Weiber-Keyiment. Wonian von OSkar «' l a u fj in n it rt (Nachdruck Ufrt'oteii.) (Fortsetzung.) „Wieso, Weiberregimcnt?" fragte ziemlich scharf der Geheimrat, „Sehr eil'sach! Die Besitzerin der Werke ist eine Tanie, Sie schrieben mir kein Wort davon, daß es sich fiir mich um eine Stellung bei einer Dame handle," „Ich schrieb Ihnen nichts, weil ich schon ahnte, daß Sie mir mit solchen Einwendungen kommen könnten. Was heißt das? Weiberregiment? In Jahr und Dag ist die ganze Geschichte hier Aktiengesellschaft, und dann gehen Sie alle Weiber der Welt nichts mehr an, als Sie »vollen. Die Sache hier ist überaus traurig und geradezu tragisch. Der alte Bnchtvald hat klein angesangen, und sich z>» einem Groß-Industriellen mühsam emporgearbeitet. Als er starb, hinterließ er zwei Söhne und eine Tochter namens Dorothea, fiir die ich insofern ein größeres Interesse habe, als daS Mädchen mein Patenkind ist. Die beiden Söhne über- nahnien die Werke und führten sie mit glänzendem Erfolge, Vor zivei Jahren machten die beiden Brüder eine Sommer- Erholungsreise nach Helgoland, dort unternahmen sie eine Segelpartie littb fanden durch eine plötzlich cinsetzende Böe mitsamt dem Schiffer, der das Boot lenkte, de»» "Tod durch Ertrinken, dabei» Sie von der Katastrophe denn seiner Zeit nichts in den Zeitungen gelesen?" „Bor zivei Jahre» »oar ick» in Nordamerika, tu Pittsburg, und bekam kaum eine deutsche Zeitung zu Gesicht," „Kann ich »nir denken! Die Katastrophe »oar also da und Dorothea die einzige Erbin und Besitzerin der Werke, deren Wert nach Millionen zählt. Was sollte das arm«: Mädel ansangen? Ich habe mich der Sache angenommen, so gut eS ging, und nach dem Rechten gesehen Ich bin auch heut noch gewisserinaßen der Betriebsleiter, Sie haben also nicht mit cinein Weiberregiment, sondern mit niir zu tun, ?lber aus die Dauer kann ich die Leitung dieser Riesensache nicht behalten, ES bleibt eben nichts anderes iibrig, als eine Aktiengesellschast zustande zu bringen, aber dazu müssen die Werke auf der Höhe und in schivunghaftein Betriebe sein, und daS zu erreichen, ist Ihre Aufgabe, Ich denke, dieselbe muß recht verlockend für Sie sein, und es handelt sich um eine LebcnSsteiluug Daß Sie auch Betriebsleiter der Aktieugcskllschast bleibe», ist selbstverständlich, ES winkt Ihnen hier eine Stellung mit mehr als hunderttausend Mark jährlicher Einnahme und einer Selbständigkeit, wie sic kaum ein regierender Fürst hat. Ich meine wirklich, ich verdiente von Ihnen et»vas »nehr Anerkennung fiir meine Bemühungen um Ihre Zukunft." „Selbstverständlich bin ich Ihnen von ganzem Herzen danfi>ar, Herr Geheiinrat, und Ihre guten Absichten verkenne ich nicht einen Augenblick lang. Aber ebenso bleibt die Tatsache bestehen, daß eS sich vorläufig um ein Weiber- reginient handelt, und in Oesterreich hat man ein sehr bezeichnendes Sprichwort, Man sagt dort: Weiberregirnent, da steht der Tod drauf!" „Ach, lassen Std mich iu Ruh mit Ihren österreichisckwn Sprichwörtern, die haben hier in Westdeutschland keine Geltung Seit »vann sind Sie überhaupt ein solcher Weiberfeind? Haben Sie böse Erfahrungen mit den Weibern gemacht?" „Nicht im mindesten, Herr Geheimrat! Ich bin kein Weiberfeind, ganz im Gegenteil, ich achte und schätze die Frauen überaus hoch, allerdings aus einer gewissen Entfernung, denn die letzten Jahre meines Lebens haben nüch mit Arbeiten und Studien derartig in Anspruch genommen, daß ich gar keine Zeit hatte, mich mit der edlen Weiblicl»- keit näher zu beschäftigen. Ich bin mit Damen viel zu- sammengekoinmen, besonders m' Amerika, aber es »oar iinmer nur ein zufälliges und flüchtiges Zusammensein, Aber noch einmal versichere ich, daß ich in keiner Weise ein Weiberfeind bin," „Dann ist Ihr Verhalten um so »veniger erklärlich» zumal Sie ja die Verhältnisse hier gar nicht kennen, Dorothea Bnchtvald ist ein prächtiges, liebenswürdiges, besckM- denes, klitges, ernsthaftes, gebildetes, entzückendes Geschöpf .....»vaS haben Sie schon wieder so ironisch zu lächeln?" ,^Herr Geheiinrat, nach der Fülle von schmückenden Bei- »vorten, die Sie der Dame beilegen, muß diese eine Göttin an Schönheit und .»tlugheit sein!" „Wer spricht von Schönheit? Ich habe gar nicht behauptet, daß Dorothea eine Schönheit ist. Das wäre Ueber- treibnng, aber ein wunderbares Weib ist sie, daS Herz und Kopf auf dein rechten Fleck hat, kein Backfisch mehr, Ende der Zwanziger, bart geprüft durch Unglück, aber lebcns- srisch, lernbegierig und klug über alte Maßen, Sie hätten nur hören sollen, mit welcher Begeisterung sie auf meinen Vorschlag einging, Sic für den Posten hier zu engagieren. Sie gibt etivas aus meine Ratschläge, und ich habe Sie natürlich genügend berausgestrichen," „Wahrscheinlich über Gebühr, Herr Geheimrat, beson ders »venn Sie der Dame eine solche Fülle von guten Eigen schaften ausgezätzlt haben, die ich angeblich besitzen soll, wie Sie »nir gegenüber soeben die Eigenschaften der Dame priesen," „Natürlich habe ich Sie weit über Ihr Verdienst gelobt, denn ich sehe jetzt ein, »velch undankbarer Mensch Sie sind." Der Geheimrat lächelte aber, als er diese Worte sagte, und Werner »vußte, daß sie nicht ernst gemeint »varen, „Ich bin bereit, Herr Geheimrat, mich Ihrem werten Wunder Patenlinde in Freiheit vorführen zu lassen!" „Spotten Sie, soviel Sic »volle»»! Ich lvünschc »>»ur, daß Sie nicht mit vorgefaßter Meinung an die Sache hier herantreten, ES steht denn doch zuviel auf dem Spiele, Das Wohl und Wehe der Werke, das Berinögen meines — 282 — Patenkindes und Ihre Zukunft! Mer nun kommen Sie, mein Wagen steht vor der Tür." „Ist es weit bis zur Wohnung der Damen?" „Wir haben zwanzig Minuten per Wagen zu fahren. Die Damen wohnen i» Saarkirchcn im Schloß des ehemaligen Rittergutes, das . jetzt natürlich nicht mehr der Landwirtschaft, sondern ben Zwecken der Industrie dient." Die elegante Halbchaise, mit zwei feurigen Braunen bespannt, hielt vor der Tür des Hotels. Unmittelbar nach dem Einsteigen ließ der Kutscher in Livree die Zügel nach, und die Pscrde gingen rasch davon. Dasburg machte denselben unfertigen, ungleichmäßigen Eindruck, wie alle rasch aufgeblühten Jndustrieorte. ES schien ein Mittelding zwischen Dorf und Stadt zu ssein. Eigentlich bestand es nur aus zwei sich kreuzenden Hauptstraßen, an denen Prachtgebäude standen, deren sich kein« Großstadt zu schämen brauchte. Diese Fronten aber wurden hier und dort durch weite Lücken unterbrochen, oder mitten zwischen den trotzigen Fassaden standen.kleine Bauernhäuser mit Strohdach und verwahrlosten Mauern. Bald waren aber die Häuser zur Rechten und Linken zu Ende. Man fuhr durch eine schattige Allee und bog, von der Hauptstraße in einen Seiteiuveg ein. Nach zehn Minuten fuhr der Wagen du>/ch ein weitgeöffnetes Park- tor und rollte dann auf kiesbestreuten Wegen bis zu dev Rampe eines zweistöckige», schloßartigen Gebäudes, dessen Seitenflügel durch hohe, starke Türme flankiert waren. Der Wagen fuhr die Rampe bis zum Portal hinauf, und mit einem Ruck parierte der Kutscher die Pferde. Ein Diener trat aus dem Portal und antwortete auf die Frage Kerstcns: „Die Damen erwarten die Herren!" In dem weiten Vestibül, das ganz und gar den Schloß- charakter trug, legten die Besucher die Ueberzieher ab und ordneten einen Augenblick ihren Anzug, dann öffnete der Diener eine Tür, und Kersten trat, gefolgt von Werner, in ein Zimmer und durch dieses in den großen mit gediegener Pracht möblierten Salon, dessen Flügeltüren und Fenster nach dem Park hinausgingen. Zwei Damen erhöben sich beim Eintritt der Besucher von den Fauteuils, in denen sie gesessen hatten. Die eine der Damen schien sehr jung, die andere war schon ziemlich bei Jahren. Der Gcheimrat stellte vor. Dora reichte Werner mit natürlicher Liebenswürdigkeit die Hand und sagte: „Seien Sic willkommen! Onkel Kersten hat uns schon so vieles und Angenehmes von Ihnen erzählt, daß wir uns freuen. Sie bei uns zu sehen." Sie bat Platz zu nehmen, und Werner kam erst jetzt dazu, die Damen näher in Augenschein zu nehmen. Frau Schottelius sah recht unbedeutend aus und machte einen etwas „verknitterten" Eindruck, obgleich sie mit vornehmer Einfachheit gekleidet war. Dora war eine hohe, sthlanke Frauengestalt, die bet ihrer Größe etwas voller hatte sein können. Das Gesicht war ein edles Oval, die Stirn weiß und hoch. Dunkelblonde, dichte Locken ringelten sich über ihr. Die Nase war lang und schmal, an ihrem unteren Ende aber etwas aufgestülpt. Das hätte dem Gesichte etwas Keckes, Munteres gegeben, aber ein wehmütiger Zug um die Mundwinkel machte dieses Gesicht ernst und lieh die Lippen, die gewöhnlich fest aufeinander gepreßt waren, weniger voll erscheinen, als sie vielleicht waren. Eine merkwürdige Veränderung aber ging mit dem Gesicht vor. wenn Dora lächelte. Dann schien ihr Gesicht wie Sonnenschein zu leuchten, und in ihre braunen Augen trat ein wunderbarer Glanz. Das Gespräch drehte sich um die Reise Werners und belgische und deutsche Eisenbahnverhältnisse, das Wetter, und schließlich wurde nebenbei auch eine Einigung darüber erzielt, daß man um /echs Uhr abends die Herren zu!m Diner erwarte Das Automobil aus Saarkirchen sollte Werner vom Hotel abholen. Kersten wollte mit seinem eigenen Wagen kommen. Der kurze, offizielle Besuch war zu Ende. „Ich hoffe, es gefällt Ihnen in Dasburg und auf unseren Werken," sagte Dora, als sie Werner die Hand reichte. Und wiederum entzückte ihn das liebenswürdige Lächeln, das ihr jugendliches Gesicht verklärte. Wenige Minuten später rollte der Wagen wieder nach DaSburg zurück. Kurze Zeit, nachdem der Wagen das Schloß verlassen hatte, begegnete er einem rotgestrichenen Automobil, das inäßig schnell entgegeugesahren kam. 'Neben dein Ehaufseur saß anscheinend der Eigentümer am Steuer auf dein Vordersitz. Ter Bergrat wechselte mit dieseni Herrn, dessen Gesicht durch die Automobilbrille zum größten Teil verdeckt war, einen vertraulichen Gruß. „Ter Gras Klinter," meinte Kersten, „komnit wahrscheinlich zu einem Besuche bei den Damen. Sie werden an ihm eine interessante Bekanntschaft machen, und cr freut sich ebenfalls darauf. Sie kennen zu lernen. Tüchtiger, fleißiger junger Mann, ist auch rite Bcrgassefsoc geworden und bringt die väterlichen Bergwerke i» die Höhe. Ter lahme Graf wird noch ein sehr großes Vermöge» erwerben und den alten Glanz des gräflichen Hauses, der ganz geschwunden war, wieder Herstellen." „Der junge Männ ist lahm?" „Ja! I» der Familie ist eine Verkürzung des linken Beines erblich. Das ist aber zum Glück für die letzten Gcneralionen geworden. Ter Großvater des jetzige» Grafen wurde nicht wie seine Vorfahren Soldat, sondern Jurist, und zwar Rechtsanwalt. Er hat ein ganz hübsches Kapital hinterlassen. Der Sohn, der Vater des ejtzigen Grase» Edmund, wurde Bergmann und hat hier mit Glück eigene kleine Grubenaulagcn ins Leben gerufen. Diese wurden aber werlvoll, als die westliche Industrie den großen Aufschwung nahm, und da der jetzige Gras ein tüchtiger Fachmann ist, so arbeitet er mit derartigem Erfolg, daß er seinen Besitz an Berg- und Hüttenwerken beständig vermehrt. Er hat eine glückliche Hand Wiederholt hat er kleine, wertlose Werke, sogenannte Klitschen, an sich gebracht und derart herausgearbcitet, daß sie jetzt gute Ausbeute liefern." Nach einer kurzen Gesprächspause wies der Geheim- rat nach rechts und erklärt«: „Ta drüben liegt das Gut Jvcrshose», das gehört der Frau Barbara Glovcr. Die Dame sitzt in der Wolle. Ihr Gut ist viel wert, und dann hat sie eine Anzahl von Kiesgruben in ihrem Besitz, die sie sehr günstig verpachtet hat. Sie hat insolgedessen viel Geld einzunehme». Die Landwirtschast dirigiert sie seit dem Tode ihres Gatten, allein. Sie ist eine Amerikanerin von Geburt und hat zeit- Iveise den Teufel im Leibe. Für alle gesellschaftlichen Veranstaltungen in weitem Umkreise ist sie tonangebend, und Sie werden sic auch kennen lernen, zumal sie gewisser- maßen eine Nachbarin der Theresiengrube ist." „Ich fuhr mit einer Dame von Neuburg bis Station Buchlvald heute zusammen. Tie Dame ivurde in Buck>- wald von einem Diener und einem großen Automobil tabgeholt. Sie machte einen englischen Eindruck, auch thr Koffer stammte nach den, Stempel des Fabrikanten aus. London." „Wie sah die Dame sonst aus?" forschte Kersten. Werner gab eine kurze Beschreibung seiner Reisegefährtin, und Kersten erklärte: „Das war sie. Eine interessante, faszinierende Frau, die am Anfang der Dreißiger steht und alle Tage noch heiraten könnte, aber ihre Unabhängigkeit wahrscheinlich höher schätzt. Außerdem weiß sie wohl, daß es vor allem ihr Vermögen ist, das die Freier anzreht." „Darüber haben sich wohl mehr oder minder alle reichen Frauen und Mädchen zu beklagen, die vor der Eventualität stehen, zu heiraten," bemerkte Werner. (Fortsetzung folgt.) Der liebe Soll und der Zensor.'> Von Rudolf G r e i n z. Viel zu früh hatte cr von dieser.Erde abscheiden müsse». In» schönsten Manncsalter. Er war ein Opfer seines Berufes geivorden. Der neueste Ministcrial-Erlaß über die Handhabung der Theaterzensur war die mittelbare Ursache seines Todes. In nimmerniüdem Pflichteifer trachtete er, der Forderung Sr. Exzellenz nachzukommen und ein literarisch gebildeter .Verwaltnngs« 's Aus „Tie Schellenkappe", dem neuesten Band lustiger Historien, der soeben im Verlag L. Staackmann in Leipzig erschienen lst. „Die Schellenkappe" ist eines der lustigsten Bücher von Rudolf Greinz. Wer sich einige Stunden und darüber hinaus an kerngesundem Humor erfreuen und erlaben will, greife zu den neue» lustigen Historien des Tiroler Dichters. — 283 beauiter ju werden. Eine schwere Ausgabe, bei der ihn selbst sein sonst so erfolgreiches Streben im Stich zu lassen drohte. Wie leicht strebte sichs doch früher! Viel Sitzleder, ein schmicg- i amer Rücke», ja leine Nackenstcife • . . Aber jetzt wurde plötzlich as ganze Zentral-Nervensyslem und dadurch sogar das Gehirn ln Mitleidenschaft gezogen. Mit der Literatur war er schon als Gymnasiast aus Kriegsfuß gestände!,. Sie blieb seine Achillesscrse. Doch auch dieses Hindernis mutzte i» seiner Stceplechase genommen werden. To wurde er ein ossiziell literarisch gebildeter Zensor. Er suchte sich mit allen modernen Richtungen möglichst vertraut zu machen. Er las, exzerpierte und büffelte Tag und Nacht. Das rieb seine Kräfte auf. Das Gehirn verträgt eben nicht derartige Strapazen wie Srtzlcder und Wirbelsäule. Er war noch nickt einmal bis zum «bcrbretlel gelangt, als er an allgemeiner Lebensschwäche das eitliche segnete. Armer Zensor! Die Blätter toidmeten.ihm rührende Nachrufe, der Minister kondolierte seiner untröstlichen Witwe persönlich. Kinder waren keine vorhanden. Wer hätte das auch noch zn allen seine» sonstigen Leistungen verlangen können! Seine Kollege» spendeten prachtvolle Kränze, deren Schleifen lauter Zitate aus bekannten .Dramen trugen. Der Verstorben« hatte die. Auswahl der Kranzinschriste» »och selbst testamentarisch verfügt, denn er wollte auch literarisch gebildet begraben werden. Ein kleines Aergernis gab es bei der erhebenden Leichenfeier. Ein Kranz lourdc konfisziert, obwohl dessen Schleife glich ein dramatisches Zitat trug, und das noch dazu aus „Götz von Berlichingeu". Ta sich diese Inschrift in dem letztwitligen Verzeichnis nicht vorfand, konnte der Kranz nicht zugelassen werden. Wie man später erfuhr, ivar -der Spender ein junger Bühnen- schriststclter, dessen Stück der Zensor verboten hatte. Es gibt also doch noch Tank bis über das Grab hinaus . . . Das sterbliche Teil des Zensors wurde in einer Ehrengruft bestattet, ivährend seine Seele den steilen Weg zunr Himmel antrat. Nach langer Wanderung kam der Zensor an die enge Pforte zur Seligkeit, läutete und mußte geraume Zeit warten, bis ihm Sankt Petrus öffnete, der gerade sein Nachmittagsschläschen hielt. „Können Sie mich vielleicht zum lieben Gott führen?" fragte der Zensor. Petrus brummte elwas Unverständliches in den Bart und geleitete den Ankömmling in den glänzenden Himmelssaal. Der liebe Gott sah ihn lange schweigend an und fragte end- ties, sehr tief. Mindestens um einen Winkel von vierzig Graden tiefer, als er sich sonst vor Sr. Exzellenz zu verbeugen pflegte. Ter liebe Gott sah in lange schweigend an und fragte endlich mit einen, milden Lächeln, „Was führt Sie zu mir?" „Ich wollte allerunlertänigst um allergnädigste Aufnahme in den Himmel bitten!" sagw der Zensor halblaut in dem sorgfältig erlvogeuen Stil eines Majestälsgesuchcs. „Was lvaren Sie aus Erden? Und was können Sie zur Erfüllung Ihrer Bitte ansühren? Welches sind Ihre Verdienste?" „Ich erlaube mich vorzustellcn . . ." wagte der Zensor sich schüchtern in die Brust zu werfen. „Hosrat X., literarisch gebildeter Berwaltungsbeamtcr und Zensurbeirat, ditto literarisch gebildet!" „So?" lächelte der liebe Gott. „Das ist >a sehr schön. Da können sic jedenfalls auf ein segensvolles Wirken zurückblicken." „Gewiß!" richtete sich der Zensor in seiner ganzen Größe auf. ;,Jch war ein Hüter der öffentlichen Ruhe und Ordnung! Ich duldete keine herausfordernde Verletzung der guten Sitte! Ich gewährte ohne Voreingenommenheit den großen und schweren ?lüs- gabcn der dramatischen Literatur innerhalb der Gesetze freien Spielraum! Jeder Ausschreitung jedoch oder richtiger gesagt, allem, was M i r als Ausschreitung erschien, trat ich krastvokl entgegen. „Ein luirtes Amt!" meinte der liebe Gott. „Ich bin daran gestorben!" erwiderte der Zensor wehmütig. -„Ja, wenn es ohne die literarische Bildung gegangen wäre, dann säße ich heute noch, frisch und Munter vorwärts strebend, in meinem Bureau. >Jch hätte mir sicher den Sektionschef ersessen! Aber die Literatur hat mir den Garaus gemacht! Es wird einmal zu viel geschrieben! O diese Dichter!" „Und ivelcher Beschäftigung gedenken Tic sich bet uns zu widmen?" fragte der liebe Gott. „Ich würde am liebste» mein Amt sortsetzen!" ries der Zensor eifrig. „Tenn im Grund genonimen ist's doch jammerschade, Smt meine mühsam erworbenen Litcraiurkcnntnifse, wen» sie nun in akle Ewigkeit brach liege» sollen!" „Ja. ja . . sagte der liebe Gott. „Eigentlich haben Sie ganz recht. Wird sich aber bei uns schwer machen fassen. Wir besitzen kein Theater Und drucken keine Bücher. Wir haben überhaupt nur ein einziges Buch im Himniel. Sie erraten wohl, welches? Die Bibel." „Also doch ein Buch!" atmete der Zensor erleichtert aus. i,Ta könnte ich ja schließfich . . ." „Die Bibel zensurieren!" lachte der liebe Gott. „Wenn Mein Verlangen nicht unbescheiden erscheint . ." herbeuHte sich der Zensor abermals um vierzig Grade tiefer als weiland vor Sr. Exzellenz dem Minister „Wenn es Ihnen Freude macht," sagte der lieb« Gott „warum nicht? Bei mir soll doch jeder selig iverden. Und wenn Ihre Seligkeit in der Fortsetzung Ihres irdischen Berufes besteht ... ich habe nichts dagegen. Entschuldigen Sie nur, daß ich Ihrer literarischen Bildung kein reichlicheres Material zur Verfügung stellen kan»!" „£>, es genügt vollkommen!" stammelte der Zensor entzückt. „Darf ich vielleicht einstweilen nur um das Alte Testament bitten?" „Bedienen Sie sich!" wies der liebe Gott nach einem goldenen Tisch im Himmclssaal. Der Zensor ergriff einen dort liegenden Band und zog sich unter mehrfachen Verbeugungen gegen den Eingang des Saales zurück. In diesen, Augenblick trat ein Kind in den hohen Raum, „Bist du der liebe Gott?" fragte eine helle Stimnie. „Ich bin der liebe Gott, niein Kind!" erwiderte der Einige und streckte beide Häiche nach dem Kind aus. Das Kind aber trippelte ihm mit schnellen Schritten entgegen. Der liebe Gott nahm es, setzte es aus seine Knie, strich ihin die Locken aus dem Gesicht und küßte es aus die Stirn. Der Zensor war am Eingang des Saales stehen geblieben und sah den ganzen Vorgang. „Grüß dich Gott, lieber Gott!" sagte das Kind. „Weißt du, ich kann ein Bersiein!" „Und wie heißt das Berslein?" fragte der Ewige. „Mein Herz ist klein . . . kann niemand hinein ... «IS du, mein lieber Gott, allein!" sprach das Kiich. Ter liebe Gott sah den Zensor an und »«einte: „Das ist Poesie, Herr Hofrat, und gehört eigentlich in Ihr Ressort. Haben Sie als Zensor etwas dagegen einzuwenden?" „Kinderliteratur! Kinderliteratur!" wehrte der Zensor verlegen ab. „Damit hatte ich mich »ie zu beschäftigen. Mein literarisches Niveau war ein wesentlich höheres!" „Ach so?" lächelte der liebe Gott. „Verzeihen Sie! Sie hatten wohl nie Kinder?" „Danach habe ich leider vergebens gestrebt!" versicherte der Zensor noch verlegener Und empfahl sich. Während er ging, hörteer, wie das Kind den liebe» Gott fragt«: „Weißt du auch, wie man Hotte, hotte. Rösselein! macht?" „Freilich weiß ich das!" sagte der liebe Gott und schaukelte das Krnd auf seinen Knien . . . „Hotte, hotte, Rösseletn! Da droben steht ein Schlösselein . . ." Der Zensor ging mit dem Alten Testament, setzte sich aus eine Wolke, nahm den Rotstift aus der Westentasche und begann zu streichen. Nach einigen Stunden war der Rotstift verbraucht. Der Zensor ersuchte den heiligen Petrus um neues Schreibmaterial. Zufällig hatte gerade früher eine Balgerei unter den kleinen Engeln statt- gefundcn, wobei ein winziges Engelein eine Feder verlor. Diese lieferte Petrus dem Zensor aus. Der Herr Hosrat spitzte sie sorgsam, saß'noch acht Tage und acht Nächte auf seiner Wolke und las unermüdlich in dem Lllten Testament. Dabei tauchte er die kleine Engelsfeder je nach der Tageszeit in das Morgenrot oder in das Abendrot und strich und strich . . . Als er die letzte Seite erledigt hatte, ließ er sich wieder beim lieben Gott melden. Ter liebe Gott nahm das zensurierte Buch in Empfang und durchblättcrte cs lächelnd vom Anfang bis zum Ende. „Das war also Ihr Amt?" nickte er still vor sich hin. „Ich muß unter Wahrung aller schuldigen Ehrfurcht bekennen," sagte der Hofrat, „daß ich die gestrichene» Stellen heuto nicht mehr durch die Zensur lassen könnte." „So bin ich eigentlich glücklich zu preisen," meinte der lieb« Gott, „daß es zu meiner Zeit noch keine Zensur gab." Der Zensor zuckte die Achseln und schwieg. Eine Schwalbe flog durch den Himmelssaal und suchte durch eines der hohen Fenster wieder ihren Ausgang in die unendliche Weite. Ein paar zwitschernde Töne zitterten durch den Raum und verklangen dann draußen in der Ferne. Der liebe Gott sah der Schivalbe nach und sprach: ..Auch sie hat ihre Lieder. Und niemand zensuriert sie. Habe ich deshalb dem Menschen vor jedem andern Geschöpf das Wort gegeben, daß die in Worte gekleidete Poesie ein anderes Schicksal erfahre- als der Gesang dieser Schwalbe? Sie werden mich vielleicht nicht verstehen, Herr Hosrat. Das Niveau Ihrer literarischen Bildung dürste dafür zu — hoch sein . . . Doch was ich fagert wollte . . . Es ist mir unbedingt lieber, ivenn Sie sich bei uns um eine andere Beschäftigung umschaucn als auf Erden." „Wie Exzellenz befehlen!" knickte der Zensor zusammen, erschrak aber im nächsten Moment tödlich. Ten» es kam ihm zum Bewußtsein, daß er dem lieben Gott nicht den richtige»! Titel gegeben hatte. Aber welchen Titel sollte er wählen? Er konnte den Allmächiigen doch nicht mit „du" und „lieber Gott" anfprcchcn, wie neulich das Kind . . . Der liebe Gott Unterbrach seine verzweifelten Erwägungen und meinte gütig: „Mil dem Zensoramt. Herr Hosrat, Ist e? also nichts bei »ns. Tut mir leid, daß ich Ihne» keinen günstigeren Bescheid geben kann. Nachdem Ihnen jedoch Ihre literarische Bildung das Leben aekostet Kat will ich derselben »ach Tunlichkeit L84 Rechnung tragen. Wie wäre es, wenn Sie für die sieben Chore dLr Engel Noten kopieren würden? Auch ein sehr ehrenvolles AM Und nicht allzu weit entsernt von der Literatur/' , Wie Eure Gottheit befehlen!" verbeugte sich der Zensor und schritt langsam und gedrückt aus dem Himmelssaal. Der liebe Gott trat an ein Fenster und sah hernieder aus die Erde Unendliches Leuchten ging von seinen Blicken aus, ivie ein Regenschauer fallender Sterne, lind diese Sterne erschienen den Dichtern in ihrcnr Traum und wurden zu herrlichen Gestalten, aus denen andere Vcrwaltungsbeamtc ihre literarische Bildung ^^Der Zensor aber begegnete vor dem Himmelssaal dem Kind von neulich. , „Du, Mann!" jupite rhn das Kind am Rock. „Kamrst ou das Lied Ringelreigcn . . . Rosenkranz?" „Ach was!" brummte der Zensor mürrisch. ,I!atz mick, in Ruh'! Ick, pseife aus die ganze Literatur! Ich nrns, Noten kopieren!"__ wie sich berühmte Leute die Zeit vertreiben. An eine Reihe führender Geister des heutigen Frankreich lM der Exrelsior die Frage gerichtet: „Welches ist ihre Lieblings- zerstreuung und aus welchen Gründen haben Sre für sic eine besondere Neigung2" Sckwn die ersten Antworten >versen crn amüsantes Licht aus die Sonderlichleiten der Steckenpjerde. in denen so mancher Geistesarbeiter Erholung von den Anitreiiguiigen ferner Tätigkeit sucht. . .... Filr Rodin ist der Spaziergang über Land die >chonste Zerstreuung. „Der, der mit dem Kopfe arbeitet," so begründet er seine Liebhaberei, „geht aufs Land in die Natur, und der, der mit den Muskeln arbeitet, sucht seine Zerstreuung im Museum und im Theater." In der Natur sucht auch die feinsinnige Dichteren Daniel« Lesueur Ruhe und Erfrischung. „Aus den Reiten, die ich so liebe, ziehe ich die Schönheit herrlicher Landschaft den Wunder» der Kunst vor. Aber es bedarf für mich keiner grandiosen Ausblicke: ein Eckchen in Feld und Wald, ein Landweg rn der Dämmerung, ein Mondaufqang am Meer, die Bewegung eines Baumwipsels >m Wind, geben mir unaussprechliche, aber sehr tzete Erregungen, die ich allen „Zerstreuungen", solchen der großen Welt und anderen, vorziehe." Der Komponfft der „Louise" Gustave Charpentier findet eine Zerstreuung da, wo er ferne Inspiration findet: im Betrachten des Lebens. „Zerstreuung?/ schreibt er, „ist sie nicht unumgänglich nötig für alle, besonders für deii Künstler, nicht nur, um den Geist zu erfrischen, sondern für ihn auch, uni den ersten Stofs zu empfangen, den er zu Schönheit verarbeitet? Und welche Zerstreuung könnte wohl unterhaltsamer, fruchtbarer für ihn fein, als zu betrachten, wie das Leben dahingcbt, als sich unter das ewige Schauspiel der Straste zu mischen? Die Straste mit ihren tausend geheimen Tragödien und Lustspielen, mit rhler immer erregenden und malerischen wechselnden Atmosphäre, mit ihren schönen Spaziergängerinnen, die einem um so mehr zu denken geben, je weniger man von ihnen weist — dort finde ich, ich gestehe cs, meine beste Erholung — und meine besten Eingebungen." Der Zeitvertreib anderer Berühmtheiten ist nicht so einsach. Der vielbewunderte Tenor der Grosten Oper, Franz, hat als Lieblingsbeschästigung das Interesse für die Malerei erwählt: „Es macht mir graste Freude, meine Rollen zu singen, und ich zerstreue inich damit, andere zu studieren. Wenn ich müde bin, dann lese ich alle Arten Bücher und besuche alle Gemälveausstel llnnge» der Hauptstadt Ja, ich bete die Malerei an und ich be- daure immer, daß ich mich ihr nicht habe tviümen können." Der Komponist lavier Leroux ist in seinen Mußestunden Koch. „Meine Lieblingsbeschästigung?" gesteht er, „zu kochen! Ja, tvirklich. Ich war eben zwei Tage in Pont en-Bessin zu einer Konferenz mit dem berühmten Farrez, mit dem ich mich über die Bouillabaisse und die Matelote (zwei Fischgerichte auS- gesprocklen habe, in denen er ein unvergleichlicher Meister ist." Der große Chirurge P o z z i findet seine beste Erholung in der Betrachtung seiner Sammlung griechischer Medaillen und meint: „Nichts schafft so Ruhe vor der Gegenwart >vie das Vergangene und nichts läßt das Häßliche unserer Zeit so vergessen wie die Schönheit der Antike." Der Direktor der Opöra-Eomiaue G heust findet seine einzige Zerstreuung in der Jagd und der bedeutende Naturforscher Stanislaus Meunier erholt sich bei schlechtem Wetter und im Winter bei der Violine, ivcnn er ins Freie kann aber mit — Erdarbeite», in denen er das beste Gegenmittel gegen seine Berusstätigieil erblickt. vermischte». — E i n v e r l> ä n g n i s o oller Osterkn st. Im Petersburger Ilntersuckmugsgetängitis sitzt gegenwärtig trübselig und gebrochen ein junger russischer Student namens Iwanow, der auf seine Verurteilung wartet und ohne Zweifel nach Sibirien geschickt werden ivird. llich das alles um einen Kiist, uni einen russischen Osterkust! Man kennt diese russische Ostersitte, am Ostermorgeu begrüßen sich alle Freunde und Bekannte durch ein» Kust. „Christ ist erstanden," sagt der Erste, und der Geküßte erwidert: „Ja, in LSahrheit, er ist erstanden." Die französisch« Kolonie in Petersburg pflegt diesen Brauch nicht. Trotzdem war der junge Iwanow gesonnen, am letzte» Sonntag, dein russischen Ostersonntag, unter' allen Umständen die reizende MNe. Life Alibert, eine französische Studentin, zu küssen, denn seit langem seufzte der junge Mann im stillen nach der Gunst der hübschen Kommilitonin. Die Macht der Liebe war stärker als die Vorsicht, und so begrüßte denn Iwanow die hübsche Mlle Life am Ostcrinorgcn mit einer innigen Umarmung und einem Küsse, der kein Ende nehmen wollte. Die junge Dame aber sträubte sich voll Empörung, schrie um .Hilfe und lärmte so sehr, dast der im Nebenzimmer weitende Bruder hereinstürzte und voll Wut aus den Ostcrgast losdicb. Er schlug ihn, ins (Besicht, und nun riß, vor Zorn sinnlos geworden, der junge Russe einen Revolver aus der Tasche und gab einen Schuß auf den Angreifer ab, glücklicher- weise ohne zu tressen. Wie ein Sturmwind flog Iwanow auf die Straste, sprang auf ein Automobil, zwang den Chauffeur mit vor gehaltene in Revolver zur Entfaltung der größten Geschwindigkeit: und das Ende war eine wilde, an Zwischenfällen reiche Äutomvbiffagd. Denn die Polizei nahm auf drei Automobilen die Verfolgung des stürmischen Liebhabers auf. Iwanow feuerte aus die Verfolger, aber wieder war ihm das Geschick günstig, und er traf nicnianden. Als die letzten Schüsse verfeuert waren, begann der Chauffeur, der bisher durch^die Angst vor der Schustwassc eingeschüchtert war, den jungen Sttidenteu mit den Fäusten zu bearbeiten, die Polizeiautomobile holten die Flüchtlinge ein, und Iwanow wurde verbastet. Nun schwebt gegen "ihn die Anklage wegen tätlicher Auflehnung gegen die Staatsgewalt und wegen versuchten Totschlages. Bei der juristischen Lage der Sache wird er dem Schicksal, nach Sibirien gesandt zu werden, kaum eittgehen: und alles das, weil er, wenn auch vielleicht etwas zu stürmisch, einen van altersher geheiligten russischen Osterbrauch befolgt? und die Annehmlichkeiten dieser Sitte seine hübsche französische Kommilitonin Mitempfinden lassen wollte. *DerAhnuugslose. Mr. Brown begegnet aus der Straste Mr. Jones. „Was Neues, Brown?" „Nichts Besonderes. Habe eben die Sonntagszeitung gelesen. Steht was drin, was Ihnen vielleicht neu ist." „Nun?" „Da steht, daß die Frauen im alten Acgnpten immer taten, tvas ihnen beliebte, daß sie so lebten, wie cs ihnen gciiel, sich anzogen, wie es ihnen pastle — ohne die geringste Rücksicht auf die Meinung der Männer, Gott sei Dank, dast wir nicht im alten Aegypten leben." „Hören Tie, Brown, sind Sie verheiratet?" „Wie Tonliitt das zu dem? Ich bin un- verheiralet." „Das konnte ich mir denken." * Der cnttäu schteSvekulant „Sie Hochstapler, Sie Schwindler, sagten Sie mir nicht, als ich dies Grundstücr im Vorort kaufte, in drei Monaten würde ich es für 10 000 Dollar nicht hergeben?" Der Makler gelassen: „Nun, haben Sie es. denn für 10 000 hergegeben?" Büchertisch. — Oberst Weber Roman aus der Kampszeit süddenffcher Truppen vor l00>Zahren unter Napoleon in Spanien von O. Cacciatore. (Preis drosch. 2Mk.j Der Verfasser des poetischen, historischen Romans „Dir zum Gruß", O. Cacciatore, hat uns einen weiteren Beweis seines Talentes in dem neuen Werk „Oberst Meder" gebracht. Für das anmutende Buch bilden die Kämpfe süddeutscher Truppenteile unter Napoleon, I. den Hintergrund. Die Handlung spielt teils in Spanien, teils in Wiesbaden und Paris. Der Verfasser führt uns mitten durch die vielsach noch wenig bekannten, daher bis jetzt unverdient gering gewürdigten Drangsale und schlvcren Kämpse der mit unvergleichlichem Mut streitenden Nassauer, Hessen, Badener und Frankfurter, welche Schulter an Schulter mit den Franzosen auf dem heißen Boden Spaniens gegen die Eingeborenen und deren Verbündete nicht nur in bttitigen Treffen rangen, sondern sich auch deren versteckter Angriffe, Vergistungsversuchen »sw. zu erwehren batten. Den Mittelpunkt des Ronians bildet die historische Persönlichkeit des Obersten Meder, dessen kühne und doch seelischttiese Soldatennatur ihn in den heftigsten Widerstreit zwischen Pflicht, Frauenliebe, Patriotismus und Begeisterung für den großen Schlachtcnkaiser bringt. (Verlag von I. H. Ed. Heiß (Heiß u. Mündel. ) versteckrätsel. Man suche ein Svricb.ivoil, besten einzelne Silben in solgende« Wörtern vcrheckt sind, ivie die Silbe „