nicht gerade reell, aber giftig wird die Vanille davon auch nicht. Tic einfache Lösung ist die, bah die Vanille-Cremes, das Vanille-Gefrorene und wie diese Leclerspeisen alle heihen, infolge ihres Gehalls an Eiweih, Milch, Rnlmr eben gute Nährböden für Bakterien sind. Also auch hier: gulc Zutaten nehmen, nur soviel Herrichten, wie gebraucht ivird, alles ausessen und nichts ausheben! Ein unheimliches Gesicht hat das Fischgist, Fe mehr in der jetzigen Zeit der FleUchtencrung der Seefisch als Polksnahrungs- niitlel ins Jiinere des Landes dringt, desto mehr verdient die Fisch- gistgesahr, die in der warmen Jahreszeit doppelt groß ist, nufere Aufmerksamkeit. Nicht leicht ist es imnier, sie zn erkennen. Es gibt ein Stadium der Zersetzung, das sich äußerlich weder dem Auge, noch der Nase bemerkbar macht; der Fisch sieht wunderbar frisch aus und riecht gar nicht, es ist auch nichts zu schmecken, und doch war das Gift dariik. Ja, es scheint, weim es so recht gut schmeckt, ist die Gefahr am größten. Wenn der Fisch schon etwas riecht, ist er eigentlich schon wieder nngesährlich; eine Abspülung mit einer leichten Lösung von übermangansaurem Kali beseittgt den Geruch, und es hat keine Gefahr. Offenbar wird beim Transport tzesündigt. Man bringt die Fische in Eis, und das ist gewiß gut — aber das Eis ist selbst nicht inimer -einwandsrer. Eis von Flüssen und Teichen enthält alle möglichen Jauchebestcnrdlcile, Und eine Kälte von Null Grad halten die bösen Bakterien schon eine Weile aus. Niemals sollten — und das mögen auch unsere Hausfrauen firr ihre Eisschränke sich melken ■— die Nahrungsmittel, also hier die Fische, mit den Eisstücken in direkte Berührung kommen. Tas Eis mnh im doppelten Boden liegen und die Nah- rungsmitlel aus Porzellan, Marnior, Glas, zur Not aus blauk geputztem Zinkblech, jedenfalls aus reinen« Stoff. Wird trotzdem Eis zu direkter Kühlung verweirdet, so darf es nur solches sein, das ans keimfreiem Wasser gewonnen ist. Leider kommt der Seefisch, ehe er in den Kochtops wandert, auch mit einer großen Zahl sundessnsizicrter Hände in Berührung, und das läßt sich für die Hansfran schlecht kontrollieren. Immerhin, frische Fiscke. gute Fische. Tie Gefahr läßt sich bet vorsichtiger Behandlung sehr herab- Mindern, und die Hausfrau soll nur solche Fiiche kaufen, die einen sehr schnellen Transport hinter sich haben. Tenn gerade an beißen Tagen vermehren sich die Fäulniskeiine sehr schnell. Die Wissenschaft lehrt uns, daß es allemal Bakterien find, die unsere Speisen in einen gefährlichen Instand bringen. Wir niüssen die Lehren also benutze», die uns die Wissenschaft gibt. Es handelt sich darum, die Bakterien möglichst anszuschiießen. Nun ist. ja doch sicher, daß das Fleisch gesunder Tiere und die Milch gesunder Kühe zunächst eimnal bakteriensrei sind. Fleisch von niilzbrantkrankem, pcrlsüchtigem, ttiberkuloseni Vieh bekouimen wir nick», da>ür sorge» unsere Hhgienebehürden. Wenn wir die Milch eines gesunde,» Tieres mit der nötigen hygienischen Vorsicht in reine Gesäße melken und sofort genießen würden, so könnte lerne Gefahr drohen: im Gegenteil, diese frische rohe Milch ist nahrhafter als jede abgelocküe. und sie hat sogar eine bakterientötende Wirkung. Aber daraus können wir nicht rechnen, und es bleibt uns daher nichts übrig, als die Milch schleunigst abzukochen und dann sofort zngcdeckl auf Eis zu stellen, oder sie sofort zu verwende». Es ist ein begreiflicher Fehler, aber doch ein Fehler vnler Hausfrauen, gern Vorräte im Hause zu haben. Ein wohlgeskülller Worialsschrank ist der Stolz der Hausherrin. Wozu aber, in großen Stadien zumal, sich mit leicht verderbenden Lebensmitteln mehr als nötig versorgen, wci»! man jeden Augenblick beim Schlächter, .Milchhändler, Gemüsehändler frische habe» kann? Viele Frauen glauben genug getan zu haben, wenn sie Fleisch und dergleichen mit dem bekannten glockenförmigen Fliegcndcckel ans Trahtgaze zndecken, oder wenn sie die Sachen in das ,^Lustspiud" stellen, das auch durch Trahtgewcbe abgeschlossen ist. Da kann immer frische Luft zirkuliere», und die bösen Fliegen können durch die engen Maschen Nicht hindurch. Ach, oft genug ist die frische Lust sehr heiße Lust, und gar nicht selten finden die Fliegen auch dnrch- aerostcte Stellen für ihre kleinen Körper. Keinesfalls schützen die Fliegendrahtgitter gegen die mikroskopisch kleinen Batterien, die wir bei dreihundert- bis tausendfachec Vergrößerung erst sehen können. Und diesem Zustrom sind dann die Nahrungsmittel viele Tage ausgesetzt. Tas ist eine veraltete Methode. Tie Bakterienforicher haben ein sicheres und ganz cimvand- sreicS Mittel, bas jede Frau kennt: der lockere Baumwollftlz, dm wir kurzweg „Watte" nennen. Wenn der Gelehrte ini Reagenz- gläschen eine bestimmte Bakterienart aus Bonillo», Gelatine, Agar-Agar oder sonst eine Unterlage züchten ivill, io liegt ihin daran, alle fremden Batterien auszusperren, denn diese würben die Untersuchung stören. WaS macht er? Er stopf, einfach einen Wattepsropfen aus das Gläschen. Tic Watte läßt Luft durch, so daß die wenige Lust in den, Gläschen in stetem Anstausch mit der Atmosphäre steht: aber in der Watte sangen sich alle Bakterien, die etwa mit der Luft cindringen wollten. Tic Gelehrten haben schon mehrfach die Anregung gegeben/ daß die Hausfrauen sich doch diese Laboratoriumsersahrnng zunutze Macken sollten, ebenso wie sie sich das Sterilisiere» in Form von Soxhlct-Apporaten und allerlei Einkochgesäßrn, zuni Teil auch durch die Benützung von Konserven, angewöhnt haben. Ter Erfolg dieser Anregung ist nicht sehr groß, in die breitere Oesfentlichkeit ist wenigstens nicht viel gedrungen. Es kann doch aber nicht schwer sein, die setzt gebräuchlichen Fliegendcckel durch solche auS Watte zn ersetzen, wobei dieses Material durch leichte Trahtrippen versteift sein könnte, Tasselbc gilt für dir Gazefenster der Fliegenschränke, die zweckentsprecknnd aus einer nicht zu dicken Warre- lage zwischen zivci weitmaschigen Trnhtgcftechten zn bestehen hätten. Ter größeren Dichtigkeit halber müßten auch die Fugen übereil da, wo die Türe ans dem Rand der Schrankwand aufliegt, mit Watte versehen sei». Es ist eigentlich seltsam, daß diese einfache Borrickftnug, dis jeder sich selbst Herstellen kann, nicht sckzon längst allgemein verbreitet ist. Um so mehr sollte die HauSsran nicht säumen, sich dieses einfachen Mittels zu bedienen, um den Gefahren des Sono- mers in dieser Beziehung zu begegnen. vom Landwirtschaftswerte der weitz- und Rotbuchen. Von Emil Gienapp (Hamburg? Wegen ilwer vielseitigen landtvirrschaftlichen Verwendbarkeit sind sowohl die Arten und Formm der Weiß- oder Hainbuche ' (Carvinns Betulus? als auch die der Rotbuchen tzFagus silvatiea? geschätzte Und gern verwertete Laubhölzer für die Zwecke landwirtschaftlicher Gartengestaltung. Außer zur Bildung von Sämtz-, Trutz- und Zierhecken, daehgeschloisenen oder ringsum offnen, dickt beschatteten laubmartigen Sitzplätzen, werden sie insbesondere mit Rücksicht aus ihre abweichenden Wuchs- und Belaubungsverbält- nisse als Einzelpflanzen und zur Herstellung zwanglos gegliederter Landschaftsgrnppen, sowie zur Schaffung von «chus- und Dcckpslanzungen vielm anderen Lanbhölzern ähnlichen Berwcn- dungscharaklerS vorgczogcn, da sie ausnahntslos selbst in weniger guten Bodenarten ein gesundes Wachstuui besttzcu, willig jeden Schnitt vertragen und absolut unempfindlich gegen winterliche Witterungseinslüsse und Verhältnisse sind. Für die Anlage von Hecken und Schaffung laubenartiger Gliederungen, wie auch für die forstliche Nutzwirtfäiast, kommen nur die Stammarten der Buchen in Betracht, während für die übrigen Ver» eudungamögliäv- keiten die verschiedenen Varietäten -:ud uas>- ■ i>.n nrten- * formen das anSsrhlß. fliehe Material liefern. 39S Untec den Weißbuchen ist ti zunächst die dichtbezweigte, schmale, säulenförmige Pyramiden bildende Betula columnaris, die in gröberen und naturgemäß hübsch gewachsenen Exemplaren eine vorzügliche Landschaftswrrkuiig erzielt, wenn sie als Solitär- pftanze frei auf dem Rasengrunde aufgestellt luirb. Von ähnlichem Effekte ist Betula fastigiata, eine französische Züchtung mit spitz- verlausender und im Astbau regelmäßig quirlständig angeordneter Mufbanform. Weitere hübsche Gartensormen sind BetuluS Toi. Riar- Moratus nova mit buntsarbiger Belaubung, Betulns incisis mit geteilter Beblätterung, sowie Betus pendula, mit schlank und Malerisch überhängender Bezweignng. Eine gleichwertige Erscheinung mit besonders schöner, von broneebrauu in Gelb nberlönender Herbstfärbung ist auch die amerikanische Eiusühruirg BetuluS caro- lina (von den Carolinen-Jnseln), die durch ihre eigentümliche iiub sehr zierliche Belaubung landschaftlich ebenso interessant als malerisch dekorativ wirkt. Dieser ähnlich ist die japanische Züchtung, Betulns japonica, mit tiesgrünen, hübschgeförmtem Blatlbehang und zierlicher Bezweigung hängenden Charakters. Bon bedeutend kraftvolleren Ausbaudimensioneu als dreWeiß- buchen, sind im allgemeinen die Rotbuchen, deren Stammform als Forstbaum in unseren Wäldern gewaltige Stämme mit mächtigen Kronen bilde! und die auch als einzelne Landschaftsbänme in malerisch entwickelten Exemplaren nie ihre Wirkung versagen. In den Gärten lvird die Rotbuche der Weißbuche wegen ihres kräftigen Ausbaucharakters zur Bildung von hohen Schub- Hecken, sowie zur Herstellung laubcnartiger Abgrenzungen in größeren Wirtschasts- und Bergnügnngsgärten in der Regel vorgezogen, weil sie den beabsichtigten Zweck der Tchattenbildung und ruhigen Ahgeschlossenheit besser als jene erfüllt. Die wichtigste Gartensorm der gewöhnlichen Rotbuche isr die hängenden Wuchses, Fagus silvatica pendula, die wegen ihrer malerisch herabhäugenden oder auch synietrisch gleichmäßigen Zweiggliederung für landschaftliche Pslanzungsmotive die größte Wertschätzung genießt, zumal sie, zu mächtigen Bäunien herangewachsen, sowohl im kleine» Hausgarten als auch iu umfangreiche» Laud- schastsanlageu durch ihre malerisch-imposante Ausjälligkeit ihren Zweck als kontrastierende Gestaltssorm im Szencinvechsel der Pslanzenordnnngen ans das beste verkörpert. Bon minder krästiger,Zweighildung, dafür aber umso interessanter im Be- laubnn.gscharakter ist Fagus jilvatica asplenifolia (Syn. hete- rophylla), die in der sehr schmalen, säst sadendünnen Beblätterung an langtviebiger Bezweignng eine äußerst dekorative und aparte Erscheinung bietet. Im Wüchse ähnlich, aber fast noch langsamer in dem Fortkommen ist Fagus componifolia, die in der saden- S rangen Blattbildung wohl die zierlick>stc Belaub,ingsforni aller otbuchen besißt und wegen dieser interessanten Eigenschast allgemeine Wertschätzung bei allen Gehölzfreunde» genießt. Schließlich sind dann noch die grüubunten Formen Fagus silvatica sol, aUr. var., mit goldbunter Blattsarbe, sowie die eichenblättrige Fagus silvatica querceroides, die auffallend breitlaubige latisolia und die gedrungen lvachseude rotundisolm minor, mit kleinen, feste» kreisartig gestalteten Blättern zu erwähnen. — Den landschaftlich größten Effekt erzielen jedoch unfraglich die sogen. Blutbuche». Sie sind in linieren Gärte» und landschaftlichen ösfentlichen und privaten Anlagen in schönen und mächtigen Exemplaren, hängender oder gewaltiger Kronensormen vertreten, die als freistehend« Standbäume iu jeder Gestaltnngsgliederung von gleich ausdrucksvoller Landschastswirkung sind, wenn auch bei der eine» Form mehr die ornamentale, und bei einer andere» vorwiegend die malerische Schönheit unterschiedlick, hervortritt. Als Kronen« vlutbuche ist die Garteuform Brocklcsby mit tiesdunkelrotcr, sonne bie großblättrige Fagus silvatica latisolia mit tiefbraunroter Belaubung der älteren Fagus silvatica atropurpnrea bei weitem porznziehcn, da sich in dem ganzen Wuchs und Aufbaucharaktcr dieser nachgezüchteten Kultnrformen eine umnderbare Dekorations- Wirkung ausprägt, wie sie ältere Sorten bei aller Anerkennung ihres landschaftlichen und dekorativen Wertes doch nicht zu erreichen vermögen. In der pyramidalen Gliederung komnit die landschaftliche Brauchbarkeit der vorgenannten Bnchenarte» nicht luder znr Geltung, und wo an Stellen enger Raumverhältnilse ronenbänmc als Einzelbäume ausscheiden müssen, verfehle» gleichmäßig ausgebaute Pyramiden dieser Gehölzart nie die beabsichtigte Wirkung. Als Hänge- oder Traucr-Blntbnche begegnen wir in unseren Anlage» am häufigsten Fagus atropurpnrea pendula, die zwar in der neueren Varietät tricolor mit dreifarbiger, weiß und rosa gezeichneter Belaubung eine formgleiche Kollegin, aber keine ernstliche Konkurrentin erhalten lmt, da ihr Wuchs ein viel zu langsanier und schwacher ist, als da» sie schnell zu größeren Exemplaren heranwächst, um in der Landschaft austallcnd wirken zu können: in einem hübschen Laubholzsortimente sollte diese sarben- schöne Bnche aber niemals fehlen Als gclbbelanbte Buche lmirde in den neunziger Fahren Fagus Slatia, eine ans Serbien stammende Gvldbnche. als aparte Neuheit in den Handel gebracht. De» ihm »achgerühmten Laud- schaftswert lmt dieser Fremdling — der seinerzeit mit 50 Mk. für ein lvinziges Pslänzlein bezahlt wurde außer in dem Mutter- bäum, aber wohl nirgends erfüllt, da das goldige Kolorit im ' Farbenton nur in besonders svnnereichen Somniern hcr.vortrikk, an schattigen Standpläßen indessen fast gar nicht zum Ausdruck kommt. Im Laufe der Jahre ist denn diese Buche in der Bewertung ihrer vielgepriesenen Farbenschönheit auch schon etwas genügsamer geworden, und für den fünfzigsten Teil ihres cinstigen Preises ist sie heute i» jeder Baumschule als kräftige Pflanz« zu kaufen. — Der Schnitt der Buchen beschränkt sich im allgemeinen auf Entfernung der aus der bedingten Form heraus,vachsenden Zweige bezw. auf Durchbildung einer formschönen und leicht- bezweigten Krone. vernriiscbte». kos. Knöpfe an>3 M i l ch. Eine junge Dame soll einmal den Kops geschüttelt haben, als sie aus dem Programm einer Kunst- ousstelliing auch eine Büste von Rauch verzeichnet fand. Sie hatie noch nichts von dem berühmten Bildhauer Ehr. Rauch gehört, andererseits konnte sie nicht bcgreiicn, daß man eine Büste ans Rauck, dem Sinnbild der Vergänglichkeit alles Irdischen, modellieren könne, Aebulich geht es wohl manchem Leser, wenn er hört, daß große Jabriten damit beschäiligt sind, Kämme, Knöpfe, Klavlertastcn und ähnliches ans Milch herziistellen. Um genauer zu sein: Plan verwendet dazu das gehärtete Kasein, das beim Gerinnen der Milch in Klumpen anSiällt und sich am Boden des Gesäßes absetzt. Der Weg von der srischgemolkenen Milch bis zum gebrauchsfertigen Knops ist weit genug. Die Milch hat sich einer Reihe chemischer Prozesse zu unterzlehen, ehe sie sich zum zknops eignet. Zunächst wird sie durch Lab zum Gerinnen gebracht, der entstehend« Quark wird gelrocknet und gemahlen. Das gricSarllgs Mehl wird dam, angeienchlet, bei Bedarf auch gesärdt, ansgemalzt und unter hohem hydraulischen Druck gepreßt. Schließlich wird die Masse, die noch knetbar ist, in wässerigem Formaldehyd gehärtet. Das Endprodukt sieht den» früher viel verarbeiieten Horn sehr ähnlich: unter dem Namen .Gallalilh" ersetzt es Horn, Schildpatt, ja sogar Elsenbeln. Niemand sieht ihm mehr an, daß es einmal irgendwo aus einer Alm kuhwarm gemolken wurde. Sz. * Die Pessimistin. Eine bekannte Schriftstellerin lvird gefragt, warum sie nicht geheiratet habe. „Drei Dinge habe ich daheim, die so bollkommen Wesen und Eigensckmften des Dnrrh- schnittsniannes besitzen, daß ich keinen Gemahl brauche." „Was sind das denn für Dinge?" „Ach, ich habe einen Hund, der den ganzen Morgen knurrt, ich habe einen Papagei, der nachmittags schimpft, und ich habe eine Katze, die nachts nicht zu Hause ist." * Gut vorbereitet. Im Schnellzngsabteil erster Klasse sitzen nur zwei Herren; der eine schaut prüfend umher, schließlich wendet er sich höflich an den Mitreisenden: „Verzeihen Sie, mein Herr, aber vielleicht kennen Sie sich hier besser ans: gibt es denn gar keine Notleine, um im Augenblick der Gefahr den Zug zum Hallen zu bringen?" Der andere sieht aus, sucht und schüttcÜ den Kops: „Nein, ich sehe keine." Der erste, unerschütterlich höflich : „Daun werden Sie mir bitte sofort Börse und Brieftasche übergeben." _ Rösselsprung. der leicht | Falle i der Weh j nicht Lust eh'r die Jttllb- Traum welkt s eine Abend ihr sie stammt Kinder! aus eine mia *' T schmerzt Blum' sie mehr den heit wenn die herzt well ver- sie der flammt als Antlitz dn plen schmerzt »licht .nicht erfrischt wohl labend deine wischt achtlos Alte ^Morgen Her, im dich Tro- es Dau | jläiiflftj stör' mancher I am trägt der daS^ den Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nnmmer: Zeigt die trübe, dunkle Seite Dir auch olt das Leben, Ist'« vom Bild doch nur der Schatlen, Um das Licht zu heben. Aedaktio»: K, Neurath. — NotatiouSdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilälS-Buch- und Steindrucke«!, R. Laug«, Gießei^