Mittwoch, den 4. Februar Ein Frühlingstraum. Roman von Fr. Lehne. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ganz fassungslos stanü Frau Gniidet da — ihre beste Kundin und noch mehr — die beste Arbeiterin auf einmal *u verlieren, daS war zu viel! „Wo ist Fräulein M-ary?" herrschte sie das junge Mädchen an, daS zum Aufräumen kam. „In der Arbeitsstube," lautete dessen verschüchterte Antwort. Schnell eilte Frau Güudel dorthin. Mary stand schon zum Fortgehen gerüstet da und gab nur noch einem (iingen Mädchen Anweisung, wie an einem fast fertigen Hut noch ein paar Blumen anzubringen waren. Das war eben ihre Kunst, durch eine Agraffe, Schleife oder sonst eine scheinbar unbedeutende Garnierung oder Biegung jenen letzten Schick zu geben, der alle ihre Werke auszeichncte. „Ah, treffe ich Sie noch, das ist gut," rief Frau Güudel erregt. „Sie haben nicht das Recht, zu gehen; Sie müssen unbedingt bis 15. August bleiben, wenn Sie nicht »vollen, das; ich polizeiliche Hilfe in Anspruch nehme!" „Tun Sie das immerhin," entgegnet« Mary mit leichtem Lächeln, „durch solche Beleidigung wird aber unser Kontrakt aufgehoben — und wenn nicht, bleibe ich bis 15. — nehme dann aber die Stellung einer Direktrice bei Brock an. Das pekuniär sehr verlockende Angebot habe ich schon vor vier Wochen bekommen." „Ah" — Frau Gündel schäumte vor Wut, Brock tvar ihre gefürchtetstc Konkurrenz; ging Mary nun noch dahin, war es mit dem Rnf und der Beliebtheit ihres Geschäftes vorüber. „Sie sagen nichts," »ahm Mary wieder das Wort, „daraus entnehme ich, daß Sie einverstanden sind mit dem, was ich gesagt habe! — Ich gehe also! Das mir zn- komineiide Gehall darf ich mir wohl von der Kassiererin ausbitten? — Lebt wohl, Kinder! Laßt es euch gut gehen!" sagte sie zu den jungen Mädchen, die aufmerksam dem Gespräche ihrer Kollegin mit der Brothcrrin gefolgt waren. „Act>, Fräulein, wollen Sie wirklich fort ? Bleiben Sie doch! Ohne Sic ist es nichts! — Zeigen Sie mir nur schnell, wie ich die Feder hier anbringen kann." So schwirrten die Stimmen der Mädchen durcheinander. „Rein, nein, es geht nicht! Macht mir eure Sache gut. Adieu, Frau Gündel!" Und Mary verließ das Haus, in dem ie so sehr beleidigt worden und nach ein paar Tagen chon die Stadt, in der sie so selige und so bittere Stunden durchkostet hatte. Vorher aber nahm sie noch Abschied von der Stätte ihres Glückes, sowie von den alte» Leuten, die immer so gut gewesen wäre». „— — Wir werden uns wohl nicht wieder sehen, Fräulein Mary," sagte die Frau Berger, „ich bin jetzt auch recht klapperig geworden." „Was wollen Sie ansangcn, Fräulein?" fragte Berger, „wieder in ein Geschäft gehen? Wo fahren Sie denn hin? Wir nicincn es doch so gut und sind dann beruhigt, wenn wir toissen, daß Sie irgendwo gut ausgehoben sind. Der Herr Leiitnank sicher auch, denn nun er weiß, daß es Ihr Bruder damals war — " Abwehrend hob sie die Hand. „Nichts mehr davon! '— Ich weiß es selbst noch nicht — dahin möchte ich gehen, wo es Ruhe und Frieden gibt! Am liebsten bliebe ich hier bei Ihnen, ganz hier — dort unter der großen Linde." Und sehnsüchlig schweiften ihre Blicke dahin. „Versündigen Sie sich nicht, Kind," warnte Berger, „Sie junges Blut haben das Leben noch vor sich! Sie werden vergessen lernen! Und war das vorhin Ihr letztes Wort, daß ich wirklich nichts an den Herrn Leutnant bestellen soll — daß er noch mal her komint heul abend? Denn >vie das alles ist, wäre ein Abschied von ihm keine Sünde! Ihm ist cs gewiß schwer gewesen, daß er Sie gegen seine Braut nicht hat verteidigen dürfen — " Wieder schüttelte sie abwehrcnd den Kopf. „Nein, lassen Sie, es ist ain besten so! Ich will ihn seiner Braut nicht noch mehr entfremden! Er hat mich doch so lieb gehabt, und die andere muß nun seine Frau werden! Nun lebt wohl, Ihr Gute»! Behüt' Euch Gott!" Feuchten Auges verließ sie die braven Menschen und teufte ihre Schrille nach der alten Linde, die jetzt in voller Blüte stand und berauschende Düfte ausströmte. Mit gefalteten Handelt und gesenkten! Haupte saß sie da, während Tratte um Träne aus ihren Augen tropfte, als sie an den wonnigen Liebestraum dachte! Ach, und wie schiver war es doch, so auss Ungeioisse, so allein in die weite Welt zu gehen und keinen zu haben, an den ihr Herz sich lehnen konnte — keine Heimat, keine Eltern, keine Liebe! Und die Qual ihres Herzens um ihr einsames freudloses Leben, um ihre verlorene Liebe löste sich in einem krampfhaften Schluchzen — und in heißem Ringen zu Gott um Beistand und Hilfe. — Durch ihr inniges Beten kam es wie Frieden über sic: wunderbar getröstet stand sie auf und ging einer ungewissen Zukunft entgegen. — ---- Nach jenem Austritt in dem Putzgeschäft tvar Wolf recht lühl seiner Braut gegenüber und vermied zu ihrer Verzweis- lung jedes Alleinsein mit ihr, darin unterstützt von Fräulein von Lassen, die ihm diesen Wunsch von den Augen ablas. Sie sah recht gut, wie er unter den Launen seiner verwöhnten Braut litt, und wußte ganz gut, daß Wolf nur unter einem Druck gehandelt hatte, als er fick mit Ella verlobte. Ter ernste schöne Mann hatte die ganze Sympathie der seingebildeten Dame, die es im Innern tief bedauerte, daß er nu ein Wesen, so verwöhn! und eigensinnig wie Ella, gekettet war. Einmal hatte Ella das Gespräch auf jenen Nachmittag zu lenken gesucht, um sich zu entschuldigen, da sie wohl fühlte, daß Wolf ihr wegen ihres taktlosen Auftretens zürnte, jedoch tvar er ihr mit so abweisender Kälte begegnet, daß sie sich wohl hütete, je wieder davon anzusangcn. Daß er an Mary des« 74 Wegen geschrieben, wußte sie freilich nicht — er aber glaubte, dem armen Mädchen diese Genugtuung schuldig zu sein! — So verging die Zeit und der Termin der Hochzeit wurde bestimmt: gleich nach Beendigung des Manövers sollte sie statlfinden. Der alte Ulrich hatte dem jungen Paare eine entzückende Villa zum Alleinbewohnen zur Verfügung gestellt und seinem Schwiegersohn ein prächtiges Reitpferd verehrt, worüber sich dieser sichtlich gefreut hatte. Das tat den: Alten ivohl; denn er fühlte sich Wolf gegenüber immer etwas gedrückt, da er den Gedanken an jenen Nachniittag, der der Verlobung vorangegangen war, nicht vergessen konnte. Immer wieder dachte er an die Rolle, die er da gespielt hatte. Der junge Offizier hatte durch sein bescheidenes und doch edles, männliches Wesen, durch seine Vornehmheit, die frei von jedem Dünkel war, seine ganze Sympathie gewonnen. Gabriele war ganz von Sinnen, als ihr Verlobter ins Manöver mußte. Immer wieder warf sie sich an seine Brust und küßte ihn. „Wirst du auch immer an mich denken? Schreibe ja alle Tage, hörst du, ich vergehe sonst! Bleibe mir treu und denke an mich!" „Es muß geschieden sein, Gabriele! Das ist Soldatenlos! Mache mir den Abschied nicht schwer! Denke, wenn ich in den Krieg müßte!" sagte er ernst. „O, da würde ich sterben!" schluchzte sie. „Sei kein Kind, Ella! In drei Wochen bin ich wieder bei dir, und dann dauert es nicht mehr lange, gehören wir uns für immer!" „Ja, dann für immer — o Wolf!" — Und ein stolzes, seliges Lächeln lag um ihre Lippen. Endlich war es so weit — bräutlich geschmückt stand sie an des Geliebten Seite vor dem Altar. Unendlich bleich und ernst sah Wols aus; aber fest und klar tönte sein „Ja" durch die Kirche — er war sich vollbewußt, daß er mi« diesem „Ja" alle Brücken hinter sich abgebrochen — und mit seinem Ivahren.Herzensglück abgeschlossen hatte — vor ihm lag ein Leben voller Schein — und voller Pflichten- die zu erfüllen er sich gelobte! — Und Gabriele? Fast triumphierend kam das bindende Wort von ihren Lippen; mul konnte ihr keiner den geliebten Mann mehr entreißen — nun konnte er selbst nicht mehr zurück! Sie war eiue schöne/ majestätische Braut, die aber kalt ließ, da ihr ganz das Bräutliche, Demütige fehlte — eitel Stolz und Triumph strahlte von ihr aus! — — „O, mein Süßestes, mein Liebling, niein armes Mädchen " ein unsäglicher Schmerz durchzuckte ihn, wie er an seine Liebe dachte — dann war auch das vorbei —- neben ihm saß sein junges, blühendes Weib, Liebe heischend und Liebe spendend die Wirklichkeit machte ihre Rechte geltend und verscheuchte die Gedanken an eine schönere Vergangenheit. Zweiter Teil. I. „Ich besaß es doch einmal. Was so köstlich ist. Daß man zu seiner Qual Nimmer es vergißt !" Goethe. Sinnend saß.hauptmann von Wolssburg am Schreibtisch, den Kops in die Hand gestützt. Die früh eingctretene Dämmerung eines trüben Dezembcrnachmittagcs hatte sein fleißiges Schaffen auf eine Weile unterbrochen. Er hatte auch nicht Lust verspürt, weiter zu arbeiten, da er sich durch angestrengte geistige Arbeit etwas ermüdet fühlte und wohl eine Zeit der Erholung bedurfte. Die Gattin war zum großen Kasfee, veranstaltet von der Majorin, da durfte sie nicht ehlen. Sein Söhnchen ivar beim Großpapa, der sich sehr reuie, daß die Tochter seit einem Vierteljahr wieder in der Stadt und zwar als Frau .Hauptmann weilte. — So war Wols allein, und er überließ sich einem Versenken in die Vergangenheit, ivas höchst selten geschah, da er daran mahnende Gedanke» mit Gewalt unterdrückte es tat nicht gut! lieber vier Jahre war er nun schon verheiratet — und nichts als Enttäuschung hatte ihm seine Ehe mit Ella gebracht. Er hatte ihr oberflächliches, genußsüchtiges Wesen immer mehr kennen gelernt, und seine vornehme Natur sühlte sich znrückgestoßen von der niedrigen, gewöhnlichen Gesinnung seiner Frau, die immer mehr zutage trat, je länger sic verheiratet waren. Bald hatte er erkannt, daß das, wo4 er bei Gabriele für innige Liebe zu ihm hielt, nichts weiter als heiße, flammende Leidenschaft war, die dem schönen Mann, dem glänzenden Offizier galt. Er Ivar redlich bemüht, ihr ein guter und liebevoller Gatte zu sein, da sie ein Recht darauf hatte — aber es war zu schioer; ihren Cha» rakter konnte er nicht umformen, und so kam es, daß dis beiden sich innerlich so fern waren, wie nur je zwei ganz fremde Menschen sein können. Nicht einmal das Söhnchen, das sic ihm im ersten Jahre ihrer Ehe geschenkt, brachte die Gatten einander näher ihr war es ein Hindernis in ihrem geselligen Leben, das sic so sehr liebte, mährend es ihm ein Trost seiner Einsamkeit war. Voll tiefer Rührung war er damals am Bett seiner Frau niedergekniet und hatte dankbar ihre weiße Hand geküßt, dir Brust voll heiliger Vorsätze — aber sie konnten vor ihrer Leichtfertigkeit nicht standhalten. Kaum genesen, stürzte sich Gabriele wieder in den Strudel der Geselligkeit — sie konnte nun einmal nicht ohne Bewunderung leben; versagte ihr dies der Gatte, nun, so nahm sie von andern den Tribut hin, der ihrer Schönheit gebührte, die schöne Frau von Wolfsburg war die gefeiertste Dame der Stadt. Wenn sie sich auch nichts vergab, so war doch ein Etwas in ihrem Benehmen, das nicht lady-like war die angeborene Vornehmheit, der Hcrzenstakt fehlte. So war sie auch eine eifrige Radfahrerin, und wenige Damen kamen ihr an Ausdauer gleich — sie betrieb diesen Sport nicht allein aus Vergnügen, sondern auch aus gesundheitlichen Rücksichten — sie wollte nicht stärker werden, da sie sehr dazu neigte; deshalb sah sie jeder nur einigermaßen schöne Tag aus den« Rade, was zur Folge hatte, daß die beiden Gatten sich kaum einmal mittags sahen, wenn sie, was oft geschah, auf eine» größeren Tour sick befand. Um ihren Hasso kümmerte sie sick- wenig; sie hatte für ihn ein zuverlässiges Kindersräulein verpflichtet; was dem Kleinen au Mutterliebe nbging, ersetzte der Vater durch doppelte Zärtlichkeit. Das Kind war sein alles; mit abgöttischer Liebe hing er an den: kleinen klugen Kerl, so daß Ella oft eifersüchtig auf ihr eigenes Kind wurde. Die alte Eifersucht hatte sie noch nicht abgelegt, und sie quälte damit häufig ihren Gatten auf unerträgliche Weise, trotzdem nicht der geringste Grund dazu vorlag. Wolf war sehr unglücklich; in maßgebenden Kreisen wurde wenig günstig über seine Frau gesprochen: sie war wenig beliebt, das wußte er genau, wenn mau es ihm auch nicht entgelten ließ. Wolf machte ihr genug Vorstellungen über ihre Art und Weise; es gab heftige Szenen -■ und trotzdem versuchte es Wolf immer wieder mit großer Geduld, ihren Sinn sür Häuslichkeit zu wecken. Er sühlte sich seiner Frau gewissermaßen schuldig, weil er ihr keine Liebe geben konnte — Marys Bild lebte in unveränderter Weise in seinem Herzen fort — deshalb war er auch so nachsichtig. Aber auch das wirkte nicht. So trieb sie zum Beispiel einen fast unerhörten Toilettenluxus, worüber viel gesprochen wurde. Eines Tages hatte er ihr hierüber Vorstellungen gemacht, woraus sie ihm kaltlächelnd erwidere hatte: „Was willst du? Was geht es dich an? Bezahlst du es etwa? Papa gibt mir mein Nadelgeld, und damit mache ich, was ich will! Alles, was du niir geben kannst, reicht ja kaum hin, meinen Bedarf an Handschuhe» zu decken! Es macht mir eben Freude, mich gut anzuziehen. Dir ist es ja gleich, wie ich anssehe Du liebst mich nicht mehr, hast mich überbaupt nie geliebt!" Das ihr ständiger Refrain; Wolf erwiderte nichts darauf, sondern stillschweigend ging er hinaus ein weiteres Wort von ihm hätte den Austritt verschlimmert, und nichts ivar ihm verhaßter. (Fortscßung trlrjt.) Das (Erlebnis Des Aötschen Deit.*' Von Rudolf Greinz. Wenn man den Götschen Veit so durch die Felder schleichen sah, hätte man meinen mögen, was sür ein fortschrittlich gesinnter Mensch er eigentlich war. Ein ganz wildes Gesicht hatte er. Blaurot und aufgedunsen und einen Wald von struppigen grauen Haaren drum herum. Dazu eine mächtige Nase. Groß und unförmig wie ein Kartosselknollcn. Einen gewaltigen Höcker stellte er hinten hinaus, und mit den, Fnßwrrk giitg's auch seit geraumer Zeit schon recht schlecht. Seiner Lebtag >oar er stets ein Häuter gewesen. Nie recht gesund, auch nicht gerade extra gut dran 111 it dem Geld. Aber gejammert hat er nie. War nur immer ein bissel einsilbig und behielt seine gescheuten Gedanken für sich selber. Tal selten den *) Aus „Unterm rote» Adler", dem neuesten Bande lustiger Tiroler Geschichte», der soeben im Verlag von L. Staackniann in Leipzig erschienen ist. Tics köstliche Buch mit seinem herzhaften Lachen, mit seiner echten, bitdkrästlgen Art, ist so recht ein Werk sür den Sonntag! 76 Mund auf, wenn die Bauern ganz besonders klug redeten und von den alten hergebrachten Ansichten, Sitten »nd Gebräuchen nicht lassen wollte». Der Götschen Veit war in seinem innersten Herzen ein moderner Mensch. Freute sich über jeden Fortschritt der Technik, soweit er in seiner Weltentrücktheit davon erfuhr und sowcht er iljit verstehen konnte. Sein kleines Giitl lag knapp an der Lairdstrasfe. Ganz einsam und verlassen. Ungefähr eine halbe Wegstunde von dem verwitterten Dörsel entfernt, zu dem er gehörte. Wie ein Raubrittcrnest sah das Vintschgaucr Dörsel aus. Schmutzig und ungastlich. Kleine graue Steinhäuser, .halb zerfallen und nüchtern in ihrer Bauart. Keine Blumen und leine freundlichen Gärten, hart an einen steil empor- raaenden Berg hingebaut und von den Felsen des Berges teilweise beschirmt und bedroht. Ausserhalb des Dorsels breitet sich das Tal. Und dort, wo der wildschäumende Gebirgsbach sich brausend ergießt, steht das wcißgemauerte hiittcl des Götschen Veit. Ein haar bunte Blumen blühen in dem eingezäunten Gartet. Große gelbe Sonnenblumen, Geranien und Nelken. Es haßt eigentlich so gar nicht in diese Gegend, das heim des alten Götschen Veit. Ebenso wenig wie er selber und seine grnndgescheuten Ansichten und Gedanken. Seit einer Meide von Jahren durchjagen viele Automobile die schöngepslegte Landstraße des Tales und hüllen das kleine, ungastliche Dörsel in dichte Staubwolken. Anfangs schimpften die Bauern aus die hcarrischen Sakra, die wie die helliachten hölltuifl dahersausten.- Taten ihnen auch nianchcrlei Unfug an und freuten sich herzlich, wenn einmal so ein verfluchter Karren nimmer weiter konnte. Allmählich fügten sie sich aber drein. Nahmen es hin als etwas Unabänderliches, nnd waren nur froh, daß kein größeres Unheil angerichtet wurde. Der Götschen Beit jedoch war von allem Anfang an ein tvarmer Anhänger des Automobilfportcs. So dahinsausen zu können, ohne Ochsen nnd ohne Pferde. . . „Teuxk, no amal eint, dös ist decht sein! Und koa Fuatter brauchen, koa Heu und koail Haber! Lch. a bissel a Benzinöl!"... Das imponierte dem Beit an> meisten. ' Einer der kühnsten Träume des Götschen Veit lvar es, selber einmal in so einem Auto zu fahren, behaglich eine Pfeife zu rauchen und tiefsinnig vor sich hinzuspeien. Wohin diese Fahrt eigentlich gehen sollte, so weit verflieg sich feine Phantasie nicht. Er wäre zufrieden gewesen, einmal in aller Gemütlichkeit über die Wege zu fahren, die durch die Felder führte», und sich den Stand der Acckcr von oben herab anzusehcn. So oft der Götschen Veit einem Autoniobil begegnete, wich er nicht scheu und furchtsam, sondern ehrerbietig aus und sah dem davonsauscnden Fahrzeug mit fast kindlicher Sehnsucht nach. Tie Insassen bemerkten den schüchternen Bewunderer nur in den seltensten Fällen. Achteten nicht aus die hagere, mittelgroße Gestalt mit dein großen, unförmigen Höcker, dem alten, tief ins Gesicht gedrückten Filzhüll und den steifen, etwas krummen Beinen. Sein kurzer, brauner LodenjanZger, die bodenscheuen Hosen, die schweren Stiefel und der dcrbseste Stock, aus den er sich wuchtig stützte. vervollständigten den Eindruck einer säst abenteuerlichen Erscheinung. Seit einiger Zeit fuhr häufig ein ganz bestimmtes Auto durch das Dorf un.) dann an dem. kleinen häuM des Götschen Veit vorbei. Der V-ir kannte es genau. Er erkannte cs schon an denr Tuten: und wpnst er diesen Ton aus der Ferne vernahm, dann humpelte er mit seinen steifen Beinen so rasch als möglich vor das Haus und pflanzte sich hart an der Landstraße aus. Sehnsüchtig sah er dann dem entschwindenden Fahrzeug nach und schnüffelte geduldig und schier mit Wonne Stailb und Bcnzin- geruch rin. Außer dem Chauffeur saß gewöhnlich ein älterer, gut aus- sehender Herr in dem Auto. Der kannte den alten sonderlichen Bauern ebenso gut wie der Veit das Auto. Umd einmal ließ er Hallen. Knapp vor dem Häusl des Veit, wo der Alte auf seinen Stock gestützt stand. Den Götschen Veit Härte bald der Schlag gerührt vor lauter Schrecken. Ta stand das Auto in seiner ganzen Größe und Pracht und brodelte und kochte vor lauter Ungeduld, nur bald wieder fahren zu dürfen. Und so schön ir^.r cs. hcrrlir.1! hellrot nnd voll Treck! Wo das etwa heute schon geioescn sein mochte! Wohl recht weit, ivo schlechtes Wetter lvar; denn hier schien schon seit Tagen die Sonne. i Der seine Herr im Auto war ausgestiegen und hatte sich dem Alten genähert. „Möchten Sie einmal mitkommen?" srug er freundlich. Der Beit glaubte schlecht zu hören. Xtub dann war er schüchtern. Getraute sich nicht gleich ja zu sagen. Taher tat er, als bemerkte er den Fremden gar nicht, und starrte an ihm vorüber aus das Auto. „Ich kenne Sic nun schon längere Zeit!" sing der freundliche Herr abermals an „Und denke mir, daß Sic einmal ganz gerne da drinnen sitzen möchten. Also steigen Sie. ein! Ich fahre Sic ein bißchen herum. Wollen Sie?" Der Götschen Beit sah den.Fremden zuerst fast feindselig an. Dann brummte er unwillig: ..Was hast g'faat?" -„Ich fahre Sic in die Stadt hinunter, mich Meran, wenn Sie wollen..." „Naa." „Also nicht?" „Naa!" kani cs bestimmt zurück. „Gut. Dann nicht. Ich dachte, es würde Ihnen Freude machen..." fügte der Fremde enttäuscht hinzu uitb kehrte wieder zu dem Auto zurück. Der Götschen Veit besann sich. Eine ungeheure Aufregung batte sich seiner bemächtigt, so daß er ungewöhnlich rasch denken konnte. Er dachte daran, wie nun mit einemmal sei» höchster Wunsch in Erfüllung gehen würde. Der Wunsch, auch einmal in so einem noblen Fahrzeug zu sitzen nnd voll Würde und Stolz herauszuschauen und sich von oben herab die Felder nnd Aecker zu betrachten. hier war die Gelegenheit. Die einzige vielleicht in seinem ganzen Leben. Nie wieder würde ihn einer der Insassen dieser noblen Fahrzeuge beachten, und nie mehr würde ihn lemand zu einer Fahrt cinladen. Der alte Bauer zitterte förmlich vor Aufregung und niachte ein ganz böses, ingrimmiges Gesicht. Aber er überwand seine Schüchternheit und fragte langsam, Wort für Wort betonend: „Wo sahrt's nachher hin?" „Wohin Sie wollen." „Und kosten...?" fragte der Veit Hinter. „Kostet nichts." „Nix?" „Nein." Der Götschen Veit kam näher. Langsam und so breitspurig würdevoll, als es ihm seine steifen Beine gestatteten. „Nachher könnt' i's ja probieren." „Also steigen Sie eins" Der feine Herr nnd sein Chauffeur halfen dem Alten beim Einsteigen. Schwer ließ sich der Beit in die weichen Polster falle». „Dös ist wiach!" meinte er anerkennend und sah den Fremden mit einem treuherzig dankbaren Blick aus feinen kleinen tiefliegenden Augen an. „Wohin wollen Sie fahren?" srug der Frenrde, indem er neben ihm Platz »ahni. „Mei!" machte der Veit bescheiden, „halt a bissel in die Felder." „Nicht in die Stadt? Ich bringe Sie abends wieder heim." „Mir ist's gleich !" sagte der Veit mit gemachter Gleichgültigkeit. Innerlich brannte er darauf, nach Meran zu kommen, wo er schon viele Jahre nicht mehr gewesen war. Er dachte es gar nicht mehr, wie lange. „Wird halt a bissel weit sein, ha?" erkundigte er sich. „Das niacht nichts. Wir fahren eben uni das geschwinder. Wenn's Ihnen recht ist ..." „Ah ja! I Hab' nix dagegen. Rösser sein's ja koanc." Der Chauffeur kurbelte an dem Apparat, und dahin ging's in einem Saus, daß dem Götschen Veit hören und Sehen verging. Anfangs hatte er gerade genug zu tun, sich mit seinem Hut zurechtzusinden. Der wollte ihm immer davonslieyen, und der Beit mußte ihn mit beiden Händen sesthaltcn. Dann blies ihm der Wind ins Gesicht und blies ihm schars durch die Ohren. Der Beit, dessen Zahnwerk nicht Mehr ganz in Orünung war, spürte schon ein verdächtiges Reißen, Aber er hielt tapfer aus u>ch war bemüht, sich s» fest als möglich aus seinen Sitz zu rammeln. Das gelang ihm aber »ur sehr schlecht. Denn ab und zu aab's einen Stoß, daß der Beit völlig in die höhe geworfen und dann wieder zurückgeschlcudert wurde und vor lauter Schrecken mir „Oha!" schreien konnte. Zum Pseiseir anzünde» und zum aus dem Wagen speien, wir er sich das in seinen kühnen Träuinen vorgestellt hatte, kam er nicht. Nicht einmal zum schauen. Und wenn er das Maul austun wollte, um etwas zu fragen, mußte er schreien, damit ihn der Herr neben ihiii verstehen konnte. Der Götschen Beit konnte gar nichts sehen von der Fahrt. Bis er etwas ausgefaßt batte, waren sic schon einen Kilometer tiefer ins Tal gefahren. So sperrte er die Augen aus, preßte fest das das Maul zu und hielt mit beiden Händen den Hut. Es gefiel ihm immer weniger da drinnen. Er wollte sich's selber nicht eingestehen. Es paßte ihm ganz und gar nicht. Und innerlich fluchte er, daß er überhaupt mitgefahren war. Jmmdr tvfeder wurde er in die höhe geschleudert — und wenn er dann auch iwch so weich in die Kissen siel, so hatte er doch jedesmal eineil derartigen Schrecken, daß er sich vor dem nächsten Mal fürchtete. Er fürchtete sich davor, aus dem Wagen geschleudert zu werden, und er fürchtete sich vor dem Wind, der ihm rauh ins Gesicht pfiff und ihm den Atem nahm. Tann riß er vor Entsetzen die Augen auf. Da tanzten die Bäume rechts und links der Straße an ihm vorbei und die Häuser und die Berge. Darauf wurde ihm mit einem Male schivarz vor den Augen. Grünschwarz. Und dann gab es ihm wieder einen Ruck, so stark und unvermittelt, daß er mit dem Kopf aus beit Rücksitz ausschlug und der freundliche Herr ihn zurückziehcn mußte. „Soll ich langsamer fahren lassen?" schrie er dem Veit ins Ohr. Ter Veit verstand kein Wort. „Naa!" brüllte er zurück. Das Auto sauste im raschen Flug durch das Tal. Sauste die ziemlich abschüssige Anhöhe hinunter, an deren Abhang ein größeres Tors lag. Der Götschen Veit hatte schon alle Zustände. Kalter 76 Schweiß stand ihm auf der Stirn, und dis grümchwarzen Farbe» wichen nicht mehr von seinen Augen. Ein übles Gefühl im Magen befiel ihn, drückte ihn, kam immer höher und höher. Der freundliche Herr neben ihm hatte keine Ahnung von dem Zustand des Götschen Veit. Er saß da und freute sich über das Glück, das er dem alten Bauer offenbar durch seine Einladung bereiten konnte. Plötzlich überfiel's den Veit. Urplötzlich. Mit elementarer Gewalt und wuchtig. Die echte, rechte, wirkliche Seekrankheit. Nickt mehr halte» konnte er sich. Ganz gebrockten wckt er und spie und spie und spie vor sich hin. Aber anders w-ie in seinen Träumen. Ter freundliche Herr »eben ihm war entsetzt emporgesprungen und schüttelte den Chauffeur mit beiden Fäusten. „Anhalten!" Fast wären sie alle drei aus dem Gefährt geschleudert worden. Mit einem so jähen Ruck hielt das Auto an. Den Götschen Veit brachte» sie in langsamem Tempo hinunter ins nächste Dorf und ließen ihm in einem guten Gasthaus ein Zimmer geben. Dann lieferten sie ihn ins Bett und gossen ihm Glühwein und Tee ein. Der Götschen Veit lag tvie in den letzten Zügen auf seinem Lager. Als cs ihni besser ging, wollten sie ihn wieder nach Hause bringen. Aber der Götschen Beit wehrte entsetzt ab. „Nit zehntausend Teufel bringen mi wieder in so an Karren !" erklärte er springgistig. So zahlte denn der Fremde für den Götschen Beit einen Platz aus dem Stcllwagen, der ihn dann auch daheim ablieserte. Bor lauter Gift und Galle vergaß der Götschen Veit das Danken. Er hatte eine Mordswut. Seit jener Zeit ist der Götschen Veit ein erbitterler Gegner des Autos. Wenn er eins von der Ferne hört, so humpelt er, so schnell er kann, hinein in sein Häusl. Völlig wie eine Eidechse verschlüpft er, die Schutz sucht. Und wenn er einmal nicht aus- weichen kann, so hält ec sich votz: Elkpl beide Nasenlöcher zu und spuckt und spuckt. Wenn er aber einmal einen recht schlechten Traum hat, so träumt ihm«, baß ihn der Teufel als Chausseur gekleidet in einem roten Auto abholen kommt, um ihn nnt Schncllzugs- geschwindigkeit in die Hölle zu fahren. Var Urbild von „Pani und virginie". Ter IM. Todestag Bernardin de Saint-Pierres hat die Veranlassung zu einer interesiaiüen Feststellung über die geschichtlichen Grundlagen seines berllhniten Meisterwerkes, des Romanes . Paul und Virgiuic" gegeben. Ter sranzösische Schriftsteller und Literarhistoriker Adolphe Brisson hat aus dem Nachlasse einer ursprünglich auf der Isle de France ansässigen Familie ein Manuskript erhalte», das die Schicksale Paul und Virginies den Tatsachen gemäß erzählt. Bernardin de Saint Pierre, der um die Mitte des 1R. Jahrhunderts diese Insel selbst besucht hat und kurze Zeit nach der Abfassung dieses Schriftstückes dort erschienen ist, wird die rührende Geschichte dort gehört und sie später aus- gcarbcitet haben. Tie eigentliche Heldin des Romanes hieß Fräulein Caillou, die im Jahre 1741 mit ihrem Onkel, der als.Chefingenieur drüben tätig gewesen toar, ini Alter von 12 Jahren nach Frankreich tUlückkchrtc, um dort die Schulen zu besuchen. Einige Jahre später kehrte sie mit ihrem Onkel wieder zurück und zwar aut dem Schisse „Le Saint-Geran". Hier erregte sie die Ausmerksamkeit des 26 jährigen Fähnrichs zur See Longchamp de Moutaiwre, der sich sofort sterblich in das an Schönheit des Körpers und des Geistes reich ausgestattete Mädchen verliebte. Er fand bei ihr Gegenliebe. Tic Beiden schwuren sich, wie es danrals Sitte war, ewi ie Treue und schwärmten aut der langen Uebcrfahrt von ihrem künstigen Glücke. Aber das Schicksal ivolltc es anders. Eines Morgens beruerkte der Kapitän, daß sie sich in der Nähe eines Felsenrisses befänden, und daß sie unrettbar aus die Klippen zu- fteucrten, Alle Bemühungen, die hohe See wieder zu gewinnen, waren vergebens und so zerschellte denn die stolze Brigg an den Klippen der Isle d'Ambre, Ter größte Teil der Besatzung ging unter. Andere erreichten schwiinmcnd das Uier, andere hielten sich jammernd und hilicslehciid au den Trüminer» des Schisses, Unter ihnen besand sich auch Fräulein Eailton. Sie war nicht zu bewegen, sich ihrem Bräutigani auzuoer,rauen- „nd schwimmend mit ihm das Land zu erreichen. So warf er sich denn allein in die stürmische See und veriprach ihr, sie bald aus ihrer schreckliche» Lage zu befreien. Er erreichte auch bald das Ufer, aber alle Anstrengungen, ein Boot oder ein Floß zu erreichen, waren vergebens, Bon ferne sah er die liebe Gestalt auf den, immer nichr in das Wasser versinkenden Wracke stehe», Ta stürzte Es stck^d^n nochmals in die Fluten und schwamm zu ihr zue- auck. rnesmai war Fräulein Eailton iu> Angesichte des sicheren Todes wohl zu bewegen, sich aus den Rücken des Geliebten zu isch'n, aber sie hätte sich unter keinen Umständen ihrer langen Oberilcrder entledigt, die dann auch dar Verhängnis des schwimmenden PaareS geworden sind. Sie klebten sich heurmend um die Beine des Schwimmenden und zogen ihn nieder. Eng ineinander verschlungen wurde das liebende Paar sväter voni Meer an die Küste geworfen und hier predigt. Soweit die Erzählung, Herr Brisson hat sich die Mühe genommen, durch die sran- zösisckre Regierung aus der Isle de France die Echtheit der in dem Manuskript angegebenen Namen uachprüscn zu lassen, n»d eS hat sich dabei herausgestellt, daß die betrefsenden Personen wirklich gelebt haben. _ vüchertisch. — RrchardWagner. Gesammelte Schriften und Dichtungen. Herausgcgcbeu, mit einer Biographie, Eiutci- tungen, Anmerkungen und Registern versehen von Wolsgang Golther, sGvldene Klassiker Bid iothekä Teulsckres VerlagShaus Bong & Eo, Berlin und Leipzig, Zehn Bände in sechs Leinen- Händen 15 Mark. — Richard Wagner als deutscher Klassiker! Der Komponist, der die ganze Musik revolutioniert hat, zugleich als vorlildlicher Dichter und Schriftsteller! Fürwahr eine seltsame Erscheinung, welche vielleicht in der gesamten europäischen Kulturgeschichte nicht ihresgleichen Hai. Und doch ist diese neue Würde cincs deutsche» Klassikers, welche Wagner dreißig Jahre nach seinem Tode zuteil tvird, ihr» nicht etwa Von übercisrigeu Verehrern beigelcgt ivorden, sondern sie erwächst von selbst aus der Eigenart seines Wirkens und Schaffens. Hat er sich doch von jeher für mehr als einen Künstler gehalten, hat er doch sein Streben als das eines Resormators aufgesaßt, dein die Kunst nur Mittel und Ausdruck einer Erneuerung der europäisck>en Kultur war. Kein Wunder also, daß er die Schriststcllerei zu Hilse nahm, um seinen Willen den Zeitgenossen verständlich zu machen, und daß er selbst seine gesamte schriftstellerische und dichterisch« Tätigkeit dem deutschen Volke darbot. Diese zehn Bände Ge- samnielie Schristen und Tichlungen, die bisher nur einem kleinen Kreis von Kennern und Fachleuten zugänglich waren — wir werden uns gewöhnen, sie künftig neben unseren Lessiug, Goethe und Schiller zu stellen und, was wichtiger ist, zu lesen, -- Das Deutsche Vcrlagshaus Bong L Co, hat also recht getan, Wagners Schriften in seine weitverbreitete Goldene Klassiker-Bibliothek aus zunchmen, und es hat seine Aufgabe richtig begriffe», wenn cs mit diesen Werken nicht nach Willkür und eigenen! Gutdünken verfuhr, sondern sie genau in der Fassung, Auswahl und Anord nung vorlegte, die Wagner selbst nach reiflicher Ueberleguug und mit. triftigen Gründen ihnen gegeben hat. Nirgetids konnte daS Unternehmen besser aufgehoben sein, als in den Händen des bekannten Wagner Forschers Geheinirat Prof. Dr. Golther in Rostock. Unter seiner Leitung ist hier zum ersten Male der Wag- nerschc Text unter philologische Kontrolle gestellt und von de» nicht seltenen Druckfehlern der Originalausgabe» gereinigt worden. Damit die gesamte bisherige Wagner-Literatur mit ihren Zitaten auch für diese Ausgabe paßt und nnmiltelbar danach benutzt werden kann, ist das Satzbild so eiugcrichlet, daß der vorliegende Neudruck nach Seiten und Zeilen genau mit der zweite» bis sechsten Auslage der Originalausgabe übereiustiururt und daß die Seitcu- »nblen der ersten Auslage austecdem am Rande angeqebeu sind. Dieser Vorzug ist nicht hoch genug zu schätzen. Mit alledem aber sah der Herausgeber seine Ausgabe noch keineswegs als erfüllt an: er hat vielmehr das Leben und Schassen des Meisters in einer großen Gesaniteinteilung unter Verwertung aller vis jetzt vorliegenden Forschungsergebnisse eindrucksvoll dargestellt und hat außerdem in reichlichen Anmerkungen znnr ersten Male eine ausführliche Erläutcning der Wagncrschen Schriften durch esührt. Verschiedene Register erholten die Brauchbarkeit, 24 Bildcrbeilagetr in Kunstdruck nebst 2 Faksimilezugaben bieten eine erwünschte Ergänzung, Das Werk ist nach den Grnndsätzeir der Goldenen Massiker-Bibliothek mit klaren Typen aut holzfreies Papier gut lesbar gedruckt und in sechs geschmackvolle Bände gebunden und kostet trotzdem nur 15 Mark, Mir dürfen sonach crtvarten, dast es bald in keinem Haute mebr fehlen tvird: was tvir an ihm besitzen, ist nichts Geringeres als eine mustergültige Ausgabe Vv» Wagners Gesanrmelten Schristen und Dichtungen, Rätsrl. Suckie in Oesterreich mich, als Stadt bin dort ich zu sinden, Stellst du zioci Buchstaben um, winkt dir ein köstlicher Trank. Auslösung in nächster Nrnnmrr, Auflösmig des magischen Quadrats in voriger Nummer; Redakiion: R. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen UniversttätS-Buch- und Steüidruckere«. R. Lange, Gießen. A j R | A j D B j A | R j A A | D | A | M