fl. 505 #ltf)«ner Anzeiger leint täglich, außer ntags. - Beilagen: rmal wöchentlich enerZamilienblätteri imalwöchenll.Xreir- tsürdenXreirrießen -nstag und Freitag): imal monatl Landschaftliche Zeiksragen »jprech » Anschlüsse: >icSchristle>lungl12 laq.Geschäitsslellebl esse lür Drahlnach- len: Anzeiger Sleßen. ahme van Anzeigen die Tagesnummer vormittags 9 Uhr. Erster Vlatt M. Zahrgang Vienstag. 29. Dezember Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unio.-Such- und 5teindrnckerei R. Lange. Lchriftleitimg, «rschästrstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. oe-, unfrei»: monatl. 75 Pf., viertel» jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Bs.; durch die Post Mk.2.— Vierteljahr!. ausichl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPs, ausw. 20 Pt. — Haupt- Ichriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich iür den polit. Teil: Aug. Goetz: für „Feuilleton", „Vermischtes" und„Terichts- saal": Karl Ileurath: sür „Stadl und Land": Otto Braun; sür de» Anzeigenteil: £>. Beck. vergebliche Angriffe der Franzosen. Neue deutsche Angriffe ms dem linken Weichseluser. Eine Ansprache der Kaisers. WTB.) G r o ß e S H a u tz t q u a r t i e r, 28. Dcz. vorm. (Amtl.) I Ö stlicher Kriegsschautzlntz. Bei Nicuport erneuerte tz> Feind seine Angriffsvrrsuchc ohne jeden Erfolg. Er » de dabei dnrch Feuer vom Meere bei unterstützt, das uns « crlei Schaden tat, dagegen einige Bewohner von Wcstendc 1, tc und verletzte. Auch ein Angriff des Feindes gegen das I jöft St. Georges, das er in seinen offiziellen Mitteilungen in seinen Händen befindlich bezeichnet hat, scheiterte. Süd- Wcrii wurde von uns ein scindlichcr Schützengraben gc- imcn, wobei einige Dutzend Gesungene in unsere Hände k». Mchrsnchc stärkere Angriffe des Gegners in der gcnd nordöstlich Arras wurden abgewicscii. Südöstlich dun wiederholte der Feind seine Angriffe cbcnsallS ohne jeden olg. Das Gleiche war der Fall bei seiner Absicht, die W crn umslrittcne Höhe westlich Scnnheiin zurückziigewinnen. Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen und »len, nördlich der Weichsel, nichts Neues. Aus dem linken I lchsclufcr entwickeln sich unsere Angriffe trotz sehr nn- »lstigem Wetter weiter. Oberste Heeresleitung. Tic Angriffslust Joffrcs hat cjnen Haken, au dein sie igen geblieben ist: ausserordentlich schwere Verluste. Tie. griffe wurden daher gedämpst. Vereinzelte französische mühungcn aber scheitern imnier ivicder unter großen rlusten. Frankreich hat jetzt seine Landsturmreservcn an Front gebracht. Wir brauchen keine Besorgnis zu hegen, in wir sind in der glücklichen Lage, die Franzosen mit seren Verstärkungen zu überflügeln. Daß auch von serer Seite noch kein a l l g e ni e i n e r entscheiderwer griff geinacht morden ist. kann man a u ch aus den cr-> guten Grund zurückfiihrcn. Unverhältnismäßig große rluste. sollen vermieden werden, da ja die Zeit kommen rd, wo wir mit Rußland nahezu fertig sind, und dann rd cs wohl mit vereinter .grast auch im Westen vorwärts jen. In Nordpolen, auf dem linken Weichselufer dringen Unseren wacker voran, und das ist von größerer Bettung als das zeitweilige Zurückgehen der österreichisch- garischcn Bundesgenossen in Galizien. Tie Tapferkeit serer Truppen muß in der Heimat mit Geduld und Zu- rsicht begleitet werden. So hat auch unser Kaiser ivicder mannhafte Worte sprachen, als er bei einer stimmungsvollen Weiynachts- cr im Hauptquartier das Wort seines Lieblingshelden, S großen .gurfürsten, wiederholte: In den Staub mit ien Feinden Deutschlands! Unsere Freunde, die Türken, habeir im Schwarzen ecr einen angenehmen Erfolg zu verzeichnen gehabt, wäh- nd ihre Sache auch auf dem kaulasifchen Schairplatz sieg- ich vorangeht. Zwei russische Minenleger sind in den rund gebohrt worden, und das einzelne tapfere türkisch« stegsschiff hat, einer feindlichen Flotte von l? Einheiten genüber .ferner mit Erfolg das russische Linienschiff Re- ßlaw beschossen, das einen Tonnengehalt von 9000 imb neu Mannschaftsbestand von etwa 650 hatte. Tic erwähnte otte von 17 Einheiten ist sodann vor zwei türkischen chifsen nach Sebastopol geflohen! Heiterkeit schallt hinter- r! — Warum die Türken am Suezkanal, der jetzt von den rgländeru. den Verträgen zuwider, gesperrt ivordeu ist, cht vorankommen ? Das ist eine ziemlich müßige Frage, e aber doch häufiger widerkehrt. In der „Deutschen agesztg." gibt Ernst Reventlow darauf eine zutresfeude utwort: Großbritannien weiß, was ihm der Besitz Aegyptens bedeutet, ü> es stetst vollkommen außer Frage, daß die großbritannische egierung dort alles an Truvven ausgeboten hat und aufbietet, as in ihren Kräften stchl. Es kann im übrigen auch lcmem Weisel unterliegen, daß eine wirksame artilleristische Vertei- gung des Kanales durät feste Batterien und durch Kriegsschiffe i Kanäle im catt dessen Mündungen organisiert worden ist. er "las der türkischen Armee Tschcmal Pascha hat somit voll- >mmei, reckt, >vcmi er, nach einer der obigen Depeschen, sein Mernehmen eine große militärische Operation nennt Jede eberstürzung würde Fehler und Mängel ergeben, welche nicht ieder gutzumachen wären und sür das ganze lluternchmeu ver- rngnisvoll werden kümUcn. Die Expedition der türkischen Heeres aä> dem Kanäle kann nicht schnell gehen, das ist nach Lage w geographischen und miiitästjcben Verhältnisse vernünftigerweise rnz ausgeschlossen. In Tentschland scheinen hier und da über ie Anwendmig der Begriffe von Raum und Zeit aus die gyvlisckc Expedition der Türken eül ivcnig phantastische Bc- rissc zu herrschen. Daß eine gut vorbereitete, mit allem tätigen ausgerüstete türkische Arniec alle Aussichten aus den militärischen Erfolg mit sich bringt, soll sicherlich nicht bestritten erden, aber es ist doch gut, wenn man sich die Dinge nicht gar l einsaey vvrstellt. Die türkische Heeresleitung tut das sicherlich icht, es kann aber nicht vorteilhaft sein, wenn alle paar Tage in er deutschen Oeffentlichkeit die erstaunte Frage ausraucht, wie weit ie Türken denn iwch vom Snrzkanale entfernt seien. Man befrage nstatt dessen lieber die Landkarte, werde sich über Entsernungeu, stländc, über den Mangel an Straßen und Verpflcgnnqsmögiich- stt unterwegs klar: dann wiel von selbst ein richtigerer Maßslab er Beurteilung cintrctcii, • . * Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Dez. lW. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Dcz., mittags. Nördlich dcs Dukla- Passcs wiche» unscrc Truppen den Angriffe» der Russen in Stellungen näher am Karpathenkammc aus. Zwischen Bialla »nd Dnnajcc im Raume nordöstlich Zaklicztzn wurden sehr heftige Angriffe dcs Feindes abgewicsen Sonst hat sich ans dein nordöstlichen Kriegsschauplatz unserer Front nichts wesentliches ereignet. Zm Süden herrscht, von einigen Grenzplänkeleicn abgesehen, vollkommene Ruhe. Die Serben sprengten wieder die S cm l in er Brücke. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. H ö f c r, Fcldmarschalleutnant. Russische Unzufriedenheit über die Engländer und Franzosen. Rotterdam, 28, Dez, (WTB. Nichtamtlich.) Ter „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London vom 28. Dez,: „Morning Post" erfährt aus Petersburg, daß die Unzufriedenheit des russischen Volkes darüber, daß die westlichen Bundesgenossen nicht ihren vollen Anteil an der KriegSleiskuna trüget', immer mehr wachse, da es den Engländern nnd Franzosen, obgleich die deutsche Hauptmacht sich ini Osten befinde, noch immer nicht ge- kungelt sei, die Teutscheu aus ihren Stellungen zu werfen. Man glaubt, daß die Armeen der Verbündeten stark genug dazu fein müßten. Tie „Morning Post" schreibt hierüber in einem Leitartikel, daß Englands Anteil ani Kriege jetzt noch hauptsächlich in der Ausstellung cmcr netten Armee bestehe. Von Joffre würde es unvorsichtig sein, eine große Schlacht zu schlagen, ehe die Engländer über estic starke Streitmacht verfügten. Der aintlichc französische Bericht. (WTB.) Paris. 28, Dez, (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht voni 27. Dezember, 3 Uhr nachmittags. Zwischen dem Meer und der Lys ein ruhiger Tag. Zeitweilig aussetzeude Kanonade zwischen der Lys und der Aisne. Nichts im Aisnc- tal, in der Champagne Artllleriekampf. Im Perthes-Gebiet unternahm der Feind nach heftigem Geschützseuer einen sofort durch Artillerie und Infanterie znrückgesehlagenen Gegenangriff aus den Schützengraben, den er verloren hatte. In den Argonnen leichte Fortschritte. Südlich Saint Hubert gewann eine Kompagnie hundert bis zweihundert Meter. Wir bombardierten eine Schlucht, wo der Feind mehrere Schützengräben räumte. Zwischen der Maas und der Mosel, östlich St, Mihiel, wurden zwei deutsche Angriffe gegen die Redoute Bois Brule abgewiesen, Em Lu f tsch i sf wars etwa zehn Bomben« uf Nancy inmitten der Stadt ohne irgend welchen Grund militärischer Natur ab, llnscre Flugzeuge dagegen bombardierten die Fliegeffchuppen bei .Frascati, einen Bahnhof in Metz, wo Bewegungen von Eisenbahnzügen gemeldet worden wareir, uiü> die Kaserne St, Privat in Metz. Fm Oberelsaff verzeichneten wir neue Fortschritte aus den Sennheim beherrschenden Höhen und schlugen dort mehrere Angriffe zurück. Amtlich 11 Uhr nachts. Nachdem der Feind die ganze letzte Nacht ein sehr heftiges Artillerie- und Jnsanterieseuer gegen iftisere bei La Boissellc und in der Nachbarschaft liegenden Schützengräben gerichtet hatte, führte er zwei aufeinanderfolgende Angriffe ohne jeden Erfolg aus. Wir haben die in der Nähe von Puisa- lcine eroberten Schützengräben behauptet. Ans den Maashöhen befestigten wir das nabe dcs Galouue-Grabens eroberte Gelände, St, Dis wurde von 9'/z — 12 Uhr mittags heftig beschossen, Anmerkung des WTB.: Warum einige Ortschaften in der Poiitton de Nancy ohne unmittelbaren militärischen Zweck init Bomben belegt wurden, hat der Bericht des Groffen Haupt- quartters deu französischen Unschuldslämmern inztvischen verraten, ebenso, daß. ihre eigenen Bomben nur Lazarette trafen. Andererseits ist uns zur Genüge bekannt, was es nfft den angebli^-n Erfolgen der g vf.ea Off.nsive cuf sich hat, die Fossre am 17. Dezember ankündigen mußte, Tic Sehnsucht der französischen Regierung nach Paris. P a r i s , 28, Dez. (WTB, Nichtamtlich.) Ter „Temps" glaubt melden zu können, daß das Kriegsministerium am 7. Jaimar nach Paris zurückkehren werde, wenn nicht unvorhergesehen« Ereignisse einkretcn. Ter franzöfische Landsturm. Mailand, 28, Dez, (WTB, Nichtamtlich.) Wie der Pariser Vertreter des „Corriere della Sera" meldet, schickt Frankreich nunmehr den größten Teil seiner Landsturmreserven von den Uebungsplätzen des Südens an die Front. Die Marokkaner aus der Front zurückgezogen. Lyon, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Progres" meldet aus Paris: Die marokkanischen Spahis sind von der Heeresverwaltung von der Front znrückgezogeit worden, da sie sich für den Dienst in den Schützengräben und für den Erd-Krieg als unverwendbar erwiesen haben. „Progres" erklärt, es handle sich keineswegs um eine endgültige Außerdienstsetzung. Tie Heeresverwaltung warte eine Gelegenheit ab, wo sie die kriegerischen Eigenschaften der Spahls gewinnbringend verwerten könne. Ein französtsches Dementi. Paris, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Ilgencc HavaS. .Autorisierte Kreise dementieren die Nachricht aus Rom, derzufolge Frankreich die Annektierung von Tunis beabsichtige. Das Regime des Protektorats stelle Frankreich völlig zufrieden; an eine Aenderung werde nicht gedacht. * „ * Die Weihnachtsfeier im Hauptqartier. Köln, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Kölnische Zeitung" meldet aus dem Großen Hauptquartier vom 25. Dezember: Tic Weihnachtsfeier im Großen Hanptauartier war ebenso einfach und schlicht wie eindrucksvoll. Der Kaiser wollte das Fest inmillcn der Soldaten begehen, die zum Hauptquartier gehören. Tazu bedurfte es eines sehr großöi Raumes, da Gabentische sür etwa 960 Personen ausgestellt werden nrußten. Die weite Halle war über und über mit Taimengrün geschmückt, so daß nirgends von Decke und Wand etwas zu sehen >var. Jedermann, vom Kaiser bis zum schlichten Landwchrmann, fand einen Platz an den in Längsrichtung ausgestellten Tischen, die in gleichen Abständen mit Lichtern geschmückte Bäume trugen. Jeder Offi- zicr nnd jeder Mann erhrell die gleichen Pfefferkuchen, Aepfel und Nüsse sowie das Mld dcs Kaisers. Die Mannschaften erhielten außerdem einen Tabakbeutel und Zigarren. An der Stirn- seite des Raumes >var ein Altar errichtet, davor eine groß« Krippe. An den Seiten standen hohe Christtannen. Der alte Weihnachtsgesang: „O dal fröhliche, o du selige Weihnachtszeit" leitete die Feier ein. Sobald der Kaiser die Anwesenden mit dem Gruß „Guten Abend, Kameraden!" begrüßt lmttc, folgte eine kurze Ansprache des Pfarrers nnd dann das Lied „Sttllc Nacht, beiligc Nacht". Nachdem Generaloberst v. Plessen den, Kaiser sür die Bereitung des schönen Festes gedankt hatte, hielt der Kaiser folgende Ansprache: „Kameraden! In Wehr und Waffen stehen wir hier versammelt, dieses heilige Fest #u feiern, das wir sonst ffn Friede« zu Hause feiern. Unsere Gedanken schweifen zurück zu den Unsrigen daheint, denen wir diese Gaben danken, die tvtt heute so reichlich ans unseren Tischen sehen. Gott hat es zugelassen, daß der Feind uns zwang, dieses Fest hier zu seiern: wir sind überfallen, wir wehren uns nnd das gebe Gott, daß aus diesem Friedensfest mff unserem Gott für uns und sür unser Land aus schwerem Kamvs ein reicher Sieg erstehe. Wir stehen auf feindlichem Boden, dem Feinde die Spitz« unseres Schwertes, dos Herz unserem Gott zugewandt. Wir sprechen es ans, wie es einst der Große Kurfürst getan hat: „In den Staub mit allen Feinden Deutschlands!" Amen." Jw Kaiser ging dann an den Tischen entlang nnd zeichnete viele Ofsiziere und Mannschaften durch Ansprachen ans. Ein Däne über das deutsche Militärwcsen. Kopenhagen, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) In der „Politiken" schreibt der dänische Schriftsteller Professor Karl Larsen über den deuffchen Militarismus. Er weist auf die in diesem enthaltenen Kulturmomente hin nnd fährt dann fort: Unter anderem kann nicht stark genug betont werden, daß das moderne Deutschland nicht allein das Teutschland Bismarcks nnd Moltkes ist, sondern auch das Deutschland Kants und F i ch t e s. und daß seine Ahnen unter den höchste» Vertretern des deutschen Geisteslebens zu suchen sind. Das deutsche Mllitarwesen hat nicht nnr das Zusammengehörigkeitsgefühl bedeutend durch die Forderung und Opferung des eigenen Lebens, die es an jeden einzelnen, vom Fürsten bis zum Taglöhner stellt, vertieft, sondern hat namentlich die ererbten deutschen nationalen Geisteswerte in höchstem Maße popularisiert nnd anschaulich gemacht, sie unter die wehende nationale Fahne gestellt und verständlich gemacht selbst für die Geringsten und Einfältigsten. Das Mllitärwesen konnte altes deutsches Gold in rollende Münze umprägen, die der ganzen Natton dient. Tie verschiedenen Völker können dem deutschen Mlli- tarismus gegemiber verschieden empfinden, rechnen müssen sie immer mit ihm als mit einer Geistcsmacht. Ter Kapitän der „Emden". Blankenburg (Harz), 28. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Wie das „Blankenburger Kreisblatt" meldet, hat Fregcttten- kapftän v. Müller seinen hier lebenden Angehörigen nlit- geteilt, daß er von den Engländern ans die Insel Malta gebracht worden ist und dort als Kriegsgefangener weilen mutz. Di« belgische Kricgskontribution. Washington, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Staatssekretär B r y a n erklärte, daß alle Schritte des amerikanischen Gesandten in Brüssel, die eine Herabsetzung! der Kriegskontribution zum Ziele hätten, nn- offiziell und ohne Ermächtigung der Regierung gemacht würden. Ter englische Borstotz gegen die deutsche Rordsceküstc- Amsterdam, 28. Dez. (Ctr. Frkst.) Reuter meldet aus London: Die Admiralität teilt folgendes mit: Am 25. Dezember wurden die deutschen Kriegsschiffe, die im Hafen von Cuxhaven liegen, durch 7 englische Hydro- plane angegriffen. Der Angriff begmin bei Anbruch des Tages an einem Punkte in der Nähe von Helgoland. Die Flugzeuge wurden durch leichte Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboote begleitet. Sobald die Deutschen auf Helgoland die britischen Schiffe sahen, gingen zwei Zeppeline, drei oder vier Hydroplane und verschiedene Unterseeboote zum Angriff über. Ein Seegefecht entstand zwischen de» modernsten Kreuzern auf der einen Seite und den feindlichen Luftstreitkräften ans der anderen Sette. Man konnte den Un terseebooten entgehen und zivei Zeppeline bequem dnrch das Feuer der Geschütze der „Undaunted" uird der „Arc- thusa" in die Flucht treiben. Die beiden Schiffe bliebe:: drei Stunden vor der feindlichen Küste, ohne daß sie durch gewöhnliche Kriegsschiffe belästigt wurden. Sie nahmen dann ungehindert drei von den sieben Fliegern mit ihre:: Flug- nraschinen wieder an Bord; drei andere wurden später durch englische Unterseeboote zurückgebracht, die die Maschinen aus dem Wasser aufnahmcn. Ein Flieger, der augenscheinlich verwundet war, wurde 8 Meilen von Helgoland ohne Maschine beobachtet, man weiß nicht, was aus ihn: geworden ist. Der durch die englischen Flieger an- gcrichtele Schaden konnte nicht untersucht werden, aber ihre Bomben wurden auf Punkte geworfen, die militärische Bedeutung habe::. Die Admiralität teilt ferner mit, daß die Deutschen Angriffe mit zwei Zeppelinen, drei Hydroplanen und versckffedencn Unterseebooten unternahmen. Alle deutschen Bomben verfehlten ihr Ziel, — heißt es in den: englischen Bericht. Berlin, 29. Dez. lieber den Angriff der englischen Schisse aus die deutsche Bucht ergeht sich die „Times" in Großsprechereien, daß das Ergebnis des Kampfes zwar nock: nicht bekannt sei, daß aber ocr moralische Erfolg auf jeden Fall groß sei. — Der „Bert. Lokalanz." meint dazu: Tie „Times" mag sich beruhigen. Wenn sic mit dem Ergebnis des englischen Vorstoßes nach Euxhaven zufrieden ist, so bewundern wir ihre Bescheidenheit. Die englischen Versicherungsprämien gegen deutsche Vorstöße. London, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Versicherungsprämien bei Lloyds gegen deutsche Vor - st ö ß e an der O st k ü st e steigen. Von Harwich nordwärts werden 55, von Harwich bis Dover 55 und von Dover um die Südküste 15 Prozent gefordert. Zahlreiche Policen sind abgeschlossen worden. Der Schaden von Whitbh. Zürich, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Züricher Zeitung" bringt einen ausführlichen Bericht des Wochenblattes von Whitby vom 18. Dezember, wonach der den Ruinen der historischen Abtei zugefügte Schaden ganz geringfügig ist. Es sei bemerkenswert, daß der Erste Offizier der Küstenwache gerichtlich aussagte, seiner Ansicht nach seien sämtliche Schüsse auf die Signal- und Wachlstation gerichtet gewesen. Wenn einige Schüsse zu weit rechts gingen, so müsse dieser Umstand einzig dem Schwanken der Schisse zugeschricbcn werden. Die Minengefahr an der englifchcn Küste. London, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ter niederländische Dampfer „Leersum" aus Rolterdan: stieß am Samstag zwischen Scarboroug h und Filsh auf eine Mine und sank. Zwei Mann der Besatzung werden vermißt. Siebzehn wurden in Scarborongh gelandet. Znr Abwehr deutscher Angriffe gegen England. London, 28. Dez. (Ctr. Frkf.) In der „Daily Mail" wird angeregt, die Städte der Ostküste Englands sollten auf ihre Kosten Unterseeboote zur Abwehr deutscher Vorstöße beschaffen. * . * Ein neuer Angriff auf die Dardanellen? Basel, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die „Basler Nachrichten" melden, ist das verbündete Geschwader vor den Dardanellen neuerdings ver- st ä r k t worden und besteht jetzt aus vierzig Wimpeln, darunter 15 Dreadnoughts und anderen Schlachtschiffen. Es wird ein entscheidender Angriff erwartet. Das französische Schlachtschiff „Wafdeck Rousseau" ist, mit den: Kommandierenden General an Bord, in Saloniki cingetroffen. Das Seegefecht im Schwarzen Meere. Konstantinopel, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach glaubwürdigen Mitteilungen hat das Seegefecht, von dem die amtliche Mitteilung sprach, bei Z u n g u l d a k stattgefunden. Es heißt, daß die Russen durch die Versenkung von Schiffen den Zugang zun: Hase:: von Zun- guldak, der Kohlcnstation ist, versperren wollten, aber dank der Tapferkeit der osmanischen Flotte gelang der Versuch nicht. Man ist hier voll Bewunderung über die Tapferkeit und Geschicklichkeit der Offiziere und Mannschaften des osmanischm Kriegsschiffs, das allein imstande war, den Kainpf mit einer so zahlreichen russischen Flotte auszunehmen und die Minenleger „O l e g" und „A t h o s", zwei große, der russischen Freiwilligenflotte angehörige Schiffe, zum Sinken bringen konnte. Die amtliche Mitteilung rief in ganz Stainbul große Freude hervor, zumal sic nach den falschen Gerüchten kam, die in diesen Tagen absichtlich verbreitet waren, um die Bevölkerung zu entmutigen. Der Zar- Petersburg, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zar ist bei der Armee eingetroffen. Ein miiselmanisch-israclitisches VerbrüderungSfcst. Konstantinopcl, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Jerusalemer Blätter berichten über ein muselmanisch- israelitisches Verbrüderungsfest in dieserStadt, an dem Vertreter der angesehensten arabischen Familien und hervorragender israelitischer Gelehrter teilnahmen. Es wurden auch Ansprachen in hebräischer Sprache gehalten. Rumänien und Bulgarien. Wien, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Acht-Uhr- Blatt" meldet aus Bukarest: Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer Morgenblätter finden zwischen B u k a r e st und Sofia diplomatische Unterhandlungen statt, welche die Begegnung der Herrscher beider Länder auf rumänischem Gebiete bezwecken. Bulgarische Erbitterung über Serbien. Wien, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Acht-Uhr- Blatt" meldet aus Sofia: Die serbische Antwortnote, wonach in der Donau zwischen Prahova und Rasova Minen gelegt seien, so daß die bulgarischen Dampfer nicht passieren könnten, rief in hiesigen diplomatischen Kreisen und im Publikum große Erregung und Unzufriedenheit hervor. Die bulgarische Presse protestiert gegen das Legen von Minen im internationalen Donaustrom und fordert die Regierung auf, als Antwort auf die serbische Herausforderung, die freie Fahrt auf der Donau zu schließen und zu diesem Zwecke die Donauuser bis zum Morawafluß militärisch zu besetzen. Ein ägyptisch-rumänischer Handelsvertrag. Genf, 28. Dez. (Ctr. Frkft.) Zwischen Aegypten und Rumänien jntb, wie der „Tcmps" meldet, Unterhandlungen wegen eines neuen Handelsvertrages angeknüpft worden, dessen Bedingungen durch, die ägyptische Regierung bereits sestgelegt und gutgeheißen worden seien. Der neue Vertrag soll Rumänien auf die Basis der meistbegünstigten Nation stellen. Ans Aegypten. Rotterdam, 29. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwc Rotterdamsche Courant" meldet aus London vom 28. Dez.: „Daily Telegraph" erfährt aus Aegypten, daß der britische Ober- kommifsar Mac Mahon bei einem Interview mü einen, Korrespondenten des arabstchen Blattes „Al Mokattan gesagt habe, daß, obwohl das Protekwrat einige kleine Aenderungen mit sich bringen werde, keine radikalen Reformen geplant seien. Man strebe vor allen, nach einer schneller und kräftiger arbeitenden Verwaltung. Die Kapitulationen müßten schließlich automatisch verschwinden. Es wäre jedoch unverständig, voreilige Veränderungen einzusührcn, che man wisse, was die Folge davon sein würde. Man müsse erst herausfinden, wie die Kapitulationen am besten ersetzt werden könnten, da man die internationalen JMeressen im Auge behalten müsse. * äs * Sturmfzenen im japanischen Parlament. Basel, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung aus T o k i o ist es im japanischen Parlament vor der Auflösung zu stürmischen Szenen gekommen. Die Verteidiger der Jnsclpolitik gerieten sogar in ein Handgemenge mit den Kontincntalpolitikern. Der Deputierte Schilbawa, ein früherer Minister, wurde so zwischen die Bänke gepreßt, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. Eine internationale Konferenz aller neutralen Staaten? New shork, 28. Dez. (WT.B. Nichtamtlich.) Die „New ?)ork Times" meldet: Die Regierung von Venezuela hat der Leitung der panamerikanischen Vereinigung den Vorschlag unterbreitet, eine internationale Konferenz aller neutralen Staaten einzuberufen, um über eine Revision der Bestimmungen betr. die Rechte der Neutralen in Kriegszeitcn zu beraten. 4 Ein deutscher Angriff auf Angola. Berlin, 29. Dez. (ctr. Bln.) Aus Mailand wir gemeldet: Aus Lissabon wird neuerdings berichtet, da 2 000 deutsche Reiter bei Nulila die Grenze dc Kolonie Angola überschritten und Nnlila angegriffen ln den. Ter portugiesische Oberst O c a d o s zog sich dar», in strategisch bessere Stellungen zurück. st: -u>5 M fit I-l Au» Stadt und Land. f« Gießen, 29. Dezember 1914, Je 11 ' AuS unserem EinquartierungSburcan. ^ Enge u:id bescheiden, wie alle Räume in unserer Bürget.. $ meistern, ist auch das Zimmer, in welchen, die Arbeiten sür t>, 1 , Einquartierung und die F a m il ien u n te r st ü tzmn! klw von drei Beamten besorgt werdeir Dabei ist der Verkehr a P dieser Stelle der Verwaltung ziemlich bedeutend, und häusig i ijr ji an Vormittagen der Betrieb auf den, Flur vor dieseut Raun L« so stark, daß die aus Einlaß harrenden Mensche::, meistens Frans ■ „ wie eine bewegte Woge hin und her schwankst, so daß der Be, kehr zu den benachbarten Venvaltungsräumci: behindert ist. rl » Es ist interessant zu hören, mit welchen Anliegen das Pubti^nck kum zu den BcaiMen konmit. Eine Dame beklagt sich, daß ma " * ihr bisher imr immer einen Mann ins Quartier gelegt l>at, sjhlädi ist ans zioei Mann eingerichtet und wünscht, wenn sie scho Mint einmal Einquartierung bekommt, daß auch der Platz ansgcnutz I)A wird. Das Auge des Beamten strahlt förnllich über diesen Opse, I'* mut, freu eidlichst sagte er zu, den Wunsch sür die Folge zu er f hi» füllen. Eine ältere Witwe beklagt sich, daß sie seit Monate chgc ohne Einquartierm:g geblieben sei: sie habe immer an Studente j, :1 vermietet gehabt, und damit sei es jetzt nichts. Sie könne ei: großes Zimmer mit drei guten Betten enrrichten, und die Leut Iden M w ibbcri « P dm! i$ic lind sich Ml gei ltz, i «pc 8 < sollten es gut bei ihr haben, denn ihr verstorbener Mann s, tv « ja auch ein aller Soldat gewesen. Die Adresse der Petemin wir sofort niedergcschriebcn und gleich nach Neujahr soll die Frrv fed’“ die gewünschten drei Leute erhältst. Ein Offizier wünscht um finicn quartiert zu werden, er wohnt jetzt in her Nähe dc Kaserne, möchte aber mehr ins Innere der Stadl. Ihm wird höflich bedeutet, daß eine llmquartierung nur auf Antra Mg seines Truppenteils vorgenommen werden kann. Dann kommt ein ( ce] Reihe von Quartiergcbern, welche sich darüber beklagen, daß si ^ bereits über 4 Wochen Einquartierung haben und dieselbe do: v ' auch einmal wieder los sein wollen. Jeder erllärt, es bandst sich um ruhige, anständige Landstnrmleute. aber bei dem unbeßümn ten Dienst, den diese Leute haben, sei es sehr schwierig, sich mi dem Essen einzurichts:, bcsmrders mittags wisse man niemals, imur der Mann eigentlich aus dem Dienst komme. — Diesen Klage gegenüber Ivird der Trost gespendet, daß ln: Januar die Land stnrmlentc eine Umoarticrnng zu erwarten Hab«:. ,Zch bi: ein großer Soldatenfreund," so führte sich ein wohlbeleibter Her mit gutmütigem Gesicht ein, „glauben sie nicht etwa, daß ich mü >vcgen der Einquartiernngslast beklagen will, aber ich habe jctz die beiden Leute über 8 Wochen, und ich sehe doch, es gibt Bürg« die wenig oder gar keine Einquartierung bekommen. Wie gesagt, ic will mich d:irchlu:s nicht drücken, aber es ist doch esn bißchen die sür meine Frau. Ich möchte srenndlichst bitten, mir die Leute doö abzünehmen. Wenn ich dann später wieder an die Reihe komme nun, dam: will ich mich gar nicht sträuben, wieder Soldaten z: beherbergen, wenn auch unser behagliches Leben in der Famllie da Jputg durch etwas beeinträchtigt wird." Dem Herrn wird klar gemacht daß ihm seine beiden Landstürmcr vor 4 Wochen, wo diese um guartiert iverden sollten, auf scins: eigenen Wunsch belassen wur den, u:ü> daß er sich min nicht beklagen dürfe über die ungerecht Behandlung. „Nun ja doch," so rechtfertigte sich der Mann, „di Leute wollten doch nicht fort, und baten mich, sic zu behalten und da kann nrau doch nicht anders, und wenn es jetzt nicht z: wachs: ist, so tvill ich die Leute ganz gern :wch tveiter behalten.' Ein aitbercr Bürger wünscht seinen Landsturmmann gegen Be Zahlung auszuquarticrcn, er tvürde ganz gern auf das Quartier gcld, das er bekommt, eine Kleinigkeit drauf legen. JA diesen Fall wird der Bescheid erteilt, daß die Stadt sich mü der Ber mlltlnng^solckwr Quartiere nicht befasse, daß aber jeder Gastwirt:> unserer Stadt gegen entsprechende Bezahlung gern Gäste anfnlmmt Vereinzelt kommt es vor, daß sich die Quartiergcber über un angcniessenes Betragen ihrer Einquartierung beklagen. In einen solchen Fall werden die Kläger an den betreffenden Trupventci gewiesn:. In Fällen, wo in einer Famllie die Umauartierim: zwingende Gründe hat, z. B. wo eine Erkrankung vorliegt, wüi stets geholfen, aber mit Scheingründen oder Gründe» der Be auemlichkeit ist bei den in diesen Dingen orientterten Beamte: nichts zu erreichen. Alan stellt sich mit Recht auf den Standpunkt daß cs eine Ehrenpflicht unserer Bevölkerung ist, der Hauscigcn turnet sowohl wie der Mieter, die Eiuauarticruugslast nicht nm zu ichcrnehmcn, sondern auch die Männer, welche im Dienste de: Vaterlandes ihre Pflicht tun müssen, gut und angemessen zu ver pilcgen. Allerdings sagt sich mancher, soweit es nur irgend angeht könne die Militärbehörde i» der Diensteintellung etwas entgegen kommender sein, damit die Mittagspausen pünktlich zu bestimmlcr Zeiten cingehalten werden, denn es ist sür eine Hausfrau nickst: ärgerlicher, als wenn das schmackhaft zubercitctc warme Essen au ds: (tzast warten muß. Aber auch diese Ncinc Unzuträglichkeit mus eben in Kauf genommen werden. > "i am » me «ft i ch'lm tirbt idiiei 4 chlki t* l. 5 Sit: raunt Sp stet SW. lchen Itrie le®i sin Big, "fitbr, scheue m NI „Aschenputtel". Betrachtungen zur KindcranffUyrung im Stadttheater. Gieß,», 89. Dezember. Es ist etwas Eigenes um unsere alten Volksmärchen. Dem Inhalte nach sind sic tiefgründig wie die Seele des Volkes, der Form nach schlicht, groß »nd typisch: sie haben die Poesie unberührter Natur, sic sind kristallhell »nd wahr wie die Seele des Kindes. Die Brüder Grimm haben cs verstanden, dem Volke die alten Märchen abzulauschsr und sie in ihrer Eigsiart, die sich im Verlause von Jahrhunderten — vielleicht von Jahrtausenden heraus- gebildet hat, sür uns zu sammeln. Ein Künstler mit dem seinen Verstehen und der Kinderseele eines Schwind hat uns manche dieser trauten, alten Märchen im Bilde verkörpert. Nicht jeder vermag das. Es geht damit ungefähr sv wie mit den Darstcilungen nach den biblischen Erzählungen. Ein Tors wird »ns in der Beziehung »ic werden können, >vas Schnorr von Earolsfeld sür uns wurde. Und doch bat Tors viel Poesie, großes Können und eine leidenschaftliche Liebe zur Natur. ?lber man lege neben die Toresche Bibel die einfachen Bllder Schnorrs mit ihrer strengen Zeichnung und ihrer ttefen, feinsinnigen Ansiossutiq, oder man nehme Sckstoind mit seinen herzbewegenden Fresken auf der Wartburg, mit seinen herrlichen Märchcnblldern in der Sckwckgaleric, mit seiner „schönen Melusine" oder seinen „Sieben Raben", so fühlt man, wo der echte Bökksdon getroffen, wo aus der Seele des Volkes heraus gestaltet ist. Schwind liebte nicht nur die Märchen — er e rieb tc sie —, ihm waren im Gebirge Rübezahl und sonstige Berggeister und Kobolde leibhaftig begegnet. Er glaubte an die Wunder, die er schil- derte, waren sie ihm doch sllgegengeblüht von Jugend an auf ajlsr Wegen und Stegs: seines Lebens im lustigen „Malepartus" der Heimatstadt sowohl als am Starnberger See und im bayrischen Hochlatche. Kinderglaube und eigenes Erleben der Märchenherrlichkeit sind vielleicht vor allen Dingen nöttg, um sie in ihrem ganzen, unvergänglichen Zauber, in ihrem zarten Dust und ihrer unberührten Schönheit zu erhalten. Und wen, der echte Märchensinn auf seiner Wanderung durchs Lckwn treu bleibt, der besitzt darin einen Talisman, der ihn feit gegen alles Derbe und Gemeine. Darum sollten wir alles hm, lim unser» Kindern den seinen Sinn sür irnljere schönsten Volksmärchen zu erhalten oder zu erschließen AehnlicheS empfandsi wohl auch die vielen Menschen, die sich am Sonntage mit ihren Kindern im Theater eingefundcn hatten, um den Kleinen durch die Darstellung von „Aschenputtel" eine besondere Feststeude zu bereiten. Und wenn man nach dem herzlichen Lachen urteilen kann, das von Zeit zu Zeit das Haus durchschallte, so war cs vollständig gelungen, die Kindcrherzen zu erfreuen. Am ungetrübtesten war die Freude vielleicht bei allen solchen Kindern, welchen das Grimmsche Märchen noch nicht durch häufiges Erzählen ans Herz gewachsen war. Tenn wer wirklich in aller Naiostät „sein Aschenputtel" zu sehen erwartete, mochte zunächst bitter enttäuscht sein, bis dies neue Aschenputtel — eine sehr freie, höchst phanlasiereichc Variation über das alte liebe Motiv: so eine Art von Märchen-Potpourri — die Vorstellung der einfachen, ergreifenden Volksdichtung verdrängte. Für die anfängliche Enttäuschung zeugten die verschiedensten offenherzigen und z. T. höchst originellen Acußerungen der in meiner Nahe sitzenden Kinder. Aber ihnen wurde auf der Bühne so vielerlei geboten, daß sie ja nicht frohe überinütigc Kinder hätten sein müssen, wenn sie nicht endlich in das vergnügte Lachen der übrigen eingestimlnt hätten. Was gab cs da aber auch alles auf der Bühne zu sehen: Zunächst eine keifende, sich zankende Famllie, die nach der grotesken Seite hin jedem Kasperle als Gegenstück zu „des Teufels Großmutter" Ehre gemacht hätte. Dann ein Hostnarschall, der aus irgend einer lustigen Posse entsprungen war: ein König Kakudn, der ein naher Verwandter von Thomas Mannas „Königliche Hoheit" sein mochte: ein allerliebstes Stück, dem Shakespeares „Win- termärchcn" nicht unbekannt zu sein schien — eine Pate reich. Zauberin in einem Zauberschloß mit Ratten, Mäusen, Zaubcr- stammc und Spiegel und so vielen Zauberkünsten, daß sie jedes Kinderherz begeistern mußte — in Aschenbuttcls Küche tanzende Heinzelmännchen und tanzendes Kochgeschirr. —• Schließlich der Hofball mit dem närrischen König, den: karikierten Hofgesinde, dem ewig seufzenden, ahnungsvollen Prinzen, dem Hofnarren und allem Zrchehör — dem sich regelrecht entwickelnden steinen Liebesroman zwischen dem Prinzen und Aschenbuttel, der durch ds: gläsernen Pantoffel und das Aufsinden seiner rechtmäßigen Besitzerin den würdigen Abschluß fand. Endlich das Schlußtableau: Der Prinz und Aschcnbuttel eine Treppe cmpor- steigend, bei der zu beiden Seiten sich Engel gelagert haben. Ein kleines etwa lljährigcs Mädchen fragte mich: „Ist das nun die Hochzeit?" und als ich meinte „wahrscheinlich!" sagte sie nach- denllich: „Sind denn bei einer Hochzeit immer Engel dabei?" lind ich antwortete: „Freilich, immer, nur sieht man ste nicht immer," war sie zustiedcn. Als aber nun aut der Bühne der Prinz Aschcnbuttel, der närrische König Uttd sein närrisches Hofgesinde, die böse Stiefmutter uich die widerlichen Stiefschwestern das Lied qnstimmten „Stille Nacht, Heilige Nacht", da fragte das lleine Mädchen ganj verwutchert: „Tu, das ist ja ein Weilpurchtslied: singen sic da« für Aschcnbuttel oder gehört das zur Hochzeit?" Ich erwidert! nichts. Als ick aber meine Schritte heimwätts lenste durch der schimmerrchen, stillm Winterabend und dabei loie so oft unsere: tapferen Krieger da draußen gedachte, die täglich ihr Leben aus« Spiel setzen, um deutschem Wesen nnd deutscher Art das Recht voller Entwickelung zu sichern, da stieg cs in mir au! heiß und voll heiligen Zorns: Mein Gott, hilf, daß >oir unr all des vergossenen Blutes würdig zeigen, Hits, daß wir austäumyn mit all dem Unechten, Undeutschen, Falschen, das in unser innere« Leben gedrungen ist. Gieb uns den Mut und den cisenien Willen alle erbärmliche Effekthascherei, alles Sensationelle von uns zu tun, laß uns auch darin wieder deutsch werden bis ins iniwrstc Mark. Erlöse unsere tüchtigen Künstler von dem Fluche für ben Nervenkitzel eines gedankenlosen, sensationslüsternen Publikums schassen zu ruüsscn. Und erlöse unser deutsches hochgemutes Voll von dem Elende, statt edler Atzung ein künstliches Ragout vorgesctzt zu bekommen. Laß uns alle, Publisttm und Künstler, in Ehrfurcht uns beugen vor de» Werken unserer Großen, vor ihrer göttlichen Wahrhaftigkeit, vor ihrer Schlichtheit, ihrer Tiefe und ihrer Größe. Laß aus den: furchtbaren Erleben dieser gewaltigsten aller Zeiten unsere Seele geläutert hervorgrhen, so daß sie sich völlig wieder eins sühlr mll der Seele unseres Volkes. Und wird uns dies zuteil, da werden wieder alle Brunnen des Lebens uns rauschst, da werds: nur Hatch in Hand mit unfern Kindeni ins gelobte Land der göttlichen Wunder Vordringen, da wird die versunkene Herrlichkeit uralter Märchsuveisheit nni er stehen —, da werden unsere lieben deutschen Künstler wieder zu Propheten werden, die :ms Sinn u:ch Seele erheben, indem sie für uns aus dem Wuudcrborn alles Geschehens schöpfen und uns den tiefsten Sinn des Lebens deuten. »?o[ iftiini "t in :®t[en %C1, Sun *8e: (ttt i| r iftgc '• 2 , ;'«i* w:,r Sillen HWiil "'th 0 ! d«I SH V b ( . !»n, 4tS| in Berlin, 29. 'Dez. lieber neue Auseprabungcn in Pompeji wird dsn „Berl. Tagbl." gemeldet: Mehrere unvergleichlich schöne Villen mit wohl erhaltenen Oberstock und Treppe» seien gesunden worden. Tic Gemächer hätten herrlich dekorierte Marinorwänbc, Mosaikbvdcn, Marmortischc, bc« malte Decken und Schränke, semer vollständig erhaltene Betten. J.%t m * «ul | d«, l!l( 'S 1 m Kflf itSi uti lhi :td *h om-t Ä :t:a iii Älf -Ä B* ÜB Atg i«jt ftCR ute in km» «ta nlitb Mt eien mw tu, j eqjltE Ml HM |tn K turne s ft roiif raittE itatt i ei* »Kitt rtium Mt » Stillitt iileil Ä S mit k >» ans« utgejs ttm u ni iitn feit i fit m, iejW «tzri» !töj? lOs »c» " •Mt f denl? irtö u" ( C» ‘ tt »' 'S ** Prof. Heinrftch Willy Schmidt ist am ersten huachtsferertage einem schweren Leiden erlegen. Prof, midt, der am 27. Februar 1876 zu Erfurt geboren , studierte in Heidelberg und Göttingen. In Güttingen novierte er auch und bekleidete daselbst die Stelle eines sassistcnten am Physikalischen Institut der Universität, in kam er als Assistent ans gleicl-e Institut in Gießen, er sich im Sommcrseincster 1903 l)abilitiertr. Am Närz 1908 wurde er zum außerordentlichen Professor ließen ernannt. Fünf Jahre später folgte er dann einem e als ordentlicher Professor an die Bergakademie zu iberg in Sachsen. Prof. Schmidt hat sich namentlich den, Gebiet der Erforschung der Radioaktivität n Namen gemacht und ist mit einer großen Menge von eiten über dieses Gebiet bahnbrccl^cnd vorgcgangen. rt Leiden zwang ihn leider bald, die ncugegründetc Pro- >r für Radioaktivität, für die man ihn auserfchen hatte, rer niederzulegen. ** Auszeichnung. Tcm Königl. Rangiermeister l Krämer, Bahnhof Gießen, wurde voni Kaiser das nnerungszeichen für 25jährige treue Dienstzeit verliehen. "Die he 11 i jd) e Tapferkeit-medaill« erb eit fer feldwebel Gtnsbeiiner im Infanterie-Regiment Nr. 116, chinengewehr-Kompagnie. Er ist bereits Ritter des Eisernrii >zes. ** Bekleidung des Landsturms. Nach einer Handelskammer in Gießen von zuständiger Stelle zu- angenen Mitteilung wird auch der L a n d st u r m mit grauen Felduniforin ausgestattet iverdcn, soweit den Bekleidmigsämtern für diesen Zweck blaues Tuch rt mehr vorhanden ist. Insbesondere werde die graue dbekleidung bei Nachbeschaffungcn für die aus dein egsschauplatzc besindlichen Landsturmtruppcn in Frage tmen. ** Die Zahl der verwundeten deutschen ldaten, die in Gießener Lazaretten und Anstalten lung sindcn, beläuft sich augenblicklich mts rmid 1000. : verfügbare Raum für Berwundctc in Gießen ist aus 0 Mmin bemessen und war schon wiederholt vollkommen Pt. Die Kriegergräber auf dein Friedhof am vberg waren an den Feiertagen von unserer Bevölkc- tg stark besucht. Bisher ruhen dort in kühler Erde deutsche Krieger, 14 Franzosen, 1 Belgier und 3 Rus- Tic Grabstätten der Angehörigen der feindlichen Staa sind jetzt nrit Tanneirreisig abgedcckt. ** Der Berbandraum a ii u n s e r m Bahnhof, sich bisher im Warteraum 3. Klasse befand, mußte vor ihnachtcn auf Veranlassung der Königl. Eisenbahndirek- 1 geräumt iverden. Der Inhaber des Bahnhofs-Restau- ts, Herr Nie mann, hat sich nun bereit erklärt, den Speisesaal dienenden Raum, der einen direkten Zugang t Bahnsteig ans hat, dem Roten Kreuz zur Ver- ung zu stellen, und cS sind Verhandlungen im Gange, erwarten lassen, daß im nächsten Jahre die Verband^ ion am Bahnhof wieder eröffnet werden hin». Die umc des F ü r st e n p o v i l l o tt s am Bahnhof für ecke einer Verbandstation herzugeben, fjat sich die Eiscn- mbehörde nicht entschließen können. Starker Sturm bildet augenblicklich die Ab- chslung in dcni uns an den Weihnachtstagcn von Frost terbrochencn Regencincrlei der letzten Wochen. Aus den schiedcnstcn Gegenden des Reiches kommen Meldungen i Schäden, die der wilde Geselle namentlich an den Fern- cchlcitungcn angcrichtel hat. ** O b e r h c s s is che r Kunst der ein. Bei der am l. M. vorgenommencn Verlosung von Anrechtscheinen f Kunstwerke fielen folgende Gewinne aus nachbenanntc tgliedcr des Kunstvereinst Gewinn Nr. 1 im Werte von 1 Mk. auf Geschwister Gutslcisch, Gewinn Nr. 2 im rte von 100 Mk. aus Fabrikant Hermann E i ch e n a u c r, winn Nr.3 im Werte von 100 Mk. auf Rechtsanwalt S p o h r, Gewinn Nr. 4 im Werte von 50 Mk. auf Sani- srat Tr. T i ck o r e - Lollar, Gewinn Nr. 5 im Werte von Mk. auf Geh. Hofrat Professor Dr. Netto. ** Die Ausstcllungslottcrie. Die glück- chen Gewinner der Hauptgewinne der Ausstelluiigs- ttcrie sind bisher nur teilweise ermittelt worden. Ter sie Geivinn, eine 4-Zimmcreinrichtung, ist eincnt Bäucr- n in der Gegend bei Vilbel zugcsallcn. Für den zweiten mptgewinn hat sich der Gewinner bisher nicht gemeldet, cn dritten Gewinn, im Barwert von 800 Mark, hat ein ießencr Gastwirt, der das Los gemeinsam mit einem aste gespielt hat, erhalten. ** Eine wohlgemeinte Warnung bittet uns Polizeiverwaltung mitzuteilen: Obgleich es als selbst- rstündlich erscheint, daß mit Rücksicht auf den Ernst der ät in der diesjährigen Silvesternacht die sonst üb- he Sckiießerei. sowie das Schreien und Lärmen auf den trafen zu unterbleiben hat, fei doch ganz besonders darauf ngewiesen. — Soviel wir übrigens hören, hat die Schutz- annschaft Anweisung erhalten, ganz energisch gegen die chützcn und Schreier vorzugchen und Strafanzeigen zu er ben Zugleich sei noch darauf aufmerksam geinacht, daß Verkauf von Fe u e r werks kö r p e rn an Personen iter 16 Jahren verboten ist und Zuwiderhandelnde istraf- izeigc zu geivärtigcn haben. Landkreis Gießen, r. Londorf, 28. Tez. Gestern hielt der Spar- und 0 r > ch u ß v e r c i n „Rabenau" eine außerordentliche e» e r a l v e r I a in in l u u g ab. Bevor zur Tagesordnung qe- iritleu wurde, gedachte mau durch Erheben von den Sitzen des iilgründers und langjährigen Tireklors des Vereins, Herrn Heinr. 1 i u k e l l, a u s, welcher im Oktober l. Fs. gestorben ist. Bei der enivahl des Tirektors wurde Herr Johs. Berlin Hl. von hier uvählt. KrciS Friedbrrg. O Butzbach, 28. Tez. Vor etwa acht Tagen sammelte in jeder- Weisel ein junger Manu Gelder, angeblich kur die erwundeteu in Friedberg. Er trug die feldgraue Nuiforni eines inzier-Stelloertreters und zeigte ein Schriftstück vor, welches die erechtiguna zu»i Sanimelu der Gelder bescheinigte, die Unter lfrift des Balaillonskouiuiandeur? in Fricdberg und Stempel trug. 0 kam er auch in die Wohnung eines in Butzbach bediensteten 'erichlsbeainteu. Diefem kam die Sache doch etwas verdächtig or, und er teilte der OrlSvolizeibehörde sein« Beruiuliuig, daß in er Unilorm ein Gauner stecke, mit. AlS die Polizei erschien, gab er Schwindler guerseldein Fersengeld, die Polizei und etwa dreißig erfoueu hinter ihm her. Nach einem kralligen Daucrlaui holte >au ihn dann auch ein. Tie AnsweiSpapiere Halle er inzwijchen ernichlet. Auf dem Polizeiamt gestand er seine Schuld ein. Er 1 verheiratet, Hobe Kinder, sei brotlos mid habe sich auf diese Weife leid verfchasien wollen. Darauf wurde die Gendarmerie in Butz- ach verständigt, den Gauner abznholen. Doch dieser dachte die tiiknnft der Gendarmerie nicht abwarlen zu können. Er benutzte ine günstige Gelegenheit und kniff zutn zweiten Male ans, diesmal üt Erfolg Stairenburg und Rhrtnhcsseu. O Darmstadt, 28. Dez. In sämtlichen Kriegslazarett c n Darmstadts ist die Weihnachtsfeier und -Bescherung in schöner und erhebender Weise begangen worden. Durch besondere Fürsorge der Groß Herzogin war veranlaßt worden, daß allen deutschen Verwundeten gleichmäßig Weihnachtsgaben zugesührl würden und zwar neben dem üblichen großen Teller mit Äepscl, Nüssen und Psesferkuchen durchweg praktische, den Wünschen der Einzelnen entsprechende Sachen, so daß allen damit eine wirkliche Freude bereitet werden konnte. Der am Dienstag für kurze Zeit aus dem Felde zurückgekehrte Groß her zog wohnte mit der Großherzogin mehreren dieser Wechnachtsseieni persönlich bei, zunächst der Feier im Garnisonlazarett, woselbst aus einer langen Gabentasel 6 reichgeschmückle Christbäume strahlten, Reben mehrfachen Gesängen und musikalischen Vorträgen hielten der katholische mid der evangelische Geistliche erbauliche Ansprachen an die Versammellen und nach dem gemeinsamen Weihnachlsgesaug: „O du fröhliche, o du selige" folgte die Verteilung der Gaben. Ten hier uittcrgrbrachten 80 französischen Verwundelen hielt der Kaplan gleichfalls eine kurze Ansprache. In dem als Rrservelazarett II eingerichteten städtischen Saalbau erschien das Großherzogspaar mit den beiden jungen Prinzen. Hier hielt nach gemein- iamem Weihnachtsgesang und Gesangs- und Musikvorträgen Prälat 0. Tr. Flöring eine tief cinpsundene Festansprache und später richtete auch Kaplan Jung Worte der Erbauung an die verwundeten Krieger. — Das Groß- heizogspaar nahni darnach auch iroch an der Weihnachtsseier im Refervelazarett III (Seuchrnlazarett) auf dem Exerzierplatz teil. Besouders feierlich war auch das Weihnachtsfest am Heiligabend in der Technischen Hochschule, deren neu erbauter Ostflügel ebenfalls zu einem großen Lazarett eingerichtet ist. Tort erfreute die etwa 120 verivundcten Soldaten, die Pflegerinnen und Sani- tätsmannschaflen, sowie die Gabenspender nach gemeinsamem Weihnachtslied und Gesangsvorträgen eines Mädchenchors Pfarrer R ü ck e r t mit liturgischer Andacht und einer ergreifenden Festansprache, an die sich nach einem gemeinsamen Gesang des „O du fröhliche, o du selige" im Rauchsaal die Bescherung anschloß. Während dieser nahm einer der Berwuicheten, der Sohn des Obermusikmeisters Hauske vom Leibgarde-Regime» l 115. Gelegenheit zu einer kernigen Ansprache, in der er bedauerte, das frohe Weih- nachtsfest nicht draußen im Felde bei den Kameraden vcrbrin gen zu könneit, aber itamens seiner verwundeten Kameraden die Versicherung abgab, daß sie alle sofort nach ihrer Genesung gern und freudig wieder ins Feld ziehen und für unser teueres Vaterland kämpfen würden. Tie echt vaterländischen Worte des jungen Kriegers machten auf alle Anwesenden einen tiescn, herzersreuenden Eindruck. Ten hier noch untergebrachten 48 französischen Verwundeten, 3 Offizieren und 2 Engländern, wurden in ihren Sälen ebenfalls Christbäume angezündet. — Auch in ben anderen Lazaretten wurde der Weihnachts-Heiligabend mit Festansprachen und Bescherung begangen. Hessen-Nassau. b. Biedenkopf, 28. Tez Für die Notleidenden in Ostpreußen sind in der Sammelüelle des .Hinterländer Anzeigers" b,z jetzt 48lN,l2 Alk. emaeangeii. h. Cronberg, 28. Dez. Seit dem Jahre 1911 wurden die weitbekannten Edelkastanienhaine Cronbergs und der fernsten Umgebung durch ein massenhaftes Ab st erben der Bäume aufs schwerste gefährdet. Die Stadt betraute mit der Untersuchung der rätselhaften Erscheinung eine Anzahl Fachgelehrte, wie Professor F a l ck - Münden, Professor Weber-Gießen, Oberförster K r n t i n e - Heidelberg, Dr. Lüster- Geisenheim und Geheimrat Schenk- Darmstadt. Das abschließende Urteil liegt jetzt vor. Während ein Herr die Ursache ans die Tintenkrankheit zurückiührt, sprachen sich die übrigen Gutachter dahin aus, daß die Erscheinung ni den F r ü h l i n g s f r ö st e n von 1908 und der langen Trockenzeit von 1911 zu suchen ist. Nunmehr ist erfreulicher Stillstand in dem Absterben eingetrcten. Professor F a l ck und Prof. Weber haben auch neuerdings noch Untersuchungen angcstellt. Das Gutachten hierüber ist durch die Wiesbadener Regierung dem preußischen Ministerium mit dem Ersuchen vorgelegt worden, auch staatlicherseits die für den Taunus, wie für alle Gebiete mit Kastanienpslanzungen so wichtige Frage studieren zu lassen. Zu den Kosten der Untersuchung im Taunus stellte Herr von Quaita 1000 Mark zur Verfügung. Verlustliste. Reserve-Infanterie Regiment Rr. 222, Gießen. Beaucanips vom 30. Okl. bis 2. Nov., Le Maisnil vom 3. bis 20., Pont de Pierre ani 8. und 9., Fromelles am 10. und 11. und Anders vom 11. bis 17. Nov. 1914. Musk. Wilh. Schneider sl.Kompü, Niederramstadt. Tarmstadt, tot. — Musk. Otto Jos. Nahrgang (2. Komp.), Niederkleen, Kirch- hain, toi. — Musk. Gustav Schauß (2. Komp.), Wetzlar, tot. 3. Kompagnie: Uffz. Hans Kilbinger, Gießen, schvw. — Musk. Andreas Schmidt VI. Pfordt, Lauterbach, Ivw. — Musk. ritz Reinhardt, Gonterskirchen, Schotten, lvw. — Musk. Karl otz, Volpertshausen, Wetzlar, lvw. — Gcsr. Heinrich Hämisch, Neuwied, schvw. 4. Kompagnie: Musk. Max Grünewald, Gießen, lvw. — Musk. Friedrich Hcndrich, Gießen, lvw. — Musk. Heinrich Jung I., Staufenberg, Gießen, lvw. — Musk. Reinhard Tröllcr, Lauter, Gießen, lviv. — Musk. Christian Schmidt, Vilbel, lvw. 5. Kompagnie. Musk. Peter Zewe, Gemesweiler, lvw. — Krgsfr. Phil. Gricser, BenSheim a. Bergstraße, schwv. — Ers - Res. Ernst Wehrhein, Cronberg, schwv. — Eis.-Res. Josef Götzin- ger, Wiesbach, Ottweiler, lv. — Ers.-Res. Anton Fobbe (6. Komp.), O.-Marsberg, Brilon, lv. 7. Kompagnie. Ers.-Res. Johann Adami, Münchwald, Kreuznach, lv. — Ers.-Res. Johann Houptmann, Nninkirchen, lv. — Ersatz-Reservist Otto Weber, Kusel, Pfalz, leichtverwundet. — Ers.-Res. Jacob Mittermüller, Neunkirchen, lv. — Krgsfr. Walter Grube (8. Komp.), Neudorf, Anhalt, lv. —- Ers.-Res. Herrn. Althofs (8. Komp.), Lenhausen, Meschede, gefallen. vanvcl. — Metallgesellschast Frankfurt a. M. Der Aulsichtsrat hat befchlosseo, der am 29. Dezember statlsindenden Haiivtverfammlung die Verteilimg einer Dividende von If> Proz. (i. V. 20 Proz.1 vorzufchlaqen, bei einer Erhöhung des Vortrags um etwa 2 Millionen Mark. Märttt. le. Wiesbaden, 29. Dez. He»- und Strohmarkt. Am heutigen Heu- und Strohmarkt war nickfts angefahren. Briefkasten -er Be-aktion. iAnonyme Anfragen bleiben uuberückfichttgta Rach Eberftadt. Wir habe» schon unzählige Male erklärt, daß und warum wir nicht alle uns zugelandleii Gedichte verösfent» lichen können. Auch in dem Fall, um den es sich hier handelt, lranen wir den Beleiliglen soviel Einsicht zu, daß sie diese Gründe verstehen und ihrer Zeitung nicht gleich untren werden, wenn sie mal ein Gedicht nicht anfnebmen kann. Sie dürfen ri hig annehmen, daß es sich zur Veröffentlichung tatsächlich nicht eignete Amtlicher Wetterbericht. Oessentlicher Wetterdienst, Gießen. Wctterausfichten in Hessen am Mittwoch, den 30. Tez. 1014: Wolkig, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde, keine wesenl- stche Temveraluränderiing. Letzte Nachrichten. Der Kampf an der Pser. Berlin, 29. Dez. Der Kampf an der Pscr ist über- einstimmetfden Berichten des Berl. Tageblattes uird der Boss. Zeitung zufolge zurzeit heftiger als in der ganzen Kriegszeit. Ein Offizier der Verbündeten sagte einem Korrc spondenten: wir müssen jetzt vorrücken, koste cs, was cs wolle. Die Verluste auf Seiten der Verbündeten seien ungeheuer groß. F o u r n e s beschossen. Berlin, 29. Dez. Nach einer Meldung der „Times" aus London halten die Deutschen an Weihnachten eine Stunde lang Fournes, das Hanptsiuarticr der bei gischen Armee, beschossen. Indische Truppentransporte. Mailand, 29. Dez. Tic Mannschaft des von New Bork in San Rcmo eingetrofscnen Dampsers „Assyri" be richtet, das: gestern in Marseille 25 Dampfer indische Truppen gelandet haben, die zunächst im Park Bvrele untergebracht fverden, damit sic sich an das europäisch. Klima gewöhnen. Neue Zweidecker im französischen Heere? Rom, 29. Dez. In dem französischen Heer sind nach einer Pariser Meldung neue Zweidecker mit besonders starken Schcinw eisern eingeführt worden. Die Flieger seien von den neuen Flugzeugen, deren Maschinen ausgezeichnet sunktionic- ren, entzückt. Französisches Zu rückgehen in Marokko. Gen s, 29. Dez. Die Havas-Agenkur meldet den schweize rischen Zeitungen, daß die französische Regierung den Oberbefehlshaber der französischen Truppen in Marokko ermächtigt habe, die Ltädle lldscha, Tasa und Meknes zu räumen. Gouvcrneurwechsel in Rußland. Stockholm, 29. Tez. Ter Gouverneur von L i v - l a n o ist wegen seiner angeblichen deutschfreundlichen Gesinnung seines Amtes enthoben worden. Der bisherige Gouverneur von Lublin ist an seiner Stelle ernannt worden. Schlittschuhe. Berlin, 29. Dez. Die Verbündeten haben in der holländischen Provinz Friesland 25000 Paar Schlittschuhe bestellt, die direkt geliefert werden sollen. Das Urteil gegen den Konsul Ahlers. Rotterdam, 29. Dez. Das Urteil gegen den früheren deutschen Konsul Ahlers in Sunderland, der bekannt lich zum Tode verurteilt worden war, ist auch in letzter Instanz kassiert worden. Der Konsul wurde von der Alilitärbchörde aufgefordert, sich nach dem Süden Englands zu begeben. Hindenburg-Ehrnng der Stadt Stettin. Stettin, 28. Dez. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Stadl Stettin haben an Gcneralfeld- marschall v. Hindenburg ein Schreiben gerichtet, lvorin es heißt: Tie Stadtverwaltung von Stettin hat beschlossen, zur Hindenbiirg-Spendc für das deutsche Osthecr einen Betrag von 30000 Mk. zu^leisten und einen 30 Meter breiten, Ihr Kilometer langen Straßenzng, der einen die Stadt von ihren Industrie- und volkreichen nördlichen Vorstädten trennenden Talgrnnd für die Erbanung erschließt, Hinden- burgstraßc, und eine dicht daneben liegende monumental gebaute Doppelvolksschule „Hindenburgschulc" zu nennen. Sammlungen zugunsten des Roten Halb- m o n d e s. Berlin, 29. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: lim die Gefühle der Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes mit dem osmanischen Reiche im Kampf gegen die gemeinsamen Feinde auch auf dem Gebiete der Liebestätigkeit Ausdruck zu verleihen, ftt ein deutsches Hilfskomitee zum Zwecke von Sammlungen zugunsten des Roten .Halbmondes in der Bildung begriffen. Der Kaiser hat für diesen Zweck 10 000 Mark gestiftet und davon unmittelbar dem Sultan Kenntnis gegeben. Es sind weiter von dem Stadtrat in Dresden 5000 Mark und von dein städtischen Kricgsfürsorge- ausschuß in Leipzig 1500 Mark gespendet worden. Der Reichskanzler hat das Ehrenpräsidium übernommen. Die Vorarbeiten liegen in den Händen des Fürsten Hatzfeld, Herzogs zu Trachenberg, des Präsidenten des deutschen Reichstags Dr. Kaempf und des Generalkonsuls v. Koch. Eine gute Stimme aus Chile. Berlin, 29. Dez. Tie von Lsfizieren der chilenischen Armee redigierte Gazette Militaire in Santiago de Chile ver-- össentlichl eine Sympathiekundgebung für Deutschlmrd, in welcher der Dankbarkeit Ausdruck gegeben wird für den Empfang inert- voller Lehren im öffentlichen und privaten Leben. In dem Heizen eines jeden Clfilenen sei die Ueberzeugung eingewurzelt, daß, wenn das Vaterland von irgend einem amerikanischen oder europäischen Staate bedroht werden würde, das mächtige Teutsche Reick: Chile sofort unter seinen Schutz nehmen würde. Außer dieser Tankbarkeit schulde man auch der spartanischen Tapferkeit Deutschlands Bewunderung. vlea Hermann Steingoetter. Dienstag, 29. Dez. 1914 abends 8 Uhr 7. Dienstag-Abonn.-Vorsiell. Gcwöbnl.Preiielerinäffigif Neuheit! Neuheit: Der Schlagbanm BolkSluftfviel in 4 Akten v. Heinrich Lee. Ende gegen 11 Uhr. Freitag, den 1. Ja». 191.'» nachmittags 3V, Uhr Volks-PreiseI Volks-Preise! ♦ Kindervorstellung ♦ Aschenbrödel WcihnachlSkomüdie mit Gesang und Tanz in 0 Bildern von C. A. Görner. Ende 6 Uhr. Abends VI, Uhr Kleine Preise! Kleine Prelstl Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tan; in 4 Bildern v. Rudolf Ber- > uaiier u. Rudvlvb Schanzer. Musik von Waller Kollo und Will» Brcdfchneider. Ende 10-5 Uhr. Doldaf en vom Feldwebel ab' iväris zahlen bei allen Bor- flcllungeii auj2-u.3. Parkett nur halbe Preise. U2032O Keine ZiebunosverleouDo! Unwiderruflich am ?.,S.u.8.4anuar t9IS neulsciie r nlliaDrer- Lotterie 7364 Gewinne im Gesamtwerte von Mark [_ 200000 160000 30000 20000 10000 Lose zu 3 30 Pf. extra. Zu hab. in Giessen bei den Kgl. Lotterie-Einnehmern Buchecker, Fllmm, Legier. I 12304 0 Metallbetten Halzrabinenmatratz., Kinder- fiptt. klill. NN Privale. Kak. kr. r ' ■ ' Den Heldentod fürs Vaterland starben unsere lieben Philister Oberlehrer Hans Schlosser (Gi.01, Bo. 03, Gi. 04) Leutnant d. R. im Inf.-Regt. Nr. 99 am 31. Oktober in Belgien Lehramtsassessor Wilhelm Otto(Drmst.07,Gi.08) Unteroffizier d. R. im Inf.-Regt Nr. 168 am 9. Dezepober infolge schwerer Verwundung cand.theol.GottfriedScriba(Gi.08,Lpz.09,Gi.09) Kriegtfreiwiiliger im Res--Inf.-Regt Nr. 222, 1. Komp, in* der Schlacht bei Lodz. 12638DJ Ehre ihrem Andenken! Der CieSener Wingolf. Am 26. d. Mts. verschied nach kurzem schweren Leiden mein langjähriger Mitarbeiter Herr Max Dumke Unteroffizier der Reserve Fuss-Artill.-Regts. Nr. 3. Mit dem Verstorbenen verliere ich einen treuen, pflichtbewussten Beamten, dem ich stets ein ehrendes Andenken bewahren werde. Giessen, 29. Dezember 1914. 08551 C. Klingspor. I. N. u. A.: Daab KriegsX th. Unser treuer Freund und Mitarbeiter Herr Max Dnmke Unteroffizier der Reserve Fnss-Art.-Regt. Nr. 3 mit dem wir jahrelang gemeinsam tätig waren, ist einer tückischen Krankheit im Lazarett zu Mainz erlegen. Wir betrauern mit seihen Angehörigen den allzufrühen Heimgang des Verewigten und werden ihn in gutem Andenken behalten. Giessen, 29. Dezember 1914. Die Angestellten der Firma C. Klingspor. Am 3. Dezember starb in Russland den Heldentod für sein teures Vaterland unser lieber Sohn und Bruder Adolf Lindenstruth Kriegsfreiwilliger in der 1. Komp, des Res.-Inf.-Regts. Nr. 222 im Alter von 21 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Liadenstruth. Giessen, Lahnstrasse 10. 12648 Im Kampfe ums Vaterland starb infolge einer Verwundung am 22. Oktober unser liebes Mitglied Georg Becker, Ingenieur Wir werden das Andenken des Verstorbenen allezeit in Ehren halten. 12643D Giessen, den 28. Dezember 1914. Verein Union I. A.: G. Geisse. Am 9. Dezember starb den Heldentod an seiner schweren Verwundung in Russland unser geliebter, unvergesslicher Sohn, unser lieber, guter Bruder Hermann Zugehör. Kriegsfreiwilliger in der 4. Komp, des Res.-Inf.-Regts. 222 im Alter von 19 Jahren. In tiefem Schmerz: Pani Zngehttr n. Frau Katharina Aenne Zn gehör geh. Emst Heinrich Zngehör Elisabeth Zugehör. Giessen, Ebelstrasse 34. 0953 s Am 13. Dezember starb den Heldentod fürs Vaterland unser liebes Mitglied Heinrich Pfeiffer Unteroffizier im Inf.-Regt. Rr. 168, 10. Komp. Ehre seinem Andenken I Gesangverein Germania und Turnverein Mainzlar. 12637 Am 28. ds. MtS., morgens 7'/, Uhr, verschied nach langem Leiden, jedoch unerwartet, unsere liebe gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter Fm Katharina Aehl Wwe. im 67. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Dicht Familie M. Thnowzil Familie Fritz MajewSki. Gießen (Lindenplatz 8). Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr. von der Kapelle des neuen Friedhofs ans statt. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 4. Dez. in Rußland unser liebes Mitglied Heinrich Grün Ers.-Res. im Inf.-Regt. Nr. 49, 5. Komp. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 12624 Mäiiilkr-8ksaiiglitrtiit„8er«ania"8allar. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nahnie beim Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Ludwig Mantel und Kinder. Gießen, den 28. Dezember 1914. 08538 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen auf diesem Wege tiefgefühltesten Dank. Familie Heibertshansen Familie Kliukel. Lollar, Eschweilcr, 27. Dezbr. 1914. hc s Den Heldentod fürs Vaterland starb am 12. Dezember auf Russlands Erde mein innigstgeliebter, hoffnungsvoller und unvergesslicher Sohn, unser guter lieber Bruder Otto Lang, Handlungsgehilfe Kriegsfreiwilliger im Res.-Infanterie-Regiment 222, 4. Komp. im Alter von 19'/, Jahren. In tiefem Schmerz : Fran Marie Lang Hw., geh. Otto Gretel Lang Rudolf l ang. Giessen (Schillerstr. 9), 28. Dezember 1914. f (( - 46 Gott hat meinen lieben Sohn Heinrich Koch Kriegsfreiwilliger im Inf.-Regt. Nr. 168 am 27. Dezember nach erhaltener Verwundung im Kriegslazarett von schwerem Leiden erlöst. In tiefem Schmerz: Johanna Koch, geh. Lucius. Friedberg, 28. Dezember 1914. 1203 t Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Dez., nachm. 3 Uhr, von der Friedhofskapelle zu Friedberg aus statt. ■W Lebende "UB Spiegel Karpfei und Schleien LiHklWc, kablm ufn W-uHküiiisk-Koilskm Arrak Am Kag PiM-Wiizeii auch in Feldpost Packunae Kakao iuid Aokolüc erster Fabriken empfiehlt I. M. Schulho MarktNr.» Tel. 119 % 1