Ein Frühlingstraum. Roman von Fr. Lehne. Machdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Herr Doktor, ich weiß doch, loas ich mir zumuten kann, anl besten selbst/' sagte sie erregt. Dabei trafen sich ihre Augen mit denen Wolfs, die angstvoll aus sie gerichtet waren; sic nickte ihm beruhigend zn. Dem Arzt entging dieser Blicke- austausch nicht: er sah den zärtlichen Ausdruck ihres Gesichtes, Ivenn sic mit Wolf sprach und eine tiefe Traurigkeit bemächtigte sich seiner, sowie auch ein tiefer Groll. Das Mädchen war ihm so über alles teuer, daß er cs vor jedeni rauhen Luftzug behütet hätte, und nun sah er, das; zwischen ihr und dem Hcinptmann ein gar seltsames Einverständnis herrschte, das er sich gar nicht erklären konnte. Sollte sie --- „4öie Sie wollen," sagte er kühl, „ich habe es nur gut gemeint und sehe als Arzt auch scharfer!--Sie müssen selbst sagen, Herr Hauptmann," ivandtc er sich an diesen, „daß Schwester Konsuelo sehr angegriffen anssieht." „Ja, allerdings," sagte Wolf zögernd, „aber Hasso würde sie sehr vermissen; er hat sie lieb und ist an ihre Gegenwart gewöhnt; jedoch kann ich nichts sagen; der Schivester Gesundheit ist zn kostbar, als das; sie unnütz gefährdet werden sollte. Da treten Privatwünsche zurück!" Da öffnete sich die Tür, und Gabriele kam in einem eleganten Schlasrock herein, etwas bleich noch, aber sonst ganz wohl anssehend. „Guten Morgen, Herr Doktor," sagte sie, „Sic wundern sich, mich schon anfznsehen — ich ivollte Sie aber über-, raschen. Ich fühle mich fetzt wieder wohl, rind kann mich setzt wieder nietziem Kinde widmen!" „Das ist recht, gnädige Frau, lösen Sie Schwester Konsuelo ab, die der Ruhe und Erholung sehr bedarf," ent- gegnete der Arzt. Ella sah Marh prüfend an und bestätigte dessen Meinung. „Sie haben recht, Herr Doktor; Dnsso ist jetzt außer Gefahr —!" „Das ist er noch nicht," ivandte Marh ein. Scharf musterte Ella die Schwester. Sie wollte entschieden noch -bleiben, das war klar — sie wollte mit Wolf zusammen sein — nein, dcw durfte nicht sein — sie mußte fort. Ditz beiden hatten sich während ihrer llupäßlichkeit inehr als genug gesprochen; vielleicht tvarcn sie gar wieder einig miteinander, >oer tveiß, was vielleicht geschehen Ivar! Das alles ging blitzschnell durch ihre Gedanken. „Wenn aber Herr Doktor meint, das; Sie sich ruhen können?" sagte sie —- „aus keinen Fall dulde ich. liebste Schwester, daß Sie sich länger opfern. Ich fühle mich Ivohl genug, die Pflege meine« Kindes selbst wieder übernehmen zu können. Schonen Sie sich ein paar Tage; Sie sehen ja zn elend und angegriffen ans. Sollten Sic außer mir noch eine Pflegerin für nötig halten, Herr Doktor, dann sorgen Sie, bitte, dafür. Sie wissen ja besser Bescheid darin!" Das alles kam so liebenswürdig und teilnehmend aus ihrem Munde, daß keiner widersprechen konnte. Sie sah, wie eZ schmerzlich in Marys Gesicht zuckle, >vie Wolf sich ans die Lippen biß — und sie kostete ihren Triumph aus; die beiden sollten sich sogar in ihrer Gegenwart „Lebewohl" sagen; st« sollten gestraft werden! Sicher hatte diese Person mit dem unschuldigen Kindergesicht ihren Gatten wieder in ihr» Netze gezogen und hatte durch ihre raffinierte Koketterie ihn vielleicht dazu gebracht, daß er Frau und Kind um sie vergesse» konnte. „Sie sehen, Schwester, daß Frau von Wolssburg der gleichen Ansicht ist, wie ich. Also in zwei Stunden hole ich Sie ab. Ich muß erst Rücksprache mit Schwester Hanna nehmen, die gestern von Oberlehrer Türk zurückgekommen ist," sagte Doktor Kornelius herzlich, „ich habe ivtrklich Angst um Sie; Sie können sich ja kaum aufrecht erhalten! Sie hatten ja in deil letzten Wochen auch zu viel zn tun. DaU kann nicht so weiter gehen, wenn ich mir nicht selbst Vorwürfe mache» soll; da seien Sie diesmal vernünftig!" In der Tat, Mary war deni Umsinten nahe. Es war aber mehr als die körperliche Schwäche der Gedanke, den geliebten Mann, das Kind verlassen zn müssen, bas Kind, das sie so lieb gewonnen! Jedoch zwang sie sich zum Lächeln. „Es ist gut, Doktor, ich werde gehorsam sein und mich bereit halten." Doktor Kornelius verabschiedete sich und ging mit Wolf fort, der zum Dienst mußte, es aber möglich machen ivollte, Marh vor ihrem Weggehen noch zn sehen. Unterwegs sagte er mit leisem Vorwurf in der Stimme' „Hasso wird seine treue Pflegerin sehr entbehren; sie war so lieb zu ihm! Auch wir hatten die sanfte Schivester lieb gewonnen!" „Weil Sie es waren, .Herr Hanptmann, habe ich sie veranlaßt, Hasso zn pflegen. Wäre jemand anderes krank gewesen, hätte ich sic geschont und eine andere Schwester gewählt. Gerade Sic und Ihr Hasso sollten aber besonders beruhigt werden; sie ist eine wahre Perle — nun, Sie haben sie ja in den Tagen kennen gelernt; da brauche ich nichts zu Konsuelos Lob zu sagen. Mir ist es eine wahre Be« ruhigung, wenn ich sie an einem Krankenbette weiß." „Ja, Dottor, ich habe die Sünvestcr schätzen gelernt, und darum hätte ich sie gern »och für.Hasso behalten!" „Und gern hätte ich Konsuelo noch bei Ihnen gelassen; aber sie war am Ende ihrer Kräfte; nur ihr Wille hält sie noch aufrecht. Das Auge des Arztes sieht schärfer. Ihre Konstitution ist nicht die stärkste; sie hat sich überarbeitet, da sie unermüdlich ist — und eben, weil sie die beste Pflegerin ist, die wir haben, habe ich sie mit Dr. Hamannis' Bewilligung Ihnen zngewiesen. Wenn sie aber nun bei Ihnen znsammengebrochen wäre, was dann — V" „Ich bin Ihnen für die Teilnahme, die Sie mir e» iveisen, dankbar, lieber Doktor!" sagte Wolf, und einen forschenden Blick ans seinen Begleiter werfend, sagte er: „Sie scheinen sehr viel Interesse für die Schwester zu haben!" 126 — Ter Angeredeie kämpfte mit einer leichten Verlegenheit; sein hübsches Gesicht war sehr rot geworden. Mißtrauisch und mit Eifersucht im Herzen beobachtete ihn Mols' ihm war cS schon immer so vorgekomnien, als ob der junge Arzt Mary liebte ---und wie mochte sie sich wohl dazu; stellen? — Tenn das konnte ihr unmöglich verborgen geblieben sein! „Ja, Herr Hauptmann," sagte endlich Toktor Kornelius, „ja, ivenn Sie cs wissen wollen, Sie sprechen ja doch nicht darüber, ich habe Schwester Konsuelo lieb — mehr als ich sagen kann." „Ach, und weiß sie darum?" „Ja! Doch hat sie mir jene beglückende Hossnung, sie als mein Weib jm sehen, genommen. Ich habe sehr darunter gelitten. Muß man sie nicht lieb haben, wenn man sie sieht und kennt?" „Sie ist schön, Doktor, selten schön — ich glaube es Ihnen und — fühle es Ihnen nach. Und womit hat sie denn Ihre Weigerung begründet? Ten» ich kann mir nicht denken, lieber Kornelius, daß ein Mädchen Sie ohne triftigen Grund zurückweist!" „Man kann es kaum wiederholen! — Sie lväre nicht aut genug für mich — sie, die der Trost aller Kranken ist, in deren Pflege sie auch ausgeht!--Ich glaube, Herr Hauptmann, in ihrer Vergangenheit ist ettvas, woran sie krankt, vielleicht eine unglückliche Liebe — ich weiß es nicht! Etwas Schlechtes aber nicht, das kann nimmermehr sein — so etwas deutete sie aber an; man konnte es aus ihren Reden entnehmen! Vielleicht quält sie sich unnütz mit etwas. Bei Kollege Hamann ist sie lieb Kind, lvie eins Tochter des Hauses. Mir ist es jetzt schwer, sie zu sehen —i und doch kann ich ihren Anblick nicht entbehren!" „Es tut mir leid um Sie, lieber Doktor," sagte Wolf herzlich, „ich hätte Ihnen Glück gewünscht! Vielleicht kann es doch noch sein, haben Sie Geduld!" Traurig schüttelte Kornelius mit dem Kopf. „Nein, Herr Hauptmann, das ist ausgeschlossen! — Man muh eben entsagen lernen und tragen, was mau nicht ändern kann!" Und dann zwang er sich zu einem leichteren Ton —t „also in zwei Stunden bin ich wieder da und bringe Bescheid von Schwester Hanna; sehe ich Sie dann wieder, Herr.Hauptmann?"' „Hoffentlich kann ich es möglich machen," cutgegncte Wolf und reichte seinem Begleiter zum Abschied die Hand, da ihre Wege jetzt sich trennten. 7 . Die zwei Stunden waren um; Wolf hatte keine Ruhe mehr gehabt und e§ möglich gemacht, daß er schon wieder JM Haus war. Toktor Kornelius loar noch nicht da. Mechanisch hatte Mary ihre Sachen zusammengepackt; sie durfte picht an den Abschied denken, wenn ihr das Herz nicht schwer werden sollte. „Was tust du?" fragte Hasso, der sie beobachtet hatte. «Ich gehe jetzt fort, mein Kind, du bedarfst, meiner nicht mehr!" „Nein, du sollst bei mir blcibeit —und er sing ai« zu lvcinen. „Weine nicht, süßes Kind," beruhigte sie ihn, zärtlich sein Gesicht streichelnd. In diesem 'Augenblick traten die Eltern des Kindes ein. „Warum Iveint Hasso? Was ist mit ihm?" fragte Ella. „Die gute Tante soll nicht gehen; sic soll bei .Hasso bleiben," klagte der Knabe. „Warum baben Sie ihm gesagt, daß Sic fort wollen? DaS ivar nicht nölig," sagte Ella etwas scharf, „er soll sich doch nicht ansregen!" „Es würde ihn pipl mehr aufregen, ivenn er nachher ein fremdes Gesicht sieht und vergeblich dann nach mir rnst! Darum hielt ick, es für besser, daß er es lveiß und sich darein fügt," erwiderte Mary ruhig. Tann wandte sic sich wieder zu dem Kinde. „Nicht wahr, mein Liebling, du bist vernünftig und weinst nicht! Du mußt doch bald gesund werden; deine Ziegeiiböckckien warten schon lange auf dich! Denk mal, und Weihnachten ist auch bald; da darsst du doch nicht int Bett bleiben! Sielrst du, und ich bin auch krank — ich muß schlafen —" „Das kannst du auch hier; du sollst da bleiben," be- harrte er hartnäckig. „Nein, das geht nicht, mein Herzblatt, ich habe ja mein Bett nicht hier! Morgen aber komme ich wieder, zu sebeiy, ob du auch artig gewesen bist. Versprich mir —" „Kommst du auch bestimmt ivieder?" „Ja, mein Liebling, ganz bestimmt! Und nun behüt dich Gott, süßes Kind!" sagte sie mit halbersticktcr Stimme; sie wollte stark sein, konnte aber nicht verhindern, daß große Tränen aus ihren Augen tropften. Sic beugte sich nieder, Hasso zu küssen; er schlang seine Aermcheu fest um ihren Hals. „Aber wenn du ausgeschlafeu hast, kommst du ganz bestinmit Ivieder — morgen schon, da hast bu| doch ausgeschlafeu! Dann wird Hasso auch wieder gesund/c Schlveigcnd beobachteten Ella und Wols den Abschied der beiden; ihm war es unmöglich, ei» Wort zu sagen, so erregt war er. „Lächerliche Sentimentalität," murmelle Ella. Mary wollte das Herz brechen vor Weh; sic warf einertz letzten liebevollen Blick auf das Kind und eilte hinaus, ihre Tränen zu verbergen. Ella folgte ihr. „Kommen Sie,liebe Schwester, ich möchte uiich Ihnen doch erkenntlich zeigen; Sie haben so viele Mühe gehabt! — Bitte, setzen Sie sich; Toktor Kornelius ist ja noch nicht da," forderte sic Maryi auf, in ihrem Zimmer augekommen. Dann entnahm sie einem Schmuckkästchen ein kostbares goldenes Kreuz. „Hier Schwester, tragen Sie das zum Andenken; ich habe ein Kreuz gewählt — anderer Schmuck ist doch wohl bei Ihnen verpönt?" „O, Frau von Wolfsburg," wehrte Mary, „ich tat ja nichts, als meine Pflicht — 1 " „— — Ah, es ist gut, Schatz, daß du komnist," ri».f Ella ihrem Gatten zu, der eben ciutrat, „hilf mir, Fräulein — Schwester Konsuelo überreden, ein kleines Andenken von uns auzunehmen!" „Waum auch nicht, Schwester"?" sagte er, „Eie würden uns dadurch erfreuen!" „Das Kreuz ist ja viel zu kostbar für mich, Herr .Hauptmann! Wen» ich aber eine Bitte wagen darf, schenken Sie mir ein Bild von Hasso." Innig sah er sie an. Er nahm aus einem Album, das auf einem Tischchen lag, ein Bild des Knaben. „Du gestattest doch, Gabriele?" fragte er, Mary die Photographie gebend, die dieselbe in Empfang nahm. „Gewiß .gewiß, mein Schatz, wenn Fräulein Winters so viel Interesse für unser Kind hat!" lächelte sie, boshaft die Lippen verziehend und von einem zum ander» sehend. „Was schaut ihr mich so sprachlos an? Glauben Sie, Fräulein Winters, daß ich Sie, meine cidevant Putzmacherin, nicht wiedererkannt habe? 5>ch bewundere de» Mut, mit dem Sic in mein Haus gekommen sind! Vielleicht glaublen Sie, als barmherzige Schwester zerrissene frühere zarte Bande wieder anknüpfen zu können?" fragte sic hohnvoll, jedeK Wort scharf betonend. „Ich kam hierher, ein todkrankes Kind zu pflegen," stieß Mary halb erstickt hervor, „o, das habe ich nicht verdient —" »nd bitterlich schluchzend schlug sie die Hände vor das Gesicht. „Beruhigen Sie sich, Schwester Konsuelo, weinen Sie nicht," beschwichligte Wolf die Fassungslose, „Sie bedürfen keiner Rechtfertigung —" „Das ist ja reizend, köstlich," ries Ella, in ei» schrilles Lachen ausbrcchend, „mein Mann und seine frühere Geliebte —" „Augenblicklich schweigst du," herrschte sie Wols an, einen Blick tiefster Verachtung ans sie werfend, „Du bist ja nichtz bei Sinnen! - Schwester Konsuelo," wandte er sich an Mary, „ich kann nicht sagen, was Sie >nir in diesen Tagen gewesen sind ich danke Ihnen aus tiefstem Herzensgründe," er beugte sich nieder und führte ihre beiden Hände fast ehr- fnrchlsvoll an seine Lippen. „Wenn Herr Toktor Kornelius kommt, sagen Sie ihm, bitte, daß ich schon gegangen, und grüßen Sie Hasso recht! schön von mir," sagte Mary mit zitternder Stimme. Sie hatte ihre Erregung über den ihr angetanen Schimpf nieder- gekämpfl; stillschweigend legte sic das Kreuz, das ihr Gabriele ansgcdränqt hatte, auf den Tisch vor dieselbe und verließ grußlos das Zimmer. Wolf eilte ihr nach. (Fortsetzung tolgt ) 127 3m vogelrberg. «cu XX!. Cellarius. lFortsctzuug) Mein Kindcrland. ii . lieber Nacht war Schnee gefallen! Es schneite noch inunerzu. Und ich stand init meinem IIeinen Bruder am Fenster und sah zn, wie überall Gange irach Scheuern und Ställen geschaufelt wurden, und lvic der erste Schlitten — der mit Säcken beladene des Müllers — mit Kling, Klang über die Gasse fuhr. Mein Bruder >oar ein strammes Kerlchen, das auch hinaus durfte, wenn's kalt war. Ich aber wurde einer oft gestöorten Gesundheit halber ängstlich gehütet und meistens drinnen behalten. Infolgedessen habe ich von den Gewalten des Gebirgwintcrs in meiner trübsten Kindheit nur kennen gelenit, was sich davon bis in's Zimmer hinein geltend iriachte. Das Studium der Eislandschaften auf den Fensterscheiben bei Tag, oder wenn der Mond rötlich hindurch^ schien, war eine meiner Mutterfreuden. Aber dann gab es auch Tage mit einer so scharfe», durchdringenden Luftströmrmg, das> man die Stubcir nur erwärmen konnte, wenn man die Lädeft schloß und ivarme Decken innen vor die Fenster hängte. Das geschah dann auch am Tag, und wir führten hinter den gegen beit Winter errichteten Barrikaden ein Leben wie Höhlenmenschen. Ein Schrecken für alle Gebirgsbewohner, besonders für diejenigen, welche genötigt tvarcn, über Laitü zu gehen, war das Wüsterwetter, wobei unter tiefhängenden, schweren Wolken der vom Sturm gejagte Schnee alles einhüllte und alle Merkniale des Weges, der ohnedies meist nur aus einem schmalen, schwer einzuhaltenden Berg- psad bestand, vernnschte. Bei solchem Wetter verlor der Wanderer nur allzu leicht seine Richtung; und während er unter der vergeblichen Mühe, sich zurecht zu finden, in der Irre herumlies, wob der Schnee unablässig a!« dem Leichentuch, womit er die erstarrte Erde immer dichter bedeckte; womit er auch deir Verirrten decken würde, ivcnn dessen letzte Kraft erlahmte, ehe ihm Hilfe ward. Retten konnte ihn nur der Zufall oder der Gebrauch sein«- Stimme, wenn sie nicht ungehört in der Einöde verhallte! Unvergeßlich ist niir ein Winterabend geblieben, an welchem zu ungewohnter Stunde die einzige Glocke unseres Kirchleins geläutet wurde, während das Wüsterwetter mit aller Macht wütete. Tic Eltern öffneten ein Fenster und ipir hörten alle vom Bilstein her die Sttmmcn Berirrter durch die Nacht schallen, welchen Glocken- klänge und etliche Männer, die auszogen, nur sie zu stützen, falls ihre Kräfte versagen würden, Rettung brachten. Im Gebirge. Durchs Gebirge zog das Wusterlvetter, Mensch und Tier sucht Tckmtz vor seiner Macht! Horcli! Nun tönt des Dörsteins einz'ge Glocke Durch die stuimgepeilschte Nacht! Antwort gibt die eherne Zuitge Auf des Wand'rers Hilfeschrei, Und der Glocke stet' Geläute Ruft Bcrirrte von der Heide In des Dörsleins Schutz herbei. Während dieser unwirtlichsten Zeit des Jahres wurde der Verkehr zwischen Pfarrhaus und Gemeinde am meisten gepflegt; und wenn es auch damals weder Frauenvereine, noch Jngendver- einlgungcn und Fainilienabende gab, so kamen doch hier und da Frauen mit ihrer Arbeit; dem Spinnrad oder dem Strickzeug, am Abend zur Mutter, und sie hat diese Besuche auch erwidert. Tlc^ schon erwähnte Bürgermeister und der Altbürgermeister — beides kluge, ehrenwerte Männer — besuchten den Pater, und auch der Borsänger kam zutraulich anr Winterabend zu uns und zwar nie, ohne sein Spinnrad mitzubringen, denn in Busenborn hatte sich noch die gute Sitte erhalten, daß auch Männer spannen, während es nicht üblich war, daß sie strickten, wie es im Hinterland geschah. Nach Sturm und Umvetter gab cs oft klare, schöne Wintertage, die meine Eltern zu Besuchen bei benachbarten Pfarrsamilien oder zu einem Gange nach dcni Städtchen benützten, ivo sie ebenfalls Freunde besuchten und daneben ihre Einkäufe nrachten. Ter (Niug über den hartgefrorenen Schnee am sonnigen Mittag, das Zusammensein mit guten Freunden, und die Heimkehr bei Moiib- fchein oder unter funkelndem Sternenhimmel waren die Genüsse, die der Winter den Ellern bol; nicht zu vergessen die Besuche, von welchen sie im eigenen Heim überrascht wurden. Wer noch nie in weltfernen Landstrichen gelebt hat, ahnt Iiicht, was dort ein Besuch Menschen wert sein kann, die sich fern von jeder Anregung, deren die Städte eine lkebcrfülle bieten, nach einer Aussprache mit auf gleicher Bildungsstufe stehenden Menschen sehnen. Und doch will mir's scheinen, als ob das Leben in weniges bevöllerten Erdstrichen ein menschenwürdigeres, die Persönlichkeit vcrtiescnderes lväre, als! das Herdcndasein unter großen Massen. Wenn ich in großen Industriezentren am Feierabend das schwarze Gcwinrincl von Arbeitern — das lebhaft an einen ausgcstürteir Ameisenhaufen erinnert — sich nach allen Richtungen hin ergießen sehe, könnte ich vergessen, daß ich Menschen vor mir habe, von welchen jeder eine Persönlichkeit darstellt, die ihr eigenes Leben lebt Hub ihre zn Gott erschossene Schle hak. I» drrn Treiben bet Großstadt gehe ich gleichgültig an den brandenden Meuschentvellen vorüber Und fühle mich so allein, wie in der ticistien Einsamkeitl. Sobald ich aber in eine stille, entlegene Gegend — z. B. in mciw heimatliches Gebirge — komme, achte ich auf alle Menschen, die mir begegnen, und fange gern ein Gespräch mit ihnen an, einerlei, ob cs Holzhacker, Feldarbcitcr oder Touristen sind, und habe danebeir das erhebende Bewußtsein, daß auch an mir niemand so gleichgültig; vorbeigcht, als ob ich Lust lväre. Ein schlimmer Gast, der sich bis zu meinem vollendeten fünften Lebensjahre alllvintcrlich bei mir einstellte, war das Brustsieber. Wenn ich daran erkrankt lvar, kam ein von mir sehr gefürchteten Mann aus dem Städtchen. Me gut kann ich ihn mir noch vor^ stellen: den großen, lveißhaarigen Herrn im lairgen Pelzmantel! mit dem frischen Geisicht und der goldenen Brille aus der Nase. Er beugte sich über incin Betlchen, machte sich an nieiner Brust etwas zu schaffen, und plötzlich fühlte ich heftige Stiche, so daß ich laut; schreien mußte, und bald nachher schwamm nieine Brust im Blut. Diese bts in die Zeit meines ersten dämmernden Bewußtseins! hineinleuchtenden unangeirehmen Erinnerungen hat mir die Mutter später gedeutet, und ich glaube nicht irre zn gehen mit meiner Behauptung, daß meine damalige Kränklichkeit wesentlich. das Produkt der Behandlung war, welcher ich nach den medizinischen Gr!-> kenntnissen jener Zeit unterworfen wurde. Nachdem meine Eltern ihr ältestes, blühendes Kind ail de« Halsbräune verloren hatten, lparen sie init mir, einem zu früh geborenen, in den ersten Lebensjahren schwächlichen Kinde sehr ängstlich. Sobald ich zn fiebern anftng, wurde der Arzt gerufen, der mir dann immer Blutegel an setzte'. Bei einem sehr heftigen Ficberansall sagte er zu nieiner Muttier, nachdem «r die Bluh- sauger entfernt batte: „So, nun lassen Sie die Wunden nach« bluten, bis das Kind ohninächtig wird." Meine Mutter entacgnetez „Das nehme ich nicht auf mich, Herr Doktor: dann müssen Sie bei »ns übernachten — ", wozu er sich auch verstand. Daß nach solchen übermäßigen Bkutentziehiingen meiir Lebens- lichtlein immer wieder auigeslamnit ist und die Kraft behalten hat» niir bis ins neue Jahrhundert zu leuchten, zeugt von mviirer iw Grunde doch kräftigen Konstttution. In recht angenehmer Erinnerung stehen mir die Zetten de« Rekonvaleszenz, besonders die, während welcher meine Großmutter — eine damals erst in den vierziger Jahren stehende Frau, dis wunderschön singen und Klavier spielen konnte — bei uits zun< Besuch war, und sich meiner Unterhaltung widmete. Sie verstand cs, nettes Spielzeug aus Papier, Pappdeckel oder Karton berzut- stellen, und ich sehe mich noch auf dem Sofa liegen uttid Init bewundernden Blicken der Entstehung desselben znschanen; demr nichts ist interessanter, als etwas Gestatt gewinnen zu sehen. Nachdem ich auch während meines letzte» schulfreie» Winters krankheitshalber meistens eingesessen hatte, so daß ich im Frühjahr — wie gewöhnlich — das Gehe» ans den holperigen Dorsgasseir, gesühri von gefälligen Schulwädchcn, wieder lernen mußte, riet dev Arzt, man solle uiich deii nächsten Winter in einem etwas milderen Klima zubringen lassen, und das war ein Hüter Ratl. An die Riviera konnten mich zwar Meine Eltern nicht schicken, wohl aber in eine nicht weit von Darmstadt gelegene Kleinstadt, wo ein Bruder niemes Vaters und seine junge Frau sich bereit erklärt hatten, mich auszunehmeii. Dorthin siedelte ich im Sep- teinber über und erhielt durch die im Gatten an Spalieren hängenden durchsichtigen Trauben — von welchen ich jedenfalls auch zn kosten bekam — den Eindruck von einer Gegend, die sich angenehm vom Vogelsberg unterschied, wo um diese Zeit nur Schlehen reiften. Während der nun folgenden Zeit widmete sich eine bei d«nl Verwandten lebende Schwester meines Vaters — mit der bekannten hingebenden Treue lediger Tanten — meiner persönlichen Pslege, hei ivelcher ich mich so wohl befand, daß ich immer ausgehen und besonders auch die ABC-Schule sowie die Strickschnle besuchen konnte. Wenn der .Winter in dieser milderen Gegend nicht so grimmig auftrat, lvie in meiner Heimat, so sah ich rhu doch auch hier in der mir vertrauten Gestalt; im weißen, mit blitzenden Sternlein besäten Mantel erscheinen, denn damals gab es auch südlich vom Main noch ordentlich« Schneewinter. Zwischen Weihnachten und Neujahr, als allgemein Schlitten gefahren wurde, kamen eines Tages zwei Knab«», die Söhne einer bekannten Familie, mit ihrem Handschlitten, um mich zniw Spielen mit ihrem jüngeren Schwesterlein abzuhole». Bei ihrer tollen Fahrt verloren sie mich zwar bald, ohne es z» merken, im Schnee, aber ich rasste mich ans und gelangte ans meinen eigenen Füßsn ans Ziel. Dort sah ich unter einem hohen Weihnachtsbaum zmn erstttr Male in meinem Leben einen Ausbau mit einer »rippe und allerlei landschaftlicher Staffage, der den größten Teil des Zimmers eiit- nahm und mir schön wie ein Weihnachlstraum erschien. Alle Leute in dem Städtchen ivaren fteundlich mit mir. Nur eins verdroß mich. Einige derselben, besonders ein Freilich meine« Berwandlen, liebten es, den Vogclsberg und mein tzeimatdörflein herabzusetzen. „Der rauhc^ häßliche Vogelsberg," so hieß es, „in dem man das Obst zwei Sommer lang hinaushängen muß, bis es reif wird!" Solche Reden brachten uiich sehr in Harnisch, und ich hohe meine Heimat mit allen Mitteln der Bttedsamkeit, die einer Sechsjährigen zn Gebote stehen, verteidigt. Auch das Osterfest verlebte ich »och mit den liebe» Vettvandten und pslücktc am Rande der Chaussee, aus welcher ich mit ihnen, spazieren ging, die ersten Fruhlingsblümchen. Berge gab es hier 118 nichi sondern nur einen Sandbugel — er ist spater abgetragen worden —, der nrit Unrecht den Namen „Berg" führte. Bald nach dem Osterfest fmu meine Mutter, um mich beim* zuholen. Die Eiscnbakii konnten wir nur aus der kurzen Strecke von Darmstadt nach Frankfurt benuden. und die Fahrt damit ist meinem Gedächtnis entschwunden. Aber dunkel sieben ei» Fubr- mannilbof »nd ein altes Haus in Frankfurt — wo wir ans die Abfahrt der Familienwagcns warteten — noch vor meiner Seele. Dann eine «udlo» lange Fahrt, die sich bis in die Nacht iknd irt meine Traume ausdehnte--daun nichts mehr--bis zu dcni Augenblick, wo ick vor Busenboni, von Schotten koinnieud, am Beginn des hinter den ersten Häusern der oberen Gasse hcrzielieudcn WieseugeländeS — nach achtmonatlicher Abwesenheit — unser Haus wieder erblickte. Da habe ich mich, anher mir vor Freude, ins Gras geworfen und fast die Heimaterde geküsst. Wie mir die Mutter später gesagt hat. Nach dieser Zeit verlebte ick, noch z>vei Winter bei den Gros. - clter» und nur noch einen in Brisenborn. ehe der Vater versetzt »nurde. Aber von meinem siebenten Jahre an konnte ick oll« Wintcrsreuden in Eis und Schnee mitmachcn, vhne kraul zu toerden. Das Dekret, das mein Batcr im Spätherbst 1858 erhielt, sübrto unL nach einem klimatisch etwas günstiger gelegenen Dorfe des* selben Gebigres. Wir hatten nicht weit zu ziehen. Dort wurde der Vater wenigstens das anstrengende Doppelamt los und genost dabei eine erwünschte, wenn auch nickt allzu reichlich bemessene pekuniäre Ausbesserung. Wenn die Eltern nicht die größte Sparsamkeit hätten walten lassen, wenn sie nickt verstanden hätten, aus der Landwirtschaft etwas heranszuschlage», um welche sich namentlich die Mutter rastlos mühte, hätten wir weder auf der einen nock aus der anderen Stelle besteben können. Das Gebalt rneines Vaters tvar also ein sehr fragwürdiges. Wenn es in Busenborn auf dreifache Art hatte verdient werden müssen: durch das Pfarramt, das Schulebalteiv und den Betrieb der Landwirtschaft, so hier immerhin noch auf zwiefache, denn auch am neuen Wohnort war rin Psarrgut zu be- tvirtschasten, und zwar ein größeres als in Bufenborn. Den Verlust bei allenfallsigem Mißwachs und Viehstcrben hatten die Eltern dann noch obendrein zu trage». Ihr Wunsch nach einer Verbesserung und die Notwendigkeit derselben schlossen nickt aus, daß ihnen das Scheiden von der gutgeartete» kleinen Gemeinde, die sic verließen, nahe ging, und das war gegenseitig. Einige Wochen nach unserem Ilmzug kam eine Deputation von Busenborn, um meinem Vater als Andenken eine Vilderbibel feierlich zu überreichen. An der Spitze derselbe» stand der Bürgermeister, der in einer Ansprache deni Dank der Gemeinde für alles, >vaS mein Vater und meine Mutter ihr während langer Jahre gewesen waren. Worte lieh. Es hat einen tiefen Eindruck aus mich geiuackt, daß ihm dabei Tränen in dir Augen traten, und die Stimme nickt reckt geborcken wollte. Auch ich habe mit tiefe», Gefühl Abschied von den kleinen Mädchen genommen, mit welchen rch ineine stinderfreuden geteilt hatte, und auch das war gegenseitig gewesen. Die Zuneigung, die sie mir einst geschenkt haben, hat dem Lauf der Zeiten Stand gehalten, denn die Bogelsberger und Bogelshergerinnen sind fest und treu: und in diesem Sinne möchte auch ich mich, so lange ich lebe, mit Stolz eine Vogclsbergerin nennen dürfen.-- Wenn die Erinnerung mein »ändert and vor mir aussteigen läßt, steht auch das anmutig gelegene Gebirgsdörfchen Busenborrr vor meiner Seele, wo ich mein erstes Jahrzehnt — das einzig« im Menschenleben, das ganz der Kindheit angehürt — beschlossen habe. Nach wenigen im neuen Wohnort verlebten Jahren versank allmählich, aber unaufhaltsam, im Strom der Zeiten mein Kinderl an d. ^Fortsetzung folgt.) vermischte». • Sprachliche S a ch i e n g n » g « r. Die Tachseugängerei, das jährlich sich wiederholende Aicktreten gewaltiacr Schwär,ne slawischer Lnndarbeuer im Teulseheu Neich, ist zweckellos eine im» erfreuliche Erscheinung: Ne schuiäler» de,, Landeoknidc » das Brot, sie schädige» deuische Sitte und Sittlichkeit und sie slärteu die Feinde des Deutschtums durch Anlegen der erivorbeue» Milli »e» (II in poluiicheu Banke». Di« sprachliche» Savicn.iängec ko,»nie» nun lreilicb feiten wie jene aus dein Oste», umso,»ehr dagegen a»S dem Westen, und schon seit Jahrhunderten. Gewiß sind viele von ihnen längst geslorve» swcr ivrüche wohl heute noch, wie vor hnndert Jahren, von Apprehenston, Snrto»,, Temolselle, Acleiiis, polierten Völker» »nd dcrgl >, aber die, wie cs ickieint, unanSrottbarc Vcrliebiheit der Tcnhchen in diese volks're>»den Einivandcrrr zieht a»ch heute „och jahraus jahrein »cue Schare» ins Land. Französische Sachsengänger werde» natürlich weiter nach Gebühr geschätzt, de»» .lrauzgstich' dedentet in», einmal Je!» ;* aber seit wenigen Jahrzehnten zieht »ran doch die englischen vor und wer Eindruck machen will <»ud wer wollte da? »ict'I l ?■. der benutzt diele, oder besser „och beide Arte» »ach Uralten. Sie st»d auch gar zu gefällig' Diener, viel adretter und geiilalcr, viel »ichr ce und lackionable als ihre groben deulichen Genossen. Gewi«: sie drängen so innnches dentscheKein- »vort in den Winkel oder blasen im» gar das Lebenslicht au»: st» verderben deutsche Sprache und Art, machen nur dem KöntgS- mantol ein Narrenkleid, aber was schadet das? Wenn sie dann freilich in ihre Heimat zur ickkehren nud dorl berichten von ihrer Anlnahme im deutschen Lande und die Frenidcn verivundert den Kopl schütteln, ist das auch noch hannlo» und gleichgültig k Oder ivird dadurch nicht viclinehr der deutsche Name in der Welt geschändet, deutscher Wesen den, Gespött und der Verachtung preis- gegeben ? Wir sage» hier wahrlich kein Wort zuviel — man höre nur unter den zahlreichen Urteilen des AuslanveS dieses einzige deS lranzöstschen Schriststeller» Pierre de Vrsmonlval, da§ in seiner schlichten Vornehmheit doppelte Beachtnng verdient: .Wenn man diele erstaunliche Menge von Wörtern, Ausdrücken, kurze» Redens arte» ansieht, welche sie ans der lranzöstschen Sprache erborgt habe», uni die astgcmclnste» und »uenthrhrlickuien Tinge deo Lebens anSzudrücken, iver sollte da nicht die Deutschen für ein wildeS Volk Amerika« halten, welche-, der enilnchstcn Vorstellungen crinnigelnb, diese feit einigen Jahren mit de» eiitsprecheiiden Ausdrücken von de» Franzosen erhalte» hätte?" Wollen wir »ns die Achtung der Well erobern, ans die wir durch unsere Leistungen Anspruch haben, so gibt eS dazu nur ein Mittel, das aber unfehlbar Hilst: ganz zu fein, ivaS wir find Tie ArbcstSkräste miferer eigenen Sprach« sind mehr als ausreichend: hinaus also mit den fremden Schädlingen aus miserni Landet N. Pallcskc (LandcShnt i. Schl.). * Futuristische M u s ik. Der futuristische Kapellmeister, »u dem Cellisten, der sich beschwert: „Ist den» irgend etwas nickt richtig?" — „Der Paukenschläger hat mir nieinc Noten genoinnien; nun spielt er nach ihnen und ick mußte nach seine» spielen." —> — Der Kapellmeister, bernbigi: „Ach, ick dachte schon, irgend ciivas sei nickt in Ordnung." * Ei» Wink für Schuldner. „Hat Ihnen eigentlich der Owens die l(> Dollar znrnckbezahlt. die Sie ihm vor einem Jahre liehen?" — „Aber gewiß, er pumpte bei mir vorige Woche 25 Dollar und ließ sich mir 15 auszablen." vüchertisch. — „Dcutschlau d", Illustrierte Zeitschrift für H c i m a t k u n d c u ii d H c i m a t l i e b e. Inhalt der Nummer 2 .914: Bilder aus Alt Berlin, von Helene v. Ndlcrslng. Die Verkehrsmittel der Menschlieit, von l>r. K. Sckrebcr. DaS Ge spenst im Walde, von Adolf Holst. Eppstein ini Taunus, von Kunstmaler I. Gluckert. Der Philosoph, Gedicht von Wilhclni Busch. Der Karneval in Köln, vo» Jos. Viuc. Gr,mau. Der lustige Ehemann, Gedicht. Die Halbinsel Fischland-Darß Zingst und die Ostscesturmfliitcii, von I>r. W. Gerviug. Die LandeSbant der Nheinprovinz. Kreuz und guer durch Stadt und Land. Der Kuchen, der Pfirsich und das Mädchen, von Otto Ernst. — Außerdem reicher unterhaltender und wirtschaftlicher Teil. — Grrebens Reiseführer, Band 100: R o in n » d ll m g c b u ii g. 4. Auslage. Mit 7 Karten und 9 Grundrissen. (Mk 4.—.) Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. In der Sammlung G r i e l> e n s Reiseführer ist soeben eine neue, durchgcsehcne Auslage des Führers „Rom und Umgebung" erschienen. Ais praktische Neuerung fällt zunächst das handliche Format des Buches aus, das durch die Verwendung von Dünndruckpapier erreicht ist: die Deutlichkeit des Druckes hat nickt darunter gelitten. Inhaltlich zeigt der Führer alle Vorzüge dieser bekannten Reiseführer-Sammlung. An einen allgemein gehaltenen Teil über: Reisezeit, Klima. Reisekosten nsw. schließen sich ausführliche Abschnitte an über: Unierkunst und Verwiegung. Ber kehröwesen, ivissenswerlc Adressen nsw. Eine kurze Ueberiicht der Entwicklung Roms bereuet aus die zahlreichen Kunststätten der „einigen Stadt" vor. Geschickt angeordnete Rundgäng: durch die Stadt und vor den Toren Roms sichren zu allen Sehenswürdigkeiten, die von einem lunstvecständigen Bearbeiter in ausgie- lngcr Weise bebandett sind. Mit Ausflügen ins Albaner- und Sabincrgcbirgc schließt das Buch. Leiterrätsel. Tie Buchstaben »aunn e e I, i i i kl mninniirsstu sind in die Felder nebeu- sleheuder Lcitcrstaiir derart riiizutrageu, daß die Sprossen derselben, von oben augesaugeu folgendes ergeben 1. Religiöses Lied. 2 . Stadl in Belgien. 3. Lehrt uns, was wir tun sollen. Tic beiden Seitcubalkeu der Leiter solle», von oben nach »inten gelesen, die Namen ziveier Länder ergeben, Auflösung i» nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Z a u a e. Zunge Redaktion: tk. N«u r a t h. — Notalionsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universität4-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»