Ekkizierstöchter. Roman von Paul Grabein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Koller Ucbermut ries Astrid den Vorübergehenden a». Dieser blieb sofort stehe», mit verbindlichem Lächeln. Aber nun getvahrtc er auch Gerda und machte Miene, erst zu dieser zu treten. Doch da sah er sic gerade einigen anderen ttanslustigen lächelnd den leeren Korb Hinhalten. „Ausverkaust, meine Herren! Sie müssen schon warten, bid ich iviederkomme." Und sie eilte davon. Petersen blickte der Davongehenden »ach. War's nicht tvieder wie Absicht, das; sie gleich ging, sowie er nur kam? Aber dann wandte er sich alsbald dem Scktkiosl zu und der blonden Astrid, die ihn mit ihrem liebenswürdigsten Lächeln empfing, voll übermütiger Schelmerei: „Na, Herr Petersen — wie ist das also mit uns? Sie tverden zum Wohl der armen Abgebrannten ain Bosporus doch sicher ein Gläschen Sekt leeren!" „Das nicht — aber auf Jbr Wohl drei, wenn Sic cS befehlen." lind seine Mienen bellten sich auf. *0, o! Wie stürmisch!" Ihre lustigen Blauangen blitzten ihn an. „Kann ich das auch vcrantivorten?" „Trauen Sie mir nicht nichr zu?" „Ihnen? — Alles! Sie sind ja furchtbar nnterneh-c »inngslnstig heute." „Vielleicht — ja." Und er nahm den Sektkelch, den sie ihm zierlich kredenzte. ES war wohl nur ein Zufall, daß seine Finger dabei ihre Hand streiften. Doch jetzt verneigte er sich zu ihr hin: „Also, das erste!" Und während er daS Glas leerte, traf sie ein langev Bll». „Prosit!" ertviderte sie lachend, aber das Herz tickte ihr doch ein bißchen schneller unter diesem Blick. — Gerda hatte drinnen in der Orangerie, beim Schloß- gärtner, ihr Körbchen wieder frisch mit Rosen gefüllt und wollte sicl> von neuem in das Festtreiben mischen. Aber als sie noch den Seitengang zwischen den Taxushccken entlang schritt, bog aus dem Hauptweg vom Schioßpvptal herein Herr ei». Ein hochgewachsener Mann im hellgrauen Promenadenanzug. Sie sah sofort: Heinz Keßler. Auch er erkannte sie jetzt, er tvar ihr ja vorhin wie allen mitwirkenden Damen von der Prinzeß vorgestellt worden; doch batte er noch keine Gelegenheit gehabt, sie anzu- spreche». Nun aber trat er auf sie zu. „Eine glückliche Begegnung, mein gnädiges Fräulein. Darf ich uiu eine Rose bitten? Sie sehen, ich bin noch unversorgt." Und er wies aus seine» noch leeren Rockaufschlag. „Bitte — gern, S>crr Keßler." Sic erwiderte es mit leichter Reserve. Aber wie sic ibm nun die Blume in dem hingehaltenen Ansschlag befestigte, traf plötzlich das Haargckräuscl aus ihrer Stirn ein tvarmek Hauch. Ein Atemzug aus seinem Munde. Heiß rieselte es ihr da vom Kopf den ganzen Körper hinab. „Tausend Dank! Diese Dekoration ist mir eine Auszeichnung. Darf ich mir e» rsvanebs diesen kleinen Beitrag für Ihre Schutzbefohlene» erlauben?" lind er überreichte ihr ein Goldstück. Es lag etwas in dem respektvollen Ton, das seine Versicherung über den Wert der üblichen Höflichkeitsphrase hinaushob. lind er trat an ihre linke Seite, mit selbstverständlicher Sicherheit. „Wenn Sie mir nun noch den weiteren Vorzug gewähren wollten, ein wenig mit Ihnen zu plaudern, meiil gnädigstes Fräulein, so wäre ich dankbar für den heutigeil Abend." Sic fühlte tvohl die ehrerbietige Huldigung, die in jedem seiner Worte, in seiner ganzen Haltung lag; abev dennoch erwiderte sic: „Ich bedaure sehr, Herr Keßler. Ich habe noch Pflichten zu erfüllen." Sie wies auf ihren gefüllten Korb. ,.O — da weiß ich Rat - Sic erlauben." Schnell entschlossen entnahm er seiner Brnsttasche einett blauen Schein und bot ihn ihr dar. „Bitte geborsamst um alles, toas Sie noch im Korb haben." „Ja — ich tveiß tvirklich nicht —" „Aber ick bitte, mein gnädiges Fräulein!" Sei» Lachen gab ihr die Sicherheit wieder. „Der Wohltätigkeit sind doch keine Schranken gesetzt." Da nahm sie dankbar die reiche Gabe entgegen, „Sie sind ja ein Verschwender," lächelte nun auch sie. „Wenn ich so froh bin wie heute, so viel Schönheit genießen darf — könnt' ich's wohl werden!" Sein Auge leuchtete sie an. Dann aber griff er nach ihrem Körbchen. „Diese Blumen sind nun mein — nicht?" „Aber natürlich. Sie haben sie ja doch gekauft." „Nun also!" Und er nahm plötzlich den Korb und schüttete die duftenden Blüten vor sie aus den Weg. „Was machen Sie da!" erschrak sie. „Ich streue Ihnen Rosen. Ihre Füße sollten nie auf etwas anderes treten." Und wieder traf sic das Aufleuchten seiner lebensprühenden Angen. Sie sckiülteltc de» Kopf, aber ihr Herz schlug schneller, „Sie sind wirklich ein Verschwender!" Sie schritt nun weiter, über die Rosen hinweg. „Die armen Blumen." 178 „Beneidenswert sind sie!" Und sein Blick streifte ihre schlanken, feinen Füße, die behutsam über die Blüten hinwegschritlen. So gingen sie zwischen den Taxushecken dahin. Eine Weile schwieg auch Kehler. Dann begann er plötzlich: „Ich habe Ihnen noch zu danken, mein gnädiges Fräulein." „Mir? Wofür?" „Neulich, bei meinem ersten Auftreten. Wenn Sic nicht gewesen ivären, ich hätte miserabel gespielt." Sie erschrak. All die Gedanken wirbelten wieder in ihx auf. Und es klang etwas stockend, als sie nun sagte: „Was hat meine Anwesenheit damit zu tun? Das verstehe ich nicht." „O doch! Sehen Sie, mein gnädiges Fräulein — auch unsereiüer stumpft ab in seinem Berufe. Der Beifall der Menge, das ist wie ein Narkotikum, an das man sich gewöhnt. Das lockt und reizt nicht mehr genügend. So komint man leicht oazn, sich auf der Bühne gehen zu lassen. Man ist ja auch nicht immer in Stimmung. Da braucht man nun etwas, das einen emporreiht. Besonders.ich. Ich muß immer jcniand haben, für den ich spiele; der mich versteht, oder an dessen Urteil mir etwas gelegen ist. So daß idy weih: es lohnt sich für mich, mein Bestes zu geben." „So meinen Sie das!" „Ja, mem gnädigstes Fräulein. Und in Berlin, lvo ich bekannt, zu Haus bin, da macht sich das auch meist so. Da tveih ich immer jemand im Haus, für den es sich lohnt. Hier aber? Pardon, cs klingt ja gewiß sehr prätentiös und undankbar gegen die Prinzessin, aber ich bin ganz offen zu Ihnen: ich ivar neulich abends herzlich wenig in Stimmung. Dieses stumpssinnige Nest hier, der Janimerkasten von Theater, das ganze Ensemble — ich bin nun mal verwöhnt, geb's gern zu — kurzum, als es losging, ich spielte einfach hundsmiserabel. Sie müssen es doch auch empfunden haben?" „Ich weiß nicht — ich kam erst später." „O, das Hab ich wohl bemerkt!" Sehr lebhaft warf er es ei». „Und sehen Sie, mein gnädiges Fräulein, gerade das ward ja meine Rettung. Wenn Sie nicht gekommen wären — »a! Erlauben Sie mir also, cs Ihnen als schuldigen Dankbarkeitstribut zu sagen: Ich spielte neulich nur für Sie — nur!" Gerda lachte. Sie verbarg sich hinter diesem Lachen und hinter der anscheineichen Unbefangenheit ihres Tones, als sie nun fragte: „Aber was hatte ich denn nur so Besonderes an mir, daß Sic gerade auf mich verfielen?" „Sie — ja, wie sag' ich nur gleich? Wie ich Sie so sah, zivischen all den Larven um Sie herum, Alltags-, Kleinstadt-Menschen, engherzig und flügellahm — da Halle ich sofort ein Gefühl: Sie gehören da nicht hinein! Wie eine verwunschene Prinzessin kamen Sie mir vor, die ihre Schönheit, ihre Jugend hinter dumpfen Mauern vertrauern muß." Es kam keine Antwort von Gerda. Sle war betrosse». Daß er ihr Wesen, ihre Verhältnisse so durchschaut hatte. Gleich mit dem erste» Blick. Das war ja fast zum ?! echten, wenn jemand so in Seelen zu lesen verstand. „Sie schiveigcn, mein gnüdiges Fräulein — sagte ich etwas, was Sie verletzte?" Sie schüttelte den Kopf. „Oder hatte ich etwa nicht recht mit meinen Empfindungen?" „Doch — überraschend recht! Das ist's ja gerade." lind sie sah ihn letzt an — erst noch etwas scheu. „Wie konnten Sie so in mein Inneres sehen?" „Das bringt der Beruf so mit sich," scherzte er. „Aber lassen wir das. Ich hatte also recht, das interessiert mich. Und nun sagen Sie mir: Wie halten Sie cs nur aus hier? Waruni sind Sie nicht schon langst draußen — in der Freiheit?" Sie machte eine resignierte Bewegung. „Sie vergessen, daß ich die Tochter eines altiven Ossi- ziers bin. Das erlegt Pflichten aus und Rücksichten." „Ja, ja, natürlich. Aber, Herrgott, wenn ich an Ihrer Stelle wäre —!" Ein Lächeln spielte um ihre Lippen. „Ja, ivenn ich ein Mann wäre! Sie sind eben zu beneiden. Wie glücklich müssen Sic doch sein." Er griff das Wort auf. „Glücklich?" „Nun etwa nicht? Gerade Sie haben doch im vollsten Maße das, was mir fehlt: Ungebundenheit, Freiheit." Er lachte. „Ja. die Freiheit des Fahrenden — Zigennerfreiheitl" „Das sagen Sie, dem alle Ehren zuteil werden? Den Fürsten auszeichnen?" „Nun, das tun sie ja mit einem Zigeunerprimas hentu zutage auch, wenn er einmal in Mode ist. Aber ändert das etwas? Bleibt man darunl nicht doch einsam wie der Fahrende draußen auf der Straße?" In Gerda war ein Verwundern. Ueber Einsamkeit der Seele klagte er, dem so viele Frauen nur allzu willig ihr Herz zu erschließen bereit waren? Es war, wie ivenn er ihre geheimen Gedanken erriet. „Abenteuer — gewiß. Die hat man genug bei solchem Leben. Aber kann das aus die Dauer Befriedigung ge-> wäkiren? Man sehnt sich nach dem heiligen Feuer, doch es bleibt beim Sehnen. Man sieht doch immer wieder, daß einen ein Irrlicht betrog." Sle schwieg noch immer. Da sagte er nach einer Weile: „Verzeihen Sie, mein gnädigstes Fräulein. Sie müssen sich wundern über mich. Mir mar da eben, als wären wir schon lange bekannt — gut bekannt. Sollte mich dies Gefühl zu wett geführt haben, so verzeihen «ie mir und vergessen Sie, was ich sagte." Sic erwiderte auch jetzt noch nichts. Seine Worte klangen in ihr nach. Und der Ton seiner Stimme, so dicht neben ihr im Halbdunkel, der sic >vieder-ganz in seinen Bann zog. Wie damals im Theater. „Ich fürchte, ich habe mir wirklich Ihre Gnade verscherzt," hörte sie ihn da sagen. Nun schüttelte sie das Haupt. Ihr Blick traf den seinen. „Ich bin doch Sein Kind, Herr Kehler. Sie dursten so sprechen." Sie ivaren inzivischen dem Rondell nahe gekommen. Walzerklänge schlugen ihnen entgegen. Auf der Bretterbühne unter der alte» Linde ivurde schon getanzt. Als die beiden sich dem Platze näherten, winkle Prinzeß Juliane den Schauspieler an sich heran. So wurden sie getrennt. Gerda ging zu dem Tisch, wo ihre Mutter und Frau Brencken saßen. In Nachdenken versunken, blickte sie in das Drehen der Paare drüben. Noch ganz unter dem Eindruck von Keßlers Persönlichkeit. Mehrmals kamen Herren, sic um einen Tanz zu bitten. Aber sie dankte jedesmal: „Bitte, jetzt noch nicht. Ich will mich erst ein wenig ausruhen — vielleicht später." Und ihr Auge slog wieder zu der Gruppe drüben im Licht, lvo sic eben Keßler entdeckt batte, noch immer im Gespräch mit Prinzeß Juliane, der levhasten, etwas korpulenten kleinen Dame, neben der seine hohe Gestalt doppelt zur Geltung kam. Seine ganze Erscheinung, seine gehaltene Art, vornehin in jeder Bewegung nein, das war kein „Fahrender", kein „Zigeuner". Gentleman war er in jedem Zoll. Aristokrat. Sie stellte es fest: da war keiner hier, auf dem ganzen Festplatz, der sich mit ihm messen konnte. lJorlsetzung folg!.) 3nt vogelsberg. Von T h. E e l l a r i n s. lFortsetzung.) Bon allerlei Häusern und Dörfern. Die Hütte links und die Hütte rechts und der dicke Heinrich. Es gibt Häuser, die nichtssagend, wen» auch noch so protzig, am Wege stehn — das sind in erster Linie die Miclkascrncn großer Städte — und es gibt solche, die beredt sind: die uns von der Art ihrer derzeitigen Besitzer oder einstigen Erbauer, von alter oder »euer Zeit etwas zu erzählen haben. Denn wo ein Mensch dem eigenen Bedürfnis und Schönbeits- emviindeu enliprcchend für sich und die Seinen — und vielleicht noch im Gedenken an kommende Generationen seines Geschlechtes — ein Haus baue» läßt, wird etwas von seiner Eigenart daran znm Ausdruck kommen. So reden zu uns aus dahinacrauschte» Jahrhunderte» die Burgen und Häuser erloschener Geschlechter! So reden noch die trau- jichen, alten deutschen Städte und Städtchen mit ihren altersgrauen Kirche» und lipdenbeschalletcn Kirchvlätzcn, mit ihren Marktplätzen, ranjäiendcu Brunnen und verzierte» Giebeln. Doch auch die Törser — als Wohnstätten komervaliocr Menschen, die ihre Eigenart den alles nivellierenden Strömungen des Zeitgeistes gegenüber bckser beioahren als die Städte sprechen ihre besonderen Sprachen. 179 Ich gedenke dabei der Dörfer inemer heimaikichen Provinz Oberhesien, die sich mit ihren Fachiverkbaute», an welchen hier und da noch volkstümliche Siiinsprüche und alle Bauernkunst zu sinde» sind, jedem auf den erste» Blick als das was sie wirklich sind: als echte Bauerndörfer, darstellen. Ihre meist offenen Anwesen erzählen von Ordnungsfinil'und Fleiß oder von fahrigem Wese», Wohlstand oder Armut und dergleichen mehr. Das ist nicht allerortxn so! Es gibt zum Beispiel — um in Hessen zu bleiben — viele rheinhessische Dörfer. in welchen stattliche, beworfene Häuser mit seinen Gardine» an den Fenstern einen städtischen Eindruck mache». während die dahinter liegende», dem Betrieb der Landwirlscliast dienenden, geschlotsene» Höfe sich jedem Einblick von Vorübergehende» entziehen. Das verleiht diesen Orten etwas Totes, Unausgesprochenes, denn cs schien ihnen dieLäden und das Slrastenleben, uni wie kleine Städte zu wirken. Tic Leute jedoch, welchen die eben beschriebenen Häuser gehöret!, sind reiche, auf sich selbst gestellte Bauern — von denen keiner den ander» so leicht Nötig hat — die in eigenen Equipagen durchs Land fahren und aus die benachbarten Provinzen foioic aus die aus ihre Besoldungen angewiesenen Beamten und Pfarrer mit einem Gemisch von Hochmut und Mitleid herabsehcn. Das Vogelsberger Dorf an der Nidder jedoch, den» ich meine >,Bilder aus dem Niddertal" entnommen habe, war ein typisch vberhessisches Dorf und ist es auch heule, bei gestiegenem Wohlstand und vielfach in bunten Farben erneuerten Häusern »och geblieben. Seine große» und kleinen Hosreiten mit den Dungställen im Miticlpttukt, lagen osscn dem Einblick und der Kritik der Ncbenmcnschen vreisgegcben da: und die darin Haniicccitden konnten mit dc>t Borübergehenden Gruß und Rede tauschen. Daraus •— und weil weniger bemittelte Leute mehr auseinander ange- lviesen sind als ganz reiche —erwuchs ein gemeinsames Leben, das sich ln Liebe oder Haß, im geselligen Zusammensein — im Winter in den warmen Stuben, an Sommcrsonnlagen vor de» Haus- lüreu jn der Anteilnahme an Freud und Leid des anderen äuherte. Doch auch an Anlassen zur allgemeinen Heiterkeit hat es in dicseni Dorse nicht gefehlt. Was war das doch für ei» Spaß gewesen, und tvie hallen alle Leute, grast und klein, alt ^>nd jung, gelacht, als ein armer Hans Narr, um sein Weib zu ärger», die mit Dasenbaaren gesüllte Bettdecke zerschnitten und ihren Inhalt aus die Mistsiätlc geschüttet halte, um die ec jammernd und heulend sprang, als ihm nachträglich eingeiallen tvar, dast er sich damit auch seiner eigene», einzigen Zudecke beraubt halle. Dieser Mann, ein kleiner Schneider, der bei seinem hitzigen, zuweilen noch durch den Genust von cllick n ..Kännchen" Schnaps gesteigerten Tcinverainenl und wenig Sitzileisch nie aus einen grünen Zweig kam, hat zu den Originalen des Ortes gehört: und von zwei der geringsten Häuser dieses Dorics und ihren Bewohnern lvi» ich im solgenden erzählen. » lieber allen anderen Häusern stand links von der Psarrgasse, grade che sie an dem zum Pfarrhaus gehörigen GraSgartcn endigt, das kleine, aber wohlgehaltenc Haus eines Maurers. Es hatte seine Giedelseitc der Gasse zugcwcndct wie alle Häuser derselben, und davor lag ein kleiner Hosraui» niit einem Ziegcn- stall und Heuschober. Auch ein itrautgärtleiu, aus dessen Rabatten ein Rosmarinstock stand, und im Svnimcr die liekaiiiiten. bunten Bauernblumen blühten, gehörte zu dem sranndlichcn Anwesen Jcnicits der Gasse besäst das Maurerehepaar noch ein sonnig gelegenes Stück Land, aus welchem die Frau — allen Regeln der Landwirtschait zum Trotz — in jeden, Frühjahr die gleiche Feldsrucht anpilanzle, nämlich Frühkarrosseln, die dennoch immer vorzüglich gerieten. Beim Eintritt in den Flur des Häuschens, der zugleich auch Küche tvar, gewahrte man eine priniitiv anigemaucrte Fcucr- stättc, über deren ossener Flamme im Sommer vor jeder Mahlzeit der Kochtops an einem eisernen Halen hing und brodelte, bis der Kal'scc gelocht, oder die riniachc Mahlzeit gar und zubercitet war. Eine Türe links führte in das Stübchen der Großmutter, während die gegenüberliegende, mastig groste Stube der aus Manu, Frau Und Kind bestehendeu Faniiiic als Wohn, Schlaf- und Estzimmer diente. Die Lagerstätte der'kleinen Grit*) beanspruchte allerdings über Tag keinen besonderen Raum, denn sie bestand aus einem Schicbcbett. das, nachdem sie cs verlassen hatte, unter das groste Bett geschoben wurde. Diese Stube, in welcher sich das ganze häusliche Leben einer Familie abspielte — im Winter wurde auch noch dar,»neu gekocht — war sehr reinlich gehalten: austergcwöhiiljch reinlich, denn in der .hier in Frage stehenden Zeit liest die Reinlichkeit in den Dörfer» des Bogclsbergs noch viel zu wünschen übrig. Heute ist. mit dem besseren Wohistaud der Bevölkerung, auch in dieser Hinsicht vieles besser geworden. Als die Gril schon neun Jahre alt war, wurde ihren Eltern noch ein Kind, ein Knäblein, geboren und an: deni Sonntag, wo es gciausl werden sollte, sah die Siubc besonders seitlich aus: Decke und Kissen des grasten Bettes steckten in neuen, bunt gewürfelten Bezügen und zivischen Bettuch und Decke kam das über die *' Grit, soviel wie Grete. Bettlade hängende, nur als Zierrat dienende meiste Leinentuch hervor, das an jedem Sonntagabend sorgsällig ziisammenaesaltet mtigchoben wurde. Es war mit stilisierten Blumen und Vögeln in Kreuzsticharbeil rot bestickt und mit Säumen in Durchbruch- arbeit versehen. Ebenso war das mitten an der Stubentüre breit ausgehänglc Ueberhandttich beschasseu. An dein weistgeschcuerlen Tisch >var die bereits wieder hergestcllte Wöchnerin damit be- schäitigt, einen mästig groben Ballen Butter mii zwei bunte Por- zellantellerchen aiiszuschneiden. Sie halte ihn zum nachmittägigen Tauischmous gekauft, der mit Brot, Butter, Käse und einem Schnaps — dein damals bei stratnmer Arbeit tvie bei Festlichkeiten fast allein gebräuchlichen alkoholhaltigen Getränke — beginnen ii»d mit Kaiser und Wecken schliesten sollte. Bei vermögenderen Lenlen wurde noch Wurst zum ersten Teil des Festmahles und zum Kaffee Kuchen anstatt der Wecke ausgetragen. Aus der Bank am Tisch säst, sonntäglich migetan, die Grit und indem sic mit strahlenden Äugen der Mutter zusah, sagte Ile zu einer anwesenden Sviclgesährkin, die in ihren Augen zu den Reichen gehörte: „Siehst du, nun sind wir auch reich!" Nicht der Besitz eines Brüderchens hatte in der Grit diese Vorstellung ertuerft — denn dast es auch bei den allcrärmsten Leuten kleine Kinder gab, hatte sie täglich vor Augen — sondern der Besitz eines Bntterbällchens, das am Wend ausgezehrt sein würde. Im Laus der Zeit sind die sparsamen, jleihigcn Maurcrs- keute noch zu einigem Wohlstand gelangt. Sie haben ihr kleines, hochgelegenes Haus mit einem größeren vertauscht, zu welchem Ställe und eine Scheuer gehörten, und die Grit ist eine Bauernfrau getvordcn, die anstatt der Ziegen Kühe im Stall stehen hatte und nicht nur sür dc>> eigenen Haushalt Butter Herstellen, sondern auch noch welche verkaufen konnte. * Ganz anders als das saubere Maurerhäuschen sah die Hülle aus, die etwas tiefer als jenes, gleich hinter dem Pfarrhaus an der rechten Seite der Gasse stand. Das war, von außen gesehen, eine wenig anlockende Behausung lind innen eine schmutzide .Höhle der Armut, in welcher eine ältliche Taglöhnerin wohnte, die man unter dem Namen „dicke Lisbeth" kannte. Wie sie eigentlich hieß, habe icl> nie gewußt und ebensowenig, ob einst der Vater ihrer in der Wetteran dienenden Tochter als angetranter Gatte ihren Hausstand geteilt hat. Ihren Ilebernanien liest sie sich gern gefallen! Er war ihr vielleicht in der Jugend, als Anerkennung ihrer üppigen Gestalt, schmeichelhaft gewesen, denn wohlgerundete Persönlichkeiten geiallen im Dorf vor allen anderen. Jetzt aber konnte man die derbe, grobknochige Frau mit dem stumpfen Ausdruck in den plumpen Zügen mit dem besten Willen nicht mehr sür eine Schönheit halten. Eines Tages ging ihre Türe aus, und unangemeldet erschien mit ^ack und Pack ihre Tochter, die ihre» Dienst hatte ausgeben, müssen. Daß es aus einen längeren Auseuthall in der mütterlichen Hülle abgesehen war. merkte die Lisbelh bei aller Blödheit, und man konnte cs ihr nicht verdenken, wenn sic sauer dazu sah: denn sic hatte bei et strenge» Winterszeit genug zu tun, bis sie ihren eigenen Unterhalt verdient und bestritten hatte! Nachdem Mutter und Tochter mehrere Wochen lang die gröbsten Abfälle des Flachses, die inan Ehichwingc nannte, gesponne» hatte», — was den ärmsten Frauen des Gebirges einen lleinen Winterverdicnst cinbrachle, stand das Rad der Tochter stille, und die Hebamme ging in der Hütte auS und ei», in welcher ein Knäblein das Licht der Welt erblickt hatte, das in der heiligen Taufe den Nanien Heinrich erhielt. Des Berhältnis ztviichen Mutter nud Tochter wurde nach diesem Ereignis nicht besser! Ost hörte inan sie miteinander schelten und schreien, und die Psarrfrau genoß von ihrem Kinderstuben- seniler aus das Schauspiel, die beiden wie Kawpihähne aufeinander losgchen zu sehen. Gegen Frühjahr nahm die junge Person wieder einen auswärtigen Dienst an, aber ihr Knäblein blieb bei der Großmutter, von welcher auch das ihrem Namen beigesügte Adjektiv aus beit innigen überging: und dieser Grostmutter konnte niemand nachsagen, daß sie ihren Eulclsohn verwöhne! Als der Sommer kam, ging sic aus Taglohu und liest den Kleinen allein in seiner Hängematte liegen. Solche ans einem grobleinencn Tuch, einem Grastuch, hergestcllte Hängematten, die an dem unter der Ttubeudecke herlauseudcn Balken angebracht wurden, dienten damals noch allen armen, aber auch vielen besser gestellten Vogelsberger Dorfbewohnern, als Wiegen. Nur in den Wohnungen vermögender Bauern fand man Holz- wicgcn. Die nötige Nahrung must dem kleinen Heinrich wohl zu teil geworden sein, denn er blieb ani Leben und im übrigen vertrieb er sich die Zeit abwechselnd mit Schlafe» und Schreien. Als er aber erst einmal ans strammen Beinen herumlies -- wenn auch noch im Krndcrrock — kam seine Großmutter mit diesem Verfahren nicht mehr aus. Er schlief nun nicht mehr in der Hängemattc sondern bei ihr im Bett, ans welchem er allein hcraus- krabbcln konnte, und wenn sie nachhause kam, hatte sie ihn oft lauge zu suchen. Das vaßte ihr nicht, und sie fand einen Ausweg auS ihrer Verlegenheit, aus den nicht leicht jemand anderes veriatlcir Ware. Eines Morgens nahm sic einen Strick und band den Kleinen an einem Tischbein fest, dann stellte sie noch ei» Schüssclche» mit dick gekochter Erbsensuppe aus einen Stuhl vor ihn, legte ein Stück Brot dazu und ging >ocg. Berivundert halte Heinrich zuerst der Prozedur zugesehcn: als er aber begriff, daß er ein Gefangener 180 war, stimmte er ein Zetermordiogeschrei an, das sich gar nicht wieder beruhigen wollte, so daß man im Pfarrhaus daraus aufmerksam wurde. Der älteste Pfarrcrssohn, der im Dorse Tedur (Theodor) genannt wurde, ging der Sache aus den Grund und entdeckte den Heinrich, wie er fest angebunden an seinen Fesseln zerrte; und dessen grausame Gcsaugeuschaft empörte sein ehrliches Jungenherz. Sofort beschloß er, ihn zu befreien! Bor der dicke» Lisbeth sürchtetc er sick, nicht! Das war überhaupt einer, der erst hätte ausziehen müssen, um das Fürchten zu lernen wie der Mann im Märchen! Es gelang ihm, durch das Hüttcufenster einzusteigen, und nachdem er den Jungen losgebunden Halle, reichte er ihn seinem zwei Jahre jüngeren Bruder, ehe er selbst wieder durchs Fenster herauskrabbeltc. Kaum slihlte der dicke Heinrich den Boden der Mutter Erde unter seinen Füßen, so sing er an, wie toll daraus herumzutanzen und zwar unter den, andauernden Freudengcschrei: „obonne, obonne, obonnc," d. h. abgebunde». Es ist nicht anzunehmen, daß sein Befreier von dem Gefühl der Verantwortlichkeit für alles, was dem Knäblein in seiner unbewachten Freiheit hätte zustoßen können, gequält wurde! Es ist ihm auch nichts zugestoßen! Manch anderes an Aussicht getvöhnte Kind wäre vielleicht in den Bach gefallen, oder was schlimmer ist, in eine Pfuhlgrube: oder ein Ochse hätte es aus die Hörner genommen. Dem dicken t cinrich geschah von den, allen nichts, denn mit den Instinkt junger iere, die auch ohne Aussicht groß tvcrden müssen, verstand er cs, allen ihm etwa drohenden Gefahren aus dem Weg zu gehen. (Fortsetzung folgt.) vermischte». * Leuchttürme und Vogelzug. Bekanntlich sind in den großen Vogelzugzeiten des Frühlings und Herbstes die weithin leuchtenden Lichter der hohen Leuchttürme für die wandernden Vögel starke Anziehungspunkte, denen sie von allen Seiten zu- fliege». .Hierbei stoße» viele der Vögel in ihrem sausenden Fluge mit voller Wucht gegen die Mauern und Gerüste der Türme. Aber ihre Zahl ist gering im Vergleich zu den großen Mengen, die, in den blendenden Lichtkreis gekonimc», nun ruhelos die Leuchtfeuer umkreise», bis sie tot oder erschöpft zu Boden fallen. Hierdurch werden die Vogelscharen imgeheuer dezinicrt, und man inuß tatsächlich hierin einen Grund sehen für die dauernde Verminderung unserer Vogelwelt. Im Herbst 1913 wurden allein an einem Leucht- turm in der Nähe von Cherbourg über 10000 Vögel gelangen., darunter 1800 Schnepfen: an einem anderen Turm verendeten iv einer einzigen Nacht 500 Schnepsen, und dem großen Leuchtturm von Belle Jsle an der Küste der Bretagne sielen in zwei Novein- bcrnächten des vorigen Jahres 3200 Vögel zum Opscr. Wenn man diese großen Verlnstzissern hört, kann man eS freudig begrüßen, daß in Holland neuerdings Einrichtungen an ben Leuchttürmeu ge- trosscn werden, die diesen Massenmord einigermaßen verhindern sollen. Unter den Laternen sind nämlich leitersörmige Gerüste mit zahlreichen Sitzstangen für die Vögel angebracht und. diese Einrichtung hat sich vortrefflich bewährt: denn oft habe» in einer einzigen Nacht 8000 bis 5000 Vögel und noch mehr diese Sitzstangcn zum Ausruhen benuht, und es sind dann immer nur wenig umgekommene am Fuße des Turmes gesunden worden. Wir wollen hoffen, daß auch in de» anderen Ländern möglichst bald diese Schutzvorrich- tungen sür die Vögel an allen Leuchttürmen angebracht werden. *VraktischcsausallcrWelt. Man soll das Brauchbare nehmen, wo man es findet, und jedes Land hat diese oder jene praktische Neuerung, die man von ihm übernehmen kann. In der amerikanischen Marine zum Beispiel sind sür die Mannschaften besondere Rauchräume eingerichtet worden. Jui Interesse des Dienstes ist aber das Rauchen nicht immer erlaubt, und damit die Matrosen wissen, wann sie rauchen dürfen, und wann nicht, ist in jedem Rauchraumc eine elektrische Lampe angebracht. Erglüht die Rauch- lampe, dann dürfen die Matrosen rauchen, brennt sie aber nicht, dann ist das Rauchen verboten. Es bedarf keines Wortes von den Vorgesetzten und cs bedars keiner besonderen Vorschrift, die Ra»ü>>- lampe regelt die ganze Frage auf die einfachste Weise. — Auch Südafrika hat der Welt eine praktische Neuerung geschenkt. Zur Beförderung Verunglückter in Gegenden, wo kein ständiger Kran- kcudienst eingerichtet ist, sind in den Ortschaften bis zu einer Entfernung von 40 Meilen von Johannesburg Krankcnanhängewagen bereit gestellt. Es ist eine cinsache Tragbahre aus leichtem Stahl- röhrcngestell, das federnd aus Gummirädern läuft. Der Verunglückte wird aus der Bahre sestgeschnallt, eine Plane schützt ihn vor Sonne, Staub oder Regen, und der Wagen wird au ein Automobil oder einen andern Wagen einfach angchängt und nach dem .ikrankenhaus der Hauptstadt befördert. — Die Ausbreitung der Kultur bringt unserer Tierwelt oft große Gefahren, vor allem sind die Vögel durch die Leitungen der elektrischen Kraftwerke gefährdet. So harmlos die Drähte der Telephon- und Tclegrapheuleitungeii als Sitzgelegenheiten sind, so gefährlich sind die Hochspannungsleitungen. Um daher den Vögeln eine geeignete Sitzgelegenheit zu bleten, wird auf Vorschlag der Gesellschaft deutscher Elektro-Jnge- uieure auf jedem Mast der Hochspannungsleitungen jetzt noch eine Vogelsitzstange, ein Stab mit einer Qucrstange angebracht, und es hat sich gezeigt, daß die Vögel diese erhöhten Sitze bem dünnere» Drabl verziehen, zu ihrer eigenen Rettung. ' Die Inspiration im Bade. Archiinedes hatte fein« genialsten Cinlälte bekanntlich in der Zeit, während der er badete. Aber er steht daunl nicht allein da, es scheint, daß auch viele aiidere Sterbliche in der Badewanne am leichteslei, Grund zu einem Hoben ..Heureka' finden. Die .Tally Mail" tat über diese ivlch- tige Frage eine kleine Enquete veranstaltet. Einer der bekanntesten Londoiier Börstaner. der vor kurzem eine» ausgezeichnete» Börsen» conv glücklich asisführte, berichtete, daß ihm die Idee zu diesem Geschält im Bade gekomine» sei, und daß er überhaupt seinem tägliche» Alorgeobad« seiiie besten Jnfviratione» schulde. Ein anderer Glücklicher, der stch diirch seine fleinen Gedichte tu England eine» große» Namen aemacht hat. schloß sich dieser Erklärung an l»id berichtete, daß er feine beste» Roinanze» in der Badewann« geschrieben habe. Der Schaulvieler Arthur Bonrchier hat seine besten mimische» Eiiikälle ebenialls in> Bade. Nur der Roman» dichter Charles Garcia muß gestehen, daß er im Bade nicht arbeitet, sondern genießt, er kühlt stch in der Badeivanne immer sehr musikalisch gestimmt, während ihin seiiie beste» dichterischen Ein- sälle kommen, iveuii er sich rasiert. Hoffentlich rasiert er sich recht häufig Speacheck« der Allgemeinen Deutsche» Sprachvereiiir. * Bleu f ft nicht blau. Ich flunkere nicht, ich bii, ailch nicht sarbeubliiid; was ich erzähle, ist Tatsache. Kam ich da neulich in ein Modeaeschäst, um einen Scblivs zu foulen. Als ich unter den Auslagen meine Wahl getroffen batte, sagte ich: »Bitte, Fräuleiii, geben Sie mir den blaue»." „Ter ist aber iticht bla,»" vcrbefferte mich die Verkäuferin, „der ist bien." „Aber", behaiipte ich, auch diirch ihr verbindlmies Lächeln nicht überzeugt, „der Schlivs ist doch blau. Das ist ja deutlich zu seheii." „Neiii," erklärte sie mit ruhiger lleberlegeuhe I, „bleu ist nicht blau." Ich stand ivie verblüfft. Das Obr soll leugnen, was das Auge be- haiivtet. Hat es jemals einen größeren Widcrivruch der Siuiie gegeben ? Ich nehme den hingenwrkenen Handschuh, d. h. den blauen Schlips aus und entgegne kampfbereit, um die Fälschung z» entlarve»: „bieu heißt doch aus Deutsch bla», warum ivolic» Sie den» diele Farbe nicht so nennen ?" „2V4r »lüsieu uns nach den, Pub ikrun richten, das nennt sie auch nicht anders." .Aber", lenkte ich ein, „bannt ist doch die Far >e nicht ijchlig bezeichnet. Sie ist ja inattbla» oder stahlblau. Das Fremdwort sagt aber ganz unaeuau bla». Das deutiche Wort benennt doch diesen Farbenton viel richtiger." „Wir würde» ja ganz gern auch eln deulichec- Wort dnlür gebranchen, aber ivir rönnen es nicht, weil das Publikum diese Farbe bleu nennt," wurde ich belehrt Still nah», ich de» Schlips, zahlte »ud ging, iveil es mir im Kovi zu schwirreii begann von einem tollen Wirrwarr vo» Farben >n,d Wörle ii: dien ist nicht blau, xrie ist uictit gra», changeant ist nicht schillernd .... »ud das ,.1 »blikum" will es so! Gibt es denn keine Hilke acge» vieles allmächtige, unser Dentich verderbende „Publikum" ? In dieser Raiiosigkest Irak ich einen Freund, einen eriahrene» Kauiinan», >i»d erzählte ihm von dem neuen Streitfall zioiichen Deiitschlaud »ud Frankreich t» dem Modeaeschäst. Da sagle er mir etwas über Deutschland, >va4 viele Deutsche nicht wiffen: „Tie Farben und vielleicht auch Stoffe sür diese Schlipse iverde» nicht in Deulichland, londer» in Paris hergestcllt. Die dortige Fabrck stellt die Farben ans einer Karte zuiammen, bezeichnet sic einzeln mit Nummern n»d natürlich mit sraiizösijche» Namen und sendet sie an unzählige Geschäfte i» Teulschland. Will ein Geschäftsmann eine bestimmte Farbe belieste», da»» braucht er nur die Nummer »ad die srnniösische Bezeichnuiig anzugebe», um aus der Masse vou Farbeutöne» de» richtige» zu erhalle». Die Wörter inatl- oder stahlblau keuiit »lau natürlich in Baris nicht. Weil also die sraiizöuscbeii Erzeugniffe nach Teutschlaud komme», sind auch die krauzösischen Nauiei, «inaedrungen. Es ivird nicht eher anders, nie bis die deiitscheil aardeaiverle mit ihren Erzeug- nisie» und Bezeichnungen die kranzösischen verdränaen." So lang« demnach denischc Ges bälte ihre Schlipse »nd Farbe» aus Frankreich beziehen, bleibt es bei der Berschwoinmenheit imd Unwahr- heit: biea ist nicht blau I Tatsache I I T e s ch (Köln) Magische; Auadrat. Ju die Felder nebensteheadeu Quadrats sind die Buchstaben AAAAAABDI, MMNNtT II 8 derart einzutrage», daß die wagerechte» u. senkrccht.Reihcu gleichlautend iolgendec- beoenlen: 1. Oesterreichischen Feldherr». 2. Weiblichen Vornamen. 3. Fluß »» Ostasrika. 4. Stadt ui Irland. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Buchstabenrätsels in poriger Nummer! Haab — Ural — Itzia»» — Ochlenkopl — Imchkrampk: Rudols Falb. Redaktion : kk. Neurath. — Notatiousdruck und Verlag der BrsihLschen lluiverfitäts-Buch- und Sleindruckerci, R, Laug«, Gießen