Nr. m Zweites Blatt 154. Jahrgang Erschein« täglich mit Ausnahme des Sonulags. Tie „Sietzener Zamjllendläller" werde» dem .Anzeiger' viermal wücheullich beigeleql, das ..«reirdlat, für den Kreis Sietzen" zweimal wöchenllich. Di- „landwirtschastlichen Seit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. iefper Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejjen Donnerstag. 3'. Dezember ttzll Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jche« Universiiäis - Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriltleitung.Geschäitsstelle ».Druckerei: Schul- straße7. Geschäftsstelle u.Vcriag:^«5I,Schrlil' leilung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Giegen. Die fünf Nriegsmonate. Wie ei» gewaltiges Brausen ging es am 2. August durch das Teuticle Reich. Der erste Mobilmachungstag! Durch die großen Städte rasten Wageir und "Auwmobilc: aut den Bah»- Häsen herrschte ein nie zuvor gesehenes Menschengewühl, lind draußen jyf dem flachen Lande zöge«, in Trupps, begeistert die „Wacht aai Rhein" singend, die Wehrvilichrigen zu ihren Ge- särllungsorlen. Roch sichen imr mitten im Kriege, und erst knapp fünf Monate sind seit jenenr gewaltigen Ansmallen oater- ländischer Begeisterung verstrichen. Aber nichtsdestoweniger darf man au diesem Zeitabschnitt bereits einen furzen Rückblick am die bisherigen Kriegsereignisse iversen: war die Fülle iveltbe- deutender Geschehnisse und herrlicher Aiuhmes taten unseres Heeres und unserer Flotte Pvck so gcivaltig, daß. sie zumal in den ersten Kriegswochen säst sinnverwirrend wurde. Wie in einem Rausch vergingen die sommerwarmcn Augusttage, während die Mobilmachung mit der Erattheit eines riesigen mascknnellen Organismus vor sich ging. Am 4. August trat der Reichstag zu seiner denkwürdigen Sitzung zusammen, rn der er einmütig den ungeheuren Kriegs- kredit von iüns Milliarden Mart bewilligte. Am gleichen Tage erklärte die italienische Regierung, deren Haltung man bis dahin mit gesvanntcr Erwartung entgegengesehen lntte, ihre be wassncte Neutralität. Aber noch ein drittes folgenschweres Ereignis Kachle Deutschland dieser Schicksalstag. Aul die Nachricht von dem Einmarsch deutscher Drnpvcn üi Belgien erklärte nach der Reichslagssitzung der britische Botschastcr dem Reichskanzler, daß sich infolge dieser Neutralitätsverletzung England als im Kriegszustand mit Deutschland befindlich betrachte. Hatte man int Volke den Krieg mit Rußland und Frankreich gewissermaßen als etwas Selbstverständliches, Unvermeidliches au>- genvmmen, so grift auf die Nachricht von der englischen Kriegs- eiflarung an einigen Stellen Bestürzung Play. Nock war ja nicht sür jeden klar und offenkundig, daß. er letzten Endes nur England gewesen war, das die halbe Welt zunr Kriege gegen Deutschland auigchetzt hatte. Aber die ansängliche Bestürzung wich rasch jrohgcmutcr Zuversicht, als die ersten Nachrichten von den Ruhmeslateir unserer braven Truppen cintrasen, zu deren Belvhnung der Kaiser am 5. August das Eiserne Kreuz erneuert hatte. Tags daraus erschien des Kaisers Ausruf „Au das deutsche Volk!", der überall in deutschen Landen lautesten Widerhall fand. Tuch noch größer war der Jubel, als sich am Abend des 7. August, wie van Tturmesflllgeln gelragen, die Meldung verbreitete, daß die deutschen Heere Lüttich erstürmt batten. Damit war ein gut Teil des Weges durch das uns feindlich entgegengetretene Belgien an die Nordgrcnzc Frankreichs trei- geworden, und unaufhaltsam wälzte sich die Lawine des deutschen Heeres das Maastal hinaus. Ten ersten Zusammenstoß mit den Franzosen brachte der 10. "August. An diesem Tage wurde ein französisches Armeekorps und eine der Besatzung von Belsort angehörende Division, die von dort in das Oberelsaff, eingedrungen waren, bei Mülhausen unter großen Verlusten südwärts zurückgeschlagcn. Es ist unmöglich, die Fülle der Ereignisse in ihren Einzelheiten hier noch einmal Revue passieren, zu lassen: von überall her hörte man «kühne Daten unseres .Heeres und unserer Flotter w hatte schon am 2. August der Kreuzer „(Augsburg" den russischen Kriegshasen L i b a u bombardiert und in Brand geschossen: wenige Tage später beschossen die Kreuzer „Gäben" und „Breslau" erfolgreich algerische .Häsen. Ter Krieg war mittlerweile auch zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn, sowie zwischen unserem Verbündeten und England beziehungsweise Frankreich formell erklärt worden. Und in diesem Kampf aller gegen alle wurden schließlich die Kriegserklärungen nunmclw mit .Heiterkeit affsgcnommen, zumal als sich auch Serbien und die Großmacht Montenegro als im Kriegszustände mit Deutschland befindlich betrachteten. Mittlerweile kam es auch an der Ost grenze zu größeren Ereignissen. Tic an den verschiedensten Stellen der Provinz Ostpreußen auf deutschem Boden vvrgcdrungencn Russen wurden am 17. August bei Stallupönen geschlagen; 3000 Russen wurden gefangen. Am 20. August wuchs die Zahl unserer Feinde um eine weitere Großmacht an. Das hiitterhälterifche Ja van verlangte in einem unverschämten llltimaium die bedingungslose Räumung, von Kiautichou. In dem Kriegs!ärin wurde die Erkrankung ui'id der am 20. August erfolgte Tod des .Papstes pariser Neujahrsbraten. Was bei uns Weihnachten, ist in Frankreich das Ncniahrsscst. To gnt- müttg, aber, was wir niemals vergessen werden, das ist her ohne Familie und ohne Glückwunschbriese »erbt ach t c Neujahrsmorge n." Da die französische Armee sich in Parfs eingeschloisen befand, io ist es jedenfalls eine Ucbertreibung, wenn Sareev „ohne Familie" sagt, denn die meisten Mitglieder der Garde nationale wohnten bei ihren Familien. Aber, mit den Aeu- lahrsdriefen hatte es seine Richtigkeit, die kamen nicht nach Paris hinein. Was aber in Wirklichkeit noch mehr entbehrt wurde, als die Briete, das war der Festbraten, aus den selbst der "Aermite an diesem einen Tag im Jahr ein Recht zu haben glaubt. Lrotz des gerade zu Ende des Jahres überhand nehmenden Hnndcdiebftahls war es doch leicht ersichtlich, daß die M 30 000 geschlachteten Hunde bei zivei Millionen Einwolmcrn nicht ausreichen würden. Tic Regierung beschloß also, der^sleischnot anders abzuhclfen, und zwar in großem und originellem Stil. Sie ließ nämlich am 20. u.c- zember die beiden Elefanten, „Castor" und „Pollux", ans dem Jardin d'acelimatatton mit Sprengkugeln töten. Ter Metzger s.c- loos kaufte sic für 27 000 Franken und, ha«, sicher bei der "-tus- l'chlachtung ein gutes Geschält gemacht. Daß „Castor" und „Pollux" ihre Namen nicht umsonst trugen, zeigt das Gewicht ihrer Herzen, i:i denen viel Freundschaft Platz hatte, das „Castors" wog '- i und „Pollux'" 32 Pfund. Filet und Rüssel, Iv,irden mit 40 Franken das Pfund verkauft. Tie Füße das Pfund zu 20 Franken. L»e übrigen Stücke je nach der Güte des Fleisches zu 8 bis 3b ^ranken. Auch Elcsantenblutwurst gab es zu 8 Frauken das Pfund. aas war der Festbratcn der Pariser am Neujahrsmorgen 4871. * — Deutsche medizinische Gesellschaften im Felde. Tie Wissenschaft ruht auch im Kriege nicht. —o baden sich zum gegenseitigen Meinungsaustausch der im Felde gemachten Erfahrungen in Fciitdesland eine Reihe Gesellschaften ^deutfchcr Mediziner gebildet, die in regelmäßigen Zwischenräumen simrugen abkalten und teilweise ihre Verhandlungen mich im Truck crlchernen lassen. Bemerkenswert ist, das; an diesen Sitzungen vielfack^ auch belgische und französische Acrzte leilnehmeti, woraus die .«nter- ationalität der medizinischen Forschung von neuem erhellt. In amnr hat sich, wie die „Klinisch-Therapeutische Wocheufchrltt' P i u^s X. weniger beachtet, als das in friedlichen Zeitläuften der Fall gewesen wäre, zumal am gleichen Tage der erste große «ieg in offener Feldschlacht gegen die Franzosen errungen wurde. Tie Armee des Kronprinzen von Bayern warf zwischen Metz und den Vogesen die intt starken Kräslen in Lothringen vordrrn- genden Franzosen aus der ganzen Linie. Viele Tausende von Gefangenen und zahlreich« Geschütze wurden dem Feind abgenommen und am selben Tage wurden bei Gumbinnen die vor- dringenden Russen angegriffen, geschlagen und zurückgedrängt. 8000 Russen wurden gcjangen. Am 24. August fiel die zweite belgisch« Festung Namur: jetzt erst erfuhr man von unserer gewaltigen artilleristischen Uebcrlegenhctt und von den schnell so populär gewordenen großen 42-Ztm.-Haubitzen. An demselben Tage errangen die Oester- reicher bei Krasnik ihren ersten großen Sieg über die Russen. Am 26. August wurde die Festung L o n g w v an der sranzösisch- belgischen Grenze genommen. Große siegreiche Schlachten im Westen brachte Uns der 27. August. Tie Engländer wurden bei Maubcuge geschlagen; eine große französisch-belgische Armee von etwa 8 Korps wurde gleichfalls vollständig geschlagen und verfolgt. Ein Ausfall der Belgier ans Antwerpen wurde zurück geschlagen: das Elsaß, wo im Lause des Monats August um die Stadt Mülhausen wiederholt heiß gestritten worden war, war bis auf die äußersten Grenzgebiete vom Feinde wieder geräumt. Und nicht minder großen Jubel rief die Nachricht von der Bernichtting des russischen .Heeres im südlichen ^Ostpreußen hervor, wo der General oon Hindenburg in der Schlacht bei Tanncnberg und Ortelsburg über 90000 Russen gefangen nahm. Weitere Siegesnach richten aus dem Westen kamen am letzten Augusttage; sämtliche Westarmeen gingen siegreich vor und schlugen am 1. September aufs neue etwa zehn französische Armeekorps zwischen Reims und Verdun. Das unaufhaltsame Vorbringen der deutschen Truppen nötigte am 2. September die ffranzösiche Regierung zur Flucht von Paris nach Bordeaux. Am 3. September wurde der Erzbischof oon Bologna,, Kardinal della Chiesa zum Papst gewählt. In den nächsten Tagen tourde die Festung Maubeuge mit 40000 Gefangenen genommen; an der Marne kam es gegen Ende der l. Scptembcrwoche zu einer neuen großen Feldschlacht, in der die Franzosen unter großer Bravour ihre gesamten Kräfte einsetzten, zu denen aus Südfrankreich in Eilmärschen noch neue große Verstärkungen herangezogen worden waren. Angesichts der Uebermacht verschanzte sich die deutsche Armee in schon vorher vorbereiteten testen Feldstellungen an der Aisue. Zur gleichen Zeit wurde von der .hindenburgschen Armee in Ostpreußen auch das zwecke russische .Heer an den Masurischen Seen vernichtend geschlagen. Ostpreußen war vom Feinde, der dort furchtbar gehaust hatte, fvieder frei. Die Zeichnung auf die groß« Kriegsanleihe ging im September mck ungeahntem Erfolge vor sich; 4s» Milliarden stellte das deutsche Volk dem Vaterland« zur Verfügung. Am 22. September darchte das Unterseeboot „II. 3", geführt von Kapitänleutnant Weddigeir, bei Hock van Holland die drer englischen Panzerireuzer „Aboukir", „.Hogue" und „Cressy, zum Sinken. Während sich in Frankreich langwierige einzelne Posi- tionskämpsc entwickelten, begann die deutsche Armee Anfang Oktober die Belagerung von Antwcrven, das afn 9. Oltobrr zur Uebcrgabe gezwungen wurde. Am A07"Oklober starb König Karol von Rumänien; ein anderer Freund Deutschlands, der italienische Minister des Aenßeren, San Giuliano, starb am 16. Oktober zu Rom. Tie von Antwerpen in südwestlicher Richtung der geflüch- ieten belgischen Armee gefolgten deutschen Truppen kamen in der zweiten Oftobeihälftc am Dserkanal in Westflandern in schwere und langwierige Kämpfe mck den dort stehenden Franzosen, Engländern und Belgiern. In den letzten Ottobertagett mußten die deutsch-österreichischen Truppen in Polen vor neuen Russischen Kräften answeichen; der Rückzug vollzog sich ohne Schwierigkeit. Am 28. Oftober wurde im .tzochverratsprozeß zu Sarajewo das Urteil gefällt, wobei sieben Angcftagte zum Tode, zehn andere zu schwerem Kerker von drei bis zu zwanzig Jahren verurteilt wurden. Am 34. Oktober bombardierten türkische Kriegsschiffe Odessa und Sebastopol: zu Beginn des Monats November kam es zwischen der Türkei sowie England und Rußland zum Kriegsausbruch. Großen Jubel, erweckte am 6. November die Nachricht von unserer siegreickien Seeschlacht an der chileni s ch e n K ü st e. mittcilt, eine deutsch-belgische Acrztevereinigung unter Leitung des Garnisonarztes Professor Schilling (Berlin» gebildet, deren Sitzungen von duvckfschniltlich 30 Teilnehmern besucht sind. Für diejenigen belgischen Aerztc, die den in deutscher Sprache geführten Verhandlungen nicht folgen können, wirkt ein belgischer Militärarzt, der in Deutschland ftudiert hat, als Dolmetscher. Im nordsranzösilchen Städtchen Peronne versammelte der beratende Chirurg des I. bayerischen Armeekorps, Exzellenz von Angerer (Münchens, die Aerzte seines und eines benachbarten Korps zu einer Sitzung, an der unter anderen der frühere Direktor der Berliner Charite, Obergeneralarzt Scheche, die Professoren Enderlen (Würz- burgl und Wilms (Heidelberg) tecknahmen. Für die Aerzte der 5. Armee hat Obergeneralarzt oon .Hecker allwöchentlich Zu- sammenküftste ins Leben gerusen und die in und um Lille weilenden Aerzte treffen sich jeden Mittwoch zum Austausch ihrer Erfahrungen unter dem Vorsitz von Obergeneralarzt Reh (Münchens im Krankenhaus St. Sauveur. Tic Sanitätsoffiziere des 9. Armeekorps und der Etappcninsvektion tagen unter dem Vorsitz des Generalarztes Witte in Chaunn; auf ihren Zusammenkünften sprachen u. a. Professor Müller Rostocks und der Hamburger Chirurg Kümmel — D i e englischen Universitäten im Krieg. „Tie englischen Universitäten" — schreibt die „Daily News" — „haben die Verpflichtung, zu beweisen, daß sie ein wesentlicher Bestandteil der Nation sind." Dennoch zeigt sich, verglichen mit den deutschen .Hochschulen, ihr viel geringerer Anteil Mi diesem Kriege. Oxford und Cambridge haben etwa je 1500 Skudentcn in Waffen; in geringerer Zahl sind die schottischen Studenten zu den Fahnenl geeilt; Edinburg zum Beisoiel, die größte der vier Universitäten Schottlands, schickte 600 junge Leute auf den Kontinent. Einige Professoren und Verwaltungsbeamtc baden berecks in Flandern den Tod gefunden. Ter Rektor der Universität Werdern, der Orientalist George Adam Smith, hat sich durch seine begcisterten Ansprachen an seckre Schüler berühmt gemacht. — Als eine ziemliche Last werden die Emigranten aus den verbündeten Staaten empfunden; so sind Oxford und Cambridge voll von belgischen und französischen Studenten, die geztvungcn sind, in England chre Studien sortzusetzen. In Cambridge hatte man ursprünglich daran gedacht, die gesamte Universität Löwen, Lehrer und Sckfüler, in die bestehende Kvrporalion auizunehmen — ein Vorschlag, der aber nicht ausgeführt wurde. Doch sind augenblicklich dort immerhin sieben Löwcner Professoren, zwei aus Gent und einer ausj Lille, die mit ihren belgischen und französischen Schülern ein« phckosophische, eine juristische und eine technische Fakultät gebildet haben. ^ „,. -eine seltene Verwundung bnrrft Flieger- b - schieß » » g Kat der im Felde stebeude Dr. Marcus beob- achlct, wie er i» der Deutschen Medizinischen Wocheuschrick mil» teilt. ’ .Eine Vorposte»kompaa«»e unseres Bataillons", so erzählt er, »rastete i» Stellung seuseils eines Bergqipiels. «ege» Jukanierie- teuer jeder Wahrschemlichkeit nach gedeckt. Ein Flieger erschien Unsere neue Offensive in Russisch-Polen begann am 14. November mit dem Siege über ein russisches Armeekorps bei A l o c- l a w e c. Während in Frankreich und Flandern Ereignisse oon ausschlaggebender Bedeutung iwch nicht wieder vorkamen, enl- wickelten sich im Laufe des Monats November und zu "Anfang Dezember die Kämpfe in Polen zu den größten Schlachten, die die Weltgeschichte gesehen bat. Am 6. Dezember ivurde Lodz von unseren Truppen erobert; tags darauf wurde über die russischen Riesenheere ein entscheidender Tieg errungen und der Feind auf der ganzen Linie in Polen »und Galizien oon den Verbündeten zum Rüchzuge gezwungen. Am 8. Dezember unterlag bei den Falklandsinseln unser Auslandsgejchfoaücr der gewaltigen englischf«n Uebermacht. Wenn auch am Jahresschlüsse in diesem gewaltigsten Kampte, den die Menschheit je gesehen bat, eine cndgAttge Entscheidung noch aui keinem Kriegsschanplatz gefallen ist, jo tritt Deutschland doch; im Verein mit seinem Bundesgenossen in der sicheren Zuversicht in das neue Jahr ein, daß.-ldieses ihm den Sieg über alle seine Feinde bringen wird. Uriegzbriese au§ dem Osten. Bon unserem zum Ostheere erttsaudten Kriegsberichterstatt« (Unberechttgter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Durch Ostvreuhen nach Mlawa. Bildet, Stiinuiungen und Begebeuheiteu. (Schluß.) Ar m ee-O b e r k o mm a ndv 8, 25. Dez. Neidenburg und Sol da». Das Markttcben war in Neidenburg ebenso lebhaft wie in Ortelsburg. Tie Frauen trugen den Kopl in den großen farbigen Umsch-Iagetüchern, die Männer gingen in schweren schmutzigen Bauerupclzcn. In Ortelsburg war Wagen auf Wagen mit den kleinen unglaublich scheuen masurischen Pferden davor zur Dampf« mühle gefahren, hier schien man mehr aui Pserdekaus zu gehen. Tie Fuhrwerke standen durcheinander und nebeneinander, und wenn es gegangen wäre, hätten die Masuren sie auch übereinander gestellt. Ich beobachtete, wie ein Pserdegespann das Heu des Voidcrwagens ratzekahl leer sraß„ Es war sehr charaftcristtsch, was der Besitzer der Pferde dem Besitzer des Heues achselzuckend erklärte, als er seelenrubig rechts und links ansahrend aus der "Wagenburg abzog: „Pies ziecze. Pan jedzie", das .Hündchen bellt, wenn der Herr fährt. Ter Mann, der so mck «inem Svrichioort als Abzahlung bedacht war, sagte mir auf polnisch und deutsch und außierdcm in einem Idiom, daß. ickf nicht seststeilcn konnte, daß das absahrendc Brüderchen ein swinia, ein Schwein iväre und ivotltc darauf mir, seinem „woyn" Lnkelchen, ein Pferd verkaufen, von dem er wieder in drei bis vier Idiomen behauptete, daß er es damals nackt „der Schlacht" (die Schlacht ist immer Tannenbergi gekauft und nun ausgesütterl habe. Es sei ursprünglich ei» Gencral- pferd gewesen. Ich verzichtete aber aut die Besichtigung des Pferdes von Samfonoff oder Marios — der Mann hätte sonst noch schließlich bchauotet, daß es das berühintc, dem General Unter dem Leibe erschossene geweseu wäre, das man :meitet lebendig gefüttert hätte — und ging zu der alten schönen Or- dcnsbrug hinaus, die Neidenburg *ut Tartarcnzeit erfolgreich verteidigt hat. Das Schloß ist 'eines der äftcsten Burgen Ostpreußens, es muß schon in der Mitte des 13. Jahrhunocrts cntüandcn sein. Neben den mächtigen Stcinkugeln, die nach alter Belagcrungs- kunst die mächtigen roten Ziegclmauern nicht durchbrechen konnten .und die man eingemauert hat. so daß sic zur Hälfte heraus- ragen, hat die neueste russische Granate in das Maucriverk gc- bisfen und sic hat an den unteren Wandtcilen auch nicht in das Lchtoßinnere dringen können. Oben, wo die Mauern schwäckfer sind, wurden sie glatt durchschlagen natürlich, und «s t nun das große Granatloch dicht neben einer der vielen Stcin- ftigeln aus den atten Eiseiikartaunen. Das Schloß ist jetzt Amtsgericht und Gefängnis und die schönen, gotischen Spitzdecken sehen auf langweilige Schreibstuben und staubige Protokollbücher. Als beim Llugrisf der Russen die ersten Granaten zündeten, versvrack man ein paar schweren Jungen, die iwck in den Zellen ivaren, die Freiheit, ivemi sie tn den Lüften, der bei seinem Kreisen in mäßiger Höbe als deulicher zlvei'elire! eckcnnbar war. So nuterblieb auch das Konnnaudo: ..Flieqerdeckuuq", das >onst die Manuschast zu tajebeu, Pe>sck»>'iubeu in llnlerüändeu, Büschen ulw. veranlaßt. In de» Friedeci der beobachicnd umberktehenden Leute tönte plötzlich der Rus cl«ies Infanteristen: »Ich bin getroffen" und gtcichzeilia stürzte der Blau» zu Boden. Zunächst hielten dies alle Uniüehcnden sür clnen schlechle» Scherz: de»» der Platz Ivar köchsieus einer Arlilleric- feuerivirkung ansgesetzt und keine Sour einer Telouation war gebärt worden. Jndesie», der Gestürzte vcriärble sich und verstarb trotz aller Bemüliungen im Verläufe weniger Minuten. Man entkleidete den Toten, aber erst »ach längereni Suche» eutbeefte mau ganz oben aui der Schulter eine minimale Ei»schußöff««uuq." Daß der Flieger o»4 Versehen mit cincni Geschoß den Mau» gelötel babe, ist unmöglich. So bl.ibt nur die eine Lösung der Frage, daß durch eine» außerordentlichen Zukall ein gegen den Flieger gerichtetes seindliche? Jn'auleriegeschoß von oben berunlersiel und dabei mit aroßer Kraft in d«e Schulter des Soldaten ef«iqedr«uigcu ist. Aui dem Geschoßroege in der Längsrichtung des Körpers waren grobe Organzeireißunge» und Ge!äbverletz»ngcn fall unvermeidlich, die den rasche» Tod berbeiücbrlen. Es dürfte also auch, ivemi ein deutscher Flieger tibcc der Feuerlücke erscheint, für die Soldaten Vorsicht geboten sei». — W i e viel Wein wird au! der Erde erzeugt? Vroleffor Marescalchi, der Voeutzende der Gesells « alt italiemscher Weinbauern, Hot aui Kr,«nd der jüngsten ««alUlif.be«! . niffellungen berechnet, daß die Weinerzeuquug eer Well oon 009 bis 1914 ein« erhebliche Vermehrung eruibren hat. Während sie sich nämlich «nt Jahre 1909 auf 158 Millionen Öektoliler belief, ist sie jetzt — oder ivar sic vielmehr vor dem Kriegsansbruche — ans 184 Millionen z» beziffein. Von die>er Weinerzengnng cmfänt natürlich auf das alte Eurooa der vauptieil, da hier nicht weniger als 160 »00 (MH, Hektoliter erzeugt werden. ES «olgt Änierika mit 13*/, Millionen Hektolitern und alsdann Hfitta, das 8,8 Millionen hervotbrmgt. Tie Weiiierzengung von Asien und Ozeanien in ganz mibede» e>«d; sie belälckt sich nur aui 300000 uud 250 000 Hektoliter Unter den euroväischen Wemländeru marschiert. >vie bekauuf, Frankreich au der Spitze. Seine geicguele«« iLesilde bringen 60 Mlüom'u Hektoliter hervor, doch siebt Italien mit 55 Mflkioue» nicht «veil hinter Frankreich zurück. Tie Weinerzengnng von Spanien belän t sich auf 16, die von Portugal ans 7. die von Ungarn auf 6, die von Oeslerreich an! 4 , die von Rußland a»f 3)c, die von Deut chland aul 2 %, die von Bulgarien und Griechenland auf fc 2 Millionen. Am Schluffe der Liste der europäischen Wemländer «leben Rumänien, die Tsiikei, di« Schweiz und Serben. Das »i.btiasie We»>- erzeuaungsland in Alrika in Algier, das 8 Million«» l'(fiolit*t bervorbriugt, und in Amerika liebt Ehile an der Spitze, w, 7 "Millionen Hektoliter erzeugt iverdcn, ivälireud die Vereinigte,, Slaalen bisher nur 2 Alillioueu Hektoliter We>n hcrvorbrtnge». i boi Brand löschen warben. Iffi gcfjüilc zu ihrem „Beritt", gewagte Touren uver Tack»ei zu unternehmen, sie sprangen über die Tgchiirste, sie kletterten an den Blitzableiier, sie löschten mit nassen Tüäiern und Wassercimeen das Feuer. Matt gab >K»en, nie versprorhen, die Freiheit, die ihnen ireilich die Russen dann ni.de, bald genug nahmen ES war ein sehr würdiger Bürger, de, mir diese (Weil ichte erzäh.te, er hatte sonst sicherlich allen schuldigen Abscheu vor Svigbubcu und Zellenbewoh- nern, aber er fügte seinen Schlusssatz ziemlich mivermittelt hinzu: „Was jammerschade war." Solda» war im November aut kurze Zeit wieder in russischen Hände». An, dem Kirchhof in Solda» liegen die Gräber, derer, die a,n 1t>. November gefallen sind. Tas Kottbuser Landslurmbatai.Ion hat vornehmlich l ier seine gefallenen Kameraden zur Ruhe gelegt. Tie Holzkreuze sind mit rührender (Sorgfalt geschnitzt, und die schweren Soldatenhände haben di: ,Anschriften so sauber gezeichnet, als hätte ein Kalligraph die Arbeit getan und nicht der Landsturm aus der alten Tuch- stodl Kottbus. In den Trümmerresten der Stadt Soldan sind kaum noch Einwohner In den Läden, deren Scheiben zersckwssen sind, l»aben fliegende Händler ihre Soldatcnware für die durchziehenden Truvvon augebreitet. Ich glaube, der Handel an der Front beinahe und dicht hinter ihr ist auserordentlich verdienstreich und setzt v i el e M i l i ion e ii um. Weder Ossizier noch, Mannschaft fragen viel nach dem Preis. Tie Zigarre soll gut (was sic selten genug ifti, der StrmtiP? soll warm sein. Wer weis, lver morgen noch» rauchen und sich wärmen kann. Ten Fetzen von Annehmlichkeit, den man erivischen kann, reiht leder mit sester Hand an sich, morgen summen die grauen Flieger über das treffe Sch.neeield. „Gilt es mir oder gilt cs dir. . Kolonnen werden herangezogen. Infanterie marschiert durch die Straß'», die Autos mir den Fahnen des Generalkommandos und den spitzen Wimpeln der Tivisionen sausen um die Ecken. Neberall drängen sül: Soldaten, Kcünrperwagen rasseln die Strafe hinaus zur Lini-. Selbst wenn man nicht wühle, das; der An- ptifT heute schon oder morgen ciusetzen lvürde, man kann es tühl^n, wenn man lange genug in den Solditcnstädten gewesen ist und das lcbhatte Treiben von der Unruhe und dem Bereit- sein unterscheiden lernt. Ein Rheinländer — just ans Rüdesheiin, ach Rüdesheim, — zeigt mir ein Hans, in das eben die Bewohner zurückgckehrt sein solle». „Tas mit der grünen Tür, wo das Schild abgo-- rissen ist." Ich gehe hinein, meine Konservenbüchse in der Tasche. Durch einen grollen, leeren, ausgcraubten Laden komme ich durch mehrere große Zimmer, die als einzige Möbel ein So'a und ein Liegesoia haben, durch einen kleinen Raum, der ^ehemals ein Äinderzimmer war, denn ein groser Bär und ein'Schaukel- pscrd stehen in der Ecke, und eine kopflose Puppe haumelt von einem Wandbrett, das mir Äinderszeuen bunr beinalt ist. In der Küche ist Feuer. Eine alte Frau und ein junges Mädchen, beides Polinnen, l»antiercn am Herd. Sie wollen mir meine Konserven wärmen. Tic Glut im Herd leuchtet durch den ganzen Raum, in dem zerbrochenes, schmutziges Porzellan, halbleere russische Konservenbüchsen, Brennholz, Stroh, zerschlagene Möbelstücke. alte Speisereste durcheinander liegen. Ich halte meine von stundenlanger Autofahrt erstarrten Finger über die Glut und sehe argwöhnisch zu, wie die Frau, die die Wirtschasterin hier ist, eine» Eßtov: reinigt. Sie ivricht polnisch und deutsch vor sich hin: das junge Mädel nimmt einen langen Strohhalm, hält ihn in die Glut und gibt ihn mir als Zigaretten- sidibus. Bei dem hochslainmcnden Licht blicht die Alte aus. Ihre braunen Augen sehen schwermütig in die Verwüstung: „Und ivas wird der gnädige Herr dazu zagen?" fragt sie mich plötzlich. Ich mutzte lächeln und bin doch ganz ernst, toie ich mir an dem fremden Feuer die Hände tvärnre. Feste Botzen und Stadt Lötzen. An der Festung wird gearbeitet, die Russen werden das gegebenenjalks deutlich merken. Es ist sehr interessant, zu sehen, wie eine moderne Festung entsteht. Zu ichreiben ist darüber Natürlich nichts. Borkäusig rennen die Russen gegen unsere befestigten Feldstellungen weit im Borselde von Lötzen an, und wir machen beinahe täglich Gesangenc. Als ich in der Festung weilte, >ovr aus irgend einem Grunde das Gaslicht nicht in Ordnung. In den schniutzigen Straften, die voller Soldaten waren, die noch etwas sür Weihnachten mit hinaus nehmen wollten in die Stellungen, konnte man nicht die Hand vor deck Augen sehen. Unablässig donnerten dabei zu beginnendem Abend die schweren Geschütze. In dem Lokal, in dem wir zu dritt zu Abend saßen, beleuchteten Stearinkerzen und zioei Petroleumlampen ohne Schirm die drei dicht gefüllten Räume. Ab und zu lieh einer der Herren seine Taschenlanipe ansflammrn, weil es ihn doch viel- lciält interessierte, zu sehen, was er ähe. Eine Ordonnanz brachte eine Meldung an einen Tisch. Tie Russen hatten einen räudigen Hund in imscre Steilungen gejagt und an seinem Halsband einen Brief befestigt. Sic sagten da, daß Elsaß-Lothringen ja doch längst von den Franzosen besetzt tväre, daß man uns in Polen blutig geschlagen hätte: „Lieben Kameraden, es ist unnütz lKricg zu rühren gegeneinander Uebergebt der Stadt Lötzcn und macht Frieden mit uns," Unter großem Hallo wurde be- schlossen, den Hund wieder zurückzusagcn niit einer schönen Wurst so am Halsband, das er sic nicht rerreichen tonnte: „So seht ihr wenigsten», wie eine gute Wurst aussieht, von der wir hier noch 1000 Zentner haben! Kommt rüber und cß.t euch einmal satt, ihr armen Schlutter, eure Freunde, die Franzosen, sind auch schon da." Tie Lichter drohten unter dem Gelächter auszugehen. Der arme Köter wurde wieder nach vorn in die Schützengräben gebracht und zurüchgejagt, gleichzeitig sagten die Kanonen einige weitere treffende Worte zu dem Thema. Rolf Br a n d t, Kriegsberichterstatter. Höchstpreise. Bisher ersuhren »ur solche .Höchstpreise, der sür unsere Volksernälirung notwendigen Waren ein allgemeineres Interesse, als diese zum Teil lsserdurck) sicher gestellt werden sollte. Taß inan mit der Festsetzung der Höchstpreise nicht den goldenen Mittelweg gesunden hat, ist jedem, der sich mit den einschlägigen Fragen beschstiftrgt hat, vollaus klar geworden. Abänderungsvorschläge erfolgten nach verschiedenen Richtungen. So sind die Ausführungen der Handelskammer zu Stuttgart sehr bcmerienswert, auch die Eingaben verschiedener dclanntcr Volkswirtschaftslehrer und Gewerkschastssührcr an die inaßgcbendcn Stellen, welche die Sicherstellung unserer Vorräte bezwecken. Aehnlich diesen Vorschlägen wies ich in einem Artikel unternr 20. Oktober, im Giehcner Anzeiger, daraus hin, daß die Sicherung unserer Volkscrnährung ivährend des Krieges, nur in einer zlpeckentsprechcndcn z vangsn eise» Konsumtionsrcgulierung esunden werden sann. Tie Stinimen mehren sich und wer- en sich im 'Lause des Krieges weiter mehren, daß eine Lösung nach dieser Richtung die richtige scheint. Ich hege nur Bedenlen gegen den einen Vorschlag der obengenannte» Handelskammer, das Wort Höchstpreise durch Mindestpreise zu ersetzen. Wenn es auch heute de» Tatsachen vollauf entspricht, oast die Höchstpreise zu Mindestpreisen geworden suid, so könnte doch nach der rein rechtlich formalen Seite hin, diese Umänderung der Ramenszeichnung, Pedeiilen in sich tragen, und zwar mit Rücksicht auf bereits früher abgeschlossene Lieserungsverträge Von weittragender volkswirtschaftlicher Bedeutung würde dieses irwhl nicht sein, doch die Prozestzahlc» ivährend des Krieges zu beschränken, ist auch als will sci.eiiswcrt zu bezeichnen. Daß unsere Volks- ernähcniig nur durch die Auferlegung eines „behördlichen ZwangeS", bei der nicht absehbaren Dauer des Krieges, ansrechterhalten werden kann, hierfür sprechen als Argument die täglich sich, mehrenden Mahnungen, den Weizen- mehlverbrauch auf ein Minimum einzudärmnen. Von einer Not ist wohl noch nichts zu bemerken; doch mit den not- wendig iverdenden Vorkehrungen zu ivarlen, bis diese ein- tritt, hieße Fehler nicht wieder gut machen. Lei der Neufestsetzung von Höchstpreisen sollte man daher bestrebt sein, eine Bedarfsregulierung mit zu ver- biuden. Diese Forderung wird um so leichter bei den Waren durchgefllhrt werden können, welche außerhalb der „diret ten" Ernährung stehen, d. h. wo es sich nicht um Lebensmittel handelt, sondern um solche Waren, bei deren Vorhandensein und Besitz, dem Interessenten die weitere Allf- rechlerhaltung seines Betriebes gewährleistet wird. Gemeint sind die nötigen Roh- und Betriebsstoffe für das großh Gebiet der verschiedenartigsten Industriezweige. Der Mangel an Betriebsstoffen kann zur Notwendigkeit sühren, Betriebe ganz oder teilweise cinstellen zu müssen, so daß die Steigerung der Arbeitslosenziffern, schwere Lasten sür Staat und Kommunen bedeutete. So würde zum Beispiel der Mangel an Schmieröl zu großen Schäden für alle die Betriebe sühren, welche Antriebsmaschinen benötigen. Das tväre gleichbedeutend mit der Stillegung der „Industrie" überhaupt. Wie könnten die mit und nur bisweilen durch Kriegslieferungen beschäftigten Maschinenfabriken im Betriebe^ aufrechterhalten werden, ohne das Vorhandensein von Schmieröl! Besitzen wir in Deutschland noch genügende Mengen von Schmieröl, so besteht vor allem die Aufgabe darin, haushälterisch mit dem vorhandenen Quantum umzugehen. Immerhin ist dieses beschränkt, was durch die Preissteigerungen gezeigt wird, welche bereits auf dem 3- bis Ifachen Betrage des im Frieden normalen Preises angelangt sind. Wohl sollen nach Zeitungsnachrichten Höchstpreise als Gegenmittel gegen die sogenannten Spekulationspreise eingefiihrt werden, doch halte ich. diese Maßregel allein für unzureichend. Ter Staat müßte genau, wie es mit dem Terpentinöl und Benzin geschah, nur den Verbrauch in bestimmten Grenzen zulassen und verhüten, daß die vorhandenen Vorräte unwirtschaftlich Verwendung fanden. Man ist allge- nieiil der Uebcrzeugung. daß noch große Posten an Schmierölen im Handel — mit Aussicht auf die Erzielung noch höherer Preise — zurückgehalten werden, doch läßt sich hierüber ohne zwangsstatistrsche Erhebungen kein Urteil abgeben. Bei einer eventuellen behördlichen Bedarfszutei- lnng an die Interessenten müßte auch an den Bedarf der Landwirtschaft für die kommende Ernte, für den Betrieb der Tampfdrcschmasch>üien, Dampspflüge usw. gedacht werden. Auch müßten bei der Vorratserhebung nach besonderen Qualitäten — z. B. für solche Oele, die für niedere und shohe Temperaturen Verwendung finden — unterschieden werden. Nur durch so eine wirklich sachgemäße Bedarfsregu- liernng, in Verbindung mit der Festsetzung von Höchstpreisen sür Schmieröl könnten m. E. schwere Schäden von unserem industriellen Erwerbsleben ferngehalten werden. Dipl.-Ing. Dr. Gustav Stöckle. Au» SlaSt und fand. Gießen, 31. Dezember 1914. Stuf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Ossiz.-Stellv. Tr. Adolph 61 i n t m a n n, Nes.-Jni.-Ngt. 116, aus Worms. — Kriegssrciw. Rudois Kerli » g , Res.-Fns.-Rgt. 88, aus Hanau. — Musketier Konrad Schanz, Jick.-Rgt. 87. aus Üanan-Keffelitadt. — Geir. d. Res. Jos. Rothschild, Jui.-Rgt. 116, aus Alsletd. — Landivehrman» Heinr. St«über, Land- webr-Ins.-Rgl. IIP, aus Gontershausen. — Seesoldat Lorenz Rteubet, 2. Seebat, 3. Marine-Ins.-Rgt., aus Gontershausen. — Kriegssreiw. Fritz Kroll, Jns.-Rgt. 168, aus Offeubach a. M. - Res. Heinr. Wagner, Jnt-Rgl. >67, au? Naunheim. — Geir. Ehristoph Steinacker, Jns.-Rgt. 107, aus Schlitz. — Kriegssreiw. Heinr. Stier, cand. phil., Res.-Jnb-Rgt. 222, aus Nidda, — Lcutu. d. Res. cand jnr. Fritz L a » d m a n » , Res - Jui.-Rgt. 221, aus Tnriuitadt. - Landsturmmaun Albert Knapp, Jns.-Rgt, 87, aus Tarinstadt, -- Gesr, Fritz Messerschmidt, Jns.-Rgt. 138, ans Bicdenkops. * ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel Dörr aus Lauterbach vom 2. Bataillon (Mörser), Fuß- artilleriesRegt. 18. Kanonier Johannes Grebe aus Goßfelden, Fußartillerie-Rcgt. 18. Oberjäger Theodor Kronemann, Reserve-Jäger-Bataillon 24, A. Weber, Jäger- bataillon 11 und Reservist Lorenz Lauer aus Schröck. Feldunterarzt Fritz Salomon aus Gießen. ** Das Soldaten heim erfreut sich eines regen Besuches seitens unserer verwundeten Feldgrauen. Jedem einzelnen sind wir zum Dank verpflichtet und einen Beweis seines Dankes kann jeder erbringen, wenn er einen kleinen Beitrag zur Ausgestaltung des Aeims stiftet. Eine gute Gelegenheit hierzu bietet sich in dem Vortragsabcnds (Montag, 4. Januar 1915, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Universität), den die Herren Karl Höcker und Willy W. G ö t t i g veranstalten. (Siehe Anzeige in der heutigen Nummer.) Ter geringe Eintrittspreis von 30 Pfennig setzt selbst die Wenigstbemittelten in die Lage, den Abend zu besuchen und so die finanzielle Grundlag« des Soldatenheims zu festigen. ** Po st verkehr mit Ecuador. Vom 1. Januar 1915 ab sind im Verkehr mit Ecuador (zunächst jedoch nur mit der Hauptstadt Quito) Postanweisungen bis 200 Mark zulässig. Innerhalb eines und desselben Monats dürfen von einem Absender an denselben Empfänger nicht mehr als 400 Mk. eingezahlt werden. Postanweisungen nach Ecuador sind in deutscher Währung auszustellen; sie werden im Bestimmungslande in der Landeswährung ausgezahlt: der Umrechnung wird der Tageskurs der Bank in Quito zugrunde gelegt. Gebühr 30 Pfg. für je 20 Mk. oder einen Teil von 20 Mk. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten. ** Zur Aufstellung der Bilanz sür 1914 bei den Genossenschaften bringt Anwalt Dr. C r ü g e r in den Blättern sür Genossenschaftswesen Nr. 50 beachtenswerte Ratschläge. Es muß ohne weiteres anerkannt werden, daß die Ausstellung der Bilanz sür 1914 aus Schwierigkeiten stoßen wird. Da eine gesetzliche Regelung nicht zu erwarten ist, bleibt es bei der Anwendung des § 40 HGB., der freilich bei der Ausstellung des Inventars und der Bilanz von dem Zeitpunkt ausgeht, für welchen die Aufstellung stattfindet. Mit Hartung ist Dr. Crüger der Ansicht, daß für eine in Kricgszeiten ausgenommene Bilanz auch mit weiteren Ent- wicklungsperiodcn gerechnet werden muß. Es sei nicht denkbar, daß die Llktivcn nur von dem Weitaus beurteilt werden, den sie gerade am 3l.Dezcinbcr 1914 haben. Mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes haben Borstands- und Anssichtsratsmitglieder den bisherigen Wert der Aktiven sestzustelicn Dabei muß man sich vor llnterschützung, aber auch vor licbcrschätziing der infolge des Krieges eingetretenen Wertminderung hüten. Begrüßt tvird es, daß cs nicht zu einer gesetzlich bestimmten Rücklage für Wertpapiere gckvmmen ist, um einer ungerecht- sertigten Dividendenverteilung vorzubeugen, denn diese Rücklage wäre auf eine Strafe sür die Genossenschaften herausgekommen, die im Interesse der Liguidiläi größere Beträge an Staatspavieren haben, — Das sorgsältige Ermessen des Vorstandes und Aussichtsrates tvird darüber entscheiden, wie die Wertpapiere bilanzmäßig zu bewerten sind. In der Regel werde man sich an den Kurszettel vom 25. Juli des Jahres halten, doch wird es auch Fälle '.'veu, in denen inan zur Erhöhung oder zur Minderung kommt. Als besonders dringend wird empfohlen, Kricgsreserven zu bilden und größte Zurückhaltung in der Dividcndciigcwährung zu üben. Es müsse auch an die Zukunft gedacht werden; es läge gerade im Interesse der Mitglieder, die Lage der Kreditgenvs- senschastcn durch Kriegsreserven zu festigen, was natürlich wesentlich dadurch zu erreichen sei, daß die Dividende niedrig gehalten wird, Landkreis Gießen. kl. Ruttershausen, 30. Dez. Schwer betrofsen durch den Krieg wurde die Familie Wrecke hier, indein bereits zwei Söhne den Heldentod fürs Vaterland gestorben sind. — Sluf dem Felde der Ehre starben aus unserer Gemeinde bis jetzt 8 Krieger, während einer vermißt ist und eine Anzahl verwundet wurden. Kreis Schotten. O^L a u ba ch, 28. Dez. Seit der Mobilinachung sind ans »userer Stadt 236 B! i I i t ä r p s l i ch t > g e e i n b c r u ( e n worden, 88 stellen davon im Felde, Verwundet zuruckgekomnien sind 18, zwei werden als vermißt bezeichnet, drei sind verwundet in iran- zösischcr Gelangenschalt. Ten Heldentod fürs Vaterland geworben sind: Reservist Karl Lanlh, Landwehrmann Karl Wagner, Leutnant der Reserve Dr. Julius Rotzler, Kriegs- lreiwisiiger Che lins, Reservist Brarinann, Feldwebel Friedrich I o ch e in. Mil den. Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: Tr. Fritz Wetzell, Forstassessor Wilhelm Göbel, Karl V o n - E i s s, Hanptinaiiii Reinhardt G o l d in a n n. Starkcnburg und Rheinhcssen. O 4l n s (de NI I n d l I ch e.» Odenwald, 28. Dez. Zurzeit herrscht auch hier in allen Orten große Petr ölen in not. In vielen Häusern behilit inan sich mit Stearinkerzen. Wo es die Arbeit einigerinaßen erlaubt, begibt nian sich frühzeitig zur Rubi. In vielen Gemeinden sieht man schon kurz nach 8 Ubr dunkle Hauser. Wenn vielerorts der irüher geplante Anschluß an das Mörlenbacher Cleltrizltätswerk zur Ausinhrung geiommen wäre, würde jeig der Licht»,angel sich weniger lühlbar machen. O W a l d - M i ch e l b a ch, 28. Tcz. Tie Vorbereitungen zur Errichtiiiig eines Lazaretts in den hiesigen zwei Schwestern- Häuser,, sind zurzeit in vollem Gange. Im Januar werden varans» nchtlich die ersten Verwundeten nach hier komnien. Hcssen-Nassan. b. Sieben topf, 30. Tcz. rer Vorstand des Kreis- kriegcrverbandes Biedenkop! war in der glnctlichen Lage, eine W e i h n a ch t s g a b e von 2000 Alk. unter 8ä Wilive» des Bezirks zu verteilen, die das schwerste Opier lür das Vaterland gebracht habe». Von privater Seite und seitens des Kreisans» schnsses war se zur Hälfte dieser schöne Betrag sür diesen Zweck gestislet worden. d. Herborn, 30. Dez. Tie Stadtverwaltung erhielt die behördliche^Genehmignng zur Erhebung einer K r i e g s st e n c r »nt einer Steuererhöhniig von 150 aus lob Prozent, Tic Steuer hat Wirkung snr das RcchninigSjahr 1814. Lingesanv». (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ter Wochenmarktbericht, der amtlich fektgestellt wird, notiert schon seit ca, 3 Monaten den Preis für Butter auf unseren Wochenmärltcn mit Mk. 1,20 vro Pfund, Es ist dies der Höchstvreis si>r Bniter, den Ober» bürgermeister Krller bald nach Kriegsausbruch iesigesei;« batte. Tatsächlich iveiß jede Haussran, daß Butler schon lauge per Pjnnd in tbießen mit pik. 1,40-1,50, auch nui den Wochenmärklen, gebandelt ivnrde, und vor Weilmachten sogar zeitweilig sebr knavp war. Erst am letzten Tienstagsmarkt schlug die Butler ivieder nn Preise ab und wurde mit Bit 1,20—1,30 verkamt. Es wäre do.g richtiger, iveun in »»seren Marktberichten der iv i r k l i ch e Al a r k i- preis sür Butter zum Ausdruck gebracht ivürde, damit die Pro- duzcute», welche ihre Ware nicht direkt nach der Eia:l briuaeu, sonder,i an Zivischenhändler z»>» Blarktpreise verlausen, keinen Nachteil erleiden, iveun sie sich »ach dem amllicheu Marktbericht richte». 2luch in der auswärtigen Presse hat mau sich schon über den angeblich billigen B n t! e r v r e i s in Gießen gewnn- dert, ivie ibn die ivlarkiberichte bisher verzeichnet haben. _ kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinöe. Reujahr, Freitag, den 1. Januar, Sotterdlcnlt. Tn der Zohannerklrche. Dormittags 9'/, Uhr: Piarrnisiiteiit H o i s m a n n, Evangelischer GotteLdienst. Lollar: Donnerstag, den 31, Dez., abends 8 Uhr. Kilchberg: Freitag, de» I, Jamiar, vorm. 10 Uhr. Mainzlar: Freitag, den I. Januar, nachmittags 9,2 Uhr. (Nach allen Gottesdiensten Kollekte sür den Hitsslazarettzug.) Dekan G u ß in a n n. Israelitische Religionrgemeinde. Sotterdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, de» 2. Januar 1815: fetab eit) 4.30 litte. Morgens 9.01) Uhr. Nachmittags: 3.39 Uhr. kabbalairsganz 5.30 Uhr. Israelitische Neligionsgesellschast. Sotterdienst. Eabbaltelee am 2. Januar 1915: Freitag abend 4.15 Uhr. Samstag vorintttaq 8.39 Uhr. Samstag nachmittai 3.39 lihr. Sabbat-AuSganq 5.30 Uhr. Wochengottesdieilkt: Morgens 7.10, nachmittags 4.00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Dez, 1114 5o.§ £ c * bi | f s £ Co i| I N S Sä 1 B | S l-s| Wetter 30 I 2» 751,1 4 5 43 68 sw 2 4 Sonnenschein 30. t,“ ',51.3 — 03 3,7 82 SW 2 0 Klarer Himiue' 31. .'1 147,2 — 02 4,0 89 SE 2 8 Veiv. Hiuuue Höchste Temperatur am 29. bis 30. Dez. 191* -r + 5.0 C. Niedrigste . , 29. , 30. , 1914 - — 0,5 . Niederschlag: 0,0 nrn. verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „i6enmicyte*"; I. V.: August Ä o e tz. Frankfurter Straße 58 I. Stuck 7 Zimmer per 1. April zu verm. [12722 H. Holler. 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Mailiardcnwod». su verm. Krensvlav 1 6. I Möbl. Zimmert >».,74 Sein möbl. Wob» u. Zchlaisimmer mit cig. Eing. sn verm. Äliililstrastc 20 II. Mt. 3immcr Ä& 08571 S eltrr Swcg 66 II. 08502 Scho» möbl. Zimmer S'i ver in.__Plockstr. 8 I II. ( 8601 ] Möbl.Zimmersnver- mieien Wagen«anc 1 I v. 030101 Zn unmiticlb. Nähe des Bahnst möbl. Zimmer su verm. Grabenstr. 11 I. I Läden u. dpi. Zu vermieten: 1 Laden mit Nebenranm — BabnbvsstraKe.74 — und 1 Laden mit I Zimmer evt. in. 3-Zimmcrwobnnng. Näheres Neustadt l>).(,»», Blockstraße ist ei» geräumiger, moderner Laden mit angrensend.Woh- nung ver soior, oder sväter su verm. Näber, bei Uhrmacher Schwab, Blocksiralie4. >12188 SP ]ip 8, !«!l!.Wniiiill von 3 Zimmern siir die Tauer des Krieges iosort zu mieten geiucht. Schristi. Allgeb. unt. 08559 an den Gies>. Ans. erbeten T0f~ An .leeloni Ort«' 4t] grob oder klein, suche soiort steinige Berkäuser (Herr oder Ta,ne> s. allerersten KriegS- schlager. Leicht., angenehm. Berk. Gut. Bcrdicnü. Schr. 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Ab- zugeben geqe» Belohnung Wicirnstrabe 2 v (03601 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦« Zur Enthkdung von ^rujatirs-kliilkmüusdicu sind von solnenden Gebern Gaben iur die Kleinkinder- bewabranttalt eingegangen: 1. Lberakiuar Bühner. 2. Lehrer Hermann -Tchinidi. 3 Fra» 'Melchior Schaser. 1. RechnungSrai Merten. 5. Renilebrer Mulch. 6. Kansmnnn Richter. 7. Lehrer Balcniin Müller. 8 Weinbnndler Küchel n. Frau. 9. Real- iebrer Jann. 10. Fra» H. Biiih. 11. Wilhelm Köser u. Frau. 12. Rentier Scherfs. 13. Frau Karl Blank Witwe. 11. Geb. Ktichenrat v. Schlosser. 15. Kohlenhändler Eduard Klin'el 16. Bäckermeister Sommer ». Fra» 17. Svenglermciber Rüdiger u. Frau. 18. Tckiloisermeiaer JuliusStohr u. Frau. 19. Lehrer Wörner. 20. Vsarrer AuSseld. 21. Bauunier- nebmer Georg Becker ». Frau. 22. Geheim. Kommerzienrai Heichelheim u. Frau. 23. Fabrikant Heinr. Eichenauer u. Frau. 21. Strabeuwart Weller. 25. Biarrer Sertba u. Frau. 26Georg Scknicider u. Familie. 27.PsarrerScknvabe. 28. Wethbiiidermeister Emtl Schmall u. Frau. 29. Avo- Ibeker H. Dornberger u Fra». 30. Stadtverordneter Löber 31. 'Mevaermeiber Hetnr. Henkel. 32. Kantmann Robert Stuhl. 33. Proknrist Kühl. 31. Rentner Wilhelm Hamel. 35. Fabrikant Emil Horst u. Frau. 36. Karl Lynker »nd Fra». 37. 'J3I. Jaskowskn 38. Familie Bender. Walllor- tirabe 11. 39. Familie Sldoli Möbl. Bahnhotarabe 5. 40 Kommersienral Adolf Noll u. Frau. 41. Kommersienrai L. Emiuelius u. Frau. 42. H. Win» ». Fra». 43. Renl- aniiinann Weimer u.Fra». 14. Frau Schuckiardi. Slevhan tr. 45. Ludivig Benner. 46. Eduard Krumm. 47. Oberingeuieur Müller u. Frau. 48. Direktor Sieding. Elieben. den 30. Dezember 1914. Der AnballS-Borband: 12703V _ Schwabe. Piarrer. Borbhender. Zum Zweck der Enthrbung non Ncujahrstictudicu und klülkivüuilhrn find an Gaben für die Eliiabeth-Kleinkinderschulc ein- gegaiigeii von: 1. Ernü 'Niemann u. Frau. 2. Heinrich Eiubäuser und Heinrich Wilhelm Horst n. Familie für Schule in Diezstr. 3. Heinrich Einhäuser. 4. Georg Löiver u. Frau. 5. Re- giernngsrat Rohniann u. Frau. 6. Ludwig Uhl u. Fra». 7.SladloerordnetenHeinrichWinn ».Frau. 8.llniverbiäts- Reuiamimanu Weinier u. Frau 9. Uhrmacher Slöver u. Fra». 10. Fabrikant Eugen Kaussmnnn u.Frau. ll.Pfarrcr Seriba u. Frau. 12. Univerbtäls-Forbgärtner i. P. Karl Dörmer. 13. Ober-Vobnibiient Beier Nicklas u. Fra». 14. Svarkassekonirolleur Haas und Frau. 15. Pfarrer Bechlolshe>mer und Frau. Allen Geber» herzlichen Dank! Für den Boriiand der Elilabeth-Kleinkinderschuls Giebe» _ B c ch i o l s b e i m er. _ s12728 v Söhkkk nnü (irnicitcrtc lilläüdirnfrtinlc zu (Stehen. Die Anmelduncien der llliädchen, die von Beginn des kommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Donnerstag, den 14. und Freitag, den 15. Januar, von 9‘/i bis 1 Uhr im Schulhause, Nord-Anlage 14, entgegenge- nommcn, und zwar Donnerstag für die Höhere, Freitag für die Erweiterte Mädchenschule. Vor- zulcgen sind Geburtsurkunde, Impfschein oder Wiederimpfschein und bei Kinder«, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Schülerinnen, die früher schon in unserer Schule waren und wieder einlrelen sollen, sind ebenfalls anzumeldcn. Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berücksichtigt werden, insofern die betreffenden Klassen nicht schon vollzählig sind. Gießen, den 23. Dezember 1914. Großh. Direktion. Dr. Slöriko. 12549B r Giessener Paedagogium (Staatlich konzession. höhere Privatsehule) Individuelle Vorbereitung in kleinen Kl ssen (VI—01) k. alle Prüfungen höherer Schulen, bes. Einjährigen-, Abiturienten - Examen Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Beste Erfolge. — Wiederholt bestanden Schüler ihre Prüfungen mit bedeutendem Zeitgewinn. Aufnahmen von Knaben und Mädchen jederzeit. Direktor Brackemann, Bleichstraße 6 [12 J3QPJ Gießen, Süd-Anlage 7. 12635 Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Handarbeiten, Weinnäben. Stickereien ied. 4lrr, iow. Kuntt- arbeiirn. Brandmalerei, Ticibraud, Schnivcrci. Leder- plaitik uiw. Montag, den 4. Januar 1815. Für Auswärtige ganze oder leilwetse Pension im Hause. Glühwdn und i miim i ii ii i iii iiim ii ii i iiniii i ii i nii T ii i iiw'm n rm'i T irnrilhiiiiiiiiiiiiiiiii Punschessenzen Bum-, Ananas-, irr: k-, Rotwein' unsch per Fl. k 3 /s Ltr. ohne Glas Mk. 1.85 Kognak, Rum, Arrak - Versclmilt per Fl. ä 3 / t Ltr. mit Glas Mk. 1.80 Sie können jedes Qnantnm erhalten Bahnhofstrasse, Ecke Wolkengasse 06603 verdorbenes flclfct) amießbor aber minderwertiges fleijii ly- slhiuartzhall wen n cs mif einer aus ötück ju Km und hmiricheni für ■ ohne weitere Lrtakel, hergestciltrtt DnuenÄmee ^ubereiket wirdindenc man den iLurje. i>en\yi ‘ '‘ "‘l gleich von des Lvchmorens ab . Zaftixt. tfrciuhtül (Stic llr>ÜgeiVi>£X> Tutaken. rote Mchtschwitre öewnrr ctr “fiur echt mit nfinotrSchuhmmke. . -fiin- überall su haben. IRarhmSie öncnüerfuch. SxViufzm» rht Perkanf eines fetten Bullen. Die Gemeinde Liclt bcabiidnigt einen seile» Siniinen ialer BnUen zum Sdilachien aui dem Wege tdtritilichc» SlngcboiS zu verkauicn. Onerien. nick» aut Gcivicht ausgedrückt. sind bis zum Dienstag, den 5. Zannar 1915. nachmittags S'I, Uhr, bei Gr. Biirgcrineistcrci Lick ein zurcichen. Die Oennunn der Gebote rndci um diese Zeit im RaibauS zu Lich statt. Für Mängel jeglicher 'Art wird keine Gewährleistung übernommen. 12727V Lick, den 30. Dezember 1914. Grohherzogliche Bürgermeisterei Lich. Dörmer. Wir wünseben allen Verwandten. Freunden und Bekannten und unserer werten Kundschaft. ein glückseliges neuesJahr! Herrmann Osswald undFran, Wieseck Tillen unseren lieben verwäiuUen und Bekannten 1* wünschen auf diesem Wege ein gesegnete; neues fahr aus dem fei de Rtfcroift K. m. muiler, Nirch Söns beim Rrgimcntsflab frltPflrtillerirRcgirarnt nr. 61. öckrcitcr Dliillcr, tang.öons bclm Rfflirarntsftdb fcId.nrtillcrlcKrginunt Nr. 25. MMLN KNNM D.N.UM Ein glückliches neues Ia)ir wünschen wir unseren werten Gästen, Freunden und allen lieben Bekannten im Felde. Val. Lotz und Frau „Zum Augustiner“. WWWM SM WWW Unserer werte» Kundschasi, der vcrehrlichcn Nachbarschaft, sowie unfern lieben Stammgästen ein herzliches Prosit Neujahr! Familie Karl Dietzel Zur Stadt Wetzlar. Unseren werten Kunden. Freunden u. Bekannten die herziiGeil kliilkiemsche zum neuen Jahre! Wilh. Peppler und Familie Wicieck. I I I I I ooooooooooooooooooooooooooooooooooo 5 o ! Unseren werten Kunden, Nachbarn, verehrlicheu Q Gästen, Freunden und Bekannten X die kni Glilckwiinsclie Jahreswechsel! 1 ! o jj. Seibel und Frau, Ludwigsplatz 13. § O ooooooooooooooooooooooooooooooooooo Unserer verehrten Kundschalt. werten diachbarschait. sowie Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichstrn Erlücklvunsche. Bäckermstr. B. Schoniber nebst Familie. >***?#****;******** Unserer werten Kundschaft und * n unseren Geschäftsfreunden » » die besten Wünsche « kg, ä, T znm neuen Jahre! Gobel & Appel * ^ 12701 Alicestr. und Süd-Anlage. ^ T'nserer werten Kundschaft, Gönnern u. Bekannten die herzlichsten Glückwünsche znm neuen Jahre! G. Hermes and Fran West-Anlage 51 — Bahnhofstrasse 45 L>L>L>L>L> LLLL LLL L- ^ Unserer werten Kundschaft, sowie allen Freunden ^ ^ und Bekannten L herzliche Glückwünsche K ^ zum Jahreswechsel! ^ § Th. Schlierbach und Frau § Jranksurter Strayc 9. ^ Unseren verehrten Hunden »um neuen Fahre die httsliGen Glüihniiinslhs! Waschanstalt Schwan. Meiner werten Kundschaft zum Jahreswechsel die besten Glückwünsche Heinrich iVa^ncr n:oo Maler- und Weissbindergeschäft, Goethestr. 54. A A «9» 4» «^j* «^j» ^ «?• AA A «$• Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Wilh. B. Büttner, Baugeschäft, Giessen Unteren tuerien (Raiten, »jrtcunöeu utiö üoefantueii die HklMükil Glücksiüllschr zum Jahreswechsel! ksmilie Albold, Z»m tm mxa Unieren werten Kunden, Sönnern :: und Freunden wünschen ein :: m. glückliches neues Fahr jS SlaiermeHfer K. Culsr U. Familie L Unserer verehrten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche znm Jahreswechsel! Phil. Lange und Frau Brot- und Teinbäckerei -Wenstadt 47. Unserer Hochverehrten Kundschaft ivllnjchen wir ein glückliches Nenjahr! Hermann Kuhn und Frau Bäckerei und Konditorei GieHen, Neuen Baue 9. N^4NG4S4 BMC4C4N MNNN Meiner werten RunMdmft die Herzlichste» Glückwünsche »um Jahreswechsel: ?. Floitter Vve., Bäckerei, Neustadt 24. Mt MMM NNNN 3 NÜMMMN Hfl Unserer verehrten Kundlchaft, sowie Freunden yi und Bekannten n f die Witte Glückwünscbe Z zum neuen Jahre! Ludwig Reuss und Frau 3 SelkerSweg 46 W ^^»# 5 fcj» 3 fcfcfci 5 fcfcfcfc!! 5 fcfc^^ <4( Meiner werten Kundschaft, sowie allen ^ Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche * tim neuen Jahre! ^ Marti» Krug ^ ZigarrenHandler, Schulstraße 5 j t#W¥¥*** 4 ***¥*W**'k % Unserer verehrten Kundschaft, werten Nachbarschast. sowie Freunden und Bekannten kerilicken Glückwunsch rum neuen 3ahre! Fritz Wenzel und Frau Metzger und Wirt. ************+********************** Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten die Herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Simon und Frau Walltorftraste 39. ^4444444(44******4*4444*44**4**444'^ F Unserer werten Kundschaft, Freunden und Verwandten ' dieherzlichstenGlückwünsche zum neuen Jahre! «Karl Volkmann und Frau, Lollar: Metzg^ere^ und^Wirtschalt Unseren werten Kunden, Nachbarschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! I. Kumpf, !?tickrrnicistcr, und Fra«, Walltoritraitc 7. $ Hotel-Restaurant Kobel, ’fl fr fr Unseren lieben Gäsien, Freunden und Gönnern ^ die herzlichsten Glückwünsche ^ »um Jabreswechlcl: ^ ^ Carl Kobel und Familie. ^ * 4 *+*+***i* 4 + 4444 t< Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel anfrichtigste Glückwünsche Georg Hebstreit u. Frau GOOOOOOO ^ »OGODDOO ^ Meinen werten Gälten, sowie meiner werten W Kundschaft, Nachbarschaft, Freunden u.Bekannien ^ znm Jahreswechsel A I Gustav Laichlnger n. FamUle. ® eseeeee® ® ©eeeeoee Unseren verehrltchen Gästen und Nachbarschaft die kfprn GÜickivilnschk zum Jahreswechsel! Fritz Kremer u. Frau „Stadt Marburg". MWMWMWLLLNWUW M Meinen werten Gästew sowie Freunden M und Bekannten W ilie herzliUkii Cliilkiväascht Z zum neuen Jahre! W Antonie Hopffeld Wwe. m (Eisen 1 ahnhotel) ^ MMM!NLMAlU^NL!NWM^ Unseren werten Kunden. Freunden und Der» 1 wandten rufen wir ein kräftiges Pkosit Neujahr entgegen. Heinrich Bofmann and Fran : > Restauration „Zur Linde". Lollar. if Kaffeehaus „flstorin" *| | Ein hohes neues 3ahr I ^ wünschen allen verehrten Güsten, Bekennten und Freunden 12711 Julius Körner und krau. Kafh.Vereinshaus Fröhliches Ileujahr! allen Freunden, Sönnern u. midi beehrenden Vereinen. flnton Wickert, fiausmeilfer. ^ Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Emil Funke und Frau Viktoria-Bierquelle. 0S58O Statt. Karten. Zum Jahreswechsel meiner werten Kundschaft die herzlichsten 08569 Glück-und Segenswünsche Gotthiif Röhrle, Biergroßhandlung. ÖTÖTö 1 Herzlichen Glückwunsch zam Jahreswechsel sendet Heinrich Rausch n. Tran. zrn Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Römer Restauration -Germania“. [5][5]£][ä][äj®[51[l]g[ä][ä][ä3[ö][ä][ä][ä][ä][ö] Meinen werten Gästen, sowie Freunden und Beiannten die Herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Lina Wagner L»dwiastrv°>e 0. ttklüjiöß-Vcrsailiikartlistg in verschiedenen Gröhen >>>r 50-,250-u. 8ÜV-Gramni-u-8- », 8-KUo-Paket-Berpackuna sowie wasserdichtes Oeltuäi ui billigen Preisen. Wieder verkäuicr crbalten Raba r k»Iil irkä>.^»»^S,l>ir»«igr Z Von Silvester ab tkglick irtseha BerlinerAnanas- Pfannkuchen Konditorei Weimar FranMnrtar StraBe 41. Giessen Xenstadt 11 Tel. 165 EisenwareD.Hafls-o.Köclieogeräte empfiehlt Kartoffeldämpfer Kartoffelkocher Kartoffelkörbe Kartoffelquetschen Kartoffelschaufeln Kartoffelwäscher fisw. DNW. 10033 a, Feldgraue Alpia-GollwoUe Fanstwolle StrahlenwoUe empfiehlt [126730 ioel Wollspinnerei Biedenkopf n. 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I. 15 geschlossen Sledlllieater Cii Dir- Hermann Stdngoetter. Freitag, den I. Jan. 1915 nachmittags 3 1 /, Ubr Volka.Pretaal Valka-Pralaa I 4 Klndervorstellnne ♦ Aschenbrödel WcihnachlSkomSdie mit Gesang und Tan» in 6 Bildern von C. A. Gärner. Ende 6 Uhr. AbeudS 7>,, Ubr lllalna Pralaa! Klelaa Pralatt Wie einst im Rai Posse mit Gesang und Tan» in 4 Bildern v. Rudolf Ber nauer u. Rudolph Schan»cr. Mustk von Walter Kollo und Willy Bredschnetder. Ende 1»'/. Udr. Soldaten vom Feldwebel ab ivärlS »ablen bei alle» Bor stellungen nufiu.3. Parkett mir halbe Preise. 1127N20