Dkkizierstöchter. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetmng) Joachim von Henning »vollte von neuem losbrecken. Aber vor dem riibigcn und dock so eindringlichen Blick dev Tochter verstummte er. Als ob sie wüßte, dass er und die Mutter dainalS, als sie sich gesunden Kalten — Freilich, aber das war doch ettvaS anderes gewesen. Er ränsverte sick plötzlich geräuschvoll, drohend, doch er schwieg Da trat sie bittend auf ihn zu. ,.Lieber, guter Pater?" Der kindliche Ton gab ibm wieder die Sicherheit. Dock er sprach nun gemäßigter: ..Gerda — sei dock vernünftig! Komm ber, wir wollen ganz ruhig über die Sache reden." Er ließ sich im Armsessel vor dem Schreibtisch nieder und zog sie zu sich heran. Er faßte die vor ihm Stehende bei den Armen und redete so zärtlich auf sie rln. „Sieh mal, ick will ia gar nichts sage» gegen die Person dieses Herrn Keßler. Ick kenne ihn zwar so gut tvie nicht, aber ick tvill's gern glaube», daß er ein anständiger Kerl ist." „Er ist sogar eine ivahrhast vornehme Natur, Pater." „Gut, gut alles zugegeben Aber das ändert doch nichts an der Hauptsache. Er ist und bleibt dock elnmal ein Schansvieler." , „Ia, ist denn das cttva eine Schande?" „Natürlich nickt, aber versteh' mich dock, Kind. Das weißt du >a ebenso gut wie ich: Als aktiver Offizier - -" „Gewiß. Pater. Daß man als ANiver selbst nickt eine kDamc zur Frau haben kan», die allabendlich ans der Bühne steht, das begreift sich ja von selbst. Aber ivarum eine Ossi-- zierStockter nicht einen Bühnenkünstler von erstem Rainen heiraten soll — daS versteh' ich allerdings nicht." „Gerda. Gerda, du willst nur nicht! Du wirst mir doch zugeben müssen: eine Schauspielersfrau kommt in ein Milieu, iir Kreise, die nun einmal nicht zu uns passen." „Wem ick daitn nicht mehr passe, der braucht mich ja nickt mebr zu kennen. Ich lege keilten Wert auf solche Leute." „Und wir?" ES zuckte in ihren Lippen, wie zu einer herben Antwort. Aber dann sagte sie doch weicher: „Ihr werdet mich ja eben verstehen, Pater." Joachim schüttelte den Kopf. War ihr denn gar nicht beizukommen? lind sebr ernst sprach er nun weiter: „Mein liebes Kind, cs ist ein altes, aber bitter wahre- Wort: Niemand soll auS seinem Stande heraus. Es bringt kein Glück. Es ist dock schließlich kein Zufall, wo uns das Leben einmal hingestellt hat. Da sind auch unsere Wurzel», unser Nährboden, unsere ganzen Lebensbedingungen. Und wer daS alles aufgibt, der findet nirgends mehr festen Stand — der verkümmert, gebt zugrunde!" Die Worte riefen ein Echo in Gerdas Brnst wach. Wieder jenes dunkle Ahnen voll leisem Bangen. Bor irgend etwas Ungewissem. Dock' auch seht wieder kämpfte sie es nieder, richtete sie sich schnell an ihreni Widerspruch auf. „lind doch hast du Astrid nichts iir den Weg gelegt. Papa. Klaus gekört dock ebensowenig in unsere Kaste, als Kaufmann." „Ich habe auch damals schon ernste Bedenken gehabt Aber im übrigen: die Sache liegt denn da dock ganz anders. Klau» steht doch erstens mal in einem ReservcverhältniS zu unserem Regiment, und überhaupt als Großkanfmann gekört er doch immerhin zu unserer gesellschaftlichen Sphäre." Gerda machte eine Ben>egung voll Ungeduld, als wollte sie sich den Händen des Paters entziehen, die sie noch immer hielten. „Aber das ist doch schrecklich. zu töricht geradezu chincsenhaft. dieser Kastengeist! Wir leben dock nicht mehr im Mittelalter. Jeder aufgeklärte, lvahrhast gebildete Mensch fragt dock nickt mehr darnach: WaS ist einer? sondern: Wie ist er?" „LiebeS Kind, du erfaßt noch immer nicht beit Kern der Sache. Ich feite das Unglück und darum das Unmögliche ja gar nicht so sehr im llrtcil der anderen, wie in der Sache selbst. Wie aufgeklärt du dir auch Vorkommen magst, auch in dir selber lebt, ohne daß du dir dessen bewußt bist, dck Geist deines Standes. Er schlummert jetzt vielleicht und spricht nickt zu dir im Augenblick, weil dein Wünschen lauter ist. Aber er meldet sich einmal wieder. Dessen sei gewiß. Ge rade bei dir, die du doch mein Kind bist." lind er blickte jetzt, mit tiefer Zärtlichkeit i» den» dnnkelbärtigen ManneSanllitz, ans das Mädchen nrit ihren stolzen, schönen Zügen Der Druck seiner Hände war jetzt liebkosend. Gerda fühlte cs und in ihren Augen stand da wieder bas weiche Bitten. „Du magst ja reckt haben, Väterchen! Bei jeden« anderen, aber doch nicht bei ihm. Lerne ihn doch nur erst kennen, und d» selber tvicst mir zugebcn: er ist nicht tvie die anderen. Er macht eine Ausnahme. Mit ihm werd' ich sicherlich nicht unglücklich. Glaub' mir'S doch nur!" Da bewölkte sich die Stirn deS Oberstleutnants. Sein Ton ward wieder streng. „Wenn du dich denn mit aller Getvalt nicht überzeugen lasse» willst, so müssen andere für dich sorgen Also — schlag dir diese Idee ans dein Kopf. Es ist nicht daran zu denken." Er löste seine Hände von ihren Arme» und stand auf Mit einer kurzen Bewegung Gerda blieb eine Weile, oüne sich zu rühren, auf dem Fleck, wo sie stand. Auch in ihren Mienen tvar keine gnng. Nur zwischen den feinen Brauen stand eine steile, gerade Linie. Ganz klein, aber sic gab dem schönen And- lttz einen Ausdruck! harter Entschlossenheit Und imn warf sie vlötzlich den Kopf zurück 194 , 5$cttcx ,,Was gibt'S noch?" Der Oberstleutnant rief es barsch, ohne sich nach jihr um-> zukehre». Er war dabei, sich am Rauchtisch die erloschene Zigarre wieder in Brand zu setzen. „Vater — cs fällt mir schiver, cs auszusprechcn — aber auch ich must osfen sein. Also — wenn ihr mir eure Einwilliguug tvirklich nicht geben wollt, dann —" „Dann?" Joachim von Henning fuhr herum. Tie Hand, die noch das silberne Taschenfeuerzeug hielt, zitterte. „Dann — ich rann mir nicht helfen — Heirat' ich Heinz auch so." Ein schmetterndes Krachen — das Feuerzeug war auf die Metallscheibe des Rauchtisches geflogen. „Tu!" lind der riesige Mann starrd vor ihr. schrecklich anzusehen. Die Stirnadern ausgeschwolleu zum Zerspringen. Ein Glühen in den Augen, als wollte seine .Hand die zer- schmettern, die da ivagtc, sich gegen ihn aufzulehnen. Offene Gehorsamsverweigerung — er kannte ja als alter Soldat nichts Schlimmeres. So stand er vor ihr, ein paar furchtbare Augenblicke lang, dann aber griff er sich plötzlich in den Uniformtragen, riß daran, als müsse er ersticken, und ließ sich schwer auf den Armsessel nieder. Den Kops zurückgelehnt, die Augen geschlossen, mit den Händen den LehneulUauf umklam- mernd, saß er so eine Weile schiver und mühsam atmend. In tödlichen! Erschrecken blickte Gerda auf den Zu- sammcngesunkenen. Worte der Angst, der Zärtlichkeit schwebten ihr auf den Lippen, aber sie brachte sie nicht hervor — ; aus Furcht, jedes Zeichen von ihr würde ihn nur noch mehr aufregen. So stand sie vorüber geneigt, mit bis in den Hals hinaufschlagendem Puls, ganz trocken in der Kehle, und starrte nur nach seinem Antlitz. Als müsse sich da jeden Augenblick etwas Schrecklicheres noch begeben. Aber es geschah nicht — Gott sei Dank! Tic Züge des Vaters Nnirden ruhiger, bekamen jetzt etwas Schlaffes, und nun schlug er wieder die Augen empor. Langsam richtete er sich in seinem Sessel auf. Da war sie bei ihm, umschlang seinen Hals mit zittern-- den Armen. „Lieber, lieber Vater! Werd' doch nur wieder ruhig. Vergiß ineine Worte. Wenn du bei deiner Weigerung bc- harrst, so werde ich »«ich fügen. Dann muß ich eben cnt-> sagen." Und sic schiniegte ihre tveiche Wange an sein bärtiges! Antlitz. Joachim von Henning, nun wieder ganz seiner Nerven Herr, sühlie das schinerzhafte Zucken ihrer Brust au der seinen. Ta legte er saust seinen Arm um ihren Leib. Eine Weile hielt er sie so an sich. Dann strich er mit der andern Hand sachte über ihr Haar. Ganz wie er es früher so oft getan, wenn sie ihm als Kind ans dem Schoß gesessen. Und jene Zeiten standen wieder lebendig vor ihm. Mit all dem Glück, das ihm ihre kindliche Zutraulichkeit und Zärtlichkeit gebracht. Ta tvurde es ihm seltsain weich um§ Herz. „Hast du ihn denn so lieb?" ^ Ihr Kopf grub sich mit einer impulsiven Bewegung nur noch tiefer ein an seiner Wange. Der Oberstleutnant fragte nichts weiter, aber er atmete schwer. Und dann hörte er Gerda leise, traurig sagen: „Du hast doch den Schwestern ihren Herzenswunsch erfüllt, lieber Vater. Warum verweigerst du ihn mir? Soll ich allein unglücklich werdend Die Worte packten ihn. Er bog ihren Kops zurück uud sah ihr tief in die dunklen, seuchtschiminernden Augen. Dann flüsterte er plötzlich, mit einem weichen Ton, wie sic ihn an dem großen Manne noch nie gehört halte: „Mädel — mein Mädel! Ich hatte es mir ja einmal anders mit dir gedacht. Gerade mit dir! Aber, wenn cs denn nun nicht anders sein soll " „Vater — wirklich?" Er nickte nur und sagte dann weiter: „Mit der Mutter hast du >vohl schon gesprochen?" „Ja. Wenn du deine Einwilligung gibst, so hat sie wohl auch .nichts dagegen." „Nun —" ein Räuspern, und dann richtete sich Joachim von Henning straff auf. „So schick' mir den Mann, deir du liebst." * Heinz Keßler stand vor dem Oberstleutnant. „Herr von Henning — Ihr Fräulein Tochter hat mir die freudige Mitteilung geniacht, daß Sie mir erlaube,« wollten —" Joachim von Henning hob die .Hand. Seit, Auge um« faßte den Mann da vor ihpi scharf imd fest, als könne er sich so die Geivißhcil verschaffe», die er so gern gehabt hätte. „Ja — ich habe Sic herbittcn lassen, Herr Keßler^ Obwohl ich es für richtiger gehalten hätte, auch das sagte ich nieiner Tochter und möchte es Ihnen gleichfalls nicht verhehlen, daß Sie diesen Weg zu inir *— vorher gemacht hätten." Keßlers Braue» zuckten empor. „Herr Oberstleutnant —" Einen Moment sahen sich die beiden Männer Auge in Auge, beide ein erregtes Leuchten im Blick. Daun aber entspannten sich die Züge des älteren. „Aber wir wollen das nun auf fick) beruhen lassen. Bitte, nehmen Sie Platz, und legen Sie doch ab." Und der Oberstleutnant griff nach dein Hute des Besuchers. „So — nun lassen Sie uns die Angelegenheit kurz und bündig erledigen. Ich bin kein Freund von großen Worten. Daß mein Mädel Sie lieb hat und Sie mein Mädel, das! lvciß ich — nun sagen Sie mir, was Sic mir sonst noch mitzuteilen hätten." Heinz Keßler verneigte sich. Förmlich auch jetzt noch. Ter Empfang eben hatte sein Seibstgesühl stark getroffen. Er war nicht geivöhnt, daß mau in dein Ton mit ihm sprach - ihm gar Lektionen erteilte. Und Iväre eben nicht die Rücksicht auf Gerda gewesen, er hätte schneidend er- lvidert: Andererseits — es war etwas in den« Wese.» des Oberstleutnants, wie er sich jetzt gab, dem auch er sich nicht ganz entziehen konnte. Und so schwand denn auch nach und nach seine ansänglichc Kühle. Er gab sich ungez>vuu-i gener, natürlicher, wie er jetzt von sich und seinem Berufs sprach und schließlich auch seine wirtschaftlichen Verhältnisse klarlegtc. Joachim von Henning halte ihn aufmerksam angehört, iluil erwiderte er: „Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit, Herr Keßler. Sie erwähnten da eben auch, daß Sie srüher selber Militär waren. Das freut mich besonders z» hören. Sie waren gern Soldat, da haben Sie geiviß sehr bedauert, daß Sie der Unfall zivang, den biinten Rock so bald wieder auszn- ziehen?" „itzewiß — allerdings. Es tat mir recht leid." Heinz Keßler sagte es, aber cs traf nicht so ganz zu. Seine anfängliche Begeisterung für den buiiten Rock, im Grunde mehr jugendliche Eitelkeit, hatte sich bald gelegt, als er de» Dienst kennen lernte. Ter eiserne Zwang, der jede Individualität unterdrückte, war ihm lästig geworden, «ich von jedem Vorgesetzten anpscisen zil lassen und nur schiveigend die Hand an den Helm zu lege» es war verwünsch! wenig »ach seinem Geschmack gewesen. Sei» leiden- schaftlicheS Temperament hätte oft heiß rebelliert dagegen. Und hätte ihm eben nicht damals glücklicherweise der Schuldrill noch so tief in den Knochen gesteckt, tvcr iveiß, ob nicht —! So war ihm denn eigentlich der Reitunsall dainalsl gar nicht so uncrivünscht gekommen, das enthob ihn aller Konflikte, gab feinem Leben ohne sei» Zutun eine ganz andere Wendung. Aber das brauchte er doch dem Oberst- lkutnaiit wohl nicht alles anseiiiaiiderzusetzen. Und so ließ er ihn beim bei seinem Glauben. Joachim von Henning sah jetzt sein Gegenüber noch einmal an, mit einem letzten, heimlichen Prüfen. Sein ganzes Aenßerc und was er da soeben gehör«, das machte ia alles keinen schlechten Eindruck und so erhob er sich denn. „Mein lieber Herr Keßler Ter Oberstleutnant streckte bt-iit Bewerber, der mir ihm ausgestanden war, nun mit einem ehrlichen, ossene» Blick die Rechte entgegen —, „ich mache kein Hehl daraus, inein Entschluß fällt mir nicht leicht. Aber wie die Dinge einmal stehen ich habe bask IS', Bertrauen, d,ts; Sie eo gut mit »reinem 'linde »>»iirn. .Hier — so iiehmen Sie denn mein« Znsnninrung!" lind er lanjchte mit den, snngeu Bimu« einen festen Handedrtick „Ich danke Ihnen, Here von Henning. Sic sollen es nie berenen, dast Sie nrir Ihr Berlranen geschentl haben." Es kanr etlvas konventionell hcrans. Was sich bei heiuzz Keßler vorhin an loürnrercn Enipsindungen sür Gerdas. Bater hatte einsteklen wolle», das ivar nun wieder zurück-, gedrängt. iForlictzniig folgt) Var Nechl am eignen viide. Juristische Plauderei von E. Goldsrcund, Leipzig. Schauplatz: Ein vornehmes photographisches Atelier. Ein voruehiucr .Herr betritt das Atelier. Tie Empsangsdome: „Ter Herr wiluschen'?" De: Herr: „Eilt Dutzend Kabinettbilder". Tie Empsangsdauie: „Dari ich um Ihren Namen bitten?" Ter Herr: „Regierungspräsident v. 1." Die Empsan,zsdamc: „Ich bitte, Platz zu nehmen, die Nusnah- nie» werden sofort gemacht." * Der Regierungevräsident ist nach einigen Monaten zum Ober- Präsidenten ernannt worden und erhält beim Antritt des neuen Postens solgeitden Bries: Eiv. Exzellenz! Dem „Reichsanzciger" entnehmen wir, das: Etv. Exzellenz zum Oberpräsidente» der Provinz Pommern ernannt worden sind, aus Ivclchem 'Anlaß nur uns gestatten, Ew. Exzellenz um die lleber- sendiina eines Bildes und gleichzeitig um, die Erlaubnis zur Veröffentlichung in unserer illustrierten Zcitschrisl zu bitten. Wir sprechen Eiv. Exzellenz im voraus nnscrcn besten Tank aus und zeichnen Mit vorzüglicher Hochachtung Der Verlag der illustrierten Zeitschrift „Der Halbmond". Ter Herr Obervräiidcnt sendet aus die Bille der Zeilschrist osort das erbetene Bild ein, das gerade kurz vor Redaliionsschlnst ür die nächste Nummer eintrisst, aber noch in dieser erscheint. * Ter Herr Oberpräsidcul hatte natürlich die ganze Angelegenheit längst vergessen, als er nach mehreren Tagen recht unsanst noch rinmal durch einen Bries des photogravhischen Ateliers, bei dem er als Regierungspräsident zurzeit die Bilder hatte machen lassen an sie erinnert ward. Ter Inhaber des Ateliers balle sich bereits an den Verlag der Zeitschrift gewendet und dort sein Urheberrecht an der Photographie geltend gemacht, war aber von diesem an den Oberpräsidente» verwiesen wölben, da der Verlag gellend machte, von diesem die Erlaubnis zur Berössentlichung des Bildes erhalten zu habe». Der Phologravh setzte dem »mit Obcrpräsidciiten auseinander, dag er keine Berechtigung habe, das von ihm hergestelltc Bild ohne seine «des Plwiographcn) Erlaubnis an die Zeitschrift zu geben. Ter Herr Odrrpräjidcnt hätte sich dadurch einer Verletzung des llrhebcrrechts schuldig gemacht, tvoraui er ihn zur Per »»idiing tünjliger Fälle ansmerliom machen loolle, er müsse ihn aber schon heule darant Hinweisen, das; er im Schadenssalle verantwortlich gemacht tverden ivürde. Ter Herr Obervräsident saß in seinem Sessel und starrte lvie geistrsabtvesend vor sich hin. Schliesslich hörte man ihn mit lantem Gepolter die Worte hervvrstvssen: „Ja, was ist denn das, ick habe doch dem Manne die Bilder bezahlt, und kann mit meinem Eigentum doch machen was ich will? Das wäre doch noch schöner!" Mit dielen Worten griff er zur Feder und wollte dem Photographen einen gcharnischlcn Bries ichreiben. Ta kam ihm ein neuer Gedanke. Ein Truck an, einen Kbiopi zitierte mit lantem Klingelzeichen de» Sekretär herbei „Exzellenz wünschen?" „Fragen Sie sofort telephonisch de» Rechtsanwalt ']) an, ob ich ihn gleis, einmal sprechen kann." „Jawobl, Exzellenz." Nach einige» Minuten erscheint der Sekretär tvieder. „Herr Rccknranwalt lassen Exzellenz bitten." Im Bureau des Rechtsanwalts. Ter Operpräsident und der Rechtsanwalt i»id alle Tluoiengenoisc». „höre mal, mein Lieder, >nir ist da eine ganz eigene Geschichte paliiert. derentwegen ich mir bei dir Rat holen will." Und nun erzählte er dem alten Freunde seine Leidensgeschichte mit dem Bilde. „Mir scheint. der Manu mutz dos, vollends verlockt sein, wie kann er nrir vertoeigcrn. inik meinem Eigenknm zu machen, was ich Lust habe?" „4ia," autworlrtc der Gefragte, „die Sache ist sehr böse, der Mann har vollkommen res,l." „Waas?" „Ich >vill dir mal was sagen, meine liebe Exzellenz. Du hast cinen großen Fehler begangen. Ras, dem Kunstschuvgesctz vom i). Januar 1!X>7 ist der Man» im Recht. Es besteht leider in weiten Kreisen, zu denen du und sogar viele Juristen gehören, »os, eine gewisse Unklarheit über die Bestinlinungen des Gesetzes Es lommk nämlich darnach nicht die Erlaubnis des Abgebildete» in Frage, diese ersetzt auch nicht die Genehmigung des Phologravheu. In iviederbolt rrgntigenen Emscheiduugen ist der Grundsatz ansge stellt ivorden, dast der Urheber, der das Werk geschaifen hat, in diele,» Falle al,o der Phologravh, ausschließlich die Befugnis hat, das Werk zu vervielfältigen und gewerbsmäßig zu verbreiten, hier stellt sich nämlich das Knnstschnpgcsetz in bewußtem Gegensatz zu dem alte» Gesetz, da an die Stelle des Rechts des Bestellers das Recht des Urhebers getreten ist. Die Ausnahmebestimmung in ij lbi,2 gestattet dem Besteller wolil, das von ihm bestellte Bild zu vervielfältigen oder — was selbstverständlich ist — durch einen Dritten vervielfältigen zu lassen, dagegen verbleiben dem Photo gravhen alle sichere,l Rechte aus z 15, und dazu gehört vor allen Dingen die gewerbsmäßige Verbreitung." „Die liegt ja aber gar nicht vor. denn ich habe das Bild ja nur einer Zeitschrift, und dieser auch ohne Bezahlung, überlassen," ivart jener ei». „Darüber liegt gar kein Zweifel vor. Die Frage, wann gewerbsmäßige Verbreitung vorliegt, ist nach der Person dessen zu beurteilen, der den 'Akt der Verbreitung vornimmk. Wenn eine Zeitschrist das Bild eines Dritten mit dessen Erlaubnis bringt, so wird regelmästig die Berbreilmig als eine gewcrbsmähige anzuschcn sein, da sie ja meist in vielen Tausenden von Exemplaren erfolgt." „Nun beantworte mir doch einmal die Frage: Wie kann man sich denn nun vor solchen Unaiinehnililbkeiien schützen?" „Gern, die Sache ist nämlich sehr einfach. Wenn du wieder einmal zu einem Photographen gehst, so brauchst du nur vor der Ausnahme diesem zu sagen, und daraus wird vorher jeder Photo- gravh eingehen, um sich ein Geichäst nicht entgehe» zu lassen, das, du das Urheberrecht wünschst übertragen zu erhalten. Ich bitte dich aber, genau zu beachten, du mnstt das Wort „übertragen" gebrauch«,, und nicht etwa es dir nur Vorbehalten usw. Auch mutzt du diese 'Abmachung jedesinal ausdrücklich wiederholen. Jedensalls erlvirbst du mit der Bezahlung des Bildes allein nicht das Urhebcr- recht. hast du dir dieses aber übertragen lassen, so hast du das Recht, mit dem Bilde zu machen, was du willst, und kannst cs auch an so viele Zeitungen geben, wie es dir beliebt, ohne dast du den Photogravhen zu fragen brauchslj oder er ein Recht hat, irgendwie cinzugreiseii. Aber gefälligst daraus achten: vvr der 'Ausnahme und nicht nachher, denn dann wird der Photograph, der sein Recht natürlich genau kennt, nur in den seltenste» Fällen dafür zu Hadem sein." , Ter Obcrpräsident erhob sich. „Ich danke dir sür deine Auskläruiigen und tverde sie in Zu- kiinst genau beiolgcn." „TaS ivird zu deinem Vorteil sein, aber nicht vergessen, vorher und die Ucbcrtragung . . ." „Adieu." _ Die alte porzellanuhr. Von Otto Neurath. Der kleine Fritz mochte nie die alte Porzellanuhr leiden, die unter einer einsachen Glasglocke ans der Kommode stand. Fing sie nun gar an zu schlage», so tveinte er und bat die Mutter, die Uhr doch iii nicht mehr auszuziehen. „Sic rasselt ganz abscheulich," sagte er immer, „und die Bilder sind gar nicht mehr schön." Als er nun eines Tages allein zu Hanse war und die llhr zum Schlagen ansetzte, lies er rasch hin und gab ihr einen Stotz, dast sie stehen blieb. Dann setzte er sich zusricdcn an feilten Tisch, spielte mit seinen Soldaten und Pferden und schlief schließlich über all den bnntcn Herrlichkeiten ein. Als nun in allen Häusern die Lichter auiilammten, und der Mond am Himmel dahinzog, sing in Fritzchcns Zimmer, das nur vom Mondschein erhellt war, ein mnntercs Treiben an. Tie Bleispiellenic stimmten ihre Instrumente, die Soldaten Übten Parademarsch und bunte Figuren svrangen mit frohem Lachen a,ls den Bilderbüchern. Alles lies und tollte durcl-emander Nur die alte llbr stand tranrig au! ihrem Platze. Ein halbblindcr Spiegel wandle sich teilnahmsvoll an sie xmd suchte sic zu erheitern, aber sie schaute ihn gramvoll an. „Lange, laitge Jahre habe ich treu meine Pflicht getan, und nun :vo ich alt und schwach bin, mag man mich nicht mehr hören. Bi» sch denn schuld, dast ich nicht mehr ganz bei Stimme bin und meine Bilder verblaßten?" „Rein, liebe Alte, daiür kamrst du sicher nichts," erwiderte der Spiegel. „Ick, töunte auch gar nicht sagen, dast du köstlich warst. Tu bist freilich etlvas mitgenommen, aber für dein Alter noch ganz annekmbar." „Und da-5 will ickwn enoas heißen, wenn man soviel erlebt und gesehen hat wie ich." Erstaunt wandte l'ch Fritzchcii an die Uhr: „Ja, kannst du denn auch fühlen und leben wie wir Menichrii? Tu hast doch gar kein Herz!" ,Kui Herz habe ich freilich nicht, aber eine Feder und die ist für Wärme und Liebe genau so empfänglich wie dein Herz. Ich konnte dir gar manches erzählen, aber du wirst mich ja doch nicht anhörcn." „Doch, ich will ganz ruhig sein," sagte er eifrig, „und dich gar nickt unterbrechen." „Gut. so sollst du meine Geschichte hören. Ich bin schon sehr alt, so alt, dag meine Zeiger gar nicht mehr recht fort Mollen. Das war aber nicht immer so. Als mich deine Großmutter, die jetzt schon lange tot ist, lauste, war ich ganz neu und glänzend. Die Bilder waren gerade gemalt, und auch dre Herbstzeitlosen, die mich jetzt in blassen Ranken umschlingen, ivaren noch frisch und rot. Meine Feder n>ar jung und krästig, und jedermann rühmte meine Pünktlichkeit. ' Gott, war das eine Freude, als ick zu Hause ans denr Tische stand und zum crstenmale mit »ollem Tone schlug. Deine Großeltern, die sich das Geld sür mich am Munde abgesvart hatte«/ hielten sich engumschlunge» und schaute» mich glücklich an. Jeden Abend wurde die Schutzglocke vorsichtig von mir abgenommen und meine Werke ausgczogen. So lies ich immer fröhlich iveiter. Und ich durste auch fröhlich sein, denn damals wacks gar zu schön. Am Tage über sah ich ja nicht allzuviel, aber desto mehr am Abend. Dein Großmütterche» saß neben mit am warmen Ösen und dein Großvater ging im Zimmer ans und ab und sang so schön, daß selbst der Kanarienvogel, der mich am Tage mit seinen lnsligeu Liedern unterhielt, ganz still im Käsig saß und auf jeden Ton lauschte. Als daim dein Vater ans die Welt kam, kannte das Glück keine Grenzen mehr. — Ich sah ihn schon, wie er noch ganz klein in der Wiege lag und schrie, daß mir die Feder summte. Später hatte ihn dein Großmütterche» ost ans dem Schoße und lehrte ihn aus mein Gehen hören. So ging die Zeit hin und ich ging tu stets gleichem Gang mit Alles konnte sich ans mich verlassen. Dein Großvater kaur stets püttkilich zirm Dienst, dein Baicr nie zu spät zur Schule, und »venil sic nach Hause kamen, stand das Essen schon aus dem Tisch, denn deine Großmutter richtete sich auch stets nach mir. Dein Vater kam schließlich aus der Schule, wurde älter und älter, und was denkst d», was eines Tages geschah?" Fritzchen schaute die Uhr fragend an. „Er brachte eine Braut mit," sagte die Uhr lachend. „Die beiden hättest du sehen sollen. Waren die verliebt! Aber sic waren mir ansänglich gar nicht gut, denn ich lies ihnen zu rasch. Als sie aber verheiratet waren. kamen sic noch ost und sahen auch mich ganz freundlich an. Sie halten mich iu den schönen Stunden doch ins Herz geschlossen. i Aus einmal wurde cs dann allerdings gar traurig bei uns. Dein Großvater ivurde krank und mußte im Bette liegen. Der Arzt kam, untersuchte ihn und schüttelte bedeirklich seine» weißen Kopf. Dann setzte er sich an den Tisch, schob die Brille ans die Stirne und schrieb auf einen Zettel. „Holen Sie das in der Apotheke und machen Sic tüchtig kalte Umschläge," sagte er und ging leise aus dem Zimmer. Was glaubst du, wie rasch dein Vater die Arznei besorgt hatte, unv luic oft er die Treppe heraus- und hinunterlief, um frisches, kaltes Wasser zu holen, denn Eis war damals selten, da cs im Sommer lvar. Aber alles Arüeiteir und Sorgen half nichts. Nach ein paar Tagen hatte er ausgelittcn. Als deine Großmutter sich weinend über ihn ivars und dein Vater schluchzend vor dem Bette stand, sprang mir über all das Leid und die Tränen die Feder cntzlvn. Später kam ich zn einem Uhrmacher, der uiich wieder gesund macken sollte. Aber es gelang ihn, nur halb. Meine Stimme wurde rauh und hart. Deine Großmutter hatte mich aber trotzdem lieb,' so lange sie lebte, durste mich niemand anderes anrührc». In ihren einsanien Tagen saß sie nun gewöhnlich hinter ihren Blume» am Fenster und strickte. Dann ging sie einmal fort und kam nicht wieder. Sie war auch gestorben. Bon all den Sachen, die sic halte, nahm dein Vater nur mich mit, denn anch er hat mich sehr gern. Nur du niagst mich nicht leiden und das tut mir sehr tveh." Fritzchen wollte ihr eben gerade antworten, als ihn die Mutter auswcckte. Ehe sie ihn etwas fragen konnte, eilte er zu der Uhr, stieß sie vorsichtig au und freute sich, als sie lustig weitertakte. Er wollte sie gewiß nicht mehr schmähen. Und die Zahl seiner Diebstähle aus 200 a «wachsen mußten, eh» tim« diesem erfinderischen Lanafmaer auf di« Spur kam, hat seine guten Gründe. Franebonune ist ein Kenner der Schattenseiten der menschlichen Seele und weiß, wie sehr Aussicht aus Geld und Verdienst verlockt. Und so maskierte er sich dann, lvenn immer er aus Abenteuer ausging, als Polizeiinspektor, suchte sein Opfer, irgendeinen vermögende,, Jnwelenhändler, auf, klopfte ihm vertraulich aus die Schulter, zog ihn ein wenig beiseite und sagt« mit verständnisvollem Augenzwinkern! „Schauen Sie her. Sie wissen, daß eine ganze Menge Jmvelen durch die Hände von Polizeibeamten gehen. Manche der kleinen bunten Steiuchen bleiben dabei kleben. Wenn Ihnen daran liegt, könnten mir gemeinsam recht hübsche Geschäfte machen." lind dabei zog er aus seinen Taschen gestohlene Edelsteine, ließ sie funkeln und bot sie beut Händler zu einem Preise an, der niehr als billig >var. Fast iunner bissen die Juwelenlüindlcr au, und das Geschäft ivurde abgeschlossen. Allein lvenn der vermeintliche Herr Polizeiinsvektvn gegangen ivar, mußten die Händler mit Schrecken bemerken, daß eine Airzahl besonders kostbarer Schniuckstücke mit ihm verschwunden war Da aber die Herren Jinveliere in der Angelegenheit kein reines Gewissen hatten, loagten sie es nickst, de» Diebstahl an, zuzeigen, und so konnte Franehomme zwei Jahrzehnte hindurch ungestört sein Handwerk fortsetzen. Selbst als er jetzt vor Gericht entlarvt Ivurde, wagten nur tvenige der vorgeladenen 78 Zeugen ansznsagcn: die überwältigende Mehrzahl der Geschädigten zog es vor, hartnäckig zn behaupten, daß Franehomme sic keineswegs bestohlen habe, llird so erklärt cs sich auch, daß dieser schlaust „Champion der Diebe" mir 3 Jahre Äesängnis erhielt. ' Sch eid i qn n geII dur cb Li ch!. In der Deutsche» militär- ärztlichen Zecksckrritt bespricht Tr. G,oü, Kiel. Blendunac» durch natürliche und künstliche Lichtquellen, besonders eine Krankheit, bei der stch, „leist erst sechs bis acht Stunden »ach der Blendung, unter heutigen Augen- und Kovstchinerzen Entzündung der Bindehaut eni- stellt mit enormer Träneiiablonderimg rmd dem Keiühle, als ob schailkautigc Fremdkörper zwischen Auae und Lidern hin- und l,e» rollten. ES besteht lwchgradige Lichtlche». Die Leute machen einen fchwerkranke» Eindruck u»d sind aäuzllch hilstos, aber nach zu>et Wochen sind alle Erscheinungen verschwmide». Doch komme» auch Fälle vor, die mit Selmerveneutzäudung und Erblindung ausae en. Neben der akuten findet sich eine chroniiche Krankheit dieser Art infolge langer Einivirkmig schädlicher Lichtstrahlen, * S ch w e r e V c r a u t w o r t u n g. I» Amerikanopolis sind endlich die Frauen als Geschworene zugelassen. „Madel," erzählt Gertrud ausgeregt, „ich bin als Geschworene ansgelostI" „Denk dir, ich anch," sagt Mabel. Dann sehen sich die künstigen Rtchteriiinen einen Augenblick ernst an. „Wir werden eine schwere Verantwor tnng zn tragen haben," meint schließlich Gertrud. „Ja," erklärt Mabel, „eine schwere Berantlvortung. Was wirst du denn an- ziehen?" *DiearmenLeute! „Weißt du," sagt der über Nacht zmn Millionär gewordene Mr. Neivrich mit einer Mischung von Behagen und herablassendem Mitleid, , inir scheint, daß unsere Nachbaril nebenan in traurigen Berhälliiisseii leben, sie sind sicher so arni wie Kirchcnmäiise." „Warum glaubst du das?" fragt Mrs. Newrich voll Interesse. „Ach, sie können sich nicht eimnal ein mechanisches Klavier anschassen: die Tochter nimmt Klavierstimden und spielt mit den eigenen Händen." _ Silbenrätsel. an, ci, der, da, djr, ec, ,1, I>», ta, In, nacli, ni, o, ta, tna. A>iS vorstebcuden Silben und Buchstaben sollen tiiut Wörter gebildet und derart »»tereinaiider gesetzt ivcrdc», daß die Anfangsbuchstaben vo» oben »ach imleii liiid die Endbuchstaben von unteu nach oben gelesen, den Rainen eines aiißereiirooäische» HaleitpiatzeS ergebe». Er bedeutkii aber die eiiizelneu Wörter der Reihe »ach folgendes: 1. Ausländische» Ziervogel. 2. Figur aus Schillers „Wallensiein'. 8. Stadt in der Rheiiiprovuiz. 4. Elavischen Dickster. 5. Römischen Geschichtsschreiber. Auslösung i» nächster Nummer, vermisste». *DerTrickdesJuwclciidicbes. M. Franehomme ist über Nacht in Paris berübiiit geivorde». Die Richter haben ihn zwar ans drei Jahre ins Gefängnis geschickt: aber ivas sind drei Jahre Gefängnis, wenn inan 20 Jahre lang gewinnsüchtige Juwelcnhändlcr genarrt tjat und aus Grund dieses lichtscheuen Handiverkcs ein üppiges und geradezu sorgloses Leben sübren konnte. Verbrecher sirch vor den Schranken des Gerichtes gern großsprecherisch, aber M. Franchomme war nicht allzu anmaßend, als er sich im Pariser Gerichtshof mit vergnügtem Augenzwinkern den „Champion der Diebe" „aiiute. Daß 20 Jabre verstreichen Auslösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer« Weiß. Schwarz. 1. l> b 2 — d 8 TU6n.h8 2. T a 6 ii. e 6 T h 8 — h 1 f, d 7 n. e 6 3. T e 8 — e X, L f 7 n. e 6 Matt. A. 1....... Latin. t7 2. Ta6-d6f T h R n. d6, ob. c 7 « . 4 6 3. D h 8 — h 1 ob. — a 8 Matt. B. 1....... e. 7—06 2. SgSii. e6 beliebig 3. l) ob. 8 gibt Malt. Redaktion: kk. Neurath. — Notatlo»«br-uck und Verlag der Brühl'schen UnioersttätS-Buch- und Stetiidruckerei, R. Lange, Dießen.