Dlkizirrstöchter. Roman von Paul Grabetn. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Gerade der letzte Grund hatte Gerda) Widerstand besiegt. So saß sie denn jetzt neben Schwager und Schwester im Zuschauerraum. Nur das halte sie aber zur Bedingung gemacht: (eine Loge vorn oder auf der Terrasse, wo man so gesehen war. Nein, ein Platz mitten im Parkett, wo sie in der großen Menschenmenge untertanchten. Aber selbst hier saß Gerda no,ch mit einem Gefühl: konntest du dich kleiner machen, am liebsten ganz unsichtbar! Und sie hob die Augen kaum vom Opernglas, das sie aus dem Schoß hielt. Astrid dagegen ließ die Blicke sehr unbefangen und mit großem Interesse umhergehen. „Wirklich, ein ganz anderes Publikum heute. Namentlich in den Orchesterlogen und hinten auf der Wcinterrasse. Große Toiletten, ein Zuwinten und Grüßen — richtige Premierenstimmung. Heinzens Debüt heute ist ein Ereignis für Berlin, ganz ohne Zweifel. Paß auf, Gerda, morgen sind die Blatter voll davon!" So flüsterte Astrid der Schwester aufmunternd hinter ihreni Fächer zu. Gerda crlviderte nichts. Ihr Auge überflog jetzt das Programm, das Klaus ihr gereicht hatte. Wohl war durch eine deutliche Trennung schon im Truck der zweite, künstlerische Teil des Abends, den Heinz mit seinen drei Soloszenen ganz aUein füllte, geschieden und besonders her- vorgchoben. Aber dennoch! Da im ersten, artistischen Teil: ExzentrikS, Equilibristen, musikalische ltlowns, ein athletischer 'Akt, sogar eine Tierdressur — und dann ganz zum Schlüsse des Programms lute immer der Biograph, Neuestes vom Tage: die Flottenrevnc in Kiel, der große Waldbrand in Holland, und die Rückkehr des Ingenieurs Richter ans der Gesangenschaft der Räuber. Aktuell, sensationell — Gerda lvar es, als träfen diese in, Programm fettgedruckten Worte ihr Ohr tvie aufdringliche Zuruse aus einer Jahrmarksbude. Mit einer nervösen Bewegung zerknitterte sie das Blatt in ihrer Hand. Den ganzen ersten Teil des Abends hindurch litt sie schwer. Ein dnniler Zwang quälte sic, daß sie beständig hineinhorchen mußte in die Menge da um, sie herum. Galt das Mistern und Lachen nicht ihrem Manne? Machte man nicht seine Glossen über ihn, sein Auftreten an dieser Stelle? Dann kain endlich das Zeichen zum zweiten Teile des Programms. „Jetzt wollen wir aber den Daumen drücken!" Astrid raunte es der Schwester zu und griff nach ihrer .Hand. -„Mein Gott, wie eiskalt! Armes Tierle, du." Die Stimmung im Hause war ruhiger geworden, erwartungsvoll, und nun hob sich der Vorhang. Vereinzeltes Händeklatschen begrüßte ostentativ den beliebten Künstler bei seineni Wiederauftreten vor der Oef- fcntlichkeit nach der allbekannten Affäre. Ja, aus einer Orchesterloge wurde ihm sogar ein Blumenstrauß geworfen. Heinz Keßler beachtete weder das eine noch das andere. Er ging ganz in seinem Spiele auf. Wer ihn kannte, wie Gerda, der mußte merken, daß er unter der Schminke blaß war und daß seine Angen brannten. Er war sich der Bedeutung dieser Stunde voll bewußt. Dort unten das Publikum sollte sich entscheide» für oder ivider ihn. Es ging um seine Existenz als Künstler und Mensch. Um die der Frau, die er an sich gefesselt hatte. Zwar war er der Liebling der Menge. Aber er kannte sie: eine launische, unberechenbare Bestie. Sie riß bisweilen auch ihre Günstlinge nieder. In seinem Spiel zeigte sich nichts von dem Vibrieren seiner Nerven. Im Gegenteil, Heinz Keßler war geradezu glänzend heute. Eine solche Tiefe, einen solchen Ernst hatte er vielleicht überhaupt noch nie gezeigt. Gerda fühlte das alles mit, was in ihm vorging, mit »»stet pochendem Herzen. Und sie war ergriffen ivie noch keinmal vorher. Als Zuhörerin wie als Frau des Mannes, der da oben ans den Brettern mit vollendeter Beherrschung kühl lächelte und ironisierte und dabei im Innersten seiner Seele den schwersten Kampf eines Mannes känipfte. Noch nie hatte Gerda so stark empfunden: das, was Heinz Keßler in seinem Spiel bot, war Kunst, echte Kunst. Etwas Großes, das einen wegriß, fort über alle kleinlichen Sorgen und Nöte. < Auch im Publikum mochte man Aehnliches empfunden haben, denn als sich dann dcriVorhang senkte, du brach ein geradezu stürmischer Beifall ans. : „Donnerwetter — alle Achtung!" Und Klaus Peterseu wiegte den Kopf. „Das hält' ich ihm, loeiß Gott, nicht zugetraut." Astrid aber preßte Gerdas Hand. „Gewonnen Spiel! Na, was Hab' ich dir gesagt?" Gerda sagte nichts. Aber ihr Blick suchte ^Heinz da droben, der sich wieder und wieder zeigen mußte. Noch immer blaß, aber ein stolzes Leuchten im Auge. Er war der Sieger geblieben. Auch bei seinem Weibe. Dann brachen die drei aus. Die Biograph interessierte sie ja nicht mehr, nnd sie wollten nicht in den großen Strom der Menge nachher geraten. Aber auch zahlreiche andere Besucher machten es wie sie. So fanden sie draußen in der Garderobe schon einen gewissen Andrang vor, nnd plötzlich hörte Gerda ihre Schwester rufen: „Da ist ja Gocrcke — und Kyllburg! Nein, wie nett!" Die beiden Herren hatten nun auch sie bemerkt und traten herzu. Man begrüßte sich allseitig ziemlich lebhaft. Rur Gerda und Kyllburg waren stiller. Schweigend küßte er ihr die Hand, die sie ihm bot, ! während ssie fragte: „Sind S:e denn schon lange in Berlin?" 222 „Etwa drei Wochen, gnädige Frau." „Und haben noch nicht den Weg zu uns gesunden?" „Verzeihung — aber so in der ersten Zeit —" „Ist das wirklich eine Entschuldigung, Herr Krillburg?" Er las in ihrem Blick den Vorwurf, aber auch noch mehr. Sie mochte denken, er wäre deswegen nicht gekommen, weil ihr Mann — da versicherte er schnell: „Es war wirklich nicht böser Wille. Bei meinem Wort!" Sie dankte ihm stumm. „So werden Sic also bald einmal kommen?" „Morgen schon, Ivenn Sie erlauben." „Gern. Ich — wir werden uns sehr freuen." Und dann sah sie ihn an, ivährcnd sie nun an seiner Seite dem Ausgang zuschritt, den anderen nach. „Sind Sie nun nicht sehr froh, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben, die Akademie? Sie müssen doch ganz glücklich sein." Er blickte sie nur schweigend au. „ilcun ja, ich meinte —" ihr Auge wich ihm aus, „soweit Berusserfolge einen Mann eben glücklich machen können." Das Wort Erfolg blieb ihm im Sinn und gab seinen Gedanken eine andere Richtung. „Ich habe Sie noch gar nicht beglückwünscht zu dem großen Erfolge Ihres Herrn Gemahls. Das war ja ganz erstaunlich." „Ja?" Es klang freudig. „Hat er Ihnen wirklich gefallen?" „Außerordentlich, namentlich im letzten Stück, dem „Totentanz", hatte ich sehr starke Eindrücke." „Gewiß, gewiß — schade nur eben, daß es gerade der Wintergarten ist! Ich weiß nicht —" Die Worte schlügen von den drei da vorn zu ihnen herüber. Es war Gocrckes ein wenig schrilles Organ. Gerdas Mienen, die eben noch hell waren, verdunkelten sich. Da kam das wieder, das an ihrer Freude und an ihrem Stolz nagen wollte. Auch Kyllburg hatte die Bemerkung gehört, und die Veränderung jetzt in ihrem Antlitz entging ihm nicht. Es war, als ob er die unbedachte Aeüßerung des Kameraden gutmachen wollte, wie er sagte: „Auch im Publikuni war nur eine Meinung darüber. Ganz gewiß, Ihr Herr Gemahl hat glänzend abgcschnittcn, gnädige Frau. Der heutige Abend hat's ihm bewiesen: er hat die Berliner ans seiner Seite." Gerda erwiderte nichts. Es klang so schmerzlich in ihr an. Gnädige Frau nannte er sie, der einst der Vertraute ihrer Jugend gewesen. Und doch empfand sie zugleich mit einer warmen Regung seine Zartheit, das stille Verstehen, das aus seinen Worten eben sprach. Er ahnte tvohl, was sie durchgekämpft hatte. Leise sagte sie da: „Ich danke Ihnen."' Die wenigen Worte schlugen eine geheime Brücke von ihr zu ihm. Er wandte sich ihr zu mit halblautem Ton: „Es war eine schwere Zeit für Sie." Sie nickte nur, in ernstem Schweigen, und dies Vergangene ward wieder lebendig in ihr. Auch an zu Haus mußte sie da denken. Der Vater hatte sich zwar persönlich nicht geäußert — es war sei» Grundsatz, sich nicht in die Eheangelegenheiten seiner Tochter zu mischen — aber sie wußte aus den Briefen der Mutter, wie schwer gereizt er über den „Skandal" seines Schlviegcrsohnes gewesen war. Und so sragte sie denn jetzt Kyllburg: „Sie haben meinen Vater ja gewiß noch kurz vor Ihrem Fortgang nach hier gesehen. Hat er sich etivn einmal zu Ihnen geäußert über die Angelegenheit?" „Geäußert nie. Aber es war Ihrem Herrn Vater wohl anzumerken, daß ihn die Sache sehr beschäftigte." Sie schlvieg und forschte dann weiter: „Und die anderen Herren vom Regiment? Und unsere Tanien?" Kyllburg ziickte die Achseln. Da drängte sie: „Sprechen Sie nur ganz offen!" „Nun, Sie können es sich ja wohl denken, gnädige Fra», cs wurde da natürlich allerlei geredet. Indessen —" Er fand nicht sogleich die rechten Worte. Da sagte sie etwas herb: „Geben Sie sich nur keine Mühe! Ich tvciß schon genug." Sie schloß fest den Mund. So ging sic eine Weile neben ihm her. Da bat er leise: „Bitte, liebe gnädige Iran, nicht so traurig!" „O, ich bin nicht trurig!" Sie warf jetzt den Kopf wieder empor. „Ganz und gar nicht. Und den Leuten da, wenn sie wieder einmal davon sprechen sollten, sagen Sie es ihnen nur recht deutlich; hören Sie, Herr Kyllburg? Stolz bi» ich auf meinen Mann. Und sehr glücklich mit ihm!" Kyllburg antwortete nicht gleich. Er hatte bei ihren letzten Worte» den Blick von ihrem Antlitz abgewandt, das da in seiner heimlichen Erregung doppelt schön war. Aber nun wiederholte er langsam die Worte: „Ja, sehr glücklich — ich werde es jedem bestätigen, gnädige Frau, nach Ihrem Wunsche." * Gerda lag in ihrem Zimmer auf der Chaiselongue, den Kops in die seidenen Kissen vergraben, ganz nur dem Ausruhen hingegebe», wie sie es sich so oft ersehnt hatte während ihres ruhelosen Wanderlebens diesen langen Sommer hindurch. Endlich einmal ruhen können — ruhen! Nach all dem Hcrumhetzen. Wieder im eigenen Hause sein. Ach, wie mußte das wohltun. Mer nun, wo dies Sehnen erfüllt, und sie nach Mtanf der Theatersaison wieder mit Heinz nach Berlin zurückgekehrt, jetzt, wo sie wieder in ihrem Heim geborgen war und diese Ruhe recht auskosten wollte, jetzt versagten die Nerven. Das zuckte in ihr, so aufgestört, bei aller Mattigkeit. Kein Friede wollte über sie kommen, keine Stimmung. Und doch war dies Heim so traulich. Was wir nur mit ihr? Wieder stützte sic sich aus den einen Arm und zupfte mit der anderen Hand die Kissen und Kißchcn zurecht —> wie so vst schon heute, und ließ sich dann mit einem hoffnungslosen Seufzer zurücksinken. Sie wußte ja nur zu gut: darum ward es nicht besser. Diese Ruhelosigkeit kam aus ihrem Inneren. Sie kannte den Grund. Und wieder nahmen ihre Gedanken den alten Weg, mit so gar keinem lichten Ausblick. Ein Klopfen an der Tür ließ sie ausschrccken. Unwill- kürlich richtete sie sich halb auf und strich das Gewand glatt über die schmalen Fußgelenke hin. Das Hausmädchen kam mit der Präsentierschale. Sie wollte ablehnen, aber da erkannte sie Walter Kyllburgs Karte und ließ ihn hereinbitten. Langsanc erhob sie sich und ordnete mit einigen Griffen Haar und Kleid. Dann trat er ein. ' „Herr Kyllburg!" Sie streckte ihm die Hand entgegen und ihre Miene belebte sich ein wenig. „Aber woher wußten Sie denn, daß wir wieder da sind?" „Von Heßfurths. Ich war gestern abend gerade dort, als Ihre Karte mit der Nachricht ankam." „Und kommen gleich heute! Das ist lieb von Ihnen." „Mer ich fürchte, ich komme nicht ganz gelegen. Ihr Mädchen schien ini Zweifel — " „Ja, ich hatte allerdings gesagt, ich wollte ein wenig ruhen, jedoch — " „Sehen Sie, ich ivußtc es ja! Sie sehen auch ange- grisfcn aus. Bitte, lassen Sie mich wieder fort, gnädige Frau." „Nein, nein, Sie bleiben! Ich bitte Sie daruni, lieber Herr Kyllburg. Und nun, nehmen Sie endlich Platz. Sie stehen ja noch immer." „Gut, wenn Sie befehlen — aber Sie müssen niich ganz gewiß wegschicken, Ivenn es Ihnen zu viel wird!" Sie nickte nur, mit einem halben Lächeln. Ihr Blick streifte sein'Antlitz wie gedankenverloren. Dann sagte sie: „Wir haben uns lauge nicht gesehen." „Ja — fast ein halbes Jahr nicht. Seit damals, nach dem Wintergarten." Und «ein Auge richtete sich jetzt auf sie. „Wie ist cs Ihnen inzwischen ergangen? Ihr Herr Gemahl hat in dieser Zeit viele Erfolge gehabt. Ich las eS bisweilen in den Zeitungen." „Ja, daran hat es nicht gefehlt." Es klang, als ob da noch etwas hätte kommen wollen. Und er horchte auf. „Sie sind nicht ganz befriedigt — trotzdem?" Sie blickte vor sich hin, ohne zu antworten, so dag er sagte: ...----- „Verzeihung, daß ich fragte." | “ (Fortsetzung folgt) 223 Landesherrliche Gerechtsame und bürgerliche Abgaben im Amt Gießen. (Nach dem „Salbuch"*) von 1587.) Bon Tr. H. Bergßr -Gießen. I. Stadt G i c fj c it. Bei der Teilung der hessischen Lande nach dem Tode Philipps des Großmütigen siel Oberhessen mit Marburg und Gießen an dessen zweiten Sohn Ludwig, der als Landgras Ludwig IV. in Marburg residierte. Er nahm von-Zeit zu Zeit seine Hof- Haltung in Gießen, wo er 1570 das neue Schloß aus dem „Brand" erbauen ließ. Er ist auch der Erbauer des Zeughauses (der jetzigen alten Kaserne >, mit dessen Bau 1585 begonnen wurde. Erst nach denr Ableben des kinderlosen Ludwig IV. von Marburg im Jahre 1604 kam Gießen niit dem südlichen Teil von Oberhesscn an Landgrat Ludwig V., den Gründer der Gießencr Universität. Um 1587 ist Landgraf Ludwig IV. von Marburg Zerr der Stadt und des Amtes Gießen. Die Stadt Gicwtti ivar damals noch klein und zählte gegen 600 Bürger; 1527 batte die Pest 1560 Menschen dahingerasst. Gießen war eine Festung, die von dem derzeitigen Herrn noch weiter durch Außenwerke verstärkt wurde. Die Bewohner vor den Ringmauern der Stadt in der Neustadt und am Walltor genießen seit 1327 dieselben Rechte wie die Bewohner innerhalb der Mauern. Noch nicht hatte die Stadt sich ganz erholt von der schweren Heimsuchung, die sie 1560 traf, als ein Brand durch Blitzschlag 168 Häuser am Walltor cinäfcherte. „Brand" und „Brandgassc" erinnern noch an jenes schwere Geschick. Schon früh erlangte der Ort Gießen Stadtrechte vom Kaiser, vermutlich dadurch, weil sein damaliger Besitzer, der Gras von Tübingen, in näherer Beziehung zu den hohenstaufischen Kaisern ^stand. 1250 werden schon 6 Burgmannen als Ratsherren und 8 Schössen erwähnt. Die Ausübung der Gerichtsbarkeit Und der Ber- w a l t u n g der Stadt lag 1587 in den Händen der 12 Schöffen und des aus 16 Mitgliedern bestehenden „gemeinen Rats". Die „S e ch z c h n e r" haben „vermag fürstlicher Concessionschrist" alle Neujahr- den 1. Bürgermeister „aus den schefsen zu erließen". Tie Schössen werden vom „gemeinen Rat" den fürstlichen Beamten vorgeschlagen, und wenn sie von diesen „für genugsam tauglich darzn geachtet, thun sie allsbald ihre Pslicht". Die Schössen haben das Recht, aus den Mitgliedern des Rats den „Unterbürgermeister" zu wählen. Für die städtischen Aemter, als Bede-, Ban-, Wein-, Brot- und Fleischbeschan- ami, Schätzeramt Ivird je ein Schösse und ein Ratsherr bestimmt mit der Maßnahme, daß die Schössen den vom „gemeinen Rat" und die „Sechszehner" den von den Schössen zu ernennen habe.n. Für die Beaufsichtigung des Stadtwaldcs werden 3 „M ä r k e i'<- auS den Burgmannen, Schössen und Ratsherren bestimmt. Das „peinliche und bürgerliche" Gericht, das Gericht in Straf- und Zivilsachen, steht dem Landesherrn in Stadt und Amt Gießen a l l c i n zu. Es ivird aber von ihm in der Stadt und in den Gerichtsbczirkcn des Amtes den betreffenden Schöffen übertragen. Das „peinliche Halsgericht", die Aburteilung zum Tode, wird auf fürstlichen Befehl nur den Schössen in der Stadt übertragen, wo auch die Hinrichtung vollzogen wird. Dabei ergeht an die Stadtschösfen die Weisung: „waS beschwerliche (schwierige) Sachen sein, haben sie sich Rats bey den snrstlichen Rathen zu Marpurgk zu erholen". Beim Halsgcricht, der Hinrichtung, erhält jeder Schösse für Zehrung zwei thornus (40 Pfg.), ebenso der Schultheiß und sein Knecht, der Schreiber, die zwei Landsknechte, der Sladlkneckt, der Scharfrichter und sein Knecht. „Item deni Fiscal (fürstlicher Aussichtsbeamter, auch öffentlicher Ankläger seine zim licke Zehrung". Im ganzen gab es 12 Schössen: der Vorsteher dieses Kollegiums war der Schultheiß (Schuldheischcr, Schuldsorderer«, der die Ausführung der verhängten Strafe zu überwachen hatte. Starb ein Schösse, so wurde durch die elf Schössen den fürstlichen Beamten eine Person aus dem „gemeinen Rath" vorgcschlagen. Wenn diese den Borgcschlagenen für würdig gehalten hatten, mußte er vor dem Rentmeister (fürstlichen Vertreter) am Rathaus an) freiem Markte den Eid leisten, der öffentlich verlesen wurde. Der neu erwählte Schöffe mußte geloben und schwören, daß er des Fürsten und Herrn Stadtgericht „getrewlich vnnd mit vleiß öbsein, vnnd nach der gemein (Gemeinde- Rechten, auch nach dieser Stadt gebrauch vnnd g e w o n h c >> d t, den hohen vnnd niederen, nach bestem verstcndnis, gleich richten vnnd in keiner sach sich dargcgen bewegen lassen, . . . von den Partheyen oder ycmandts anderen ... kein gab, g c sch c n k itenteii oder netnett lassen . . . keiner Parthey rathen oder warn e n. . . vnnd waz Im geeicht . . . gehandelt wicrdett (werde), den Partheyen oder yemaud eröffnen, vor *) Urkunde: „2 albuch des Durchleuchtigcn Hochgeborenen Fürsten vnd Herrn Herrn Ludwigs Landtgraucn zu Hessen, Grauen zu Catzenellenbogcn, Tietz, Zigenhain vnnd Nidda pp. Herrn der Stadt vnnd des Ämpts Gießen über alle vnnd Jede Hoher Obcr-Herlich- vnnd gerechtigkeiten, . . . desgleichen an . . Reuthen, Zinsen vnnd anderen gesellen . . vf- gerichtet durch Peter Kloß, itzigerzeit Renntmeyster . . 1587." kTarmstädter Haus und Staatsarchiv.) oder nach dem vrthcill, die suchen mich auß beßer Meinung nickst anshallen oder verziehen . . ." Die Sitzungen der Schöffen fanden aus dem Rathaus statt. In früherer Zeit war es üblich, das Schöffengericht unter einer Linde abzuhalten, und es niag wohl die Bezeichnung „Linden- platz" daher kommen, weil dort die Linde stand, wo das Gericht abgehalten wurde. Die Bußen (Strafen) und Gebühren, die zu Recht erkannt wurden, standen allein dem Stadtherrn zu. Tie „kleine Buß" betrug 7 alb <72 Pfg.); davon erhielten die Schöffen „5 Schilling-Pfennig". Bon jedem Gulden der eingeklagtcn Schuld in dem Stadtgericht Gießen erhielt der Lmidesherr einen „thornus" (20 Pfg.). Auch die Bußen, die die Zunft verhängte, wurden für den fürstlichen Herrn fällig. In der Urkunde werden genaiint die Zünste der Bäcker, Schreiner, Gerber, Metzger, Schneider, Schuhmacher, Schmiede, Krämer und Wollweber. Ein Auswärtiger, der in der Stadt Bürger werden wollte, hatte dies zunächst dem fürstlichen Beamten, dem Rentmeister, anzuzeigen, der sein Aufnahmegesuch prüfte. Tann wurde er vor Bürgermeister und Rat geladen, lvo er zunächst das „B u r g e r g e l d", 10 Gulden, zu erlegen hatte. „Da er aber ein lediger gesell vnnd frembt wert, der sich an eines Burgerß dochter oder wilwe begatten (verheiraten) thet, derselbige muß halb so vill geben, nemlich 5 Gulden." Wir sehen, die Erlangung des Bürgerrechts in der Stadt ist nicht lvie früher an den Erwerb von Grundbesitz gebunden, sondern nur an die Erlegung des Einzugsgeldes. Außerdem hat jeder, der Bürger werden will, einen ledernen Eimer für die Löschgerätschasten zu stellen oder dafür i/r Taler zu erlegen, dem Rentmeister 5 alb, dem ehrbaren Rat 10 alb, den beiden Bürgermeistern 5 alb, dem Stadtschreiber 10 Pfg., dem Stadtknecht 10 Pfg. zu zahlen. Der Sohn eines einheimischen Bürgers, der das Bürgerrecht erlangen will, hat nur den ledernen Eimer zu stellen. Alle Gesuchsteller um das Bürgerrecht haben vor dem Bürgermeister und ehrbaren Rat den Bürg er erd zu leisten. Die Eidesformel lautet: „Ihr sollet geloben und schwoe- ren zu Gott vnnd dem Heiligen Evangelium, deine durchleucht,igew Hochgeboren Fürsten vnnd Herren, Grauen zu Catzenellenhogen pp. vnnd vermög der Huldigung vnnd Erbeinigung oder Bruderschaft Mit dem Hauß Sachsen, alls dem Rechten erbherrn, (Hessen hatte Mit Sachsen einen Erbvertrag im Falle des Erlöschens der Linie) Ihren sürstlichen Verwesern, Statthaltern, Amptleuten, Rentmeister, Schultheißen, Bürgermeister, vnnd Rath dieser Stadt getreu, gewerdigk, holt vnud gehorsam zu sein, Ihr gesetzt gebott vnnd verbott trewlich zu halten vnnd fleißig nachznsetzen, Ihren schaden jeder zeyt besten Vermögens zu waren, auch Keinen zufügen . . ., sondern Ihr bestes Jeder zeyt prüfen, fordern vnnd schassen, vnnd sonsten alle? andere thun'vnnd lassen waz ein braver frommer vnderthan vnnd Burger von Rechts vnnd gewonheydt wegen schuldig ist als Euch gott helft vnnd sein heiliges lvortt." Bürgermeister Und Rat zahlen jährlich dem Landesherrn „wegen s ch u tz c s und s ch i r m e s der Stadt" in zwei Zielen zu Walpurgi (1. Mai) und Martini (10. November) an Steuergeld 600 fl. „Diese sind aber itziger zeydt Doctor Reinhardt. Schesfen, und Sinwn Ring in Cassel verpsändet", wahrscheinlich Ivegen eines ausgcnommcnen Kapitals. Bon der „Bede", (Steuer), die die Stadt erhob, zahlen Bürgermeister und Rat ihrem Herrn jährlich an „Erbzins" 106 fl. J.9V 2 alb. Ein jeder Bürger, „so Rauch in seiner Behausung helt" (Feuerstätte) gibt 21 alb aufs Rathaus. Desgleichen ein jeder Bürger 8 alb jährlich, eitle Witwe 4 alb „zur Unterhaltung von 8 Soldaten für die Wachen an den Pforten und am Wall", damit die Bürger von der Feuerwache befreit bleiben. Diese Steuer heißt „Fe u er - S ch 1 1» l t rt o". Auch Bede von Gütern, also Grund st euer, wird je nach der Lage des Feldes bezahlt 3—12 Pfg. von dem Morgen. An Bede vom Vieh wird entrichtet von 1 Kuh 9 Pfg., von einem Kalb 4>/z Pfg., von einem Pferd 4Vs alb (36 Pfg.), von 25 Schafen 18 Pfg. Von dem Feuerschilling, der Grundsteuer Und der Viehsteuer, die die Stadt erhebt, werden jährlich auf Martini vom Bürgermeister und Rat an den Fürsten als „Pension (Zins) Mann- oder Burglehen" 106 fl. entrichtet. Also Staatssteuern wie heute werden nicht erhoben: die Stadt gibt von diesen Steuern, die die Allgemeinheit betrifft, bestimmte festgesetzte Quoten an den Stadtherrn ab. Tie nachstehenden Gefälle an den Landesherru, die Einzelne betraf, werden von den fürstlichen Beamten besonders erhoben. Ter „W ei n sch a n k", das Recht des Verzapfens von Wein in der Stadt, auch ein fürstliches Regal, ist Bürgermeister und Rat übertragen worden. Davon gebührt dem Herrn von dem fremden, ein geführten Wein, der auf den beiden Jahrmärkten „voccm Jncunditatis" und Bartholomät (24. August verzapft ivird, 4 fl. Weinsteuer aus das Fuder, der Stadt „nach alter begnedigung" von jeder Maß 1 Pfg. und vom Fuder noch dazu 5 Labl-Schillinge". Von einheimischem Wein wird aus das Fuder vom Rentmeister 1 ff Traukstcuer erhoben Von dem eingcführicn Wein muß noch dazu der „Gulden-Weinzoll" entrichtet werden „sofern er vor unseres Herren Zollstetten nitt entrichtet worden ist." Tie Bürger dürsen ihr^ eigenes Gewächs in Schankwirtschaften bis Ostern, ohne dafür Steuer zu entrichten, verzapfen. Auch wurde bewilligt, daß die von den Weinen, die aus Hochzeiten, Kindtaufen und m ihrer Behausung getrunken werden, des „Nngelds (Steuer) gcfrcyet fein sollen"» 224 Von jebcrn, „Klentel (21 Psd.) wolle n", das aus dem Lande verkauft ivurde, gebührt am „Wollen zoll" dem Herrn 16 Psg. Gießen hatte damals bedeutende Schafzucht; das Wollen- ioeberhandwcrk stand in Blüte, gab eS doch eine besondere Woll- tveberzunst. Von jedem Stück Bich, das durch Gießen außerhalb der Lande getrieben wird, lvird für den Herrn als „Viehzull" erhoben von einem Ochfen und einer Kuh 2 Pfg., von einem kleinen Stück 1 Psg., von 25 Stück Schafe, Schweine 25 Pfg., von einem Pferd 2 Pfg., von einer Gans 1 Pfg. Als „W ege- gcld" wird von einem Lastwagen 4 Pfg., von einem Karren 2 Plg. entrichtet, dazu erhebt noch die Stadt von einem Wagen 8 Pfg., von einem Karren 4 Pfg. Jeder jüdische Handelsmann, der durch die Stadt zog, mußte als „I iiddenzoll" 8 Pfg. und „dreh worffel" zahlen. Jüdische Handelsleute, die zur Fasten- und Herbstmesse nach Frankfurt reisten, erhielten von dem fürstlichen Hauptmann oder Rentmeister zu ihrer Sicherheit «inen Geleitfchein bis Bußbach ansgestellt, der dort erneuert werden mußte. Dafür war als „I ü d de n g e lei d t g e l d" an den Landesherrn zu zahlen zwei thörnus (40 Psg.f, an den Schreiber 1 alb <8 Pfg.). Starb ein austvärtiger Jude in Gießen, so wurde er nach „Äetzslar (Wetzlar) zum bcgräbniß geführct und wenn eines Geleites begehret, so erhalt der Landesherr von einem alten Menschen 10 Heller, von einem Jungen ein Ort eines gülden". ' Der „Seltzer", der Salzvcrwalter, der allein das Recht hatte, in der Stadt Salz zu verkaufen, mußte als S a l z z o l i von einem Wagen 2 Westen, von einem Karren 1 Mestc Salz geben, was aber durch den Rentmeister in Geld verrechnet werden konnte. Die Bürger der Stadt hatten das Recht, ihre Schweine in die herrschaftlichen Wälder zur Eichelmast zu treiben. Dafür werden von Bürgermeister und Rat an „S ch w e in em a st g e l d" 8 fl. bezahlt. Die F i s ch e r c i g c r e ch t s a m e iit dem Wasser „so au der Stadt Gießen forvberläuft, die Loon (Lahn) gcnand", stand dem LandcShcrrn allein zu. Das Fitchereigchiet erstreckte sich von Launsback) bis au „die Atzbacher Furth". Die Fischerei >vac für 49 fl. 1 ihornus 6 Pfg. (84 Mk. 26 Pfg.) verpachtet. Pächter tvareu der Hauptmaun Kasvec Schutzbar, genannt Milchling. Rent- mcistcr Kloß, 3 Gicßener Bürger und Kaspar Herr zu Dodcnhoven (T-udenhosen). Der Landesherr besaß in der Gleßcncr Gemarkung Aecker. Gärten und Wiese». Die Grundstücke waren an einzelne Bürger verpachtet und erbrachten einen jährlichen Zins von 120 fl. Das herrschaftliche Wiesenland umfaßte etwa 200 Morgen »nd zog sich vor dem Ncuweger Tor, Ostanlage, Stcinweg »ach dem Philofophenwald hin bis zu der Wiesecker Mühle. Tie Wiesen führten die Namen: Stockwiese, Metzgerwiese, Steinwcgwicse. Sen- scrlvieie, Knechtswiese, Hcrreuwiese, Schultheißcnwrese. An W a s - serstronigeld von einigen Mühlen vor der Stad! war 26 fl. zn zahlen, an G e b ä u d c st e n e r n von Häusern und Hosreiten 18 jl. 8 thornus 17 Pfg. Lästig war für die Bewohner der Stadt und des Amtes Gießen der Frondienst „zu dem Schloß zu Gießen". Waren an dein altcu imd neuen Schloß, an den hcrrschaftlick)en Scheuern, Fruchlbödcn bauliche Veränderungen nötig, so mußten die Untertanen umsonst Holz, Steine, Sand, Lehm ansahren. „Darzu selbst sticken (stücken), Lehmen (Lehm) machen, Kleybcn (kleben, tünchen) vnnd alles lhuu, >vas im sahl eines Bavens man tun kann vnnd magk." Ein Zweispänner mit einem Wagen erhielt als Ersatz für Brot »nd Bier 8 Pfg., ein Einspänner 4 Psg. Die Frondienste bestehen zn dieser Zeit noch in gleicher Weise wie in den Dorsschaften des Anites Gießen, weiter, während in der Stadt die Hörigkeilsabgabe, das „Leibhuhn", von keinem Be- wohner entrichtet wird. Die „Stadtlust machte frei". Hier galt das Rcchtssprichwort: „Keine Heime stiegt über die Stadtmauer hinaus": die Hörigkeitspslicht hört ans, selbst für diejenigen, die als ehenialige .Hörige aut dem Lande nach der Stadt ziehen. vottLdräuchr am Griindonn rstag. In den alten Volksbränchen dieses Tages wird ost der Person des Judas Jscharioth gedacht, der den Herrn verraten hat. Deshalb heißt auch heute der Gründonnerstag da und dort noch Judastag. Auch das Jndasverbrennen. daS in verschiedenen Gegenden noch zn beobachten ist, erinnert an den Verräter deS Heilandes. Es besteht darin, daß eine Puppe aus Stroh oder Lumpen im Dorfe hin- und hergetragcn wird, die überall mit Schelten, Püsscn, Schlagen und Steinwürfen empfangen und schließlich auf freiem Felde verbrannt wird. In manchen Gegenden wird die Judaspuppc auch gesteinigt. Das Steinwerfen aus die an einen Pfahl oder Baum gehängte Puppe dauert so lange, bis der letzte Fetzen herunter ist. Vereinzelt konimt es auch vor, daß sich Männer als Judas Jscharioth herausputzc» und so am Gründonnerstag von HauS zu Haus gehen. Aus die Nachricht, daß der Judas im Torte umgehe, stürzen Männer, Frauen uut> Kinder aus den Gehöften und nun beginnt das Judastreiben. Dabei fallen viele Scheltworte und noch mehr Püffe und Schläge ab. Das macht freilich nicht viel aus: denn der Judas hat sich vorgesehen und ist mit einer sehr dicken Umhüllung erschienen. In Böhmen und Tirol meebe» am Gründonnerstag Judasfcner angesteckt, die dazu nötigen Feuerung»» Materialien — Judasholz und Judaskohlen — sind vorher von den Knaben bei den Bauersfrauen eingesammelt worden. Sicherlich soll durch diese Judasfeuer das Verbrennen des Judas Jscharioth spmbolisiert werde». Noch andere Bräuche sind am Gründonnerstag üblich. So werden in einigen Landesteilen Oesterreichs Umzüge von Männern, Frauen und Kindern veranstaltet, wobei die llm< herziehcnden religiöse Lieder, vor allen, Osterlieder, singen. Als Lohn erhalten sie Wein und Brot. In Böhmen und in de» Grenz- gegendcn lyiit Sachsen ziehen nur Knaben umher. Sie Meißen Gründorstche-Junge und singen ebenfalls Lieder: verlangen aber auch ein Geschenk. Ties tun sie mit dem Spruch: Hent komm ich zum Gründonnerstag, Ist er nicht grün, ist er rot, Gebt mir ein hausbacken Brot. .Bekommen sic einmal von einer allzu sparsamen Hausfrau nichts, so singen sie wohl auch noch einen Spoltvers über den Geiz der Hausbewohner. _ vermischte». — Der a u s dem Rücken liegende Mond. Es gibt einen weit verbreiteten Volksglauben, nach dem der „aus dem Rücken liegende Mond" schlechtes Wetter verkündet. Was hat cs damit für eine Bewandtnis? Was ist überhaupt der aus dem Rücken liegende Mond? Der Mond „liegt aut dem Rücken", wenn er im ersten Viertel so am Himniel steht, daß der gewölbte Rücken nach der Erde zu zeigt. Es ist dies eine Stellung, die regelmäßig wiederkehlt, deun die Stellungen, die Mond, Erde und Sonne einnehinen, gehorchen bestimmte», wenn auch nicht ganz einfachen Gesetzen. Wenn der Mond aut dem Rücke» liegt, steht die Sonne selbstverständlich unler dem Horizonte, und ihren Ort kann man immer von der unvollkommenen Mondscheibe aus dadurch finden, daß man aus einer gedachten Verbindungslinie zwischen den beiden Hörnerspitzen die Mittelsenkrechte nach der Seite des Mondrandes zu gezogen denkt. Die Beobachtung des Wetters zeigt nun, daß der Volksglaube, der aus dem Mond, der aut dem Rücken liegt, eine Voraussage schlechten Wetters lterans- liest, sehr häufig recht behält, so war es z. B. jüngst, als zue Zeit der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche der Mond ans dem Rücken lag. Zu dieser Zeit hat er immer dieie Lage, und es ist. bekairnt, daß zu dieser Zeit häufig heftige Frühjahrsstürme tobe». Allein ein Zusammenhang zwischen dem Mond und dem Unwetter dieser Frühjahrszcit ist nicht vorhanden. Wer aus der südlichen H.ilb- kugel wohnt, sieht natürlich den Mond umgekehrt, jür ihn liegt er aus dem Bauche, und der Mo.rd müßte dann gleichzeitig für die Bewohner der nördlick-eu Halbkugel schleck,!es Wetter weissagen und für die der südlichen gutes, denn der Wetteraberglaube voin Monde, der auf dem Bauche liegt, ist das Teitcnstück zu ocm vovl Monde, der auf dem Rücken liegt. Zurzeit der Herbst-Tag- und Nachtgleich? sind die Verhältnisse umgekehrt Der Neumond fliegt für die nördliche Halbkugel aus dem Bauche, aber die Stürme und Unwetter, die zur Zeit der Herbst-Tag- und Nachtgleiche auf- treten, sind wohl ebenso häufig, wie die des Frühlings. * Gute Aussichten. Tom: ^.Hcute sah ich das Mädchen, das ich heiraten will. Ich stand hinter ihr am Billettschaltcr, und sie brauchte drei Minuten, um ein 10-Pfg.-Billett für die Hochbahn zu lösen." Alice: „Und d.shalb möchtest Du sie heiraten?" Toni: „Ja. ich habe es mir genau ausgerechnet, in diesem Tempo könnte sie nie mein Einkominen ausgeben." liönigspromenade. Man darl die einzelne» Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß inan — »ne deellönig ans dein Schachbrett — siel? von einem Feld ans ans ei» benachbartes übergebt. man man ih sich und mit gehrt nicht die trent ICC pracht man ent- de sler »acht heit der ans zu blickt die „e em in je efert 'Auilösung in i ächstcr Nummer- Auslösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Weiu. Schwarz. 1 . T c 6 — g 6 K f 4 — k ». 2. Sf 3 — h 4Kf 5 — f4. 3. e2 — e3f »nd Malt. Redallia» : K. N « urath. — Rotationsdruck und Nerlaa der Brühl'Ichcn Universitäts-Buch- imd Stcindruckerei. N. Lange, Gießen.