Lkkizierstöchter. Roman von Paul Gr ab ein. (Nachdruck verbolerr.) (Fortsetzung.) Etu paarmal »och fuhr sich Keßler aufgeregt über die Stirn. Dan» ivarf er ihnen allen die Worte hin, laut, fast herausfordernd: „Na ja - auch ganz gleich. Heut abend iverdct ihr's ja doch schon in allen Zeitungen lesen: Der Rebler hat seinem Direktor Ohrfeigen angebotcu vor vcrsannneltem Personal." „Um Gottes ivillcn, Heinz!" Und Gerda wurde ganz blaß. „Uijeh!" Astrid pfiff es durch die Zähne. „Aber loie kam das denn bloß?" „Ja, ivie kam'S? Systematisch vorbereitet tvar alles. Sie tvollteu mich eben ärgern, mich reizen, zu einem Kon» traktbrnch drängen — um mir mein Engagement an der Hofbühne zu vcrpurrcn." Keßler wandte sich jetzt seiner Frau zu, die noch ganz schreckensstarr dafaß. „:Jch sagte dir's ja schon heute morgen: sie führen was gegen mich im Schilde nicht wahr?" Sie nickte bestätigend, aber nur matt. „Nun sichst du, und heute auf der Probe kam's eben zum Krach. Lafscll, der Oberregisseur, empfing mich schon so mit einem spöttische» Grinsen, einer ironischen .Höflichkeit. Wir tvaren dann mitten in der Arrangierprobe zu dem neuen Sndcrmann. Du iveißt, ich hatte den Winkler bekomme», den Träger des ganzen Stucks — da kommt plötzlich der Bureaudiener und bringt mir einen Brief vom Direktor. Ich ahne ja gleich eine Niedertracht — sehe ich doch Lassell drüben so gemein feixen reiße den Wisch auf und rich- tig: ick sott meine Rolle abgeben -- an .Hertel, den zweiten Charatterspieler. — Na. du kannst dir denken, ivie mir da war. Als ob ich eineil Schlag ins Gesicht bekommen hätte, auf offener Szene, lind sie standen ja auch alle da, gafften mich an, und Lassell lächelte in sich 'rein, Aber da hatt' ich mich wieder." . ' Unwillkürlich reckte Keßler sich auf, sein Mienenspiel tvard dramatisch, als habe er die geschilderte Szene auf der Bühne darznstellen, und auch seine Sprache nahm Bühnenklang an, als er nun weiter sprach: „Einen kalten Blick zu dem Boten, der immer noch vor mir stand, als lvarte er auf Bescheid, und ich ivers' ihm hin: „Bestellen Sic Ihrem Chef, er möchte sich »reine Ani- wort aus diese Impertinenz von mir selber holen." — Das schlug natürlich ein. Wie eine Bombe. Alles mäuschenstill, aber Augen machten sic — so!" Und er riß seine Brauen hoch, markierte maßlose Verblüffung. — 1 Während er so berichtete, saß Gerda da mit einem immer stärkeren peinlichen Empfinden. Seine ganze Art hatte et >vas so Schauspielerhaftes bekomme» osfcnbar ohne fein Wollen und Wissen — aber es war doch einmal da und berührte sie aufs unangenehmste. Gerade das hatte sie ja von Anfang an stets an ihm so geschätzt, daß ernm privaten Leben so gar nichts vom Komödianten an sich hatte. Und nun mußte sie diese Beobachtung machen. Umvillkürlich blickte sic, während er weitersprach, auf Scknvester und Sctnvager. Ob die wohl auch das gleiche Emp sinden hatten loie sie selber? Klaus saß ja zlvar mit seiner gutmütigen, ruhigen Miene da und hörte aufmerksam zu, aber Astrid - stand nicht in deren Augen ein leises Äe- frcmden? Da fühlte es> Gerda plötzlich heiß in sich aufsteigen. Sie schämte sich in diesem Augenblicke fast ihres Mannes vor den Verwandten. Und diese Nervosität in ihr steigerte sich bis zum Unerträglichen, als Heinz nun in seiner Schilderung fortfuhr, wie dann der Diktor lvutbebeud auf die Bühne gestürzt iväre und sich nun alles Weitere abtvickelte. Immer drastischer tvard da seine Darstellung, er berauschte sich offenbar an sich selbst, au der großen Szene, die er vorhin vor seinen Kollege» gehabt - - einmal in Wirklichkeit quasi als tragischer Held! — und so lebhaft tvard er unbewußt, daß ein Kellner, der einige Tische weiter mit Ab räumen beschäftigt tvar. plötzlich aufsah it»d zuhörte — mit einem leisen Lächeln in dem glattrasierten Gesicht. Da ertrug es Gerda nicht länger. „Bitte, Heinz — nicht so laut!" Unauffällig raunte sie cs ihm zu. Keßler, noch immer schwer gereizt, empfand dieses Korrigieren als eine Verletzung und brauste auf: „Herrgott! Ich iveiß doch allein, was sich gehört!" Dem Kellner drüben glitt es übers Gesicht. Diskret wandte er sich ab und beugte sich über seinen Tisch. Aber Gerda erblaßte. Da war es geschehen, wovon sie am Sonntag, halb in, Scherz noch, gesprochen hatte. Geschehen schon nach ztvei kurzen Tagen: er hatte sie angefahren, rauh und rücksichtslos, im öffentlichen Lokal Ihr lvar, als sänke er, zu dem sie ausgeblickt, plötzlich nieder von seiner Höhe. Ties, tief-in den Staub. Nun lvar das, tvas so schön gewesen war, auch erfaßt vom Alltag Nichts, nichts war von Dauer. Und sie ivard sehr still. Aber auch die andern blieben nicht unberührt davon Astrid und Pelerscn tvechsclten einen stunnnberedten Blick Die Schivester Gerdas spielte dann verlegen an ihrem Glas, während der Schivager mit erzwungener Unbefangenheit dem Schluß von Keßlers Erzählung zuhörte. Heinz führte seinen Bericht zu Ende, in bewußtem Trotz mit unverändertem Ton. Aber dabei empfand er nur zu tvohl, daß er sich da eben eine häßliche Blöße gegeben hatte. Die Erkenntnis seiner Schuld reizte ihn aber nur noch mehr. Gegen Gerda, die die Veranlassung dazu gelvescn, wie gegen sich selbst. 210 So war die Stimmung Plötzlich sehr »»gemütlich geworden, und olle empfanden es daher als eine Erlösung, als nun'Klaus seuie Uhr zog, anscheinend überrascht: „Wie? Scho» drei? Da mutz ich mich ja sosort sertig- machcn für meine Konferenz, Ihr müßt schon entschuldigen, Gerda und Heinz, aber es geht halt nicht anders," So stand man denn auf, Petersens, die im Hotel wohnten, geleiteten ihre Gäste noch bis ans Portal, die beiden Damen gingen vorauf. Da wandte sich Klaus halblaut an den Schwager: „Du übrigens, wenn die Affäre noch ein Nachspiel haben sollte — du verstehst mich — ich bin selbstverständlich ganz zu deiner Verfügung." Ter Reserveoffizier in ihm regte sich, die gcsellschastliche Korrektheit auch in solchen Dingen, Doch fügte er npch hinzu: „Natürlich würde ich vorher eine friedliche Beilegung versuchen. Das ist man ja als verheirateter Mann seiner Frau schuldig — selbstverständlich," Doch Keßler lachte nur sarkastisch: „Besten Dank, lieber Klaus, Aber ich werde deiner Dienste nicht bedürfen. Bei uns auf dem Theater knallt die Pistole nur auf der Bühne — Herr Riemer ist ein vorsichtiger Mann." Petersens Miene ward da unwillkürlich einen Schein reservierter. Na ja — eben Theater! Und cs war ihm, als ob das auch aus Keßler abfärbte. Im Portal drückte Astrid mit ungewohnter Wärme der Schivester zum Abschied die Hand. Dann stiegen Keßlers ins Auto und fuhren heim, Petersens gingen in ihr Hotelzimmer, Als sie oben waren, pfiff Klans leise durch die Zähne und sah Astrid an: „Du — das eben gibt zu denken." Astrid nickte, „Ja, hie arme Gerda! Ich merkte es ihr ja schon heute vormittag an, daß da nicht alles stimmte." Klaus Peterscn blickte nachdenklich vor sich hin. Seine kluge, kleine Frau verstand, was ihm durch den Kops ging: Gerdas eigene Schuld! Hätte sie früher richtiger gewählt, so Iväre ihr das einmal erspart geblieben. Und leise trat sie zu ihm und legte das blonde Köpfchen an seine Schulter, „Du - da sind lvir doch besser dran miteinander. Gelt, KläuSlcin?" Ter junge, glückliche Gatte gab ihr die Antwort sehr ausgiebig aus den roten Mund, — Schweigend ivaren Gerda und Heinz heimgcsahren, wortlos die Treppen zu ihrer Wohnung hinaufgestiegen, stumm ins Zinimcr getreten, jeder in das seine. Nun saß Gerda am Fenster und ihre Blicke gingen in bittercni, aufwühlendem Schmerz den ziehenden Wolken da oben nach. Lange saß sic so und ivard sich dessen bewußt mit grausamer Klarheit: da war ihr heute etwas zerstört worden, das ging nie wieder aufzurichten. Sehend war sie geworden. Aber sich und Heinz zum Unheil. Unbarmherzig klar stand jetzt vor ihr, was an ihm störend und minderwertig war. Der Nimbus, der für sic seine Persönlichkeit umflossen, der sie geblendet und fasziniert hatte er war traurig zunichte geworden. Wie ivar das Leben doch grausam! Und tief sank ihr der Kopf herab. Dann ging die Tür, Sic richtete sich auf — ihr Mann kam. Zögernd erst noch, dann aber entschlossen. Und nun fühlte sie seine Hand auf ihrer Schulter. „Gerda — ich kann nicht um Verzeihung betteln >vie ein Schulbube, Aber ich weiß — ich tat dir weh vorhin. Und du hattest wohl recht. Ich war etivas laut. Aber halt's meiner Erregung zugute. Ich Hab' doch nun mal dies blödsinnige Temperament, Also, komm — laß uns wieder vernünftig sein. Wir sind doch keine Kinder mehr und wissen: das ist halt mal nicht anders. Man kriegt sich auch mal zu packen iu der Ehe, Menschliches — Allzumenschliches! Tie Hauptsache ist nur: so was nicht lange einfressen lassen. Des halb bin ich auch , bei dir. Also komm — sei wieder lieb, Böbs," Und er nahm ihr einfach die Hand von der Stirn und bog ihr Gesicht herauf zu sich. So küßte er sic und fragtd daun, lachend: „Na - nun wieder alles iu Ordnung?" Sie nickte mit einem schwachen Lächeln, Aber i,n Innersten klang eS ihr lvie eine dunkle, traurige Weise, die sic einst irgendwo gehört: von einer Wunderlaute, deren Saiten, einmal gesprungen, nie wieder mehr zu heilen gingen, * Zwischen Fürchten rind Hoffen erwartete Gerda am anderen Mittag die Rückkehr ihres Mannes. Er war zum Hoftheater gegangen, 11m den Intendanten persönlich über dr» peinlichen Borfall zu berichten, von dem in der Tal bereits sämtliche Blätter gestern abend oder heute früh Mitteilungen gebracht hatten unter der Spitzmarke: „Ein etwas temperamentvoller Künstler", Doch war die Haltung der meisten Zeitungen dem beliebten Darsteller gegenüber nicht unfreundlich gewesen. Man erkannte an, daß er in schikanöser Weise stark gereizt worden war. Das hatte Gerda die Hosf- nung gelassen, auch die Hofbühne würde vielleicht die Affäre niildcr beurteilen, so daß Heinzens Engagement doch nicht gefährdet war. Endlich hörte sie Heinz kommen, und nun trat er bei ihr ein, in sein Zimmer, Aber gleich der erste Blick sagte ihr genug: „Es ist nichts mehr — nicht wahr?" Er nickte und warf sich dann wuchtig in den Klubsessel. „Aus! — Der Intendant erklärte mir sein höchstes Bedauern, aber selbstverständlich lönnte nach dem sehr fatalen Vorkominiiis mein Eintritt in den Verband der Hvsbühue nicht mehr in Betracht gezogen werden. Aus Gründen der Disziplin, — Na, da haben sic's also richtig erreicht, was sie wollten, Riemer und Konsorten, die Halunken!" Und zähneknirschend hieb er mit der Faust auf die Lehne, Gerda schreckte empor. Fast noch mehr infolge dieses Ausbruchs seiner Leidenschaft als wegen seiner llugliicks- bolschast. Und stumm beschworen ihn ihre Angen: nur nicht wieder solch Selbstvergessen, solche Unbeherrschtheit! Wenn er sic doch nur verstehen wollte. Aber in seinem lodernden Grimm achtete er gar nicht auf sie. Nur seinen eigenen Empfindlingen ging er nach« gäb er.explosiv Ausdruck, „Die Bande! Elenden Schleicher! Hätte ich die Burschen nur hier. So dicht vorm Ziel, und nun — !" tzlbermals ein krachender Hieb unter wildem Rollen der Augen, Dan» sprang er auf. So heftig, daß der schloere messet zurückflog und den kostbare» persischen Seidenteppich in Falten warf. Mit geballten Fäusten schüttelte er die Arme, als wollte er die unjichtbaren Gegner zerschmettern, Daun aber ein Ruck, ein Auswcrsen des Kopfes und tiefes Alcm- holen, und in verändertem Ton brach er dann vvw neuem los: ‘ „Aber mögen sie! Was niacht's? Ich lache nur, Ich lache!" Und er lachte wirklich, laut und dröhnend. „Ich bleibe, iver ich bin, auch ohne das Hoftheatcr, Heinz Keßler: ist eine Klasse für sich. Er braucht euch nicht, ihr Kümmcr-i finge. Aber ihr ihn!" Er sprach es aufgeregt vor sich hin, mit einer großen: Geste, als redete er wo» der Bühne herab, Gerdas Blick ruhte noch immer auf ihm, Aber das Erschrecken ivar einem geheime» Widerwillen gewichen. Da war a wieder jener ihr so fürchterliche Theaterton, Und wenn te sich auch selber sagte: eS geschah ja mir in der Erregung« das; er darein verfiel — svust hatte er ja nie etivas davon an sich — sic kam doch nicht darüber hinweg. Es war, als ob sic da etwas körperlich Widerwärtiges an ihm bemerkte. Sie hatte einmal solche Eigenheiten, Und im Moment fiel ihr auch ein Begebnis ein, ans ihrer Jugend. Sie hatte da einmal eine nahe Verwandte, die als Logiergast bei ihnen gewohnt, morgens beim Anziehen überrascht, und dabei eine vielleicht nur zufällige Nachlässigkeit bei der Toilette wahrgenommen. Seit dem Moment ivar ihr die alte Dame zuwider. Und wie liebeuswärdig und sympathisch sie auch sonst war, sie koiintc das nie mehr vergessen. Noch heute regte sich dieser Widerwillen, wenn sie nur an jene dachte. j „ v * (Fortsetzung folgt) Hubert von herkömer. Von Georg Bus; (Berlin), lieber den Kanal iß die Trauerkuude vom Hinschcideu Hubert von Herkomers gedrungen. Nach langem Ringen ist der zähe Körper vom Tode besiegt loordeii. Obwohl in England seit Jahrzehiiten ansässig und dieses als seine zweite Heimat betrachtend, rollte deutsches Blut jn seinen Ader», den» seine Wiege hat in Waal bei Landsberg in Bayern gestände». Hier, 211 lro friit Sinke bis zw» CTnf'ro 1851 n(-$ geschickter Holzschnitzer tlitia war, würbe er n»i 26. Mai ! b 111 geboren. VH cs sii»i> Taiit er mit dein Pater, der sich zur Auswanderung entschlossen, nach Nordmnerita und als achtjähriger Knabe nach England, wo er den grössten Teil keines Lebens verbracht hat, nicht ohne der alten .Heimat in warmer Liebe z» gedenken. ,.Schlafe! Was willst du. inehrV" lautet der Kehrreim im „Nachtgesang" deS Weiten von Weimar. Run schtäst auck> der grokie Künstler ... Er ist nach langer Arbeit, nach vielen Mühen, nach Schicksalstückeu schmerz- und wtinschkos getvorden — was könnte dem Menschen besseres beschieden sein, zumal, wenn er mit seinen Werken unvergessen bleibt'? Grund zur Klage haben die Lebenden, den» der Verblichene war der Kunst ein Liebling, durch den sie ihren klärenden Schein in das bancul- sische Getriebe des Tages und die beende am Schönen sandte. Bor hertomcrs Bildern sammelten sich» in den Ausstel- Inngen die Menschen, um eine Weile im Kaubergarie» zu schwel- gen und d>inn mit »nvergetzlichen Eindrücken hinivegzugehen. Kein Leugnen, kein Vlbschtvächcn Hilst gegen die Tatsache, dal; sein Bildnis der Mist Kate Grant ans der Berliner Jubiläumsausstellung des Jahres 1686 geradezu wie eine Osscnbarnng lvirkte. Dieselbe VAacht üble seine „Dame in Schwarz" aus der Internationalen Vlusstellung in München 1888. .Kunst und Natur, innig gesellt, brachten mit ihrer Harmonie all das leeret Gerede von Naturalismus, Realismus und Idealismus zum Schweige». Es strömte von den, Porträt der Mi» Grant, von dieser weihgekleidcten Mädchwngcstalt, die sich als die verkör- hcrtc Jngendschönhcit im hellsten Sonnenschein vom Hellen .Hintergründe abhob und mit ihren groben Augen mildernst in die Welt schaute, die lauterste Poesie ans. Ein keusches, tvarmes Leben, ausgedrückt mit den .einfachsteil Mitteln, sprach feierlich von hohem und Schönem und löste ans WaS von Menschen nicht getvustl Oder nicht bedacht. Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht. Und noch lieser, noch scelcnvollcr lvirkte das Porträt der Dame in Schtoarz, einer gereiften Fraiicuschönheit, anl deren Zügen ein leichter hauch melancholischer Resignation ruht. Nichts Gejuchtes und Gctvolltes in beiden Bildnisse» jedes ist ungezwungen, iiatürlich und frei von allen Schwierigkeiten der Darstellung. Ehronische Tadler nahnien Austost au de» langen rehbraunen Handschuhen der Dargestcllte» und licstc» dnrchblicken, daki der Künstler nicht fähig sei, schöne Hände und Arme zu malen. 'Aber wie töricht biefrr Vorwurf! Die handsclstthe siud ästltetisch gercchtscrligt, notwendig zum modernen Kostüm, charak terislisch für modernes gesellschaitlichcs Leben und sind hier in einer Stzeise gemalt, dast die Siorstcllnng sich nur seine, edel- gesorinlc und durchgeistigte Hände unter dem schwedischen Leder denken lann. Jt> ausgezcichnelen Radierungen hat herkomcr beide Bildnisse vervielsältigt. Aber »sie meisterlich er auch mit Nadel und Vletzwafser zu arbeiten wustte, den höchsten Reiz atmen doch nur die farbigen Originale. Wer diese nicht gesehen hat, ist des vollen Zaubers verlustig gegangen und vermag ein wirllich zntresfendes Urteil über sie ans 'Grund der schwarz-weisten Wiedergabe nicht zu sötten herkomer ist der „Lenbach Englands" genannt tvorden. Und mit Recht. Ten» der Schwervunki seines künstlerische» Schaffens Ing in der Bildnisnialer i, und gleich Lenbach tvar er ein Seclen- maler, der die passiv rezeptive Natur des Weibes ebenso scharf wie die Energie und Deiikkrast des Mannes zu erfassen und aus- znprügcn verstand. Er hat Richard Wagner, Browning, Teuuy- son, Archibatd Forbes, Slanlev, den Berliner Bcchstein, Salis- buro, den Orientalisten Mar Müller, den Maler G. I. Watts, den Prinzregente» Luitpold von Bayern, den heilsariucegcneral Booth und viele andere bedeutende Männer gemalt und mit wenigen Vlusnahincn ihr individuelles Leben uitd ihre besondere geistige Art zum vollkommensten Vlusdrnck gebracht. Sein Slan- leh ist ganz eiserne Willcnskrast, und fein Tennyson ganz der nach höheren Sphären strebende Dichter. Dazu Gruppenbilder, wie die Kuratoren im Charterhousc und die Magistratssihnng in Landsbrrg am Lech, die ebenso >oie Knaus Gcmeinderatssitzung der haucnstciner Bauern den besten Leistungen niederländischer Kunst aus den Tagen des hals, Rcinbrandt und van der helft nicht sernstchen. Bereits zu Vlnsang der achtziger Jahre hatte herkomer als Bildnismaler solchen Ruf erlangt, das; in d"n Salons von seinen Leistungen mit derselben Anerkennung wie von denen eines Millais, Lcighlon und Frank holl gesprochen wurde'. Sich von ihni malen zu lassen, gehörte bei den Damen von Distinktion geradezu zum guten Ton. Ohne Bedenken wurden für ein Porträt mehr als fünftausend Guineen gezahlt, denn von dem anerkannte» Meister gemalt zu sein, gab die Anwartschaft, Mittelpunkt des allgemeinen Interesses und der Bewunderung zu tverden und sogar der Unsterblichkeit nahe zu kommen. Ja, der Scherz ging um, das; Gatten und Väter gegen das öffentliche Ausstellen der sensationellen Bildnisse ihrer Gattinnen und Töchter wegen des leidigen Geredes Protest erhoben und gedroht hätten, gegebenenfalls genau so zu handeln wir t»er ehremoerte Dr. Mackay, der das von Meissonier gemalte Porträt seiner Gattin in erhabenem Zorn einfach in den Ofen geivorsen habe, weil ihm da? ewige Gerede über Mrs. Mackay unerträglich geworden sei. Neben dem Porträtieren pflegte Herkomcr das Genre in höherem Sinne und die Landschask. Auf diesen Gebieten hat er sich auch nach kurzem Besuche der Kunstschulen i» Southampton und Southkenisington und der 'Akademie in München, wo ihn der historieumaler Michael Echter kräftig förderte, die ersten Sporen verdient. Vlls >'r sich 1868 in dein englische» Dorf hythc nieder- liest und ztvfi Bilder malte, die er im folgenden Jahr in der Dnd- ley-Galerie zu London ansstellte, ivaren seine Verhältnisse der dürftigsten 'Art Dann kam der Ansschivnng: die Bilder gefielen, er siedelte nach London über, zeichnete durch Schärfe und Wahrheit ausgezeichnete Illustrationen sür „The Graphie", trat 1871 in die Geselli'chast der Aquarellisten ein und erregte mit seinen Vlqnarellen berechtigtes Vlu'schcii. Eine stattliche Reihe tüchtiger Leistungen füllte die nächsten Jahre aus. „Am 'Brunnen", „Das Abendrot", „Der Käsekrämer", „Nach des Tages Lasten", „Im Wald", „Die Verhaftung des Wilddiebes" und der sigurenreichc „Gottesdienst der alten Invaliden im Hotel zu Chelsea" seien ans der Füllet hervorgehoben. Diese Invaliden, meisterlich aquarelliert und von höchster Naturwahrheit, brachten ihm eine ehrenvolle Auszeichnung der Pariser Weltausstellung ein. 'Nachdem er dann in den Jahren 1876 bis 1878 das düstere Bild „'An der Pforte des Todes", die farbenreiche „Prozession in 'Bayern" und die brillant charakterisierten allen Tcetrinkerinnen rm Arbeitshause geschaffen hatte, wandte er sich mehr und mehr der Bildnisniaserei zu. Mit welchem Erfolge, ist schon gesagt lvorde». Für das Porträt der Mist Grant erhielt ec in Berlin, die grostc goldene Medaille - eine Auszeichnung. der sich zahlreiche andere im Lause der Zeit hinzugesellte». Ans den Schöpfungen der späteren Jahre sind »och die reizvolle Ansicht von Dyreham, die den Titel „Unser Dorf" trägt, die pak- lendc Schilderung der in New Bork ansgeschisften Auswanderer, das von den Invaliden beim sechzigjährigen Jubiläum der Königin Viktoria ansgcbrachte „hoch der Königin" »nd die schlicht gehaltene und doch so ergrciicnde Gloriiikation seiner Eltern und Grostellern, kerniger, ehrenfester handwerkerltzpc», zu nennen. In allen bekundet sich der echte und rechte Meister, der Zeichnung, Farbe und Licht zum mächtig tvirkenden Trio zu einen weist. Gleich Lionardo da Vinei ewig sinnend und grübelnd, suchte er nach neuen Ansdrucksmitteln sür seine Kunst. Er glaubte sie im Email z» finden und schuf, mit beispielloser Energie alle Schwierigkeiten überwindend, sein Selbstporträt, dann nnf anderthalb Meter grossen Platten die gedankenreiche» 'Allegorien „Der Triumph der Stunde" und „Das Alter der Schönheit", sowie ein grosses Bildnis Kaiser Wilhelms II. — Schöpfungen, die in den letzten Jahren in Schuttes 'Berliner Krinftsalo» zur Ausstellung gelangten. Man hatte Grund, über die Meisterschaft, mit der das Email in diesen Riesentafeln behandelt >var, zn staunen. Nur tver die Technik kennt, wer da ivcist, wie mühselig die 'Arbeit ist, tvie die Farbe» sich im Brande verändern, wie sür gewisse durchscheinende Emails a!s Grund Silber- oder Goldvlattcn der Kupserplatte aufzulöten sind, und >vic die farbigen Glaspulver drei-, vier- oder gar fünsmaligcs Cin- schmelzen verlangen, bis sie die gewünschte Wirkung ergeben, kann die Leistungen des Meisters aus diesem Gebiete in ihrem Werte voll ermessen. Selbst die grosten alten Meister des Emails, die Limosin, Pönicaud, Pctitot, waren technisch mit diesen 'Arbeiten übertrosseu. 'Aber der Wahrheit die Ehre! Ter Künstler >var zn weil gegangen gegen seine Bilder, die mit dem nachgiebigen Pinsel, in den flüssigen Wasserfarben — / uird de» geschmeidige» Oelsarben gemalt sind, innstten diese riesigen Emailgemälde trotz ihrer Farbenglut zurücktrcten. .'Auch ans einem anderen Feld versuchte er sich: er erfand ein Bersahren, ans Kubier mit Druckerfarbc gemalte Bilder galvano- plastisch abznlagern »nd hiermit drucksähige Klischees berzustellen, deren Ergebnis sich ähnlich luie Schabkunst ausnimmt. Aber mit alledem ist das Wirken herkomcrs noch lange nicht erschöpft. Er hat als Lehrer in seinem Vllelier und seiner Privat- kuilstschnlc tressliche Saat gesät, hat als Mitglied der Royal Academy hervorrageichen Einfluss geübt, hat vorzügliche Vorlesungen über Kunst gehalten, hat als leidenschaftlicher Musiksreund die Tonkunst gevslegt, hat gedichtet, dramatische Arbeiten geliefert, mit seine» Schülern grosse dramatische Vorstellungen inszeniert, hat gc- mcitzclt, geschreinert »nd geschnitzt, denn er war durchglüht von einem rastlos lodernden Feuer, das ihn zn immer neuer Vlrbeit Hintrieb. Wie bei den grosten Meistern des Quattro- und Cinquecento ging ein universeller Zug durch sein Wese», und sein praktischer Sinn paarte sich mit tiefster Idealität. Nnn er aus seinem schönen Musensitze Dyreham bei Bushey ausgezogen und zur ewigen Ruhe eingcgangen ist, mag die Kunst ihr 'Antlitz trauernd verhüllen. Dast er seiner deutschen Heimat treu geblieben ist, trotzdem er in England Reichtum, Ansehen und Vldel erwarb, gereicht ihm zur höchsten Ehre Immer lviedcr zog es ihn »ach dem stillen Waal unP deni friedlichen Landsberg am Lech hin. 'Als Gabe brachte er den Landsberger» das köstliche Bild der Magistralssitznng dar. Vluch er- warb er das bayerische Jndigeuat, wobei ihn die 'Absicht bestärkte, die Schwester seiner verstorbenen Frau heiraten zn können — eine Ehe. die nach englischem Gesetz nicht gestattet ist. Dem Jndigenat fügte Prinzrcgcnt Luitpold den bayerischen Vldel hinzu. Dir Meister mag in England gelebt haben, aber sein Herz ist iauixr bei ;ms gewesen, lind darum wird ihn die Geschichte der Kunst für imwer den Deutschen zngesellen. 212 Abenteuer mit dem „ttai»iibalensisch." I» einem neuen Reiseberichte über feine fJforfdjunoSieiic in Südamerika, de» Rooseve lt soeben im Daclh Telegraph erscheinen lasst, schildert der Expräsident der Bereinigten Staaten die Dainpsersatnt de» Paraguah hinauf und erzählt daber einige Geschichten von dein blutgierigen fog. Kannibalenfrsch, der Piranha Dicker kleine Usch, der die Gestalt einer Scholle hat, gilt als einer der gefährlichste!! Wasserbenwlmer der brasilianischen Flüsse; der Oberst Rondo», der im Anstrage der brasilianischen Regierung Roosevelt begleitete, konnte berichten, das, erst drei Aschen vor hem Aufbruch der Expedition ein 12jahriger Knabe in der Nähe von Couruncha beim Baden von diesen Fischen angefallen und buchstäblich lebendig von ihnen ausgefressen wurde. Oberst Rondon hat selbst ein schmerzhaftes Abenteuer mit diesen seltsamen Fischen zu bestehen gehabt; er wollte baden, wählte sich am Ftußrani» eine flache Stelle aus, überzeugte sich sorgfältig, daß, mie Roosevelt schreibt, „keine menschenfressenden F-iscl-e in der Nähe waren; aber als er seinen Fuß ins Wasser setzte, grist ihn plötzlich einer dieser Usche an und bi» ilmr die Zehe ad." Ein anderer Mann der Expedition ivurde beim Durchwaten eines Flusses am Fun ballen und an den Knöcheln angegrissen, wollte die Angreiser mit der Hand packen, wurde nun an den Händen ersaht und konnte sich mir durch den glücklichen Zufall, da» ein über das Walser reichender ,Ast in der Nähe. >oar, retten und ans Land ziehen. Aber er >var so furchtbar verlebt, dah sechs Monate verstrichen, ehe er wieder genesen war. Die Piranhas, die Roosevelt so lebhaft beschäftigen, sind auch bereits von deutschen Forschern beobachtet und studiert worden. Schon Humboldt hat mit der Piranha öSerrosalmo Pirapa> wäh- rend seiner südamerikaniichen Reise ähnliche Erfahrungen gemacht und beobachtet; so erzählt er: „Die kühlenden Wellen des Pirara waren bei der unansstehlichen Hitze für unsere Gesundheit die grüßie Erquickung, welche uns aber leider nur z» bald verfällt wurde, dii einem der Indianerknabe», tvelche uns gefolgt waren, beim Ueberschtvimmeu des Flusses von den gefräßigen Pirahas ein großes Stück Fleisch au» dem Fuß gerissen ivurde. Das Khreckliche Aufschreien des Knaben, als er die Wunde erhielt, lieh uns vnsanglich fürchten, er sei die Beute eines Kaimans geworden. Schreck und Schmerz kitten ihn so erschüttert, das; er kaum das Ufer erreichen konnte. Gießt man ein paar Tropfen Blut ins Wasser, so kommen sie zu Tausenden herauf, an Stellen, wo der Fluß ganz klar »nd kein Fisck zu sehen war. Warfen wir kleine blutige Ueiichstuckchen ins Wasser, in ivenigen Minuten waren zahlreiche Schwärme von Karaibensischen da und stritten sich um -den Fraß."' lind ein anderer deutscher Forscher, Schombnrgk, miill bei seinen Studien über die Raubgier der PiravaS beobachten, daß die gefräßigen Fische sogar ihre eigene Art nicht schonen. Da» Ochsen und andere Tiere, wenn sie beim Schwimmen unter einen Schwarm dieser sürchtersiche» Fische geraten, lmch- stäbiich Zerfleischt werden, wurde schon oft sestgestellt. Den Hunden ivird von diesen Ranbsischen nicht selten beim Trinken Rase oder Lippe abgerissen, und Dobrizhoser weiß mitznteiten, daß zwei spanische Soldaten mit ihren Pferden bei dem Uebergang durch einen Fluß von den Piravas angegrissen und getötet wurden. Dasselbe berichtet Humboldt; er erzählt, da» die Fische den Mensche» beim Fladen und Schwimme» angreise». „Fst >nan anfangs auch nur unbedeutend verletzt, so kommt man dock» nur schwer aus den; Wasser, ohne die schlimmsten Verletzungen davonziitragen. Rerschiedene Indianer zeigten uns an Waden und Schenkel vernarbte, sehr tiefe Wunden, welche von diesen kleinen Tieren her- rsthren." r Die Tricks des Taschendiebes. „Die größte Ermutigung zu seinem Berufe gibt dem Taschendiebe das Publikum," urteilt ei» Londoner Detektiv in einer englischen Zeitschrift, in der er Jntereisairtes ans seiner Amtstätigkeit bei der Bekämpfting des Taschendiebstahles erzählt lind einige häufig wiederkehrende Tricks de» moderne» Taschendiebes verrät. > So lange Frauen mit kleinen silbernen Täschchen durch die Straßen wandeln, Ridicules tragen, in denen man bei jedem Schritt das Gold klimpern hört, solange Männer ihre goldenen Uhren und Ketten zur Schau stellen, solange wird die Armee der Taschendiebe Ivachsen, „ja, ich muß offen gestehen, da» mein Mitgefühl oft genug aus Seiten des Taschendiebes ist, dem das Publikum aus Schritt und Tritt die Bersnchmtg gleichsam unter die Nase hält." Mit dee Ansmerksamkeit ist es nicht getan, denn gerade darin weiß der Taschendieb immer wieder sein Opfer zu überlisten, ist es doch eine seiner wichtigsten Aufgabe», das Jitter- esse oder die Aufmerksamkeit des erwählten Opfers abzulenkeii, damit der Kniff gelinge. Mit der Zeit habeil sich eine ganze Reihe bestimmter Tricks herausgebildet. Wen» du in der Straßenbahn oder in der Untergrundbahn int Gedränge stehst und dich irgendwo mit erhobenem Arme festhäit - dann hüte dich vor dem Manne, der bei jeder Kurve oder bei jedem Anhalten des Wagens sein Gleichgewicht verliert »nv gegen dich stößt. Hüte dich vor dem Manne, per dir so ins Gesicht atmet, da» du de» Redaktion; Kops beiieite wenden will», hüte dich vor dem Manne, der dir ans die Füße tritt oder in irgendeiner Weise lästig ivird. Er will mir deine Aufmerksamkeit ablenken, und während er dich stößt oder belästigt und sich dabei entschuldigt, wird er es perstehen, sich unbemerkt darüber zu informieren, wo du dein Geld trägst. Und im Handumdrehen ist es verschwunden. Trägst d» eine kostbare Brustnadel oder eine Krawattennadel von hohem Werte, dann hüte dich vor dem Nachbar, der neben dir in der Straßenbahn in seine Zeitungslektüre vertieft ist und mit der .Handhabung der große» Zeitung Schivierigkeitei, hat. Wenn er die Blätter wendet, fährt er dir säst ins Gesicht, die Bogen rascheln an deinen Augen voritber, du beugst de» Kopf zurück; aber später wirst du merken, daß deine kostbare Nadel verschwunden ist. Auch kein Sicherheitshalter bietet Schutz, denn dann wird der Dieb mit einer geradezu märchenlmsten Geschicklichkeit mit .Hilfe einer winzigen Kneifzange den Stein ans der Nadel entfernen,, ehe bu es merkst. Denn die Taschendiebe sind in der Schnelligkeit und in der Sicherheit ihrer Bewegungen auch wahre Taschenspieler, und viele von ihnen könnten sich durch Vorführung ihrer Kunst im Varietee ein hübsches Bermögen erwerbe». Die besten Krawattennadeldiebe sind übrigens Frauen, und sie arbeiten in den Nachtstunde». Meist sind es sehr hübsche elegante Frauen, und die Basis zu der Operation ist die scheinbare Duldung eines Annähernngsversuches. Solche Frauen sind meistens zu zweit.; auf der Straße sieht man zwei Damen vor sich hergehen, plötzlich stolpert die eine, stürzt, kan» anscheinend sticht wieder ausstebe», die Gefährtin sucht ihr zu helfen, benimmt sich ungeschickt und hililos; galant eilt der Herr herbei, hebt die Gestürzte ans, srenudliche Dan ke» Worte, ein zartes Erröten; und >veim der Herr von seiner Ritterlichkeit befriedigt weiter Zoandert, ist er um 'Brieftasche und Portemonnaie erleichtert. Am liebsten arbeiten die Taschendiebe natürlich in Menscheiianhänfun- ge», im Gedränge. Sie haben keine Mühe, einen Anslaus zustande zu bringen; mtnxber „arbeitet" ein scheinbar betrunkener Komplize, indem er in die Gosse fällt, nicht anssteht, eine Szene macht, oder zwei Helfershelfer beginne» eine» Strest »nd prügeln sich —' im Nu strömen die Menschen zusammen und die denkbar beste „Operationsbasis" ist geschassen. Der Passant, der der Neugier nicht widerstehen kann, ist schnell ansgeplündert. Es Hilst auch nichts, die Hand in die Tasche zu stecken und hier krampshast das Portemonnaie festznlzalte». Tan» wird der Taschendieb mit irgend einer Bewegung an den Hur des erwählten Opfers stoßen, um den fallenden Hut zu packen, zieht man iiinoillkürlich die Hand ander Tasche. Ten Hut tvird man zwar wiederbekommen, aber das Portemonnaie ist inzwischen verschwunden. Einer der gesähr- lichsten Taschendiebe der Gegenwart arbeitet mit einem Diamantring, an de»c ein Teil der Fassung, messerscharf geschlissen, unmerkbar itber den Stein hinausragt. Damit schneidet er biitz- ichnell im Gedränge die ganze Tasche seines Opfers aus. * Sl n » b e r SB e 11 b e v „ E1 £ !_■ a u c c Neben dem „IahreS- kaleuder des Weltreisenden", de» die ZeitschriK „D>e Dame" - nicht, zu verwechseln mit der Wocheuschrist „Die deutsche Iran" — kürzlich brachte, stellt „Die elegante Welt" Regeln aus wie sich „der Herr" oder „die Dame" (um Gotteswille» nicht das alte edle deutsche Wort „die Fra» "I) im Hause und außer dem Hanse z» benehmen, lerner, was der „(lenk" olles ei»;»packe» und bei sich z» führe» habe, um „ mondain“ zu erscheine», das alles ivird daun durch die Borschrülcu ciucs „Tauzbrevierü" abgelöll. Dazu bemerk! eine große denlsche Tageszeitung lreffend: „ Es ist merkwürdig, ivic man sich heutznlage Blühe gibt, deu biederen deuljcheu Spießbürger „zur Höhere» kknltnr zu erziehen"; den» die wirklich Vornehmen brauche» es doch Nicht, Mid die „Parveuns" Iverdeil trotzdem die Fremd- ivörter weiter venvechseln!" L. Frankel (Ludwigshase»). * Gründlich. „Für das Heransziehe» des Zahnes, meine Gnädige, lignidiere ich fünf Schilling." „Aber, Herr Doktor, ist das nicht sehr teuer? Andere mache» es für einen." „Da? ist richtig, aber sie müssen bedenken, da» solche Leute ihre Arbeit sehr schnell mache», während ich bis zu einer Stunde an einem Zahn ziehe." _ Magische; Dreieck. In die Felder uebensleheuder Figur sind die Buchstaben e e, i i, 1, n n, r r, s s s s, 11 derart eiuzulrageu, daß die einander enl- K-rechende» wagercchten und senkrechten Reihen gleichlautend solgendes bedeuten: 1. Männliche» Vornamen. 2. Eine Gelreideart. 3. Fluß i» Afrika, s. Teil vo» -Hesse 5. Eine» 'Buchstabe». Auslösung in nächster Nummer. Auslösung des Gleichtlangrätseks in voriger Nummer: „Ball" ltzelm Billard- re. Svtel, als sliudersptelzciig) und all gesellschasillcheS Fest. !k. Neurath. — Rotatiousdruek cmd Verlag der Brühlfcheii UniversitätS-Buch- und Ste>»drncker«I, R, Lang«, Äirßeiz,