Lkknierstöchter. Roman von Paul Grabein. (NackHruck verboten.) (Fortsetzung.) , 'ieti'u Dank, meine gnädige Frau. Aber leider ganz nnmög ich. Ich erwarte heute nachmittäg meinen Lehrer, den He tu vom Orientalischen Seminar — wie alle Wady wittagc jetzt. Ich muß Kisuaheli pauken, mit .Hochdruck." „Ah, .Sie sind gar nickst mphr nett, Herr Kyllburg!" „Jci bedaure aufrichtigst, meine gnädige Frau. Aber selbst auf die Gefahr Ihrer allerhöchsten Ungnade hin." Mit scherzhaftem Tone sagte er cg'; doch der Ernst seiner Augen stand dazu in seltsamem Widerspruch. Da sah ihn Astr d plötzlich mit einem ausmerkenden Blick an und quälte ihn nicht weiter, ityklburg verabschiedete sich nun. Als später, am Nachmittag, Gerda bei ihr war, erzählte sic dieser von der Begegnung mit Kyllburg und seinem Entschlüsse. Sie beobachtete dabei die Schwester, die diese Mitteilung jedoch sonderbarerweise ohne jedes Anzeichen einer Ucberraschung hinnahm. Da forschte Astrid: „Ja, wundert dich das denn gar nicht?" Gerda verneinte stumm. Nach Kyllburgs Vcrabschic- bung neulich war sic auf einen solchen Schritt bei ihm gefasst gewesen. Ja, sie hatte ihn erwartet. Da schüttelte Astrid das blonde Haupt. Aber sie schwieg. Als sie dann wieder zu der Schwester hinsah, die so still) dasaß, aber mit einem Hauch von Traurigkeit, der Astrid ins Herz schnitt, da erhob sich diese plötzlich in einem unabweisbaren Ahnen und kam zu ihr hi». „Gerda" — sie legte der Schwester den Arm unr den Hals und sagte leise: „Du brauchst mir gar nichts zu sagen a- nichts. Aber jetzt verstehe ich erst alles. Du Arme, Arme!" In dieser Stunde ermaß zuin erstenmal ein anderes Herz das Leid, das Gerda Keßler trug. * Der Frühling kamt und cs kam eine Zeit, da saß Gerda, wenn sic allein mit sich war, oft still mit gefaG tetcn Händen und träumte vor sich hin. Aber ein verklärtes Leuchten war auf dem Antlitz. Was sie für ein Kränkeln gehalten hatte, ivar ein nur zu natürlicher Zustand gewesen; es ivar ihr jetzt zur (tze-> lvißheit geworden. Die große Verheißung da draußen ivar auch an sic ergangen: Muttergtück ivar ihr beschieden. War das nicht >vie eine Gabe des Schicksals, das cm ihr gutmachen wollte, >vas es gefehlt hatte? War nun nicht ihrem Leben wieder ein Ziel gegeben, ein Inhalt? Und selbst das Verhältnis zu ihrem Manne hatte nun wiede* etwas Innerliches bekommen. Sah sie in ihm doch fortab beit Vater ihres Kindes. Auch Heinz seinerseits blieb nicht unberührt von diesem Wandel der Dinge. Er war wieder froh, liebenswürdig und aufmerksam zu Gerda. Der Stolz des angehenden Vaters, eine ritterliche Dankbarkeit gegen die jung« Mutter. Und er wurde eine Zeitlang häuslicher. Freilich, es hielt nicht allzulange vor. Seiner lebhaften Statur ward dieses Herumsitzen im Hause bei einer schonungsbedürftigen Frau bald zlu viel. Er blieb wohl noch, aber ntatt merkte ihm den Zwang an. Seine gute Laune litt stark darunter. Da war es wieder Gerda selber, die ihn hinaus-, schickte, lvie es ihn ja einmal verlangte. Aber cs geschah jetzt ohne heimliche ■ Bitterkeit. Würde sie doch nun bald ein anderes Wesen ihr eigen nennen. Ein kleines Menschen-, kind, das ganz ihr gehören, das täglich und stündlich um sie sein, das sie immer brauche», immer nach ihr verlangen würde mit seinen weichen, zarten Händchen — und es durchwogte sie ein seliges Glücksgefühl. Mochte da Heinz ruhig seinen Gewohnheiten »achgehen. Wenn er nur dabei die letzten und ernstesten Pflichten gegen sie nicht verletzte. Pflichten, die ihm jetzt doppelt heilig sein mußten. So ging die Zeit dahin. Astrid war jetzt oft bei Gerdä im Hause. Sie freute sich mit der Schwester auf deren Glück, und die beiden jungen Frauen saßen viel, zwischen rosenfarbenen Bändern und duftigen Spitzen, die sich unter ihren geschickten Händen zu allerliebsten winzigen Hüllen für „Baby" verwandelten. Und es war zwischen ihnen so auch oft schon die Rehs von dem «erwarteten kleinen Gast. Die Hauptfrage war stets: was -ein größeres Glück für die Mutter sei — ein Knabe oder ein Mädchen. „Natürlich ein Junge!" entschied Astrid sofort. „Da steckt doch ein ganz anderes Temperament drin." Aber Gerda wiegte leise den Kopf. „Nein, lieber ein Mädel." Und in ihre Züge trat ein inniges Sehnen. „Ein liebes, anschmiegendes Ding, das später einmal bei einem im Hause sitzt. So ein Junge ist so nestflüchtig. Was hat man von ihm?" Aber nach einer Weile des Sinnens fuhr sie nachdenklich fort: „Und doch! Man soll ja nicht an sich denken. Wenn man aber so voransblickt, lvie es einmal später sein wird, da möchte ich fast sagen: lieber ein Knabe." „Wieso das?" „Run, der braucht doch einmal, wenn er groß ist, nicht zu warte», wie .unsereins, bis das Glück zu ihm kommt. Ein Mann schasst sich sein Glück selber. Und überhaupt," ihr Antlitz nmrdc noch ernster, „wir Franc»! UnsereGkatnr weist uns ans die Ehe hin, trotz aller Frauenbewegung. Der Berns bleibt für uns immer nur ein Notbehelf. MeV Ehe und Glück — es deckt sich nicht immer das eine mit dem anderen. Ein Mann dagegen — ich glaube, die meisten siuden ihre wahre Befriedigung ja immer nur im Beruf. Sie köuutcu daher, wen» ihre El(e ein Mißgriff war, nie so ganz unglücklich werden lute unsereiner." — 270 Astrid wußte nichts zu erwidern. Hier tönte jn wieder mit dunkleni, klanglosem Schwirren jene zerrissene Saite in Gerdas Brust. Und dann sagte die Schwester noch einmal: „Ob unsere Mutter sich wohl auch einst so Gedanken gcniacht haben mag über uns und unsere Zukunft?" Astrid hob die Schultern. Da schloß Gerda schwer und ernst: „ES könnte einen beinahe mutlos machen. Wie wenig können. Ivir doch im Grunde unseren Kindern nutzen, mit all unseren heißesten Herzenswünschen. Wir hegen und pflegen, und dann kommt daS Leben und bricht vielleicht in einer einzigen Stunde nieder, ivas >vir in langen Jahren mühevoll aufgebant haben." Doch jetzt ergriff Astrid die Hand der Schwester. „Nun ist's aber genug:, Gerda! Schäm' dich, so Trüb-, sal zu blasen. Muß es denn mit Genxilt immer schlecht nbgehcn? Hier, sieh mich an!" Und die liebenswürdig? kleine Frau stellte sich scherzend vor der Schwester in Positur. „Bekoinmt mir die Ehe nicht vorzüglich? Sogar zu gut. Ich muß nächstens mal ein bißchen Hungerkur! machen —> meine berühmte Taille ist in Gefahr. Eine Familicnkatastrophc! Klans sieht mich schon immer ganz tiefsinnig an. Denn das überlebt er nicht, wenn ich nial ' aus der Fasson gehe. Du weißt ja, er ist ganz aus eng-- lischen Geschmack eingeschworcn. Na, siehst du, Gott sei Dank! nun lächelst du ja schon wieder ein bißchen, lind nun komm: Laß uns ivieder fleißig sein. Sich dies Jäckchen —> wird es nicht einfach süß? Und nun stell' dir erst so ein rosiges, kleines Menschenkind darin vor —- freuen mußt du dich, Gerda, freuen!" Mit einen: dankbaren Lächeln sah Gerda da zn der Schwester hin. * Dann war das Kind da —- ein Knabe. Das Muttersehnen Gerdas lvar erfüllt, aber um schlvercn Preis. Eine endlose Nacht und ivieder einen langen Tag hatte sie um, ihr Leben gerungen. Flnchtbcrcit stand ihre Seele. « Dann hatte die Kunst der Aerzte zwar noch einmal gesiegt: Gerda war dem Leben wiedergewonnen, doch nicht mehr mit der alten Kraft. Ein Herzleiden war zurückgeblieben, ein Leiden sehr ernster Art. Ihr selber freilich Ivnrde die Wahrheit wohltuend ver bei inlicht Wenn Arzt und Faniilie auch jetzt, Ivo ja alles bängst glücklich vorüber >var, ihr noch immer so besorgt zur Schonung rieten, so hielt sie das für übertriebene Vorsicht. Mein Gott, ja die Geschichte hatte sie wohl damals ein bißchen mitgenommen, aber darum auch jetzt noch immer das ängstliche Behüten ivie bei einer Schwerkranken? Sie lächelte darüber. Blühten denn ihre Wangen nun nicht ivie der rosig lvie je zuvor? Strahlte es nicht sonnig ans ihren Augen in Mutterglück unb neugewonnener Gesundheit? Auch.Heinz Keßler, den zuerst die Eröffnung des Sani tätsrats betroffen geniacht hatte, glaubte schließlich nicht mehr recht an den Ernst des Leidens. Gerda sah ja geraden glänzend ans. Tie Besorgnis der Aerzte lvar sicher übertrieben, znm mindesten jetzt nicht mehr begründet. Die elastische Natur seiner jungen Frau hatte sich offenbar von den: empfangenen Schlage inzwischen längst Ivieder erholt. So hatte Keßler denn allmählich sein altes Leben wie der ausgenommen, wie er es vor dem Erscheinen des Kindes ^n führen sich angewöhnt hatte. Er lvar ja im Grunde -w so meinte er — jetzt auch recht überflüssig zn Hanse. Da drehte sich alles um das Babst. Gerda nährte selber, sie hatte sich das mit aller Gewalt nicht nehmen lassen. Diese höchste Mutterseligkeit, ivie sie sagte. Er hatte dazu schließlich nur noch schweigend die Achseln gezuckt. Er seinerseits fand das entsetzlich altmodisch und lleinbürgerlich. Total gegen den guten Geschmack. Aber na wenn es ihr nun einmal eine solche Passion >var, in Gottes Namen denn. Nur durfte sie ihm dann wirtlich keine Vorwürfe machen, wenn er sich auch sein Leben nach seiner Fasson einrichtete. Gerda ivar ja jetzt kann: noch für ihn zn haben. So war Heinz Keßler denn »iel außer dem Hans. Fast jeden Nachmittag lvar er fort. Er ritt viel, machte größere Ausflüge in den Grnneivald, >vie ee Gerda sagte. Aber er bemühte sich, durch allerlei Ansnie» tsnmkeilcn seine Frau andcrloeit zn entschädigen. Kein Tag verging eigentlich, ohne baf’ «e ibr elwas ins Haus schickte oder >:>obt selber »eit- brachte: Blumen, Sachen für ihren Toilettentisch oder auch erlesene Früchte. „Verwöhnt n:ich Heinz jetzt nicht schrecklich?" sagte Gerda da gelegentlich zul Astriid. „Er ist doch gut. Aber ich mag das gar nicht, immer so viel Geld für mich ausziigeben. Ich hab'S ihm auch schoi: oft genug gesagt." „Ja, er ist sehr aufmerksam," erwiderte die Schwester: doch sic hatte dabei ihre eigenen Gedanken. Sie lvar des österen zugegen gelvesen, lvenn Heinz seiner Frau solche Gabe» brachte, und sic halte sich jedesmal eines sonderbaren Gefühls nicht erwehren können: es lvar dabei so etwas Eigenes an ihm, so etwas Befangenes, Gedrücktes - saß, als ob er mit solchen äußeren Beweisen seiner Zuneigung ein geheimes Verfehlen gutmachcn, sich vor sich selber cnl- lastcn wollte. Und Astrid sprach schließlich einmal darüber mit ihrem Manne. „Hör' mal, Klaus, ich glaube, das tut gar nicht gut, daß Gerda ihren: Manne so viele Freiheit läßt." „Wieso —? Meinst du etwa, daß Heinz das miß- brauchen könnte?" „Ja, ich weiß nicht —i ich will ihn: ja nicht unrecht tun, aber er ist immer so merkwürdig. Ob ich nicht am Ende mal mit ihm rede? Natürlich ganz vorsichtig. Nur, cs lväre ja zn furchtbar, lvenn er wirklich —! Gerda verlvändc das ja nicht znm zweitenmal." Klans Pctersen zuckte die Achseln. „Eine heikle Angelegenheit. Aber immerhin, lvenn du dir das zntraust —" „Sicher! Und es läßt mir auch keine Ruhe mehr. Ich! bi» das Gerda einfach schuldig. Sic hat gerade schon genug dnrchgemacht." So benützte denn Astrid die nächste Gelegenheit, die >u1> ihr lbot, um ihrcir Schwager allein zu sprechen. Sie bc- gleitete ihn die Treppe hinunter, als auch sie die Keßlcrsche Wohnung ivie er selber verließ, und als er unten vorm .Haus sich von ihr verabschieden wollte, tat sie, als merkte sie es nicht, sondern trat an seine Seite. »Ich gehe »och ein Stückchen mit. Wir haben ja denselben Weg. Tu wolltest doch zum Tattersall?" Aber es klang ivtic ein geheimer Verdruß ans seiner Stimme: als störe sic. ihn mit dieser unerwarteten Begleitung in seinen Dispositionen. „Ja — natürlich" Es entging Astrid nicht, und ihr stiller Verdacht verstärkte sich da noch. Entschlüsse» sagte sic daher, was sic sich schon zurechtgclegt hatte: „Heinz ich ivvlltc dich schon lange ellvas fragen." „Und was denn?" „Sag' mal - freust b i dich eigentlich über dein Kind?" Er blickte sie etwas überrascht an. Doch dann lächelte er. „Sonderbare Frage! Wie verfällst du denn daraus?" .„Nun, sieh, Heinz aber nicht übel nehme», »ein? — Ich finde, man merkt dir eigentlich ziemlich wenig davon an." Er lachte jetzt, wirklich belustigt. „Tn lieber Gott! Verlangt ihr denn etwa von mir Verzückungen? Kinder, seid doch nicht komisch." Aber die junge Schwägerin blieb diesmal merkwürdiger« lvcisc ganz ernst, > „Ich glaube, Heinz, d» freust dich wirklich nicht. Sri einmal ehrlich." Er schwieg einen Moment, dann sagte er: „Nun ja — tzu dir will ich ganz offen darüber sprechen, Astrid, du bist sa eine vernünftige Fra» und wirst das Gerda nicht wisse» lasse». Also: ich will aus meinem Herze» leine Mördergrube machen — Paterglück? Nein, ich merke im! Grunde nicht recht was davon." „Aber Heinz!" Es tlang ehrlich entrüstet. Docl> er erwiderte mit gutmütiger Ruhe: „Betrachten wir die Sache auch mal ohne jede Sentimentalität. Was habe ich im Grunde von so nem kleine» Schreihals, was jang' ich damit an? Das ist ja für euch Frauen natürlich was anderes. Begreif' ich vollkommen. Ihr seid dem kleinen Wesen eben unentbehrlich Aber nnser- einer? Ei» inniges Verhältnis zn seinem Kinde kann man logischerweisc doch erst dann >>aben, wenn sein Geig voll erwacht ist — also soundso viele Jahre später. Einstweile» aber ist cS einem doch nichts weiter als ein niedliche». Ileines 272 kpielzene, - notobcnc, wenn cs gerade liebenswürdig auf gelegt ist." „Heinz, das sind ja schreckliche Worte!" „Für Fraucnohren vielleicht. Aber es ist doch nn» >»al so. Wenigstens ich kann mir nicht Helsen. Ich gestehe dir auch ganz offen: das ist nicht mein Ehrgeiz gewesen, als icl, heiratete, um den Vater zu spielen, so vald als möglich Bitte, laß mich ansreden. Ich Hab' geheiratet, um meine Fra» für mich zu haben. Aber was Hab' ich so von ihr'? Seit einer Ewigkeit ist Werda einfach nicht mehr für mich da. Mutterpflichte» und kein Ende. Der Mann kann sehen, >vo er bleibt. Na, sag' selbst, Astrid, Hab' ich da Grund, so sehr entzückt zu sein?" „Gewiß, Heinz, ein SViiib fordert auch Opfer, nicht nur von der Frau, die übrigens denn wohl doch noch ganz etwas anderes dabei hergibt, sondern auch voiil Mumie. Aber - " „Kein Aber, Astrid! Ich bin nun einmal kein Normalbürger, der in der .Kinderstube daheim Ersatz für alles andere findet. Nein, ich habe andere Lebensbedürfnisse. Wer kann für seine Natur? Und entsagen - verzichte»? Das hat mir nie gelegen!" Astrid schüttelte bekümmert den Kopf. Endlich sagte sie: „Mit solchen Ansichten — da hättest du aber nie heiraten, dürfen." „Ta magst du wohl recht haben." Sie erschrak über das Wort, noch mehr aber über seinen Don. Wenn das die Schwester hätte mit anhören müssen! Und ihr erschien plötzlich diese Ehe unglückselig — hoff nungslos. (Schluß folgt.) Der Geigenbogen. Novelle von P aal E r » st. Man kann einem Schauspieler ja sei» Alter nicht ansehcn: ein Schauspieler hat das Alter seiner Rollen. ES gibt ein Beispiel von einem siebzigjährigen Leander, der io feurig spielte, daß eine Köchin in einem' herrschaftliche» Hanse ihn, eine» Kalbsbraten schickte: der Doktor sah schon mit zivanzig Fahren so all aus, daß eine Mutter ihn warnend ihrem Sohn zeigte, der durchaus zur Bühne gehen wollte, und ihm sagte: „Sichst Tu diesen gebeugte» Rücke», diesen schleppenden Gang, diese tiefen Runzeln, hörst Du diesen Husten, der den ganzen arme» Mensche» erschüttert? So gehl es dem alten Komödianten: er muß noch immer spielen, während andere Leute in seinem Aller sich Schlafrock und Troddeliiiütze hallen, im Lehnstuhl sitzen und ihren Kamillentee trinke»." Der Doktor hatte aber mit neunzehn Fahren ausgesche» tote ein anderer junger Mensch von neunzehn Fahren. Damals war er »och nicht Schauspieler gewesen, sondern Geiger bei der Truppe. Es war ein sehr guter Geiger damals, und er spielte nicht mir im Theater, sondern auch in der Stadl bei oornehmen Familien, wenn Feste gegeben tvurden. Einnkal halte er bei einer Herzogin gespielt: diese Herzogin war verwitwet und besaß eine einzige sehr schöne Tochter, aus die sic sehr stolz war, denn alle Leirtc sagten, sic sei so schön, tpie sie selber gctvescn in ihrer Jngend. D-a war rin großes Fest in denr Palast, und viele Künstler zeigten sich und übten ihre Kunst aris, bekamen dann vorr, Haushofmeister ihr Geld, aßen in der Küche imb gingen nach Hanse. Der Geiger aber war wieder in den Saal gekoniinen, wie er fein Geld und sein Esse» erlkalten: lind da niemand aus ihn achtete, so durste er bleiben: »nd so stellte er sich allein in eine Ecke und sah dein Tanze zu und blickte immer ans die junge Herzogin. Einmal lvar die inngc Herzogin zn ihni getreten und fragte ihn: „Weshalb sehen Sic mich so an?". Er aber hatte geantwortet: „Ich bin ja nur ein Geiger," und blickte sie sehnsüchtig an: da ic^t« sie: „Nimm mich." In deni Gewühl waren die beiden zusammen ans der Tür gegangen, sie hatte ein Tuch über beu Kops gcwor scn, seine» Arni genommen, und so verließen sie den Palast, ohne daß jemand sic bcnrerkte, und dann lebten sie zusammen in seiner Stube. Wie ihre Mutter erfuhr, >vo sie war, tn schickte sie ihr den Hansbosmeister und ließ sagen, daß sie nicht inieder zu ihr kommen dürfe: da hatte» die beiden über bei, kölnischen Diener gelacht. Wie es ihnen dann schlecht giiig, ivcil der Geiger nicht viel verdiente, da tvar das Mädchen als Schauspielerin ausgetreten, als Jsabella. Ihren ersten Satz sagte sic: als sie aber fort fahre» sollte und sage»: „Leander, Dir allein gehört mein Herz", da hatte sie ihre Rolle vollständig vergesse». Leander wollte ihr Iielsen, er nackte sie bei der .Hand, zerrte sie nach vorn nbr iicu Soufsteiirtasleii und schrie sie an: „Was ivillst Tn mir sagen?" Aber das tvar wohl uugcfdjicfi von ihm gewesen, denn irun verlor sie auch Noch ihre letzte Besonnenheit, auch der Soussleur konnte ihr nicht helfen, und sie sagte ganz ängstlich, wie ein kiel «es Mädchen: „Heute früh habe ich es noch gewußt." Das Pu blikum lachte, der Direktor kam wütend vor ünd sagte dein Publt» kuin, daß die Dame krank sei, der Vorhang siel, und sic durste nie wieder austreten. Sit twinte, und ihr Man» küßte ihr die Tränen fort. Heimlich verskhasstc sie sick» Wäsche zum Waschen und wusch in den' Stirn - den, wo sie allein war, um wenigstens etwas Geld für die Wirtschaft zn verdienen. Aber als dann das Kind erwartet luiitbf, befiel sie mit einem Male ein heftiges Fieber: sie redete irre, sie ließ die Hand ihres Mannes nie au 3 ihrer Hand, sie sagte immer: „Dich siebe ich so sehr, D,i bist so gut zn niir", imb dann kamen ihe die Träne». So starb sie: sie wurde vor dem Tor ans dein Anger begraben, ivcil sie zn den Schauspielern gehörte: ein Hügel ivurde nicht aus das Grab gemacht: man ftampstc die Erde fest und warf den überflüssigen Boden auseinander: ihr Gatte pslanzte ein Ahornbäumchcii auf die Stelle, unter der ihr Herz unten lag, denn ein Rosenbulch oder ein anderer schöner Blumenstock wäre 311 auffällig gewesen, es war verboten, die Gräber der Komödianten 311 bezeichnen. In diesen Tagen, so erzählten die Schauspieler, soll er sein altes Gesicht bekommen haben. Damals tat er auch einen Schwur, niemals mehr für andere Leute Geige zu spielen, 1111b weil er Talent hatte, und mit seinem alten Gesicht so komisch aussah, so ging er nun als Schauspieler und spielte die Nolle» des Doktors: er spielte sie lange Jahre hindurch und machte den Leuten viel Vergnüge». Bis zu seiner Beit tvar der Doktor immer nur eine Nebensigur gewesen, aber weil er ein so guter Schauspieler war, so würden jetzt auch Stücke geschrieben, in denen der Doktor die Hauptrolle hatte. Zuweilen geigte er noch für sich allein, toeim er in seinem Zimmer tvar und niemand ihn hörte. Wie der Ahornbaum, der ans dem Herzen seiner Geliebten wuchs, in den langen Fahren immer größer wurde, da sah er einmal an ihm einen schönen geraden Zweig und dachte: der würde doch einen guten Bogen abgeben. So schnitt er ihn ab, nahm Um nach Hause, ließ ihn gut austrockncn und schnitt dann ans ihm einen Bogen, drechselte die Ringe und die Schraube, dann bc- spannte er ihn: und wie alles fertig tvar, bestrich er die Roßhaare mit Kolophonium Und geigte mit ifjm; da schien ihm sein Strich viel schöner wie vorher. Nun muß man bedenken, daß mit den Fahren aller Gram vergeht, und zuletzt tat cs dem Doktor leid, daß niemand mehr sein Gcigenspicl hören sollte. Wie einmal der Geiger kraut geworden war, sagte er zn dem Direktor, er solle seine Rolle heute einem' anderen geben, denn er möchte gern wieder einmal vor dem Publikum geigen wie i» seinen jungen Jahren, wo er der berühmte Geiger von Rom. gewesen sei, daß sogar junge Herzoginnen sich in ihn verließt hätten. Der Direktor lachte, wenn er sich vorstellte, daß eine junge Herzogin sich in de» närrischen: Doktor verliebt haben sollte, aber weil er ein gutmütiger Mann tvar, so gab er nach, lind so geigte denn der Doktor an dem Abend. An demselben Abend aber war die Mutter seiner verstorbenen Geliebten, die nun inztoischc» eine ganz alte Frau geworden, in das Theater^ gegangen. Sie saß vornehm in ihrer Loge in einem schwarzen Samiiiclktcid, mit der seidenen Maske vor dem Gesicht und hinter ihr stand ein Verwandler, von deni man sagte, daß er ihr Erbe sei. Wie der Bogen strich, der aus dem' Grabe ihres Kindes ge- wachsen tvar, da Ivurde der Dame Ivniiderlich zn Mute: sic lüstete die Maske und trocknete sich die Tränen. Der Herr beugte sich vor und lauschte aus die Töne des Geigers. Wie der Geiger geendet hatte und der Vorhang hochging, stand sie auf, nahm den Arm des Herrn und ging aus ihrer Loge: im Gehen sagte sie leise zu sich: „Fürwahr, ein gesalleneS Kind ist besser wie keines!" Hoofcuelt aus der )aguarjagd. Roosevelt, der in den ersten Berichten über seine südamerik, nische Forschungsreise hauptsächlich Schilderungen von Land uv > Leuten und zoologischen Beobachtungen mitgeteilt hatte, kommt i ' seinem neuesten Berichte, den der „Dailb Telegraph" verössen - licht, zu Fagdabenteuern, und erzählt unter anderem, wie er m.t seinem Sohne Kcrniit ans die Jagnarjagd gezogen ist. Die eingeborenen Begleiter hatten frische Jaguarfährten ans- gespürl: morgens um 2 Uhr, bei Sternenlicht, brach Roosevelt und sein Sohn Kernsit, in Begleitung des Obersten Rondo» und -weier Eingeborener mit seiner Hundemeute auf. Sic stiegen in den Sattel, und ihre kleinen Ponnies, die an das sunipsigc Gebiet, in denk man sich anshielt, gewohnt waren, trugen sie rasch von dannen. Es ging durch Sumpf, durch Wasscrläufe, man schenckle schtascnde Alligatoren ans. Stunde aus Stunde verging, die ersten Vögel wurden wach, die Assen begannen z» schreien, und als die Sonne sich über den Horizont erhoben hatte, tvar ma» in der Nähe, wo die Jaguarfährten gefundcil worden waren. Tie beiden Hunde, die schon öfter zue Jagnarjagd mitgenommen waren — offenbar gehörten sie den Eingeborenen - gaben Lank, sie wurden losgekopmtt »nd sauste» mit der Nase am Bode» davon. Auch die anderen fungeübten 1 Hunde wurden losarlasseu iiiid^solqte» ihnen lärmend. Die Jagd ging häufig durch Wasser und Sumpf, augenscheinlich hatte der Jaguar das Wasser durchaus nicht ge- 272 scheut, das öiinbcaeOett verstau», nach einiger Zeit wurde cS wieder lauter und so nahm NvosSaett an, der Jaguar sei ausge- bännit oder in ein Dickicht gesprungen, Als die Reiter näher kamen, stellte es sich heraus, das; die erste Vermutung richtig sei: die Katze säst auf einem Tarumau-Baume und fauchte ans die Hunde herunter, Rooseoelt wollte sich auf die Hunde nicht verlassen, es ivar immer noch möglich, das; der Jaguar herunter-, sprang und den Hunde» «nikam und so cntschlost er sich, ans litt Meter Abstand zu feuern. Lin einziger Schuh seines kleineil Sprmgsicld-Gewchrs, mit dem er in Afrika Löweu und Elefanten getötet hatte, genügte; das Geschah, eine Spitzkugcl mit Bleispitze holte de» Jaguar vom Banine herunter, „Der Jaguar", so schildert Rovsevelt nun, „ist der König der südamerikanischen Jagdtiere, er steht auf einer Stlife mit de» edelsten Jagdticren Nordamerikas, und bleibt nur hinter den gewaltigen wilden Bestien der Grösstvildjagd in Afrika und Asien zurück. Es Ivar ein erwachsenes Weibchen, das gröstcr und schlverer als ein ausgewachsener asrikanischer Panter oder Leopard war. Es war groß und kräftig gebaut und machte den Eindruck der Kraft, wie ihn ein Tiger oder Löwe, aber kein Leopard oder Pnnia macht, Ucbrigcns stellte cs sich heraus, dah sein Fleisch ein guter Braten war, als wir es abends verzehrten, vbivohl cs nicht so gekocht wurde, wie cs eigentlich hätte gekocht werden sollen. Ich kostete davon, weil ich wuhtc, wie gut Pnmabraten schmeckt, und c? tut mir schon seit langem leid, dah ich in Afrika nicht Löwen- sleisch versucht habe, das sicher gut schmecken must," Am nächsten Tage wurde die Jaguarfagd fortgesetzt, denn auch Kermit Roosevelt sollte zum Schüsse auf den Jaguar komineu. Nachdem man lange einer Jaguarfährte gefolgt war, versuchten die Huichc, die gewaltige Katze zu stellen: der Jaguar entkam ihnen aber mehrmals, schließlich bäumte er auf, und so kam Kernrit Rovsevelt leicht zum Schuß, Auch bei ihm genügte eine Kugel, und als inan die Jagdbeute betrachtete, stellte es sich heraus, daß er mehr Glück gehabt hatte, als sein Vater, Der erlegte Jaguar war ein ganz gcivaltigcr Bursch', der etwa doppelt so grob wie ein erwachsener männlicher afrikanischer Leopard war: er ivog ebensoviel, wie die kleinste erwachsene Löwin, die die Roosevelts in Afrika erlegt hatten. Auch ini Körperbau kam er dem Löwen nahe. Er war durchaus nicht so schlank und lang, sonder» massig und untersetzt gebaut. Die Decke war außerordentlich schon, von seidigem Glan.ze, Es stellte sich übrigens heraus, das; Kermit Roosevelt die Gegend von einem Jaguar befreit hatte, der dort lange als Landplage gegolten hatte. Er hatte zu den tlebcrschwemmnngszeiten die Gewohnheit gehabt, sich in der Nähe von Farmhäusern auf- zuhalte», und hatte dabei eine ganze Anzahl von Kühen und jungen Stieren erschlagen, _• Vermischter. — Ein mathcmatischcs'Genic, An der Universität Cambridge, dem Hort der mathematischen Studien in England, erregt gegenwärtig ein junger Hindu, S, Ramanujan, das lebhafteste Jirteresse, der ohne jede höhere Schulung bereits hervorragende Leistungen in der Mathematik vollbracht hat. Er stammt ans Madras und ist jetzt 26 Jahre alt. Er hat nur die gewöhnliche Schulbildung in Indien genossen und nie mit der Universität von Madras in Verbindung gestanden: bis vor etwa einem Jahre hatte er eine bescheidene Stellung als Schreiber, Seine mathematische Ausbildung ist, wie einer der Professoren der Universität aussührt, geradezu ein Wunder, Vor etwa I V,. Jahren schrieb er au den Professor in Cambridge, sprach von seinen mathematische» Studien und sandte ihm eine Anzahl von Lösungen mathematischer Probleme ein, die sich besonders auf die Zahlentheorie und die Theorie der elliptischen Funktionen bezog. Viele darunter waren vollkom- nien neu: andere waren schon früher von Mathematikern gesunde», ohne daß der junge Indier je von diesen Arbeiten gehört hätte. Er hat nur eine sehr geringe Kenntnis der modernen Mathematik und der Arbeit, die in den letzten 50 Jahren ans diesem Gebiete geleistet worden ist. Dabei hatte er eine ganze Anzahl von wisse» schastlickien Erkenntnissen, die in den letzten hundert Jahren von den führenden Geistern der Mathematik gesunden worden sind, für sich selbst neu entdeckt. Er ist jetzt nach England gckommeil, um seine geniale Begabung durch systematische Studien zur vollen Entwicklung zu bringen. Während er sich bereits mit den höchsten Problemen beschästigt und selbständig Lösungen gesunden hat, stellt er in manchem elementaren Wissen hinter den Studenten der ersten Semester zurück. Man glaubt daher, daß man von dem jugendlichen Genie nach einem gründlichen Studium noch die höchsten Dinge erwarten kann, A u s r o d e u v o n B a u m st ü m p f c u mit H ilse v o u S ii u r e u, Dos Ausroden von älteren Bannrstümpfcn ist eine sehr mühevolle, zeitraubende und kostspielige Arbeit, wenn e» mit Hilfe von Hacke und Spaten geschieht, und picl leichter wird die Arbeit nicht, wenn man die verschiedenen sür diesen Zweck angegebenen Hilssapparatc und Zugtiere zu Hille nimmt. Man ist deshalb in »euerer Zeit dazu übcrgegaugeu, solche Baumstümpse durch Sprengen zu zertrümmern und aus dein Boden zu entferne» und kommt aus diese Weise auch ziemlich rasch und sicher zum Ziele, Wenn aber Zeit vorhanden ist, erscheint eine andere Art der Beseitigung von Baumstümpfen sehr einfach' und zweckinästig, die nach dem „Prometheus" (Leipzig,Otto Spaniers darin besteht, das; man mit dcnr Holzbohrer in den Stumpf ein senkrechtes Loch von 2—5 Zentimeter Durchmesser und entsprechender Tiefe bohrt und'dieses zur Hälfte viit Salpetersäure füllt, auf'die nian daun noch eine gleiche Menge Schwefel üure gießt. Wenn man daraus das Loch durch einen hölzernen Pfropfen fest verschließt, findet man nach etwa sllns Wochen die grüßten Baunvsti'unpsc aus härtesten! Holze von den Säuren soweit zerstört, daß «Nein sie bequem mit einer Hacke auseinander schlagen und entfernen kann, Sprachccke der Allgemeinen Deutschen SprachvereiNi. * Gaukler» u u d S e i l t ä » z e r k ü n I l c. Wer «»»erkünstelt ist und a»> dem festen Boden der Muttersprache bleibt, der hat wohl bisweilen, wenn er de» Fremdivörtlcrn zuhört, ähnliche Einpiindmigcii ivie einst in Ingeudtngcii, als er beklommenen Herzens den Künsten der Seiltänzer znschautc: wen» die Kerle sich bloß nicht den Hals, ich ivollte sagen: die Zunge brechenI Aber es geschieht tatiächlich nicht, denn, wie die Gaukler i»>d Scillänzer von Jugend ans ihren Körper geübt und zu den schwierigste» Verrenkungen fällig gemacht l>abcn, so wird der Deutsche schon früh z» geschickter Aussprache der Iiemdartiaste» Wörter nngeleilet, und wenn er das nur später mit Eifer fort cht, dann dars er seiner Zunge getrost die gewagieste» Lantveibnidiingcn ziiiimlen, er wird iiiemals stolpern ii»d ist des Beualls der Menge stets gewiß. Was sind ihm Wörter w e Reinlineration lind Rektifikation, ivie Origüiali- tät Mid Proportionalität, wie charakterisiereil Niid modifizieren, — die bringt ja jeder, der über eme i leidlichen Zungenschlag verfügt, über die Lippe»: etwas anderes ist cs schon mit Zeitwörter», ivie kremplisiziere» lind iiidividlialiüerc», mit Houptivörtern ivie Natnralisalion >i»d Dezcntra isalion, ivie Reziprozität lind Exterritorialität, ivie Jnkonivatibilität »iid Jdeciiasjoziatio». Was loürdcu ivohl die Frcindwortsreund« sage», lucim wir ihnen auch nur annähernd so schivierige Z»»gcnübi,i>ge>i ii, deutscher Sprache ziimlitcll wollten! ülber srcilich—ivärc der deutsche AnSdrnck solcher Mühe wert? R. PalleSke (Landeshut t. Schl.) vttchertisch. — De u t schc 2 ichtcr Gedächtnis - 2 tistung, Zu den reichlich 50 Namen, die man zu den Klassikern der deutschen Litcratlir rechnet, ist letzt durch den Tod Paul Hchses ein neuer hinzugekonrnien. Der Anspruch dieses Dichters aus klassische Geltung dürfte kaum bestritten werden, da ec in der Herrschaft über die Form in der 2, Halste des 19, Jahrhunderts kaum Seinesgleichen hat. Als Novellist und Romanschriststeller als Dramatiker und Lyriker zeigte' Heyse eine erstaunliche Fruchtbarkeit, Seine bei Evita erschienenen Werke umfassen nicht we< »iger als 86 Bände, In einer billigen Ausgabe ist jüngst die Novelle „Andrea Delfin", die packende Geschichte einer veneiiani- schcn Verschwörung, von der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stistiiiig in Hamburg-Großborstel heransgegeben (geh, 30 Pfennig, geb, 60 Pfennig). — Al t - Fr a ii kf u r t. Tic Gartenlaube bringt in ilfrer Nr. 1t eine Seite Originalradiernngen von Henna»n A, Webster, von denen eine Anzahl einen Artikel de» Dr, Julius Ziehen illustriert. Wer mit den Plätzcheii und Gassen, den Brücken und Tünnen der alten Reichsstadt ani Main vertraut ist, der wird bcini Betrachten der Radierungen mit Erstaunen sehen, tvieviel verborgene Schönheit das alte Frankfurt birgt, lind wer nur die neueren Teile der Stadt kennt, der wird sicher bei seinem iiäch- sten Besuch auch mal eiuen Gang durch das äußerst malerische Alt-Frankfurt nutcruehmen, durch die ehrwürdige Kaiscrstadt, wie sie Goethe in seiner Jugend schon sah. Sitatenrätsrl. Aus jcdeni der kolgeiideu Zitate ist'einWort z>, nehiiieii, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Wer ivollte sich mit Krillen plage», Co laug imS Lenz n»d Jugend bliih'n ? 2. Es ist Arznei, nicht Gil3|!)17|258j 81 ?68|81 |M3'917 • 317 643; 81 '258 Redaktion : R. 91 * n r o t h. — Rotationsdruck und Perlaa der Brühl'schen llniversitäts-Buck- und Tteindruckerei, R. Lange, Gienen,