Ein Frühlingstraum. Roman von Fr. Lehne. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Die Augen standen Mary voller Tränen. Er küßte sie ihr von den Winrpern. „Lasse das, Geliebte," bat er, „sage mir nur, ob du mich auch wirkjich liebst! Ich bin ein armer, einsanier Mann, der jetzt erst in dir seines Lebens Inhalt gefunden hat, der in dir sein alles sicht! Mary, wenn du mir je untreu werden würdest, das ertrüge ich nie." Eine tiefe Bewegung klang bei diesen Worten aus seiner Stiinine. Da glitt sie von seinen Knien aus die Erde, ihm zu Füßen und küßte seine Hand. „Was tust du, Kind — nicht doch!" Und er entzog sie ihr. „Laß nur," sagte sie. Dann lehnte sie ihre Wange daran, und die großen Augen voll zu ihm ausschlagend, kam es innig von ihren Lippen: „Wolf, wen» du es denn hören willst, ich liebe dich, so lange ich dich kenne; für dich lebe und sterbe ich! llnd> aus meine Treue kannst du wie auf die deinige bauen!" Da faßte er ihren Kopf mit beiden Händen und sah tief in ihre großen unschuldigen Augen. Was ihm daraus ent^ gcgenstrahlte, mußte ihn wohl befriedigen: denn er küßte die klare Stirn des Mädchens. „Ich danke dir, mein Lieb." lispelte er und zog Mary fairst zu sich empor. „Du Süßer!" slüslerle sie ihni lächelnd zu. Da preßte er sie in üücrquellender Leidenschaft sest an sich und bedeckte den süßen Mund init glühenden Küssen. Leise strich er dann über ihr erglühendes Gesicht und flüsterte innig: „Mein Märchen, inein Sonnenstrahl." Es war so friedlich, so weltverloren um sie her; nur die Nachtigallen ließen ihre sehnsüchtigen Klänge erschallen. Lange lag Mary so in seinem Arm - keines redete mit dem anderen — sie waren so glücklich in ihrer Liebe, in dem Bewußtsein des Sichangehörens! „Ja> muß jetzt gehen, Wolf," sagte sie endlich leise. „Bleibe noch, Geliebte," bat er. „Rein, Wolf, es ist schon spät! Wenn nur die Pforte noch offen ist!" Sie stand auf, strich sich das Haar zurecht und setzte den Hut wieder auf. „Wenn es denn sein muß, daß ivir uns trennen müssen, dann begleite ich dich, Märchen!" sagte er. „Bitte, nein, Schatz, lasse mich allein gehen, ich fürchte mich nicht!" „Aber warum, Maus? Du könntest belästigt werden!" „Das lieber, als — mit dir so spät gesehen werden, Wols! Ich weiß, daß einige meiner Mitarbeiterinnen die Abendspazicrgänge sehr lieben, und wenn die mich sähen, wäre alles vorbei. Sie mögen mich ohnehin nicht leiden!" „Dann will ich nachgebcn, mein Kleines — aber bis zur Pforte geleite ich dich." Er legte feinen Arm um sie; kurz Vor dem Ausgang blieb sie stehen. „Gute Nacht, mein Geliebter!" Er hielt ihre Hand fest. „Wann sehe ich dich wieder? Morgen um diese Zeit und hier, ja?" fragte er. „Morgen schon wieder? Ach, Wolf, ich tue es nicht gern, so lieb ich Dich habe!" „Bitte, mein Liebling, bitte," flehte er, „ich kann doch nicht in Deine Wohnung kommen und — Du wirst mich doch nicht vergebens warten lassen?" „Ach, wüßtest Du, wie beschämend, wie peinlich diese Heimlichkeit für mich ist," klagte sie. ' „Sei geduldig, mein Herz, es soll ja nicht lange dauern; lasse mir Zeit zuni Ueberlegcn — morgen wollen wir über alles sprechen — also Du kommst?" „Nun denn, ja! Aber jetzt gute Nacht, mein Wols!" Er preßte sie nochmals an sich; ihre Lippen ruhten in einem heißen Kusse aufeinander: dann entwand sie sich ihm und eilte leichtfüßig von dannen. > „Süßes Mädchen," flüsterte er vor ftch hin. Gerade als er vor der Pforte stand, trat aus einem Seitenwege ein älterer Mann •— der Friedhofswärtcr — der ihn groß und erstaunt ansah. Dies Zusammentreffen war Wolf doch etwas peinlich: grüßend faßte er an die Mütze und sagte: „Guten Abend, na. Sie lassen mich doch noch passieren?" Der Alte warf ihm einen seltsam beredten Blick zu, der wohl zu fragen schien, „was tust Du hier? Deinesgleichen ist doch hier ein seltener Gast und um diese Zeit — Gutes hast Du sicher nicht im Sinn gehabt!" Wolf halte das Gefühl, als wenn er etwas sagen müßte; deshalb beinerkle er gezwungen lustig: „Ich habe mir nur eine Grabstelle ausgesucht! Sie erlauben doch?" „In solchen Sachen scherzt man nicht, Herr Leutnant," cntgegnete der Alte ernst, „da kann man schneller hinkommen, als man denkt! — Na, guten Abend, Herr Leutnant", erwiderte er Wolfs Abschicdsgruß. Langsam ging dieser seiner Wohnung zue Das Herz war ihm so voll, und er war so glücklich, wie er sich noch nie in seinem Lehen gefühlt hatte. Das holde Mädchen war sein — sie liebte ihn! Aber wer war sie eigentlich? Er wußte so gar nichts von ihr und hatte ihr doch die feierlichsten Versprechungen gemacht. Wie, wenn sic seiner nicht würdig war? Halte er nicht gar zu unbedacht gehandelt? Aber nein, der Ausdruck dieser Augen, dieses Lächeln waren echt — so konnte die Lüge sich nicht verstellen. Zu Haus angekommen, fand er doch nicht gleich Schlaf; deshalb schrieb er seiner Mary noch einen langen liebeatmcnden Brief voll leidcnschastlichcr Beteuerungen. Er brachte ihn noch selbst in den Postkasten, damit die Geliebte einen Morgengruß habe, und dann erst ging er fröhlichen Herzens schlafen. — Kaum konnte er den nächsten Abend erwarten; er war wieder vor der bestimmten Zeit am Platz. Diesmal kani Mary gleich nach ihm; er breitete die Arme aus, und sie flog ihm um den Hals. „Da bin ich, Geliebter," lächelte sie, zu ihm aufschauend, „ich habe mich aber beeilt. Dich nicht warten zu lassen. Dank auch für Deinen Brief." Er strich über ihr heißes Gesichtchcn. 18 „Wie Du glühst, mein Mädchen!" „Ja, es ist auch so schwül," klagte sie, „es nimmt mir fast den Atem — wenn nur kein Gewitter kommt!" „Fürchtest Du Dich etwa?" „Ja, unbeschreiblich — ich habe dann eine Unruhe in mir, die mich fast umbringt — schilt mich kindisch, mein Wolf — ich kann aber nichts dafür!" „Kleiner Hasenfuß, ich bin ja bei Dir," lächelte er. „Ja, Du bist bei mir!" Es klang eine unendliche Zuversicht aus ihren Worten, und in ebensolchem Vertrauen schaute sie zu ihm empor, daß er gerührt ihre Augen küßte. „Fürchte nichts, niein Mädchen!" Wieder wie gestern saßen sie auf der Bank; sie lag in seinem Arm, und unverwandt schaute er in ihr holdes Gesicht, an dem er sich nicht satt sehen konnte. Spielend zog er die Nadeln aus ihrem Haar, daß das dicke goldige Gelock über ihre Schultern fiel und sie wie ein Heiligenschein umwob. „Wie wunderschön ist Dein Haar, wie entzückend die Farbe — Du trägst Deinen Namen mit Recht, Du bist mein einziges süßes Märchen!" „Und mir ist es ein Märchen, ein Traum, daß Du tnich hältst, mein Einziger!" flüsterte sie, „Du, den alle anbeten, Du gehörst mir! — Höre, wie die Nachtigall singt! Ach, wie ist es doch schön, Wolf!" „Ja, mein Mädchen, welches Glück, daß wir uns endlich haben, Du mein —" und immer wieder küßte er sie. So saßen sie und kosten miteinander. Der ernste Mann war wie verwandelt: seine Züge waren durchstrahlt von Glück, wenn er das holde Geschöpf im Arme hielt. — Ihr aber war es noch immer unfaßbar, den Mann zu besitzen, den alle Frauen anbeteten, ihn liebeflehend zu ihren Füßen zu sehen — sein ein und alles zu sein! Und wie innig er sie liebte, das fühlte sie aus allem heraus. Wie hinreißend konnte er bitten und flehen, wie unterstützte der Blick seiner Augen die Worte des Mundes! Sie war so überselig in dem Bewußtsein seiner Liebe, und in ihrer holden mädchenhaften Weise sagte sie ihm das leise verschämt ins Ohr. „Nun will ich dir aus meinem Leben erzählen, Wolf," begann sie nach einer Weile, „viel ist es nicht, aber doch genug des Traurigen für ein schwaches Menschenkind, wie ich bin. Ich habe eine schöne Kindheit gehabt und eine sorgfältige Erziehung genossen, bis mir, als ich sechzehn Jahro alt war, nacheinander Vater und Mutter starben — ganz plötzlich. Mein Vater Ivar deutscher Arzt in Riga, und nieine Mutter stanimt aus einer russischen Fürstenfamilie. Nun stand ich allein da — wohin? Die Verwandten von Mania wollten nichts von nur wissen: sie hatten sich gänzlich von ihr loSgesagt, weil sie einen Bürgerlichen und noch dazu einen Deutschen geheiratet hatte. Vermögen ivar nicht da) die Eltern hatten ein großes Haus geführt — Mama war so verwöhnt und sollte doch nichts verniifse», und der Vater war in diesem Punkte so schtvach und nachgiebig — seine schöne Frau wurde von ihm mit allem Luxus umgeben, mehr als sein Einkommen gestattete! lind er — ach, er wurde von allen, die ihn kannten, geliebt und verehrt, er war so-gut und hochgebildet! Ich war sein Herzblatt — wenn er wüßte, wie ich in der Welt herunigcstoßen werde, daß ich Ladnerin sein muß, um aus anständige Weise mein Brot zu verdienen — —" vor Erregung konnte sie nicht weiter sprechen. „Aber, mein Mädchen, schiveige doch darüber, wenn dich die Erinnerung so ausregt und wüßte ich nichts von dir. so genügte nur das Bewußtsein, daß du mich lieb hast, ja? Du kannst ja nichts dafür, du bist süß und gut," tröstete, er sie, „siehst du, nun werde ich mir alles reiflich überlegen, werde über meine zukünftige Beschäftigung Nachdenken, daß wir uns bald heiraten können; nach dem Manöver werde ich meinen Abschied einreichen, und schon Weihnachten bist du daun meine kleine Fra» — vor allem gibst du deiiG Stellung hier aus; ein passendes Unterkommen für meine Braut finde ich." „Vor sünszehuten Juli kann ich das nicht, Wolf: ich bin Frau Gundel etwas vervslichtet und möchte sie jetzt, wo so viel zu tun ist, nicht im Stich lassen. Und so können wir uns doch noch öfter sehen, ja? Wir haben in,'. Jt kaum gefunden! Und vor alleni übereile du nichts, Wolf! Ich weiß doch, wie gern du Soldat bist! Ach. Wolf, jetzt will ich dich genießen — ich bin ja so glücklich, so sehr, daß ich das' Erwachen aus diesem Traum fürchte! Es ist ja zu fchön, als daß es v-on Dauer sein kann! — Ich soll kein Glück haben," setzte sie traurig hinzu. „Aber Kind, woher die trüben Gedanken aus einmal? Komm, sei gut, und laß mich deinen Mund küssen, damit er nicht wieder so Trauriges sagt." Weltvergessen, ihrer Umgebung nicht achtend, saßen sie da. Es war so unheimlich Ml um sie her geworden; eins drückende Schwüle lag in der Luft, und kein Blättchen regte sich. Ani Horizont stand eine dicke schwarze Wolkenwand, die immer näher kani. Da führte ein plötzlicher heftiger Windstoß Marys Hut, der neben ihr lag, hoch in die Lust — erschreckt fuhren beide auf. „Wolf, ein Gewitter," kam es ängstlich von ihren Lippen. „Beruhige dich, Mary, es wird nicht so schlimm sein," tröstete er, „ich will schnell deinen Hut fangen." „Nein, laß nur, bleibe hier," bat sie zitternd, sich wie ein scheues Vögelchen an ihn schmiegend, „o, nur nichts sehen, nichts hören!" Er knöpfte seinen Wafsenrock auf und nahm das angstbebende Mädchen an seine Brust, den Rock um sie schlagend und sie vor der Gewalt des Sturmes zu schützenl suchend, der unheimlich brausend daher kam. Die Bäume beugten sich unter seiner Macht: hochauf wirbelte er Blüten und abgeknicktc Blumen und Zweige durch die Lust. Ein Blitz, der auf eine Sekunde die Gegend taghell erleuchtete, durchs schnitt das Gewölk — gleich darauf folgte ein krachender Donner, und nun ging es los — Blitz auf Blitz, Tonnet auf Donner! Große Regentropfen begannen zu fallen — ratlos sah sich Wolf um — der Baum bot nicht genügenden Schutz — irrt Gegenteil — aber wohin? Er war für sich nicht ängstlich, aber das Mädchen in seinem Arm! Da fiel ihm ein, daß ganz in der Nähe das Hüus des Friedhofs»! Wärters war: dorthin wollte er. Kurz eutschlossen zog er den Rock aus, hüllte trotz ihres Widerstrebcns Mary fest darin ein und eilte, sie auf dem Armb tragend, des strömenden Regens nicht achtend, nach dem Hause. Tic Tür geivährte einigen Schutz; behutsam ließ er das Mädchen zur Erde gleiten und klopfte damr an das Fenster, das mit Läden verschlossen war, durch die ein Lichtschein schimmerte. „Wer ist da?" tönte eine Stimme von innen. „Gewähren Sie uns für ein Weilchen Zuflucht," bat Wolf. Einen Augenblick später wurde die Tür aufgeschlossen; der Fricdhofswärter mustert» die Draußeustchcnden mit erstaunten Blicken und sagte dann kurz: „Komnren Sie herein!" Mary und Wolf traten in das cinsachc saubere Stübchen. Eine Hängelampe verbreitete ein riildes Licht; auf dem Sofa saß eine ältere Frau die bc'dem Eintreten der Fremden das Gesangbuch, in d?m sie las, auf den Tisch legte und sich erhob. Auch sie war sehr ersttiunß über die späten unerwarteten Gäste; jedoch sagte sie nichts, sondern war Wolf behülflich, die zitternde Mary aus ihrer Umhüllung zu befreien. (Fortsetzung folgt.) Auf den Spuren der Römer im Odenwald. Von Hans Otto Becker. Wer heule den Odenwald durchwandert, wird — abgesehen von zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten, die geschichtliche Erinnerung in reichem Maße auslöien — auch mitunter aus den Spuren der Römer wandeln. Ter Odenwald stand einst unter römischer Herrschast, er lag innerhalb des durch den Psahlgrabcn abgcgreuztcn Gebietes, dem sog. Tckumatenwaid. Dauernd unterworfen war das ganze Gebirgsland jedoch nicht; römische Herrschaft beschränkte sich woht auf den Westrand des Gebirges, die Bergstraße, und das Mümlingtal im Osten nebst seiner Umgebung, denn diese beiden Partien waren dem Verkehr leicht zugänglich, während das Innere des Waldgebirges völlig unwegsam und unwirtlich war. Bevölkert war der Odenwald von den Alemannen, die um 213 n. Ehr. hier crsck>einen; heute noch erinnert an sie das alemannische Haus, der einstöckige Fachwerksbau, der im Erdgeschoß den Stall birgt und zu dessen Wohnraum die hohe Treppe, die Stassel hinaussührt. Mit den Alemannen lagen die Römer im 3. und 4. Jahrhundert in ewigen Kämpfen. Besonders im südwestlichen Teil des Gebirges finden nür heute noch Ringwäsle, die den Alemannen Schutz gegen die Römer boten, so auf dem Heiligcnberg bei Heidelberg, uird aus dem Steinderg in der Nähe von Oberslockenbach. Aus dem Heiligenbcrg wollte der Kaiser Valentinian vertragswidrig eine Festung bauen, aber die Alemannen erschlugen seine Bauleute. Dieser Kaiser erbaute auch eine Festung an der Stelle des heutigen Mannheim. Die Rheinebene und die Bergstraße war sicherer Besitz der Römer. Die Bergstraße, die von Heidelberg nach Darmstadt führt, war eine wichtige Verkehrs- und Militärstraße, die die Verbindung mit der römischen Stadt und Festung Moguntiacum — Mainz — vermittelte. Ter Hauptort der römischen Bergstraße war Lopv- dunum, das heutige Ladenburg, ausfallend durch seine mittelalterlichen Sladttürmc. Nur kurz ist Jbgr Weg, der von der nördlichen 19 — Bergstraße zum Felsberg, dem römischen Steinbruch führt. Die gewaltigen Felsenmeere des Felsberges, die riesigen versteinerten Wogen gleichen, sind weitbekannt. Sie verdanken ihre Entstehung der Tätigkeit des Wassers, das diese festen Kerne bloßgelegt und von Kies und Grus befreit hat. Das Gestein ist ein prachtvoller Diorit. Kein Wunder, daß die Römer, diese hervorragenden Baukünstler, den Stein ausbeuteten; nach den ägyptischen Steinbrüchen von Syene, deren Stein dem Odcnwäbdcr ähnelt, wird er auch — aber unrichtig — Syenit genannt. Heute liegen hier noch im Schatten hoher Buchen gewaltige Ueberreste römischer Steinmctzarbcit, die wir nur staunend betrachten. Die weit bekannte Riesensäule ist ein walzenförmig bearbeiteter Stein von 9,25 Meter Länge und 1,29 Mewr Durchmesser, der im Mittelalter als Grenzmal auf- gerichtet stand und Frühlingsseste der Landlcute zu seinen Füßen sah: im Anfang des vorigen Jahrhunderts sollte sie als Erinnerungszeichen auf das Schlachtfeld von Leipzig verbracht werden, blieb aber glücklicherweise dem Odenwald erhalte». Daun finden wir hier noch den Altarstein, das Schiff und andere mit Namen bezeichnete Steine, die sämtlich noch die Spuren römischer Bearbeitung zeigen. Es ist bewundernswert, was hier mit den geringen technischen Mittel», Steinsäge und Sand, und nur mit Menschenkrast, erreicht worden ist. Was wir heute an römischen Steinmetz- arbeitcn am Felsberg sehen, blieb dort liegen, als die Römer in Flucht vor den einbrechenden Germanen im 3. Jahrhundert diese Stätte verließen. Die Steinp, die jedoch früher am Felsberg gewonnen worden waren, sind weit hinaus ins römische Weltreich verbracht worden. ■ Ob von der Bergstraße hinüber nach dem Mümlingtal im Osten eine Verbindung quer durch das Gebirge bestand, ist schwerlich anzunehmen: es gibt im inneren Odenwald keine römischen Siedelungen, auch sonstige Funde wurden dort nicht gemacht. Noch im 4. Jahrhundert nennt der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus den Odenwald einen durch schreckliche Finsternis Schauder erregenden Wald. Es ist daher wohl anzunehmen, daß das Mümlingtal vom Main her erreicht wurde, in dem sich ja die Mümling bei Obernburg ergießt. Nun ist das Mümlingtal und seine Umgebung im Westen und Osten sehr reich an röunschen Niederlassungen und aus den zahlreichen hier gemachten Funden ist ein Schluß auf eine hohe Kultur zulässig. Die Haselburg, Reste eines römischen Kastells in der Nähe von Hummctroth auf der Hassenrother Höhe, liegt westlich vom Mümlingtal, völlig isoliert von einer ganzen Reihe östlich liegender Kastelle, dem Mümlinglimes, wovon noch später zu reden ist. Verhältnismäßig sehr dicht liegen die Siedelungen von Rimhorn, Breitenbrunn, Mümling-Grumbach, Höchst, Breuberg, Sandbach, König, wo uns überall die Erde zahlreiche Erinnerungen an die Römerzcit bewahrt hat. In König finden wir römische Skulpturen und in Michelstadt ist in dem mittelalterlichen Diebesturm ein römischer Hermes-Kopf einaemauert. Bor kurzem sind nun auch in dein westlich gelegenen Nachbartal der Gersprenz, bei Groß-Bicberau, Spuren römischer Niederlassungen gesunden worden. Das wertvollste Zeugnis für die Herrschaft der Römer in unserem Gebiete und für die hohe Kultur dieses Volkes ist der weltberühmte Psahlgraben und die sog. innere oder Mümlingslinie mit ihren Kastellen. Der Psahlgrabeu berührt auf seinem Zug von der Donau zum Rhein den Odenwald aus der Strecke Walldürn—Miltenberg. Beide Orte loaren Römerkastclle. Bei Miltenberg findet sich ein Gegenstück zur Riesensäule des Felsbergs, die im Stadtwald liegenden Hainsäulen oder Heunensäulen, acht Säulen aus rotem Sandstein, römischen Ursprungs. Von Miltenberg bis Groß-Krotzenburq bildet an Stelle des Mühlgrabens der Main die nasse Grenze: nur an den Mündungen der aus dem Odenwald und Spessart kommenden Gebirgsbäche, waren bei Trennfurth, Wörth, Obernburg, Niederberg, Stocksladt und Seligenstadt Kastelle angelegt. Tie Mümlinglinie zieht sich nun innerhalb des okkupierten, vom Limes abgegrenzteu Gebietes auf dem über 500 Meter hohen Gebirgszuge rechts, östlich, von der Mümling hin. Es ist dies die seit Alters Schneeschmelze genannte Wasserscheide zwischen Mümling und Mudau. Die innere Linie stellte jedenfalls im Gegensatz zum Pfahlgraben eine Signallinie dar. Bei Neckarburken beginnt der Münilinqlimes, dann folgen »ach Norden fortschreitend die Kastelle von Schlossau, Hesselbach, Würzberg, Eulbach, Hainhaus bei Vielbrunn und Lützelbach, im ganzen eine Strecke von 50 Kilometern. Besetzt waren diese Kastelle mit der 22. Legion, der Legio XXII pia sidclis, die einst unter Titus an der Erstürmung Jerusalems teilgenommen hatte und später in Mainz garnisonicrte. Was mögen diese Kastelle in dem öden, unwirtlichen Gebirge, fern der Kultur, nahe bei der feindlichen Grenze, für „kleine Garnisonen" gewesen sein! Untereinander waren diese Kastelle durch eine Kette von Wachttürmen verbunden, so daß es leicht möglich war, in kurzer Zeit eine Nachricht von einem Ende der Linie zum anderen zu übermitteln. Alle diese Kastelle sind auf Odeuwaldwanderungen leicht zu besuchen, da die alte Römerstraße, auch Hochstraße, Stcinstraße genannt, heute noch begangen ist. Biel zn sehen ist ja heutzutage freilich nicht mehr: der Fachmann wird ja natürlich auf seine Kosten kommen: der Laie muß sich mit dem Bewußtsein begnüge» aus altem Kulturboden zu stehen. Ein paar Eiirzelhciten dürsten vielleicht noch interessieren. An das ehemalige Kastell Lützelbach erinnert hetzte noch der Name „das Schlößchen". Ein besonders interessanter Punkt ist das Hainhaus. Im Mittelalter hieß der Ork die Bentzenburg. Das Vorhandensein des Römcrkastells läßt sich heute eigentlich nur mehr ahnen als erkennen. Die Grundmauern sind unter langgestreckten Bodenerhebungen erhalten, auf denen Buchen stehen, so daß der Umfang der Befestigung durch diese Baumreihen angedeutet ist. Ein Quadrat von 25 Meter Seitenlänge bildete die Umsassungslinie des Kastells, das seinem Umfang nach für zwei Kohorten Legions-Infanterie bestimmt war. In seinem Raum stehen jetzt ein Forsthaus und einige kleinere Gebäude. Bemerkenswert sind hier noch die, allerdings aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammenden sechs Steinsitze auf der Ostseite, Ba- rocksessehaus Sandstein, die aus der Hainhaus-Ausichtspostkarte als kulturhistorische Merkwürdigkeit, röniisches Femgericht (!) bezeichnet sind. In Eulbach finden wir in dem schönen Park des Grasen von Erbach — neben der künstlichen, aus echtem Mauerwerk, insbesondere von der Wildenburg, hergestellten Ruine — alte römische Architektur- und Bauwerke. Der acht Meter hohe Obelisk ist aus den Resten des Römerkartells von Würzberg errichtet: weiter sehen wir ein Haupttor des Würzberger und ein Seitentor des Eulbacher Kastells mit den dazu gehörigen Mauern, ein römisches Wachthaus, römische Votivsteine und Altäre. Der durch seine Sammeltätigkeit wohlhekannte Graf Franz I. zu Erbach-Erbach hat diese wertvollen Reste der römischen Befestigungslinie aus der Ilniee d seines Jagdschlosses Eulbach hier verciuigt. lieber die Gestalt usw. der übrigen Reste wäre nichts wesentlich anderes zu sagen, als was über das Hainhaus bemerkt wurde. Die Funde aus römischer Zeit, die in jener Gegend gemacht wurden, Bildwerke, Altäre, Votivsteine, Waffen und Gebrauchsgegenstände aller Art, sind in dem Großh. Landesmuseum zu Darmstadt und im gräflichen Schloß zu Erbach in übersichtlichen Sammlungen dem Freunde der Altertumskunde zugänglich gemacht. Sin Tischgespräch über die Hausordnung.'» Die Frau des Hauses: Herr Rat, wenn Sie auch heute abend unser Gast sind, so nehmen Sie es mir doch nicht übel, wenn ich Ihnen eine juristische Frage vorlege. Ich bin noch ganz aufgeregt. Denken Sie einmal, unser Vermieter schloß heute vormittag unserem Dienstmädchen die Waschküche vor der Nase zu. Darf er das? Der Amtsgerichtsrat! Sie verstehen sich vorzüglich anf das Bratcnvorlegen, Frau Elsbeth. Mer auf das Fragevorlegen.. Dr. Fischer: Herr Rat, meine Frau hat vergessen, zu erwähnen, daß das Dienstmädchen in der Waschküche waschen sollte, und daß ihm der Vermieter die Benutzung der Waschküche mit der Begründung verboten hat, nach der Hausordnung wären heute nicht wir. an der Reihe, sondern Meyers) die über uns wohnen. Der Rat: Ja, die Hausordnung !— Die Ordnung wird ja allgemein als die segensreiche Himmelstochter anerkannt, aber die Hausordnung verfluchen viele als eine wahre Teuselin. Und doch bewährt sie sich oft als Friedensstifteri», sogar als Streitverhüterin. In Ihrer Billa mit den drei Mietparteien wäre ja eine Hausordnung wohl nicht nötig. Aber denken Sie an die großstädtischen Zinshäuser mit Dutzenden von Mietern. Welcher Kampf um die Waschküche Ivürde dort unter den Hausfrauen entbrennen, wenn die Benützungszeit für die Waschküche nicht genau geregelt wäre! Frau Elsbeth: Ja, aber wir haben nie eine Hausordnung zu Gesicht bekommen, können ihr also auch nicht unterworfen werden? Das ist doch wohl eine logische Frage, Herr Rat? Der Rat: Noch immer nicht ganz! Zunächst: Sie haben eine Hausordnung — auch wenn Sie es mir durch das Schütteln Ihres Köpfchens bestreiten. Als ich mich heute abend beim Betreten Ihrer Villa in Ihrem schönen, hell erleuchteten Hausflur umschaute, siel mir dort ein kleines Plakat aus. Beim Hinzutreten entdeckte ich die Aufschrift: Hausordnung. Frau Elsbeth: So, das bedruckte Stück Papier ist die Hausordnung! Gut, aber wo bleibt die Gerechtigkeit, jemandem die Befolgung von Vorschriften zu gebieten, die er nie gelesen, und auf die er nie hingewiesen worden ist. Der Rat: Gemach, holen Sie mir doch einmal erst Ihren Mietvertrag, Herr Doktor. (Nach Durchsicht des Mietvertrags): Hier heißt es in 812: „Der Mieter unterwirft sich der Hausordnung." Damit ist die Hausordnung, ob gelesen oder ungelesen, ein Bestandteil Ihres Mietvertrages und für Sic verbindlich. — Es gibt sogar Juristen, Frau Elsbeth, die gar nicht einmal verlangen, daß im Mietvertrag auf die Hausordnung verwiesen ist, sondern die Ansicht vertreten, daß der Meter eines Hauses) in dem eine Hausordnung besteht, ihr stillschweigend unterworfen ist. Frau Elsbeth: Das wird ja immer schöner! Nun bin ich aber doch gespannt, was alles in der berüchtigten Hausordnung darin steht. Ich lasse sie gleich heraufholen. Der Rat (liest aus der herbeigeholten Hausordnung vor): 81: „Hunde, Katzen, Haus- und sonstige Tiere dürsen nur mit besonderer Bewilligung des Vermieters gehalten werden." Frau Elsbeth: Uni Gotteswillen, unsere arme Miezi! Der Rat: Ja, wenn der Vermieter es verlangt, müssen Sie sich von Ihrer schönen Angorakatze trennen. B Aus „Hauswirt Uud Mi-ster". Das Mietrecht allgemeinverständlich dargestellt von Dr. M. May. (Rechtsfragen des täglichen Lebens, Heit 2.) Verlag von Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart. 20 Frau Elsbetb (unter Träne»): Er hat sie aber doch beim Einzug gesehen und sogar gestreichelt und hat erklärt, sie würde eine Zierde des Danses bilden. Der Rat: Trösten Sie sich, darin liegt die in 8 1 der Hausordnung verlangte Bewilligung, daß Miezi bei Ihnen bleiben darf. Der Vermieter kann auch nicht etwa die Erlaubnis zuriicknehmen. Sie ist unwiderruflich. Dr. Fischer: Aber wie steht's mit Walters Aquarium und Trudens Haust, der eben wieder als Taselnrusiker glänzt? Der Rat: Aus Vögel im Käsig (abgesehen vielleicht von allzu lärmenden Papageien) »nd aus Tiere im Aquarium ist die Vorschrift in der Hausordnung nicht auszudehnen. Ihr Zweck ist ja nur, dem Vermieter ein Vetorecht gegen das Halten von solchen Tieren einzuräumen, die, wie Hund oder Katze, die Mieträumc sozusagen mitbenutzen und andere Mieter belästigen können. Lesen wir weiter: §2: „Teppiche, Betten, Matratzen usw. sind an de>n dafür bestimmten Ort nur von 8 — 12 Uhr vormittags auszuklopsen und dürfen niemals zum Fenster heraus, auf den Ballons oder im Treppenhaus ansgeschüttelt werden." Dr. Fischer: Eine sehr vernünftige Bestimmung im Interesse des Hausfriedens und des — häuslichen Friedens. Ich liege seit langem im Kampfe mit meiner Frau, die die Teppiche gerade mittags zwischen 2 und 4 während meiner Sprechstunde aus- klopsen läßt und auf meine Vorstellungen stets erklärt, das liehe sich nicht anders machen. Jetzt werde ich die Hilsc des Vermieters in Anspruch nehmen. Frau Elsbcth: Run, der Paragraph enthält doch einen Eingriff in meine Rechte als Hausfrau und ist insolgedessen mv gültig. Der Rat: Rein, ztveifelloS gültig. Wiederholte Verstöße gegen die Hausordnung berechtigen sogar den Vermieter nach A 10 des Mietvertrags zur sofortigen Kündigung. Also — unterwerten Sie sich löblich! Ich fahre fort. § 3 : „Die Wäsche darf nicht in der Wohnung, sondern nur in der Waschküche getoaschen werden." Frau Elsbeth: Das ist das Tollste! Wenn ich nicht ein- mal die Windeln von unserem Baby hier oben tvaschen lassen darf, daun ziehe ich lieber aiil. Ich kann doch nicht das Dienstmädä>en mit j, r schmutzigen Windel in die Waschküche schicken! Oh, ihr Männer . . . Der Rat: Verehrte Frau Elsbetb, die Göttin JuIitia ist auch ein Weib und bat Verständi g für Ihren Klageruf, «ie mil- dert das Verbot und legt es dahin aus, dah nur die sogenannt» grobe Wäsche, nicht aber die kleine Wäsche, vor allem nicht die Kindcrwäsche danrnter fällt. Schon im Jahre 1879 müssen die' Hilferuf? bedrängter Hausfrauen an das Ohr der Göttin gedrungen sein. Damals hat sogar das Reichsgericht, unser höchster Gerichtshof, zu der Frage Stellung genommen und im Kamps um den Waschplatz dahin entschieden, dah trotz dem Verbote, im Hause zu tvaschen, fünf Hemden, einige Handtttcher, einige Kragen, et- tvas Kinderwäsche und Kinderschürzen in der Küche gcwasckien werden dürsen. Sie nicken wohlgcsällig, ich fahre also fort: „Die Reihenfolge in der Benutzung der Waschküche bestimmt der Vermieter." Da ist also die Frage entschieden, die Sie am Anfang unseres Gespräcktes aufgeworfen haben. Sind Meners heute an der Reihe, so müssen Sie sich fügen. Selbstverständlich müssen die Anordnungen des Vermieters den Bedürfnissen der Mietparlcien sich anpassc» Er kann nicht willkürlich bei zehn Mietern heute Rr. 1, nwrgen Rr. 2, übermorgen wieder Rr. 1 und anr nächsten Tage wieder Rr. 2 waschen lassen untr die übrigen Mieter hintansetzen. Jede Schikane ist verboten. Hier sehe ich noch eine Bestimmung in der Hausordnung, die Sie, Herr Doktor, rnteressiercn wird. In z? heißt cs: „Schilder, Plakate und dergleichen dürfen nur mit Genehmigung an oder in dem Hause beztv. an der Abschluhtüre angebracht tverden." Dr. Fischer: Da müßte ich ja mein Aerztcschild entfernen, denn der Vermieter hat seine Anbringung nicht ausdrücklich bewilligt. Der Rat: Run, erstens sieht er eS täglich im Vorbeigehen, hat nie Einspruch erhoben und es so stillschweigend genehmigt. Zweitens ist diese Bestimmung, wie alle Vertragsorrcinbarungen, nach Treu und Glauben und mit Rücksicht auf die Verkclzrslitte auszulegen. ES ist durchweg perkchrsüblich. dah ein Arzt ein Schild am Hause und am Türabschluh anbringl. Wer an einen Arzt vermietet, willigt ein. daß der Arzt dieser allgemeinen llebung folat. Auf diese Weise läßt sich die Gcnchmiimng, die §7 vo» sieht. konstruieren. , Frau Elsbeth: Verzeihen Sie, Herr Rat, jetzt ist'S aber genug mit den juristischen Konstruktionen. Mehr vertrage ich nicht Wir danken Ihnen sehr für Ihre Aussührunqen. Ich habe so viel gelernt, daß ich, wenn wir wieder einmal einen Mietvertrag abzu- jchlieheu haben, selbst die Hausordnung entwerfen werde Der Rat: Also dann Prosit! Es lebe Frau Elsbcths neue Hausordnung! Ob sic aber einen Vcrniietcr finden, der sie ak- zeptiettl? vermischte». "Das Experiment mit der Sch ivieger mutter. Einen eigenartigen »nd jedenialls recht interessanten Versuch hat »ach der Meldung der Daily Mail ein junger hoffnungsvoller Bräntiganr unternommen, indem er in einem Londoner Vorort ein Hans mietete, darinnen er vor seiner Heirat aul eineit Monat sozusagen probeweise mit seiner Schwiegermutter Dach und Tisch teilt Die ernsten Warnungen von Freunden — vermmllch verheirateten Freunden — haben ihn zu dle!«in Schritte veranlaßt: man halle ihm so viel davon erzählt, daß «ine Sch,viegerin»tl«r den Friedeii des ehelichen Hauses zerstöre oder wentgstens geiähr- dele, so daß der Bräutigam beschloß, den Pessimisten den Gegenbeweis zu erbringen, aber vorsichligeriveise berellS vor der Heirat. Wenn das Exvermient sich bewährt, wird die Schwiegermutter noch einen ivellereii Monat bleiben und dann auch nach der Eheschließung das jiinge Paar nicht verlassen. Der junge Bräiitigam, der ein Optimist ist, ist jetzt, nach Ablaui der elfte» Probcwoche, von seiner künstiaen Schiviegermama geradezu begeistert und dabei überzeugt, daß die koniiiienden Wochen ihm alle nur denkbare Gelegenheit bieten werbe», den Charakter nnb die Neigungen der Schiviegerinutter zu studiere». »Die erste Woche ist aui« glücklichste verlaute», obgleich ivtr noch die Tavezierer in der Wohnung hallen. Di« Situation birgt dle besten Zuknnsts- ansstchten, denn meine Schwiegern»ittev ist von lehr sc»,stein Wese» und stets bereit, Kompromisse zu schließen. Morgen» sagt sie mir, daß das Badeivasser heiß ist, und wenn ich mich veripätet habe und mich bcini Frühstück eilen muß, lächelt Ne vergnügt. Tie Mahlzeiten erscheinen ans derMinute pünktlich aui dem Tische und sie spricht nicht, ivenn ich die Zeitlmg lese, Wenn ich im Bureau z» lange zu tun habe, telephoniert sie mir, ich möge intch nicht hetzen „nd lieber in der Stadl in Ruhe eliva? cfien. Kehre ich heim, so stehen ineine Paittosseln ivarin am Kamin, und kehre ich s,hr ipät heiin, so styl sie nicht da »nd ivartet auf mich S>» erklärt, sie sei lest entschlossen, »nS zu verlassen, wenn nach der Heirat ihre Anwesenheil sie auch nur im geringste» als Eindringling erscheinen lasle» könnte. Ich bin," so schließt der hoffnungsvolle Opliinist, .überzeugt, daß wir dadurch, daß >vir jetzt unsere kleine» Neigungen »nd Älmeiguugen gegenseitig kennen mid berücksichtigen lernen, allerlei Reibungen und Unannehmlichkeiten ausschaltcn, die ipäler leicht entstände» sein könnte»: und das scheint mir das wichtigste." * U eberboten. „Unsere Köchin ist sehr ängstlich mit Dieben: den ganzen Tiw guckt sie nach der Korridortür." „DaS ist gar nichts. Unsere Köchin hat sogar immer einen Polizisten in der Küche." * Der Kenner. Jones ist ein TheaterhabituS, dessen Kenntnisse sich freilich zumeist auf die Lektüre der Litsaßsäulc beschränke». „Habe» Sie schon das russische Ballett gesehen," fragte ihn jüngst eine Dame. „Roch nicht," antwortete er mit Würde, „ich warte, bis es in Englisch gegeben wird." viichrrtisch. — Arthur Hertz' Tabellen der g e j a m t e n K u l tur- g e s ch i ch I e. I» dein Münchner Verlag von Arthur Hertz ist soeben ein Werk heransgegeben, das die Beachtung aller allgemein- Gebildetcn beansornche» darf Es sind Tabellen der gciamten Kulturgelchichte, die nach einem »enartigen und originelle» System gearbeitet sind. Alle knltnrgcschichtlich bemerkenswerte» Personen und Ereignisse sind nach Disziplinen geordnet. Das Buch stellt nicht nur ein denkbar bequemes und übersichtliches Rachsmiagewerk dar, sondern es gestatte! auch die intercffanleste» vergleichenden Studien der Kulturgeschichte. Preis 2,50 Mark. — ,A»S der Heimat", naturwislenschastliche Zeitschrift, Organ des Teutscheti Lehrervereins sür Naturkunde, E. B. Mit Hcst 6 ist die Reihe der monographische» Nummern unterbrochen: Proiessor Dr. L l» d n e r - Berlin ..gibt Anregung znni Studium der heimatlichen Piikrobenmelt". Eine Frage von ivirtschastlicher Acdeutnng bclenchtet Dr. B r e I t u e r-Spandau in dem Auisatz: .Der Stickstoff im Haushalt der Natur". Endlich vervollständigt Pro'essor Tr. L a k o w > tz ein schon in der MeereSltrandnnnuner des Vereins behandeltes Tbenia durch seinen Arltkcl über: .Die Flora der Hochsee". Für die Lehrer der Physik bringt Proseffor Weiler ichivierige Pcrhälluisse in den Kapiteln .Ausdehnmig der Körper, Elastizität, Konlakt-Eleltlizität" » a. anschaulich zur Darstellung. _ Lrglnizimgrrätsel. H. - s!>.. g k. i. t, .i. sch. a. h. r . äl.. h. n, A..H . ». . a . l. r F.. I.. w. nd; H.. s».. g l. i,. h.. t u.. e . T. S.. n, .t. i. W..s.r .e. D. »r..t. Auslösung in ilächsier Nummer. Auslösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: D a m e n k a p e t l e. : u r a t b. — Rotationsdruck und Verlag der Brülü'lchen Ilniversitäts-Buck» und Eleindruckerei. R. Laug^ Gießen