Wkiber-Krgiment. Roma» von Oskar Klaitßinan ». (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 2. Kapitel. Pünktlich kam abends zur festgesetzten Stunde das Automobil aus Saarkirchen, um Werner aus denr 5zotel abzuholen. Er hatte den Frackanzug angelegt und sah [tit diesem recht elegant und ansehulich aus. In rascher Gangart gelangte der Wagen bis an den Bestimmungsort. Im Bestibiit empfing ihn wieder der Diener und tvies ihn nach dem Salon. „Die Herrschaften sind im Garten. Herr Geheimrat Kersteu macht mit den Damen noch einen Spaziergang." ^ Werner sah sich in dem Salon, in dem er schon vormittags für kurze Zeit getvesen war, genauer um. Etlvas Eigenartiges, aus dem man Schlüsse auf die Bewohner hätte ziehen können, wies der Rauin nicht auf. Er tvar im Empirestil gehalten, die Möbel sämtlich neu, aber nach alten Mustern gearbeitet. Natürlich haftete ihnen tvege» des Stils eine getvisse Steifheit und Feierlichkeit an. Fn der Nähe einer der Flügeltüren, die, vom Bode» bis zur Decke reichend, nach dent Garten hinansführten, stand ein zierlicher Tisch, dessen Bronzebeschlüge Werner interessierten. Ans dein Tische lag ein Buch, das in rotes Maroquiiv- leder gebunden tvar. In dein Buche lag ein Lesezeichen., ein Beweis, daß cs erst kurz vorher benutzt worden tvar. Werner hielt es nickit für indiskret, den Buchdeckel anfzu- heben, um zu sehen, welchen Inhalt das Buch habe. Mit einigem Erstaunen entdeckte er, daß cs sein eigenes Werk: „Die Stahlindustrie Nordamerikas" war, das er hier in so reichcnt Einband erblickte. Er kain sich ordentlich, geschmeichelt vor, zu»t mindesten angenehm berührt. Das Lesezeichen lag n» der Stelle, an der er die ersten Ei>r- driicke der großen Industriestadt Pittsbnrg mit poetischem Schwünge geschildert hatte Er klappte das Buch zu und wendete sich um, denn er hörte das Rauschen eines Franen- kleides. > Bor ifjjiit' stand Dora, die soeben ans dem Garten in den Salon getreten war. Sie trug Gcsellchaftstoilette von nicht allzu lebhaften Farben. Mit einem Blick sah Weener ihre runden, schön modellierten Arme und einen entzückenden Nacken. In dieseni Kostüm hatte Dora etivas Imposantes und Bornehmcs. Wieder slog das liebenswürdige, sonnige Lächeln über ihr Gesicht, als sie Werner die Hand reichte. „Nehmen Sie einen Augenblick Platz", sagte sie! „>vir haben den Wagen nicht gehört, als Sie kamen, und erfuhren von Ihrer Auivesenheit erst, als der Diener Sie nmeldete. Onkel Kersteu und ineine Tante entschuldigen Sie noch einen Augenblick: die haben höchst ivichtige Familien- »ngelagenheiten zu erledigen, die sich auf oemeinsamc Bekannte beziehen. Wen» die beiden dieses Thema anschlagen, finden sie nicht so leicht ei» Ende." Vielleicht bemerkte sie, daß der Blick Werners das Buch in dem roten Ledereinband streifte, denn Dora fuhr fort: „Da liegt Ihr Brich über die Stahlindustrie Nordamerikas. Onkel Kersteu hat mir vorn Buche so viel vorgeschwärmt, daß ich es mir konimen ließ. Ich habe es mit großem Interesse gelesen, einzelne Stellen sogar wieder- holt, und habe mich wirklich über den poetischen Schwung gefreut, mit dem Sie an rnanchen Stellen schilderten. Man merkt Ihnen die ehrliche Begeisterung an. Man wird selbst begeistert, wenn inan Ihre Schilderungen liest, und unwillkürlich kvinmt inan dazu, Sie zu beneiden. Welche schönen, arbeitsreichen Monate voll Befriedigung urid Freude müssen Sie da in Pittsburg verlebt haben!" „In der Tat, gnädiges Fräulein, Sie haben das Richtige getroffen: Es waren Monate voll Freude und Befriedigung. Was mich am ineisten begeisterte, ivar die Großziigigkeit der Amerikaner, die sich gerade in ihrer Industrie iit so hervorragender Weise äußert. Mraends etwas Kleinliches, alles aus dem Vollen geschöpft, alles in großartigstem Stil projektiert und durchgeführt. Es tvar wirklich leicht, begeistert zu sein und sich an dein, >vas man sah und lernte, zu ersrenen. Vielleicht kennen Sie, gnädiges Fräulein, auch Nordainerika." „Ich habe die große nordamerikanische Tour gemacht, aber eben nur als Bergnügnngsreiscnde. Das. ivarnm ich Sie beneide, ist die Gelegenheit, oie Sie hatten, Ihre Kenntnisse in fremdem Lande zu erweitern, gewissermaßen zu sammeln nach einem ganz bestimmten Gesichtspunkte, zu bestimmtem Zweck. Sic hatten eine Beschäftigung, die Ihr ganzes Denken und Fühlen erfüllte. Sie hatten etivas, woran Sie Herz und Sinn hängen konnten. Das sehlt natürlich dem Touristen. „Der Tourist zieht von Ort zn Ort, wird wie ein Wareii- ballen hin und her transportiert, sieht heute das, morgeti jenes, hat die Verpflichtung, bestimmte Sachen anschen zu müssen, und wenn ec mit der Reise fertig ist, dann hat er eine Fülle von Eindrücken, die iveder geordnet noch nach demselben Gesichtspunkte geivonnen sind, und es bleibt nichts als Leere und Oede zurück. Ich bin sehr viel gereist, aber ich habe schließlich de» Geschinack daran verloren. Was mir immer vorgeschwebt hat, das war eine Studienreise zu irgendwelchen Zwecken. Uns Frauen ist ja die Möglichkeit solcher Studienreisen verschlossen. Gerade eine solche aber stelle ich mir ivnnderbar vor. Dann hat das Reisen, dann hat das Sehen einen Ztveck, das Leben hat Inhalt. So denke ich mir wenigstens die Sache. Vielleicht ist mein Urteil schies; man sieht die Dinge, die man nicht genauer kennt und versteht, vielleicht in zu rosigem Lichte. Aber Ihr Buch und Ihre schwungvollen Schilderungen haben mir doch die Ueberzengiing beigebracht, daß meine Ansicht nicht irrig ist. Es gibt doch immer wieder Menschen, die sich auch cr Inspektor Lenske, der Leitev der Theresien-Hütte. Auch Kersteu kam mit Frau Schotte-- lius aus dem Park, und man ging zu Tisch. Das Essen var, wie Kersteu schon am Vormittag prophezeit hatte, ausgezeichnet; ebenso die Weine. Die Unterhaltung drehte sich viel um die Industrie, und das Resultat des Abends war, daß an« nächsten Vormittag Werner unter der Leitung Kerstens und Lenskes das Walzwerk besichtigen sollte. Mit dieser Verabredung trennte man sich abends gegen zehn Uhr, und Geheimrat Kerste» fuhr in seiner Equipage Werner nach dem Hotel zurück. Absichtlich sprach er über die Bewohner des Schlosses in Saarkirchen und über die Vorgänge des Abends kein Wort. Aber auch Werner schien nicht geneigt zu sein, sich darüber auszusprechen. An: nächsten Morgen um neun Uhr benützte Werner die elektrische Straßenbahn, die von Dasburg nach Norden führte, »in die Theresieu Hütte zu erreichen. Im Direktions- bureau erwartete ihn Inspektor Lenske, der ihm verschiedene gedruckte Jahresberichte, Pläne, Zeichnungen und schriftliche statistische Notizen vorlegte. Um halb zehn Uhr traf pünktlich Geheimrat Kersteu ein, und nun ging es sofort in den Betrieb. Aus dem tveiten Hose des Walztverkes, auf dem sich zahlreiche Eisenbahngleise kreuzten, lagen Rescrvewalze», große Gußstahlblöcke von mehr als Mauneslänge und Formeisen aller Art. Beim Betrete» der Hütte kam man zuerst an den riesigen Schmelzofen, in dem die Stahlblöcke geglüht wurden. Tjan» ging eS zu den Walzen, Ivelchtz die Stahlblöcke in die verschiedensten Formen preßten und zu langen Winkel- oder Flacheisen auseinanderzogen. Man besichtigte die Wnlzenstraßen, welche den Gußstahl in Draht, der immer dünner wurde, auswalzten. Dann wurde ein Hos überschritten und man betrat das Stahlwerk, wo die Mürtin-Oefen standen. Ueberall stellte Werner Spalding Fragen, untersuchte er das Material, ließ er sich in (bespräche miit den f)lr-> beitcrn ein, und seine Art und Weise gefiel dem älten Geheimrat außerordentlich. Daß Werner Spalding eine ungewöhnliche technische Bildung besaß, imißte er; daß er die Praxis ebenso lvie die Theorie ans dem Fundament: kannte, war selbstverständlich; aber die Art und Weise, wie er Mit den Arbeitern umging, besonders mit den älteren Leuten, die an de» Walzen und vor den Oefcn standen, nahm Kersteu noch mehr für ihn ein als bisher. Es wurde schließlich das große Magazin besichtigt, in dem verhältnismäßig >ve»ig Vorrat vorhanden ivar; in der letzten Zeit waren viele Bestellungen gekommen. Aus dem ziveiteu Hofe erkundigte sich Werner Spalding eifrig, ivie iveit das Terrain des Walzwerkes gehe, uni eventuell Vergrößerungen vorzunehmen. Dann sprach er Herrn Lenske seine Zufriedenheit a»S über das, ivas er gesehen hatte, erklärte, das Werk befinde sich i» bestem Zustande und sei vorkresslich geleitet. Hierauf schüttelte er Lenske die Hand und sagte dem Geheimrat: „Ich stehe zu Ihrer Verfügung." Lenske ging zum Betrieb zurück, Werner Spalding mit dem Gehrimrat schritt zum Ansgangstor nach der Chaussee zu. Kaum waren sie einige Schritte allein gegangen, als der Geheimrat begann: „Mein lieber Freund, Sie haben ein so großes Interesse an dem Werk gezeigt, haben sich so für dessen Zukunft! und Vergrößerung interessiert, daß ich wohl hoffen darf, wir behalte» Sie bei uns." „Ja, Herr Geheimrat, cs gefällt mir alles sehr gut, und Sie haben sich uni meinetwillen so viel Mühe gegeben, daß ich eigentlich bleiben muß. Offen und ehrlich aber sage ich Ihnen: die Chefin mißfällt mir. Nicht als Weih, nicht als Person. Fräulein Torg Buchwald ist eine entzückende Dam«; aber ich fürchte mich vor dein Weiberregiment, und deshaftz Men Ate rnem letztes Wort: Ich lyerde pie äuge-. botcne Stellung annehmcn, aber nur sür ein Jahr. Es handelt sich uni eine Probezeit, sowohl für mich itn« für die Chesin. Wenn wir gut miteinander auskommen, kann der Vertrag verlängert werden. Kommt es zu Differenzen, nun, dann ist das Jahr auch bald herum, und wir könne» in, Frieden auseinandergehen." „Das ist allerdings vollständig gegen alle Verabredung, denn wir wollten dauernd jemand als Leiter des Werkes haben. Dora wird sehr wenig davon erbaut sein, daß Sie sich diese Probezeit ausbedingen." „Ich habe eine Entschuldigung. Sie sagten mir selbst, binnen Jahresfrist kann das Werk in eine Aktiengesellschaft umgeivandelt werden. Dann tvill ich freie Hand haben. Ich lasse mich nicht mit dem Werke zusammen an die Aktiengescllschast verkaufe» und gehe nicht in die Dienste von Leuten, die mir vielleicht sehr unsympathisch sind." „toteigen Sie in den Wagen, wir ivollen »ach Ihrer zukünftigen Direktorwohnung fahren. Die Villa ist vollständig möbliert; natürlich steht es Ihnen aber auch frei, noch eigene Möbel, wenn Sie solch« haben, aufzustellen. Sie können auch ohne weiteres Ihre eigene Wirtschaft an- fangen. Die Frau eines verunglückten Steigers, Frau Wolf, hat Ihrem Vorgänger die Wirtschaft geführt und ist jetzt noch Kasteklanin und Beschließerin der Direktorvilla. Sie können sie als Wirtschafterin behalten, Sie können sich aber auch, wenn Sie ivollen, eine andere Wirtschafterin besorgen. Ich würde Ihnen raten, Frau Wolf neüigstcnS vorläufig in ihren Funktionen zil lassen, da sie mit den hiesigen Verhältnissen genau vertraut ist." Die Dircktorvilla lag schräg gegenüber vom Berglvcrk, kaum einige hundert Sck>ritte von ihni entfernt. Die Villa hatte vorn einen gut gepflegten Blumengarten, an de» sich hinter dem Wohnhaus ein reich bestandener Gemüse- und Obstgarten anschloß. In eineni besonderen Stallgebäude befanden sich zivei elegante Wagen, Stallung für drei Pferde und über dem Stall die Wohnung sür den Kutscher. Jni llntcrstock der Villa gab es ein Bureau, daneben ein großes Arbeitszimmer sür den Direktor, daran schloß sich ei» Salon. Im Oberstock lagen zwei Schlafzimmer, ein Herrenzimmer, eine kleine Bibliothek, ein Badezimmer. Für einen unverheirateten Bewohner ivar viel Raunl und Komfort vorhanden. Werner erklärte, er habe gar keine besondere» Wünsche betreffs der Villa und der Möblierung und tvolle, wem« der Vertrag abgeschlossen sei, sofort einziehen. Er verabredete noch die Details des Vertrages mit Kersteu. Dann fuhr Werner nach dem Hotel zurück, während sich Kersteu nach Saarkirchc» begab. Mittags sollte Werner bei Kersteu Gast inr Hanse sein Dabei sollte er erfahren, pb der Vev- trag mit ihm zustande kam oder nicht. fFvrlfctznng folgt.) Lin Ritt in den FrWing. Die günstige Wetterprognose des Barometers bewahrheitete sich auch noch aui Sonntag. Eine Kavalkade von 10 Reitersleuten rückte uni 7 Uhr aus der Reitbahn hinaus. Zum ersten Male nach dem langen Winter hatten Mitglieder des Gießener Reitcrvereins eine Tagcstonr geplant. Und da man sich so zahlreich zusammen- gcsundcn und dos Ansrücken so glatt verlief, ging cs frohen Mutes über die Lahnbrücke, das Henchelheimer Mühlchen und Kinzenbach hinaus nach dem Atzbacher Walde. Es Ivar ein herrlicher Frühlingsmorgen über Feld und Wald. Des Lenzes Helle, kräftig leuchtende Farben, der klare Horizont, die Kühle der Morgenluft, das Jubilieren der Böget über den sonnigen Fluren, all das vermochte die frohe Spannung der frühen Reiter nur noch zu erhöhen. Der Wald prangte schon im schönsten Maienklcide und bot ein prächtiges Bild in dem gemischten.Holze. Auf dem dunkeln .Hintergründe der Tannen leuchtete die lichte Buchcnbelaubung neben den vereinzelt stehenden Lärchen, deren verschieden grün getönte Zweige sich ganz besonders eigenartig hervorhobc». Das- Dröhnen des Bodens und das Klappern der trabenden Pscrdchuse paßte gut in die Waldesstimmnng. Und als die Pferde durch einen längeren Trab ihren Mut etwas gekühlt hatte», begannen die Reiter dem Walde ein Morgcnständchcn zn bringen. „Der Mai ist gekommen." So ging es weiter über die Grube Morgenstern wieder bergab nach Naunheim. Keine sumpfige Wiese, kein sich zwischen Huf und Eisen einklemmendcr Ehaufsceslein vermochte auszuhalten. Mit Scharen fröhlicher Wanderer wurden neckciche Begrüßungen getauscht. In den Dörfern erschienen jm Hofe und au den Fenstern alt und jung. iumtcil lisch i» Yen evTtcu Amcinaen bei MorgenvekleiduNge 287 Qtfnj erstaunt über den ungewohnten Anblick und verwundert ob der frohgelaunten Zurufe. Vor Niedergirmes hatte hie Kirche rade den Frommen ihre Pforten geöffnet und in Wetzlar läuteten ic Glocken des Domes zum Zuge durch die langgcpflasterte Vahn- hosstraße. Rost und Reiter atmeten auf, als fie auch die Brücke der Neustadt hinter sich hatten. In den klaren Geivässern per Dill kühlten die Pferde ihre schon warm gewordenen Fesseln und tranken gierig das erfrischende Naß. Der schönste Teil der Tagest tour begann sich nun zu entwickeln. Vor der Stadt biegt hicr ein Feldweg von der Chaussee nach rechts ab (durch schwarze Striche markiert). Die anfangs schattenlose Strecke bietet herrliche Ausblicke. Nach vorn sehen wir über dkii Feldern die Ruine Hcrmannstcin und ein Blick rückwärts zeigt die Stadt Wetzlar mit Kalsmunt in prächtiger Umgebung. Niedrige Eichen und Buchcnbestände stehen zuerst an der Hochstraße, einer alte» Kausfahrteistraße, eine kahle Frldpartie wird durchquert und dann nininit uns kühlen Schatten spendender Buchenwald aus bis zur Tianaburg, deren Zinnen schon mitunter imlDurchblicke winken. Nach rechts hat man von der Höhe dieses Kammes schöne Aussichten auf die friedlich daliegendcn Dörfer des Dilltales. Hier besandcu wir uns schon aus dem Westerwalde. So genannt, weil er „der Wald ist, der zuerst vom Schnee weist^lenchtet (Wester — weist), dessen Winter lang und rauh, dessen Sommer aher sonnig und Ivarm und dadurch außerordentlich angenehm, daß ein fast stets wehender leiser Wind nie das Gefühl einer drückenden Hitze auskommen läßt". Wir konnten dies bestätigen, denn die Sonne stand hoch an hem tiesblancn Himmel und sandte fast senkrecht ihre Strahlen herab. Vorm letzten Anstieg wurde noch ein Rückblick genommen hinüber nach dem Lahntale, wo Braunfels wie ein Märchenschlost im Rahmen seiner Wälder lag. Es war nur ein Vorgeschmack dessen, was noch kommen sollte. In wenigen Minute» hatten uns hie tapferen Rosse hinausgetragen ans den 386 Meter sich erhebenden Felsen. Ein langer Ritt, ununterbrochen von 7—11 Uhr, und hoch brauchte kein Raiter seine Mähre zu tragen. Au Bäumen i» der Sonne angebunden, durften die Tiere eine Stunde die angestrengten Glieder ruhen lassen. Der Kesselberg ist die höchste vulkanisch»: Erhebung einer Westcr- waldpartie, welche in der Gestalt eines Dreiecks von der Lahn und ihren Nebenflüssen. Dill und lllmbach, abgegrenzt ist. Hier wurde die Dianaburg >842 durch den Fürsten Ferdinand zu Solins- Braunfels erbaut. Von der Plattsorm dieses Jagdturmes genossen heute Reiterinnen und Reiter nach kurzem Imbiß einen unbeschreiblich schönen Rundblick. Maistimmung lag in der Luft des klaren sonnigen Frühlingstages. Das Iveithin sich erstreckende Waldnieer war aus dem Winterschlasc erwacht und mit frischen, Laube geschmückt. Jni braungctönten Kleide erschienen die Eichen neben dem saftigen Hellgrün der Buche». Am östlichen Horizonte erblickte man Gießen unh Wetzlar; lvie trotzige Hüter daneben Dünsberg und Stoppel- berg. Weiter südlich im Vordergründe der Taunusbcrge Braunsels, Po» der Höhe der Burg ausschauend wie in einem Tale gelegen. Weit hahinter ragt der Koloß des Feldbergs in die Wolken. Mehr nach Westen krönt die Burgruine Merenberg stolz die Anhöhe eines Basaltkegels, sie liegt schon ivieder aus dem Westerwalde und ihr reihe» sich die finster ausschaucnden dunklen Höhenzüge des hohen Westerwaldes an, von der Dianaburg scheinbar nur durch das liebliche lllmbachtal getrennt. Greisenstcin schließt den Rundblick im Norden. Wie eine mächtisge Trutzfefle sieht noch heute die Ruine aus, deren Größe uns die Erzählung von Turennes Belagerung im zweiten französischen Raubkriege veranschaulicht. Turennes Feldherrnkunst vermochte den starken Greifeustein nicht zu nehmen. Nach aufgehobener Belagerung bot Graf Wilhelm II. seineni (haste hie Ucbcrgabe der Feste an, wenn er an jedem ,Tore der Burg einen Humpen Weines leeren könnte ohne betrunken zu werden. Turenuc ging sofort darauf ein, denn er verstand Schwert »nd Humpen gleich gut zu schwingen. Hier hatte er aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Grcifenstei» besaß 22 Tore und die Greiseusteincr sollen auch nicht aus kleinen Gesäßen getrunken haben. Durch diese Begebenheit tvurde angeblich der Reim geprägt: Greifenstein, du edles Haus, Nüchtern hinein und trunken heraus. Leider dursten nur nicht länger hier oben verweilen.. TiaPferde mußten wieder bestiegen tverdcn und nachdem daun noch der Kodak seine Schuldigkeit getan, zog hie Reitcrschar im Schritte durch den stämmigen Hochwald hinab nach Heisterberg, einer Solms- Braunfclsischen Oberförstern, deren idyllische Lage inmitten von Wald, Miesen und Weihern mit einem tveit offenen Blicke hinüber nach Braunsels und dem Hamburger Hose das Herz jedes Naturfreundes schneller schlagen läßt. In Vi Stunde war dann die Lahn erreicht. Mit Interesse wurden die altertümlich schönen Häuser im Städtchen Leun betrachtet, das aus eine 1000jährige Vergangenheit zurückblickt. Am Bahnhöfe Braunsels nah,n uns wieder ein schattiger Buchenwald aus bis zum Fuße fast des hochragenden Schlosses Braunsels. Hier mußte ein längerer Aufenthalt geuomnieu werde». In erster Linie der Pferde wegen, die nach st>/rstüudigem Marsche längerer Ruhe und guter Fütterung bedurften. Auch die Rester stärkten sich für beit Heimweg. Natur- und KunstgenMe mußten zurückstehen; die Schönheiten deS anmutigen Städtchens waren auch wohl allen Gefährten bekannt. Unl 51/2 Uhr verlieb man dies schöne Fleckchen Erde. Der Wer führte uns nun heimwärts quer durch das Solmsbachtal an der Oberndorfer Hütte vorbei auf eine» dichtbelvaldeien Höhcnzug ■o» erauickender .Abendkühle trabten wir nach Magdalenenhausen und erfreuten uns nach denr Lahntale zur linken an einem wunderbaren LandschaftsbUde. Die nahen Waldungen wurden noch von der goldenen Abendsonne beschienen und im Vordergründe der lenscits der Lahn gelegenen dunkelblaue» Westerwaldbcrge lag wie im Traume das alte Pracmonstrateuscr Nonnenkloster Astenberg. Aber dem ganzen Bilde verliehen erst di« leuchtende» roten Linien des Abendhimmels die rechte Weihe. Bald blickte der einsam siustere Bergfried des Kalsniunt aus uns herab. Durch die äußeren Straßen Wetzlars zogen wir hinauf über die Charlottenburg an der neuen Unterossizierschule vorüber nach Dudenhofen, wo unser Erscheinen der Dorfjugend ein großes Vergnügen bereitete. Es lvaren wohl mehr als 100 Knaben und Mädchen, die uns bis an die Brücke zum Hehler das Geleit gaben. Während der letzte» Wegesstrccke wurde es allmählich dunkel. Geisterhaft stiegen Nebelschwaden aus der Lahn und den Wiesen ans. Vor uns blinkte gleich zahlreichen Sternen das Geleuchte von Gießen. Wohlbehalten trafen alle um y 2 0 Uhr in der Branhgasse wieder ein. Einen große» Weg hatten wir zurückgelegt, ivohl reichlich 80 Kilometer mögen eö gewesen sein. Ein köstlicher Genuß war dieser Ritt. Jedem der Beteiligten wird er eine schöne Erinnerung fürs ganze Leben sein. Allein in der Siswüste der Antarktis. Tr. Douglas M a w s 011 , der wie durch ein Wunder einem sichren Tode entronnene Füh.cr der wissenschaftlich so ersolgreichen australischen Südpolarexpedilio», ist an, Sonntag abend mit seiner jungen Gemahlin in London eingetrvssen. Aus der Fahrt von Toulon hat G. Ward P rice Matvson begleitet und ihm erzählte während der Reise der verlvcgene (belehrte, dessen Nerven noch immer nicht völlig von den Folgen der einsamen Wanderung durch die Eiswüsten der Antarktis erholt sind, die Geschichte jener furchtbaren .Tage. In Begleitung von Leutnant Ninnis lind denk Schiveizer Dr, Mertz war Mawson mit drei Schlitten ausgebrochen, um in östlicher Richtung das unbckaniitc Land zu durchforschen. Am 10, Januar hoffte mau zurück zu sein; die erste Tragödie ereignete sich am 14. Dezember, 311 englische Meilen vom Lager entfernt. Man überschritt einen schnecbcdecktcn Glctscherspalt; zuerst Tr. Mertz, bcr fröhlich deutsche Studentenlieder ftngeüd, mit seinem Schlitten als Wegbahucr voraus tvar, dann Mawson, der sich noch gcwohnheilsgcmäß zurückwandte und dem ihm unmittelbar folgenden Ninnis warnend zuries: „Vorsicht, Spalte!" Guten Mutes zog nian weiter. Nach einer vierte! Meile sah Mawson, wie Dr. Mertz anscheinend beunruhigt immer lvieder zurückblickte. Mawson wandte sich um: und zu seinen, Entsetzen sah er nichts als das weiße Schncescld. Von Ninnis und seinem Schlitten keine Spur. Die Katastrophe mußte so blitzschnell erfolgt sei», daß der unglückliche Offizier nicht einmal Zeit fand, euren Schrei auszustoßen. Bald fand mau die Oessnung in der Schneedecke, durch die Ninnis mit seinen Hunden und seinem Schlstieu in schwarze uucrgründlick,« Tiefen hinabgestürzl tvar. Er muß sofort tot gewesen sein; au eine Bergung der Ucberrcstc war nicht zu denken. ?lls die beiden Ueberlcbenden nach einer traurigen neunstündigen Rast an der Un- glücksspalte ihre Lage durchdachten, wurden sie sich klar, daß die Hoffnung aus eine glückliche Heimkehr nur gering sei. Der Schlitten, der mit Ninnis in die Tiefen verschwunden war, hatte den Hauvtproviant gelregcit und war auch mit den besten und stärksten Hunden bespannt gewesen. Was an Nahrungsmitteln übrig blieb, tvar kaum Mehr als eine Wochenration für einen Mann. Die Heimfahrt begann. Dr. Mawson erzählt, wie die Hunde, für die man kein Fintter lniehr b.laü, bald an Erschöpfung hrnznsteebe 1 begannen, „obgleich wir sie aus den Schlitten luden, um ihre Kräfte zu fcho- ncn. Ihre Körper lieferten keine Nahrung mehr, die Muskeln waren verschwunden, wir kochten uns aus den Hunden eine dünne Suppe, zerbrachen die Knochen mit einem Hammer und versuchten, wenigstens etwas Mark zu erlangen. Unsere Tagesration war auf Ivenige Unzen fester Nahrung zusammengeichrumpft. Während wir uns weiter arbeiteten, sprachen Mertz und ich fast immer von europäischen Restaurants und den Mahlzeiten, tue wir uns leiste» würden, wenn wir heimkämen. Aber wir dachten dabei doch immer nur au Pemmikan; ein hungernder Mann in der Antarktis sehnt sich nach fettem Pemmikan wie ein Kind >mch Schokotade." Allein ein neues Unglück stand bevor: Nach Neuiahr begannen die Kräfte des.Dr. Mertz' zu schwinden. Er wurde init jedem Tage schwächer, vermochte kaum noch etwas zu genießen und verlor die Fröhlichkeit, die sonst nie von ihni wich. Mawson versuchte alles, aber umsonst; am Morgen des 7. Januar begann Dr. Mertz zu phantasieren, dann verlor er das Beivußtsein, und uM Mitternacht lvar er tot. Furchtbare Schneestürme hatten eingesetzt: und nun war Mawson ganz allein in der erbarmungslosen Eiswüste. „Von meine» Füßen löste» sich die Sohlen: von meinem Körper waren Haut, Haare ürrd Fingernägel schon vorher abgcfallen. Ich warf die Hautsohlen. die sich von meinen Füßen Men, »ich! fopt. - ^88 -> bet Schnicrz, mit dem ttmften heisch 511 gehen, loäre unerträglich gewesen. So 'ftcfTiPte ich foie Hautsvhlen iitit üanuliii an, band sie mit Leinen fest, zog sechs Paar Sttirntpfe baviiber, und dann tpteber meine Feldstiesel: ander» hätte ich dem Wind und dein Ei» nicht trofccit können Jeder Schritt bereitete mit nun grosse Qualen. Ich glaubte nicht mehr, b.iij c» mit möglich sein werde, allein heiin- znkontmen. Zuerst nahm ich mir vor, einen in der Nähe liegenden Berg $it erklimmen, um hier die Tagebücher von Mertz, Ninnis und mir als eine Euinneruiig an uiisere Expedition zu hinterlege». Aber ich arbeitete mich durch ein Gletschertal, das ich Merhtal, tausle, ,veiler und kletterte 3000 Fnh bis zur Hochebene empor, den Schlitten hinter mit her schleppend Ost siel ich bis an die Ellenbogen durch Schneedecke» über Gletscherspalten; einmal fiel ich ganz hindurch Und hing au dem mit dem Schlitten verbundenen Seile über denk Abgritnd. lieber mir war die Schneekrttste, ditrch die ich eingestürzt ivar. Einen Augenblick überkam mich der Gedanke, mich loszubinden und in die unbekannten Tiesen hinabsallen zu lassen, und wiewohl ich sehr schwach war, rist ich mich doch zu- samnien und versuchte, wieder hinauizuklettern. Zweimal kam ich säst bis an den Rand des Abgrundes, siel aber aus Ermattung ivieder zurück. Dann machte ich einen dritten, verziveiselteu und lebte» Versuch. Und diesmal gelang es, ich kani wieder an die Obersläche. Ich ivar so erschöpst, dast ich eine Stunde lang nicht weiter^koiuite. Nun machte ich mir eine Art Strickleiter, die ich au meiner Schulter und Ungleich an deii Schlitten aiiband; litt den folgende» drei Fällen, in beiten ich wieder in Gletscherspalte» abstürzte, konnte ich mich mit Hilse dieser Strickleiter leichter Ivieder herausarbeiten." 22 Tage hindurch schleppte sich Maivson so durch die weihe Einsamkeit, bis er am 29. Januar, nur durch einen glücklichen Zufall, etioas Schwarzes tut Schnee sah: ein Proviantdepot, das die Hilfsexpedition auSgeselit halte. Die Nahrungsmittel steigerten Mawsons Kräfte, und nun drang er zu einem ziveiten Depot vor, das d>!»r jnoch zwanzig Meilen Pont Hauptlager entfernt war. Allein w ioar nun so erschöpst, dast er acht Tage rasten mnstte, ehe er daran gehen konnte, diese letzte Strecke znrückzulege». ?lls er endlich das Ziel erreichte, ivar die „Aurora" vor einer Stunde abgefahren; er sah sie noch am Horizont. „Meine Nerven gaben nun nach, ich bekam Schüttelfrost Und Krämpfe, meine Beine schivolleu an, und es dauerte zwei Monate, bis ich ivieder wohl ivar." vermischte». * Dari man nach Ostern »och Seefische essen? Eine seltsame Frage. Sie muß aber ansgeivorse» iverdeu, Tie Erfahrung lehrt nämlich, dast ln Deutschland, wo man mit dem Wesen der Jtschkost »och nicht atlaemem vertraut ist, mit der Karwoche auch die Freunde des Seefisches eine Panse in seiner Verwendung eintrelen lassen. Alan glaubt, zumal in Ländern mit einer Bevölkerung überwiegend katholischen Bekenntnisses, »aeh der lange», Ostern beendeten Fastenzeit ivieder vvrzngSiveise Fleisch- gerichlen znsprechen zu sollen, denkt aber nicht daran, dast sich Kotelett und Filet oder Jrikandelleii ebensogut an? Kabeljau und Seelachs ivle aus Rind- oder Kalbfleisch Herstellen lasse». Dabei kann man sieh am Fisch „ieinals »über' esse», wen» man ihn jmeef- rnästig behandelt, nämlich mit Gemüse, Kartoffeln oder geiveichtem Brot. Co erst ergibt auch gerade der setzt durch seinen überaus niedrigen Preis nnffalleude Ceefiseh ei» kräftiges Effe», für das man. um gesättigt z» iverdeu, lelbst beim Mittagsmahl keinen zivetten Gasig nnl de» Tisch zu bringen »ölig hat. In den Städten, ln denen z. B. die Sianiliche Fisehereidireklivn in Hambnr^g Fischkochkurse veranstaliei hat, iveist man bereits den Wert der Leefisch- nahruug ln der mit Ostern beginnenden wärmeren Jahreszeit gebührend zu schätzen. Allgemein sollte man sich aber jetzt dem Fisch mehr denn je imvenden; beim jetzt ist sein Fleisch mn besten, dem menschlichen Organismus am zuträglichste», auch von Kindern, schwächlichen und kränklichen Personen ani leichtesten verdaulich, dabei ganz bedeutend billiger als irgend ein anderes Fleisch. Mit dem alten, aus irrige ,1 Voraussetzimgen beruhende» Vorurteil, als ob Seefische »aeh Ostern nicht mehr ein vollivertigeS Esten bildeten, sollte allgemein gebrochen iverdeu. Wer sieh näher über die Art unterrichten ivill, in der auch im Sommer selbst die billigsten Fische in mamiigsaltiger lind sehinackhailer Weise znbereiiel werden können, findet nähere Anleitung in einem Kochbüchlei», das di« Staatliche Fischereidirektwn in Hamburg und die Staatliche Fiseherei- inspekttoii in Cuxl.aven kostenfrei a» ,ede„ Konsnn,eitlen abgeben. ' Eine Weite. Im Pariser Bois de Bonlogne siel in letzter Zeit eine jimge Amazone allgemein ans, eine blendende Schönheit, angenscheinlich eine Engländerin, die jeden Morgen ans einem vräch- tigen Pferde spazieren ritt. Einem eleganlen Herrn, der der Dame oft bei seinen Spazierritten begegnet ivar, hatte die schöne Neitecin grostesi Eindruck aeniachl, »nd er war daher »ich! wenig überrascht, als er sie eine-! Nachmittags in einem vornehinen Egsö »nler den jungen Damen ivieder entdeckte, die den Tee servierten. Er traute zunächst seine» Augen nicht, innstle sich aber doch überzeugen, dast die elegante Dame, die jeden Morgen tut Bois spazieren ritt, nach- initlaqS diese merkwürdige Verwandlung dnrchgemacht Halle und, als ob st« nichts anderes geivöhnt iväre, mit Teekanne, Milchtops »nd Kuchenleller hanlierte. Nähere Stnchsorschnngen, die der Franzose anslellte, ergaben des Rätsels Lösung. Die junge Dame, die einer hochstehenden englischen Familie angehöri, herrsehle eines Tages ein junges Mädchen, das ihr nicht lebhaft genug beim Teeservieren z» fei» schien, allzu teinperamentvoll an, und ihr Vetter, der zugegen war, maelne ihr Vorhalt,nigen, sie innstie sich doch an die Stelle der Leute versetzen und mehr Geduld beiveisen. Sosorl erllärle die junge Dame, wenn sie den Tee zu servieren hätte, so ivürde sie das ziveisel- lvs besser verstehen, und als ein Mort das andere gab, schlug sie eine Wette vor, sie wolle ivirklich einen Monat lang anstelle des imgeschiekten jungen Mädchens Tee servieren, ,D» wärst die Rechlel' sagte der Vetter. „Was 91 U die Wette?" .Ein Plerd!' „Top!' Gesagt, getan. Die jimge Engländerin trat ivlrkllch ihren Dienst im Cciss an und versal, ihn mit Uinstcht und Eiser. während der galante Vetter gar nicht erst den Ablaus des Monats alnvartete, sondern sich sofort besiegt erklärte und seine Wette zahlte. * Schlin, » 1 . Sie: „Geld macht auch nicht immer glücklich.'' Er: „Im Gegenteil: manchmal verleitet's einen sogar znin Hei« raten!" Dein Rote» Kreuz zu»» 10 . Mai. Nun schmückt Dich, Notes Kreuz auf weistem Grunde» Der fünfzig Jahre goldner Jubelkranz, Und dankbar blickt der Böller iveile Runde Auf Deiner Segeiisspuren nialden Glanz. Was Dnnant einst tut Geiste, grainverlvre», Ob Solferinos Wahlstatt selniend sah, In Genf zu edler Schasfenskrast geboren, Beseelt's ein halb Jahrhundert fern und nal Von Nächstenliebe hell entfachte Herzen: Ein Hort der Hilfe in der Welt der Schüterjenf Wie könnte je Gevinänia Dein vergessen. Du Rotes Kreuz, »nd Deiner Retterschar: Der Samüritertrene, »nerinessen, In Krieg und Frieden, volle fünfzig Jahr'! — —< Hörst du in Lüften seines Glockentiiige,,? Mein deutsches Vvlk! Heut ist der zehnte Mail Der Friedenstag, an bemi »ach blnt'gem Ringen Das Vaterland ivard einig einst »nd frei! Da durften nach dem Fcüchiekrailz, dem reifen, Die Ritter auch vom Rote» Kreuze greisen! Der zehnte Mai! Was ivill er heut uns sage»' Germania blich auf Holzer Friedenswacht. Doch für de» Frieden Höchstes auch zu tvage», Hat Opfer sie um Opfer dargebracht Die Zeit ist ernst! Wenn je, >oas Gott verhüte Rauh die Trompete bläst den Krieasalarni, So lieht im Felde unsres Bvlkes Blüte, llnttvst von der Gefahren ivlrrein Scknvarnil! Weh, flattern dann im grausen Schlachtreviere Nicht trostreich auch die Roten Krenz-Panierel Schon schmückt das Rote Kreuz aus weistem Grnndt Der fünfzig Jahre goldner Jiibelkranz! Mein deutsches Vvlk, zeig' ivürdig dich der Stunde! Es Ivill nicht Ruhntesred', noch Festesglanz, Es ivill dein Herz, will deine ossnen Hände Für dich! — Heul ist der zehnte Mai! Durchs Land geht Werbenis zur Segensspende Für's Rote Kreuz: Wer luäre nicht dabei, Wenii's Liebe gilt um höh'rer LiÄe nullen, Die »imnier rastet, Menschenlveh zu stillen! _ Ferdinand Katsch äkat-Zlisgade. ES wird Aierskat gespielt. Mittelhand will Treff-Solo lpielen, Vorhand hat aber Nullonpert. Ta Mittelhand bereits so hoch sieht, dast er duich den Gewinn eines Spieles seitens der Gegner ohnedies die ganze Partie verliert, so sagt sie — eigentlich mehr aus Uebernmt — Grand an ans folgende Karte: Das Grand ivird gewönne», olnvohl die übrigen drei Wenzel in einer Hand sitzen. Wie sind die Karlen verteilt und wie ivurdl gespielt 1 Auslösung in nächster Nuinmer. Auslösung des Versteckrätscls in voriger Nuininerr Ein guter Schlas ist ein gut Frühstück iveri. Nxdaktl»»: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen U»iv«rsität«-Buch- und Stemdrrlckeret» R. Lang«! Gieffen.