Mkizierstöchtrr Roman von Panl Grabei in (Nachdruck verboten.) „Noch im Hauskleid? Willst dich also richtig mal tvieder einkapseln?" Kopfschüttelnd blieb Gerda in Henning auf der Schwelle stehen und sah auf die ältere Schwester am Schreibtisch. Sie selbst war schon fertig zur Ausfahrt, im weihen, schicken Leinenkostüm, und streifte nur noch die laugen Seidenhandschuhe über. Mit einem Ton des Mchtverstehens fuhr sie dann fort, zu Edith geivendet: „Warum machst du nur heute nicht mit? Wo wir doch so ganz im kleinen Kreis sind!" „Aber nur junge Leute, bis auf Mama und Frau Bren- cken Und du weißt doch, Achim hat es nicht gern." Ein Laut des Widerspruchs. ,Mcherlich! Dein Verlobter kann nicht verlangen, daß du dich ihm zuliebe begrübst!" Ediths Gesicht mit seinem seinen, aber schon etwas welken Reiz behielt seinen ernsten Ausdruck. Sie sah so um vieles älter aus, als es ihren fünfundzwanzig Jahren entsprach. „Er verlangt es ja auch nicht," antwortete sie. „Ich ziehe mich eben aus freien Stücken zurück — es liegt mir auch gar nichts Besonderes daran; so zum Beispiel heut' an eurer Ausfahrt." „Na ja — da hast du ja am Ende recht. Sehr aufregend lvird die Chose nicht gerade werden. Wieder mal so ein richtiger Kommiß-Pekko; wenn er zwar diesmal auch sehr verlockend „Waldpicknick mit Bowle" firmiert." Und mit einem halben Seufzer trat Gerda v. Henning ans Fenster. „Tier Krüinper ist schon vorgefahren," stellte sie fest. „Die beiden Rappen '— die Rammsnase uud die steifbeinige ,)Wlalküre". Die alten Krippe ns« her könnten wirklich nächstens auch mal ausrangicrt werden." Edith blickte von ihrem Schreibtisch auf zu der Schlvester hin, auf deren schönem ^Antlitz jetzt ein lei,er Unmut lag. „Run, vielleicht unterhältst du dich doch noch besser ais du denkst - Klaus Peterscu fährt ja auch mit." Und sie beobachtete mit einer gelvissen Erwartung die Mienen Gerdas. Aber dort belvegte sich nichts. „Petersen — du lieber Gott!" (Kaum ein Ach>elzuaen begleitete die Antwort. Indessen verharrte Edith bei ihrem Gedanken mit der ihr eigenen leisen Hartnäckigkeit. „Ich finde ihn im Grunde sehr nett. Ein Mensch von unbedingt ehrenwertem Charakter und tadellosen Manieren." ,ßba also! Warum hast du da nicht lieber ihn genom- nien als deinen Achim? Da hättest du schon längst heiraten können und brauchtest nicht zu ivarten, bis ihr mal glücklich Hauptmann erster Klasse seid. Frau Holzhändler en groS Petersen — es hätte sich auch gar nicht schlecht gemacht." ,/Gerda!" ' Stark verweisend klang es zu der Spötterin hin, die ilvch immer nach der Straße hinuntersah. Nun aber wandte sie sich der anderen zu. „Na ja — lvarum nicht? Wo dir doch Petersen anscheinend so sehr liegt. Es wäre vielleicht zehnmal vernünftiger gewesen als dieser ewige Brautstand und nachher der Hausstand ohne Zuschuß — zu wenig um zu leben, und zu viel um zu sterben — eine Misere, doch gar nicht abzusehen." „Du erwartest wohl nicht, daß ich dir im Ernst darauf erividere. Nur das möchte ich dir noch sagen: dein Hochmut gegenüber Herrn Petersen ist sehr ungerecht und — vielleicht sehr unklug von dir!" , Gerda überhörte den Nachsatz. „Hochmut?" Sie blieb vor der Schlvester am Schreibtisch stehen. Nun selber ernster. „Da verkennst du die Situation doch. An dein Holzhändler stoße ich mich durchaus nicht. Was einer ist, danach frag' ich gar nichts. Meinetwegen auch Tran oder Heringe cn gros — taute meme! Nur auf beit Menschen kommt's mir au Und da versagt der gute Petersen eben — wenigstens nach meinem Geschmack. Gelvtß, ein ganz netter Mensch — gern zugegeben — aber doch auch nicht mehr. Und das ist ein bißchen wenig, sind' ich. Und da ihr allesamt es trotzdem offenbar für eure heilige Pflicht haltet, mich immer wieder auf ihn, sozusagen als meinen letzten Rettungsanler zu stoßen darum wehr' ich mich endlich mal meiner Haut. Also laßt mich gefälligst nun hübsch in Ruh'! Hört ihr?" Mit einem Lächeln schüttelte sie scherzend die Schwester bei den Schultern. Ihr Blick streifte daher unwillkürlich den Briefbogen auf dem Schreibtisch. „Du schreibst an Achim? Natürlich!" Edith nickte nur schweigend. „Na, da wird dir d-ie Zeit ja auch nicht lang werden. Grüß' den Herrn Schwager schönstens — wenn du noch so viel Platz übrig behalten solltest." „Gerda! Schnell, schnell — es geht los!" Eine helle Stiinme rief es durch das Haus; Astrid, die jüngste der Schlvester». „Komm' ja schon!" gab Gerda zurück. Dann noch ein Hinwinken zum Schreibtisch. „Also addio, viel Vergnügen im brieflichen Tete-a-tete!" Und sie huschte hinaus. Aber drunten im Hausflur gab es doch noch einen Aufenthalt. An der offenen Tür seines Arbeitszimmers stand die mächtige, breitschultrige Gestalt des Oberstleutnants von Henning, der dem Ausbruch seiner Damen Zusatz. Neben ihm «in jüngerer Herr, Leutnant Kyllburg, sein Adjutant. Respektvoll und doch mit der gewissen Vertraulichkeit eines guten Freundes des Hauses — Kyllburg kannte Gerda schon rm halblangen Backfischröckchen — verneigte sich dieser vor der Tochter seines Chefs, >Aie sie jetzt eilig die Treppe her- 142 Unterfldoufert Tarn. In feinen Mienen leuchtete es aus beim Anblick der schlanken, duftigen Mädchengestalt. ,,'n Tag, Herr Kyllburg! Sie kommen doch mit?" nickte Gerda dem Grüßenden zu und wandte sich dann an den Pater. „Na denn adieu, Pa'. Schab', daß du nicht auch dabei sein kannst!" Und sie reichte dem Oberstleutnant die Hand. Auch über die verhaltenen Züge des Vaters spielte es hell hin, wie er Gerda vor sich lsah: in blendendes Weiß getaucht bis hinab zu den zierlichen Schuhchen. Ein lichtes, heiteres Sommer- Wölkchen, von dem es ausging wie ein erfrischender Hauch, der Wohltat an dem sonnenwarmen Tage. Und Gerda, ohne Zweifel die rassigste der drei Schwestern, deren Schönheit stadtbekannt war, war ja sein erklärter Liebling. So drückte er denn jetzt mit heimlicher Zärtlichkeit und voll Vaterstolz ihre feine Rechte zwischen seinen schweren Händen. „Tut mir ja auch leid, Mädel! Aber du weißt — diej Vorarbeiten für die Besichtigung. Na also, dann schwimmt ab. Seid vergnügt — und, lieber Kyllburg, Sie denken ein bißchen mit dran, abends, wenn es kühl werden sollte, im Freien, daß sich diese junge Dame auch was Warmes umlegt." Ein leises Sporenklingen. „Zu Befehl, Herr Oberstleutnant." ,/Aber Papa!" Gerda lachte hell. „Ich bitte dich — bei der Gluthitze!" „Ja, ja — kenn' ich schon. Doch der hinkende Bote, das Rheuma, kommt nach. Also, Kyllburg, sie hat Ihnen Order zu parieren! — Du hast doch auch irgendeinen Umhang mit?" wandte er sich noch einmal vorsorglich an die Tochter, die nichts bei sich hatte. „Natürlich — alles schon im Wagen," redete sie sich schnell a!us. „Mach' dir nur keine Sorgen!" Und sie hob sich aus den Fußspitzen empor zu dem, Vater. „Also adieu, Pa'che n!" Einen Moment schmiegte sich chre schlanke Gestalt weich an den hochgewachsenen Mann. In Waller Kyllburgs Augen, die aus ihr ruhten, trat ein leichtes Zittern. Aber es war wieder verschwunden, als sie sich nun zu ihm selber wandte. „Kommen Sie, Herr Kyllburg, — man wird draußen schon ungeduldig." Und sie eilte ihm vorauf zu dem offenen Jagdwagen, dem Krümper der Feldartillerie-Abteilung, deren Komman- deur ihr Vater war. * Das kleine Waldsest der Frau von Henning war programmäßig verlaufen. Nach allerlei scherzhaften Spielen — Herr Petersen hatte sie von einer Lloyddampferfahrt mitge- vracht — Flaschenrennen, Eier-, Kartoffel-, Zigaretten-, Nadel- und Fadenlauf — war man seßhaft geworden und zu Picknick und Bowle übergegangen. Nun war die Dunkelheit gekommen, die mohnroten Lampions durchleuchteten! märchenhaft die Finsternis, der Mond stand schon iiberm Wald, und in kleinen Gruppen saßen oder promenierten die jungen Leute zusammen in der Nähe des Lagerplatzes. Gerda überkam mllten in der frohen Laune der übrigen eine jener Stimmungen, wie sie ihr eigen waren. Ein plötzliches Bedürfnis nach Alleinsein, nach Einsamkeit. Und unauffällig wollte sie sich von den übrigen entferne». Aber Alans Petersen, der die ganze Zeit über ihre Gesellschaft gesucht und sie nie aus dem Auge verloren hatte, bemerkte es und wollte sich ihr anschließen. Allein zu sein mit dem schönen Mädchen in dieser weichen Sommernacht im Walddunkel '— es war ja gerade das, was er sich schon lange ersehnte. So würde er die Situation zwischen ihnen beiden doch endlich einmal klären können. Und er löste sich gleichfalls von seiner Gruppe, um sich Gerda anzuschließen. Aber dieser entging seine Absicht nicht. Ein Ausdruck geheimen Unwillens flog über ihr schönes Gesicht. Wie ungeschickt von ihm! Merkte er denn nicht, daß sie für sich allein sein wollte und 'zu allerletzt nach seiner Gesellschaft Verlangen trug? Aber Ivos machen? Sie konnte ihn doch auch nicht zurückweisen, wenn er sich ihr jetzt näherte. Aergerlich gruben sich ihre feinen Zähne aus die Unterlippe. Da siel ihr Blick auf Kyllburg, der in ihrer Nähe stand. Und sie gab ihm, dessen Blick sie gleichfalls suchte, schnell einen geheimen Wink. Dann lieber das! Walter Kyllburg würde sie nicht stören. Sie ivaren ja gut Kamerad mitein- ander. Sofort begriff dieser auch und war an ihrer Seite. Gerade noch schnell genug, um zu seherr, wie plötzlich Petersen mit enttäuschter Miene seinen Schritt auf Gerda zu hemmte, einen Moment unschlüssig stehen blieb und sich dann einer andern kleinen Gruppe zukehrte, aus der das lustige Lachen Astrids von Henning herüberscholl. „Gott sei Dank! Das war Hilfe in der Not." Gerda sagte es leise lächelnd, während sie mit ihrem Begleiter ein wenig tiefer in den Wald hineinschritt. „Sie wollten allein sein, Fräulein Gerda, aber nun haben Sie mich mit in den Kauf nehmen müssen." „Sie stören mich nicht. Sie werden ja nicht das nnab- weisliche Bedürfnis verspüren, mich krampfhaft zu unterhalten." „Ich werde mit Ihnen zu schweigeir wissen. Betrachten Sie mich einfach als nicht anwesend." Sie nickte nur in stummem Danke. Dann schritten sic! beide wortlos ein Stück nebeneinander her, bis das Rot der Lampions drüben am Lagerplatz nur noch schwach herüberglühte. Da machte sie Halt. Eine Weile stand sie so, regungslos, und blickte in das Waldinnere, auf dessen grasbestan- denem Boden der Mondschein flimmerte. Gedämpft nur klang dann und wann ein Lachen, ein abgerissener Laut von! den andern da drüben her. „Hier möcht' ich ein Weilchen bleiben. Es ist so schön hier — so still." Und sie sah sich nach einer geeigneten Stelle um, um sich niederzusetzen. Aber Kt>llburg trat ihr entgegen. „Nein, Fräulein Gerda, nicht so. Das Gras ist stark voll Tau." „Das bißchen Feuchtigkeit, Sie Sicherheitskommissar!'« „Pardon, Fräulein Gerda — ich habe Ihrem Herrn Vater versprochen —" „Ja, ja — ich weiß." Es klang etwas unmutig. „Was gedenken Sie also als mein mir verordneter Vormund mit mir zu beschließen?" Kyllburg hatte suchend um sich geblickt. Jetzt wies er mit der Hand ein Stückchen weiter. „Dort — der Baumstumpf — bitte." „Na, dam: also da! Wie Sie befehlen." Sie schritt hinüber, ließ sich ans dem Stubben der alten Buche nieder und sann vor sich hin, als ob er gar nicht! mehr zugegen wäre. Ein leises Geräusch erst machte sie aussehen. „Und jetzt wollen Sie sich selber ins nasse Gras setzen? Logik, dein Name ist Mannk' „Einem alten Feldsoldaten tut das nichts," scherzte er. Wer sie hatte schon mit leisem Rascheln ihren Rock an sich genommen, daß neben ihr Platz wurde. „Kommen Sie!" Es klang kameradschaftlich kurz. „Danke, sehr gütig." Aber er nahm doch nicht direkt neben ihr Platz, es hätte sie beengt, sondern aus einer der starken und hoch-« ragenden Wurzeln des Baumstumpfes, die auch eine ain nehmbare Sitzgelegenheit bot. (Fortsetzung folgt.) va§ neue System. Von Martin Proskaucr. Ter Ingenieur Brockwith saß im Privatkontor des Herrn Harrison, des Eigentümers der großen Tonwarensabrik in Tampa in Florida. „Run," sagte Harrison, „die vierzehn Tage, die Sie für das Studium meiner Fabrik sorderten, sind um. Was können Sie tun?" „Ihre Leute lehren," sagte Brockwith, ein großer breitschultriger Mann und sah Harrison aus kalte», klaren, grauen Augen an, „und zwar so zu lehren, daß sie in einem halben' Jahr das doppelte wie bisher leisten!" Harrison zuckte ungläubig die Schultern. „Jawohl," betonte Brockivith, „das doppelte, ohne daß eine Maschine, ein Werkzeug neu gekauft wird!" „Nun, wenn Sie das können, dann vermag das Taylor- System wirklich Wuirder!" „Das kann cs auch, Sir," sagte Brockwith, und in seinen« eckigen Gesicht leuchtete eine feste, ziclbewußte Energie aus, „ich sage Ihnen, Taylors Idee, die größte Arbeitsleistung mit der kleinsten Anstrengung zu erzwinge», ist der Erfindung der Dampfmaschine an Wert ebenbürtig. Ich kenne Fabriken, die beute dag dreifache ihrer früheren Arbeit schassen, nur weil Taylor icdemi einzelnen Man» gezeigt hat, wie er arbeiten und welche un-> 148 nützen Bewegungen er unterlassen mutz. Natürlich, Pfeifen und Tabakkauen und solche kleinen Scherze gibt es dabei nicht; jeder Sekunde ist mit nützlicher Arbeit auSgesüllt!" „Hier, fflJr. Harri so», sind die Zeugnisse über das, was ich in anderen Betriebe» schon erzielt habe, hier ist ein Brief von Rockesellcr; der Alle war so entzückt, daß er selber geschrieben hat! Sie können sich aus mich verlassen, Mr, Harrison," „All right," ries Harrison und sprang auf, „ich wills versuchen, Was fordern Sie?" „Zweitausend Dollar den Monat und 15 Prozent voiw Mehrgewinn !", sagte Brockwith mit klarer, harter Stimme. * , Am anderen Morgen schrie die Fabrikpseise ihren gellenden Ruf über die Stadt, schwarz und schwerfällig rann ein Menschenstrom durch das Tor, automatisch griff jede Hand nach den Marken aut dem Äontrollbrett: und ein paar Minuten später klang das gewaltige brausende Lied der Arbeit, aus stählernen und eisernen Tönen, aus Feuer und Dampf und dem Aechzen menschlicher Muskeln komponiert, durch alle Räume, Karren voll Rohmaterial rollten auf Schienen den Pressen zu, Hebel kappten auf und nieder, Tonmengen pressten sich in eine Oeffnung und glitten aus der andern Seite, zu Tellern, Platten und Fliehen geformt, aus lange Breiter hinaus, Arbeiter hoben die Bretter aus ihre Schultern, aus Trockenräumen und Brennöjen wehte heißer Dunst und augen- schmerzendc Glut; in den oberen Sälen klirrten und klapperten die fertigen Stücke unter den »achpruseirden Händen der Arbeiterinnen, Ter Ingenieur Brockivith ging durch die Fabrik, Notizbuch und Stopp Uhr in der Hand, stand stundenlang bei einem einzelnen Arbeiter, sah zu, schwieg und blickte uns dis Uhr, Schlieh- lich ging er in einen hintern Saal, in dem die staubabsaugeudew Vciitilatorcu laut heulten. Hier wurden die Ofenkacheln und Fliesen sauber viereckig gerichtet und geschlissen, bevor sie aus einem endlosen Band weiter in den Packraunr liefen, Bor jeder Schleifscheibe, einem rasend schnell sich drehenden stählernen Rad, arbeiteten zwei Mann, Ter erste schlug mit Meihel und Hammer die rauhen, zackigen Kanten der Kacheln ab und reichte sie dem zweiten, der die vvrgearbeitete Platte aus das sausende Schlcis- rad preßte, Sand und Wasser spritzten hoch, dann war die Kachel glatt und genau, Ter Tür zunächst arbeitete Bob Killarney, ein Irländer von Geburt, ernsthast und sleißig. Flink nahm er die Kacheln und beklopfte sie mit dem Hammer, Brockwith blieb bei ihm stehen und beobachtete ihn eine Weile, Tann hich er ihn auf- stehen und erklärte ihm verschiedene Handgrisse, Er lieh ihn die Platte hochstellen, statt sie wie bisher slach zu legen, suchte ihm eine» schweren Hanrmer aus und zeigte ihm, wie er mit vier Schlägen, richtig geführt, ebenso vies ausrichten könne als bis her mit zehn oder zwölf, Bob hörte ernsthast zu, sein braunes Gesicht war voller Spannung, und er bemühte sich, die neuer Handgrisse nachzuahmcn, Brockwith stand mit der Uhr in der Hand, „Sehen Sie," sagte er bcsriedigt, „jetzt haben Sie in süns- zehn Minuten zehn Kacheln behauen, statt vorher sechs in derselben Zeit, Run reichen Sie mir nicht jede Platte einzeln zu, legen Sic sie mit der linken Hand hier auf den Tisch und greisen Sie gleichzeitig mit der rechten nach einer neue»!" — Bob Killarney, der am Fabriktor aus dem Anschlag gelesen hatte, daß dies hier keine störende Spielerei, sondern schöne blanke Dollars mehr siir ihn bedeutete, arbeitete hart nach den neuen Regeln, Er psiss nicht, wie sonst, fröhlich vor sich hin, sondern sah starr aus die Arbeit, die Toppelbewegung der Hände, immer bemüht, seine Glieder genau im vorgeschriebenen Rhythmus des neuen Arbeitssystems zu bewegen. Endlich schrie die Tampspfeise, Bob zog sich den Arbeitsrockt aus und wandertc mit den Hunderten anderer Arbeiter durch das Tor nach Hause. Aus der Straße sprach ihn ein Gefährte an: „Hallo, Bob, tvas hat denn der lange Kerl heute den ganzen Tag bei dir gemacht?" „Eine neue Art zu arbeiten gezeigt, BAlNi, aber hol s der Teufel, wenn ich auch mehr dabei schaffe, ich fühl mich wie gerädert! Und mein Kops brummt ivre ein Dampfkessel, Na, vielleicht ist das nur im Anfang so,"--- In den folgenden Tagen stand Brockwith bei vielen Arbeitern, immer wieder zeigte er neue praktische Handgrisse, maß er mit der Uhr die Zeit, ersann er neue Methoden sür Handreichungen, und abends kontrollierte er die Lieferzettel, bis er endlich »ach Wochen dem Besitzer eine Statistik vorlegcn konnte, die ein An- schwellcn der Produktion um fast fünfzig Prozent anzeigte, Harrison nickte, „Gut, gut Ich habe es schon gemerkt," „In zwei Monaten haben wir das doppelte," sagte Brock- wilh, ■, „Und die Arbeiter?" fragte Harrison kurz, „Was ist mit ihnen? Tie freuen sich, daß sic setzt so und soviel Dollars mehr machen," „Ich weiß nicht," bemerkte Harrison, „ich finde, die Leute sehen schlecht aus, Sic arbeite» nicht länger, das ist wahr, aber sie bekomme» alle so einen starren Blick und sind so still," Brockwith sah den Besitzer mißbilligend an: „DaS rst mich in der Ordnung. Entweder Ihre Leute sinaen oder sie denken an die Arbeit, eines von beiden geht nur' Tos ist ja gerade die Stärke des Taylor-SystemS, das es alle Gedanken aus das Werk zusammenzivingt!" — — Sie gingen zusammen den täglichen JnspektionSgaiig, Ein Fieber jchren dnrch die Arbeitssäle zu wehen. Die Maschinen rollten wie früher, aber das Klappen der Hebel, das Ausstößen der Werkzeuge klang schärfer, genauer und schneller als sonst, Kern Arbeiter hob den Kopf, als der Besitzer vorbei kam, Auto- matisch grissen die Hände zu, wie von Maschinen ersaßt glilten! die Stücke von Tisch zu Tisch; ein ungeheurer, drohender, unsichtbarer Taktstock schien über allen zu schwiitgen Und alle Körper, alle Glieder in seine grausame, zeitsparende Melodie zu pressen. Die beiden kamen in den Schlerssaal, Früher hatte Harrison oft eine Weile bei Bob Killarneh gestanden und sich gefreut, wie dieser braune, blankäugige Irländer mit muskelseslen Armen seine Kachelstapcl griff und dem Staub und zermalmendem Lärm der Arbeit zu widerstehen schien. Heute saß Bob mit glanzlosen Augen, den Kops tiefer gebückt/ und während der Hammer nicdcrfuhr und die Glasnrsplitter flogen, schienen die Hände schon »ach neuem Material zu greisen. Er erwiderte den Gruß des Fabrikherrn nicht, schien ihn überhaupt nicht zu hören. Um ihn rasselten Stöße von Kacheln, die bald hoch aufschwollen, bald zu wenigen zusanrmensanken, Unermüdlich, mit schmerzhaft genauen Schläge», riß Bobs Hammer die Kanten entlang, Harrison wandte sich" wie in einem unangenehmen Gefühl ab. Am Abend stand er am Fenster seines Bureaus, als die Feierstunde psiss. Langsam, einzeln tropften die ersten Arbeiter aus dem Tor, dann folgte mit einem Schwall der ganze Strom, und hunderte wanderten dahin, mit gesenkten Köpfen, die Schultern nach vorn gezogen, stumm und schwer, eine müde Menge, aus der kein lautes Wort, kein fröhlicher Zuruf klang, — — Am nächsten Tage gab es einen kleinen Zwischenfall, An einer Flicsenvresse war ein Mann zusammengcbrochen, Die anderen, die früher so schnell bei der Hand waren, hatten, wie in dumpfer Erstarrung fest gekettet, sich nur langsam ausgerasst; und endlich lag der Kranke auf dem Bett in dor Ambulanz, wo der Fabrikarzt kopfschüttelnd um den Bewußtlosen herumging, „Ich weiß nicht," sagte er zu dem Werksührer, „krank ist e« nicht, wenigstens körperlich nicht! Scheint mir mehr ein nervöser Zusammenbruch zu sein, eine totale Erschöpfung, so 'ns Art Gehirnklaps!" Und er schüttelte wieder den Kops, In den folgenden Wochen brachen hier und da krästtge Männer zusammen, stürzten lautlos vor ihren Maschine» nieder oder zerstörten wie in einem Jrrsinnansall mit rasenden klirrenden Schlägen ihre ganze Arbeit, Tie andern schienen vor diesen Ausbrüchen zu erschrecken, ihre Kövse neigten sich Tiefer, die Hände arbeiteten rascher und automatisch klapperten die Werkzeuge, Mit harten kalte» Augen, aufrecht und unbewegt, ging Brockwith durch die Räume, Eines Morgens stand er vor dem Schleisrad, an dem Bost Killarney arbeitete, Brockwith sah eine Weile zu, dann nahm er die Uhr aus der Tasche und rührte den Arbeiter an die Schulter, Bob Killarney blickte zum ersten Male aus, aus seinen stumpfen Auge» zuckte etwas, er hob gerade den Hanrmer, Und als der Ingenieur sich zu ihm beugte, schwang Bobs rechter Arm weit aus, und die Faust mit dem stählernen Hammer suhr krachend aus den Schädel des Ingenieurs, Ein Schrei gellte, alles Zischen der Scheibe» und Heule» der Ventilatoren übertönend, und Brockivith stürzte schwer »n Boden, Bor der Schranke des Schwurgerichts in Tampa stand der beste Advokat der Stadt, ein schmales graubörttges Gelehrtcn- gejicht, in dem dunkle, kluge Äugen von liesem Verständnis und Weltwissen zeugten. . Vor ihm saß, ganz zusammengesunken, Bob Killarney zwischen zwer Sheriffs, Aus der andern Seite standen ein paar Männer, eine weinende Frau, und dahinter Kovi an Kops fast die ganze Einwohnerichast von Tampa, Der Advokat setzte sich das Barett aus und begann zu sprechen: „Ter sehr ehrenwerte Mr, Präsident hat mir das Wort erteilt, Tie AnUage behauptet, Bob Killarney habe den Mr, Brockivith, Ingenieur der Firma Harrison, vorsätzlich getötet. Meine Herren, ich will mich kurz fassen. Eines Tages kam Mr, Brockwith und „taylorte" die Arbeiter des Mr, Harrison, Wie das gemacht wird, hat Mr, Harrison selbst zu erklären die Güte gehabt. Aus den Leuten wird alle« Tenken und Fühlen ausgeschaltet, Brockwith machte Automaten aus ihnen, mit der Uhr in der Hand kontrollierte er die Bewegungen, die Gehirne der Arbeiter wurden nicht mehr gebraucht, dursten nicht mehr funktionieren: nur die Sehnen und Muskeln, Arme und Schultern ivurden beivcgt und benutzt. Hätte Brockivith ein Mittel gewußt, um den Arbeitern die Köpfe abznschneiden, ohne sie zu töten, er hätte es getan. Meine Herren, Sie wissen alle, dass nicht benutzte Organe verkümmern. Brockwith schaltete systematisch die Gehirne aus, und sie verkümmerten. Frau Killarney hat uns vorhin unter Tränen erzählt, wie ihr Mann sich verändert hat, seit er „ge- taylort" wurde, wie sie erschrak, als er von Tag 411 Tag stumpfer wurde, wie aus dem heiteren, liebevollen Gatten, dem sorgenden Vater ein gebrochenes Wesen wurde, das nicht mehr lachen und nicht mehr froh sein konnte, das stumpssinnic, atz und schlies und nichts menschliches mehr hatte. Nun, meine öerrejt, komme ich zum Hauptpunkt meiner Rede. Bivckwith hat die Arbeiter entmenscht, er hat Automaten aus ihnen gemacht, die sinnlos und vcrstandlos arbeitete», wie sein Witte, sein Verstand und seine Idee sie zwang. Sehen Sie, ineine Herren Geschworenen, eine Dampfmaschine an! Da fährt auch, wie ei» Arm, an sich sinnlos, die Pleuelstange einher, vom Damps getrieben, und nur in Bahnen gezwungen durch den überlegenen Willen des Technikers. Aber ein Fehler kann im Stahl liegen, tief verborgen, und eines Tages bricht eine Verschraubung, knickt. die eiserne, scheinbar so feste Pleuelstange ein, reiht sich aus der erzwungenen Bahn los und erschlägt den Techniker, der ahnungslos in der Näl>e stand. So war es auch mit Bob Killarney Sein Körper war eine. Maschine, sein Arm eine leblose Stange, aus Muskeln statt ans Eisen; und ein tief verborgener Fehler, der im System lag, jenseits allen menschlichen Ermessens, rih seinen Arni aus dem vorgeschriebenen Bahn und brachte solches Unglück über ihn. Das System, das ihn bewegte und zivang, das aus einem denkenden Menschen eine herzlose Maschine machte, hat Schuld, nicht er! Bob Killarney ist unschuldig, meine Herren, und ich bitte um seine Freisprechung!"--- Der Advokat hatte unter lautloser Stille geendet. Die Geschworene», zum groben Teil kleine Bürger von Tampa, gingen schwerfällig in das BeratungSzinimer, und als sie zurück- kamen, erklärte ihr Obmann im Namen der Geschworenen Bob Killarney für unschuldig , , , Vermischte». --- Exzentrische H e r r e n m 0 d e u. Der Ruhm und die Erfolge der Damenschneider, die in jüngster Zeit trotz oder wegen der gewagtesten und kühnsten neuen „Kreationen" das Heer ihrer schönen und folgsamen Anhängerinnen fortwährend wachsen sehen, raubt allgemach auch den Herrenschneidern ihre Ruhe. Die eng lischeu und die amerikanischen Schneider überbicten plötzlich die Herren von der Rue de la Paix an bizarren neuen Ideen, und der Dandy, der in der Borpostenlinie der neuesten Mode bleiben lvill, wird sich in diesem Jahre umtuu müssen, wenn er nicht plötzlich von dein ersten besten Snob überholt sein soll. Datz London >mi> Paris die geschlitzten Herrenbeinkleider lanzieren, ist schon bekannt geworden, die findigen Anierikaner sind mit bcu „durchbrochenen" Herrenwcslen gefolgt: nun enthüllt London seine Karten und spielt seinen höchsten Trumpf aus. Als Pionier wirkte einer der elegantesten Schauspieler der Thenisestadt: vor wenigen Tagen sah man ihn auf den Brettern ei,res sashionablen Theaters des Londoner Westends in einem Abendanzug erscheinen, der ln der Tat zeigt, daß es der Herrenmode an vielem kehlen mag, ganz gewiß aber nicht an Mut. Der Künstler erschien in eine»! Frack, dessen eleganter Schnitt und tadellose Linienführung de» rassiniertesten Kenner männlicher Abendkleidung entzücken mutzte: aber man rieb sich doch im ersten Augenblick zweifelnd die Augen Denn die Aufschläge des Fracks, die sonst, ob nun in matter oder glänzender Seide, doch stets dem ernsten Schwarz treu blieben, leuchteten hier in bunten Farbtönen, die ihren koloristischen llebermut trotz wohlabgewogencr Dämpfung nicht verleugncten. Und dem Aufschlag entsprachen in der Farbe die seidenen Aermelaufschlägc: das einemal sah man ein schüchtern, gleichsam innerlich leuchtendes, zum Schwarz hinüberspie- lendes, tiefes Dunkelblau, das andere Mal ein gedämpftes Violett. Also der Frack mit bunten Aufschlägen! Er wird es nicht leicht haben, populär zu werden, aber vielleicht kommt ihm doch die Karnevalszeit diesmal zu Hilfe, — Aber nicht genug danrft: des echten Dandys harren noch mehr große Erlebnisse, Der sogenannte Byron kragen ist ausgetaucht: jener Weiche, »vohl an die 15 cm breite weiße Umlegekragen, der seine ungestärkten iveichen Leineniuassen weit über den Kragen des Anzugs ergietzt und den Hals srcilaßl. Die Wiederaufnahme des Bvron- kragens ist im Grunde freilich nur die logische Konsequenz des breiten bereits über die Westenränder hinausgreifenden steifen Umlegekragens, den die amerikanischen Modeköurge im vergangenen Herbst lanzierten. Diegcn die jetzt in London vertretene „Neuheit" läßt sich sogar vom ästhetischen Standpunkt kaum etwas einwenden, denn diese Halstracht ist an sich ztveisellos hartnonisch und schön, nur wirkt sie in unserer Gegetttvart wie ein Frenchkörper und somit bizarr. Aber das ivürdc den Dandy vielleicht nicht stören, Und dazu kommt noch eins: nicht jedermann ivird sich diese breiten, ungestärkte» Lcinenkragen leisten können, denn gar schnell verlieren sie in der staubigen Und rußigen Großstadt ihre blütenwoitze Unschuld. Der Elegant wird also täglich seine fünf bis sechs dieser Byronkragen verbrauchen: und dazu haben ja nicht alle Männer täglich Zeit und Laune ... 8. kos. Wie heilen ansteckende R r a u k h c i t e u? Jedermann tveiß, daß ansteckende Krankheiten, Maseru, Scharlach, Tuberkulose, Typhus, ja auch die Cholera und Pest „von selbst" heilen können, ohne daß ein Arzt zur Heilung bcigetragen hat Also mutz sich der Körper selbst mit seinen eigenen Kräften und Mitteln geholfen liaben. Wie er das zustande bringt, darüber schreibt >t»s der bekannte Mediziner und beliebte Schriftsteller Dr. Dekker: Die Bakterien sind die Ursache, die „Erreger" der austecketlden Krankheiten. Gegen sic hat sich der Körper zu wehren: er läßt sie nicht hinein in das Innere, oder tuen» sie eingedrungen sind, wirst er sie fvieder hinaus (Htlsten, Niesen), Verschluckte Bakterien iverden im Magen- und Darmsast abgctötet oder schließlich, ohne datz sie Schaden anstisten, auf natürliche Weise wieder auSgeschieden, sogar die schlimiusten, tvie die Mordversuche des Giftmörders Hops mit Cholera und Typhusbazillen beweisen. Sind Bakterien in den Körper eingedrungen, daß sie in den Getveben und Organen von den Säften zehren und sich bakterienhast in die Millionen vermehren können, so sucht sie der Körper zu vernichten. Das Fieber ist ein solcher Versuch, durch Erhöhnug der Körperwärme dem Gesindel den Aufenthalt unbehaglich zn machen, es an Waclfstum und Vermehrung zu hitldern oder ivenigstens die Eiitwicklnng zu hemmeu. Entzüuduug ist ein anderer Versuch, mit Hilse der stets bereiten weißen Blutkörperchen die Bakterien zu vernichten. Tie Eitern u g ist ein heroisches Mittel, durch Opferung vonr eigenen Gewebe die Bakterien mitsamt der Eitermasse hinauszustoßen. Das gelingt aber nur, ivenn die Bakterien im Gewebe stecken, hier ans kleineren Herd abzugrenzcn und einznschließen sind. Wenn sie im Blutstrom kreisen, so sind sie nicht zu fassen. Hier können Entzündung und Eiterung nicht helfen. Dafür ersindet der Körper einen neuen genialen Kniff: er sondert Säfte ah, die die Bakterie,, klebrig machen. Und nun ereitl sie das Verhängnis. Sie kleben an einander zu zierlichen Rillen und derben Strähnen, ballen sich endlich zusammen zu dicken Klunipen, die schtverfällig im Blut weiter treiben, irgendwo im Adcrnctz stecken bleiben: und nun Ivird diese wehrlose Masse von deu fveitzen Blutkörperchen vollends vernichtet. So ivird der Körper bakteriensrer und -- gesundet von schwerer Krankheit. Sprachecke der Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. ^ H > lse oder Hiilke? Die aurtliche Rechtschreibung hat derTchreibweileHülse denGarcnisgemachi, und doch begegnet man ihr »och immer ivieder. Es gibt sogar Behörden und — Lehrer, die an? Unkenntnis oder ost auch an? Trotz »och immer Hülfe schreiben. Der Einheitlichkeit dient das gerade nicht, und darum sei auch hier einmal darani hmgenuese», daß es »ach den, aintlicheu Regelbuch nur Hille heißen dark; nur in Österreich, Bayern, Sachsen nnd einigen Kleinstaaten ist die ü-Form daneben noch zulässig. Er muß zugegeben werden, daß .sich im mündlichen Verkehr das ü wobl noch lange und an vielen Orlen halte» ivird, aber geschrieben Iverden darl cs in Preußen nicht mehr. Man kann beobachten, daß ein Geistlicher ans feiner neue» Bibel in einem Texte immer Hille liest, aber in der Predigt, wen» er frei spricht, nur und stets Hülse sagt. Wülfing. vüchertisch. — EingutesBuchzurKonsirmation, das für jeden jungen Mann, für jedes junge Mädchen seinen Wert für das ganze Leben behält, ist die von Kurt mm Weißenseld besorgte Neubearbeitung des berühmten Knigge-Buches „Uebcr den Umgang mit M e 11 s ch en ". Dieses altbewährte Lehrbuch der Menschenkenntnis und veredelnden Lebensführung stellt nun unter dem Titel „Der moderne Knigge" durch Erweiterung seines Inhalts einen Wegweiser für angenehme, aber sichere Umgangssormen dar, und gibt in seinen neuen Abschnitten „Der gute Ton des Augenblicks" und „Wie benehme ich mich in diesem 1111b jenem Falle?" eine Fülle von Beispielen ans dem Leben. Der vornehme ti, Rot- leinen mit Goldausdruck gebundene, aus echt Jndiapapier gedruckte Band kostet nur 2 Mk. Verlag von Wilhelm Möller. Oranienburg- Berlin. Rätsel. Tust in der Jugend du, wie dir die Erste sagt, Wohl nimmer dann in: Alter dich die Sorge plagt. Die Zweite nennt sein Eigen jeder holde Engel, Doch findest du sie auch bei einem losen Bengel. Wenn schließlich sich zur Zweiten „och ein ,d" gesellt, Entsteht daraus sogleich die größte Macht der Welt. Das Ganze — ohne „d" — schmeckt vrächtig, zart imd sein; Empsehlensivert dazu ist »Münchner" oder Wein. Auslösung in »rächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Eilelkeit ist ein schlimmes Kleid. Redaktion : K. N « u r a t h. — Rotalionrdruck und Verlag der Brühl'sche» Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Bietzen.