Ein Frühlingstraum. Roman von Fr. Lehne. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wolfs Gesicht verfinsterte sich. „Lieber Strachwitz, das soll mich nicht kümmern; ich tue, was ich tvill; mit meinem Vater bin ich durch seine zweite Frau vollständig auseinander, und mein Bruder —" er zuckte die Achseln und schmieg. Teilnahmsvoll betrachtete ihn Strachwitz. „Armer Kerl," sagte er leis«. „Mein Leben ist mir durch jenen Zwist so verbittert," fuhr der andere fort, „ich bin so allein, lein Mensch fragt nach mir. Wenn ich damals Doktor Schöne nicht gehabt hätte, in dessen harmonischer Häuslichkeit ich wenigstens etwas Ersatz für das Verlorene fand, wer weiß, >vas da aus mir geworden wäre! Schade um ihn —" „Ja, uns allen ging es durch und durch, wie wir von> einem plötzlichen Tode hörten! Tie arme Frau — sie ebten so glücklich miteinander! Den hübschen Jungen hat sie auch hingeben müssen! Wo ist sic jetzt eigentlich?" „Soviel ich weiß, in der Schweiz! Sic mußte fort: sie sab ja furchtbar aus. Am Begräbnistage habe ich sie zuletzt gesehen: danach ivar sic ja für niemand zu sprechen!" Strachwitz warf einen Blick auf die Uhr. „Donnerwetter, schon halb zwölf; da muß ich aber eilen!" Er stand auf, schnallte den Säbel wieder um; der Bursche half ihm in den Mantel; dann reichte er dem Freund zum Abschied die Hand. „Na gute Nacht, Wölfchen! Also — es lvird geschrieben! Sie müssen doch 'nachgerade wissen, woran Sie sind!" Wolf nickte stumm und geleitete den Gast bis zur Dreppe. Dann setzte er sich vor den Schreibtisch, den Kops grübelnd in die Hand gestützt. Nach einer Weile nickte er. „Ja, ich glaube, cs ist so das beste; Strachwitz hat recht," sagte er halblaut. Er griff nach Papier, Feder und Tinte, und nach einem Nachsmnen warf er folgende Zeilen auf den Bogen: „Sehr geehrtes Fräulein! Verzeihen Sie die »ühnhcit, daß ich an Sic schreibe; aber ich kenne keinen anderen Weg zur Annäherung. ■ Vielleicht bin ich Ihnen nicht so ganz fremd, und wenn Sie nur eine Spur von Interesse für niich hegen, bitte ich Sie inständig, mir eine Unterredung zu gewähren. Bestimmen Sie Zeit und Ort. Mein Ehrenwort darauf, daß ineine Bitte keine unlauteren Beweggründe hat. In Sehnsucht Ihrer Antwort entgegensehend, bin ich ganz der Ihrige Wolf, Freiherr von Wolfsburg. Nun der Brief fertig war, brannte er wie Feuer in seinen Händen, und Wolf selbst brachte ibn nach dem nächsten Briefkasten. Zwei Tage schwebte Wolf in Hangen und Bangen; endlich hielt er ain Morgen der dritten Tages ein kleines.Brieschen in den Hände», das in feinen, etwas flüchtigen Schristzügen seine Adresse trug. Fast liebkosend betrachtete er es, ehe er mit zitternder Hand öffnete — endlich las er — Herrn Leutnant von Wolfsburg! Auf Ihr Ehrenlvvrt bauend, bitte ich Sie, inich auf dem St. Annensriedhos unter der großen Linde in der Nähe des Wärterhäuschens zu erwarten, und zwar Donnerstag abend neun Uhr. Bitte, wegen der Wahl des Ortes und der Zeit nicht gering von mir zu denken. Jedoch weiß ich keinen anderen, »nb außerdem komme ich sehr spät aus dem Geschäft. M. W. Innig drückte er das Blatt an seine Lippen. „Endlich, endlich! Süßes, süßes Mädchen!" 3 . Es blinkt der Tau in den Gräsern der Nacht, Der Mond zieht vorbei in stiller.Pracht, Tie Nachtigall singt in den Büschen. Es schwebt über Wiesen im Dämmerschein, Ter ganze Frühling duftet hinein -— Wir beide wandeln dazwischen. O Lenz, wie bist du so wunderschön! In dem blühenden Rausch dahinzugeh». Am Arm seine zitternde Liebe, Mit dem ersten Kuß in dem Himmelscaum Und fest zu glauben im törichten Traum, Daß es ewig, ewig so bliebe! G. von B o d d i e n. Endlich war es Donnerstag abend — ein wundervoller warmer Frühlingsabend. Ter Bollniond warf sein silbernes Licht ans die Erde. In den berauschend dufteirdeu Fliederbüschen schluchzte «ine Nachtigall ihre sehnsüchtigen Lieder, und in den Zweigen der Bäume rauschte cs geheimnisvoll und verheißend Schon eine geraume Weile wan- derte Wolf an der bestimmten Stelle ungeduldig auf und ab, jeden Augenblick nach der Uhr sehend, ob es denn noch nicht an der Zeit wäre. Die Brust war ihm von einem unbeschreiblichen Glücksgesühl geschwellt; sein -Herz schlug dem Mädchen seiner Liebe so heiß entgegen — wenn sie doch endlich käme — oder hatte sie die Verabredung vergessen, war es ihr etwa gar leid geworden? — Er setzte sich auf die Bank — wo sic nur blieb? Doch knirschte da nicht der Kies wie unter leichten Tritten? Hastig blickte er »ach jener Richtung und in einiger Entfernung vor ihm stand die Erwartete, zitternd und mit niedergeschlagenen Augen. Er sprang auf und eilte ihr entgegen; doch fast andächtig blieb er vor ihr stehen. Wie süß war sie! Das holde Gesicht vom Mondlicht umflossen, erschien sie ihm wie die veriörpcrte Poesie! Endlich faßte er sich. Er trat auf sie zu, und indem er ihre beiden Hände ergriff, fragte er mit bebender Stimme: ,P) Mädchen, sag', hast du mich auch so lieb, wie ich dich liebe?" 14 Da schlug sie die wunderbaren Augen voll zu ihm auf, und innig kam es von ihren Lippen: „Wäre ich wohl sonst hier?" Da schloß er fie voll innerer Bewegung in seine Arme und vreßte seine Lippen in einem langen Kusse auf ihren Mund, den sie ihm willig bot. Selbstvergessen lag sie an seiner Brust, bis sie sich besinnend aus seiner Umarmung befreite. „Was ist dir, mein Lieb?" fragte er da, „fürchtest du dich etwa?"' „Nein," entgegnete sie leise. „Was ist es denn? Komm, setzen wir uns, und da sagst du mirS, was dich bedrückt!" Zärtlich umfaßte er sie und fehle sich, sie durch sanften Druck aus seine Knie zwingend. Sie ließ es säst willenlos geschehen. „So, mein Süßes, nun beichte!" „Herr von Wolfsburg —" „Wie sagst du? Hast du keine andere Anrede für mich? Kennst du meinen Bornamen nicht? Nenne mich du, mein Süßes!" Sie errötete tief, als er ihr Gesichtchen in die Höhe hob und nochmals fragte. Da kam es leise, säst lote ein Hauch, von ihren Lippen: „Mein Wolf." „Sag es noch einmal," bat er und dann küßte er ihr das Wort viele Male von den Lippen, die so weich und lind wie ein Blumenblatt waren. „Wie bin ich glücklich, daß ich dich endlich habe, du," flüsterte er dazwischen, „ich Hab' dich so unbeschreiblich lieb — und das sofort beim ersten Sehen! Damals in der Kirche, weißt du noch?" „Und ob ich das weiß. Ich kenne Sie — dich ja noch viel länger! In den letzten acht Tagen sind wir uns doch immer begegnet —" ein reizendes Lächeln flog bei diesen Worten um ihren Mund. „Du Schelm," und wieder küßte er sie, „nun mußt du mir aber von dir erzählen, Mary! — Wie lange bist du eigentlich hier?" „Seit ersten März. — Ach, ich kann nicht viel erzählen! Mein Leben hier ist ziemlich eintönig; im Geschäft habe ich so viel zu tun, daß ich niir nur Sonntags einen Spaziergang erlauben kann. Ab und zu gehe ich ins Theater; das ist mein liebstes Vergnügen. Oft kann ich es mir allerdings nicht leisten!" „Das soll jetzt anders werden, mein Herz; dafür lasse mich sorgen." „Nein", jentgegncte sie da, „nein, auf keinen Fall!" „Und warum nicht, mein Lieb?" „Nein, das iänn ich nicht annehmen! Ich will es nicht so machen, wie die anderen Mädchen im Geschäft, nein, ich kann es nicht! Herr von Wolssburg, verlangen Sie — " „Mädchen, hast du vergessen, daß ich dein Wolf bin?" „Gönnen Sie mir Zeit, mich daran zu gewöhnen! Vielleicht wäre es besser, ich versuchte es gar nicht! Tenn, denn — was ich vorhin schon sagen wollte, es ist doch so unrecht von mir, daß ich gekommen bin!" „Mädchen!" „Ja, es ist unrecht," iviederholte sie, „ich habe immer geschwankt, ob ich Ihren Brief beantworten sollte, ob ich Ihren, Ruse folgen sollte!" „Mary, was sicht dich an!" rief er aus. „Nun bin ich doch zum Rendezvous gekommen, weil ich mußte." fuhr sie leise fort, „aber ich fühle, daß dieser Schritt mich recht viel kostet — meine Selbstachtung!" „Aber Kind — " „Beantworten Sie mir eine Frage." unterbrach sie ihn lebhaft, „Hütten Sie eine Dame der Gesellschaft um ein Stelldichein gebeten?" „Ta hätte ich cs nicht nötig gehabt, Kind, weil ich da cnug Gelegenheit durch Bälle, Abendessen »sw. hätte, mich er Angebeteten zn nähern! Aber wie das bei dir, du Süße? Dir auflauern, dich auf der Straße ansprechen, um den Leuten Gelegenheit zum Reden zu geben, — nein! Sllso blieb mir tatsächlich nichts anderes übrig, als dich um ein Stelldichein zu bitten — ich mußte dich ja endlich sprechen — so konnte es nicht weiter gehen; die Sehnsucht nach dir rieb mich ja sonst auf." „So konnte es nicht weiter gehen," wiederholte sie leise, wie sür sich. „Nicht wahr, nun siehst du doch ein, daß ich nicht anders handeln konnte! Tu hast also keine Ursache, dich zu schämen," fuhr er fort, „einmal mußte ich dir sagen, wie lieb ich dich habe, daß du mein Gedanke bei Tag und bell Nacht bist." Und zärtlich strich er über ihr blondes Haar^ Ta schmiegte sie sich fest an ihn und schlang die Arme unk seinen Ha^. „O Wolf, wie liebe ich dich doch," flüsterte sie, „ich vertraue dir auch, du bist nicht wie die andern, ich fühle es — du treibst keinen Scherz mit mir." „Nein, bei Gott nicht, Mädchen," sagte er ernst, „zu einer flüchtigen Liebeständelei bist du zu schade. Ich liebe dich mit jener heiligen Liebe, die man nur seinem Weibs gibt! Hier im Angesichte Gottes schwöre ich dir, daß ich dich zu meinem Weibe machen will!" „Wolf," ries sie da aus; es klang aber mehr erschreckt wie erfreut, „Du lveißt ja nicht, was du sagst — du dey Offizier, ich eine Ladnerin — das ist ja unmöglich!" „Unmöglich nicht, aber sehr schwierig — das verhehle ich mir keinesfalls!" „Und dann, deine Familie — deine Karriere —" „Wenn ich auch alles aufgeben muß, ich tue cs, dich zü besitzen, Mädchen!" „O Wols, der Gedanke ist ja viel zu schön, als daß ich daran glauben könnte!" „Glaube nur, mein Süßes, Hab' mich lieb und sei mir treu, hörst du?" Es klang verhaltene Angst aus seiner Stimme, als er dies sagte. Alle Ueberlegung hatte er verloren, seit er das holde Mädchen in seinen Armen hielt — er fragte weder nach ihrer Familie noch nach ihrer Herkunft — ihm genügte, daß sie da war, daß er sich an ihrer Schönheit berauschen konnte. Und schön war Mary wie ein Traum. Sie saßaus seinem Knie, von seinem Arm fest umschlungen, den Kops an seine Brust gelehnt, um den Mund ein glückliches Lächeln. Das Mondlicht siel voll aus sie und umwob sie wie mit einer Glorie. Ihre dunkelblauen Augen, die von langen dunklen Wimpern umsäumt waren, strahlten in einem seltenen Glanze aus dem weißen Gesichtchen. Wie Wolf sie verzückt betrachtete, fiel ihm ihre Durchsichtigkeit auf, und «in« plötzliche Angst erfüllte ihn. — „Tu bist so bleich, mein Lieb? Du bist doch nicht krank?" „Sei ohne Sorge, mein Geliebter," lächelte sie ihn an, „ich bin ganz gesund! Nur fehlt mir frische Luft, den ganzen Tag in der Arbeitsstube oder im Laden sein, das macht blaß!" „Das muß anders ivcrden — du mußt dort fort!" Sie richtete sich aus seinen Armen auf. „Und wovon soll ich leben? Das geht nichts die andern müssen ebenfalls arbeiten. Jetzt zur Saison rst sehr viel zu tun; nachher wird's auch besser!" „Lasse mich für dich sorgen, mein Lieb," bat er. „Wolf, sage so etwas nicht wieder, das kränkt mich —i ich kann doch nichts von dir geschenkt nehmen!" „Hast du nicht Eltern oder Verwandte, zu denen btt gehen kannst?" „Ich stehe ganz allein da; ich habe niemand auf der Welt — als dich," sagte sic traurig. „Ein andermal will ich dir von meiner Herkunst erzählen — heule nicht; ich will mir diese glückliche Stunde nicht durch die Erinnerung an traurige Zeiten trüben. Lasse dir für heute damit genügen; du hast deine Liebe keiner Unwürdigen geschenkt! Mir ist es auch nicht an der Wiege gesungen worden, datz ich als Putzmacherin mein Brot verdienen muß." t . (Fortsetzung solgt.) Aus der Zeit der Befreiungskriege. Krirgslasten der Stadt Gießen im Jahre 1814. Mach alten Bürgermeistcreircchiiungcn.) Von Tr. H. Vergär-Gießen. Mit dem Durchmärsche der russisch-preußischen Armee über Gießen im November und Dezember 1813 nach dem Rhein hü» waren die Truppenbewegungen ftlr unsere Gegend noch nicht beendet. Das Jahr 1814 begann, leie 1813 geschlossen: Tag Und Nacht erscheinen neue Kolonnen, die verpflegt und nach dem Westen weiter befördert werden mußten. Am 3. Januar ziehen preußisch: Kavallerie, kursächiische und russisäw Infanterie Nachts in Gießen ein und müssen sofort „Par force und bei äußerst schlechtem Wetter" durch Boten weiter geleitet werden. Am 6. Januar siud im Auftrag des Q u a r t i e r a m t e s 3 Mann zwei Tage und zwei Nächte tätig, um Bestellungen zu nmche» „wegen der Menge von Fuhren für das hier durchpassierende russische und preußische M i l i t ä r". Ta ist am 6. ein eiliger Wie? in det Rächt durch einen Boten nach Bersrod zu bringen, am 7. ein wichtiges Schreiben an einen Preußischen Obersten tu BraunselS,; aitTomntenicu preußischen Truppen ist am 7. der Weg nach Klcinlinden undTndenhofen zu zeigen. Wichtige Briefe sind durch Eilboten am 8. nach Wetzlar, Lich, Marburg und Großwerda, 2 Stunden von Marburg, zu bringen. Am 8., 17., 20., 25. und 81. Januar sind eilig Fuhren zu bestellen „sür das Tag und Nacht durch passierende Militär". Am 14. und 17. bekommt Kleinlmden preußisches Militär als Einquartierung. Tahin müssen auch 6 Personen Ochsen für das Proviantamt treiben. Am 20. wird die preußische „Generals-Bagage" ebenfalls dahin geleitet. Aus dem „Brand" in Gießen geht es lebhaft her; da such fortwährend Tuch und Gewehre auf- und abzukaden. Am 9. Januar wird das Rathaus geräumt und gereinigt, „wo die blessierten Preußen 4 Monate gelegen". Am 17. müssen dort wieder kranke Personen ausgenommen werden. Am 26. sind 5 Personen bei den „Rekonvaleszenten" auf dem Rathaus tätig und erhalten dasür 7 sl. 15 Krz. Außerdeni mußte auf der „Pulverniühle" und in der „Ziegelhütte" für den Wärterdienst bei den Kranken gesorgt werden; der Wärter erhält jetzt durchschnittlich täglich 1 fl. Am 14. Januar waren 7 500 fl. für hie gelieferte Fourage zu zahlen, welcher Betrag in 15 Stück Obligationen zu je 500 fl. entrichtet wurde. Am 1. Februar Mußte in der Nacht ein Bote nach Reiß- kirchcn abgehen, um die „dem Vernehmen nach" dort angekommenen Ulrich st einer Fuhrleute in Empfang zu nehmen und sofort weiter zu leiten, da sie Morgens früh in Gießen sein; sollten. Ta die Uingegend vion Gießen nicht die nötigen Fuhrwerke stellen konnte, mußte man sogar Fuhrleute aus dem Vogels- terg beordern. Am 8. Februar müssen Ambosse, Schmiedewerkzeuge und Hobelbänke für das „K. Pr. Laborachrium" ins Zeughaus gefahren werden. Am 10. Februar waren wieder 600 sl. für gelieferte Fourage fällig. Für 2'/* Ohm Branntwein müssen an Ad. Gibb 106 fl. gezahlt wprdeu, an Jos. Hornberger 46 fl. 21 alb für 360 Rationen Fourage, „welche von Homberg a. d. Ohm in das hiesige Magazin geliefert". Am 9. kommen „preußische Wagen" an, die nach Großlinden geleitet werden. Am 12. erhalten Rechtenbach, Kleinlinden, Steinberg preußische und russische Truppen als Einquartierung. Vom „Windhos" müssen Fuhrwerke geholt werden. Am „Ncuweger Tor" werden Pulverfässer aufgclahen. 6 Mdann erhalten am 16. Februar 1 sl. 30 Kreuzer, „weil sie 2000 Patronentaschen und 2600 Kobel an der Reitbahn aufgeladen". Ludwig Flett erhält, „weil er vom 19. Januar bis 19. Februar bei Tag und Nacht als Quartiermacher tätig getvesen", 24 fl.. 48 'Krz. „BKoldung". „Für seine Bemühungen beim Stadtquartieramt" werden dem Tolmetscher Cher- bansky neben freier Verköstigung für den Januar 40 fl., im Februar zweimal je 6 fl. h^ahlt. Jeden Abend mußten die einzelnen Stadtviertel, in denen Einquartierung lag, genau revidiert werden. Tie Visitation erforderte durchschnittlich im Monat «ine Ausgabe von 35 sl. „Tie Visitatoren hatten über di« Vorgefundene Einauartierung jeden Morgen ihren Herren Kommissarien schriftlich Bericht zu erstatten." ( Beständig mußten von hier aus Lieferungen nach Frankfurt Und Höchst a. M. abgehen „für Verpflegung des Bloquabc- Korps von Mainz". Mainz war noch von Franzosen besetzt und wurde von deutschen Truppen zerniert. Erst nach dem Sturze Napoleons zogen im Mai die Franzosen von Mainz ab, obwohl sic noch Mittel genug gehabt fetten, sich gegen die Verbündeten zu halten. Tie Einwohner von Mainz und die französischen Soldaten sympathisierten nach wie vor mit dem entthronten Kaiser. Bei ihrem Abzüge schäumten französische Soldaten vor Wut, zerbrachen ihre Waffen, und der General hatte Mühe, sie in Marsch zu bringen. Tie Aktion der verbündeten Armeen gegen Napoleon im Februar 1814 erheischte beständig Truppennachschiebun- g«n. So vergeht im März kein Tag und keine Nacht, an denen in Gießen nicht Truppendurchmärsche stattsanden. Am 6. und 7. März trafen kur hessische Truppen ein, die hauptsächlich in Hcuchelheim und Kleinlinden einquartiert ivurde». Kursürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel war nach der Auslösung des Königreichs Westfalen im Kiovember 1813 wieder in sein Land zurück- gekehrt. Sofort wurden die alten kurhessischen Regimenter »Meder neu organisiert. Am 18. Dezember erließ der Kurfürst einen Aufruf zur Bildung eines freiwilligen Jägerkorps, das am 19. Februar 1814 ins Feld rückte. Auch das Regiment „Kurprinz" rüche aus; vermutlich kam es durch Gießen; denn der Wirt Eonrad Schwan zum „Schwanen" iWalltorstrahe) erhält I sl. ausbezahlt, weil er am 6. März „vor dem Kurprinz seine 8 Hunde" 16 Pfd. Brot und 1/2 Psd. Butter geliefert hat. In deni Rechnungsbeleg steht die Randbemerkung; „Gut dasür Büchner" (Lan- deskriegskommissar). Auch in Gießen ließen sich infolge des Ausrufes des Großherzogs Ludwig I. in die freiwilligen Korps Staatsdiener, Gelehrte und Studenten cinreihen. Mit der Bildung der „Landwehr" und des „Landsturms" ging es langsamer voran. Am 4. März liquidiert der.Militärkommissar v. Rabenau von der Stadt für seine Bemühungen bei der „provisorisch- 0 rg a n isi e rt e n L a ns) w e h r" für die Zeit vom 21. Februar bis 4. März 49 sl. In 920 Giehener Familien ivurde die Aushebung zur Landwehr vorgenoinfncn, Tie Aushebungskommiiliou. die hauptsächlich beim Messen der Wchrkente tätig war, bestanv aus denr Polizeirat Raiß, dem Bürgermeister Gsoßmann, dem Ratsschössen Tasche und dein Advokaten Rumpf. Sic erhielten durchschnittlich für ihre Bemühungen je 21 fl. 49 Krz. aus de« Stadtkasse. Am 29. März ersucht der Adjutant Merck das Ratskollegium um Ablassuug von „Manualien sür Listen und Ordres für die 3 Kompagnien der provisorischen Landwehr deS Stadtamts Gießen." Im April bis Mitte M a i passieren noch sächsische und preußische Truppen die Stadt zu einer Zeit, als die deutschen Tnippen in Frankreich sich schon zum Heimniarsch rüsteten. Es werden noch während dieser Monate allein IM fl. verausgabt „für Bestellungen von Fuhren und beim Quartieramt". Ferner kommen noch zur Ausgabe am 10. April: 261 sl. 15 alb. als Fuhrlohn „für Heu Nebst Hafer und Säcke, welch« sür das Blocade Corps vor Mainz nach Höchst geliefert werden imüssen", ferner 187 fl. 13 alb. 7 Pfg. zur Anschaffung von Gemüse und Fleisch dahin. Ratsschüff Jugharb erhält am 20. April ausgezahlt 3528 fl. 12 alb. 4 Pfg. für 2760 Pfund Mehl und 6844 Pfund Grütze, „welche vom 26. Dezember 1813 bis 20. April 1814 zur Lieferung «»geschasst werden mußten". lJn Gießen bestand ein Berpslegungs-Hauptdepot.) Am 23. Juni muß die Stadt Gießen ihren Anteil an den Fuhrkosten bezahlen, „um das Reserve Magazin von Siegen nach Höchst zu fahren". Am 13. Juni waren wieder 1000 fl. fällig für gelieferte Fourage. Mit der Rückkehr der Truppen vom französischen Kriegsschauplatz wird unsere Gegend ivieder im Juni mtt Militär über- fchwemmt. Die ankommciiden Truppen waren hauptsächlich Russen. Russische Einquartierung erhalten am 4. Juni; Rodheim, am 6. Lollar, ani 7. Reiskirchen, am 9. Langgöns, Großen-Linden, am 10. Annerod, Steinberg, Wieseck, am 12. Wißmar, Lollar, Dau- bringen, am 13. Trohe, am 14. Heuchelheim, am 15. Taubringen> am 18. Bersrod. Außerdem kamen noch Preußen und Kurhessen an. Am 18. Juni mußten Fuhrwl'stke 'für die Russen gestellt! werden, die Alsfeld als Marschziel hatten. Die zweite Hälfte des Jahres 1814 verlief ruhiger, wenn auch imnrer noch täglich einzelne Kolonnen ankamen. Das Stadtquartieramt befand sich vom Januar bis Mitte September bei Frau Inspektor Ferber. Das Quartieramt liquidiert sür den Verbrauch von Lichtern, Papier, Federkielen, Siegellack vom Januar bis Dezember 1814: 123 fl.; mithin war es noch im Dezember tätig. 52 fl. Zins werden bezahlt vom Juni bis September für 2 Stuben, „wo die preußische Artillerie ihr Schuh und Lederwerk aufbewahren". Im November werden noch 3 fl. vergütet für „Aus- und Alstaden von Militärsachen". Auch kranke französische, russische und preußische Soldaten mußten noch bis Ende des Jahres 1814 verpflegt werden; sie lagen in der „Ziegelhütte" und in dem Saal« des „Hirschwirts" am Scltersweg (frühere Eiscuyumuung von Kröll). Das Landwehrbataillon bestand nach einer Bemerkung in der Rechnung aus 5 Kompagnien; es werden aber nur die Hauptleute von 3 Kompagnien erwähnt, so daß angenommen werden muß, daß die nächste Umgebung von Gießen die 4. und 5. Kompagnie stellte. Tie erste Kompagnie führte Kapitän Schott, die zweite v. Grolmann, die dritte Kapitän Limbert. Wann die Uebungen der Wehrleute stattsanden, konnte nicht sestgestellt werden. Nur die „Tambour-Exercitien" unter dem Bataillonstambour Schäfer werben erwähnt: sie beginnen schon im März und setzen sich bas ganze Jahr über bis 1815 fort. Am Uebungstag erhielt jeder Tambour für „Versäumnis" (der Arbeit) 20 Krz. 6 Tam- boure werden genannt: Junker, Kreuter, Müller, Ramspeck, Dreier, Rinn. Für Anschaffung von dunkelblauem Tuch zur „Montierung der Bürgertambours" tverdcn 104 fl. 37 alb. verausgabt. An Schnciderlohn werden am 29. Juli bezahlt für 6 Röcke ä 2 fl. = 12 fl., für 6 Paar Hosen ä 40 Kirg. — 4 fl., für 6 Paa« Kämaschen ä 40 Krz. — 4 sl., 6 Kappen ä 20 Krz. == 2 fl. Joh. Heinrich Schafstädt erhält 1 fl. 6 alb. für Lieferung von 3 Paar Trommelstöcken. 7 fl. erhält Jakob Wallenfels für 1 Stube, „worin die Bürger zur Landwehr ausgeschrieben und gemessen werden". Tie Wehrleute mußten sich Montierung und Ausrüstung selbst stellen: nur ärmeren Mitgliedern des Bataillons wurden Beihilfen gewährt. So wird in der Stadtrechnung ein verausgabter Posten von 150 fl. aufgeführt als „freiwillige, Beitrag aus dem Stadtaerario zu den angeschasften Gewehren", Im ganzen wurden im Jahre 1814 von der Stadt Gießen für Kriegszwecke verausgabt: 32 728 fl., und zwar sür Botenlohn 1950 fl., für Lieferungen 11514 fl., für Kriegssahrten 19 264 sl. Tie Ausgaben für geleistete Kriegssahrten waren für die Stadtkasse am drückendsten, wenn auch vielleicht einzelne Bürger daraus Vorteil zogen. Dafür mußten sie aber auch oft mit dem Verlus« von Wagen und Gespann rechnen. Gießen muß damals viele leistungsfähige Fuhrwertsbesitzer gehabt haben. Ter größte Fuhr- werksbefitzer war Justus Balthasar Müller, Gastwirt zum „Hirsch". Er erhielt sür Kriegssahrten im Jahre 1814 2368 sl. Weitere hohe Beiräge wurden gezahlt: an Jos. Fleck 1775 fl., an Konrad Schavan „zum Schwanen" 1136 fl., an Ludwig Konrad Flett 1113 fl.' an Postmeister Kempf 753 fl., an Balthasar Vogt 514 sl., an Magnus Schäfer 584 fl., an Christian Ferber 672 sl. In der Rechnung würben außerdem noch mindestens 75 Fuhrleute aufge- führt, denen Beträge von 200—760 sl. bewilligt wurden, unge» 16 rechnet der vielen kleinen Unternehmer, die mit 1 Pferd oder Kühen Vorspanndienste leisten mutzten. Ober-AtÄ>ellationsrat v. Grolmann hatte eine Rede an die „provisorisch-organisierte Landwehr" gehalten, die auf „Befehl" deS Oberbürgermeisters Grohmann bei Gebrüder Schröder in einer Auflage von 1200 Exemplaren auf Kosten der Stadt gedruckt wurde. Wenn auch der Friede erst am 30. Mai 1814 abgeschlossen wurde, so feierte man doch schon am 2 4. April ein Tankfest für den glorreich beendeten Krieg. Am Vorabend, Samstag den 23. April, wurde eine Stunde urit allen Glocken geläutet und damit der Festtag cingcleitet. Am Sonntag tmirde ei» „Tc Teum" gesungen, vermutlich auf dem „Brand", da der Neubau der Stadt- kirchc noch nicht vollendet, und die Burgkirche für die Feier zu klein war „Währerrd des Absingens desselben wurde mit allen Glocken geläutet." Am Sonntag abend war das Rathaus illuminiert, und freudige Stimmung beherrschte die Gemüter der Betvohner, glaubte nran doch hoffen zu dürfen, dah der bevorstehende Abschluß des Pariser Friedens ruhigere und geordnetere Verhältnisse bringen lvürde. Leider eine trügerische Hoffnung! Aus Der, sch-5üd-west. * T er u n t erbroche n e Ein z u gsm arsch. Als die erste Verstärkung der Schutztrupve für den Süden des Schutzgebietes Südwest-Asrika im Juli 1004 eintraf, sollte deren Einzug in Ke etwa ns hop, dem Hauptortc des Südens in feierlicher Weise von statten gehen. Eine schon auf dem Schiffe zusammengcstellte Bataillonsmusik, 8 Mann stark, war zur Hälfte mit der früher abgerückten 8. Fcltz Kompagnie vorgeritten. Vor dem genannten Orte vcrsaninielten sich nun beim Näberkommen der noch fehlenden 8 Feld-Batterie, der Stab des Bataillons, die Spitzen der! Behörden und natürlich die ganze weitze und eingeborene Bevölkerung. Noch eine kurze Rast tvurde gehalten, wobei die beschmutzten Unifornicn und Stiesel gereinigt und der dickste Staub von den Gesichtern abgewischt wurde. Jetzt kamen die Musiker der Kompagnie an, die beritten den Einzug mitmachen sollten; sic boten, des Reitens noch nicht ganz sicher, aus den ohnehin unruhigen Tieren einen gerade nicht so strammen Anblick. Das Komulando zum Abmarsch ertönte. Mit Spannung verfolgte jeder neben den auftauchendcu Schensivürdigkeitcn Keetinaushops die Bewegung der braven Musiker. Zuerst ging die Sache ganz gut, bis man ui die Nähe des Vichkrales kam, aus welchem das Gebrüll der Ochsen ertönte, da wurden die Pferde wild. Das eine raunte mit seinem Reiter so dicht aus einen Baum zu, datz der Hut desselben hängen blieb, ein anderes setzte seinen Musiker direkt in den Sand. Zu allem Unglück wurde noch das Blasinstrunient eines dritten von einem Fahrzeug überfahren Mit der Musik war es aus. Unsere schwarzen Landsleute aber setzten den so jäh unterbrochenen Einzugsmarsch zum allgemeinen Gaudium mit einer schrecklich quiekenden Ziehharmonika fort und vor der Kaserne der alten 3. Feld-Äompagnic endete der so feierlich begonnene Einzug in allgemeiner Heiterkeit. * Wie wir unsre Schuhe verloren! Das klingt gelvitz recht sonderbar und doch ist cs einmal passiert, datz wir mit neuen Schubeii auszogeu und mit sellbewickelten Füßen lvieder ffis Lager kamen. Ter Vorgang spielte sich solgendermatzen ab: Im sAugust 1906, als die Truppe die Eingeborenen in die wildesten Berge verfolgte, bekam unsre Batterie 8. II. den Auftrag, der Abteilung Bech Proviant nachzubringen. Etwa 40 Mann, mit dem so beliebten Ltn. Müller als Führer, machten sich mit ca. 50 schtvcr beladenen Maultieren auf den Weg. Steile Felsenstege tourden erklommen und zerschundc» und zerrissen kamen wir am Ilbend des dritten Tages im Lager der genannten Abteilung an. Grob tvar die Freude der Kämeraden, als wir mit dem ersehnten Proviant ankamen. Ein großer Teil desselben war leider durch die ootlständig zersetzten Säcke verloren gegangen und gerne gaben wir den ausgehungerten Kriegern noch einem Teil von unserem, für den Rückmarsch bestimmten Vorrat. Nachdem tvir im Lager übernachtet! ließ uns am anderen Morgen der Führer der Abteilung, Hptm. Bech, antreten und stellte uns den sondeibaren Antrag, unsre guten Schuhe seinen Leuten abzugeben. Einen Augenblick stutzten wir, dam, aber siegte das Mitleid mit den Kameraden, die ihre Füße nur notdürftig mil Fellen, Lumpen und gänzlich zerrissenem, durch Riemen zusamuieiiaehaltenei, Schuhzeug bedeckt hatte». Flugs zogen wir unsere Lchuhe aus und bedeckten die Füße mit jenes Natnrbeklcidung. Scherzend und lachend über unser so schnell verändertes Aussehen traten wir den Rückweg an und auch unscr alter Hauvtmann Sichert tvar wie a»S den Wolken gefallen, als er seine Leute so tviedersah. verinischte». Icos. Wes bald sind niedere Naturvölker Kannibalen Das entsetzliche Schichai. das jetzt wieder tzwe, deutsch.: tvorschungsreiseiide aus Neu-Mecklcnburg im Bismarck-Archipel ge funden haben, vre mit ihren 14 eingeborenen Begleitern Menscl)en- fressern zum Opfer getallen sind, lenki unsere Aufmerksamkeit wieder auf diese grausame Sitte, die sich bei vielen niederen Völkern findet. ES ist für uns schwer, eine Erklärung dieser Gebräuche zu finden. Wir belrachten sie als tierisch und mensckzeiuimvürdig. Bon Interesse dürste cs da sein, eine Erklärung ins Gedächtnis zurückzurusen, die der bekannte Schriftsteller Bölsche in seinem Büchelck^n „Der Mensch der Vorzcst" gibt. Er schreibt da: Kannibalismus kommt noch heute bei Naturvölkern vor ltnd keineswegs bloß bet den primitivsten. Anderseits ist der Schritt überhaupt noch lvieder ein kolossaler von einer gewissen internen Slammcsmoral, die das Lebe» eines Genossen unter Umständen schon äußerst hoch cin- schätzcn kann, und dem Verhalten fremden, feindlichen Stämmen gegenüber, wo jede List uird Grausamkeit gilt. Man muß noch in der Ilias Nachlesen, wie lange in der Kntturmenschheit selbst auf glänzender Stufe hier noch vollkommen doppcllc Buchführung palt. Gerade der Kannibalismus hat aber vielleicht noch eine besondere und für sich wieder bedeutsame Seile. Er ist eigentlich im Tierreich ein seltener, ungern geübter Brauch, bedeutet also beim Menschen etwas in gewissem Grade besonderes Wähcend unsere moderne Kulturmoral durchweg geneigt ist, in ihm noch eine ganz apart rohe, bestialische Nreigenschaft zu sehen, ist cs sehr wohl möglich, daß er gerade erst mit dem Envachen feinerer, tzcisstig fortschrittlicherer Gehirnkombinationen sozusagen „philosophnch" entstanden ist. Ein typischer Kannibalcnglaube von heute ist nämlich, daß durch das Verzehren der Seid* des Besiegten seine Krast, seine Tapscrkcit durch einen seelischen Akt in den Verzehrer übergehen. Also eine Idee aus dem Borstellungskreise des Serlcns- glaubens, sozusagen des Unstcrblichkeitsglaubens! Nach dieser A x> sicht töten also die Kannibalen den Fremden nicht etn>a, um sich von ihm zu nähren. Sie töten den Fremden nur, wenn sie in ihm einen Feind sehen. Und wie man sonst allgeniein dem Besiegle» Schmuck und Besitz nimmt, um sich zu bereichern, so suchen die Kannibalen durch Verzehren des Leichnams sich dessen Krast und Geistcsgaben anzueignen. kos. W i c hoch sind die Meeres wellen? Große Wellen entstehen nur bei großer Wasserfläche. Dabei nimmt die Höhe der ersten an der dem Wind zugewandten Küste entstehenden Welle sehr allmählich nach dem offenen Meere hin zu.und auch die nächsten Wellen sind nur um wenig größer Cornisch inaß die Wellen gröberer Wasscrfläckzen, zunächst des Genfer Sees, wo er als Maximum 2-'/« Meter Höhe feststellte. Im Lake Superior (Nordamerika), der allerdings viel größer ist, gab es Wellen von säst 7 Meter Höhe. Im Mittelländischen Meere, also einem ganz von Land umschlossenen Becken, konimen ebenso Ivie im Chinesischen Meere Wellen von 24—30 Meier Höhe vor. Diese Zahlen stützen sich aus die Berichte von Seeoffizieren. Cornisch weist aber darauf hin, daß die Höhe der Wellen bedeutend zunimmt, wenn sic sich am Schiffsrumpf brechen. Auf freiem Meere werden solche Höhen kaum erreicht. ---- Sprachecke der Allgemeine» Deutschen Sprachvereins. — Seltsame Zuschnitten. Seltsame Jnschristen kann man allenthalben ans Ladenickuldern finden. Ta fchieibl einer großmcichlig an: ,An und Verkauf von Kunst und Antiquitäten". Also er kauit und vertäust -Kunst". Höchst sonderbar l Oder iollte der gute Mann gar Zlnnstitäten" meinen? Tc» Bindestrich lasten die Herren Maler ja beule öhnehi» meist weg oder fetzen ihn wohin ec nicht gehört: und da er in >c»er Anichriit auch hinter .Sin" nur zu denken, nicht zu leben ist, gilt das gleiche wohl Inr di« „Kunst*. — An einem anderen Fenster hat sich der Mater aus der Enge und Klemme zu Hellen gewußt, indem er einem Fremdwort ein paar Buchstaben ans der Milte wegnahm. Ta da» schön« und lange Wort .Abonnements" nicht au! der Scheibe mileizubrlngen war, schrieb er einfach .Abonnent«" an: AbonnenlS au! alle Zeitungen und Zettschriilen. ltnd niemand mertt es l Ist doch gut, daß wir allerhand Fremdwörter haben' bei deutschen Wörtern ist solche Bcschncidnng nicht möglich, wenigstens ist sie nicht so »n- onssäflig anznbrmgen. _ viiserratfel. Auflösung m nächster Nummer. Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummerr HOHE OBER FEE E R R Redaktion: K. Reu roth — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universttäls-Buch- und Steindruckerel. R. Lang^ QU&tfe