Ein Frühlingstraum. Roman von Fr. Lehne. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Wer sagt, daß ich aus Glück verzichten will?" entgegn nete sie mit sanftein Lächeln, „ich bin glücklich in meinem Berufe, wenn —" „Ach, das ist sa alles Unsinn und schöne Phrase! Das einzig wahre richtige Glück findet man nur in der Ehe und lernt cs da kennen, vorausgesetzt, daß man auch den gliche tigen bekommen hat! Sehen Sie meinen Alten und mich au — wenn wir uns auch öfters zanken, verstehen wir uns doch Und sind unI von Herzen gut! Wir sind eben beide ein bißchen hitzig — na. Sie wissen es ja selbst! — Wer wie könn-§ ten Sie cs haben! lieberlegen Sie es sich richtig! Wfred Kornelius ist ein liebenswerter Mann, dabei vermögend —i hübsch — angesehen —" Das weiß ich alles, Liebste, er ist so gut und sympathisch, und ich habe ihn auch als Freund lieb —, seine Frau kann ich aber doch nie werden!" „—• Und warum nicht? Dann sind Sie wohl gar — ?" Sic vollendete aber nicht, da sie selbst über das, was sie sagen wollte, erschrocken twir. Marn küchelte etwas. „Vollenden Sic ruhig: ich weiß, was Sie sagen tvoUen! Nein, nein, ich bin keine Frau, lveder eine davongclausene, noch eine geschiedene — von der Seite ist also kein Hindernis da." „Run ja, das würde meine Freundin auch geschrieben haben — aber —" Mary schlang ihren Arm um die kleine rundliche Frau. „Rein, nein, ich bin nichts Abenteuerliches, sonst hätte mich Ihre hochherzige Freundin, Frau Doktor Walter, gar nicht bei sich ausgenommen und daun hierher geschickt! — Ich war nur ein armes freudloses Mädchen, das jetzt einzig im Dienst der christlichen Liebe ihren Lebensberuf sieht — nach einer bitteren trüben Erfahrung, die alle Herzens- sreudigkcit und Lebenslust vernichtet hat! Das ist alles. Liebste! Und nicht wahr, nun dringen Sic nicht weiter in mich, wenn Sic mir die Zufluchtsstätte hier bei Ihnen nicht rauben wollen. Spater vielleicht erzähle ich Ihnen alles: jetzt kann ich noch nicht! Habe» Sie Geduld mit mir! — Ich bin Ihnen ja so dankbar. Liebste, Teuerste, und es tut mir leid, gegen Ihren Willen zu handeln! Doch glauben Sie mir, ich kann nicht anders! Dr. Kornelius ist mir viel zu lieb, als daß ich ihn unglücklich machen sollte — er muß eine Frau haben, die ihm ein ganzes volles Herz entgegenbringt — und das kann ich nicht mehr — mein Herz ist tot!" „Aber Ihre Kranken, Konsuelo, die für Ihre Güte schwärmen —" „Das ist auch etivas anderes! Das ist unendliches Mitleid mit dem Elend anderer! Würde Alfred Kornelius mit Mitleid sich begnügen? Nein! Er will mehr — und das kann ich nicht geben!" „Ich bekenne mich überwunden, Konsuelo! Manch eine hätte trotzdem zugcgrisfen, ohne sich zu besinnen — schon wegen der guten Versorgung — aber so sind Sie ja nicht! Es tut mir ja furchtbar leid, auf meinen Lieblingswunsch verzichten zu müsserr, euch beide als Mann und Frau zu. sehen!" — und in einen anderen leichteren Ton übergehend — „na, nun Null ich mal sehen, was Line der-, weilen angerichtet hat — wird eine nette Bescherung sein! —' — Aber nach Tische, Kindchen, legen Sie sich nieder und schlafen noch tüchtig, damit Sic ordentlich Kraft für die nächsten Tage haben. Sie Dickkopf!" Und zärtlich küßte sie das Mädchen auf die Wangen, ehe sie nach der Küche ging. — Mary aber kniete in heißem Flehen nieder, lieber ihr weißes Gesicht tropften große Tränen. „Lieber Gott, gib mir Kraft für die kommenden Tage, wenn ich ihn Wiedersehen werde! ^Stehe mir bei, und rette sein Kind!" 5 . Pünktlich nach seiner Sprechstunde stellte sich Dr. Kornelius ein. Mary hatte schon alles zurecht gelegt, was sie nötig hatte, und so konnten sie sich ohne längeres Verweilen auf den Weg machen. Anfangs herrschte ein peinliches Schweigen zwischen beiden; der junge Arzt konnte die Abweisung am Vormittag nicht vergessen; aber Mary war so lieb und herzlich, nin ihre Weigerung abzubitten, gut zu machen — sie brachte ihn durch geschickte Fragen auS seiner Beklommenheit. — Je näher sie dem Hause kamen, welches Hauptmann Wolfsburg bewohnte, desto heftiger schlug ihr Herz. Wenn sie ihn nur nicht sofort sah — das Begegnen mit seiner Frau wollte sie gern überstehen r—i dazu fühlte sie Mut und Kraft genug — aber er — wenn sie wieder in seine dunklen Augen blicken sollte, sein« tönende Stimme wieder an ihr Ohr schlug — sollte das nicht zu viel sein? Aber sie wappnete sich mit der ganzen Selbstbeherrschung, die ihr Berus erforderte — dann würde sie auch das überstehen! — „Frau von Wolfsburg ist eine schöne elegante Frau," bemerkte ihr Begleiter, „mir ist sie aber nicht besonders sympathisch; sie ist sehr launenhaft und oberflächlich: ich glaube nicht, daß der Hanptmann glücklich an ihrer Seite ist! — Sie sehen mich verwundert an, Schwester, und denken gewiß, der Kornelius ist eine richtige alte Klatschbase; wozu sagt er das alles! — Aber sehen Sie, ich habe Gelegenheit, öfters mit Hauptmann Wolfsburg zusammenzukommen und ich schätze ihn als einen der besten, edelsten Männer, die ich kenne — und ich nicht allein habe die Meiichng, auch Dr. Hamann und viele andere. — Daher auch das Interesse für seine Familie! — Ah, wie ich sehe, sind wir jetzt angelangt!" Wenige Minuten später standen der Arzt und die Pflegerin im Krankenzimmer. Gabriele saß am Bett; sie erhob sich schnell, als die beiden eintraten. „Gut, daß Sie da sind, HO Doktor!" klagte sie, „ich weiß mir kaum zu Helsen. Hasso kennt mich in seinen Fieberphantasien nicht; ich vermag ihn kaum im Bett zu Hallen; Fräulein kann mir auch nichts nützen." Der Arzt trat an das Lager des Kindes; vorher jagte er noch schnell vorstellend: „Hier gnädige Frau, die versprochene Hilfe, Schwester Konsuelo. Ihr können sie unbedingt alles überlassen." Gleichgültig neigte Gabriele das Haupt, aber als der Lichtschein her verschleierten Lampe aus das Gesicht der Schwester fiel, lvurde sie fast starr vor Staunen! Dies Gesicht kannte sie doch — > diese Züge hatten sich ihrem Gedächtnis so scharf eingeprägt, daß sie sie unter Tausenden sofort erkannt hätte! so konnte sich die Natur nicht wiederholen — so täuschende Aehnlichkeit gab es nicht — das mußte sie sein — sie selbst *— Mary Winters, ihres Gatten frühere Geliebte — indessen, wie kam diese in die Tracht einer barmherzigen Schwester? Jedoch die vollendete Weltdame wußte sich zu beherrschen und ihr Erstaunen geschickt zu verbergen — kaum eine halbe Minute hatte diese Verwunderung Herrschaft über sie gehabt; sie faßte sich, und mit großer Liebenswürdigkeit, aber doch fremd, sagte sie: „Gut, daß Sie gekommen sind, Schwester — wir haben schwere Stunden durchlebt — o, und die letzte Nacht, kein Auge habe ich zugetan — wenn nur mein süßes Kind wieder gesund wird!" „Was in meinen Kräften steht, gnädige Frau, Sie unterstützen, soll geschehen," antwortete Schwester Kon- nelo mit ihrer sanften süße» Stimme. Gabriele lauschte den Worten; o, jetzt tvar kein Zweifel mehr möglich; diese Stimme konnte nur Mary Winters e en! Seltsame Fügung! Triuniphierend blitzte es in Augen aus — jetzt war Gelegenheit, sich an ihrcni .Äatten zu rächen und ihm die Demütigungen alle heimzuzahlen! In ihrer Gegenwart sollte das Wiedersehen der beiden stattfinden; dann wollte sie sich an seiner Bestürzung weiden, die Geliebte hier und in diesem Gewände zu sehen, und an seiner Qual wollte sie fich freuen, mit jenem Mädchen in ihrer — Ellas — Gegenwart täglich Heisaminen zu sein! Vergessen war augenblicklich das kranke Kind — alles — nur dieser eine Gedanke beherrschte jsie. Ihr Plan Ivar fertig — Mary sollte, durfte nicht ahnen, daß sie erkannt war — mein Gott, das Gesicht einer Putzmacherin prägt sich nicht so scharf ein, daß man es nach o und so viel Jahren wiedererkennt! — Deshalb sprach ie auch unbefangen wie zu einer ganz fremden Person zu >ieser, daß Mary der Gedanke kam, daß hei ihrer öekannten Oberflächlichkeit Ella sie gar nicht wiedererkannt habe! Sie hatte auch gar nicht Zeit, lange darüber nachzudenken, da das Kind ihre ganze Sorgfalt in Anspruch nahm. Der Arzt hatte sie zu sich gerufen und erteilte ihr mit leiser Stimme Verhaltungsmaßregeln. — „Sie wissen ja selbst, was zu tu» ist, Schwester," schloß er — „heute abend komme ich noch einmal; wir müssen den kleinen Kerl durch- ortnaen, wenn es auch sehr bedenklich steht." lind zu Gabriele, die ihn nach der Tür begleitete, „haben Sie Ver-> trauen, gnädige Frau! — Und so lange diese da an einem Bette pflegt, habe ich selbst im schwersten Fall die Hoffnung nie verloren! Eine lvahre Perle für uns Aerzte ist Schwester Konsuelo, ein liebes Geschöpf!" „Ich habe noch nie von ihr gehört, Doktor! Sie ist wohl noch ntcht lange hier?" „Nein, erst seit August! Sie kam von D. vom Kinderhospital, ist eine freiwillige Pflegerin!--Und Ihnen, gnädige Frau, gebe ich den guten Rat, sich jetzt zu schonen! Ihr Kind ist in guten Händen!" Er wußte genau, warum er das sagte — sie hatte ihm mit ihrer Unvernunft schon zu schaffen gemacht. „Sie haben gut reden, Doktor! — als ob ich Ruhe hätte, solange mein Kind in Gefahr schlvebt! — Mso heute abend kommen Sie noch mal?" „Jawohl, gnädige Frau, zwischen neun und zehn Uhr." Sinnend saß Mary an Hassos Bettchen. Sein Kind — — eine unendliche Rührung erfaßte sie! Ja, es war sein Kind — ihm wie aus den Augen geschnitten. Es ivar dasselbe vornehme, schmale öwsicht, dasselbe dunkle lockige Haar, durch das sie so oft kosend gestrichen — das war seine Nase, sein Mund — und seine dunklen stolzen Augen, die jetzt aus dem Kindcrgesicht sic mit irrem Fiebcrglanz an- schautcn. Und sie dachte an ein ähnlich Gesicht — nur von blonden Locken umwallt — heiß, trat e§ in iffce Augen; sie durfte nicht daran denken, wenn sie ihre Sicherheit bv» halten wollte! Da trat Gabriele ins Zimmer. „Nun, Schwester, wie denken Sie?" fragte sie leise, „die Aerzte Hebe» immer so ausweichende Antworten! inei» armes Kind!" Und sie strich mit der Hand über sein Gesicht; der Knabe wurde dadurch noch unruhiger. „Fort du," stieß er hervor, „du willst ja nichts von Hasso wissen; Hasso ist dir im Wege, du schlägst ihn immer —" Gabriele wurde rot. „O Schwester," klagte sie, „wie bin ich unglücklich! So lange er krank ist, will er nichts von mir wissen." „Darüber seien Sie nicht bekümmert," sagte Mary begütigend, „das hat man häufig bei Kranken, daß sie die- lenigen, die ihnen sonst die Liebsten auf der Welt find, von fich stoße» und nichts von ihnen wissen wollen! Da Hab' ich erst kürzlich lvieder den Fall gehabt, daß eine in glücklichster Ehe lebende Frau während ihrer schiveren Krankheit durchaus nicht die Nähe ihres Mannes vertrage» konnte! —i Ruhig, mein Kind," sagte sie liebevoll und legte die weiche kühle Hand auf die sieberheiße Stirn des Knaben. Und es war, als ob diese linde Berührung Wunder wirkte — Hasso wurde merklich ruhiger. Unausgesetzt beobachtete Gabriele die Schwester. Sie hatte sich an die andere Seite des Bett- chens gesetzt, das frei im Zimmer stand. An ihr, der reichen verwöhnten Frau, waren die Jahre vorüber gegangen, aber in dem blassen schmalen Gesicht ihr gegenüber hatte» sie Spuren hinterlassen, die Leid und Schmerz noch mehr vertieft hatten. Und doch konnte sie sich nacht verhehlen, daß Mary von einer fast überirdischen, rührenden Schönheit ivar. Unter der weißen Mütze hervor legten sich einzeln« widerspenstige Locken, die sie vergebens zurückstrich, aus die klare Stirn, und die sanften ruhigen Bewegungen paßten zu der ernsten einfachen Schwesterntracht. Mary fühlte dies Beobachten als etwas Lästiges; vielleicht hatte Ella sie doch erkannt — aber nein, unmöglich, sonst hätte sich diese durch ein Wort verraten. „Gnädige Frau, möchten Sie nicht ein wenig ruhen?" bat fie da, „es steht uns wahrscheinlich eine schwere Nacht bevor." „Nein, nein, Schwester," wehrte Gabriele, „wie könnt' ich Ruhe finden! Lassen Sie mich bei meinem Kinde bleiben i — Uebrigens muß mein Mann bald kommen!" Bei diesen letzten Worten behielt sie Mary scharf im Auge; jedoch kein Zucken verriet ihr, daß diese davon erregt wäre. Mary ivar ja daraus vorbereitet, Wolf zu begegnen, und Selbstbeherrschung hatte sie in den Jahren genügend gelernt! „Ist es nicht ein anstrengender, entsagungsvoller Beruf, den Sie sich da erwählt haben, Schwester?" begann Ella leise, „ich muß gestehen, daß ich dazu iveder Mut noch Kraft hätte! Sie müssen doch vollständig mit dem Schönen, was das Leben gibt, abgeschlossen haben." Mary lächelte ihr sanftes Lächeln. „Eines schickt sich nicht für alle, gnädige Frau! Aber wir inüssen doch auch da sein! Im Anfang ist es mir recht schwer geworden, und gar manchmal stand ich am End« ineiner Kraft und wollte verzagen — dann Hab' ich aber die Zlihne zusammengebisse», um nicht umzukehren, und! e§ gelang mir, die Schwäche zu überwinden! Dan» ist mit der Geschicklichkeit auch die rechte Lust gekommen — und — gnädige Frau — jetzt kenne ich keinen schöneren Beruf — es ist herrlich!" Ihre Augen leuchteten wie verklärt, während sie das sagte. „Und wie sind Sic dazu gekommen?" fragte Ella lveiter. Hasso lag ruhig wie schlafend da, und so konnte wohl das gesprochen werden, was fie wissen wollte. „Wie ich dazu gekommen bin?" sagte Mary mit wehmütigem Lächeln. „Ich stehe ganz allein in der Welt! Die Elter» sind mir früh gestorben, aus ferne,» Land kam ich nach Deutschland — und eine liebe mütterlickie Freundin, die ich gefunoen, führte mich diesem Beruf zu." „Verzeihen Sie, Schwester, eine etwas indiskrete Frage — aber natürlich im Munde einer jeden Frau! Haben Sie niemals daran gedacht, sich zu verheiraten? Denn wer von der Natur so reich begünstigt ist, wie Sie, kann einer solchen Frage sicher nicht fern gestanden haben." (Fortsetzung lügt) 111 - Lin Ritt auf Leben und Tod. Nus dem Kriegstagebuch des ehe,». Unteroffiziers der Schutzlruppe für Südwcstasrika Fcrd. Jvh. Mohr, Gießen. Am 25. August 1905 wurde ich mit Unteroffizier Schneider, Reiter Weißer und dem Bur van Nikcrtz nach der 30 Kilometer vom Lager unserer 8. Batterie gelegenen Wasserstelle Spitzhoppe abkommandiert Wir sollten die Werst (Tors) und das! Vieh der dort lebenden friedlichen Eingeborenen bewachen, was durchaus nicht so leicht war. Jeden Tag unternahmen wir einzeln weite Erkundungs- ritle nach allen Himmelsrichtungen; unser Unterossizier hatte das Glück, bei der Farn, Tawcb Näheres über die Viehräuber zu erfahren. ES wurde beschlossen, durch einen gemeinsamen Patrouillenritt die Sache endgültig aufzuklärcn. Am dritten Tage unseres Zluscnthaltcs lourdc derselbe ausgeführt. „Kameraden," meinte Untcrossizier Schneider, als wir frohen Mutes durch die dunklen Felsen bei Spitzhoppe ritten, „ich glaube. Wir machen einen guten Fang." „Soll uns sreuen," war die Antwort. Aul der Farnr Taweb, die tvir bei unserm Ritt passierten, Wohnte ein Engländer Smith nebst einem deutschen Gehilfen mit Namen Pitters. Tiefe füllten uns die Feldslaschen mit Milch, ein Trunk, den wir lange entbehrt, tauschten eine saftige Kalbskeule gegen einen von uns erlegten Steinbock ein, so daß wir wohlversorgt losveitcn konnten. Pitters schloß sich uns mit einem! Eingeborenen an. Tie Sonne sank bereits im Westen, als wir die fast endlose Felskctte passiert hatten und in die Ebene hinaus- trablen. So weit das Auge schweifte, wogte das gelbe Steppenras, inmitten der Ebene zog sich ein ausgetrocknetes Flußbett, as von hohen Bäumen umgeben war und einen ivundervollen Anblick bot. Der Farmer veranlaßte uns, vom Wege abzugehcn und einen geeigneten Lagerplatz zu suchen, ohne jedoch ein Feuer anzuzünden. Ta an den vorhergehenden Abenden im Flußbett ein Feuer gesehen ivurdc, sollten wir so lange warten, bis dieses wieder aufleuchtcn ivürde. Wir beschlossen, falls dieses geschehe, dasselbe zu umstellen und die Bande, welche nach Ansicht der Farmer nur 12 Mann und einige Weiber zählen sollte, womöglich lebendig gefangen zu nehmen. Ta wir nur fünf Gewehre zählten, mußten wir mit einem eventl. hartnäckigen Kampfe rechnen. Tie Nacht verging, ohne daß n»ir etwas vom Feuer sahen. Beim Sonnenaufgang wurde gleich gesattelt, um den Rückmarsch anzutrelen. Kaum waren wir eine halb« Stunde geritten, da fanden wir eine ganz frische Pserdespur. Nach einigen Augenblicken auch das Pserd, ivelches vielleicht eine Viertelstunde abge- sattelt war. Nach kurzer Zeit trafen wir auch eine Menge weiterer Emiren, so daß tvir uns ganz verwirrt anschauten. Doch beschlossen wir, den Spuren zu folgen. Nach einem Galopp von etwa zehn Minuten, als tvir eben durch eine Schlucht kamen und eine Fels- partte unrreiten wollten, befanden wir uns plötzlich einer etwa hundertköpsigen Hottenlottenbande gegenüber. Zum Gllla war dieselbe bei unserem plötzlichen Erscheinen derart überrascht, daß wir Gelegenheit fanden, unsere Pferde herumzureißen und wieder in der Schlucht zu verschwinden. Kaum hatten wir jedoch den Pfad erreicht, da sausten uns die Kugeln um die Ohren. Mit dem Gewehr in der Hand, den Kopf vornübergebeugt, jagten wir über Stock und Stein der Farm Daweb zu. In der Nähe derselben angekommcn, zügelte ich mein Pserd und schaute mich nach den Kanieraden um. Farmer Pitters hatte einen großen Vorspnlng und entschivand bald aus den Blicken. Kamerad Weißer und der Bur kamen auf mich zu, nur unser Untcrossizier fehlte noch. Wir mußten vor allem dem Farmer Smith unsere Hilfe anbieten. Dieser lehnte dieselbe ab, da die Eingeborenen ihm als Engländer nichts zu leide tun würden. Nun hieß es für uns eine Stellung suchen, in der wir uns so lange behaupten konnten, bis unser Korporal wieder ber uns war. Deshalb rückten wir nach einer naheir Kuppe, begleitet vom Feuer des Feindes, ohne jedoch getroffen zu werden. Aber schleunigst mußten wir zurückkchren, sonst wären wir umzingelt worden. Rasend schossen die Hottentotten aus uns; doch das Glück war uns hold. Wir kamen unverletzt aus dem Feuerbereitst und beschlossen möglichst schnelle Meldung zur Batterie zu geben. Tic uns noch immer verfolgenden Reiter führten wir durch verschiedene Wendungen irre, so daß wir bald ihren Blicken entschwanden. Als wir von einer Höhe aus zurücksahen, fanden wir, daß ein Teil der Bande nach Spitzhoppe zog. Wir setzten nun unseren Weg mit der größten Vorsicht fort. Die Pferde am Zügel führend, schlängelten tvir uns von einer Felskuppe zur andern. Vom Kalkrand aus sahen wir, daß das ganze Vieh in der Richtung auf Taiveb abgetrieben tvurüe. Das war der Feind. Ter Abstieg von dem etwa 50 Meter hohen Plateau war sehr schwierig und gelang erst nach einigen Umwegen. Turch die Talsenkung ging es im ^ruhigen Tempo auf Spitzhoppe zn. In der Höhe de§ Berges Spitzhoppe angekonnnen, sahen tvir uns plötzlich den, Feinde wieder gegenüber. Tas schützende Buschwerk hatten wir eben verlassen, da saß der Feind aut, um uns zu umreiten. Wir suchten geeignete Deckung. Tie Feind« rissen plötzlich ihre Pferde herum und kamen im Galopp auf uns zu. Inzwischen hatten wir eine kleine Anhöhe erreicht: hier saßen wir «b und warfen uns zur Erde. Tic Hottentotten stutzten. Aber schon krachten unsere ersten Schüsse und zwei der uns mn nächsten Haltenden überschlugen sich. Wie der Blitz tvaren die anderen von den Pferden. Aber noch einmal boten sie uns ein schönes Ziel. Einige der seindlichen Pferde waren getroffen und sprangen wild durcheinander. Schon erhielten auch wir einen heftigen Kugelregen. Links und rechts flogen die Kugeln um unsere Köpfe: der Sand spritzte bald vor, bald hinter uns aus. Tie Hottentotten kamen immer näher heran. Tie Stellung konnten tvir nicht wechseln, sonst hätten wir unsere Pferde preisgeben müssen. Als nun aber auch in unserm Rücken Feinde austanchten, mußten wir de» Platz verlassen. Gedeckt durch die Anhöhe laßen wir auf und jagten im Galopp davon. Doch waren die Kugeln schneller als unsere Pferde. Ich lag plötzlich auf der Erde: mein Pferd war getroffen. T« hals kein Zögern. Das Gewehr in die Hand nehmend, den Wasser- sack vom Sattel reißend und ins Buschwerk rettrierend war das Werk weniger Augenblicke. Die Büsche raschelten vor mir. DaS Gewehr an die Backe reißend, erwartete ich die kommenden Tinge. Doch war es nur mein Kamerad Weißer, der auch sein Pserd verloren hatte. Der Bur mit seinem Pferde war entkommen. Wir beide, nun jeglichen Schutzes beraubt, beschlossen, beieinander auszuhalten bis in den Tod. Sollte der eine fallen, dann würde der andere bei der Leiche desselben ausharren, ihn rächen, bitz auch ihn der Tod ergreife. Im Lausschritt zogen wir uns schleunigst aus den Blicken des Feindes zurück. Bor uns, in weiter Ferne, lag das Aurosge- birge und winkte Rettung entgegen. Rechts und links lauerte der heinitückische Feind. Dazu brannte unbarmherzig die afrikanische Sonne hernieder. Immer stärker inachte sich der Durst bemerkbar; Mein Wassersack war durch den Sturz des Pferdes ausge- lausen, nur mit wenigen Tropfen konnten wir uns die Lippen netzen. Ta half kein Besinnen. Wir mußten uns durchschlagen. Anfangs kamen wir slott vorwärts. Aber nach längerem Marschieren schmerzten die Füße von der Hitze des Sandes Zuletzt konnten wir nur noch ganz kleine Sttecken zurücklegen. Es bedurfte schon der gegenseitigen Aufmunterung, um nicht ganz zu verzagen. Doch das Bewußtsein, daß ein deutsche« Soldat in der höchsten Not seinen Gott zum Führer hat, ßab uns neuen Mut. Halb verschmachtet vor Durst und Hitze ermcfrtett 1 wir endlich am Abend den Eingang des Gebirges. Hier zogen wir die Stiefel von den wunden Füßen, um diese etwas abzukühlen. Lange hielten wir Fs nicht aus. Der Sand war zu heiß und Dornen und Disteln gruben sich ins Fleisch. Nach weiteren drer Stunde,! erreichten wir endlich das Lager unserer Batterie in Auros. Mit Jubel wurden wir empfangen. Mancher liebe Kamerad weinte Tranen der Freude. Denn der Farmer Pitters und der Bur hatten uns als gefallen gemeldet. Zwei Stunden nach uns, kam auch unsev Unteroffizier Schneider. Sein Pferd war bei unserem ersten Zusammentreffen mit dem Feind erschossen worden; ein weiteres, das er sich von der Farm geholt, unterwegs ermattet, so daß auch er einen großen Teil des Wegs zu Fuß zurücklegcn mußte. Am selbigen Abend ging noch eine Patrouille! von 30 Mann fort, die mit dein englischen Farmer Smith und dein übriggebliebenen Teil seines Viehes am nächsten Tag zurückkam. Ter Feind war mit dem geraubten Vieh verschwunden. Die Bande, mit der wir znsammengestoßen, waren die Witbois unter persönlicher Führung von Hendrik Witboi. Nach den Aussagen des Farmers waren sie 300—400 Mann stark. Wir erfuhren, daß der gefürchtete Witboi au> ffeden von uns 20 Pfund Sterling (400 Mark) Fanggeld ausgesetzt hatte. ZnM Glück brauchte er den Betrag nicht ansznzahlcn. Aul dem Kampfplatz fand man die Leichen von zwer Hottentotten, außerdem sollte noch eine Anzahl verwundet sein. Wir ahnten deshalb noch nicht, daß die« Witbois letzter Biehdiebstahl tvar und ihn sechs Wochen später sein Schicksal erreicht haben ivürde. Zur Anerkennung unseres Verhaltens bezw. Ucberbrrngung der genauen Meldung über Stärke und Aufenthalt des Feindes wurden wir von Sr. Majestät dem Kaiser mit dem Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse ausgezeichnet. Richard Wagners „Jesus von Razareth" Von Wolf gang Galt he r.*) Schon 1843 hatte Wagner im „Liebesmahl der Apostel" eine musikalisch« biblische Szene gedichtet. Mit dramatischer Anschaulichkeit ist darin die Versammlung der von Gefahren bedrohten, zaghaften und kleinmütigen Jünger geschildert, zu denen sich die Apostel gesellen. Am Psingsttage spielt die Szene: der Heilige Geist ergießt sich in die Herzen der Jünger, und mit einem begeisterten Schlußchor fordern die Apostel auf, in alle Wett zu ziehen: Das Wort des Herrn soll allen Völkern werden, damit sein Preis in allen Zungen tön'! *) Aus einer Einleitung zu: Richard Wagner. Gesammelte Schriften und Dichtungen. Herausgegebcn, mit Biogravhic, Einleitungen, Anmerkungen und Registern versehen von Geh. Hosral Prof. Dr. Wolsgang Golther. Goldene Klassiker-Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin und Leipzig. Zehn Bände in sechs Leinenbänden 15 Mark. 112 Sin „Jesus von Nazareth" wollte Wagner ein gesprochenes Drama von der Lehre und dem Tode Christi schassen. Der Ent- wurs aus dem Jahre 1848 schildert in fünf Akten die Wunder von Liberias, die SchisfSprcdigt am See Genezareth, das Abendmahl, die Gesangennahme am Oelberg, die Vorsührung vor Pilatus und die Verurteilung zum Kreuzestod, der aber nicht aus der Bühne vor sich geht, sondern nur in seiner Wirkung au, die Zurückbleibenden dargestellt ist. Dem Entwurse solgen ausführliche Skizzierungen der Reden und Lehren des Herrn, In einem dritten Teil sind die zu benützenden Bibelzitate ausgeschrieben, Judas und Barrabas crössnen das Drama mit einem Gespräch, in welchem sie ihre weltlich politischen Absichten, den Ausstand der Inden gegen die Römer und den Plan, den Sohn Davids, der sich in Galiläa kundgegcben, als den erwarteten Messias an die Spitze der Bewegung zu stellen, enthüllen, Judas gibt Auskunft über Jesus, über den er sich selber noch nicht klar geworden sei, ob er als König der Juden frei und ossen die Errettung des Volkes bennrkcn wolle. Als Gegensatz zu diesem Messias, wie Judas und Barrabas ihn wollen, ist nun der wirkliche Jesus geschildert, Für die von Wagner durchgeführte Unterscheidung des menschlichen vom dogmatischen, symbolischen Christus gab „Das Leben Jesu" von David Friedrich Strauß (1835) Anregung, Aber die soziale Aussassung der Christusgestalt ist aus den revolutionären Zeitströmungen zu erklären, Jesus predigt die alle Menschen einende und veredelnde Liebe: „im Gesetz war die Sünde, und die Liebe ist das Gesetz des Lebens". Es sind dieselben Gedanken, die Wagner seine Bcünnhild am Schlüsse der „Götterdämmerung" aussprechen läßt, daß nicht trüber Verträge trügender Bund noch heuchelnder Sitte hartes Gesetz, sondern die Liebe allein selig werden lasse. In langen lehrhaften Rede» trägt Christus seine Gedanken vor. An das Gespräch zwischen Wotan und Fricka in der „Walküre" erinnern die Worte: „Das Gebot sagt: du sollst nicht ehebrechen! Ich aber sage euch: ihr sollt nicht freien ohne Liebe, Eine Ehe ohne Liebe ist gebrochen, als sie geschlossen ward, und wer freite ohne Liebe, der brach die Ehe," Ganz kommunistisch heißt es: „die Sünde gegen das Eigentum entspringt einzig aus dem Gesetze des Eigentums", Charakteristisch sind die Worte: „Das Gesetz steht statt der Allgemeinheit, also zwischen mir und dem Allgemeinen, ,,, Das Gesetz ist Lieblosigkeit.,, Die Versöhnung der Welt ist daher nur durch die Aushebung des Gesetzes zu bewirken, welches den einzelnen von seiner freien Entäußerung seines Jchs an die Allgemeinheit abhält, ihn von ihr trennt," „Das letzte Ausgehen des Einzcllebens in das Gesamtleben ist der Tod, er ist die letzte und bestimmteste Aushebung des Egoismus," Wir sinden ähnliche Gedanken in den Züricher Kunstschriften, Aber im Lchr- hatten lag auch die Hauptgrund, der die Ausführung des Dramas schließlich verhinderte, Wohl war der Gesamtaufbau der Handlung geschickt und wirkungsvoll, die einzelnen Szenen teilweise von poetischem Gehalt, Aber die ganze Anlage und der Stost selber eignete sich nicht für das Drama, das Wagner ersehnte. Im Hinblick aus den dritten Akt des „Parsisal" ist die Ansangstzcne des zweiten Auszuges wichtig: „An, See Genezareth: Fischcrhütten ziehen sich an ihm hin, Tagesanbruch, Jesus unter einem Baume schlafend: Maria von Magdala, zu seinen Füßen kniend und den Saum seines Gewandes küssend, spricht tiefe Reue und beseligende Liebe zu ihrem Erlöser aus, — Maria, die Mutter, tritt Hinz»: die Magdalena wendet sich erschrocken ab und stürzt zu Füßen der Mutter, welch« sie erforscht: der Magdalena Bekenntnis: sie bat ihr ganzes Eigen verkaust und den Gewinn Judas Jscharioth, dem Säckelsührer der Gemeinde Jesu, übergeben: sie fleht die Mutter an, sich beim Sohne für sie zu verwenden, denn sie begehre, als die niedrigste Magd in der Gemeinde dienen zu dürsen, Maria tröstet und entläßt sie," De Szene der Salbung steht im vierten Akt beim Abendmahl: „Maria nimmt ein kostbares Fläschchen aus ihrem Busen, naht Jesus wieder, gießt es aut seinen Scheitel, wäscht ihm die Füße, trocknet und salbt sie ihm unter Schluchzen," Die Schlußszene des Dramas erinnert an das „Liebesmahl der Apostel", Petrus ist aus dem Platze vor dem Palast des Pilatus zurückgeblieben. Als der Himmel sich verfinstert und Gewitter los- biicht, die Erde erbebt und der Tempelvorhang zerreißt, spricht I ei: „Fürchtet euch nicht ob der Schrecken des Wetters, denn wir wissen, daß sie ein Zeugnis der Liebe sind," Johannes und die beiden Marien kommen von der Hinrichtung zurück: „er hat vollendet". Petrus fühlt sich vom Heiligen Geist gestärkt: er verkündet in hohen, Enthusiasmus die Eriüllung von Jesus' Verheißung: sein Wort stärkt und begeistert alles: er redet das Volk an, — wer ihn hört, drängt sich hinzu und begehrt die Taufe und Aufnahme in die Gemeinde, vermischte«. — Dic Gefahren des Inkognito, Gabriele D'An- »unzio, der als Marin von Welt sich einen Troß edler Windspiele halt, ließ in diesen Tagen bei Paris in der Hascnjagdkoukurrenz der Windhunde zwei seiner Lieblingsbunde laufen, D'Annunzio mußte besürchten, daß das Erscheinen eines so berühmten und großen Mannes, wie er cs ist, käs sportliche Interesse von den Hunden ablenk«, könnte, und s» war er rücksichtsvoll genug, sein« beiden Hunde nicht imter seinem Naincn in das Renuvrogramin eintragen zu lassen. Er wählte, wie die vra zu erzählen tveiß, ein Pseudonym und nannte sich ganz schlicht und einfach M, Saint- Lievre, In der Nähe toeilte auch der bekannte Theaterkritiker Sauvey, und es fügte sich, daß der Mann der Kritik dem Herrn Saint-Liövre vorgestellt wurde. Bald kam das Gespräch auf Kunst und Theater, »nd Sauvev, der keine Abnung hatte, daß er mit D'Anniinzio sprach, meinte, daß besonders in Italien Theater und Dramatik sehr darnieder liegen. Da fragte der angebliche M, Saint - Liövrc: „Was sagen Sie denn zu D'An» nunzio?" Worauf der Kritiker erklärte: „Ich möchte Ihre Gefühle nicht verletzen, denn ich sehe, daß Sie sich für italienische Änl- gelegcnheiten erwärmen, aber der Blödsiim des letzten Dramas von D'Annunzio kann allenfalls noch mit seiner Dünkelhaftigkeit verglichen werden," D'Annunzios schöner Kopf erglühte, aber er schwieg, „Was ist Ihnen?" fragte besorgt der Kritiker, M. Saint-Liöpre aber deutete ans die Jagd und zischte mit zusammen- gepreßtcn Zähnen: „Ich kann französische Hunde nicht ausstchen," — Der rauchende Schornstein, Von einem bekann. ten englischen Staatsmann, der in allen Dingen ein Optimist ist mit Ausnahme in Sachen der Ehe, iveiß eine Zeitschrift eine amüsante Geschichte zu erzählen. Der Minister ging eines Mittags aus seinem Landgut spazieren und stieß dabe, auf einen keiner Pächter, der mitten auf der Landstraße saß »nd sein Mittagessen außerhalb seines nahe dabeilicgenden Hauses verzehrte, „Nun, Henry," fragte der Staatsmann erstaunt, „warum essen Sie denn so allein hier draußen?" „Ach, Herr," stammelte der Mann in höchster Verwirrung, „drin' kann ich nicht, e—e— der Schornstein raucht nämlich so," „Das ist doch aber wirklich schrecklich," sagte der Minister, dessen mrnschenfrenndliche Gesühlc sofort er- ivacht waren, „da muß ich doch mal Nachsehen, woran das liegt." Und bevor ihn der Pächter noch aushalten konnte, eilte der Herr mit raschen Schritten der Haustttre zu. Sobald er sie öffnete, traf ihn mit wohlgczieltem Wurf ein Kochlöffel an die Stirn und eine wütende Fraucnstinrme schrie: „Wirst du wohl wieder 'rausgehen, du alter Schuft! Raus oder —" Höchst betrossen zog sich der Staatsmann sofort zurück. Der Pächter aber hatte sich wieder an den Wegrand gesetzt und schüttelte sorgenvoll und in höchster Aufregung sein Haupt. Freundlich trat der Staatsmann zu ihm heran, klopfte ihn begüttgend ans die Schulter und sagte tröstend: „Laßt's gut sei», Henry, Mein Schornstein raucht auch manchmal." * Papas Meinung, Er: „Haben Sie Ihrem Vater gesagt, daß ich Sie um Ihre Hand gebeten habe?" Die resolute junge Dame: „Ja," „Nun, und was meint er?" „Ach, Papa lächelte nur, schüttelte den Kops und meinte: „Ein tollkühner Bursche!" * Leichte Korrektur, Der Gast: „Ach, Kellner, das tut mir aber leid, ich sehe eben, daß ich nur gerade so viel Geld bei mir habe, als die Rechnung ausmacht, so daß mir nichts sür ein Trinkgeld sür Sie überblcibt," — Der Kellner vertraulich: „Nun, dann lassen Sie mich vielleicht die Rechnung noch einmal durchsehen," * Ein williger Bote, Die Hausfrau zu dem .arbeits- losen Vagabunden: „Sie sind arbeitslos? Da kommen Sie gerade zur rechten Zeit, Ich habe Holz zu spalten und wollte soeben »ach einem Manne schicken," — „So? Wo wohnt de« Mann? Ich will hingehen und ihn holen," * Das Modell, Ei» Bewunderer zu dem berühmten Romanschriftsteller: „Wo haben Sie nur diese erschütternde Schilderung des kranken Kindes her!" — Der berühmte Schriftsteller l „Ach, so benimmt sich immer mein Junge, Ivenn er nicht in die Schule will und behauptet, er sei krank," Arithmogriph. 12 7 8 deutscher Strom. 2 8 6 2 weiblicher Vorname. 3 2 5 2 6 Stadt in Schlesteu, 4 2 1 2 6 2 siidamerikanilch« Stadt. 2 5 2 6 Volksstaiinn i» Ostafrika. 5 2 6 3 nützlicher Voeel. 6 2 7 6 Ort in Palästina. 7 3 7 3 agyvtischc Gottheit. Tie Ansangsbuchslaben der geiundenen Wörter sollen der Reibe »ach, von oben »acb uuleu gelesen, den Name» eines Italienischen Komponisten ergeben. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprung? in voriger Nummer > Ach wie stüchtig, ach ivie nichtig Sind der Menschen Tag«! Wie ein Strom beginnt zu rinne», lind mit Laulcn nicht hält innen, So fährt unsre Zeit von hinnen. (i Franc!. Redaktion; K. Neurath. — RotalwnSdruck und Verlag der Brühl'scheu IlniversitäiS-Buch- und Steindcuckeret, R, Lauge, Gceßen,