Dkkizierstöchtrr. Roman von Paul Grabetn. (Nachdruck Verbolm.) (Fortsetzung.) Heinz Keßler aber ward noch lebendiger in seiner Unterhaltung Er suhlte jenes geheimnisvolle Ueberströmen voir ihr zu ihm und zurück; wie cs zwei Menschen empfinden, oft gleich beim ersten Begegne». Jenes instinktive, aber untrügliche Gefühl, einander zu gefallen; ein Ahnen von Dingen, die da kommen tverden Und so kam in seine ganze Haltung, in seinen Ton eine leise Vertraulichkeit. Miezi Molnar duldete es ohne Bedenken, ja, gerb sich auch ihrerseits dem geheimnisvollen Reiz dieser erste», aller- leis slen Wechselbeziehungen hin. Aber sie ließ dabei die Umwelt nicht so außer acht wie er. Und so sagte sie ihm plötzlich halblaut, mit einem gedämpften Warnen im Ton, aber ihn dabei ganz unbefangen «.«lachend: „Sie - i glaub', Ihre Frau Ger lin hat Sehnsucht najch Ihnen. Sie schaut alleweil so her. „Meine Frau?" und er bog sich unwillkürlich etwas zurück von ihr. „Ja, das ist doch die Dame dort bei dem Larun seiner Frau — die schlanke Brünette. Uebrigens a ganz an apartes G'sicht. I moach Ihne niein Kompliment, Herr Keßler." Und sie blitzte ihn jetzt an, mit leiser Schelmerei. Aber seine Stinr umwölkte sich, und er erwiderte nichts. Langsam kehrte er sich jetzt doch nach Gerda um. Er sah einen Moment noch ihr Antlitz zu ihnen beiden hergewandt, mit einem ernsten Ausdruck. Nun aber blickte sie fort, in den Kreis der Damen driibcn hinein. Da stand er auf, doch nur widerstrebend, und blickte jetzt ans Miezi Molnar nieder. Sie saß vor ihm mit ihrem unschuldigsten Lächeln und spielte init ihren: Fächer. „In der Tat, meine Frau scheint sich zu langweilen. Ich muß wohl mal hinüber. Aber sagen Sie wann plan-, der» wir wieder einmal?" Sie öffnete nur mit einem Achselzucken den Fächer. Da drängte er: „Bitte!" „Liegt Ihnen denn wirklich gar so viel daran?" Und fragend sahen ihn ihre Sammetaugen von unten her an. Er autivortete nur mit einem leidenschaftlichen Zusam- menpressen der Lippen. Da klappte sie langsain de» Fächer wieder ineinander. „Wollen'S vielleicht amoal a Schalerl Tee bei mir trinken?" „Waim?" „Wann's mögen." „Also morgen!" Sie lächelte »nieder vor sich nieder; ganz harmlos. Aber in ihren Augen stand ein geheimes Grüßen, als sie nun zu ihm auisah: „Alsdann, auf Wiederschaun — morgen." . Und auch sie erhob sich. * Gerda und Heinz fuhren bald daraus heim. Ein paar Minuten sprachen sie nichts miteinander. Dann zog er das Zigarettenetui. „Du erlaubst doch?" Der Wagen war geschlossen. Sie nickte nur, und sie schwiegen weiter, tvährend er etlvas hastig vor sich hinrauchte. Er hatte dabei ein uns behagliches Gefühl, als ob ße sich doch in Gedanken mit ihm beschäftigte. Mit ihren Beobachtungen vorhin an ihm und der Molnar. Er hatte sich da doch ivohl gleich etwas zu sehr ins Zeug gelegt. Sein leidiges Temperament! Nun war sie am Ende gar eifersüchtig — zum mindesten aber ernstlich verstimmt. Er kannte ja ihre Anschauungen. So gar kein Verständnis für die Freiheiten des Künstlers, der doch mit anderem Maß gemessen sein will als jeder x-beliebige Durchschnitts- Philister! Er tat einen großen Zug und blies den Rauch energisch von sich. Aber dann drückte er die Zigarette im Aschenbecher der Wagentür aus. Immerhin — so etwas war doch unbequem im Hause. Solch heimliches Schniollen. Besser, man ging der 'Sache gleich einmal aus den Grund. Und unvermittelt richtete er plötzlich an sie die Frage: „Du hättest es wohl lieber gesehen, wenn ich mich nicht mit der Molnar unterhalten hätte'?" „O — wenn du doch einmal Gefallen au ihrer Unterhaltung suchest." Er biß sich auf die Lippen. In ihrem Ton lag so viel Geringschätzung. „Was hast du eigentlich an ihr auszusetzen?" Es klang herrisch. Da wandte sie ihm den Kopf zu, mit einem großen, erstaunten Blick, und erwiderte nur: „Ich glaube kaum, daß es Zweck hat, uns darüber M unterhalten. Du tvürdest mich doch nicht verstehen." Uird wieder wehte es ihn aus ihren Worten an wie ein frostiger Hauch. Diesmal galt es ihm selber. Heiß schoß es ihni in die Schläfe. „Nun, >oie cs dir beliebt." Er ivarj fick), ihr abgekehrt, in die Wagenecke. Kein Wort fiel inehr zwischen ihnen auf der ganzen weiteren Fahrt. 4 - Seitdem war Gerda Keßler noch viel einsamer als vorher. Ihr Mann ging ihr offenbar aus dem Wege, anstatt er sich bemüht hätte, ihr wieder näherzukoimnen. Selbst an den Nachmittagen tvar er jetzt immer aus dem Hause. Der Winter hatte inzwischen Einzug gehalten. Es war sogar ein anhaltender, starker Frost eingetretcn. Selbst 242 — die Natureisbahnen waren heute eröffnet worden. Und die lachende Sonne lockte hinaus zu dem erfrischenden, frohen Sport draußen im Tiergarten. Auch über Gerda war da ei» Sehnen gekommen, der Trübsal um sie her zu entfliehen. Das Schlittschuhlaufen war ihr früher in Ellerstedt ja immer die liebste Winter-t freude gewesen. Und so hatte denn auch sie heute den Weg zum Neuen Sec gefunden, gleich so vielen anderen, die einmal der Stubenlust entrinnen wollten. Aber her Besuch der Bahn hatte sie stark enttäuscht. Wohl war da um sie her ein frohes Gewühl: Tausende von Menschen mit frischen, strahlenden Mienen, die sich nach den Klängen des Orchesters im Lause wiegten. Aber alles Paare oder größere Gruppen. Keiner lief für sich. Nur sie war sich selbst überlassen: sie allein war ausgenom-, men von dieser großen Fröhlichkeit. Und nie war das Gefühl der Verlassenheit stärker in Gerda gewesen, als hier in dieser tausendköpfigen Menge. Das war wie das Leben: kalt und flihllos. Keiner von denen, die da glücklich waren, fragte nach dein Einsamen, der abseits stand. So stark ward schließlich das Empfinden, so quälend, daß Gerda sich plötzlich abschnallen ließ. Sie mußte fort von hier, sollte es nicht über sie kommen — ein haltloses Zusammenbrechen. In der Dämmerung des frühen Winterabends schritt die junge Frau so langsam durch den Tiergarten dahin. Den Kopf gesenkt, die Hände in dem Muss vergraben. So ging sie wieder heim. Heim — gab es das für sie? Warum war sie eigentlich da in dem Hause, an der Seite des Mannes, dem sie so gar nichts war im Grunde? Und weiter noch ging dies trostlose Sichselbstbefrägcn. Rückwärts — ganz bis zum Anfang. War sie Heinz ivohl überhaupt je etwas gewesen? In Wahrheit. Hatten im Grunde nicht damals bloß seine Sinne nach ihr begehrt? Und nun, wo der Rausch verflogen, tand da vor ihnen beiden die frostige, kahle Erkenntnis: ie hatten nichts Tieferes gemein miteinander. Nichts, was >en Baugrund einer wirklichen Ehe abgegeben hätte. Ja — sie könnte das Auge nicht mehr vor dieser Er-f kenntnis verschließen. Und unabweisbar, als Schlußglied der Kette, drängte sich zu diesen Fragen noch eine letzte: Hatte dann aber dies alles noch Sinn? Daß sie bei ihm blieb, dem sie im Innersten fremd lvar? War diese Gemeinschaft nicht vielmehr entwürdigend? So ganz war Gerda in ihre Gedanke» versunken, daß sie an einer Biegung des Weges, der sie noch immer längs des Seeusers hinsührte, fast auf einen Herrn ge-> stoßen wäre — einen Offizier, der ihr langsam entgegen-! kam; seinerseits wohl in den Anblick des Treibens drunten auf der Eissläche vertieft, über dem jetzt das bläuliche Licht der Bogenlampen aufgeflammt war. „Pardon!" Und der Ossizier wollte dienstfertig beiseite treten, aber da erkannten sich beide. Kyllburg stand ihr gegenüber. „Sie.—!" Es entfuhr ihm ganz bestürzt. So dicht hatte er plötzlich vor ihr gestanden, ganz unvermutet. Das hatte er ja nicht erwartet, als er heute wie immer den gewohnten Nachmittagsspaziergang in den Tiergarten angetreten hatte. Gerda nickte nur, aber ihre Hand blieb im Muff. Sein Anblick löste all die Bitterkeit in ihr, die sich allmählich gegen ihn angehäust hatte. Daß auch er es gemacht wie all die anderen — sich vorsichtig und kühl urückgezogen hatte von einem Verkehr, der nicht mehr ut „möglich" war. Er merkte wohl, daß da etwas in ihr vorging!. Aber u sehr war er noch mit sich selber beschäftigt, daß er erst hr gegenüber wieder den ruhigen Tön fand. So trat er denn nur neben sie, die weitergehen wollte, um sich ihr anzuschließen, aber sprach noch nichts. Doch da hörte er sie plötzlich sagen: „Bitte, tun Sie sich keine» Zwang an — Sie gehen vielleicht lieber allein." So herb klang das, so bitter, daß er aushorchte. „Gnädige Frau!" Und nun, als er beim matten Schein des Lichtes drüben ihr blasses Gesicht sah, in dem trotz aller Starrheit doch die Erregung zitterte, forschte er betroffen: „Was haben Sie gegen mich?" „Bedarf es noch der Worte? Ist Ihr Fernbleiben nicht schon Erklärung genug?" „Wie — Sie könnten glauben — ? Das glauben?" Mit einem Male begriff er. Der tödlich verletzte Stolz sprach ja zu beredt aus ihren Zügen, lind nochmals tat er da seine Frage. „Wie konnten Sie das glauben von mir!" Aber sie schüttelte den Kopf, ohne ihn anzublicken. „Geben Sie sich doch nur keine Mühe — aus Mitleid! Sie täuschen mich nicht." Da blieb er stehen . Es war an einer stillen Stelle des Weges, der hier vom offenen Seeufer abwich, und vorgelagertes Buschwerk warf seine Schatten über sie. „Frau Gerda —!" zum erstenmal drängte sich ihm wieder der einst so vertraute Nanie über seine Lippen —• „da Sic mich denn zwingen — wollen Sie wissen, warum ich nicht kam?" Sie sah jetzt doch zu ihm auf. In seiner Stimm« eben, da war so etwas —, und es überran» sie plötzlich. Ein Erinnern: damals —, als er so jäh nach ihren Händen gegriffen. hattd! Was würde er ihr zu sagen habe»? Und das Herz schlug ihr mit einemmal bis in den Hals hinauf. Nein, nein! Sie wollte cs ihm zurufen und weitcr- geheu, mit bebenden Knien: aber da hörte sie ihn schon sagen: „Weil ich nicht durste, Gerda — als Mann von Ehre." Sic schloß die Augen. Einen Moment war es, als ob ihre Gestalt schwanken wollte. Dann aber entrang es sich ihr: „Gehen Sie — ich bitte Sie!" Seine Augen brannten. Aus dem Dunkel leuchtete ihm ihr Antlitz entgegen — so süß in seiner Totenblässe. „Gerda!" Sie spürte seinen erregten Atem in ihrem Gesicht. Ein Schauer lief durch sie hin. Sie fühlte, wie die Kraft von ihr weichen wollte. Da sah sie zu ihm auf — ein Flehen, ein Beschwören. Ein Blick, den er »ie vergessen würde. Er fühlte es — nie! Ihr ganzes Sein lag in diesen! einen Blicke. Und sie legte es in seine Hand. Da hast du mich '— und nun vernichte mich, wenn du nicht anders kannst. Jeder Nerv spannte sich in ihm zum Zerreißen. Dieser Augenblick entschied ja auch über sein Leben. Dann aber plötzlich ein Ruck durch seinen ganzen Körper, und er Ivandte sich ab. Ein kurzes Herumwerfen. Und ohne ein Wort ging er davon. Sein eilender Schritt verhallte auf dem hartgefrorenen Boden. Gerda entfernte sich in entgegengesetzter Richtung: säst ein Davonstürzen, ohne acht auf dön Weg. So lief sie durchs Dunkel. In ihr ganz unbekannte, nicht mehr beleuchtete Teile des großen Parkes. Wer sie merkte nichts davon. Nur das eine cnipfand sie: hier war sie unbeobachtet, allein mit sich. Und da stürzten ihr Plötzlich die Tränen aus den Augen — heiße, verzweifelte Tränen. Sie galten dem Manne, der sie liebte, noch immer; der nie anfgehört hatte, sie zu lieben, und dem sie verloren war. Und galten ihr selber. Wenn sie doch ihre Natur besser erkannt hätte, damals in jener Stunde der Entscheidung! Wäre nicht jener andere Weg der richtige gewesen, den Walter Kyllburg mit ihr hatte gehen wollen? Und Ivenn er auch durch Entbehrungen geführt hätte — die Sonne der Liebe wäre über ihm gewesen. Und wieder gingen die Tage hin, in dumpfem Gleichmaß. Bis dann eine Unterbrechung für Gerda kam. Pe- terjens waren doch noch vor Weihnachten nach Berlin gekommen. Freilich nur für ein paar Tage: Klaus hatte unerwartet hier geschäftlich zu tun und Astrid da natürlich mitgenommen. (Fortsetzung folgt.) Alt-Gießen. Von Obcrbibliothekar Dr. Karl Ebel. (Nach einem am 18. März d. I. in der Vereinigung siir Volks kund« gehaltenen Bortrag.) Die Vereinigung für Volkskunde hat eine Reihe von Vorträgen über alte Städte veranstaltet: Lanbach, Lauterbach, Schlitz. Wenn wir heute Gießen dieser Reil-e anfügen, so besteht die Gefahr, daß ein Vergleich zwischen unserer Stadt und jeneit Städtchen leicht 243 ui Ungunsten der elfteren ausfaklen kann In kleinen Orten mit halb ländlichen, Charakter erhält sich das Alte verhältnismäßig besser als in einer ausstrebenden Stadt mit modernen Perkehrsformen, die ihre Opfer fordern. Reiche Burgergeschlechter, deren, inonumentalc Wohn- und Geschäftshäuser diesem Prozeß erfolgreichen Widerstand hätten leisten können, hat es hier kaum gegeben. Vielleicht hängt der Mangel an Pietät sür das Althergebrachte gerade mit diesem Umstand zusammen. Aber auch eine selbstbewußte Sckstitzung des Eigenen müssen wir schmerzlich vermissen. „Das ist nicht weit her/' ist die stehende Bezeichnung sür Minderwertiges; was aus heimischem Boden erwachsen ist, hat keinen Wert. Den vergangenen Generationen kann ich diesen Vorwurf nicht ersparen. Wie hätten sie sonst dulden können, daß man die alte Pankratius-- kirche, einen verhältnismäßig stolzen gotischen Bau, beseitigte, statt sie stehen zu lassen und eine neue Kirche pn eine anderst Stelle zu setzen! Wie konnte das alte Kollegienhaus am Brand, ein Erzeugnis edler Renaissance, durch die entsetzliche „Zigarrenkiste" ersetzt werden! Das Märchen von der Bausälligkeit war hier wie bei der Kirche entlveder nur ein Vorwand oder doch mindestens eine sträslichc Gedankenlosigkeit. Auch die alten Festungstürmc und die alte Neustädter Stadtpsortc hat man pietätlos weggerissen, und was gäben wir heute darum, wenn wir diese Zeugen einer nicht unrühnilichen Vergangenheit, die Zeugen einer Zeit, in der Gießen das stärkste Bollwerk der alten Landgrafschast war, noch besäßen! Nie und nimmer wären sie Hindernisse des Verkehrs geworden, ebensowenig wie in anderen Städten, die ihre alten. Türme zum unschätzbaren Vorteil des Stadtbildes pietätvoll erhalten haben. Wer ein Geist des Hasses gegen das Alte schien die Bürgerschast zu beseelen, ©in höchst mangelhaftes Interesse der Regierrlng sür die Hauptstadt des „hessischzen Sibiriens" konnte nicht als Korrektiv wirken. Es schien, als hätte man nicht schnell genug die letzten Reste des Gürtels vernichten können, der drei Jahrhunderte lang die kleine Stadt umspannt hatte. Und doch kann er kaum allzu eng gewesen sein. Denn^wie lange hat es noch gedauert, ehe vor den Toren wirUich neue Stadtteile zu erwachsen begannen! Die Süd-Anlage ward erst in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zur „Neuen Anlage". Ost-Anlage und die östlich von beiden gelegenen Straßen sind ganz jungen Datums, lieber die Neustadt hinaus ivurdc früher überhaupt nicht gebaut, und nur vor dem Walltor und dein Selterstor. streckte die Stadt schüchterne Fühlhörner aus. Wenn im Interesse künftiger Ausdehnung Wall und Graben selbstverständlich verschwinden mußten, mit der Beseitigung zweifellos malerischer und künstlerischer Bauwerke hätte man es nicht so eilig zu haben brauckien. Aber auch gesetzt den Fall, man hätte damals die crsorderliche Einsicht besessen, ganz gewiß wäre die Unterltoltung der Gebäude zur Streitfrage geworden, bis zu deren Austrag sich bei ihnen der in Gießen wohlbekannte Zustand der „Krachenburgen" entwickeln konnte. Man riß also weg, was irgendivie im Wege zu sein schien, und nicht nur össentlichc Gebäude Wie groß die Gefahr sür unser stolzestes Bürgerhaus, die alte Hirschapolheke am Markt, gewesen ist, das hat nian erst kürzlich in den „Gießenee Familienblättern" (1914 Nr. 27) lesen können. Was uns allein n!och so ziemlich — nicht unversehrt — erhalten geblieben ist, find unsere Straßen- züae Aber auch sie sind gefährdet. Die „Schaffung von Licht und Luft" ist i» der Oefsentlichkeit zu einem verhängnisvollen Schlagwort geworden. Um nicht mißverstanden zu werden, will ich ausdrücklich betonen, daß selbstverständlich die besten gesundheitlichen Verhältnisse geschaffen tverden müssen. Aber dabei können wir den Grundcharakter der Straßenanlage nicht ändern, ohne unsere Eigenart zu vernichten. Die aber müssen wir unter allen Umständen erhalten. Breite, gerade Straßen kann jede beliebige Stadt bauen, unsere ivundervollen Straßcnbilder sind unser Eigenstes. Man vergleiche den älteren Teil des Selterswegs mit dem neueren, etwa von der Wolkengasse an. Welcher der charakterlose von beiden ist, wird jeder sofort herausfiuden. Die eigenartigg Schönheit unserer Altstadt offenbart sich besonders gut zur Nachtzeit. Ich kenne viele Fremde, denen das ausgefallen ist, und die mit großer Freude diese altertümliche Bauweise genossen haben. Hier ist ein Punkt, an dem eingesetzt werden kann, un, den FrenHen- verkehr zu heben. Man täusche sich nicht: Der moderne Mensch beginnt wieder seine Blicke nach dem Wien, Traulichen zu richten, das ihm Ruhe und Erholung von der Unrast des Tages verspricht. Da werden altertümliche Städte zu Anziehungspunkten für Durchreisende und für solche, die sich zur Ruhe setzen. Wenn aber nun doch einmal weggerisscn werden muß, dann darf es nicht geschehen, ohne daß man mindestens Gleichwertiges an seine Stelle setzt. Oft kann man die Beobachtung nmchen, daß einer nur so lange sür „Licht und Lust" schivärmt, bis er selbst ein Geschäftshaus im Inneren der Stadt neu oder umbauen will. Dann kann er seine Stockwerke nicht hoch geimg zum Himmel führen, ob er gleich den Nachbar damit erdrückt. Hier sollte jeder lernen, vernicintliche Vorteile nicht auf Kosten des Nachbarn und d«S ganzen Gemeinnwscns zu suchen. Schauen nur uns jetzt die Stadt genauer an. Was von Alt-Gießen den meisten bekannt ist, ist wenig Rühmliches. löaukhardt, Bahrdt, Crome u. a. bis herab zu Karl Vogt haben uns das Städtchen geschildert als schmutziges sumpfiges Nest, ohne lebendiges Wasser, ohne gute Lust, die angeblich durch die hohen Wälle abgchalten wird. Enge, krumme Gassen voller Unrat. Kleine häßliche Häuser, davor offene Misthaujen, die ungesunde Dünste verbreiten. Kurz eine Stadt, die auswärts wegen dieser Zustände geradezu verrufen ist. Eine Festung ist Gießen nur dem Namen „ach. Mauern und Wälle sind schadhaft. Sie würden auch nichts nützen im Ernstfall, da die anliegenden Höhen eine wirksame Beschießung erleichtern. Daß das Leben in einem solchen Nest den einzige» Vorzug der Wohlfeilheit hat, ist kein ausreichender Ersatz sür alle diese Mängel. Das Bild, das uns in diesen Farben gemalt wird, ist zweifellos der Wirklichkeit sehr ähnlich gewesen. Wir haben es ja noch selber erlebt, was man zu gewissen Zeiten an Schmutz hat ertragen müssen; erst der jüngeren Vergangenheit ist es gelungen, den Schmutz, den der fumpsige Untergrund unserer Stadt verursacht, wirksam zu bekämpfen. Auch die Wasserverhältnisse sind erst seit einigen Jahrzehnten einwandfrei gut. Mer ganz so schlimm, wie es aus all den Stimmen, die Otto Büchner einst zusammengestellt hat, klingt, kann es doch nicht gewesen sein. Es gab doch auch Leute, die gerne in Gießen lebten, denen die Stadt etwas bedeutete, ja, die mit Entzücken von ihr sprachen. Es ist Tatsache, daß Alt-Gießen eine ganze Anzahl Lobredner gefunden hat, die cs sogar in Versen besangen. Wenn mast allerdings von der Güte der Verse auf die Güte des Objekts schließen wollte, dann wüste es sür den Ruhm unserer guten Stadt besser, ich schwiege davon sein still. Dennoch will ich es wagen, auch einmal von denen zu reden, denen es bei uns gefallen hat, und die etwas für Gießens guten Ruf getan haben. Da ist zunächst der alte D i l i ch, der, als er noch jung war, im Lande Hesse» herumzog und Städte, Städtlein und Burgen mit seineni zierlichen Griffel abkonterfeite. Er hat unserer Stadt ein größeres Bild gewidmet, das sich in seiner hessischen Chronica recht malerisch präsentiert. Ein anderes von diesem verschiedenes Bild findet sich in seiner Synopsis descriptionis totius Hassiae vom Jahre 1591. Auch Abraham Saur von Frankenberg hat in seinem 1595 erschienenen Ideatrum urbium, einem der ersten Reiseführer, Gießen erwähnt. Das Bild, das er beigcben wollte, ist aber durch folgendes Distichon ersetzt: Daliter ostentat praetextas aggere fossas Giessa, per Hassiaoos nobile robur agros. Also zeigt ihren Wall und rings Umfassende Gräben Gießen, die edelste jBnrg in den hessischen Gan'u. Aber er fügt auch hinzu: Ehemals „ist ein Heingraben umb- hero und, wie Man sagt, aufs dem Mdrkt so tieff gewesen, daß die Wagen bis an die Axen sehn eingegangen". Der nächste, der Gießen im Bilde verewigt hat, ist — allen wohlbekannt — Matthacus Merian. Sein wunderbar klarer tmd übersichtlicher Stich, der jedoch eine geivisse Nüchternheit nicht entbehrt, ^eigt uns die Stadl, wie sie um das Jahr 1650 ausgesehen hat. Die Nüchternheit des Blattes macht cs uns um so wertvoller, als wir die historische Glaubwürdigkeit der Einzelheiten an Dilich und anderen (späteren) Bildern leicht nachprüsen können. Von diesen ist es namentlich das Reulingsche Bild, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sich durch sein« treue Zeichnung und klare Farbengebung auszeichnet. Neuling war ein Gießencr Maler, der seine Kunst ziemlich handwerksmäßig ausübte und sich mit seiner zahlreichen Familie recht und schlecht durchs Leben schlug. Als die Festungswerke gefallen waren und Gießen als offene Stadt dalag, hat F. C. Reinermann, dessen Aquarelle von Städten der Lahn-, Main- und Rheinaegenden durch zahlreiche Stiche bekannt geworden sind, um 1820 auch ein Äquarellbild unserer Stadt geschaffen. Das Original ist Eigentum des Stadtarchivs und gegenwärtig in der Universitäts-Bibliothek ausgestellt. Seine zarte Farbenpracht und die Anmut der Zeichnung, die schöne Raumverteilung und die künstlerische Auffassung machen es zu einem hervorragenden Werk des Meisters. Alle späteren Gesamtansichten sind fast ausschließlich Lithographien, meist unbekannter Herkunft. Das ist um so bedauerlicher, als sich unter ihnen Blätter von großer künstlerischer Schönheit befinden. Zu den vorhin erwähnten Autoren gesellt sich noch Sebastian Münster, der in seiner Losmograpdia Gießen erwähnt. Aber die erste aussührliche Beschreibung der Stadt, zugleich ein Versuch, die ältere Topographie aufzuhcllcn, verdanken wir dcni Professor Kon- rad Dieterich, der im Jahre 1613 zu Untcrrichtszwecken seine Institutiones oratoriae drucken ließ und darin als Musterbeispiel der Anlage eines Vortrags die Beschreibung der heimischen Stadt gab. Dieser Aussatz und seine im Jahre 1771 vcrösfentlichtc Ueber- setzung und Erläuterung durch den Mag. R a n> b a ch d. I., der Lehrer am Pädagogium >var, ist die Grundlage unserer Kenntnis des alten Gießen geworden. Namentlich Rambach hat durch die sorgfältige Nachprüfung der Ticterichschcn Angaben an der Hand damals noch erkennbarer Spuren und durch ergänzende Mitteilungen über damals noch vorhandene Bauten, Mauern und andere Reste eine Brücke geschlagen zu den Nachforschungen Ritgens und den neuesten Untersuchungen des Freiherrn Schenk zu Schweinsberg, so daß wir über die mittelalterliche Gestalt unserer Stadt heute im großen und ganzen unterrichtet sind. Freilich, über das Aussehen der Bauwerke, die heule verschwunden sind, wissen wir wenig. Das hätten uns nur oenaue Zeichnungen erhalten können; die Beschreibungen bieten 244 dafür nur geringen Ersatz. Jmmerlwn sind >vic auch dankbar für allgemeine Bemerkungen, die den Charakter der Stadt erläutern. Nächst Dieterich beschreibt Stephan Ritter aus Grünberg in seiner 1619 erschienenen Oosmograpliia prosometrica die Stadt. Ihn beschäftigt hauptsächlich die Universität, deren Gründung er in einem längeren Gedicht in lateinischen Hexametern besingt. In der Prosaeinlrituiig sagt er: aedikieiaque nova professoruin maximis suinptibus et exqui- sito artificio extructa urbis faciem plurimum ornant. Zu deutsch: „Neue Gebäude der Professoren, mil groben Kosten und ausgesuchter Kunst erbaut, schmücken fehl das Aus sehen der Stadt." Im übrige» druckt er einfach einen Deck der Tieterichschen Beschreibung ab. Sodann weist W i n ke l ni a n n , ein Gicstener Kind, vieles zum Lobe der schonen Gebäude in seiner Vaterstadt zu sageu. Er kannte noch die alte Burg hinter der Stadtlirche, diese selbst, die kurz vorher erheblich erweitert worden war: das damals noch neue Kollegienhaus am Brand: das stattliche Zeughaus: die kunstreiche Rostmühle aus dem Brand und vor allem die Festungstverkc, die vor nicht langer Zeit erst Landgraf Georg II. bedeutend verbessert hatte. Auch die Friedhosskapelle crlvähnt er, und in uird aus;er dem Haus viele schöne Ndclicher und Gelahrter Epitaphi« und Grab- schrrften. Daniit will ich genug von den Schilderern Gießens geredet haben und mich zu den „Dichtern" wenden. Der erste, der Gießen besang, tvar natürlich ein Lokalpatriot, ein Einheimischer. Er hieß Johannes Hartmann Laugsdorff und besuchte die Schule in Wetzlar. Beim Herbstcxamen 1713 trug er ein selbstvrrfaßtcs lateinisches Lobgedicht au! seine Vaterstadt vor, beiläufig neun Quartseiten Hexameter. Da zählt er nun alle Schönheiten auf. Vom Kollegiengebäude sagt er: kkuic adstructa vieles Collegia Pi Ludovici Queis Palmam da! sponte sua Germania tota, Regia enim structura ornamentoque relucent. Zu deutsch: Diesem (Schloss) siehst Du angebaut des frommen Ludwig Kollegienhans, dem freiwillig ganz Deutschland die Palme reicht, denn königlichen Bau und Schmuck strahlt es zurück. Von den Häusern der Stadt: Nec non per cives domibus decorata*) politis (Und auch von den Bürgern ist die Stadt mit geschmackvollen Häusern geziert worden.) Von der schönen Lage: IKullus in orbe locus Giessä praelucct amoena. (Auf dein ganzen Erdkreis überstrahlt kein Ort das liebliche • Gießen.) Sein Hhmnus gipfelt schliestlich in den begeisterten Worten: Pauris: Patria Giessa -est urbs dignissima laude. (Krrrz: Gietzen ist die des Ruhmes würdigste Stadt.> Weitere Proben will ick mir ersparen. ----- (Fortsetzung folgt.) •) sdl. urbs. _ vermischte». DBK. Ersatz. „Niemand ist unersetzlich", heißt es, wenn einer stirbt. Und über eine Weile ist er auch ersetzt. Das ist ganz in Ordnung so. Immerhin, er mußte vorher sterben, daß man ihn ersetzte. Tic Dinge aber, welche uns umgeben, und mit welchen wir gut E reund sind, die werden vorher schon ersetzt. Bei ihnen wird nicht ngc gewartet, bis sie auch gestorben sind. Nach tvie vor sind sie bereit, uns gern zu dienen. Aber da schlägt ihnen eines Tages die Hausfrau die Türe vor der Nase zu: „Was? Butler? Ich brauche keine Butter mehr - ich nähme von jetzt ab Butterersatz." — „Was Kaffee? Ich brauche keinen Kaffee mehr — ich nehme jetzt Kassee Ersatz." — „Vanille? Fort damit, ich nehme Banlllin." — „Geht nur weiter, Eier — ich nehme jetzt ein Eüveißpraparat." — Bald wird es in der Küche nichts mehr geben, toas nicht ersetzt wird. Ich bin sicher, wir tverden eines Tages Kunstsemmeln zum Früh stück vorgesetzt bekommen. Und wie lange wird es dauern, dann regiert die Kunstmilch! Kuustzucker, glaube ich, ist auch schon «nterwegs. Kunstrindfleisch schwimm, ja schon seit langem als fottott in unfern Suppen. Aus Tuben, wie sie früher nur die Maler brauchten, preßt man heute schon die sonderbarsten Würste, will sagen Präparate, auf die Butterbrote: Kunstmatzonnaise. KUnstanchovispasta, Kunstsardelleubutter — auch eine Art „Ausdruckskultur" unserer Zeit. — Ja, ja, die Hausfrau, sagt ihr. Mit Verlaub, die Hausfrau hat nickit angefangen mit Ersetzen. Die Männer haben cs ihr vorgemacht. Oder waren es nicht Männer, welche erstmals Alabaster durch den Gips ersetzten? Und weil Gips doch immer noch natürlich ist, nach Gips den KunstaipS brachten Und waren es nicht wieder Männer, welche Kunststein fabrizierten, Kunftmarmor au) de» Baumarkt ivarfen »nd unseren Waschtisch, der ans gutem, echtem Holz war, mit gestrichenen Marmoradern fürchterlich ver- hu - ich bitte um Entschuldigung: veredelten, natürlich! — Umwertung aller Werte hat einuinl ein Großer als die Forderung der Zukunft hingestcllt. Und das Echo, welches seine Stimme in den Massen ivachrief, hieß: Ersatz. Neulich bin ich ordentlich erschrocken, als ich in der Zeitung lesen inußte: „Ersatz Barbarossa". Um Gottes willen, dachte ich, jetzt greift der Herr Ersatz auch schon in dir Vergangenheit, und nun krempeln sic am Ende auch den alten Barbarossa um! Aber nein, es handelte sich nur nm ein Panzerschiff. Daun hörte H> von einem 1 , welcher eine Jacht besaß. Tie hieß er „Freundschaft". Das war schön von ihtn. Slber als die Freundschaft nicht mehr recht nwdern war, kaufte er sich eine neue Jacht, die „aiurtc er „Ersatz Freundschaft". Spaß, sag, ihr, es ist ja nur ein Schiff. Ich tvollte schon, ihr hättet recht. Aber ich fürch.e, daß „Ersatz Freundschaft" mehr alS ein Schift ist, und daß die „Ersatz Begeisterung" und dw „Ersatz Liebe" ihr auf dein Fuße folgen toird * Seine Ang st. Jni Cafe iverde» nuheimliche Gejchich- ten vou Fäll«, von 'Scheintod und Starrkramp) erzählt. Einer berichtet, er habe eine Dance gekannt, die man für tot hielt und die dann während der Totenfeier in der Kirche durch die Gesäuge erwacht sei. Eiucu Augenblick entsteh! ein bekloimueues Schweigen: daun hört man durch die Stille einen der Anwesenden selbstvergessen vor sich hinmurmeln: „Wenn meine Schwiegermutter stirbt, lasse ich eine „stille Messe" lesen. . ." * Ausgezahlt. Ein Millionär wollte nichts von der Heidenmisjion wissen. Als nun am Sonntag i» der Kirche die .Kollekte zum Besten der Mission umgeht und der Kirchendiener auch zu ihm kommt, schüttelt der Millionär den Kops. „Ich gebe nie etwas für die Mission," flüstert er. „Tann uehmen Sie sich etwas aus dem Beutel, Herr," flüstert der Kirchendiener zurüa und reicht ihm den Beutel hin „Das Geld ist ja für die Heiden!" vüchertifch. — D ie Schaubühne, herausgegeben oon Siegfried Jacobsohn, enthält in der Nr. 16 ihres zehnten Jahrgangs: Das erotische Problem bei Heinrich Mann. Bon F. M.Hnebner: Scheiterhaufen. Bon S. I.; Die beide» Höslick>s. Von Kurt Tucholsktz: Christian Morgenstern. Ban Julius Bab: Briefe von Wilhelm Busch: Notre Dame. Von Paul Stefan: Das dreSner Albertlheater: Scharlach. Von Alfred Polgar: Antworten: Nicht! Noch nicht! Bon Theobald Tiger: Bnfch-Briefe. Bon Peter Panter: Aus der Praxis. - Die Schaubühne kästet 40 Pfg. die Einzelnummer, 3.50 Mk. vierteljährlich, 12 Mk. jährlich, Probe- ninnmern gratis und franko durch alle Buchhandlungen und Postanstalten sowie dnrch den Verlag der Schanbülme, Charlottenburg, Dernburgftraße 25. Der Verlag ist auch bereit, neuen Interessenten aus Wunsch die Schaubühne einen Monat lang zur Probe gratis und franko zu liefern. — Peter Rosegger, Gesammelte Werke. Vom Verfasser neubearbcitete und »eueingcteilte Ausgabe. 40 Bände in vier Abteilungen zu je zehn Bänden. Jeden Monat gelangt ein Baich zur Ausgabe. Jeder Baud geschmackvoll gebunden 2.50 Mk. (3 Kronen', in Halbpergament 4 — Mk. (4.80 Kronen). Einzelne Bände werden nicht geliefert. Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Soeben erschien von der zweiten Abteilung Baud 11: Waldhetmat 1 (Das WaldbauerubübeO. Die soeben zur Ausgabe gelangende zweite Abteilung der mit so großem Beifall aufgcnom,neuen Neuansgabe der Roseggerschcn Werke eröffnet der erste Band des Hauptwertes des Dichters „D icWaldheima t". Diese in der Literatur aller Zeiten und Völker wohl einzig dastehende Sammlung, die in allen bisherigen Ausgaben nur zwei Bände umsaßte, hat der Dichter hier erstmalig auf vier Bände erweitert. Der vorliegende elfte Baud bringt den ersten Teil der Erinnerringcn ans der Jugendzeit: Das Waldbauern- bübel. Peter Rosegger erzählt hier von seinein Werden und Wachsen. Bon de» Äueu, auf denen der Waldbauerubub di« Schafe geweidet, von den Feldern, über die er den Pflug geleitet, oon der Arbeft seines Vaters und der Sorge seiner Mutter, von dem Kunimer und den Lasten des Tages. Lachenden Frieden bringt diese „Waldheiniat", umwoben vom grünen, heiligen Schleier des Waldes. Gleichklang-Lharade. DaS Erste lockt als mächtigster Viag et, Ob reich, ob arm, ein jeder »röcht' es haben. Manch' wackre Schar darriach iu§ Ausland geht. Die Zrvei unb Drei sich dort »iir selbst zu graben. Doch weil» Vas 6'liick den Zwei-Drei eiiiinal Iviei Aul rechten Bahnen zu de? Ersten Glanze, Wer zeatrierschiver das irernde Land verließ: Ter hat sein Ziel erreicht, der rvar das Via»;». Auslösnng in nächster Nummer. Aiislüsung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: E U E ß S P. A R T E R Z R T 8 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'fchen llmversitälr-Buch- und Steindruckeret, R. Lange, Gießen