Bffijirrstödjtrr. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) tForlsetzima.) Gerda atmete ordentlich ans, als endlich der Akt zu Ende um. Natürlich auch jetzt wieder ein Applaus ohne Aufhöre». Immer ivieder mutzte sich Heinz zeigen, die Molnar an der Hand, in ihrem keck hochgenommenen Flitter- kleide, datz die raffiniert eleganten, luxuriösen Dessous bei ihren graziösen sonbrettenknixchcn sehr reichlich sickstbar wurden. Es gab Gerda einen Stich ins Herz. Ihr Mann lvar das, dort neben der öegagierte» Person! lind sie wandte den Kops ab. Dann lvar endlich die Beisallsslnt verebbt: es wurde still im Hause. Man vernahm das eifrige Schwatzen, Bruchstücke der schioirrenden Unterhaltungen flogen Gerda ans Ohr. Immer toieder der Name ihres Mannes, in« Tone höchster Bewunderung und Schtvärmerei. Mer nun plötzlich, ganz in ihrer Nähe, >vohl in der durch die Portiere abge- trenuten Nebenloge, eine ernste Mannesstimme mit geringschätzigem Ausdruck: „Datz ihr soviel Aufsehens von dem Keßler macht! Schließlich nicksts als bessere Possenrcitzerei. Schade »m den Mann!" Gerda zuckte zusammen, als hätte das ihr selber gegolten. Schade uin den Mann! Da hatte sie das Urteil der anderen, der Kreise, die die ihren waren. Und war das nicht auch ihr eigenes Urteil? Sie suhlte, wie sich ihr die Wangen heiß übergossen. Tiefer noch verbarg sie sich im Dunkel ihrer Ecke, und doch quälte sie peinvoll das Gefühl: da unmittelbar neben ihr, nur durch den Vorhang von ihr getrennt, war der, der so geringschätzig von ihrem Manne dachte. Wenn er ivützte, »»er hier sah. toer seine Worte gehört hatte! Und sie »wagte noch kaum zu atmen. Diese Qual »ward so groß, daß sie ihr Herz krankhaft schlage» suhlte: wie eine Anwandlung von Ohnmacht ivollte es über sie kommen. Frische Luft mußte sie haben! Da erhob sie sich schnell und trat hinaus in den Logengang. Aber auch hier überall Menschen, ein blendend helles Licht und eine dumpfe Hitze. Hastig ging sie da zur Garderobe, ließ sich ihren Mantel umlegen und suchte den Ansgang. In einer offenen Droschke fuhr sie heim Sie verbrachte den Rest des Wends in ihrem Zimmer. In» Dunkeln lag sie hier bei weit geöffneten, Fenster, trotz der kalten Nobemberluft, ans der Ehaiselongne. Schade um den Mann! Die Worte ginge» ihr nicht mehr ans dem 'Sinn. Schwer und unbarmherzig klang das in sie hinein. Wie ei» Richtspruch, der über ihr ganzes ferneres Leben entschied. Erst als sie die yroße Standuhr drüben im Eßzimmer elf schlagen hörte, mit langsamen, dunkel hallenden Schlägen, richtete sie sich ivieder auf. Nun war das Theater zu Ende. Jetzt ivürde ihr Mann bald da sein. Ihr Mann — sie hätte sich freuen müsse» ans seine Heimkehr, ihn froh empfangen, mit einem Glücktvnnsch zu seinem ersten, großen Erfolge auf dem neuen Wege — Und sie? Da sank sie schwer ivieder auf die Chaiselongue zurück und vergrub ihr Antlitz in die weichen Kissen, die die leisen Laute erstickten, die sich ihrer schmerzgequälten Brust entrangen. So lag sie, bis das Anschläge» der Flurglocke ihr Heinzens Rückkehr meldete. Da sprang sie empor, kühlte eilends im Schlafziminer ihre Augen und kam daun ins Eßzimnier zu ihm Heinz schien bester Laune zu sei» „Na, wo steckst du denn, Böbs?" empfing er sie. „Bist, wohl auch eben erst nach .Hause gekonimen?" Sie schüttelte den Kops, während sie am Tisch Platz nahm. „Ich bi» bereits eine ganze Weite hier. Ich lvar schon vorher gegangen." „Wie? Nicht mal bis zu Ende geblieben?" „Nein — mir war gar nicht gut im Theater. Es lvar fast wie eine Ohnmacht." Sie sprach ja keine Unwahrheit, und doch neigte sie den Kops tiefer über ihren Teller. Denn sie verheimlichte ihm ja etivas. Etwas, was sie ihm nie sagen durfte. Und das würde nun wieder fortab zwischen ihnen stehen. Heinz griff nach ihrer Hand. „Na, na, Böbs — und du wirst mir doch keine Geschichten machen?" Er hob ihr mit der anderen Hand ein ivenig da» Kinn. „Wirklich, du siehst ja jetzt noch schlecht aus. Soll ich zum Arzt schicken?" Aber sie »»ehrte ab. „Kein (bedanke! Es ist mir ja auch weiter gar nichts. Es lvar wohl nur sehr heiß im Theater." Da beruhigte sich Heinz Keßler bald ivieder und, lvährend nun Jean eintrat und das Abendessen servierte, das sie während der Spielzeit ja immer so spät einnehmen mutzten, berichtete er allerlei aus dem Theater. ES lvüre ein riesiger Erfolg gewesen, und Larun hätte ihn vor dem gesamten Personal beglückwünscht. »Auch die »Presse, die im Hause war, sollte sich — »ne man gehört — über ihn sehr anerkennend geäußert haben. »Mit einem Wort, das Experiment iväre geglückt — glanzend geglückt „Darum wollen wir denn auch mal heut abend wieder ein bißchen lustig sein, gelt, Bebe?" Er dachte, von den Eindrücken des »Abends »wieder lebhaft animiert, schon gar 234 nicht mehr an ihre Unpäßlichkeit, vorher im Theater. „Also, Jean — stellen Sie ein paar Boutcillen kalt! Ja, Pommöry natürlich!" Dann fuhr er, während er mit guter.! Appetit speiste, fort zu plaudern: „Tie anderen sind heute abend auch alle fidel. Im Rüdesheimer. Larun hat die ganze Gesellschaft eingeladen, alle Solisten. Auch mich hat er riesig gequält. Und als ich ablchnte, ich wollte nach Hause zu meiner kleinen Frau, da meinte er, du müßtest mit in den Rüdesheimer, doch ganz selbstverständlich. Du in der Gesellschaft! Hat der Ahnungen! Was, B«bö?" Und Heinz Keßler lachte laut vor sich hin, höchst belustigt von dem Gedanken. In so guter Laune plauderte er weiter. Schon seit langem war er nicht mehr so aufgeräumt gewesen. In seiner Gesprächigkeit merkte er gar nicht, wie still Gerda dasaß. Kaum, daß sie einmal etwas erwiderte oder leise nickte, wie abwesend mit ihren Gedanken. In ihrem Innern grübelte sie, selbstquälerisch, und fragte sich: Kann er denn wirklich so wenig tief sein, daß er nichts, gar nichts von dem empfindet, was dich heute abend zu Boden drückt? Daß er lachen und scherzen kann? Oder ist das alles vielleicht nur Selbstbetäubung, um nichts zu hören von jener andere» Stimme in ihm? Oder nur eine gemachte Lustigkeit, um sie selber solchen Gedanken zu entreißen, sie gar nicht erst darin versinken zu lassen? Und je länger sie so sann unter seinem Geplauder, das nur äußerlich an ihr Ohr schlug und aus das sie gar nicht hörte, desto gewisser wurde ihr das: ja, es war nur das bei ihm, tapfere Selbstüberwindung, ihr zuliebe. Da stieg cs wieder iveich und innig in ihr auf. Und ein ehrliches, festes Wollen. Freilich, manches war ja zerstört, was nie mehr ganz zu heilen ging. Aber sie wollte den Glauben au ihn darum nicht verlieren. Er war eben nur das Opfer seines Schicksals geworden, fügte sich mit zu- fammengebisfenen 'Zähnen, weil er mußte; aber im Innersten brannte auch ihm heiß die Wunde. Nur daß sein Mannesstolz es verheimlichte, selbst vor ihr. Und so neigte sie sich zu ihm hin — Jean war gerade gegangen, um den Sekt zu holen —, indem sie mit festem Druck ihre Hand auf seine Rechte legte: „Heinz, ich verstehe dich, und du findest mich au deiner Seite. Ich will dir nicht an Tapferkeit nachstchen und treu zu dir halten, was die Welt auch urteildn mag. Glaub' mir, ich bin nicht mehr lleinmütig und verzagt. Und darum bedarf es nicht solcher Gewaltmittel, Heinz, um uns über diese Stunde hinwegzubringen. Laß uns diesen Abend lieber anders beschließen, ohne erzwungene Fröhlichkeit — so wird er uns enger zusammenführen, trotz all' seines Unglücks!" Ihr Auge suchte das seine mit einem tieffinnigen Geloben, aber es fand bei ihin nur ein grenzenloses Staunen. Und nun lachte er. Da gab ihre Hand ihn frei. Ganz plötzlich, fast ein Zurückzuckc». Unwillkürlich folgte seine Rechte ihrer entweichenden Hand nach und versuchte sie wieder zu erhaschen, aber noch immer halb tändelnd. Er begriff ja noch immer nicht, fragte vielmehr im Ton jenes selben Staunens: „Ja, was meinst du denn nur, Bsbö? Das klingt ja ganz pathetisch, klassisch! So Antigone. Oder Schiller! Das Unglück soll uns enger zusammenführen — heute? ?lbcr," und wieder lachte er, ganz harmlos und vergnügt, „beste Bebe! Ich bin doch nichts weniger als unglücklich heute. Im Gegenteil: Sehr ausgedreht! Und warum denn auch nicht? Alles geht gut, ich bin wieder in festem Engagement, habe eine erstklassige Gage, Publikum und Kritik ist's auch recht — ergo! Soll ich da nicht pfeifen aus die paar Querköpfe, denen's vielleicht nicht paßt? — Also mach' dir um Gottes willen nicht solche Gedanke», Bebe. Nein, gerade woll'n wir luftig sein heute! Holla — da ist auch schon der Jean mit dem Lebenselixier." Der Eintritt des Dieners enthob Gerda der Notwendigkeit, im Augenblick antworten zu müssen. Er zog auch Heinz Keßlers Ausmerksalmkeit von seiner Frau ab. In all seiner Fröhlichkeit hätte er sonst merken müsse», daß Gerda wie erstarrt dasaß. So ließ er den» Jean die Flasche öffne», beide Kelche voll schenken, bedeutete ihm daun aber: „Nun ist's gut. Wir brauche» Sie nicht mehr, Jean." „Wie der gnädige Herr befehle»." Der Diener zog sich zurück. Sic waren allein. Da erhob Heinz Keßler sein Glas zu dem seiner Frau hin, und sein Arm wollte sie umfange». „Also, prosit, Bebe. Das erste Glas auf dein Wohl!" Doch sie erhob sich plötzlich. „Danke — ich trinke nichts heute." „Ja, aber — joas hast du denn nur? Beb« — ?" „Bitte, laß mich. Und entschuldige mich Ich — mir ist nicht wohl." lind sie ging aus dem Zimmer. Mit einem seltsamen starren Ausdruck in den Zügen. Heinz Keßler blickte ihr nach, erst ganz betroffen; daun wollte er ihr folgen, i» einer Regung gutmütiger Besorgnis. Doch alsbald besann er sich wieder auf diese Miene eben bei ihr, und wie sie beim Hinausgehen starr an ihm vorbei gesehen hatte. , Da pfiff er leise durch die Zähne. Also Launen! Man beliebte zu schmollen. Oho — da dürste man sich arg verrechnet haben. Und er rückt sich den Sektkühler näher und zündet sich eine Zigarette an. So — es ging auch ohne sie. Schweigend rauchte und trank er eine Weile. Dann stieß er plötzlich den Sekttisch zurück, so heftig, daß er umfiel, und sprang vom Sessel aus. Wenn mau das vorher gewußt hätte! Das hatte er nun davon, daß er die Einladung Laruns ausgeschlagen hatte. Die saßen da jetzt beisammen und er hier. — Dummheit von ihm! Lächerliche Dummheit! Na — und er steckte sich eine neue Zigarette an —■ er würde sich ja schwer hüten ein andermal. Kam man ihin so, dann machte er es auch so. O, er konnte auch anders —! Und Heinz Keßler sah nach der Uhr, erst halb eins — ja noch gar keine Zeit. Im Klub, von dem er sich vfeit seiner Verheiratung ganz zurückgezogen hatte, traf er jetzt noch eine Menge Bekannte. Also aus, dorthin! Eine Partie Poker würde ihm gerade heute gut tun. So ging Heinz Keßler noch aus zu später Stunde. * Seit jenem Abend lag eine dumpfe Schwüle über der jungen Ehe. Gerda fühlte sich einsam wie noch nie in ihrem Leben. Und gerade jetzt hatte sie niemanden, der ihr durch Freundschaft darüber hinweggcholsen hätte, und wen» auch nur für Stunden. Astrid war ja noch immer in Ellerstedt, Hcßfurths waren leider auch nicht mehr hier — der Oberleutnant war zum Regiment zurückgekommen — und auch Kyllburg ließ sich nicht mehr sehe». Es war, als ob er sich absichtlich von ihr fcrnhielte. Sie grübelte, wie es jetzt ihre Art ivar, auch hierüber, und schließlich ward es chr zur Gewißheit: ja, Kyllburg mied ihr Haus, iveil das eben kein Verkehr mehr für einen Offizier ivar — ein Schauspieler: aus dem Palasttheater. Gerda wurde in dieseni Vermuten noch bekräftigt durch ein peinliches Erlebnis, das ihr nur allzu sehr recht zu geben schien. Sie hatte, getrieben von dem Verlangen, sich einmal felber zu entfliehen, eines Tages auch bei Loeweckes wieder vorgesprochen. Der Zufall hatte es gewollt, daß, während Gerda iwch draußen vor der Wohnungstür stand, von drinnen aus dem Entree die Stinnne Frau von Lociveckes herausscholl, die wohl mit einem ihrer Leute sprach. Als Gerda dann sich melden ließ, kam der Bursche wieder heraus mit dem Bescheide, er hätte leider nicht gcivußt, die Frau Hauptmann wären doch fortgegangeu. Auch wenn Gerda die Stimme Frau von Loeweckes vorher nicht so deutlich erkannt hätte, an dem etivas betretenen Wesen des noch unbeholfenen Menfche» jetzt hätte sie dies L>ich-verleug»cn-lassen gemerkt. Dann ging sie stillschivcigend, aber den Moment verwand sie nie wieder. _ (Fortsetzung folgt.) Analole France. Zu seinem 7V. Geburtstag am 16. April. Von Herbert Stegcmann (Berlin). Der französische Roman in der zweiten Halste des vergangenen Jahrhunderts steht im wesentlichen unter dem Zeichen des Naturalismus, und die Trias Flaubert, Zola, Maupassant bezeichnet seine .Höhepunkte. Bei Flaubert freilich sä>ei»t die naturalistische Teämik mehr ein bewußter Kunstgriss zur Dämpfung seiner tppisch romantischen Phantasie, die an Baudelaire und Gautier erinnert, als ei» adäquater Ausdruck seines eigentlichen künstlerische» Tempera- 235 mente« ,u fein: Zola dagegen ist Naturalist m emem lall wissen- schastlichen Sinne, und seine Art der Weltbetrachtung und Darstellung trägt einen beinah puritanisch-moralistischen Charakter: Maupassant ist naiver, saftiger, krastvoller, im eigentlichen Sinne künstlerischer, er packt das Lebe», wie es ist, mit unbefangenen Hände», ohne sich, wie Zola, durch Theorie» und Maximen leiten zu lassen. Immerhin sind alle drei im wesentlichen als Naturalisten anzusprechcn und insofern erscheinen sie als typisch nnsranzolisch, denn der Naturalismus ist den gallischen Grundinstinkten so entgegengesetzt wie nur möglich, 'Nietzsche hat mit der Bemerkung, daß Zolas Kunst ganz unsranzösisch, datz sie nichts anderes als der regelrechte italienische „Verismo" sei, den Nagel aus den Kops getroffen Und wer in Individualitäten, wie etwa Voltaire, Diderot, D'Alembert, Rousseau aus der einen, Hugo, Balzac, Müsset, De Vigny aus der anderen Seite den reinsten Ausdruck des französischen Geistes zu erblicken gewöhnt ist, der wird sich über die Kluft, die zwischen dem Naturalismus und der eigentlichen künstlerischen Eigenart des Franzosen liegt, nicht lange im unklaren sein. Neben der naturalistischen Richtung, die bis in die neuere Zeit hinein die französische Literatur beherrscht hat, stehen im heutigen Frankreich vor allem drei starke, durchaus unnaturalistisch geartete Persönlichkeiten: Paul Bourget, Pierre Sott und Anatole France, Bourget ist als einer der reifsten Meister des psychologischen Romans bekannt, und man kann ihn in der Tat dicht hinter Stendhal nennen: Loti erscheint in der farbigen Pracht seiner Schilderung und in der tiefen Innigkeit seines Gefühls als ein würdiger Nach- solger Bernardin de St, Pierres »nd Chateaubriands, während Anatole France allgeniein als der „letzte Lateiner" bezeichnet wird. Nach dem Tode Ernest Renails, der in seiner seine» Anmut, seiner entzückenden Geistigkeit, eleganten Biegsamkeit und seiner bis aus den Grund der Dinge hinabreichenden Skepsis und Ironie allerdings als einer der charakteristischsten Repräsentanten des französischen Geistes gelten darf, hat Anatole France, der jetzt an der Schwelle des Greisenalters steht, in der Tat den alleinigen Anspruch aus diese Bezeichnung, Die ganze, durch lange Jahrhunderte in steter organischer Folge entivickelte französische Kultur bat in diesem seltenen Menschen, dessen bürgerlicher Name ebenso wie der Voltaires längst von seinem schriftstellerischen verschlungen ist, eine wundervolle Verkörperung gesunden, und wer sich — die nötige Feinheit auch der sprachlichen Empfindung vorausgesetzt— in seine von Geist, Laune und Grazie funkelnden Bücher vertieft, der wird sich von der Atmosphäre der großen französischen Enzyklopädisten, die wirklich „esprits beaux et forts" waren, und zugleich von/ dem Zauber eines typisch-modernen und speziell in der Romantik wurzelnden Gesühlsrassinements umweht finden. Es macht den Franzosen alle Ehre, daß ein so subtiler, artistischer und alle Publikumsrücksichten verschmähender Künstler bei ihnen so allgemein gewürdigt und verehrt wird, wie das bei Anatole France der Fall >ist. Die Franzosen, das läßt sich nicht leugnen, zeigen eine hierzulande unbekannte Feinheit des Geschmacks, bibern sie Büchern wie „Le Crime de Silvestre Bonnard“, „La Rötisserie de la Reine P&fauque“, „Le Lys rouge“, „Sur la pierre blanche“, „Les Conles de Jacques Tournebroche“, „Les dieux ont soif“, „Le genie latin“ — um nur die bekanntesten Romane Anatole Frances heraus- zugreisen — den Vorzug geben. Mag bei Anatole France auch die eigentlich dichterische Schöpferkraft, das geivaltig Elementarische, wie man es bei den wenigen ganz großen Künstlern der Weltliteratur ftndet, mehr oder minder fehlen: er hat die beiden wesentlichen Eigenschaften, die den Schriftsteller machen: er hat Geist und Geschmack und jene seine, ironische Ueberlegenheit der Weltbetrachtung, die gerade heute, so so scheint es, immer seltener wird, In der Tat, er ist, der letzte Vertreter des „Osnie latin", das in Frankreich gerade in der Gegenwart von so durchaus andersartigen Richtungen und Intelligenzen verdrängt wird. Die heitere, etwas trockene Klarheit, die liebenswürdig-weise Skepsis, die zurückhaltende Vornehmheit der Geste — all diese typisch französischen Eigenschaften machen heutzutage teils einer romantisierenden Religiosität, teils einer etwas forcierlew geistigen Kraftmeierei und Moralität Platz, von der z, B, die Lektüre des sehr interessanten und verräterischen Buches Gasion Rious „Aux äcoutes de la France qui vient“ einen guten Be- jriff gibt. Die romantisierende Religiosität feiert ihre Triumphe m der Verherrlichung des Dichters Claudel — 1 kurz, es scheint fick, eine Entwicklung anzubahnen, die das geistige Leben Frankreichs aus de» gewohnten Bahnen Heraussühreii wird, Pathos: Exstase: betonte Moral: all das regt sich auch jenseits den Rheins, und sicher sieht vor allem Anatole France dieser Entwicklung mit jenem besonderen skeptischen, an Montaigne und La Rocl^soucauld erinnernden Lächeln z»,dat ivlr gerade aus {einen letztenBücher» kennen. Während Bourget und Loti in der Wahl ihrer Stoffe wie in deren Behandlung gewissermaßen einförmig sind und wirke», zeigt Anatole France sich als das, was Nietzsche einmal einen „komplementären, verklärenden Geist" genannt hat, und leitet uns mit gleickier Sicherheit durch die versdiiedenartigsteii Gebiete mensch liehen Denkens und Fuhlens hindurch. Bald erzählt er uns religiöse Legenden, berichtet uns, wie etwa im „Etui de nacre“ köstliche Wunder mystischer Entrücktheit und asketischer Entsagung: bald sck)ließt er mit seinen und behutsamen Händen die Welt der Gegemvart vor uns aus uiid läßt uns die verwickeltsten und seltsamsten Abenteuer des Geistes und der Seele erleben, Abenteuer, die der Normalphilister mit Bezeichnungen wie „pervers" oder „konstruiert" abtun würde, während sie in Wirklichkeit nur die Widerspiegelung einer ganz ungewöhnliche» intellektuellen Sensibilität sind. Nichts kommt der durchgeistigte» Anmut gleich, mit der Anatole France^ dieser spöttischste und melancholischste aller Skeptiker, fromme Sagen und Legenden wiederzugeben und die Sancta Simplicitas, die heilige Einfalt einfacher Herzen, künstlerisch zu verkläre» weiß: die geheime Sehnsucht aller sehr intellektuellen Menschen nach religiöser Vertiefung und Beruhigung klingt hier in ergreifender Weise durch, und sie wirkt doppelt anziehend dadurch, daß sie eben ganz Sehnsucht bleibt und niemals zum „sacrificio dell‘ intelletto“ tvird. In seinen Romanen führt der Dichter, der Historiker, Philologe, Philosoph, Bibliophile, kurz einer der vielseitigsten ünd unterrichtetsten Köpfe des Jahrhunderts ist, durch die entgegengesetztesten Schauplätze und Epochen dahin: vom alten Theben bis zur Rue Saint-Jacques, vom Alexan- drinertum bis zum 18, Jahrhundert, von Paris nach Florenz, und überall leuchtet das jöicht einer reichen Und abgeklärten Welt- und Menschenkenntnis über den feingetönten Bildern, die er entwirft, Es ist ein intellektueller Optimismus, der das Lebenswerk dieses sonst durchaus optimistisch empfindenden Menschen durchzieht: der Weise belächelt dies schlecht arrangierte und vielfach quälende Dasein, aber er liebt es, weil es allerhand Möglichkeiten des geistigen Genießens einschließt. In seinem Roman „Le Crime de Silvestre Bonnard“, seinem preisgekrönten und auch in Teulsdiland allgemein bekannten Werke, das Uns besonders klare Eindrücke in die Welt- und Lebensanschauung des. Dichters gestattet, gibt France dieser milden Weisheit einmal einen sehr schönen Ausdruck, „Und ich dachte", so herßt es dort, „daß uns das Leben darum so kurz erscheiiit, weil wir es un- verständigerweije an unseren törichten Hoffnungen messen. Wir haben alle, wie der Greis in der Fabel, unseren« Bauwert noch einen Flügel anzufügen! Ich will vor meinem Tode noch die Geschichte der Aebte von Saint-Oermaiii des Rres vollenden. Die Zeit, die Gott jedem von uns gewährt, gleicht einem köstlichen Gewebe, das wir nach besten Kräften besticken. In meines habe ich allerlei philologische Bilder gestickt," Mau würde indessen irren, wollte man diesen intellektuellen Optimismus einer seinen und zarten Natur, die sich von dem Lärm und den Roheiten des Lebens scheu zurückzieht, für identisch mit kühler Herzlosigkeit halten. Im Gegenteil: dieser Ironiker und Skeptiker hat eine heimliche Und keusche Liebe zu den Menschen, eine geheime und entsagungsvolle Zärtlichkeit für alles, was jung und hold ist, und man vermag sich nur schwer ein unpathetischeres und liebenswürdigeres Bekenntnis zu denken, als das schlichte Wort des alten Gelehrten und Bücherfreundes Bonnard: „Ich brauche nicht zu fürchten, daß ich die Meinen überlebe, so- laitge Menschen aus Erden sind: denn es wird immer welche geben, die man liebhaben kann," Die überlegene Menschenkenntnis und tiefgründige Psychologie Anatole Frances tritt in seinen geschichtskritischen Werken, in der „ltistorie Contemporaine" und vor allem in seinem zweibän- digen „Vie de Jeanne d’Arc“ mit ganz besonderem Glanze hervor: auch sein letzter Roman „Les dieux ont soif" gehört zu den feinsten und plastischsten Studien, die uns die so zahlreiche Literatur über die französische Literatur geschenkt hat. Das See- leugemälde der vielumstrittenen Jungfrau, das France entwirft, ist von jener lückenlosen Folgerichtigkeit und inneren Geschlossenheit, wie sie nur jemandem gelingen kann, der die Jntuitiow des Dichters mit der Akribie des Historikers vereintgt: und sein Revolutionsroman, der bekanntlich in Frankreich eine leichte polnische Verstimmung erregt hat, ist von einer Höhe der 'Anschauung herab geschrieben, aus der gesehen all die blutige» Greuel dieser aufs höchste erregten Zeit als psychologische Gesetzlichkeiten erscheinen, die der Skeptiker traurig und milde belächelt. Keine farbenprächtigen Gemälde im Stile Delacroix, keine Karikaturen in der Art Gavarnis oder Daumiers: kein Thiersfchcs oder Micheletsches Pathos: sondern knappe, mit scheinbarer Sorglosigkeit, in Wirklichkeit mit höchstem Kunstverstande hingeworfene Linien — eine Art minutiösester Radierung, die uns die Männer der Revolution ohne jede bengaltsche Beleuchtung im! Lichte sachlicher Menschlichkeit zeigt. Es ist schlechthin die beste, rundeste, reifste, durchdachteste Darstellung der Revolution, d>e wir besitzen; die Exaktheit der Beobachtung erinnert an Talne, die Feinheit der Darstellung an Renan, ^ Fügen wir noch hinzu, daß Anatole France ein Journalist ersten Ranges ist, dessen Feuilletons das Entzücken jedes Kenners bilden und kleinen kostbaren, aus dem Bedürfnisse des Tages heraus geborenen, aber j» dauerndem Leben bestimmten Kunstwerke» gleichen, so steht ein einigermaßen deutliches Bild dieses seltenen und seltsamen Menschen vor uns: ein Bild, über dem ein gedämpfter Glanz milder Geistigkeit, leiser Traurigkeit und jener seinen und gütigen Menschlichkeit liegt, die doch zuletzt das höchste Ziel jedes irdischen Bemühens bleibt. Die junqen Herren. Ei» Wiener Typ, Bon Dr, Hans Wantoch -Wien, Die jungen Herren von Wien haben jetzt ihre hohe Zeit, Auf dem Graben und in der Kärntner Straße lausen sie um die Mittags- 23« ftuitbe uu'lgt'fclKijtiy herum, schlenkern die Slöcke, Wechsel» Händedrücke und lachen sehr laut in die Aprilluft, dass es ein »spaß ift. Die jungen Herren non Wien sreuen sich über die FrnblingSlust. Gott ja, ein bißchen Wintersport aus Skiern in Kitzbühl, auf sausenden Bobs über den Sonnwendslein haben sie auch mrtgemacht, »Seil es gerade Mode ist. Wer ihr Herz »wu bei diesen eiskalten Strapazen nicht dabei: Gegen a Pratersahrt oder an Henrigen is d(L- a Schniarrn, geltend ja? Die jungen Herren oon Wien fühlen sich nur in der milden Luft rings um den Stefansturm daheim Sie lieben die >ehr gedämpsteu Genüsse der Fiakersahrt, der Heurigc»imusik und der molligen Wienerlvaldberge, durch die man, sacht zurückgelehnt, nach Klosterneuburg, zum Stelzer in Rodau» uder nach Breiten surth binausstrebt Bei Kottiiigbrum», >vo im Sonuuer nach dem Derby die mondänen Rennen gelaufen iverden, endet die Welt, in der man sich ivohlsülilt, lote ja überhaupt die Wiener Gesellschaft sehr enge geographische Grenzen hat, vo man dann der Sonnenniedergang >n blauen» Jackett und schneeweißen Hosen in der eigenen Segeljacht über die nilgrünen Wellen hinsliegt. Das Satzkammergut ist nämlich genau >vie die Prater Haupt aller, wie die Weinhauergärten in Sievering mtb der Grabenkorso eine vornrärzliche Institution, Und die jungen Herren von Wien sind sehr konservativ. Was der Herr von Sternberg vor nun schon sechzig Jahren mederschrieb, gilt ohne »vesentliche Er »veiterung auch für den heutigen Dag und für das heutige Geschlecht: „Die Wiener höhere und höchste Gesellschaft ist bekannt für sehr exklusiv, sie macht »venig Reisen," Die Fremde reizt sie nicht, das Ferne lockt sie nicht und all diese sachten, süßen und betörenden Genüsse, die das Wiener Leben den junge» Herren in Form von blonden Ladenmädln auf der Mariahilferstraße, in Form von feurigen Pferde» und volksiiugendeu Fiakern bietet sie smd ihnen nicht nur ein Jux, ein Amüsement und in» Unband der Jugend leicht genossenes Ergötzen, sie sind ihne>> viel inehr ein Erleben, ein Sentiment, ei» Schicksal, Jeder von ihnen hat einmal seine Sckilager-Mizzi erlebt, ist wie der Auernheimische „Lebemann" über die Wiener Leipziger Straße in Mariahilf eincni Hutkarton samt zugehörigein „Süßen Mädl" nachgestiegen und niancher Kat in einer frühen Derbst- nacht ohne tödlichen Ausgang im geschlossenen Wagen durch dunkle Kastanienallecn eilte Stunde mit einer fremden Frau erlebt, tote der Schnitzlersche Franz in „die Toten schweigen", Jawolst,, die jungen Herren von Wien sind eine literarische Figur, die man nach dem Sprachschatz der älteren Dramaturgie „eine stehende" nennen könnte,' Weniger Charakter, als vielmehr ein Typ Sehr jung, sehr elegant mit einem leichten Ansatz zu Schwermut und Schmerbauch und von sachten Melancholien der Ber »änglichkeit umwittert, Schwermut, Schmerbauch und Berga» ilichkeitsdust sind in der Wurzel ihres Wesens dasselbe, denn ehe das dritte Derb» im dritten Jahre unten in der Freudenau gelaufen ist, (»eitatet man ja doch, tust in dem Zeitpunkt, in denk »um in seine Körperfülle kommt. Und das ist bald, ach, so bald, denn vor der noblen Trainiertheit des Leibes hat der lange Herr von Wien eine behäbige Scheu, Man kennt den Sport iiwhr vom Zuschauerralim Und »veiin einen hie Ehe trifft, rückt man halt vom Saltetranm in der Freudenau hinaus in die Logen oder beim Stelzer, dem Gasthos nahe dem Jesnitenstist, aus deu kleineu rot-weißen und sehr intim verhüllten Zelten des Parterres an die offenen Tische auf der Terrasse, Es ist der Aufstieg ius Offizielle, die Karriere ins Legitime, und der junge Herr inacht das selbstverständlich auch mit. Jeder von ihnen ist nämlich ein geborener Ehemann und eilt künftiger Papa, Die jungen Leute von Wien sind sehr solid, O. sie haben schon ihre Späße und ihre extravaganten Launen, So galt eS bis vor nicht langer Zeit als schickster Zeitvertreibs an Winternachnnttagen in dem Ersten-Stock-Salvn einer Käriitnee- straßen-Konditorei kleine, rote, wundervoll glasierte Erdbeeren, das Stink zu einer Krone, an die Decke zu werfen, daß sie droben ausklatschten und kleben blieben. Es gehört zu diesem Plaisir einige Uebung, es gehört auch ei» gewisses Geschick dazu. Ja. »oenu ihr cs versuchen »vvlltet, fändet ihr es gar nicht so leicht. Auch einige Ausgelassenheit ist dafür ersorderlich, aber daß cs eine Ausgeburt orgiasüscher Wildheit, lächerlichen Ücbermuts ober sündhafter Zügellosigkeit ist, »vird man nicht gerade behaupten könne» Uird nicht einural Pater Wraham a Santa Clara hätte darob sein Sodom und Geinorrha gedonnert, Borausgesetzt, daß er noch lebte , . . Ja, wir sind sehr znsriedcn mit unseren junge» Herren, Denn Junger-Herr-Sein ist sozusagen eine Situation, ein vorübergehendes Lebensalter und ein Ergebnis der Umstände, aber es ist keine Lebensaussassung, kein Eharaktcrnicrkuial und kein innerer Wesens- drang, Das soll ungrsähr sagen: der junge Herr von Wien hat keine organische Fortsetzung in »veiter hinausgerücklcn Jahren, er wandelt sich nicht in den Junggesellen ans Lebenszeit uni. Der junge Herr hört einfach auf, Mau ist es eine Weile, Und dann ist inan es nicht. Seine vergeistigtere Fortentfaltuu«, die Felix Poppenberg am reizvollsten abgeschildert und Alexander Castell im „Eh.band" jüngst erst dichlerisch dargestelkt hat, ist nicht aus Wiener Boden, aus diesen» behäbigen und animalischen Erdsleck gewachsen, Herr von Sala, der nun auch im Burgtheater, zehn Jahre nach seiner Erschaff,mg, die eigentlich eine Erfindung »var, seinen „Einsamen Weg" nach abn>ärts geht, er ist nicht eigentlich aus Wiener Erde geboren Er >»at den, kühlen Duft der Fremde, eine nördlichere Form, Er ist eine importierte Spezialität, Ter junge Herr ist also etwas sehr Vergängliches, Aber »oas ihn, an zeitlicher Ansdehnung sehli, niackt er gleichsam räumlich wett. Alle, die Ijeiite in der Kunst, in der Politik und sogar viele, die in der Wiener Wisse,»sch,»st repräsentativ sind, »varen ci»mat solche junge Herren, führte» dieses leichte und beschwingte Leben und »ourden von dir lässige» Gebärde der Wiener Eleganz bestrick» Die Wiener Dichter, die Schöpfer des „Auatol", sind elegant Mau kann sic gar nickt anders denke». Wie mau den Apostel der „Weber" wiederum sich nicht mit der weltmännischen Allüre des Dandy vorzustelleu vermöchte. Der junge Hauptmann hatte nichts vom „lungen Herrn" im Wiener Sinne, Der Hauptmai,» von sünjzig Jahren, der mit der goldenen Glorie seines Weltruhms auch ein auskömmliches Einkoinmen errungen bat, läßt allerdings »vodl bei einem gute»» Schneider arbeiten Aber das Wort elegant drängt sich bei seinem Porträt zu allerletzt aut die Lippen, Dies aber, just dieses Wort schwingt >o»e ern Orgelpnnkt durch die Wiener Literatur, Die Gepstegtheit des äußeren Manschen stand vom Beginn an hoch in» Kurs, Einer aus diesem Kreis, der l»eute ein wundervoller Dichter ist, »var ihr arbiker elegantiarum, und — ein Witzworl erzählt es - wie er stets die Kleidev seiner Brüder in Apoll billigte oder nnniög- lich fand, so soll er einmal mit dein nämlichen Wort nach skeptischer Prüfting einer Waldwiese seinen Beifall ansgedrückt haben: „Das kann so bleiben," Die Gesclnchte vom ftingen Herren, die »ns Schnitzler, Dörmann und Auernheimer erzählt haben, waren alle ein wenig auch Autobiographie, Sic sind darüber hinaus, Wie der junge Herr in der Wirklichkeit immer wieder darüber hinauskoniuli Ohne tragische Ber- ivirrnng, ohne Seelenrevolte», beinahe schmerzlos. Denn der junge Herr vo>l Wie» hat unter der Lustigkeit seiner Kavalierlaunen einen sehr festen und soliden Grund in einem bürgerliche» Berus. Der junge Herr „ift" etwas. Freilich läßt er es sich nickt merken. Er tritt vor, klappt die Absätze aneinander und sagt mit einer g'schnappigen Kürze: „Wicsinger"! Man hört förmlich das Rufzeichen hinter den, Rainen und es wirkt einfach lapidar. Seinen Doktor- oder Ingenieurtitel, seine Offizierscharge »oder sein Adelsvrädikat verschweigt er. Anders wäre es nicht sashio», — Und einer, der sich umständlich mit Titulaturen legitimiert, be weist schon bannt, daß er nicht dazu gehört und nicht für voll gilt, Wiesiger „iid da»nit basta. Alles andere hat den Dunst der Arbeit, Indessen sitzt der junge Herr im Ministerium oder in einer Bank, in der Statthalterci oder in einer Advokatenkanzlei, je nach Pedegrce, Bezielpingen oder Konfession, Und sein Ehe» ist sehr zufrieden mit ihm. Die jungen Herren von Wien find »ehr vorsichtig, nue^ ja auch ihr Dichter Dr, med, Arthur Schiützler, erst eine hübsüx Weile nach seinen» ersten Bnrgthealer Erfolg den Aerzteberns an den Nagel gehängt hat. Schon jenseits der Dreizig. Und dann ist »na»» kein junger Herr mehr. Aber schön, wundervoll schön, »var es doch, und es ist! eine Lust, daß »vieder, und so Jahh »litt Jahr, der Frühling blüht, _ Diamanträtfel. In die Felder nebeusteheuder Figur sind die Buchstaben »beässekb himmmnnnunoisttUz derart einzutragen, daß die >oagsrechte»i Reihe» iolgendes bedeuten: 1. Einen Buchstabe». 2. Lsimmelsrichtimg, 3. Feldlwrrn in» 3t>jähr. Kriege, 1, Jüddentlche Stadt. ö. Eine Hnlsenlrucht. 6, Stadt in Akrika. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagrechle Mittelreihe ergeben das Elteiche. Auslösung i»> nächster Nummer, Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: lMi» », b, c, d Hierbei» die vier Farben bezeichnet: A = Aß, U = Unter, Bube, Wenzel; l) — Dame, Ober.» In» Skat läge» dA und dZ, Mittelstand besaß: »A, bZ, bK, bP, b’. 1 , b8, b7, cA, cZ, cP, tzintelhaud die übrigen. Cplelgaugi 1. B. »B Bl. »A Ö. »7. 2. B. cB DI. bZ v. dB ----- l«. 3. b. bA V. iM M.b7. 4. B. e« M. eA H. cf» = — 15. Der Nest fällt dem Sp elor gu; foinit blie eu die Gegner mit 28 A gen im Schneider. Redaktion: K, Neuratb. — RotatlouSdruck und Verlag der Brnhllchen Universiläts-Buch- und Stelndruckerei, R. Lauge, Gießen.