lIlltUDom. oen 6. Mai _ nr. 70 Wrider-Akgiment. Roman von Oskar Klaußmann. (Nachdruck verboten.) 1. K a p i t c (. Der Schnellzug verlangsamte seine Fahrt. Er war von Belgien her nach Westdeutschland gekommen und auf seinem Laufe von Nord nach Süd eine Zeitlang durch die Ebene efahren. Jetzt kam er wieder in den Bergwald, und die okomotive zog den schweren D-Zug keuchend an den Bergabhängen empor. Da, wo auf der Höhe der Nadelwald die Aussicht nicht behinderte, blickte man weit hinaus in ein Land voll gewaltiger Industrie. Dicht nebeneinander, in den Talern, an den Abhängen, auf den Höhenrücken, lagen die ausgedehnten Berg- und Hüttenwerke. Dutzende von Essen sah man an den einzelnen Stellen vereinigt. Hohe und niedere Gebäude zwischen ihnen machten jden Eindruck von geschlossenen Ortschaften. Zwischen den Werken aber erhoben sich gewaltige Dämme, die sogenannten Halden, gebildet durch die Asche der Hüttenwerke uud durch das taube Gestein der Bergwerke. Noch mehr Abwechselung in dieses eigenartige Bild brachten die großen Arbeiterkolonien, von denen einzelne gewiß Hunderten von Menschen Unterkunft geivährten, und die mit ihren frischroten, uniform gebauten Häusern ins Grün des Bergwaldes oder parkartiger Anlagen eingebettet waren. Der Frühlingshimmel, der sich über der Landschaft wölbte, war wolkenlos. Aber nur unmittelbar über dem Beschauer, der beobachtend am Korridorfenster des D-Wa- ge»S stand, zeigte der Himmel goldigen, hellen Schein. Weißliche, gelbliche, dunkelblaue und graue Rauchtvolken bildeten einen Dunstschleier, der Landschaft und Gebäulichkeiten halb verbarg. Der Beobachter ain Korridorfenster war ein mehr als mittelgroßer, breitschultriger Mann am Ende der dreißiger Jahre. Eine etwas hakenförmige Nase unter der hohen Stirn, auf welcher zwischen den Augenbraueit zwei Falten aus Trotz und Energie deuteten, gaben zusammen mit dem ziemlich langen, dunkelblonden Bart dem Gesichte etwas Martialisches, wenn nicht Selbstbewußtes. Dieser Mann war osfenbar ans Befehlen gewöhnt, und er besaß Energie und Zähigkeit genug, um seine Befehle durchzusetzen Seine graublauen Äugen hatten zeitweise einen hellen Glanz: meist aber blickten sie kalt und beobachtend umher. Der Beobachter verließ den Korridor uud trat durch die Schiebetür in das Abteil des D-Wageus zurück. Er war der einzige Fahrgast in biefem Abteil. Er setzte sich in der Ecke zurecht uud zog aus der Brusttasche seines dunkelgrauen Reiseanzugs einen Brief, der die Aufschrift trug: „An den Königlich Preußischen Berg Assessor Herrn Werner Spalding, Seraing in Belgien, Eockerill-Werke." Werner «entnahm dein Briefumschlag jnrn beschriebene Quartbriefbogen, die in der linken Ecke den Aufdruck zeigten: „I. Kersten, Geheimer Bergrat, Generaldirektor a. D." Der Brief lautete: ^,Mein lieber Werner! Gestatten Sie mir diese vertrauliche Anrede, zu der ich mich berechtigt glaube, nicht nur dadurch, daß ich einer der ältesten Freunde Ihres verstorbenen Vaters war, sondern weil es mir auch vergönnt gewesen ist, Sie seit frühester Jugend zu kennen und Ihren Bildungsgang als Berg- und Hüttenmann ein wenig zu überlvachen. Ich wähle in diesem Augenblick gern diese Anrede, un> Ihnen anzudeuten, daß nicht der Fachmann, sondern der Freund zu Ihnen spricht. Sie haben mir mitgeteilt, daß Sie Ihren Studienaufenthalt auf den Cockerill-Werken in Seraing beendigen wollen und daß Ihnen etwas daran läge, lmeder nach Deutschland in eine Stellung zu kommen, nachdem Sie sich drei Jahre lang im Auslande bewegt haben. Ich wäre in der Lage, Ihnen ein Angebot zu machen, das, Ivie ich glaube, so wichtig ist, daß es über Ihre Zukunft entscheidet. Kommen Sie so bald wie möglich hierher nach Dasburg. Sie sollen eine Stelle als Direktor der The- resien-chütte (Stahl- und Walzwerks übernehmen Das Werk befindet sich in bester Verfassung, ist entwicklungsfähig, und für einen so temperamentvollen Ingenieur, wie Sie es sind, für einen Mann von solcher Pflichttreue und Energie muß es eine Lust sein, eine sache in die Hand zu nehmen, Die ausdehnungs- und vergrößerungsfähig nach allen Richtungen hin ist. Mit der Uebernahme dieses Postens aber ist Ihre zukünftige Laufbahn noch nicht beendet. Die Besitzer des Werkes beabsichtigen, wenn sich zlvischen denselben und Ihnen angenehme Beziehungen entwickeln und die Verhältnisse sich zu beiderseitiger Zuftiedenheit gestalten, die gesamten Werke (Kohlenbergiverke, Koksanstalt, Eisenbergwerke, Blenderöst-Anstalt, Schwefelsäure- Fabrik, Schamotte-Fabrik, Blei- und Silber-Hütte) Ihrer Leitung zu unterstellen und Sie zum Generaldirektor zu inuchen. Es handelt sich in Sunrma um Werke mit ungefähr 220 Beamten und 15000 Arbeitern. Die Werke sind ausnahmslos in glänzendstem Zustand: aber eine energische Hand tut not und muß bald eingreisen. Ich meine, diese Aussichten müßten für Sie geradezu verlockend sein. Sie, der sich umsomehr freut, je größer die Arbeit ist, die er zu bewältigen hat, der erfüllt von Tatendrang uiü» Tatenlust ist. Sie'werden, wie ich hoffe, mit einer gewissen Begeisterung auf meine Offerte eingehcn. Schreibe» Sie mir, >va»n Sie kommen können; Sie sind jederzeit willkommen." Auf diese allerdings verlockende Offerte hatte Werner dem Geheimrat Kersten telegraphisch seine Zusage gegeben und mitgeteilt, daß er in ungefähr vier Wochen in Dasburg sein könne. Der zweite Brief gab der Freude des alten Herrn über die Zusage Werners Ausdruck uud teilte ferner mit: „Sie kommen in vier Wochen gerade zur rechten Zeit. 278 Auch mit der materiellen Seite der Sache werden Sie sehr zufrieden sein. Gehalt, Tantieme, Wohnung, Fuhrwerk usw. wird ganz und gar nach Ihren Wünschen geregelt. Man sucht eine hervorragende Kraft allerersten Ranges und ist froh, wenn man sie bekommt. Schreiben Sie mir einige Tage, ehe Sie von Seraing abfahren, damit ich auf Ihr Kommen vorbereitet bin. Geben Sie mir ungefähr den . Tag Ihrer Ankunft an. Nehmen Sie in Dasburg Quartier in Friedrichs Hotel imd telephonieren Sie mich von dort zu jeder beliebigen Tageszeit an." Dieser Brief hatte noch eine Nachschrift, die lautete: „Aus Ihr Buch: „Die Stahlindustrie Nordamerikas" können Sie lvirklich stolz sein. Ich habe es mit großem Interesse und auch mit Vergnügen gelesen. An einzelnen Stellen erhebt sich Ihre Darstellung zu poetischem Schwung. Man freut sich unwillkürlich über die hellaufloderude Begeisterung des Fachmannes, der all das Großartige und Schöne, das ihm da im seinen Lande geboten wurde, nicht nur mit dem Kopfe, sondern auch mit dem Herzen geprüft f lat. Es wird Sie erfreuen zu ersahren, daß auch bei un- eren Bergbehörden Ihr Buch Aussehen gemacht und große Anerkennung gefunden hat." „Neuenburg! Umsteigen nach Dasburg!" riesen die Schassner draußen auf dem Bahnsteig. Werner nahm feinen Lodenmantel und seine Handtasche und verließ den D-Zug, um nach dem Bahnsteig hinüberzugehen, an dem der Lokalzug stand, der über Dasburg weiterfahren sollte. Bis zur nächsten Station blieb Werner allein. Dann kam eine Dame, gefolgt von einem Gepäckträger, der einen großen Lederkoffer trug, und stieg in das Abteil. Ter Gepäckträger verstaute den Koffer im Gepäcknetz in der Ecke, die entgegengesetzt von der lag, in welcher Werner saß. Der Gepäckträger verließ das Abteil, und unmittelbar darauf setzte sich der Zug in Bewegung. Die Lokomotive ruckte aber ziemlich ungeschickt mehrmals an, ehe sie in volle Fahrt kam. Die Wagen wurden heftig hin und her gestoßen, ehe sie ihren ruhigen Lauf begannen, und der Koffer, der sich über dem Play der Dame tu der Ecke befand, stürzte krachend herab auf den Boden des Wagenabteils. Der Koffer sprang auseinander, und sein Inhalt wurde auf dem Boden herumgestreut. Es war selbstverständlich, daß sich Werner bemühte, der Besitzerin des Koffers behilflich zu sein, ihre Effekten zusammenzusuchen und wieder in den Koffer hinein- zupacken. „Ich danke Ihnen, mein Herr," sagte schließlich die Dame; „soviel ich weiß, fehlt nichts mehr." Werner bückte sich indes und suchte auf dem Bodenj unter dein Sitz herum. Er fand auch, glücklich noch eine silberne, runde Büchse, wohl vom Toiletten-Mcefsaire der Dame. „Ich danke Ihnen bestens," erklärte die am Anfänge der Dreißiger stehende, dunkelhaarige Dame, die einen etwas fremdklingenden Dialekt sprach. „Das Kofferschloß ist gebrochen," sagte Werner, nach- dem er den flächen Kabinenkoffer untersucht hatte; „aber die Riemen werden genügen, um den Verschluß zu halten. Die Riemen waren nur nicht zugezogen, sonst wäre pr nicht aufgesprungen." Er half der Dame beim Schließen des Koffers, zog energisch die Riemen fest, verstaute ihn wieder oben im Gepäcknetz, und auf den nochmaligen Dank der Tarne antwortete er mit einen, kurzen: „Hat nichts zu sagen, meine Gnädige; ich freue mich, Ihnen einen kleinen Dienst erwiesen zu haben." Tann zog er sich diskret in seine Ecke zurück, um der Dame nicht durch eine Unterhaltung lästig zu fallen und aufdringlich zu erscheinen. Werner nahm den Brief Karstens noch einmal heraus, weniger um sich mit dem Inhalt vertraut zu machen, den» den kannte er bereits auswendig, sondern um ihn als Deckung zu gebrauchen, während er die Dame in der anderen Ecke des Abteils beobachtete. Diese Dame war eine sehr stattliche, volle Figur, hatte zu ihrem dunkeln Haar einen auffallend hellen, weihen Teint, dunkle, von lange» Wimpern beschattete Augen, ein regelmäßiges, ja edles Profil, und ein Hauch von Vornehmheit ruhte über ihrer ganzen Erscheinung. Schweigend fuhr man vis zur nächsten Station. Dann fühlte sich die Dame wohl veranlaßt, den Mitfahrendcn, der ihr eine Freundlichkeit erwiesen hatte, nicht weiter zu ignorieren, indem sie bemerkte: „Ich hoffe, wir werden jetzt für einige Tage gutes Wetter bekommen. Das Regenwctter der letzten Wochen hat besonders für die Landwirtschaft manche Unbequemlichkeit gebracht." „Sie hatten schlechtes Wetter hier?" fragte Spalding verbindlich. „Wir hatten in Belgien, woher ich komme, sehr trockenes Wetter, und man fürchtete dort bereits für die Fcldjrüchtc, die im Frühjahr, wie die Landwirte behaupten, Regen brauchen." „Wir haben hier ei» anderes Klima," bemerkte die Dame; „der Bergwald enthält viel Feuchtigkeit, und Trockenheit herrscht selten." Es entwickelte sich dann zwischen Werner und der Dame ein langsam und mit einer gewissen Vorsicht geführtes Gespräch über Witterung, Landwirtschaft, Klima, das gewissermaßen zu nichts verpflichtete und eigentlich! nur ein .Höflichkeitsakt zwischen den beiden Mitreisenden; darstellte. In Buchivald, der Station vor Dasburg, stieg die Dame ans. Ein Diener stand aus dem Bahnsteig und kam eilig herangelansen, sobald er am Wagenfenster die Dame erblickte. Er nahm ihr die Handtasche sowie ein Futteral mit Schirmen ab. Ter Zug hatte nur zwei Minuten Aufenthalt. Werner sah, wie die Dame, die sich mit einigen freundlichen Worte» und einem ebenso freundlichen Lächeln von ihm verabschiede! hatte, bis zum Ausgange des Bahnhoss schritt, und gerade als sich der Zug in Bewegung setzte, sah er sie in einem eleganten, großen Automobil davonfahreu. Eine Viertelstunde später landete Werner in Dasburg, nahm in der Gepäck-Expedition nur eine» seiner großen, als Pajsagiergut aufgegebenen Koffer in Empfang, fuhr mit diesem und seinem Handgepäck nach Friedrichs Hotel, das ihn durch sein stattliches Aeußere und feine eleganten Einrichtungen überraschte, und telephonierte von dort aus den Geheimen Bergrat Kersten an. Ter alte Herr schien sehr erfreut über Werners Ankunft und sagte ihm telephonisch: „gleidcn Sie sich zu einer Visite um, ich hole Sie in einer halben Stunde ab." Werner ging nach seinem Zimmer, um sich hier den Gehrockanzug und den Zylindcrhut zurechtzulegen und sich, nach einer gründlichen Reinigung von dem Reisestaub, umzukleiden. Er war gerade damit fertig, als es an seine Zimmertür klopfte und der Geheimrat Kersten eintrat. Ter schlanle, hagere, hochgewachfene Mann mit denk bartlosen Gesicht, in dem ein Paar buschige Augenbrauen anssielen, deren weiße Haare sich scharf von dem stärk gerötete» Gesicht abhoben, reichte Werner die Hand und ries: „Willkommen! Sie sind zu so günstiger Zeit einge- troffe», daß wir sofort an die Arbeit gehen könne». Frische Fische, gute Fische; ich weiß, das ist auch Ihr Grundsatz. Ich habe den Damen bereits telephoniert, daß wir hinkönr- men, und wir sind willkommen." „Den Damen?" fragte Werner etivas erstaunt. „Ja, den Damen," antwortete sehr ruhig der Geheimrat. „In Betracht ftir uns kommt ja eigentlich nur eine, die Besitzerin der gesamten Werke, Fräulein Dorothea Buchwald. Ihre Tante, Frau Schottelius, ist nur Komparserie. Sie ist die Gardedame der Besitzerin und hat in geschäftlichen Dingen nichts mitzureden." „Also Wecherregimcnt!" sagte etwas betreten Werner. (Fortsetzung folgt.) 3m vogelrberg. Von T h. E c l l a r i u s. lFortsetzung und Schluß.) I», Jahre 1865. Das war ein gesegnetes Jahr, das Jahr !885: ein Jahr wie es der Liederdichter Gerok noch cünnal zu erleben wünschte, „um als satter Zecher vom Tisch des Lebens aufstehen zu können", ein Jahr mit einem Frühling ohne Nachtfröste und einem Sommer voll Sonnensegen, jedoch ohne Dürre. Da brachte die Erde Frucht und Gras in Menge hervor und in den Weingegenden reisten die Trauben zu dem edelsten Wein der »weiten Halste des Jahrhunderts. 27a Aber diesem Sommerhalbjahr wie es sein soll, war ei» Winter vorangegangen, der war auch gewesen, wie er in.unserem sieben beutschcn Vaterland sein soll: nämlich voller Schnee und Eis, und zwar nicht nur im Gebirge, sondern auch in den süddeutschen Ebenen. Damals führte eine schon zur Nachtzeit abgehende Post von Lauterbach über den hohe» Vogelsberg lHarlmannshain) nach der Bahnstation Niederwüllstadt. Ihre Hauptstationen waren Herbstein, Gedern, Ortenberg und Altenstadt. Als aber wenige Tage vor Fastnacht — das in jenem Jahr sehr spät fiel — über Nacht tiefer Schnee gefallen war, konnte die Post nur mühsam und mit starkem Vorspann über das Gebirge kommen, und mit ein und einer halben Stunde Verspätung erreichte sie Gedern. Von da an kam sic besser voran, aber die Verspätung war nicht mehr einzubringen, und sie erreichte den Zug nach Frankfurt, mit dem die meisten Passagiere hatten weiterfahren wollen,, nicht mehr. Da galt es sich auf das Warten einzurichten: und als man endlich nach Frankfurt kam, brannten schon die Lichter, und der Anschluß an die Main-Neckar-Bahn war erst recht verpaßt. Wie^wcnige Züge in jener Zeit auch auf den am meisten befahrenen Strecken gingen, geht daraus hervor, daß die Reisenden, die mit einem! Personcnzug in jener Richtung fahren wollten, bis neun llhr in Frankfurt zu bleiben hatten. Unter denselben befand sich ein junges Mädchen aus dem Torf an der Nidder: Emma, die nun achtzehnjährige älteste Tochter aus dem Pfarrhaus: und während ihres stundenlangen Aufenthaltes in den Wartesälen Frankfurts schloß sie sich an eine Frau imd an ein junges Mädchen an, die ihr Schicksal teilten: und mit ihnen kam sic gegen 10 Uhr nach Tarm- stadt. Allein nicht Darmstadt hatte das Ziel ihres ersten Reisetages sein sollen, sondern Groß-Gerau, wo sie gegen Abend von Verwandten erwartet worden war. Nun war an keine Weiterreise mehr zu denken! Wenn sic weltgewandter gewesen wäre, hätte sic den Verwandten von Frankfurt aus depeschieren und dann auch mit einem Nachtzug ankommen können. Das war nicht geschehen und nun stand sic in Darmstadt, wo sie keine nahen Verwandten hatte, und fragte sich: wohin über Nacht? Ihre ehemalige Pensionsmutter, die vor dem Jägertor Ivohnte, würde ihr zwar eine Zuflucht gewährt haben, und wenn sic ihr auch nur auf einem Sofa das Lager hätte bereiten können, aber der Weg dorthin war weit: und wahrscheinlich hätte sie sich dort um halb elf Uhr vor dem verschlossenen Hoitor des weit zurückliegenden Hauses vergeblich bemüht, sich bei seinen Bewohnern bcmerklich zu machen. — In einem Gasthaus hatte sie noch nie gewohnt, deshalb dachte sie vorerst nicht daran, ein solches aufzusuchen: aber sic erinnerte sich an einen Großonkel, der nahe beim Bahnhof, Ecke der Rhein- und Gcorgcnstraßc, wohnte. Bei ihm war sic zwar auch noch nie über Nacht gewesen, aber doch einigemal zu Tisch: also kannte er sie! Als sie ihren Reisegefährtinnen sagte, sie »volle dort um ein Nachtlager bitten, bemerkte die Frau: „Dann haben wir einen Weg, denn ich wohne im Hinterhaus". Und beide betraten einen großen Hof, dessen Tor die Frau verschloß. Dann sagte sie: „Nun probieren «je aber erst, ob die Haustüre noch offen ist". Das war der Fall, und die Frau trat in ihre Wohnung ein. Emma tastete sich einige Schritte vorwärts, aber dann stand sic vor einer zweiten Türe, die geschlossen war und ihr den Ausstieg zu den Stockwerken verwehrte. Vergeblich tastete sie nach einer Schelle: es war keine da: und alles war totenstille und kein Licht an den nach dem Hof zu gehenden Fenstern des Parterrestockes zu erblicken! Der Gedanke an ein Gasthaus, als letzte Zusluchtställc, kam ihr nun! Aber sie war ja gefangen! Die hohen Wouern rings um den Hof und das dichte, hohe Hostor, machten es ihr unmöglich, Vorübergehc>rde um Hilfe an- zusprechen: und die Aussicht, eine Nacht im Freien oder auf den ersten Vorplatzstufen eines fremden Hauses zubringen zu müsse», stand wie ein Schreckgespenst vor der Seele des in eine so bedenkliche Lage geratene», jungen Mädchens. Zum Glück besann sich Emma aus das vernünftigste, was sie noch tun konnte. Seit dem Eintritt ihrer Reisegefährtin in das Hinterhaus waren bloß Minuten verstrichen! Das Haus war nicht hoch und vielstöckig wie das Vorderhaus! Tort würde sie sich wohl bemcrklich machen können! Und wirklich, die gute Frau vernahm ihr Rusen, kam in den Hof und sagte: „Sehen Sie, in der Küche oben brennt noch Licht, und der Diener Ihres Onkels wird noch darinnen sein." Dann ries sie „Friedrich" und klatschte in die Hände, bis das Fenster geöffnet wurde, und das Nötige gesagt und veranlaßt werden konnte. Der Großonkel, ein aller Herr, der mit dem Diener und einer Witwe als Haushälterin zusammen hauste, nachdem seine Frau gestorben und seine Töchter verheiratet waren, lag zwar schon zu Bett, aber er war noch wach, und Emma durfte ihn begrüßen, während die Haushälterin ihr Tee und ein Lager bereitete. In dem warmen Belt eines großen Fremdenzimmers konnte sie sich endlich von den Unbilden des langen, beschiverlichen Reisetages erholen und dank ihrer gesunden Jugend löschte bald der Schlaf jede Erinnerung daran aus. Vierzehn Tage später fuhr die junge Vogelsbcrgerin zum Besuch zweier Freundinnen ins badifche Land. Von deir vier Wochen, die sie in Karlsruhe verlebte, standen die drei ersten, den, Marz angehörigen, noch ganz unter dem Zeichen des Winters: und auch in dem süddeutschen Land entbehrte sie nicht des wohl vertrauten Anblicks verschneiter Dächer und fallender Flocken. Damals tauchten Gerüchte auf, es hätten sich Bären und Wölfe, vom strengen Winter aus Polen und Rußland vertrieben, in deutschen Wäldern blicken lassen. Gegen Frühjahr noch soll im südlichen Odenwald, ein Wolf erlegt und auf dem Verdeck des damals noch gebräuchlichen Postwagens von Eberbach nach Neckargemüud und dann weiter mit der Bahn nach Heidelberg gebracht worden sein! Doch auch der Vogelsberg wurde während des Winters von derartigen Gerüchten beunruhigt. Infolgedessen kam eines Tages der nächste Nachbar der Pfarrerslcute im Dorf an der Nidder ins Pfarrhaus und fragte: „Hawe se das Dengk schon gesehe?" „Was für ein Ding?" fragten die Psarrcrsleute. „Ei im Buchwald leit en Bär, un der Förster is enaus mit der Flinte un die junge Männer un Barsch mit Mistgabeln »ns Dreschflegel." Buchwald hieß der zum Dorf gehörige Teil eines an der linken Seite der Nidder herziehenden, oben bewaldeten Höhenzuges, der von dem Gebirge herabkommend, eine Stunde lang nur mit Oedland und Steinen bedeckt war. Hinter den ersten Häusern des Ortes war das Oedland mit Kirschbäumen bepflanzt, welche kleine, aber recht süße Früchte trugen, und dann hörte es auf: denn der sich nach Südwesten zu rasch abdachende Höhenzug verlor hier seinen sterilen, wilden Charakter und trug fruchtbares Ackerland bis herab zu den fetten Wiesen im Niddergrund. Von dem oberen Stockwerk des Pfarrhauses — als dem rechts von der Nidder ani höchsten gelegenen großen Haus — konnte man über die Dächer des Dorfes hinweg und auch auf den Buchwald sehen. Deshalb begab sich die Psarrfamilic mit dem Nachbar dorthin, und er erklärte: „Sehen Sie das Schwarze? Das ist der Bär." Viel deutlicher als der bezeichnetc, aus dem Schnee hervorragende dunkele Punkt, tvaren die Mannen zu erkenne», die bewaffnet gegen ihn angingen! Aber es war zum Verwundern, wie seelenruhig der Bär liegen blieb! Der Nachbar meinte, er wäre vielleicht schon verhungert. .Nun hob der Förster die Flinte und die übrigen Männev hielten die Mistgabeln zum Angriff bereit, aber einige sünfzehn- bis sechszehnjährige und noch jüngere Mitläufer sah man eilig nach dem Dorf zu springen. Der Mut war ihnen vor der näher kommenden Gefahr gesunken! Der Schuß krachte, aber als sich der Rauch verzogen hatte, lag der Bär immer noch regungslos auf demselben Fleck: und der Nachbar sagte: „es eis net annerscht, doas Dengk eis dut". Damit hatte er vollkommen recht: Tot war das Ding, aber ein Bär war es nicht, sondern ein grotesk geformter Felsblock, der aus dem Schnee hcrvorsah: — und die Bärenjäger kamen kleinlaut zurück. Die Sache hatte ihr Nachspiel: denn die Geschichte von der Bärenjagd verbreitete sich im Vogelsberg, und wenn die jungen Männer des Dorfes in die kleinen Städte und auf 'bie Märkte kamen, wurden sie damit geneckt und gefragt: ob das Bärenfell schon verkauft oder noch zu haben^wäre! Zu Anfang April schickte der Frühling seine ersten Boten aus, und ohne Störung durch Nachtfröste begann er, seine holden Wunder auszubreiten. Als Emma am 7. April von der badischen Residenz »ach dem kleinen, zwischen Bruchsal und Breiten gelegenen Dorf Oberacker fuhr, lagen die lichten, hellgrünen Schleier schon über dem Hügelland des Kraichgaus. Am Ostermorgen, der ani 16. April mit goldenem Sonnenschein anbrach, standen alle Gärten im Schmuck ihrer Frühlingsblumen, und die kleine« und großen Dörfer des Kraichganes lagen in Blütenwäldern versteckt. Eine Woche weiter — am 24. April — war die Temperatur in Süddeutschland schon fast sommerlich, so daß man die Fensterläden vor der Mittagssonne schloß. Und als die junge Pfarrcrstochter im Mai als Braut heimkehrte, prangte auch ihr heimatliches Gebirge im blühenden Brautgewand, denn der Lenz war als Sieger über die Lande »gezogen. Schlutzbilvcr. Es ist etwas Wunderbares um die Liebe! Liebe ivartet auf das Kindlein und bereitet ihm ein weiches Bcttchen, ehe es das Licht der Welt erblickt hät; und wenn es geboren ist, breitet sie ihre Flügel über ihm aus, wie die Henne über ihren Küchlein, und schützt seinen Schlummer und das mählige Erwachen seiner Seele aus ihren ersten Erdenträumen. Und Liebe strömt über in das Kindlein und erweckt als dessen erste freundliche seelische Regung das Sichhinneigen zu Eltern und treuen Pslegcrinnen, die zuerst nur sein sonniges Läck)eln beglückt, nach welchen es aber auch bald lernt, die Aermchen verlangend auszustrecken. So ist es bei glücklichen Kindern! Doch was hatte der „dicke Heinrich" mit der Liebe zu schaffen: dieses vom Vater verleugnete, von der Großmutter verwahrloste, von der eigenen Mutter als Last empfundene, und von der übrigen Menschheit mit gleichgültigen Augen angesehene Kind? Wenn sich bei ihm Liebe regle, mußte sie seiner Seele ans ihrem ewigen Urquell selbst zugeströmt sein! Nicht frühe und nicht der herben Pflegerin seiner Kindheit gegenüber erwachte sie — allen ividrigen Verhältnissen zum Trotz 280 — auch in feinem Herzen; sondern er hatte sie einem Kind zu- gewendet, das ihm zuweilen ein gutes Wort und ein wenig freundliche Duldung zukoinmen ließ, wenn er sich ihm und seinen Geschwistern zugesellte. Es tvar Frühling, und des Pfarrers zweites, damals rttva elfjähriges Tüchterlcin hütete die jungen, mit gelbem Flaum bedeckten Gänschen im Grasgarien, als auch der „dicke Heinrich" dazukam, der erst sieben Jahre zählte. Mit geheimnisvoller Miene sagte er, halb dem Pfarrtöchterlein, halb dessen Pflegebefohlenen zugewendet: „Aich woah eabbes !"Z Und als fick das erstere nicht begierig zeigte, sein Geheimnis zu ergründen, wiederholte er hartnäckig feine Rede: „Aich looaß eabbes", so lange, bis es ihn fragte, was er wisse. „Aich kaas ueit gesaa,"-) erwiederte er verlegen, und als das Mädchen stärter m ihn drang, brachte er stotternd und mit dunkel rotem Kopf die Worte hervor: „Ei dou beast mein Sckmtz"?) Dann sprang er fort, und des Pfarrers Döchterlein lachte! Allein a»S Furcht, selbst ansgelacht zu werden, hat es damals niemand etwas von des „dicken Heinrich" Liebeserklärung gesagt. Bergessen hat es die Geschichte nicht. Und später, erst viel später, als es schon in den Jahren war, wo man sich mit gerührtem Lächeln in seine Kindheitserinnerungen versenkt, hat es dies Geheimnis preis- gegeben. Das Leben ging weiter, um — sei es durch große, welterschnt- ternde Begebenheiten oder durch Schicksale einzelner Menschen und Familien — Neues an die Stelle des Gewesenen zu setzen. Im Sommer 1806, als der Krieg ausgebrochen ivar, hat auch der BogelSberg und speziell das Dorf an der Nidder, dnrchmarschie- reiche Truppen gesehen und Einquartierung gehabt. Es waren Oesterreicher mit ihren süddeutschen Verbündeten ans dem Marsch nach Fulda, wo sie sich mit den Hannoveranern zu vereinigen gedachten. Doch der Zusammenschluß dieser auseinander zustrebenden Heere wurde durch die Schlagsertigkeit der Preußen vereitelt! Es kam zu den bekannten heißen Schlachten! lind wie sich inwlge der preußischen siege — nachdem schon der Ausbruch der Feindselig- keiten dem überlebten deutschen Bund den Todesstoß gegeben hatte — die Länderkarte Deutschlands verändert hot, ist auch allbekannt. Und während im Völkerleben — in welchem nur selten das Einzelleben in Betracht kommt — alles gärte. Throne stürzten, und ein großer Teil des einstigen Deutschlands sich von dem übrigen löste, sing auch ein Leben, das vom allergrößten Wert für eine zahlreiche Familie war, an, sich frühzeitig seinem Ende zuzuneigen Im Nachsommer erkrankte der Vater der in diesen Bilden« öfters genannten sechs Pfarrkinder — und starb im Januar 1808. Sein Leben, das im Jahre der Befreiung von dem Joch Napoleons begonnen, aber dann von seiner Jugendzeit an unter dem Druck der Reaktion gestanden hatte, weil er als Student einer Burschenschaft angehört und kein Hehl daraus gemacht hatte, daß sein Herz für ein einiges, großes Vaterland glühte, dies Leben ging zu Ende, ehe das geeinte Deutschland erstanden war, und die einst versunkene Kaiserkrone mit erneutem Glanz Wilhelm des Ersten edles Haupt krönte. So wie der Tod die Besiegelung eines jeden Erdenlebens ist, möge das Grab unter den uralten, hohen Linden am Eingang des Friedhofs, in welchem der Dahingeschiedene neben zlvei ihm voran- gegangenen Seelsorgern des Ortes gebettet wurde, das letzte unter den „Bildern aus dem Niddertal" bleiben. Unverändert liegt es auch heute noch vor jedem, der diesen Friedhof betritt, denn seit 1868 hat die Gemeinde keinen ihrer Pfarrer mehr zu Grabe getragen. Ein viertes Grab hätte auch keinen Platz mehr unter den Linden gesunden. * Nur über einen der Geringsten derer, die einst zu diesem Dorf gehört haben, sei noch ein Nachwort gestattet. Die Wittve des verstorbenen Pfarrers war mit ihren fünf noch unversorgten Kindern in die Stadt gezogen, als ihre ztveite Tochter erst vor der Kvnsirmatioir stand. Mehrere Jahre später — an einem Sonntag — trug es sich zu, daß diese nach Friedberg kam und auf der Straße von einem jungen Mensche» begrüßt wurde, der ihrem Blick des Nicht- erkennens mit der Frage begegnete: „Ei, Fräulein, kennen Sie mich denn nicht mehr? Ich bin ja der dicke Heinrich!" Nun erwiederte sie den Gruß des stattlich herangewachseneu jungen Burschen, der, wie er sagte, in Friedberg bei einem Schuhmacher in der Lehre stand: und es lag kein Grund vor, sich nicht über ihn zu freuen, denn er sah gesund und brav aus und lvav sehr anständig gekleidet. Er hat sich dnrchzusetzen verstanden, der arme vernachlässigte Sohn des Bogelsbergs, als Bestätigung des im Bolksmund ge- bränchlicl>en Sprichworts: „Was ilves (irgendwie) en Kerl is, daS is en Bugelsbecger". Möchte es ihm auch ferner gut ergangen sein und heute noch ') Aich woaß eabbes heißt: Ich weiß etlvas. *) Aich kaas neit gesaa: Ich kanns nicht sagen. s ) Ei dou beast mein Schatz: Ei du bist mein Schatz. Aut gehen, wenn er noch unter den Lebendigen weilt! Möchte er rm eigenen Hause bei Frau und Kindern die Liebe gefunden haben» an welcher seine Kindheit so arm war! Humoristischer. * Falsche Diagnose. Sie war eine sehr romantische junge Dame, und als sie den jungen Maiur sah, dessen Gesicht mit Schmisse» bedeckt war, machte ihre Phantasie sofort weite Ausflüge. „Ich glaube, ich kann Ihr Geheimnis von Ihrem Gesicht ablesen," sagte sie träumerisch, „Sie haben einmal in Heidelberg studiert und sind gewiß ein deutscher Baron." Er aber schüttelte düster das Haupt. „Ich bin kein Baron, und ich habe nicht in Heidelberg studiert. Ick bin nur in der Friseurschule angestellt, in der die Schüler an mir üben." * I h r e G e n n g t » u ii g. „Warum gibst Du eigentlich jedem Landstreicher, der des Weges kommt, zu essen? Sie arbeiten doch nie für Uns" fragte ein Mann seine Frau. „Nein," antwortete sie, „aber es macht mir doch viel Vergnügen, einen Mann eine Mahlzert essen zu sehen, ohne daß er an allem etwas ans» zusetzen hat." * Aufs Wort befolgt. Ein Maurer ist angeklagt, einen Kollegen, mit dem er zusammen arbeitete, vom Gerüst geworfen zu haben. „Erzählen Sie mir, wie die Sache vor sich gegangen ist," sagt der Richter. „Ja, sehen Sie, Herr Richter, mein Kollege hatte mich beleidigt, und ich gerate immer leicht in Zorn, und so packte ich ihn beim Kragen und hob ihn hoch, und wie er uni« so schwebte, da schrie er: „Laß mich los, Du würgst mich, laß mich los!" Und da habe ich ihn losgelassen. . . ." vüchertisch. — H a n d b u ch d e r Kunstwissenschaft. Heransgegeben von Dr. Fritz Burger, Mümchen, in Verbindung mit den Univ.» Prosessoren Curtius-Erlangen, Egger-Graz, Hartmann-Straßburg, Herzseid und Wulfs-Berlin, Nenwirtb-Wien, Pinder-Darmstadt, Singer-Dresde», Graf Vitzthum-Kiel, Wackernagel-Leipzig, Weese- Beru, Willich und Oberbibliothekar Leidinger-Münchm. Mit ellva 3000 Abbildungen. In Lieferungen ü 1,50 Mk. (Akademische Verlagsgesellschait, Nenbabelsberg.i Lieferung 11: Burger Deutsche Malerei Hest 7. Diese neue Kunstgeschichte luit den Vorzug, daß sie sich mit den Problemen der Kniistwisstmschast in historischer wie künstlerischer Hinsicht nach ganz moderner Weise auseinandersetzt, geistvoll ohne Geistreichelei, klar und doch warmherzig, getragen von einem feinsten Empfinden für das Verborgenste in der Kunst. An der Hand hier zum übcnviegendeu Teil ganz neuen und überraschenden, wie auch geschmackvoll reproduzierten Ansclzanuiigs- materials werden auch dem Laien neue Weg« pnd Ziele auf dem Gebiete der künstlerischen Erkenntnis gewiesen. Die energievolle Wärme der Darstellung verfehlt nicht, in jedem Leser dauerndes Interesse zu erregen und den Willen — nachsühlend — das Kunstwerk mit allen den Bedingungen seiner Entstehung in sich gewissermaßen wieder zu erzeugen. Die vorliegende Lieferung bleibt hinter den srüheren glänzend aiisgestatteten nicht zurück in der Fülle des Interessenten und Schönen, das sie uns bietet. Burger, der verdiente Herausgeber der Kunstgeschichte, spricht über die bayerisch-österreichische Miniaturmalerei, in der sich jene Welt zu formen beginnt, aus der die Großen der deutschen Renaissance gewachsen sind. Da werden unbekannte Schätze deutscher Malerei Vor uns ausgebreitet, die nur wenige Augen wohl bisher in den Tresors der Bibliotheken zu scheu brkommeii haben. Mit scharfem Verständnis deutet der Kunstgelehrte die didaktisch-allegorische Spiu- tiiicrerei der Malerei des Mrttelallers. demoustriert ihre Künst- prinzipieu und beleuchtet ihre Weltanschauung, ihr Fühlen und Denken Das Werk nennt sich allzubescheiden Handbuch. Möge cS in recht viele Häirde kommen. Silbenrätsel. a, am, I», b, el, el, lia, per, gl», gr, gn, len, I, wo, »I, nl, kö, kö, ra. na, sei, tz. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen kü»i Wörter gebildet und derart iiiitereiiiander gesetzt wörden, daß die Anfangs» biichstaben von oben nach mite» und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein geselliges Vergnügen bezeichnen. Es bedeuten ober die einzelnen Wörter der Reihe »ach folgendes: 1. Ein Werkzeug. 2. Bcllebien Singvogel. 3. Uiiiriiehtbares Land. 4. Eine Nnliestäile 5. Sagenhaites Wesen. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: 1. I) dz — l>5 ne 4 — e5 2. Db5-e8|K beliebig. 1. ... K e 4 — e 3: 2. I) b 5 — e 2f K beliebig. 3. 814 —dö, S d 4 — b 5 f und Matt. 3. S f 4 — e 0, S d 4 — e 6 t und Malt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilätS-Biich- und Steindruckerel, R. Lange, Gießen