Gkkizierstöchter. Roman von Paul Grabet«. (Nachdruck! verboten.) (gortsetziing.) Iin Zuschauerraum hasteten wieder aller -tilgen ans der "Bühne an dein rtnen, der das Spiel dort, beherrschte tvia die Hörer draußen im Hanse. Heilig Kehler war ivteder ganz ansgegaiigen in seiner Rolle. Er spielte mit leidenschaftlicher Verve, anscheiueird völlig nnbekünnnert »in die ihunderte da idrmißen. Aber — tvnr es Unfall oder k>rm es Astrid nur so vor- spielte er nicht merkinürdig viel hier nach ihrer Seite zu? Einmal ansinerksam geworden, begann sie daraus zu achten, und toirklich — nein, e-s war keine Täuschung mehr I Jetzt eben zeigte es sich ja gaicz eklatant. Er hatte da <11,11 Tiscbe Plag zu nehmen, alif einein schon bercitstehendeür Stuhl. Aber indem er sich niederließ, gab er diesem imauf- fällig eine Wendung, so daß er das Gesicht auch jetzt wieder ihnen zukehren konnte, und nun, wo er längere Zeit nicht zu sprechen hatte, suchte sein Auge ganz deutlich ihre Loge sie lnide hier. Astrid pochte bor Wonne das Herz. „Du der spielt ja zu »Ns her! Sieh doch nur!" Sie raunte es hinter dem Fächer der Schwester zu. Gerda lvar natürlich diese Wahriiehnumg gleichfalls nicht entgangen. Deirnoch ertviderte sic gelassen : „Wohl nur ein Znsall." ' i Llbcr insgeheim dachte sie: Gar lein Zweifel, es galt ihnen. Und sic wnßte noch mehr, sie fühlte eS förmlich Vör 4 perlich: die Wicke des Mannes dort unten suchten nur eine von ihnen — sie selber war gemeint! Rascher ging da ihr Atem. Was sollte das? WaS hatte das z» bedeuten? So ging der Akt zu Ende. In der Panse hätte Astrid brennend gern ihre Gedanken weiter mit der Sckßvester airs- getaiiicht. Sie tvar in einer heinilichcn Erregung, voll prickelnder Spannung. Das- tvar ja geradezu wundervoll!! Doch endlich einmal etwa-, ivie ein ErlcvniS, eine kleine Sen-, sation! Und ein leiser Rausch von Stolz und befriedigter Eitelkeit übcrkani sie Daß sie beide solchen Eindruck auf den berühiiiteu Künstler geniackit hatten! Aber der Anstausch dieser Gedanken verbot sich leider; denn cs traten Belaniite zu ihnen in die Loge »ud blieben während der ganzen Panse. Als Kehler im Zwischenakt in seine Garderobe trat, fand er einen ivahrcn Blumenflor von fast betäubendem Dust in dem engen Raum. Da gebot er diktatorisch: „Hinaus mit deni Zeugs! Ich habe keine Lust, Kopf-r schmerzen zu kriegen." Nur eine maitgelbe Mareck>al Niel zog er aus einem Strauß, wie in einem plötzlichen Einfall, und befestigte sie i>n Aufschlag seine? Rockes. Dann kain der Schlußakt. Mit Neugier harrte Astrid der kommenden Dinge, und auch in Gerda loar jene bintffe, geheime Spannung Während der ersten Austritte hatte Keßler nicht zu erscheine» ; aber dann kam seine große Szene, too er von seiner allgewaltigen, kein Hindernis kennende» Liebe zu sprechen hatte, und da geschah es plötzlich tvieder — ja geschah ettvas, das Gerda tu geheimem Erschrecken zusan,menfahren ließ. Keßler spielte — sie suhlte es ganz deutlich, >vie in einein geheimen Kdiitakte — nur Mi ihr hin, und jetzt, wo er von seiner Verehrung für die geliebte Frau sprach, mit leiden - schaftzitterndcn Worte», da suchten seine Blicke mit grüßendem Aufleuchten sie, und er drückte dabei die Rose, die er spielend ztvischen beu Fingern gehalten, für eine» Moment an seine Lippe». Einen Atemzug lang fühlte Gerda ihr Herz stocken, dann aber schoß es ihr heiß in die Schläfe. Was für ein Glück, daß aller Blicke lvie gebannt an Keßler hingen! Keiner der anderen ähnle so, wem dieser geheinie Grnß galt. Sie wähn- len auch diese Bewegung in seiner Rolle begründet. Mir Astrid allein verstarid außer ihr noch die Geste richtig. Ihre Hand stieß erregt unter der Logeiibrüstuug gegen Gerdas Knie: „Du das galt dir!" Beifallsstürme brachen los, als nun das Stück zu Ende tvar; offenbar staiiden L'eßler zahllose Hervorruse und Kranzspenden bevor, und das Publlkum war schon begierig ans dieses letzte Sckiausviel. Aber sofort erhob sich Gerda; jetzt, wo wieder das helle Lampenlicht ans sie fiel, ganz unnahbarer Stolz. Und dem gefeierten Gast, der sich gerade nach ihrer Seite dankbar verneigte, den Rücken kehrend, mahnte sie die Schtvester, die gern noch geblieben tväre: „Komin — daß wir dem Gedränge entgehen." Der Bursche itKirtcte schon draußen vor der Loge mit ihren Abendmänteln, und in angemessenem Abstand folgte er nun den jungen Damen auf ihrem Nachhanselvege. „Nein, das tvar doch aber toll!" rannte Astrid der Schtvester zn. „Das mit der Rose! Was sagst du nur dazu?" „Eine Unverschämtheit — nichts tveiter." lind in der Tat brannte in Gerda Helle Empörung. Wie konnte er es wagen, ihr, die er heute zum ersteninal gesehen, das zu bieten? Für tven hielt er sie denn? „Aber es war doch im Grunde eine Huldigung für dich —, freilich etwas temperamentvoll Doch dafür ist er eben Künstler," bescküvichtlgte Astrid. „Und ich bin di« Tochter des Oberstleutnants v. Hen- ntng. die für solche Koniödiantenhnldigungen nicht das ge-« ringsle Verständnis hat!" Gerda sprach nichts tveiter mehr ans diesem Heim- toege. Astrid dagegen tvar äußerst mitteilsam. Das kleine Abenteuer wob dem glänzenden Darsteller in ihren Augen nur noch eine neue Gloriole. Begeistert schwärmte sie von seinem Spiele und seiner Persönlichkeit. Schweigsam war Gerda auch dann zu Haus beim Entkleiden Sic teilte ia mit Astrid bas Schlafzimmer. Nun lag 162 sie im XunMti mtf ihrem Leiter, aber der Schlaf wollte nicht kommen. So kühl sic vorhin alles abgewchrt hatte, sie fühlte doch die Erregung, die in ihr nachtzitterke. Aber war dar wirtlich nur, wie sie sich selber glauben machen wollte, die Entrüstung über jene Keckheit oder nicht »och otwas anderes? Plötzlich Ui in ihr wiedeDjtzner Eindruck znm Beivngt-j sein, den sie lvährend Keßlers «piel gehabt hatte. Jener seit-, sam lähinendc und sie doch wieder lies ausstörendc Bann. Und wie sie jetzt darüber grübelte, sich selbst sezierend, da wühle sie plötzliche Es war im Grunde nicht der Künstler! gcioescn, der sie so fasziniert halte, sondern der Mensch — der Mann, der sich i» seinem Spiel ossciibarte.. Ein Manu, in seiner Art ihr ganz neu, loic iht itad ) 1 keiner bisher begegnet lvar: der Typ des Herrenmenschen, des Siegers. Und doch lvar zugleich noch ettvas anderes an ihm. Etwas Verborgenes, das sie leis erzittern lieh: die dämonische Kraft seiner Leidenschaft, tvic sic sich in seinem Spiel ofscnbari hatte. Tenn diese Töne konnte nur finden, wem sie selber nicht fremd waren. Das war rS, was Gerda von Henning nicht zur Ruhe kommen liest in dieser Stacht. Sie hatte ein Gefühls als ob da heute in ihr, ganz in der Diese ihrer Natur, etwas geweckt worden sei. lind cs kam über sie lvic eine dunkle Furcht vor sich selber. * ,,N». bist du so weit?" Astrid sah sich nach der Schwester um. Gerda nickte, und so verließen sie zusammen ihr Zim-> nier. Es lvar die Nachmittagsstunde, wo man nach altem Brauch in Ellerstadt ausging, um seine kleinen Besorgungen zu niachen, sich aus der Promenade zu zeigen oder lvohl auch bei Rasmusse», der Konditorei, die von den Damen der guten GeseUschaft bevorzugt lvar, ein Weilchen zt! sitzen. „Uebrigens wollte Kyllburg sich uns anschließe». Er Ivird ivohl schon unten vorm .Haus sein." Astrid sagte cs, während sic bereits die Treppe hinab-j ginge». „Hast du ihn aufgefordcrt?" fragte Gerda. „Ja, gewiß — ist es dir etwa nicht recht?" „Doch, natürlich." Und die Schwester schloß den lctzlcn Knopf am Handschuh. Kyllburg stand in der Tat schon unten und begrüßte nun die Damen. Gerda wußte cs so einzurichten, daß Astrid zwischen ihnen beiden ging. Seit jener Stunde damals im Walde stand etwas Trennendes zlvischen ihnen. Mit leiser Trauer fühlte cs ei» jeder, trotzdem er sich Mühe gab, den. alten nngezwilngenen Ton der Kameradschaft wieder zu treffen loic ehedem. Das Gespräch mit dem Begleiter wurde denn auch eigentlich von Astrid geführt. Sic hatte cs alsbald auf den gestrigen Abend gebracht, aus Heinz Keßler. Astrid äußerte sich in ihrer lebhaften Weise rückhaltlos, schwärmte von der bestechenden Persönlichkeit des gefeierten Schauspielers und warf dann hin: „llebrigens habe ich heute vormittag etwas sehr Interessantes von ihm gehört: er soll ja früher Ossizier getvesen sei» - sogar Kavallerist, bei einem ganz feudalen Regiment!" „Was Sie sagen!" » Und auch Gerda horchte auf. „Wo soll er denn gestanden haben?" fragte Kyllburg weiter. „Das wußte Tillh —" Astrid sprach von ihrer Freundin — „selber nicht genau. Es soll aber, so meinte sie, drunten in Süd und Westdeutschland gewesen sein. Bei einem Dragoner-Regiment." „Das ist ja in der Tat ganz interessant." „Nicht wahr? Doch riesig! Sagen Sie, lieber Herr Kyllburg, könnten Sie denn nicht mal rauskriegen, ob an der Sache wirklich etwas dran ist?" Kyllburg sann einen Moment nach, dann nickte er. „Vielleicht doch, Fräulein Astrid. Ich lverde mal mit .Hanptmann Ricmeister sprechen. Der ißt ja mittags immer in der „Traube", und soviel ich weiß, speist Keßler auch dort an der Tafel." Der berühmte Gast war nämlich noch zu einem zlvciten Auftreten verpflichtet worden, am morgigen Mittwoch, und weilte daher mehrere Tage hier im Städtchen. Tic drei waren inzwischen in die Wallstraßc gekommen, mit ihren alten schattigen Linden in der Mitte die beliebteste Promenade der Stadt. Sie trafen daher um diese Stunde im langsamen Dahinschlrndcrn sehr viele Bekannte. Kyllburg stellte es fest und fügte mit einem Lächeln zu Astrid hinzu: „Es scheint ja heule alles mobil gemacht worden zn sein. Offenbar die Wirkung des interessanten Besuchs. Die Damenwelt hofft, dem großen Man» auch mal ans der Straße zip begegnen." „Ach, glauben Sic wirklich?" Und Astrid spähte von jetzt ab gespannt die Promenade hinunter, ob Keßlers Gcstali nicht irgendlvo anftanchle. Auch Gerda kam der Gedanke: wenn er jetzt plötzlich vor ihr stehen, ihr im Hellen Schein des Tages, aus nächster Nähe ins Auge sehen würde? Und jene seltsame, dunkle Unruhe kam alsbald wieder über sic. Aber sie ließ daS nicht erst Gewalt über sich gewinnen. Wie töricht auch! War sie denn ein kindischer Backfisch? Und das nüchterne Licht des Tages schien ihr die Ruhe, die Klarheit ihres Empsindcns bald wiederzugeben. „Wir wollen doch hier links abbiegcn," entschied sie, sehr zum Bedauern Astrids, „ich habe bei Tcngclmann noch ein paar Besorgungen. Wenn Sic'S langweilt, Herr Kyllburg — bitte, genieren Sie sich nicht." „Aber nicht im mindesten. Wenn meine Gegenwart nicht umgekehrt die Damen geniert, beim Einkäufen —" Gerda schüttelte nur den Kops, dann ging er weiter in i t ihnen. Die Besorgungen waren erledigt, die drei traten lvicder aus dem Geschäft. Aber kaum gingen sic ein paar Schritte, da stieß Astrid in aufgeregtem Flüsterton plötzlich hervor: „Du — da kommt er ja!" Keßler, der bisher durch eine Gruppe von Passanten verdeckt lvordcn lvar, stand Gerda so vlötzlich gegenüber, daß sie erschrocken zusamniensuhr. Nun bemerkte auch er die beiden Damen, und im selben Moment ging eine leichte Bewegung über seine Züge. Kein Ziveisel, auch er erkannte sie wieder. Sein Auge — es harte heute, bei Tage, ein ganz verändertes Aussehen, erschien ihr Heller, stahlgran und etwas verschleiert streifte im Anblicken Gerdas Gesicht, wie in einem ganz, ganz geheimen diskreten Grüßen, und dann lvar er schon wieder vorüber. Gerda strömte das Blut, daß sich ihr in diesem einen Moment des Erschreckens im Herzen gestaut hatte, mit verdoppelter Gewalt in den Körper zurück. Und sie kühlte, loic es ihr heiß in die Wangen stieg. Gerade, als jetzt Kyllburgs Blick sich ihr zmvandte, wie in eincni stummen Fragen, cinenr leisen Erstaunen — so schien es ihr wenigstens, lind unter diesem Blick särbterr sich ihre Wangen noch um einen Schein höher. Was würde er nun von ihr denken! Sie ärgerte sich heftig über sich und über Keßler. Dieser ivildsrenide Mensch, für den sie nicht das mindeste Interesse hatte - nicht das allermindeste! — wie kam er dazu, sie so anznsehe»? Was gab ihm ein Recht? (Fortsetzung svlgt.) Lnesen's Cod. (15. März 1914). Bon Hanplinaiin a. D. Paul Grerven Düiieldors, Ein stürmischer Ost schüttelt am 15. März 1814 die Eichei» und Buchen im südöstlichen Ardcnnerwald, als wolle er sic aus dem Schlafe aufrütteln und Rccheuichift von ihnen fordern, iveil unter ihren Wipfel» eine fluchwürdige Tat geschehen durste. Uiti» die von der Eifel her über die Maas h rüberbrauseudcn Wini>- stöstc erfüllen mit ihrem rachehcischenden Klagegeheut alle Ncbcn- täler der Aisne, um den Wassengcftihrten eines der edelsten Männer seiner Zeit das Echo des todbringenden Schusses znhallcn zn lassen. Doch die wilden Rufe des Anklägers verschalle» in den zerklüfteten Schluchten des Gebirges. Es ist Spätnachmittag. Zwei ärmlich gekleidete Bauern aus La Lodde schtagcu iu dem uahegelegenen Wäldchen von Hiiilteux mit kurzen! Beil vUSorrtc Zweige von den Bänuien, um iie als Brennholz zu verwerten. Plötzlich schreckt sie ein eilig stapsendcs Geräusch vom Waldwege her. Ein stattlicher Reitersmann ftihrr seinen ermüdet drcinschanenden Falben hinter tick am Zügel. Sotvie er die Holzhauer erblickt, legt er zu freundlichem (%m> seine Rechte au den mit schlvarzem Haarbusch überdeckten Tschako und bittet sic in fremdländtichcr Betonung, ihn ins nächste Tort zum Maire zu geleiten. Bereitwillig inacheu sich die braven Leute gleich mit auf den Weg. Bor Anstrengung, Hunger und Durst völlig erschöpft, hat sich Leutnant Friesen, der Freund Jahns und Mitbegründer der — 163 — frnitirf'Cn 'Jiinttur.fi, augenblicklich feit JU’rnei''# Lode VIbjtitent bei dem berwegenrn Führer des Lötzvividon Freikorps, mit feinem sdiirachbeiiiigeil russischen Pserdd:en hiev her verirrt Er Halle nach dem für das Korps so verliistreichen lleDcvfolf beim Scltlof: voir Chölres tit der 'Jtflcitf au einer Furt drc Aisue längere ,'!cit war- teu müffeii, „in einige Mannichaste» mit Verwundeten >i>n>>z„- fnhre». ES Ivar ihm aber dank, seiner wenig teisliiiigsiähigen Rofinaiite nie! t gelungen, den A lisch ln f> an feine Truppe wieder- zngeninne». Auch wurde ihm das Auninde» einer der out zivei verfchiedenen Wegen ziacki.Norden und i'ioi'SUiefteit gbstrzogenen Eskadrons dadurch sehr erschwert, dar das Ardennen Tepariemeni sich naeh Napoleons vorgeblichem Ziege bei dem nahegelegenen Laon in vollem Auiflande befand lieberall lireiflen beeiilene und »nberillene Abteilungen unter die Massen gerufener National gardisten und sonstiger bewassneter Hanfe» unter Führung von verabschiedeten Offizieren umher und erleichterten es den Lützow- ent in keiner Weise, sich dnrchtiischlageii Alle llebergänge^nnd Engwege waren beseht, ein grosser Teil der Strassen lind Tors eiiigänge verbarrikadiert. Als »nn Friesen mit seinen beiden Führern aut heiii nach La Lobbe führenden Wege den Wald beinahe hinter iich gebracht, taucht gang liiiveriiiiitel vor ihnen ein Hanse mit Flime» de- umnucirr Bauern ans. Es siiid Nationalgardisten unter Füttriing des Maires Cache vour bengchoailen Laimoy. Als sie beit pren- s-rschen Dssizier gewahren, verlangen sie nngestüi» seine Auslieferung. Als die beiden braven Holzfäller die Preisgabe ihres Schntzbesohlenen verwiigern, entsteht zimächsd ein Handgemenge, bei dem Friesen durch Kolbenstöße und Artschläge mißhandelt nfrd. Tgtiil kracht eilt tveithin gellender Schuss aus der Flinte des Schäkers Brodio aus Grandckiamv. Tödlich dnrch)S Herz gelrvssen sinkt der Heldenstarte Ossizier z» Boden. Doch nicht genng da mit. Tie rohen hfefeüeu plündern den Gesal lenen aiiS >i»d lassen die Leiche »acll im .Heidekraut liegen. Entrüstet melden die beide» Holzhauer aus La Lodde ihrem Maire, eiuri» ehreiilv.rten Maiiue, den »lenchlerischen Bonall. Sogleich begibt sich der getreue Beamte mit den Bauer» nach dem Walde. Als er den jngendfrischeu Leichnam erblicht, ist er über dir erhabene Schönheit des Toten ganz betroffen und meint, er müsse wohl von sehr hohem Stande sein. Meid, läi-t er ihn in La Lobbe in einen Sarg legen und nun H!. März morgens feierlich a»> dem Torsklechhose bestalle». Damit schien der Wunsch Friesens, in deutscher Erde z» rirheii, vorerst nid)- ersnllt. lieber zwei Jahre lang blieben die Radnorschnngen seiner Waisengesährten erfolglos. Nur der „Friesenhngel", den Jahn n»i Ende der Rennbahn der Tnriivlax.es in der Hasenheide bei Berlin ui..> Steinen zusammeiitragen liest, erinnerte o» den so bitter Veruiistleu Freund. Erst zu Ansanq Tezembrr 1K11'• ersnhr der zum Okkuvatioiistorvs im Ardennen Departement versetzte Major August von Bietinghoss, srülier stompagiiieiührcr bei den Lützowern, dast einer seiner Unleroisizi. re von »einem Quartierwirt in Launoy das Dienstsiegel eines im März IK14 int Walde von Hmlteuz ersä.oisene» »nd in Ln Lobbe begrabenen vrenstischen Offiziers geschenkt bekommen habe. Bielinghon erkannte das Er jiiiieriingsstüch sofort als das Dienstsiegel, das nur Friesen als Adjnlant des Korps Inhrle. Tee Maire von La Lobbe konnte noch das Protokoll über den tragischen Tod Friesens vorlegen und Birlinghosf die beiden Bauern vorsühren lassen. Eine von diesen übergebene starte des Toten sowie die genaue Beichreibung des Reiters und feines Pferdes behoben nun jeden Zweifel, dai>, Friesen jener erschlagene Lssizier gewesen. Gleichzeitig bradne Vietinghoss "in Erfahrung, hast der Mend.eluiörder, Sd'äfer Brodio, im Jahre 1813 ivährend der Pelagermig von Msziöres durd> das iiorddentsd'e Armeekorps wegen Ermordung eines peeustisch.eu Lisiiiers verhaftet worden. Der Maire Cod>e von Lannvli, der Diesen absichtlich habe eulriniien lassen, sei dasür abgesetzt worden und habe iiiiiszig Stockhiebe er halten. Ten am Ist Dezember >K1l> vom Maire von La Lobbe übergebenen Leid.nam führte Bietinghois, da Jahn iuziv scheu ln Ungnade siet und 1K18 sogar verhallet ionrde, bis Aniang der -Hier Jahre mit sich. Erst Anfang März 18-13 wurde von Friedrich Wilhelm IV. die kostenfreie Bestattung der ('Scheine Friesens mit dem Jiivalidenkirchhofe bewilligt. So ging sein Wunsch, in deutscher Erde zu ruhen, erst 29 Jahre nach seinem Tode in Ersüllnng. Das Grab des neben Schariihvif^ bestatteten Helden schmückt ein ansvriichloses, voni Kriegsministeriiim genistetes eisernes Kreuz Ein am 24. September 1893 in seiner Vaterstadt Magdeburg eiildiilttes Denkmal erinnert die Nachwelt au da? verdienstvolle Wirken des allzu zeitig Abberiiseneii. Ein unvergleichlich schö »eres Denlmal aber hat seinem treuen Mitarbeiter de. Tnrnvoter Jahu in der Einleitung zu seiner „Jeutid eit Turnkunst" gesetzt: „Er lr-ar ein anfblübender Mann in Jiigendtülle und Jngeiid- schonheit, an Leib und Seele olme Fehl, voll Unschuld lind Weisheit, beredt wie ein Seher, eine Siegiriedsgestalt von grosten Gaben und tönaden, den Jung und Alt gleich lieb hatten, ein Meister des Schwertes ans Hieb und Stost: lurz, rasch, fest, fein, geiraltig Und nicht zu ermüden, wenn seine Hand das Eisen sastte — ein Sinner in der Turnkunst, dem Deutschland viel verdankte. Ihm ivar nicht beschieden, ins freie Vaterland zurückznkehreii, an dem seine Seele hielt. Bon wälschec Türke siet ec bei düsterer Winleriiadst durch Meuchelschuß in den Ardennen - ihn hätte auch i»r Kainpsc keines Sterblichen (klinge gefällt: deinem ?n Liebe und Seinem zum Leide — aber wie Seigir»Horst unter den Alten, ist Friesen von der Jugend der Größte aller Geblieben,'»". (gefiederte Zrnfilingsboten. Kon Tr. K » r k Floericke. los. Der Schnee, der so lange die Erde mit weichem, lockerem Ti.ehe bedeckt batte, ist geschwunden, und >vo er nocki aus ranhercii Hängen liegt, bat er eine sd>mutzige, krankhafte Farbe angeiimnineii. Milde Föhnwinde wehen, und überall macht sich neu erwachendes Leben geltend. Schon lugt schüchtern das erste Grün an Büschen und Bäumen hervor, und die Wintersaat bringt einen fröhlichen Ton in die schwarze, nebeldampfende Landschaft. Der Bauer rüstet nach langer Panse im-.oce zur Feldarbeit und spannt die Ochsen vor seiiii ii Pflug, Krästiger, Erdgeruch entsteigt den um gebrochenen Schollen, iiud ivir der Pflüger, einen Augenblick von der noch nicht wieder recht geivohnten Arbeit verschnaufend, seine Blicke schweifen lässt über das kahle Feld, da steigt es plötzlich vor ihm wie eine tönenkw Rakete z»m .Himmel empor. Tie Feldlerche ist's, die erste eckite Frühliiigskünderin. Wirbelnd und trillernd tliugen ihre. Strophen aus der Höhe hernieder, wie die willkommene Bolschaft einer srenndlichen Gottheit. Freilich gibt's inandmial noch böse Tage für den gefiederten Lenzesboten, wenn der Winter Miene iiindjt, des verlorene Gebiet zurückzuerobern. Dgiin sitzt die Keine braune Lerche trübselig ans den hartgesrorenen Ackerschollen imd zuvit an den srostbraunen Saatspitzen: denn es ist nicht alles Gold, was glänzt, und vom Dichten »nd Singen wird niemand satt. Etwas später als sie kommt ihr Büschen, das sie oben ans den Waldblößen und Heideslächen vertritt, die etwas kleinere Heidelerche. Sie versteht das -Lingen ebenso gut, wenn auch in anderer Manier: säst nocki höher schraubt sie sich von einer Legsöhre zum Himmel enipor, und dann klingt es an-Z ihrer kleinen Kehle wie eine Reihe hell gestimmter Silberglöckchen: etwas einförmig zwar, .aber in ivnnderbarer Reinheit und mit klagendem Tonsall, als besinge sie. die allen Helden, die da lies unter ihr in den Hnnest- gräbern schlummern. Ans sunipsigen Wiesen darf der iröh- liche Kiebitz mit spivenr Federschops als der wichtigste Lenzes- tiinder gelten Mit seinem Hellen Ruf „Rrhui rrhui" macht er sich auch dein nnanfmerksamsten Spaziergänger bemerklich, und unnältkürlich folgt ihm das Auge, wenn er so im über- inüligen Gankeliluge über die Wiese lierumtollt. Auch die Standvögel, die den Winter über getreulich bei uns aiisgehalteil haben, nehmen jetzt die halb vergessenen Lieder ivirder ans. Im noch kahlen Wipfel des Avselbamnes sitzt die schwarze Amsel mir dem gelben Schnabel »nd singt langgezogene Frühlingslieder. Ter Biichsink schmettert int Garten, erst schüchtern noch stammelnd, seine taktfeste Strophe, und die Kohlmeise lässt silberne Frühlingsglöckchen erschallen. Dem Jäger, der in de» Wochen vor Ostern ans dcn Schnepsenanstand zum Waldessäume zieht, werden dort bei Toiinennntergang Singdrvssrlst und Rotkehlchen zu den liebsten Sängern. Jene sitzt im höchsten. Wipsel der allen Tanne, und ivcithin schallen ihre kräftigen» niarkigen Strophen über den Wald, jubelnd vor Lenzeslnst und Liebesglück. Rotkehlchen aber hnsdii im niedrigen Buschwerk he r null und slüstert leise vor sich hin seine wehmütigen Kirchhoisweisen. Und dann bringt jeder Tag mit warmem Südwestwinde neue Scharen der aesiederten Säuger, bis endlicki das ganze große Orchester vollständig ist. Mit zu den ersten zählt der lustige Star und auch dem verhärtetsten Hypochonder ums; das Herz weit tverden, ivenn der schimmernde Clown zum ersten Riale wieder aus dem Scheunengiebel sitzt und slv.gelschlageiid seine absonderlichen tronanelnden, schnarrenden und pfeifenden Strophen zum besten gibt. Hock) oben aus dem Dache knizt das Hansrot- schwänzchen, ein munterer Gesell, ivenn auch kein grosser Sänger, dem: der Nachsatz in seinem kleinen Liede klingt geradeso wie das Knarren der Wetterfahne, oder als ob inan einen alten Draht durch eine rostige Zange gerade zöge. Draußen im Wald schallt's eintönig „Zilp, zilp", gewissermaßen den Takt angebend für das gut- und abschivellende Konzert aus Tausenden gesiederter Kehlen. Das ist der Weideiilaubvogel, und über diese beiden Silben bringt er es mit alter seiner Kunst nicht hinaus. Ta ist der ihm ähir- liche Fitis doch ein besserer Sänger, und klagend schwingen seine wehmütigen Trillercheii sich an nnser Ohr. Ans den Obstbänmen läßt der absonderliche Wendehals sein stumpfsinniges Frenden- geschrei ertönen, und dazu tronimeln die Spechte, zwitschert der Kleiber. Praihtvolle Flötknrnse machen i»is auf einen maus- grauen, ick'warzköpsigen Vogel anfmertsaiii, der rastlos durchs (Ke- zweig der höheren Büsche hüpft, das ist das Schwarzplättchen, und seine Melodie klingt wie schmetternde Siegessanfaren oder loie nbeinintige Wirtshanslieder. Auch sonst ist das liederreiche Grsck'leckit der Grasmücken zadlreich in unseren Fluren vertreten: man hört die Klapperstrophe deS Mütterchens, das murmelnde Schwape» der Torngrasniücke, das melodische Orgeln der Garlrii- grasmücke. Bo» einem Baume am Waldesrand steigt ein Bagel hoch in die Lust, al-^ßovlle er den Aeguator der Himmelskiigel ausinessen. Aber bald ermattet er tm Fluge und kehrt ivie lan- meliid zniii verlassenen Sitz zurück. Aehnlich ins mit seinem Gesang Mit Hellem Gesdnnetler sängt er an, säst ivie ein Kannisen- vvgel, aber bald erstirbt sein Lied in einer Reihe einförmig, glucksender Töne, als ob man Wafsertropfen aus der Höhe in 164 ein?» gefüllt?» Eimer fallen labt. Ta? ist oer Baumpieper mit dein spitze» Köpfchen und dem lerchenfarbigen Gefieder. Mit Jubel wird von \'((t und Jung Freund Adebar begrüßt, menu er aus der asrikanischcii Winterherberge wieder zum altgewohnten Reste auf dem Kirchendachs znrückkchrt. Ter gravitatitcho ratbeinige Gefell ist leider in rascher Abnahme begriffen. Roch schlimmer als ihnr ilTs der Wachtel ergangen, deren fröhliches „pickwerwick" mit feinem daktylischen Schlag früher geradezu ein Kennzeichen der deutschen Sommerlandschast bildete, heute aber in dielen Gegenden überhaupt nicht mehr gehört wird. Allmählich kommen dann auch die grüßten Weichlinge. Des Kuckucks sonorer Ruf schallt wieder durch den Wald, und die Bauernmädchen benutzen den menschenscheuen Vogel als LiebeS- orakel. tvälirend der Städler beim ersten Kuckucksruf rasch sein Geld in der Tasche schüttelt, damit er das ganze Jahr recht viel davon habe. Auch den herrlich verschlungenen Flötenrus des Pirols hört man jetzt öfter. In den Gärten kommt zuletzt der zierliche Gelbipölter an und tischt uns in seltsam abgebackie» Strophen und mit fast sprechenden Lauten ein ganzes Frikassee der verschiedensten Vogelgesänge auf: denn er ist ein Imitator erste» Ranges, gerade >vie der Torndreher. der oben in der .Hecke sitzt, vergnüglich niit seinem Schwänze hin und her ficht und aus häßlich tchualzende Lockrufe plötzlich vollendete Nachahmungen oer beste» Sänger aus seiner Umgebung solgen läßt. Ganz zuletzt kommt die Turuisckuvalüe, die scharenweise mit qclleudenr Geschrei in rajeudem Fluge die alten Kirchtürme umkreist und dabei die in der Lust tanzenden Mückenschwärme zehntel. Die lieben Haus- und Rauchschwalben sind schon erheblich früher eingetrosseu üno eifrig mit dem Ansbessern ihrer alten Lehm« Paläste beschäftigt. Bon Mitte April ab können wir auch das seelenvolle Lied der Nachtigall wieder hören. Leile. ganz leise hebt sic au. tiefer und voller scknvillr ihre Melodie, bis schließ« uch.cin schier gellend Schmettern vie kleine Bogeikehle säst sprengen zu toollen scheint. Und toiader hebt sie an. icder einzelne Laut eine Klage, eine lange, bange Klage voll der rührendsten, innigsten Sehnsucht. _ Eine Zchauspielerehe. Sophie Schröder, die nicht nur durch ihre Kunst, >on- dern auch durch ihre Liebesodvssee berühmt gewordene, große Schauspielerin, lvar ohne das mindeste Urteil Männern gegenüber, sosern sie jung lvaren und ihre sinne anspracken. Ihre Ehe luit dem Schauspieler K u n st, die am 20. Dezember 182') geschlossen wurde, ist ein charakteristisches Beispiel für ibr West». In den Tagebüchern E. L. Costenobtes sinden sich ein« wandsreie Anfzeichnniigen über diese Ehetragödie. Heinrich Stümcke, der diese Tagebücher früher als Privatdruck Iwcausgab, stellt seht die ivichtlgste» Auszeichnungen in den kleinen Schriften der Gesellschaft für Tbeatergeschichte zusammen. Sie geben ein getreues Bild dieser Uuglücksehe. „Am Idten August 182b . . . Earl (Theaterdirektor) von München gab mit seiner Truppe an der Wien z. Erst. „Die Iiüuber auf dem Kulmer Berg". Sein Prolog gefiel sehr, wie die ganze Borstellung. Ein Herr Kunst, Liebhaberlvielec, schöner Mann mit schönem Organ, legte sehr los und gefiel, lote natürlich. Am 19U’it Oktober: fuhren vor dem Theater zur Schröder, wo der Kunst war, dessen Spiel die ooovbie sehr hoch achtet, weil er ibr die Cour macht, andere halten ihn für eine» Schxeyer und nichts lvertb. Sophie findet Genie: ich muß ihn selber sehen. Am 2ten November 1825: Gegen Abend kam Sophie mit Kunst, die sich uns als Brautleute kundgaben. Tolles Getriebe! Sie ist 45> ünd er 26 oder 27 Jahre. Ueberdies scheint er ein Maulmacher und Bramarbas. Er ivar einst Diener des Rem« hold in Hamburg und servierte aus Sophie Löbrs ihrer .Hochzeit. Das scheniert die Schröder zivar nicht, aber daß er eigentlich kein Künstler oder Mann ist, der für sie paßt. und daß die Eho niemals glücklich werden kann, das ist das Heilloie der Sache. Am Alten November: Man spricht viel Schlechtes von Kunst und bedauert die Schröder, die sich in ein Unglück stürzen will. Am Wien November: Es lourde viel skandaliiiert über die Mariage der Schröder. Kunst benahm sich demütbig und ausgeblasen, als er dem Hchrrvvogel die Aufwartiiiig machte. Er sagte, auf die Bemerkung S.. er minie itocl> viel Ralh annehme» — : ja opn einem Manne wie Sie wohl: aber von Leuten, die ich übersehen kan», nehme ich nichts au. Am 26ten November: Kunst hält Eauivage: hat sie schwerlich bezahlt Am 20. Dezember: .Heute Morgen zwischen >2 und 1 Ilbr wurde Sophie Schröder jitit dem Schauspieler Kunst in der lutherischen Kirche vo» Superintendent Wächter getraut. Unzählige Mensche» wohnten der Kopulation bei Rach der Trauung ging es zu Wittmann. wo gespeist wurde. .Mehrere sagte» ab Backis. und Graf Wendhäuser und Schlechten. Genieren sich, ,» ein ösfentliches Haus zu gehen mit Schanlpielern und hauptsächlich niit Sopieus Ruf. Am 46. Januar 1826: Schrehvogel ist krank. Ich besucht« ihn. Er sprach viel über Kupst, und daß er nie engagiert werden würde. — Die Schröder lebt schon nicht mehr friedlich mit ihrem Kunst — er geht zu viel aus und ist grob. Am 18. August: Die Schröder hat Laiigeweile in Hamburg, vermutlich, loeil kein Mensch mit ihrem Kunst umgehen mag. Sie soll ein übles Leben haben mit dem Kerl, der immer zwei» Bediente hält und ihr niit Scheidung droht. Am 6ten Septeniber: Rach Tisch zu Pistors, wo auch Löwes uud Auschütz lvaren. Wir hechelten die Schröder durch, die jetzt schon ein Bett und die Stiefel des Kunst auf den Boden stellt. Am Ilten September: Die Schröder ist angelangt . . . hebt sich jetzt sehr hock, weil die Stich nicht so anspricht wie sonst. Sic ist außerdem ohne Kunst gekommen, das ist don! Am 8>en Oktober: Nack Tisch zur Schröder. Kunst kommt nicht, wie die Schröder sagt: er ist zu viel sckmldig: und sie lzat sogar für den Schw . . . mit unterschriebe». Sie sitzt tief. Am 22ten Dezember: .Kunst schreibt zärtlich au seine Frau, mit der er in Scheidung liegt — der Kerl ist toll. Am 23. Januar 1827: Kunst ist in elende» Umständen und schreit jammernd, seine Frau hätte doch mit seinem zarte» Alter — der Kerl ist 28 — Geduld habe» sollen . . . Am 24teu May: Kunst nennt sich i» einem Briefe an die August? Schröder ihren treuen Vater. Der Narr! Am 23te>> September: Kunst schreibt noch an seine Sophie: Hochgeehrte Sophie und bittet um.einen alten Spenzer. Am 4tcn Oktober: Gegen Mittag kam die Schröder: sie war heule zum erstenmale mit Knust vor dem Geistliche» der Scheidung loegen — — Kunst kam zu Pferde . . ein Motiv mehr zur Separation." veriniscbtc». * Vom Buchhandel im alten Rom werden i» dem von Prof. Giovanni Daeia jus Jtalieilische übersetzten Werke „Minerva" von Gow und Reinach wertvolle und interestante Mitteilungen gemacht, aus denen E. Ravpaport in der Zeitschrift für Bücherfreunde einiges wiedergibt. Der Autor verkaufte zu Ciceros Zeiten sei» Buch an einen Verleger, der ihm entweder ei» Bestimmtes für jedes verkaufte Exemplar zahlte - so scheint es bei Cicero gewesen zu sein oder sür eine feste Summe die, ganze Aufnahme übernahm, wie dies bei Martial der Fall war. Einzelne Ausgaben erreichte» bei vielgclckenen Autoren A u f- lagen bis zu 10 00 Exemplaren. Das Manuskript des Autors mußte aliv zu gleicher Zeit einer sehr große» stabt von Schreiben! diktiert werden, die dabei natürlich viele Fehler machten So waren die Exemplare, die die Buchhändler seilhielten, oft recht inkorrekt, und die Autoren verbesserten eigenhändig besondere Exemplare, die für Freunde oder Gönner bestimmt umreit. Die Buchläven lagen im alten Rom zahlreich in einem bcstimmteu Stadtteil, der „Argiletum" hieß. Die Bücher »vurden durch P la - k a t e^anqekündigt. di.' an den Türen per Läden hingen oder au den Säulen des Portikus, unter dem sich der Laden befand. Die Büche rpret'se waren nicht sehr hoch So lourde z. B. das erste Buch der Epigramme des Martial für 5 Denare (etwa 5 Franken!, seine „iVuiu" für nur 1 Denar verkauft. Sogar ei» arnier Mann, der in einer Dachkamnter wohnt«, konnte sich eine kleine Sainiuluuq guter Bücher zulegen, >oie uns Juvenal erzählt. Denen, die keine Bücher kauften, standen die ösl'ent- tichen Bibliotheken zur Benutzung offen, die in der Zeit von Augnstus bis Hadrian aus die beträchtliche Anzahl von 20 augewachse» lvaren. * A u s g e s ch a l t e t e r Wettbewerb „SternfcldS kommen also bestimmt auf den Bals?" — „Gewiß." — „Dann binde ich mein Perlciikollter um. Ich weiß, daß sie ihres beim Juwelier zur Reparatur hat." _ Gitter-Rätsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben cc, dddd, e e t e, I I, b h, II, mtnoim, n n, t i rr, ■ i i i, t ttt, o u derart eii-zntragen, daß die senkrechten und lvagcrechten Reihen gteichiantcnd folgendes ergeben: 1. Schädliche Tiere. 2. Stadt in den Niederlanden. S. Russisches Eonvernement Auslösung in nächster Nummer. Auslosung des Rätsels in voriger Nunimer: A »na, 1! n n a. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Bnlhllchen Universitä!*-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Siehen.