Ein Frühlingstraum. Äoinan von Fr. Lehne. Machdruck verbotm.) (Forlsedung.) Tie verflossene Stunde ivar gerade nicht angenehm sür den alten Ulrich gewesen, und ein Schamgefühl überkam ihn bch d>»> Gedanken an die Rolür, die er vorhin zu spielen genötigt gewesen ivar. Durch das Oeffnen der Tür ivurde er in seinen Sinnen unterbrochen und unwillig blickte er aus; aber als er feine Tochter, denn diese war der Störenfried» erblickte, glitt ein Lächeln über sein Gesicht. Schmeichelnd legte Gabriele die Arme nur seinen Hals und dann schmiegte sie ihr Gesicht an seine Wange. „Nun, Papacheu, er ist fort? Was wolltest du von ihm? Erzähle inir!" „Kind, das langweilt dich >—j es war geschäftlich!" , Sie warf schmollend die Lippen auf. „Was ihn betrisst, nicht! Sag' nur —" „Es Hat wirklich mjichts auf sich! .Aber das, was er von mir wollte —" ' „Was den»? O, sag schnell, Papa —" „Meine Neugierige! Wso, er hat mich um die Erlaub« nis gebeten, morgen zu koimnen und um deine Hand an-' zichalten." Er war doch bei diesen Worten etwas befangen und vermied, seiner Tochter ins -luge zu sehen. „Ah," ein tiefer Atemzug hob Gabrieles Brust, „ah, also docb! Wie kam das, Papa, erzähle!" Sie behielt ihren Vater fest im Auge, da sie vorhin seine Unsicherheit gesehen. Sie wollte wissen, was er sagte — er brauchte ja nicht zu ahnen, daß sie vorhin — gehorcht und auch das meiste ver- verstanden hatte. O, das sollte ihr Wolf büßen, daß er sie uni jene Putzmacherin verschmähen wollte — daß er von einem Handel gesprochen, der mit seiner Person getrieben wurde! «,WaZ isst da viel zu sagen, Kind! Genug, daß es so ist! Mönche mir das .Herz nicht schwer!—du tveißt ja doch, wie lieb du mir bist — meine Einzige!" crividerte er lvchmütig. „Aber Papa, es ist doch einmal so, daß man die Eltern verlassen muß," rief sie übermütig, „und loen» cs zu meinem Glücke ist?" i „Das wolle Gott, mein Kind! Das ist ja mein einziger Wunsch!" Er küßte sie gerührt auf die Stirn. „Sgg, Papa, wie hat er sich nur so schnell besonnen? Er hat wohl viel Schulden und nimmt mich daher nur des Geldes wegen,?" Ein lauernder Zug legte sich bei dieser Frage um ihre Lippen. „Wo denkst du hin — Wolssburg und Schulden! Die Schulden eines Leutnants init dein Gelbe meine? Kindes und vielleicht auch mit dessen Glück bezahlen, das tue ich nicht!" sagte der Bankier aufstchend. „Seine Zurückhaltung hat darin ihren Grund, daß er nicht als Mitgift- oder Glück?« jäger gelten wollte — das seine eigenen Worte!" i „Wirklich, Papa? — O, wie bin ich glücklich!" Und jubelnd umfaßte sie ihn und lvirbelte mit ihm durch das Zimmer, bis er pustend und ächzend um Einhalt bat. —> ,/O, Papachen, er ist doch so schön, nicht wahr? Sie werden mich alle um ihn beneiden — ach» er ist so vornehm, sc« aristokratisch! Und die Wolfsburgs haben so vornehme Ber- wandte — eine richtige Fürstin als Tante hat er! Ich glaube iäbcr, Geld haben sic acle nicht viel! — — Was werde ich nur für ein Bisiteiiklcid nehmen. Elegant und apart muß es sein — was es kostet, ist doch gleich, nicht wahr, Herzens« Papa?" * „Ja, ja," lächelte dieser, mache, was du willst! Das überlegst du dir mit Fräulein von Lassen, ja? Und jetzt lass« mich allein, ich habe noch nötig zu arbeiten." 7 . , Sic hat mir Treu versprochen, Gab mir cin’u Ring dabei — Sie hat die Treu gebrochen, DaS Ringlein sprang entzwei. E i ch c n d o r f f. Wie er nach Haus gekommen, wußte Wolf selbst nichts wie in einem Taumel war er gegangen. Er war hier vor eine Entscheidung gestellt, die für ihn aus beiden Seiten so oder so zum Unglück aussalleu niußte — entweder auf sein ganzes Lebensglück, sein Märchen verzichten, dafür aber mit reinem Namen und in Glanz und Reichtum leben — oder mit Mary vereint sein, aber Schimpf und Schande auf sich nehmen, — oder gab es nicht doch noch ein Drittes, was allem ein Ende niachte — — — ? Dumpf brütend lag Wolf auf seinem Ruhebette. Dir Mütze hatte er ins Zimmer geschleudert, den Säbel auf den nächsten Stuhl geworfen — alles war ihm jetzt gleich — o nur Klarheit, Klarheit! Immer wieder las er den Brief des Bruders, nach der statlgehablen Unterredung war ja ein Zweifel darüber nicht mehr möglich, was sein Bater ihm angetan! — Wie kam aber der Wechsel in Ulrichs Bch'itz? Daß'er gar nicht danach gefragt hatte! Dos war auch schließlich gleich, ob er es wußte! Wolf schlug sich mit der Hand vor die Stirn, warum hatte sein Vater das getan? Doch sicher uin jenes Weibes ivilleu, die ihm schon des Bakers Liebe gestohlen — war das nicht genug: mußte sein Glück nun auch noch geopfert werden? Aber war das nötig? Konnte er das Berhgngkkis nicht seinen Lauf nehmen lassen? Warum sollte er das' Opfer sein? Mochte der Alte sür seinen Leichtsinn büßen! „D Pfui," ries er aus und sprang aus, „nein, der Name Wolssburg muß rein erhalten bleiben, wenigstens vor der Welt - das war er sich und seinem Bruder schuldig! — Das Geld Hütte er bekommen, sicher — aber was hält«! es genützt? Sie wollte» ihn, ihn — diese Gemeinheit! Und wie fein sie sei» sorgsani gehütetes Geheimnis ausspioniert hatten! Seine arme kleine Marp als sein Verhältnis betrachtet. — Tie Vorstellung, morgen schon als Bräutigam 42 Von Gabriele zu gelten, machte ihn säst wahnsinnig. Sern süßes, kleines Mädel — was sollte aus ihr werden? und wie stand er vor ihr da! Wäre nur jener Abend nicht ge-- wesen, der sie unauflöslich mit einander vereint hatte! — Er mußte Mary trotz ihres ablehnenden Briefes auf jeden Fall noch heute abend sprechen, ehe sei» Vater kam, mußte ich Rat von seinem klugen kleinen Mädchen holen. Dann tand er wenigstens gerechtfertigt vor ihr — vielleicht nahm ie die Sache gar nicht tragisch, vielleicht würde sie ihm >och angehören, sie liebte ihn ja so innig-- Doch im nächsten Augenblicke schon unterdrückte er diesen Gedanken, der ihn und seine Mary erniedrigte. Nein, wie er sie kannte, lvar das unmöglich; sie wäre eher ge- ? orben, als daß sie seine Geliebte geworden wäre! — Am lbeud, nachdem er dem Burschen verschiedene Befehle erteilt hatte, machte er sich auf den Weg zum Friedhof; Bergers wußten ihm helfen. Die Frau konnte doch leicht, ohne daß es aussiel, zu Mary gehen! Es war ziemlich dämmerig und unfreundlich, da cs bis gegen Abend geregnet hatte und der Himmel noch stark bewölkt war. Gerade, als er in das kleine Haus eintreten wollte, das Bergers bewohnten, kam ihm dieser entgegen. „Guten Abend, Berger," sagte Wolf, ihm die Hand ent-> gegenstreckend, „guten Abend! Würden Sie mir wohl einen Gefallen tun?" „Tausend, Herr Leutnant, tausend! Was ist denn?" ragte er, und einen besorgten Blick in Wolfs bleiches Geich t werfend, fügte er hinzu, „der Herr Leutnant sind doch nicht krank? Wie sehen Sie nur aus? Was wird da Fräulein Mary sagen, die —" „Lassen Sie nur," wehrte Wolf mit niüder Bewegung ab, „also, würde Ihre Frau wohl zu meiner Braut gehen und sic bitten, unverzüglich zu einer äußerst wichtigen Unterredung hierherzukommen, wenn sie nicht gar zu krank ist, was ich eigentlich besürchte, da ich sie heute nicht gesehen und seit einigen Tagen nicht gesprochen habe!" „Aber, Herr Leutnant," ries da Berger in hohem Erstaunen aus. „Sie wissen wohl gar nicht, daß Fräulein Mary schon hier ist —?" „Was?" schrie Wolf, „Mary hier? Unmöglich!" „Doch! Sie wissen es wohl gar nicht mal? Vor ungefähr einer halben Stunde habe ich sie dort drüben gesehen —“ er machte eine bezügliche Bewegung — „sie nickte mir noch zu." „Wo? — dort? — es ist nicht möglich!" rief Wolf und Packle in höchster Erregung Bergers Arm, „das ist nicht Kläglich, sage ich! Sie hat mir doch geschrieben^ daß sie beute unter keinen Umständen kommen könnte — Sie haben sich getäuscht, Berger —" „Nein, nein," beharrtc dieser, „ich sah sie bestimmt: sie hatte das dunkelblaue Kleid an, das ich! ganz genau kenne und auf dem Kopse trug sie de» kleinen blauen Stroh- Hut; sie sah allerdings blaß aus!" „Also da drüben," sagte Wolf heiser, „ja, ja, sie wird mich schon erwarten. Guten Abend, Berger!" Der sah dem jungen Offizier kopfschüttelnd nach, wie er mit schwerem Schritt sich nach der Linde wandte. „Da ist was nicht in Ordnung," murnielte der Alte vor sich hin, „er weiß nicht, daß sie hier ist, trotzdem sie ihm geschrieben, sie könne nicht komme». Seltsam, seltsam — sollte sie vielleicht mit einem andern —? aber das wäre ja eine Schande — nein — nein!" Und er ging weiter nach einem seiner Pflege übergebenen Grabe, um dort die Rosen abzuschncidcn, die von dem Regen gelitten hatten. Wols sah Mary nicht, halblaut rief er ihren Namen > jedoch erfolgte keine Antwort. Vielleicht hatte der Alte sich doch getäuscht; aber das war ja wieder nicht möglich, »ocnn sie ihn sogar gegrüßt hatte! Schwer ließ er sich auf der Bank nieder, um seine Gedanken einen Augenblick zu sammeln. Eisig griss es nach seinem Herzen, und eine lläh-- mendc Angst erfüllte ihn. Was hatte Mary hier zu suchen, nachdem sie ihm feie Zusammenkunft verweigert? — War sic seiner vielleicht gar überdrüssig? War all ihre keusche Zurückhaltung vielleicht nur Schein und Berechnung? Sehnte sie sich nach Abwechslung? Nun gut, das war ja jbie beste Lösung für ihn — dann stand ja nichts mehr im Wege, Gabriela zu heiraten und ein Leben voller Behaglichkeit u führen! Wprum aber überlief es ihn so kalt, wenn er. aran dachte? Tor, der er doch war! Gewaltsam schüttelte r die Gedanken von sich und sprang auf. Das war ja alles Unsinn — Hirngespinste, womit er sich quälte — Wart) war ja sein — sein süßes Märchen., die ihm unmöglich untren sein konnte! — Wie er in einen Seitenweg cinbiegen nwllte, kreuzte dicht vor ihm ein junger Mann seinen Weg, der eS sehr eilig hatte, fortzukommen. Flüchtig blickte ihn Wolf an und sah eine schlanke, elegant gekleidete Gestalt, ein blasses, schmales, bartlose? Gesicht mit schönen regelmäßigen Zügen — der Mann machte den Eindruck eines Künstlers. Eine seltene Erscheinung auf dem Friedhof, doppelt um diese Zeit; vielleicht hatte oer auch ein Liebchen, das er hier traf! Fast unwillkürlich schlug Wols den Weg ein, den der junge Mann gekommen ivar; da sah er vor sich ein Tuschens tuch liegen; er bückte sich mehr mechanisch danach — ein leiser Hcliotropduft flog ihm daraus entgegen; ein Tust, den Mary so über alles liebte! Aufgeregt saltete er das Tuch auseinander, den Namen zu suchen--unb alS er ihn gefunden, ließ er die Hand mit einem tiefew Stöhnen sinken — das Tuch war eins von den feinen Batisttüchern, die er ihr geschenkt, — gestickt mit ihren! Vornamen. Das also war es, warum sie nicht gekommen war — sie hatte sich nach Abwechslung gesehnt -- er hatte sein Herz einer Dirne geschenkt — o! Vielleicht hatte sie gar in den Armen ihres Liebhabers über ihn gespottet, über seine Schwerfälligkeit! Anscheinend ein Künstler, verstand es der andere vielleicht besser, sie zu unterhalten, als er mit seinen kleinlichen Bedenken! Und da erfaßte ihn eine rasende Wut, daß ev am liebsten alles um sich her vernichtet hätte! Mit tiefem Stöhnen ließ er sich aus eine Bank nieder. Nur ein Gedanke beherrschte ihn: Mary ihm untreu, sie, die er so heiß liebte, hatte ihn belogen — — er hatte sein bestes', sein, heiligstes Manncsempfinden an eine Dirne wcggeworsen! Wer weiß, wie viele vor ihm sic schon mit ihren Augen' betört, mit ihrer Gunst beglückt hatte! Er dachte gar nicht daran, daß sie vielleicht noch da sein, daher sie siudcn könnte — nichts — es überkam ihn ein namenloses Wehj vor dem alles andere versank. So fand ihn Berger, baffcn Räherkommen Wolf ganz überhört hatte. Tief erschüttert betrachtete der alte Mann den jungen vor sich. Er trat wieder ein paar Schritte zurück und gab dann sein Näher- kommcn durch lautes Husten kund. Wolf sprang aus; es brauchte niemand, der da kam, ihn in seincin Schmerz zu sehen. „Nun, Herr Leutnant," rief der alte Berger gezwungen lustig, „Sic haben doch das Fräulein gesprochen?" Wolf schüttelte stumm den Kopf. „Nicht? — Aber erst vor ein paar Minuten habe ich Fräulein Mary gesehen. Ich wollte ihr zuruscn, daß Sie hier seien; aber sie hatte es sehr eilig, daß ich sie nicht habe, erreichcn können." „Das glaube ich," sagte Wols mit tiefer Bitterkeit, „denn der junge Mann, mit dem sie anscheinend hier war, ist mir vorhin, ebenfalls sehr eilig, begegnet." „So, den haben Sie auch gesehen? Kurz nach dem Fräulein verließ auch er den Friedhof." Mitleidig betrachtete der alte Berger den jungen Offizier, wie er so dumpf brütend dasaß. Leise faßte er ihn an die Schulter. „Kops hoch, Herr Leutnant. Seien Sie doch nicht so traurig!" „Habe ich denn nicht Grund dazu, Berger? Ist es nicht bitter, von dem Mädchen, das ich so sehr liebe, so betrogen zu werden?" „Wissen Sie das schon genau?" „Ist denn das noch nicht deutlich genug?" rief Wolf ausspringend — „mir abzuschreiben, dringend, ohne Grund — und doch mit einem anderen hier zu sein?" „Haben Sie sie denn auch mit dem andern gesehen?" gab Berger ernst zurück. „Mann, machen Sie mich doch nicht verrückt! Ist denn das iioch nicht klar genug? Sie glauben ja selbst nicht, was Sic da sagen!" (Fortsetzung wlgl) Die Erziehung zur Gemeinnützigkeit.'» Von etwas Neuem und Gutem wollen wir berichten, zugleich von sonnigen Aussichten in ferne Zeiten, trotzdem das gegenwärtige Berufs- und Geschästsleben immer ausrcibender und bedrohlicher wird. Wohl haben wir einerseits die erstaunlichsten Fortschritte in Erfindung und Technik gemacht; wohl hat sich ein ungeahnter, riesenhafter Äusschwung in Produktion und Handel vollzogen: auch ist die LebensWtung der Menschen heute viel gehobener, — aber *) „Erziehung zur Gemeinnützigkeit" von Arnold Berger. Verlag von A. Haasc in Prag I, Annabof. . 43 glücklicher ist die Menschheit trotz aller Kultursortschritte nicht. Ausfällig ist besonders die große Zunahme von Morden und gewalttätigen Körperverletzungen, Revolverschicßereien sind an der Tagesordnung. Und was ganz besonders aussällt, ist die Tatsache, daß die Unholde und Rohlinge so zahlreich dem jugendlichen Alter angehören. Zucht und sromme Sitten drohen zu verschwinden. An ihre Stelle treten Unbescheidenheit, Zuchtlosigkeit, Genußsucht und Hdeallosigkeit. Dieser Tiesstand der seelischen Kultur großer Teile der Bolksmassen ist wieder die Grundlage sür die Beliebtheit ebenso tiesstchender Vergnügungen und Zerstreuungen. Ueber- treiben wir? Wären nicht die Volksmassen so unveredelt, dann wäre es unmöglich, daß die Schund- und Schauerliteratur, die Kinos mit gräßlichen und gemeinen Bildern, die Zirkusse mit Grausen erregenden Darbietungen so volkstümlich hätten werden können, wie sie es geworden sind. Wenn aus der Straße von einem Tierfreunde gegen eine Tierschinderei vorgegangen wird, sieht man oft das Publikum nicht sür das Tier, sondern für den Tierguäler Partei ergreifen. Wenn ein verunglücktes Pferd auf der Straße liegt, kann man oft von der Jugend rohe Bemerkungen hören. Das jetzt lebende Menschenmatcrial eröffnet uns keineswegs die zweifellose Aussicht auf einen sittlichen Aufstieg der Menschheit. Es kommt ein Geschlecht von anspruchsvollen, sich vergnügenden, die Ellenbogenfreiheit rücksichtslos benutzenden, herzenskalten Schlaubergern. An Idealisten fehlt es. Muß das alles so hingenommen werden, etwa wie man auch den rasenden Schnellverkehr aus Straßen und Landstraßen nicht mehr los zu werden scheint? Nein, so verhält es sich nicht! Der Archimedes-Punkt, an dem die Welt aus den Angeln gehoben werden kann, liegt in der Schule. Aus dem Schulgebiet sind innerhalb des letzten Menschenalters schon große Umänderungen ersolgt. Fabelhast entwickelten sich die Bildungsmöglichkeiten und mit ihnen der Bildungsgrad. Doch ein Uebclstand ist von früher her geblieben: das Gemüt geht ziemlich leer aus. Es wird zuviel unterrichtet und zu wenig erzogen. Im wesentlichen haben die Worte von Professor Knof, die er vor Jahrzehnten schrieb, noch immer Bedeutung: „Welche Anregung empfängt das Gemütsleben in den Unterrichtsstunden? Beim Lesen, Rechnen, Schreiben und Zeichnen, in der Naturlehre, Erdkunde und Naturgeschichte so gut wie keine.".... „Die Jugend wird viel zu wenig in ihrem Gemütsleben angesaßt und nicht shstcmalisch darin gefördert: die Vcrstandcsbildung im Dienste der Bosheit ist die gefährlichste Feindin alles sozialen Lebens." — Auch für das Gemüt der schulentlassenen Jugend, die doch nun im Leben, in der Gesellschaft zu wirken beginnt, ist in den ncueingcsührtcn Fortbildungsschulen nicht gesorgt. Wir haben insgesamt nur Lern- und Berufsschulen, keine Erzichungsschulcn. Unterweisungen in Gesinnungsbildung durch welche die männliche und weibliche Jugend aller Schularten snstematisch, d. h. vlan- mäßig zu praktischer Humanität, tzelscrdienst und Licbestätigkeit angeregt wird, sind unerläßlich! Nicht in der Volksschule allein! An allen Schulen für beide Geschlechter sollte nach Goethes Rate die Erziehung der Menschheit betrieben werden. Gar viele erwarten alles Heil von der Volksschule. Welche Schulen senden aber die einflußreichen, die führenden Menschen ins Leben? , Kürzlich erschien ein Buch „Erziehung zur Gemeinnützigkeit", versaßt von einem österreichischen Lehrer, der unter dem Namen Arnold Berger schreibt.*) Dieses Werk eröffnet ganz nene Gesichtspunkte. Es ist zwar in erster Linie für Lehrer und Erzieher geschrieben, fesselt indes durch eine Fülle richtiger Beobachtungen und deren Darbietung im Plaudcrton so ungemein:, daß auch die Kreise der Humanisten und Ethiker, überhaupt alle, die an der Volksseele arbeiten, es lesen sollten. Das Buch lehrt Moralunterricht, ohne zu moralisieren. Es leben schon heute vereinzelt Menschen edelster Art, solche, wie Rosegger in seinem Lebensbilde „Frau Natalie" geschildert hat. Das sind „Menschenscelen, die grenzenlos leiden, weil sie grenzenlos gut sind: herrliche Jdealistenseelen, die gleichsam nur irrtümlicherweise vom Himmel auf die Erde kamen, hier überall den Himmel suchen und so grenzenlos unglücklich werden, weil sie statt dessen überall die Hölle finden." ' Diese einsamen Idealisten verzehren und verzetteln ihre Kraft, weil sic eben nur vereingclt sind. Viele Charaktere ähnlicher Art muß unsere Erziehung zeugen, wenn die Gesellschaft gesunden soll. Es kann nur besser werden durch die Guten. Denken wir uns in jedem bedeutenderen Orte eine Anzahl einflußreicher Menschen mit Frau Nataliens Gesinnung! Wie schwänden bei deren Wirken leibliches und geistiges Elend dahin, wie müßten Wohlstand und Seelenfrieden zunehmen! Dieses Ziel kann erreicht werden durch die Schule, wenn Unterricht in der Gesinnungsbildung eingeführt wird. Das soll aber kein staubtrockenes Lehren von Regeln sein, sondern durch gute Beispiele, die weise in ein System gebracht sind, sollen den jungen Seelen die richtigen Wege gezeigt werden. Der Menschengeist ist auf Güte angelegt, fühlt sich wahrhaftig glücklich nur im Guten. • Mit dem Nächstliegenden sängt der Verfasser jener Schrist an. „Wohltaten beginne zu Hause: das ist bei den Angehörigen. Wer so erzogen wird, daß er sich gegen Eltern und Wohltätern dankbar, also liebevoll zeigt, bei dem'ist guter Grund gelegt zur „Liebe" gegen alle Mitmenschen, weil ihn „Rücksicht" erfüllt, weil sein Gewissen schon geweckt, ja geschärft ist. So kann denn die Erziehung zur Dankbarkeit leicht ergänzt werden durch die Anleitung zur allgemeinen Menschenliebe, zur Philanthropie, zur sozialen Gesinnung. Die Aneiferung zum Wohlwollen muß so weit gehen, baS der gesamten Jugend auch Rücksicht gegen die Tier- und Pflanzenwelt eingeimpst wird. Keinesfalls aber darf von den Schulen unterlassen werden, ihre Besucher von einseitiger Befriedigung der Sinnengenüsse abzulenken: deren Ausmerksamleit muß vielmehr nachdrücklich auf die reinen, echten Freuden gelenkt werden: auf die Freude am Guten und am Schönen!" Ein Beispiel mag illustrieren, wie der Verfasser die jungen See« len anpackt: Lehrer: So sind wir Menschen! Als Kinder weichen wir nicht von Vater und Mutter. Wir hängen an ihrem Halse. Wir sliegen ihnen entgegen, so sie einmal fortgegangen waren. Wenn wir halbwegs dürfen, gehen wir überhaupt mit, damit sie nicht „davonlaufen". Stolz schreiten wir neben ihnen her. Was Vater und Mutter für Kleider tragen — kümmert das uns? Ob sie hübsch sind an Wuchs und Gesicht, die lieben Eltern, Ivas geht das uns an? Kein Kind fragt je darnach. — Es bleibt nicht immer so. Mit unser»! Körper wächst auch die Lust zum Kritisieren. Der Eltern Kleidung gefällt nimmer. Sie hat den und jenen Fehler. Auch hübscher könnte die Mutter sein. Der Vater ist „nur" Gerichtsdiener. Bei dem dort in der letzten Bank ist er ein Herr Professor. Warum ist meiner das nicht? Nein, schämen muß ich mich . . .! — Freunde, cs kommt so vor! Aber — es sind nicht alle Kinder so . . . albern und ungerecht. Ein Ge- schich.chen möge es zeige». — Zu Marburg war's, der alten Schulstadt in Hessen. Die Studenten waren im Hörsaale versammelt. Professor Stilling lehrte sie eben. Dessen Vater war ein armer Kleinbauer. — Was mag er wohl jetzt tun daheim, der liebe Veter? — „Ihr Vater ist da, Herr Professor!" Einige Studenten riesen so. Professor Stilling verstummte. Die Vorlesung war aus. Der Vater war da — ein Bauer! Professor Stilling wird sich „verkrochen" haben? Solch Feigling war er nicht. Keinen Augenblick sollte der Vater warten. Auf der Stelle ging Herr Stilling hinunter — die Studenten mit ihm. Da stand der liebe Vater. Sein Rücken war krumm. Das Gesicht hatte Furchen. Das war ja rein zum — Schämen sür den Herrn Professor! Schüchtern blickte der Bauer auf den Sohn. „Vater, Ihr seid sehr gealtert in den 13 Jahren!" — „Das sind Sic auch, mein Sohn." — „Saget nicht „Sie", Vater, sondern „Du"! Ich bin Euer Sohn und stolz daraus, es zu sein. Was ich heute bin, verdanke ich Euch!" So die Rede der beiden Männer. Vater Stilling blieb etliche Tage in Marburg. „Diese Zeit ist mir ein Vorgeschmack des Himmels!" So meinte der alte Mann. — „Des bin ich froh! Ich habe meinen Vater erfreut, meinen alten Vater!" Sv sann der Brave in heller Freude. Nun ruht er lange schon in kühler Erde. Aber seine Dankbarkeit lebt. In vielen Büchern steht davon zu lesen. Ahmen wir ihm nach! Merksatz: Es liebt die Eltern, wer nie sich ihrer schämt! — Nachhaltig gemütbildend wirkt auch das Einprägen von Dichtersprüchen und Prosaworten bedeutender Menschen. Der Verfasser des Buches hält cs nicht für notwendig, daß die Jugend lange Gedichte erlerne. Sprüche bringen denselben Gedanken in knapperer Form. Diese der Jugend unvergeßlich einzuprägen, ist wertvoll, zum Beispiel: O Knabe, der das .Haus durchtollt, O Mägdelein im Lockcngold — Wenn dich die Mutter liebend küßt, Weißt du es denn, wie reich du bist? Karl Krobath. Man ist nicht arm zu nennen. Wenn man ein Müttcrlein, Ein gutes, liebes, treues, Dienieden noch nennt sein. Sadrach. Schöne deutliche Anschaunngsbilder können den Gesinnungsunterricht wirksam unterstützen. Noch besser eignen sich hierzu Schulkinos, wie ein solches z. B. der Ort Zella St. Blasii besitzt. Im dritten Abschnitt behandelt der Verfasser die Erziehung zur sozialen Gesinnung. Das ist ein ungeheuer wichtiges Kapitel. Es werden dort besprochen, immer an Beispielen, Not und Elend und zwar nach verschiedenen Sonderungen, verschämte Arme, unverschämte Arme, erlogene Not, verschuldete und unverschuldete Not. Dann kommt die Selbstbewahrung vor Not durch Benutzung von Wohlsahrtscinrichlungen. Es wird die Bedeutung der Sparkassen, Versicherungen und Wohlsahrtsvcreinc klar auseinander gesetzt. Stets wird an das Bestehende, an das vorhandene Gute und auch Schlechte angcknüpft und der Jugend gezeigt, wie Verbesserungen zu erzielen seien. Als wirksam durch mehrjährige Lehrversuche mit Schülern an verschiedenen Orten hat der Verfasser die Behandlung nachstehend angeführter Themen erprobt: 1. Die Schule und das Almosenwesen. 2. Das Stistungswcsen in der Schule 3. Die gemeinnützigen Vereine in der Schule. 4. Das Wohltun ohne Geld. Ebenso wie dieser Gesinnungsunterricht ans die Erzielung besserer, opferwilliger Menschen hinarbeitet, so wird anderseits gegen unüberlegtes, planloses Wohltun ein Riegel vorgeschoben. An Beispielen aus dem Leben wird der Merksatz entwickelt: „Beim Spenden muß man vorsichtig und überlegt verfahren." Das Kol- lektenwesen und die Sammelbüchsen finden ausführliche Beachtung, desgleichen die Alkoholsrage, die Fricdenssrage, die Tierschutzsrage, die Frage der Bodenreform usw. Daß der Tierschutz ei» Haupt- sördcrungsmittel zur Schaffung besserer Gemüter ist, wird anerkannt und erläutert. 44 Das Buch „Erziehung zur Gemeinnützigkeit" durste nur acht Druckbogen umfassen. Manche- ist darum im letzten Teil bloß angkdrutet, was in einem späteren größeren Werke ausführlich zu finden sein und dann auch Überzeugeicher wirken wird. John Russin Hai gesagt: „Es gibt nur eine Heilung des allgemeinen Elends: allgemeine Erziehung, die darauf gerichtet ist, die Menschen zum Nachdenken zu dringen, sie barnuhcrzig und gereckt zu machen." — Unser Verfasser sagt hierzu: „Es war mein Streben, in diesem Buche zu zeigen, wie eine allgemeine Erziehung etwa aussehen müsse, welckc die Menschen zum Nackchenken bringen, sic barmherzig und gerecht machen könne. _ In der Schule mul! begonnen werden mit philanthropischer Aufklärung: später ift's zu spät. Da muh der Schuster schustern, der Schneider schneidern, der Lehrer lehren, der Beamte amtieren, der Arzt heilen. Den meisten Menschen gibt ihr Beruf so viel zu tun, daß ihnen nicht mebr die Zeit zum Spekulieren und Philosophieren bleibt — oft auch die Lust dazu vergeht." Diese Andeutungen sollten auf das neue Buch die allgemeine Aufmerksamkeit lenken. Man wird sagen, die Lehrpläne der Schule seien bereits überladen, so daß es unmöglich sei, auch noch dieses ncu^ Fach unterzubriugen. Was zu guten Menschen macht, das muß zu allererst gehegt und gepflegt werden! Wir haben jetzt das Zeitalter der organisierten Jugendpflege. Von verschiedenen Seiten und auch von den Behörden herab wird mancherlei getan, um die Jugend gesunder, kräftiger, natnrfreu- digcr zu mache» und sie verderblichen Vergnügungen zu entreißt». Er- gilt aber, in den Geist der empfänglichen Jugend auch sorgsrmr die Ideale der edlen Menschlichkeit zu pflanzen. Das ist bisher nicht genügend gesehen. Darum verwenden so viele Menschen ihr Wissen und Können eigennützig nur für sich/, und darum findet inan so ost eine antisoziale Gesinnung und >o selten eine soziale. Diese Worte rühren an den Nerv der Zeit. . , i Wir wünschen dein Bersasser, der unter widrigen Verhältnissen und unter Entbehrungen an seinem Werke Jahre hindurch gearbeitet hat, daß ihn, durch einen großen Erfolg seiner jetzigen Schrift ermöglicht werde, auch das verheißene ausführliche Werk zu vollenden. Hier wäre ein Kandidat für den Nobel-Preis. vv!kane in Japan. Tie sulchlbare Katastrophe des Vulkanausbruches aus-dcr Jnsck Sakitrachiiua. der 5000 Menschenleben zum Opser gefallen sind, läßt eine Schilderung der javanischen Vulkane besonders aktuell eischeiueu. die E. Beurc Milsord in der National Review gibt. Ter Japaner, der »litten unter Vulkanen lebt und ihre surchlbarc Mackst nickst selten so schrecklich zu spüren bekoaimt, weilst seit altersher den seuerspeieudeu Bergen einen srommeu Kultus, der in den am Fuß der meiste» tätigen .Krake,, errichtet«, Tempeln zum Ausdruck kommt. Solche Gotteshäuser gibt es in der Nähe des Fnjipamg, deck l-erüh in testen japanischen Vulkans, des Utake, des Takachilw. des Taisen. des Onama und vieler anderer. Außerordentlich zahlreich sind diese Vulkane über das ganze Land zerstreut. Das Lbler - vatonuni von Tokio zählt 165 voneinander unebjhängtge Bullau- gruvven aus! Während der 12 000 Fuß bade Fmiyama als der heilige Berg des Landes, dessen eigenartige spornt so etwas wia das Wahrzeichen Japans geworden ist, das grötzte Ansehen genießt, wir. der Asama am meisten gefürchtet. Alle 14 Tage gib! cs hier ziemlich gesährlick-e Ausbrüche. Die von der javanischen Re- gieluug eingerichtete ständige Komniissiou für Erdbeben uulerrichlet die Bewohner der umliegenden Ortschaften, wenn, nach ihren Beobachtungen ein ernstlicher Ausbruch droht. Tic schrecklichste Kalasttovhe, die durch den Aiama heroorgerusen wurde, war die von 1783, die ungeheure Wälder in Brand setzte, dis Flüsse zivang, in entgegengesetzter Nichtung zu strömen, und zahlreiche Törier unter einer 6 Meilen langen Lavaschicht > grub. Tie vulkanische Insel Oschima, die am Eingang in die Bai von Tokio liegt, besitzt einen legelsörmigen Krater, an deui man das! Niveau der glühenden Lavauiassen steige» und fallen sieht, wie das Quecksilber in einem Thermometer. Ein schlimmer Ausbruch zwang hier 1012 die Einwohner, sich ans das Festland zu retten, um dem Untergang zu entgelzen. Dir großartigste Kelle von Bnlkaiieu in Japan ist die von Nikko, die eine Höhe von 8000 Fuß erreicht. Eine l>errlick>e Landschaft ven üpvigev Fruchtbarkeit detiul sich imi sie aus und bat zu dem Sprichwort Anlaß gegeben: „Wenn du nicht Nikko gesehen bast, sage nicht, daß etwas großartig iß." Die iapauischen Künstler haben hier ähre vrachlvollslen und phantasliickisteil Motive gefunden: zahlreiche Bergsteiger er- kliniiucn diese beute ruhenden Fenerschlünde, und die einfachen Leute unternehmen Pilgerfahrten aus die Krater, um die hier nur Unheil lauernden Dämonen zu veriökucn. Im Nordeil von Nikko liegen die heißen Quellen von Nasunama. die schon seit dem 7. Jahrhundert bekannt sind. Ein Vulkanausbruch von. 1888 zerstörte die Quelle Gamanaka. Damals soll sich plötzlich ein snrchlbarcr Schlund geöffnet haben, der die ahnungslos an der Quelle Weilenden verschlang. Ter durch den Ausbruch hervorge- rusene Luftdruck war jo stark, daß alw Bäume entwurzelt und weit durch die Luft geschlendert wurden. Ueberall trifft man bei Besteigung der iapauischen Vulkan« aus Spuren von Ausbrüchen, die der Landschaft eine tragisch» und unheiniliche Größe verleiben. Solche Vulkanbesteigungen sind! durchaus nicht gefahrlos: sie erfordern viellejcht weniger Ausdauer und Beweglichkeit als die Erklimmung anderer Bergspitzenz aber sie bieten dafür beständige Gefahren, da die iapauischen Vulkane wegen ihrer unerwarteten plötzlichen Ausbrückze bekannt sind. Trotzdem lverden diese feuerspeienden Berge viel besucht und bestiegen. Der gelbe Mann steht zu ihnen in einem nahen Verhältnis, das nicht nur durch seine religiöse Verehrung der Vulkan« bedingt wird, sondern auch durch die Naturwunder, die es hie« zu schauen gibt, und durch die heißen Oichellen, die sich hier sin» den. Der Badeort int Gebirge ist eine der Leidcnschaileii des Japaners, und die Quelle», die er aussucht, liegen fast alle an> Vulkanischem Gebiet. _ 1 vermischte«. kt. Kann ein e i » g e i r o r e » e r Mensch ivieder auslauen? Die Frage sckteiul tuübiq, dentt iveun ein Mensch einkrierl, ist er tot und bleibt tot. Riedc>« Tiere, besonders Fische »iid Frösch« und Salamander dagegen lrieieu in> Winter hänfiq ein, ilir Leben erleidet gewihermave» eine Iliilerbrecluiiig, »nd wenn sie im Frühjahre ivieder aauauc», leben sie weiter, als sei nichts geschehen. höheren Tieren, selbst mit dem Menscren will es nun der viiifif 4-c Physiologe Baicliuietieff ebenso inacheu. St ue Behauptung, die eigentlich amerikanisch klingt, ist die daß höhere Tiere das 0i»- 0t«reu auch vcilraae», und es soll ihm, w>c das »Journal des DevatS' berichtet, schon lei Säugelieie» gelungen sein, dos (im- srieren und Wiederanltaueu olme Schädigung iür das Leben im Versuclie hervarzuruie». Freilich beziehen sich dies- seine Versuch» aul Tiere, die während der kalten Jahreszeit in Wintcrschlai vcr- lallcn, »ämlicb aul Fledermäuse. Fledermäuse könne» nach Aaset»» ctiesss 7lnga>'e» sc!» tick« Temveealureu vertragen, wen» »>n» für künstliche Atmung lorgt ÄastlimetieF gcdenll iinn le n« Versuche auch an Asse» au »stellen, und glanbt, iven» rin» die- gelinge, seien sie soweit aediebeu daß man sie nnl den Menschen aniveudcn könne. Ee verwich dabei Ziele von vraktck lier Be- deutuig: das Eui'riere» des Aienickien z. A. soll eine Heilung der Tuberkulose herlwi'übren: da Tuberkel», die emige Woche» lang aus 3 öjinU unter Null ab gekühlt werde», sterben, ist eS klar, daß ein Menich von Tuberkulose »clleilt werden kan», 'alls er da» dinleierei, „nd Wliüelawlausu verträgt: Ivenii käugetierc da» Elutrreec» vertrnaeu, wird natürlich jedtr Bnner imntd* vau»- tieie so überwintern, daß er >■« eiiilriere» laßt, um lie nicht lüiler» z» branche», und ebenso — so führt die Aalchmetteffsche Pliaulaki« iveiter au- — kau» man lebende Tiere n»i beste» so verschicken, daß man sie einiriert. Für de» Menschen hätte dieses Eluwi ereil u»l Wiederanllaueu noch besondere Anuehmlichkeiteii: man lebt, ganz wie c- einem paßt, ein paar Jabre, läßt sich da»» aul 2t), b0 oder 100 Jahr« emirieren, dann ivieder ailstauen, und ist natürlich erstaunt, was für Fortschritte inzioischrn gemacht ivorden sind. — * Das Wiedersehen. Frau Schulze macht im Psarr- haus Besuch. „Ach. was für schöne Knövse uähe» Sie da a>« Ihres Mannes Weste," nreinl sic, als sie die Fron Pfarrer an ihiein Nähtisch begrüßt, „wisien Sie, mein Mann hatte einmal ebensolche Knöpfe" Woiaui die Fra» Pfarrer in srriindlicher Erklärung erividert: „Ja, wir sanden sie immer Sonntags im Klingelbeickel . . ." * Tic T a u e r st e l l » n g. Ter fremde Besucher: „Ich bin von Smith ii. Co. engagiert, um die Rechnung ciuzuziehen. di« Sie ihnen schulden." — „Meinen Glückwunsch, daß Sie eine solch« Tauerstellniig erlangt haben!" Sk