Vkkizierstöchtrr. Ronian von Paul Grabetn. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ec war gut, das; jetzt wenigstens Astrid — natürlich ganz nn» dem Häuschen! — Kyllburg so mit Beschlag belegte, das; er sich nicht ivciter um sie kümmern konnte. so iand sie dann schließlich ihr Gleichgewicht wieder, und sie hatte nichts dagegen, als schließlich Astrid vorschlug, ihren kleinen StraKenbnniinel durch eine Tasse Tee bei Rasmussen abzuschließen. der Konditorei war nicht mehr viel Platz Aber die drei sanden doch noch einen Ecktisch, wo sie ein ivenig für sich bliebe». Sr^ saßen sie nun schon ein Weilchen, als plötzlich wieder die Tür ging uub ein einzelner Herr eintrat — Heinz Keßler, Diesmal hatte iich Gerda völlig in der Geivalt, und als Kyllburg auch letzt wieder mit einer gewissen, leisen Spannung zu ihr hinsah, da gewahrte er an ihr jene kühle Ablehnung, die er in gewissen Momenten an ihr kannte Jni ersten Augenblick regle sich etwas wie eine geheime Freude in ihm. Es war ja lächerlich, aber er hatte in der Tat eine Art Eifersucht empfunden, vorhin, wie er die anscheinende Bcrwirrnng Gerda-s beim Anblick Keß er» bemerkt hatte. Also dieser durste sich doch nichts einbilden. Ihre Mienen jetzt wiesen ihn nur allzu deutlich in die gehörige Distanz zurück Aber wie er so Gerdas schönes, abweisendes Gesicht betrachtete, da kainen ihm plötzlich wieder andere Gedanken. Diese so betonte Ablehnung — lag darin nicht vielleicht gerade etwas, was doch ausfallend ivar? Warum ein solcher Aufwand von Kraft? Hätte es nicht völlige Gleichgültigkeit auch getan? Er kannte ja Gerda nur allzu gut. Gewiß, für jeden Dritten lag in ihren Menen wohl nichts anderes als eine gewisse leis-hochmütige, kühle Indifferenz. Aber ihm entging doch nicht das ganz leise Vibrieren der feinen Nasenflügel, und ei» kaum merkliches Flirren im Blick — die Anzeichen einer inneren Erregung und gewaltsamen Anspannung. Warum aber das alles, wenn ihr der Mann da drüben wirklich gleichgültig war, wie sie cs sich den Anschein zu geben wünschte? Und, wie uin eine Antwort auf diese Frage zu suchen, glitt jetzt Ävllbnvgs Auge hinüber zu dem andern. Heinz Keßler hatte sosort beim Eintreten die drei in ihrer Ecke bemerkt. Aber nichts in seiner Miene verriet es. Ein kurzes Umblicken in dem Raum, dann schritt er zu»« Fenster, >vo »och eilt kleines Tischen frei war, »ild ließ sich nieder. Sein Eintreten hatte sofort eine geheime Aufregung in dem ganzen Cafe hervorgerusen. An allen Tischen ei» Köpfe« jusanimciistecken lind Wispern — er war erkannt. Aber er guittierle nicht einmal mit einem leisen Lächeln darüber. Als gewahrte er die ihm gezollte Bewunderung gar nicht, gab er dem bedienenden Mädchen seine Allsträge, zog eilt kostbares, goldenes Etui hervor, entnahm ihm eine Zigarette und blickte dann, ven übrigen Gästen halb abgewandt, dlirch die große Spiegelscheibe des Fensters hinaus auf die Straße, auf der die Gruppen der Promenierenden sich lang« sain pvrübcrschobeil. Gerda hatte die ersten Minuten ihre Augen gewaltsam von seinem Platz ferngehalten. Sie beteiligte sich am 6k« spräch der beiden andern, sogar mit einer gewissen gezwungenen Lebhaftigkeit, die Kyllburg abermals als etwas Be« fremdliches empfand. Und er fühlte ganz richtige ihre 6k« danken drehten sich in der Tat aufgestört um den eben Er« schienenen. War sein Kommen Absicht oder Zusall? Und Ivar es das erstere — dann, ja was bezweckte er dann damit? Wer sie war, das sah er dvch nun Wenn er neulich abends etwa noch im Zweifel hätte sein können, heute, wo Kyllburg mit ihnen ging, i» Unifqrm, heute war doch jedes Verkennen der Sikliation ausgeschlossen Er sah, sie gehörte »ur ersten 6k« sellschast. Und dennoch suchte er sich ihr zu nähern. Was be« deutete das? In geheimer Erregung hob sich Gerdas Brust. Das 6k- rede der Frau Brencken fiel ihr plötzlich wieder ein, von den Skandalgeschichten ieincrivegen in Berlin — angeblich in den besten Kreisen. SoUte er vielleicht wagen —? Aber nein, der Gedanke mar ja zu absurd. Im Bewußb- sein ihrer Unnahbarkeit ließ sie diese Möglichkeit gleich wieder fallen Aber dann blieb doch bloß noch das andere, daß er — Lächerlich aber auch das! Er, der Schauspieler, und sie, die Tochter eines aktiven Offiziers! Und so aus den ersten Blick. Aber trotzdem — in ihm war Künstlerblut — leicht entflammt. Und er setzte sich schnell hinweg über soziale Schranken. Also vielleicht doch — l Und der Gedanke kreiste immer »weiter in ihr. Eine Span« »nng wuchs in ihr heran, iminer stärker. So absurd es war, aber es hätte sie interessiert sesizustellen, ob sie recht ahnte oder nickt. Und da sandte sie ihren Blick doch hinüber zu dem Fenster und ließ ihn beobachtend ans Keßler ruhen, der noch immer zum Fenster hinausblickle. Aber ganz unvermittelt wandte er plötzlich den Kops ihr zu. Als hatte er ihren Blick cinvsilnden und wußte sofort, von wem er kam. Und wie so für einen Moment sein Auge das ihre traf, da zerriß jäh der Schleier über dessen stahl- grauem Spiegel. Ihr war's, als blickte sie ans eine dunkle Wetterwand, die für einen Pulsschlag lang ein ausflammcn- des Lohe» zerriß. Wie geblendet schloß sie die Auge». Sie ward dann in plötzlichem Umschwtlng ihrer Stimmung sehr schweigsam. Kyllburg entging es nicht, und er neigte sich zu ihr: „Sie sagen ja gar nichts mehr, Fräulein 6krda?" In seinem Ton lag etwas Beunruhigende», Forschendes. Sie wich seinem Blick aus. — lcfl — „Ich bin wohl etwas abgespannt — eS ist auch so heiß hier. Komm, laß uns gehen, Astrid." „Ach — jetzt schon?" Und die Schwester blickte bedauernd zu dem interessanten Gast am Fenster. Doch Gerda war schon aufgestande». „Wenn du nicht magst — ich gehe. Adieu, Herr Kyllburg." Astrid mußte da natürlich auch mit. „Sie bleiben noch?" wandte sie sich an Kyllburg. „Ja — wenn die Damen es mir nicht übelnehmen." „Aber natürlich nicht!" Astrid reichte ihm die Hand. „Bleiben Sie ruhig und erzählen Sie uns nachher — Sie wissen ja!" Sich etwas näher zu Kyllburg neigend, flüsterte es Astrid mit einem bedeutungsvollen Blick auf Keßler. Dann ging sie der Schwester nach, die schon zur Kasse getreten war und nun, ohne von jemand Notiz zu nehmen, den Raum verließ. Kyllburg rauchte eine Weile vor sich hin. Sein Gesicht, das in den letzten Wochen überhaupt tmmer ein stifler Ernst beschattete, war heute noch um einen Schatten trüber. Ihn quälte da ein so dummer Gedanke. Er sagte sich ja natürlich selber: Unsinn, vollkonimener Unsinn! Eben nur eine Einbildung seinerseits. Reizbar wie er jetzt tvar. Lider dennoch ! Immer wieder kam das. Und er fühlte einen treibenden Wunsch, zu wissen: Wer ist der da eigentlich? Wäre das — jene törichte Idee — überhaitpt denkbar? Und da widerstand er nicht länger, langsam drehte er sich aus seinem Stuhl herum, bis er den Platz drüben am Fenster ungezwungen Überblicken konnte, und nun begann er Keßler zu beobachten. Der andere bemerkte es anscheinend nicht. Er saß noch immer wie vorhin. Die Konditorei hatte sich inzwischen bis auf das allerletzte Plätzchen gefüllt. Es mußte sich wie ein Lauffeuer draußen auf der Promenade herumgesprochen haben: Heinz Keßler sitzt bei Rasmussen! Und es war das Signal zu einem wahren Sturm auf das Cafe. Von den dichtbesetzten Tischen flogen die sehnsüchtigen Blicke der Backfische und selbst schon älterer Besucherinnen zu dem Platze ani Fenster hinüber. Und die, die nicht so glücklich gewesen ivaren, einen Tisch zu erringen, machten dem umschwärmten Künstler wenigstens nun draußen eine unauffällige Fensterpromenade. Zu zwei und drei, eng aneinandergeschmiegt, zogen sie langsam auf dem Trottoir vorüber und sandten ihm verzückte Blicke durchs Fenster. Geradezu widerwärtig! dachte Kyllburg, und sein Blick suchte wieder das Gesicht Keßlers. Auf den würde dies Zeichen aber wohl anders einwirken. Malte sich dort nicht die besricdigte Eitelkeit? Jedoch der Gast am Fenster bewahrte die Unbeweglichkeit seiner Züge. Er blickte dem Rauch seiner Zigarette nach und schien all die Micke drinnen und draußen überhaupt nicht zu bemerken. Aber war das nicht alles vielleicht nur gutgespielte Gleichgültigkeit? Um die Bewunderung für ihn nur noch zu steigern? Er war ja doch eben Schauspieler von Beruf. Und in Kyllburg wollte plötzlich eine, geheiine Geringschätzung aussteige». Aber darunter, tiefer fühlte er noch etwas anderes. Eine Feindseligkeit. Er sah plötzlich wieder dir leise Verwirrung Gerdas da vorhin auf der Straße, und dann ihre betonte Abwehr gegen Keßler hier in der Konditorei. Und in dem Blicke, der den anderen jetzt traf, war ein kalter Glanz. Da sah auch Keßler herüber. Ganz langsam wandte er den Kops dem Offizier zu. Völlig unauffällig, wie in einem zufälligen Bewegen. Aber dennoch wußte Kyllburg: auch der andere suchte ihn. So trafen sich die Augen der beiden Männer, die durchdrungen einander fragten: Wer bist du? Was willst du von ihr, die da vorhin zwischen »ns war? Hast du ein Recht auf sie? Und welches? Nur einen Moment lang währte dieses stumme Fragen; dann wandten beide die Blicke wieder von sich ab. Gleichgültig anscheinend, als interessierte keiner den anderen auch nur im mindesten. Keßler stäubte die Asche seiner Zigarette an der Aschenschale ab — mit einer langsamen, gelassenen Bewegung. Inzwischen waren wieder zwei junge Damen in das Cast getreten. Ihre Augen suchten sofort den Fensterplatz, wo er saß, dann einen Tisch, an den sie sich noch mit setzen könnten. Aber kein einziger Stuhl war mehr frei, und es trafen heimlich schadenfrohe Blicke der glücklicheren Rivalinnen die beiden Zuspätgckommenen. Aber diese ließen sich nicht entmutigen. Sie hatten alsbald bemerkt: an seinem Tisch waren ja noch zwei Sitze frei. Zwar hatte das bisher noch keine gewagt, sich zu Ihnl direkt an den Tisch zu setzen. Aber die beiden ivaren nicht ängstlich. Ein kurzer Blick des Einverständnisses unter den breitrandigen Federhüien und entschlossen steuerten sic auf das Fenster zu. Ein staunendes Aufsehen im ganzen Cast. Das Klappern der Teelöffel, das Schwatzen und Tuscheln verstummte. WaS — wagten die das wirklich? Doch nicht möglich! Aber da standen die beiden auch schon an seinem Tisch, und die eine, eine kleine, kecke Blondine, fragte, auf die Stühle deutend, init unbefangenster Miene: „Die Plätze sind wohl noch frei?" Nein, solche Unverfrorenheit! Aber doch in all den entrüsteten Mädchenherzen ein geheimer Neid: Warum hatte man das nicht selber gewagt? Das hatte man von seiner Schicklichkeit, seiner Zurückhaltung! Und alles lugte, aus daS höchste gespannt, weiter zu dem Tisch am Fenster hin: Wie würde er sich nun benehmen? Mit unveränderter Ruhe hatte Heinz Keßler die Annäherung der jugendlichen Damen geschehen lassen. Erst jetzt, bei der Anrede der einen, wandte er leicht den .Kops hernm, als bemerkte er sie nun erst. Einen Augenblick sah er die lecket Fragerin stumm an, aber mit einem seltsanien, erstaunten! Blick, daß sie doch ihre Sicherheit zu verlieren begann Dann aber nickte er, ein wenig nachläffig: „Bitte sehr. Ich wollte sowieso gehen." Und mit einem gemessenen Gruß stand er aus. Der dreisten, kleinen Blondine schoß das Blut ins Gesicht. Sie versteckte ihr Antlitz hinter dem breiten Hutrande. Aber sie hörte doch das leise Rannen und Kichern an allem Tischen ringsum. Brillant! Die hatte er abfallen lassen. Und die eben noch so enttäuschte Sittjamkeit triumphierte alsbald wieder. Auch Kyllburg hatte den Vorgang beobachtet — mit geteilte» Empfindungen. Im Grunde kvnnte auch er Kehler seine Ancrkcnnnng nicht versagen. Und doch wieder ärgerte es ihn, daß er sich so benommen. Es wäre ihm selber eine geheime Genugtuung gewesen, wenn sich jener anders gezeigt, wenn doch einmal bei ihm der eitle, «roberungslustige Theaterhcld zum Durchbruch gekoinmen wäre. Denn daß er dies trotz seiner äußeren Reserve war, das ließ er sich nicht ausreden. Mein Gott, lein Wunder auch, wenn einem Tag für Tag soviel Weihrauch gestreut wurde! Das muß ja den Kopf benehme» Und überhaupt — es geht keiner ungestraft unter die Komödianten. Das Geschäft färbt ab. So ries es sich Kyllburg inr stillen zu. Mit beflissenem Nachdruck, als gälte es eine andere Stimme zu übertönen, die iyin leise sagte: Ist das anständig? Mit welchem Rechte urteilst du über jemand, den du doch noch gar nicht kennst? Das ist doch sonst nicht deine Gewohnheit. Also Voreingenommenheit, Feindseligkeit. Aber warum? Was für einen Anlaß dazu hat dir jener andere denn gegeben? Mit zusammengezogencr Stirn blickte Kyllburg aus den Brand seiner Zigarette. Dann solgte sein Blick Keßler, der jetzt das Cast verließ. Da drückte er kurz seine Zigarette in der Aschenschale aus. Bald darauf ging auch er. lFortsetzung folgt.) Unbekannte Liebesbriefe der Zarin Uacharina d Gr. und Puschkins. Mitgcteilt von Anastasia Tschcbotarewsla. Aus einer Sammlung bisher unverössentlichtcr Liebesbrief« berühmter russischer Perwulichkciten, die Anastasia Tschebota- rcivsla zusammengcbracht bat, bieten Ivir hier einige geschichl- lich bcdcutsamc und menschlich ergrcifeirde „Dokumente des Herzens". Tie große Katharina schreibt an ihren Günstling, den mächtigen Potemkin, der zivar in ihrem Herze» schon längst den Platz an andere, so an Platon Suboio, verloren har, aber an der Spitze ihrer Heere stolzen Kriegsrnhm gegen die Pforte erringt. Alexander Sergcjewitsch Puschkin, Rußlands klassischer Tichtergcnius, legt einer Unbekannten in der Blüte seines BvrowKultus schwärmerisch seine Huldigungen zu Füße» und tvirbt dann als gereister Mann in innigem Bekennen seines tiefen Gefühls um die Braut, die ihm als seine Fran ein kurze» 167 »olles Glück schenken sollte, bevor bei» Sicbcnunddreißigiahrigen die Kugel eines Duellgegncrs dahinrasstc. Tie Schristleitung. I. Kaiserin Katharina d. Gr. an Fürst Pole nt t i n. 15. November 1789. Mein liebenswürdiger Freund, Fürst Grigory Alexandrowilsch. Nicht umsonst liebe und verehre ich Dich, Tu hast meine Wahl Und Meine Meinung von Dir gcrechlscriigt. Ohne Prahlerei hast Du alle Voraussetzungen verwirklicht und die Cäsaren gelehrt, wie man die Türken besiegt. Gott Hilst Dir und segnet Dich, Du bist ruhmgekrönt Und ich sende Dir einen Lobeerkranz, den Du verdient hast (aber er ist noch nicht fertigt. Jetzt mein Freund bitte ich Dich. toerde nicht stolz und hochmütig, ,'ondeni zeige der Welt die Größe Deiner Seele, die im Glücke ihr Gleichmaß behauptet und im Missgeschick nicht verzweifelt. Jl u'y a Pas de douceuc mon ami, aue je ne voudrais vous dire; Bous etes charmant d'avoir pris Benders sans qu’il cn aye coutd Un scul honimc. (Es gibt keine Süßigkeit, die ich Dir nicht sagen würde; Du bist reizend,'daß Tu Benders genommen hast, ohne daß cs Tich einen einzigen Menschen kostete.) Dein Eifer und Deine Leistungen würden meine Dankbarkeit vergrößern, wenn sie nicht schon ohnehin den Gipfel erreicht hätte. Ich bete zu Gott, daß er Deine Strafte stärken möge. Deine Krankheit hat mich sehr beunruhigt, und als ich zwei Wochen ohne Briefe von Dir war, dachte ich, daß Du mit Benders beschäftigt warst oder etwa Friedensverhandlnngen eingelcitet hast. Ich sehe jetzt, daß meine Ahnung keine unbegründete tvar. Tu kannst sicher sein, daß ich für den General Deines treue» Heeres alles tun werde, was nur möglich ist, ebenso für die Soldaten: ihr Eifer und ihre Tapscrkeit haben es verdient. Sobald ich den Erlaß über die Kaiserlichen Belohnungen erhalte, werde ich Dir auch meine Meinung darüber sagen. Den Plan wegen Polen erivartc ich zur Durchsicht und werde Dir darüber so rasch als tunlich eine entscheidende Antwort geben. Finnland Muß einen neuen Befehlshaber bekommen, da man sich auf de» jetzigen nicht verlassen kann; nach Neuschlot sah ich mich selbst genötigt, Salz hinzuschicken, denn die Leute waren ohne Salz in der Festung; ich ließ ihnen auch Fleisch geben, da das Fleisch f» Aiborg zuruckblieb, wo es nutzlos dem Verderben preis- gegeben lvar. Dieser Hecrjührcr kann gar keinen Entschluß lassen, kurz, er eignet sich nicht zur Leitung. Tic Generale intriguieren, treiben Kurzweil und tun nichts. Aus alle dem kannst Tu ersehe», wie sehr ein Wechsel dott notwendig ist! Den Jüngling, der Dir als Bote diente, habe ich zum Hauptmann befördert Und zum Flüacladjutanten sür die gute Kunde. Das Kind «Katharinas Favorit Platon Subow) lrouve que Bous avez plus d'esprit et aue Bous ötes plus amüsant et plus aimablc, gnc tous ceur qui Bons cn- tourcnt; Mais sur rech gardez nous lc sccrct car il igiwre aue je sais eelü. (sindet, daß Tu mehr Geist hast und daß Du amüsanter und liebenswürdiacr bist, als alle, die um Dich sind; aber Halle das unter uns geheim, denn er weiß nicht, daß ich es tveiß.); sür den srcundlick-en Empfang, den Tu allen bereitet hast, ist man Dir sehr dankbar. Dmitry heiratet die dritte Tochter von Wja- semskv. dldieu mein teurer Freund, leb wohl! Fürst Polemkin an Katharina II. den 23. Juni 1790. Mütterchen, allcrgnädigsle Zarin! Schon lange erwartete ich einen Brief vom Visir. Jetzt erhalte ich einen und überreiche ihn mit der Kopie meines Sendschreibens. Las en Sie mich nich ohne Nachricht, teures Mütterchen, unter den bedrückenden Verhältnissen. Sollten Sie nicht wissen, wie stark meine Anhänglichkeit ist, mit der sich nichts vergleichen läßt! Wie schmerzlich ist cs mir von allen Seiten ungereimte Tinge zu hören und nicht zu wissen, ob sie ivahr sind oder nicht. In dieser ilnge- wißheit Macht die Sorge mich kraftlos; sie nimmt mir den Schlaf und die Nahrung. Alle sehen es mir schon an, wie niedergeschlagen ich bin. So notwendig es auch ist, nach Cherson zu reisen, so kann ich Mich doch nicht von der Stelle rühren. Ist Mein Leben Ihnen etwas wert, so sagen Sie mir. wenn Sie mir wieder einmal schreiben, nur wenigstens, daß Sic gesund lind. Tic Stellung der schwedischen Flotte ist durch Gottes Güte so voneilhast für uns. daß so schnell als möglich gehandelt tverden muß, che irgend ein Zufall und Wetterwechsel cintritt. Im Arsenal befinden sich lange Kanonen, die auf eine iveite Distanz treffen. Die See-Mörser int Gewicht von 5 Pud mit Messingplatten, schleudern die Boniben vier Werst weit, aber vor allein uiid am besten ist cs, die Hosfniing auf Christus, den Erlöser zu setzen und vorwärts zu gehen. Sobald die Schwäche vorübcrgeht, send« ich einen Courier Mit einer genauen Beschreibung der seiiidlichen Stellung. Solange ich lebe, bin ich Ihr getreuester und dankbarster Untertan Fürst Polemkin von Tauricn., II. A. S. Puschkin an eine unbekannte Tanic. 8. Dezember. — Ich habe gar nicht erwartet, Zauberin, daß Sie meiner gedenken würden, und ans. der Tiefe meiner Seele danke ich Ihnen dafür. Bhro» hat einen neuen Reiz sür mich gewonnen^« alle meine Helden nehmen in meiner Phantasie unvergeßliche Züge an. Sie werde ich in Gülnare und in Leila Wiedersehen; das höchste Jdcch Byrons konnte nicht so göttlich schön sein. Und so sendet! das Schicksal Sie, und immer wieder Sic,!,lm» mcinc Einsamkeit zu versüßen. Sie sind der Trostcngel, und ich nichts anderes, als ein Undankbarer, wenn ich nürrre. Sie reisen nach Petersburg; meine Verbannung zieht mich mehr als je dahin. Bielleicht wird der sich vollziehende Wandel mich Ihnen näher bringen. Ich ivagc nicht zu hojjen. Wollen wir der Hossnuug nicht trauen, sie ist gerade so, wie eine hübsche Frau, die mit uns so umgeht, wie mit einem alten Gatten. Und was int der Ihrige, mein schüchterner Genius? Wissen Sie, so wie ihn, stelle ,ch mir die Feinde Byröns vor, seine Frau mit eingeschlossen. > P. S. Ich nehme wiederum die Feder, um Ihnen zu sagen, daß ich zu Ihren Füßen liege, daß ich Sie immser liebe, daß ich Sie manchmal hasse, daß ich vorgestern Entsetzliches von Ihnen gesagt habe, daß ich Ihre wunderbaren Händchen küsse, daß ich sic nochmals küsse in der Erwartung von etwas besserem, daß ich länger keine Kraft habe, daß Sie göttlich sind usw, * Sie mißbrauchen meine Ungeduld, Sie sinden ein besondere? Vergnügen darin, mich zur Verzweislnng zu bringen. Erst morgen werde ich Sie sehen können — nun es mag sein! Ich! kann mich ja allerdings nicht nur mit Ihnen beschäftigen! Obgleich es ein! Segen sür mich wäre, Sie zu sehen und zu hören, ziehe ich es dennoch vor, Ihnen zu schreiben. Sie besitze» eine Ironie und einen Sarkasmus, dvrch die der Zorn erweckt und die Hoffnung vernich- ltet wird. In Ihrer Nähe versagt die Zunge, uno es steigt ein Gefühl der Erschlassnny auf. Sie sind sicherlich — ein Dämon, d. h. der Geist des Zweifels, der Verneiming, wie er in der Heiligen Schrift erwähnt >vird. Neulich äußerten Sic sich mit Härte über meine Vergangenheit: Sie sagten mir, daß ich mir Mühe gegeben hätte sieben Jahre lang nicht zu glauben . . . Warum? Das. Glück erfüllte mich derart, daß ich es nicht erkannte, als es dicht vor mir war. Sprechen Sic um Gotteswillen nicht mehr davon. Es wäre schrecklich, wenn alles bekannt wird. Es ist ein herbes Leid, verbunden mit irgend einer Wollust, ähnlich der T ollheik von ... * ' Teure Eleouora, gestatten Sie mir, Sie bei diesem Namen zu nennen, der mich an hie feurige pemeinsamc Lektüre erinnert, die mich begeisterte für süße Phantasien und sür Ihr eigenes Leben, das so stürniisch und anders ist, als cs sein sollte! Teure Eleonora, Sie wissen, daß ich die ganze Stärke Ihres Zaubers erfahren habe jmb Ihnen damit die größte Süßigkeit der Liebe verdanke. Von alledem blieb bei mir eine Anhänglichkeit zurück — allerdings eine sehr zarte, und ein wenig dingst, die ich nicht bcmeistern kann. Wenn Ihr Blick einmal über diese Zeilen streifen wird, so weiß ich, daß Sie denken werden: „Er ist über das Vergangene gekränkt und verdient, daß ich ihn wieder . . ." nicht wahr? Und dennoch! ivüßte ich nicht, um was ich Sie bitten sollte, wenn ich die Feder zur Hand nehmen würde. Ja . . . vielleicht würde ich um Freundschaft bitten! Das wäre eine vulgare Bitte, wie die eines Bettlers NI» ein Stückchen Brot. In der Tat aber brauche ich Ihre Neigung. Sie sind noch so schön, wie an jenem Tag, als Ihre Lippen meine Stirn berührten. Ich sühle noch Ihre Kühle und unwillkürlich verwandle ich Mich in einen Gläubigen. Diese Schönheit kommt wie eine Lawine näher; lc monde aura ame restez dcbout quelqne temps encore, usw. (die Welt will Ihre Seele, halten Sie sich noch einige Zell aufrecht . . .) Puschkin an seine Braut. Moskau, März 1830. — Heute — ist es ein Jahr her seit de» Tage, da ich Sie zum erstenmal erblickte. Es ist der Tag. . , meines Lebens . . . Je mehr ich nachdenke, desto tiefer wird meine Neberzcugung. daß meine Existenz von der Ihrigen nicht getrennt sein kann. Ich bin dazu geschaffen, Sie zü lieben und Ihnen zu sollen; all meine anderen Sorgen — sind nur Torheiten und Verwirrungen. Fern von Ihnen vermag ich den Wunsch nach einem Glück, das ich noch gar nicht genossen habe, nicht zu liegen. Früher oder später werde ich alles aufgeben und Ihnen zu Fußen fallen. Der Gedanke, daß es mir eines Tages vergönnt sein wird, ein Fleckchen Erde mein zu nennen wo ich in der Nähe Ihres Hauses sein, Sie beobachte und lressen kann, gibt mir neues Leben inmitten der schweren Traurigkeit. Moskau, Ende August. — Ich reise nach Nyschny, ohne Gewißheit wegen der Hochzeit zu haben. Wenn^Jhre Miutter beschlossen hat, unsere Hochzeit zu verhindern, und Sie bereit sind, sich ihr zu fügen, so unterschreibe ich alles, selbst wenn sie mir eine solche Szene wie gestern machen und mich Mit soviel Beleidigungen überschüllen will, als cs ihr zu tun beliebte. Vielleicht hatte sie recht und ich unrecht, indem ich dachte, daß ich !ür das Glück geschossen sei. Ans alle Fälle sind Sie gänzlich frei; was mich betrifft, so gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, daß ich nur Ihnen angchörc Und daß ich mich niemals verheiraten werde. Boldüw, den 11. Oktober. — Die Reise nach Moskau ist mir verboten, und so bin ich. in Boldino eingesp«crt. Ums Himmels willen, teure Natalie Nikolajcwna, schreiben Sie mir, auch wenn Sie nicht Lust haben, zu schreiben. Wo sind Sie? Haben Sie Moskau verlassen? Sind Sie nicht aus einem Wege, der mich zu Ihren Füßen führen könnte? Ich habe meinen ganzen Mut verloren, und 168 weih wirklick nicht mehr, was ich tun soll. Soviel ist inir klar, dost in diesem Jahre (e- sei darob verflucht» unsere Kockreit nicht stattfindet. Aber nicht wahr, Sie haben Moskau verlassen! Es wäre unverzeihlich, sich freiwillig der Choleragesahr ausznsctzcn. Ich weist, das; das Bild ihrer Verwüstung und die Zahl der Opser stets übertrieben wird: eine junge Dame aus Konstantinopel sagte mir einst, daß mir „la canaille" an der Cholera stirbt — das wäre ja ganz schon und vortresflich, aber immerhin erscheint cs notwendig, dast anständige Leute alle Mastnabmen der Vorsicht ergreifen. da sie nur dadurch gerettet werden und nickst etwa durch ihre Eleganz n>id ihren guten Ton So bosse ick. dast Sie aus dem Lande vor der Cholera gut ge^ sckiiht sind. Senden Sic mir Ihre Adresse und eine Rachrickt über Ihr Befinden. Noch sind Nur von keiner Quarantäne umgeben, weil die. Epidemie noch nickt bis hierher gedrungen ist. Boldino gleicht einer Insel, die von Felsen eingeschlossen ist. Leine Nachbar», keine Bücher. Das Wetter entsetzlich. Ich verbringe uieine Zeit damit, dast ich mick ärgere und Papier beschmiere. Weder weist ick, >.oas in der Welt vorgeht, noch w-e es meinem Freunde Pollignac gebt. Schreiben Sie Mir das alles, denn ich lese gar keine Zeitungen. Ich bi» ein völliger Idiot geworden, ivie man sagt, — bis zur Heiligkeit. Und der Großvater mit seiner kupfernen Grostinnttcr? Beide sind wohl am Leben Und gesund, nicht ivabr? Die Landkarte liegt vor mir ausgebreitet. Ich schaue sie an, wie ich einen Umweg macken und zu Ihnen über Kiachta oder über Archangelsk kommen konnte. Für einen Freund sind sieben Werst — kein Umweg; und direkr nach Moskau reisen, bedeutet sieben Werst Kissel (FruchtbreU esse» (und noch welchen! Moskauer!». Das sind wirklich schlechte Späste. Je ris janne. Leben Sie wohl. Legen Sie mich ehrfurchtsvoll zu den Füssen Ihrer maman; herzliche Grüste Ihrer ganzen Familie. Adieu, mein entzückender Engel. Ich küsse die Spitzen Ihrer Flüget, wie Voltaire zu Leuten sagte, die an Sie nicht heranrcichen. 24. August — Errätst Du, von wo ick Dir schreibe, mein Engel: aus Pawlowsk, zwischen Bernoioo und Malinnik Gestern, als ich den sonnigen Weg nach Jaropolz einschlug, erfuhr ich zu meinem Vergnügen, dast ich dem Guf von Wuiss nahe nmr, und beschloß, sie zu besuchen- Er h«t sich in den süns Jahren viel geändert! Damals waren in Pawlowsk, Malinnik und Bernowo viele Ulanen und junge Damen. Die Ulanen sind versetzt und die jungen Damen auseinandcraestoben. Von meinen alten Freunden jand ich nur noch eine weiße Stute, aber auch sie lauzt nicht nichr unter mir, und statt aller Annetten, Maschas, Saschas usw. leitet Paraskowia Alexaiidrowna Neichmann, die mir mit Schnaps aufwartelc, vcnl Haushalt. Ich lasse mich mit eingemachten Früchten füttern und habe drei Rubel bei Whist verloren. Tu sichst, ich bin hier nach jeder Richtung hin ganz ungefährlich. Alle erkundigten sich nach Dir, fragen, ob Dn hübsch seiest, brünett oder blond, voll oder schlank. Ich vergaß. Dir noch zu sagen, daß die umfangreiche Mademoiselle Pojarsky, dieselbe, die vorzüglich Äipast kocht und Koteletts brät, glich bis an die Pforte des Gasthauses begleitete und meine Artig- keiten mit den Worten znrückwies: „Schämen Sie sich, fremde Schönheiten zu betrachten, wenn Sie eine solch schöne Frau besitzen, dast ich bei ihrem Anblick stöhnen würde!" Du sichst, mein Frauchen, daß Dein Ruhm über alle Distrikte verbreitet ist. Leb wohl, meine volle Brünette (nicht wahr?). Ich sührc mich lehr gut ans und Du hast keinen Grund, mir zu zürnen. Hast Du in den Spiegel gesehen und Dich viergewisscrt, dast Dein Gesicht mit nichts in der Welt zu vergleichen ist? Ich liebe Deine Seele noch mehr, als Dein Gesicht. Leb wohl, mein Engel, ich küsse Dich innig . . . Ueber die GeM/rli iskeit des Rindviehs. Von Dr. Th. Z e l l. Allgemein nimmt man an, dast sich nur Herdentiere wirklich zähmen lassen. In meine» Büchern habe ich eine Reihe von Tatsachen angeführt, die mit dieser Lehre schlecht vercmbar sind. So ist von einzeln lebenden Tieren beispielsweise der Gepard oder Jagdleopard spielend leicht zu zähmen, ferner der Tapir tisw. Auch von dem neu entdeckten Zwcrgflnßpserd, das einzeln lebt, wird hervorgehoben» daß es auffallend leicht zahm wird, llmgekchrt sind Rinder ebenso wie Schweine ausgesprochene Herdentiere. Trotzdem möchte man manchmal bezweifeln, ob inan von einer wirklichen „Zähmung" dieser Tiere reden kann. Wie »nir ein alter Praktiker schreibt, sind in öem letzten Sommer allein in dem kleinen Mecklenburg acht Personen von wütenden Bullen getötet oder zu Krüppeln gemacht ivorden. In zioci Fällen waren es sogenannte zahnie jiinge Bullen, die tue absolut fromm galten und trotzdem eine leichte Berührung ,i,it einer Rute so übelnahmen, dast sie ivütend auf den Beleidiger losgingen. Äädrend bei dem einen Bullen sich der Onkel meines Gewährsmannes durch seine herkulischen Kräfte und groste EK- wandtheil retten konnte, tötete der andere Bulle seinen Gegner. Was Tschudi von den Alpenkühen berichtet, bestätigt auch unser Mecklenburger, dast nämlick Rinder sehr leicht wild ioerüen, weil» aut der Weide irgendwo Aas liegt oder Blut vergossen wiirde. Ich habe schon vor Jahre» für diese nierkwürdige Erscheinung eine Erklärung gegeben und möch e sie hier in Kürze wiederholen. Das Benehmen der Rinder versteht man nur, wem! man das Leben ihrer wilden Vorfahren kennt. Büssel und Wildrinder gehören zu den sogenannten wehrhaften Pflanzenfressern, die Mutig mit ihren Feinden den Kamps äufnehmcn. Ja, ist einer ihrer Genossen gelötet ivorden, so packt sie eine solch« Wut, daß sie nach Kamps ordentlich leckizen. Fehlt der Gegner, so fangen sie in Ermangelung feinet untereinander Streit an. So sah der Engländer Rice in Indien, daß die Büffel eine« Herde, als sie das Blut eines angesckossenen Tigers rocken, so- strt dessen Sour aufnahmen. die'c mit rasender Wut vertolgten. die Gesträuche dabei umriskeu. dm Boden aufwühlten, schließlich iii förmliche Raserei gerieten und, ;um große» Kummer deS Hirte», uiitereinandrr zu kämpt'c» bcgannen. Mittels ihrer feine» Nase wittern die Kühe »ei, Leichnam ihrer Kameradin, glauben, daß sie von einem Feinde getötet sei, lii'd iverden von der glübeiidsten Kamvftnst beseelt. Schon der Blutgeruck genügt, um Rinder wi!d zu machen, wie es eben von den Büssel» berichtet ivurde. Auch das Angstgebrüll einer Heidcngenosiin übt dieselbe Wirkung aus, la »,a»ch- mal genügt das Angstgesckre, eines anderen Tieres. So wurde aus Malchow in Mecklenburg cm November folgendes geineldetr Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Nossentincr Hütte. Tic Arbeiterfrau Möller war im Stal! bet der Kuh beschäftigt, als diele durch das Geschrei eines Schweines, das geschlachtet werden sollte, wild wurde und die Fra» mit den Hörnern bearbeitete, die schivcre Verletzungen am Unterleib erlitt. Sonstige Gründe, die ein Wildwerden hervorrnsen, ist das Kalben im Freien, da die Kuh in jedem Menschen einen Feind ihrer Nachkommenschaft sieht. Bekannt ist es auch, daß die rote Farbe namentlich aus Stiere anreizend wi-ki. Merkwürdigerweise ist diese Eigentümlichkeit neuerdings ent chieden bestritten worden. Es genügt ivobl der Hinweis, dast bei den «panischen Sticrge- fcchten der Espada '»nt Stier mit einem roten Tuche zu einei» Angvifs reizt. Und die spanischen Slierkämpfer habeil doch die Stierscele auss gründlichste studiert. Wie mit de« Bullen, so ist mit den Ebern nicht zu spaßen. So wurde ebenfalls in Mecklenburg, nämlich in Gadebusch, rm November der vierjährige Sohn eines Arbeiters schwer verletzt. Er war mit einem Spielgesäbrte» zu seinem größeren Bruder, der Schweine hütete, gelaufen. Hier vergnügten sich die Knirpse damit, dast sic hinter einer Sau herliefen und sie jagten. Der Eber geriet darüber in Wut und brachte dem kleinen Kerl mit den Hauern eine Wunde bei, welche die Lunge freilegte. Unser Gewährsmann schlägt zur Mi'derung der Gefährlichkeit der Bukicn vor, dast sie aus der Weide ein breites Brett vor dem Kdpfe tragen »iüssen Dieses bindert iie nicht am Weiden, da sie nach unten sehen können, wohl aber am Angrcisen. Um etwaige Tierauälereien auszusbliesten, müßte die Form der Bretter polizeilich vorgeschriebe» sein. Ebenso sollten bei Ebern die Hauer entfernt werden. humoristische;. * Zarte Anspielung. Die Dame gab ihm ein Glas Whisky. Nachdcni cs Sandy geleert hatte, stand er eine kleine Weile in Betrachtung versunken, dann seufzte er nachdenklich: „Ach, meine Dame, so etwas gabss nickt i» meinen junge» Tagen!" „Was, keinen Whisky?" fragte die Dame erstaunt. „Whisky viel, aber nie ein leeres Glas," cntgognete Sandy mit Nachdruck. * I m in c r d er Gl c i ch e. Dame: „Mein Onkel >var Ihnen also gleich so synipathisch?" — Stndkltt: „Gewiß, Fräulein, es war sozusagen Pump auf den ersten Blick." Sitatenrätsel. Ans jedem der lolaenden Zilnte ist ein Wort zu nehmen, so dast stch ein nencs Zitat ergibt: 1. Was glänzt, ist lür den Augenblick geboren. 2 . Sollen dich die Doblen nicht umschrei», Mußt nicht llnopl au! dem Kirchturm lei». 3 Was man in der Jugend wünscht, hat man imSUtec die Füll«, 4. Weihrauch ist nur ein Tribut kür Götter Und lür die Sterblichen ein Gift. b. Lein Wenlch innst »as Unmöglich« erzwingen mosten. 8. Das De le, war wir von der Geschichte haben, ist der Ent- bnstasiniis, den sie erregt. 7. CS geht ant, der Berg ist überschritten 8. Zu viel kann man wohl trinken. Doch trinkt man nie genuq. Auslösung in nächster Nummer Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummer: F A A FeldmSose I « t dir A m • t e t dam k r 6 o d b A i I r a c b a n e in n Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckeret, R. Lange, Gießen.