Rr. 303 Der Sletzener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beitagen: viermal wochentliä! SietzrnerZamilienblätter, zweiinal wöchenlt.Uiei;- blalt jiir den «reis Sichen ( Dienstag nnd Freitag): ziveinial inonatl. Land wirtschaftliche seitsragin Feriöprech - Ätiischliisie: iürdle Tchri>tleiiu>>gl12 Verlag,Gcschäüsstelle51 Adresse kür Dradtnach- richten: Anzeiger Kietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnninnier bis vormittags 9 Uhr. J64. Jahrgang Sonntag. 27. Dezember IM Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchriftleitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Vez» gsn reis: monatl. 75 Pk., oiertel- äbrl. Alk. 2.20: durch übhole- rl. Zweigstellen monatl 65 durch dicPost Mk. 2.— viertel- sährl. ausschl. Lesleilg. Zeilenpreis: lokal15Ps„ mrsto 20 Bi. — paupt- schriitlcitcr: Auq. Goetz. Berantivortlich ?nr den polil. Teil: Aug. Goetz; kür .Fcuüketou", .Vermischtes" nnd.oicrichts- saal": üarl Ülcuralh; kür .Stadt und Land": Ovo Braun; s»r den Anzetgenteil: p. Beck. Eine schwere Schlappe der Engländer. Mißglückter englischer Vorstoß zur See. Russische Angriffe in Ostpreußen abgeschlagen. (WTB.) Großes Sauptquartier. 24. Dez. vormittags. (Amtlich.) Der Feind wiederholte gestern in Gegend Nieuport seine Angriffe nicht. Bei B i r s ch o o t c machten unsere Truppen in den Gefechten vom 2t. Dezember 230 Gefangene. Sehr lebhaft war die Tätigkeit des Feindes wieder in der Gegend des Lagers von Chälons. Dem heftigen feindlichen Artilleriefcu.r auf dieser Front folgten in Gegend Souain und Perthes Jnfantericangriffe. die at>- gcwiesen wurden. Ein vom Feinde unter dauerndem Ar- tillericfeucr gehaltener Graben wurde uns entrissen, am Abend aber wieder genommen. Die Stellung wurde nach diesem gelungenen Gegenstoß aufgegeben, weil Teile des Schützengrabens vom Feuer des Feindes oft cingeebnct waren. lieber 100 Gefangene blieben in unserer Sand. Unsere Truppen haben von So ldau und Nri- denburg her erneut die Offensive ergriffen und in mehrtägigen Kämpfen die Russen z u r ü ck g c w o r s e n. Mlawa und dir srindlichcn Stellungen bei Mlama sind wieder in unserer Sand. In diesen Kämpfen wurden über 1000 Gefangene gemacht. Am Bzura- und Rawska-Abschn itt kam es bei unsichtigem Wetter, bei dem die Artillerie wenig zur Geltung kommen konnte, an vielen Stellen zuheftigenBa- jonettkämpfen. Die Verluste der Russen sind groß. Auf dem rechten Pilica-Ufrr, in Gegend südöstlich Tomaszow, griffen die Russen mehrmals an und wurden mit schweren Verlusten von den verbündeten Truppen zurückgeschlagen. Weiter südlich ist die Lage im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. , * (WTB.) G roßcs Hauptquartier. 25. Dez. vormittags. (Amtlich.) In Flandern herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Oestlich Fest»dort wurde den Engländern anschließend an die am 20. Dezember eroberte Stellung ein weiteres Stück ihrer Befestigungen entrissen. Bei Chivy nordöstlich Vailly hoben unsere Truppen eine feindliche Kompagnie aus. die sich vor unserer Stellung ringenistet hatte. 172 Franzosen wurden hierbei gefangen genoimnen. Bei dem Versuch. die Stellung uns wieder zu entreißen, hatte der Feind starke Verluste. Französische Angriffe bei Souain und Perthes, sowie kleinere Vorstöße nordwestlich Verdun und westlich Apremont wurden abgcwiescn. Im Osten blieb gestern die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. * (WTB./ Trotzes Hauptquartier. 26.Dez. mittags. (Amtlich.) Bei Nieuport sind in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember Angriffe der Franzosen und Engländer abgcwiescn worden. Der Erfolg der Kämpfe bei F e st - ubert mit Indern und Engländern läßt sich erst heute übersehen. 19 Offiziere und 819 Farbige und Engländer wurden gefangen genommen. 14 Maschinengewehre. 12 Mincnwerfer, Scheinwerfer und sonstiges Kriegsmaterial erbeutet. Auf dem Kampsseldc ließderFeindüber3000Tote. Eine von den Engländern zur Bestattung der Toten erbetene Waffenruhe wurde bewilligt. Unsere Verluste sind verhältnismäßig gering. Bei kleineren Gefechten in Gegend Li ho ns. südöstlich Amiens und Trarh-le-Val und nordöstlich von Compicgnc machten wir gegen 200 Gefangene. In den Vogesen südlich Dicdolshausen und im Ober- Elsaß westlich Sennheim, sowie südwestlich Alrkirch kam cs gestern zu kleineren Gefechten. Die Lage blieb dort unverändert. Am 20. Dezenrber nachmittags warf ein französischer t Neger auf das Dorf I n o r 9 Bomben, obgleich dort nur azarette sich befinden, die auch für Flieger als solche ganz deutlich erkennbar siirö. Nennenswerter Schaden wurde nicht angerichtet. Zur Antwort auf diese Tat nnd auf das nculichc Bombenwerfen auf die offene, nicht im Operationsgebiet liegende Stadt Frrwurg wurden heute vormittag einige in der Position von Nancy liegende Orte mit Bomben mittleren Kalibers belegt. Russische Angriffe auf die Stellungen bei L ö t - zen wurden abgeschlagen. 1 000 Gefangene blieben in unseren Händen. In Rordpolcn. iwrdlich der Weichsel, blieb die Lage unverändert. Südlich der Weichsel schritten unsere Angriffe am Bzura-Abschnitt wie auch am rechten P i l i c a - ll fe r fort. Südöstlich Tomaszow war unsere Offensive von Erfolg begleitet. Weiter südlich ist dir Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. (WTB.) Berlin. 26. Dez. (Amtlich.) Am 25.2*;. vormittags machten leichte englische Streitkräfte einen Vorstoß indiedeutscheBucht mit mitgcführ- ten Wasserflugzeugen, gingen gegen unsere Flußmündungen vor nnd warfen hierbei gegen zu Anker liegende Schiffe und einen in der Nähe von Curhavcn befindlichen Gasbehälter Bomben ab. ohne zu treffen und Schaden anzurichten. Unter Feuer genomMcn. zogen sich die Flugzeuge in westlicher Richtung zurück. Unsere Luftschiffe und Flugzeuge klärten gegen die englischen Strcitkräfte auf. Hierbei erzielten sie durch Bombenwerfen auf zwei englischen Zer st ü - rern und einem Bcgleitdampfcr Treffer. Aus letzterem wurde Brandwirkung beobachtet. Aufkommendcs nebliges Wetter verhinderte sonstige Kämpfe. Der stellvertretende Chef des Admiralstabcs. gcz. B e h n ck e. * . * Die Weihnachtstage sind auf allen Kriegsschauplätzen nicht ohne Kämpfe gewesen, aber glücklicherweise sind sie für uns Deutsche siegreich abgelaufen. Im Vordergründe der Ereignisse steht ein ohnmächtiger Versuch der Engländer, uns an unserer deutschen Küste Augst einzu- jagen. Mit leichten Streitträften unternahmen sie einen Vorstoß in die deutsche Bucht, wo sie Wasserflugzeuge gegen die Flußmündungen losließen. Deren Bomben richteten jedoch keinerlei Schaden an, denn unsere Wacht an der Nordsee hat bald die nötigen Maßnahmen getroffen. Unter deutschem Feuer mußten die englischen Flieger fliehen, und deutsche Luftschiffe und Flieger traten in Tätigkeit. Zwei englische Zerstörer und ein Begleitdampfer wurden durch unjere Bomben getroffen. Tie Angreifer haben also selbst den Schaden gehabt, und ihr Versuch, uns den Vorstoß an die englische Ostküste zu vergelten, ist kläglich gescheitert. Auch zu Lande hat es in den letzten Tagen für die Engländer tüchtige Hiebe abgesetzt. F e st u b e r t, das als Schauplatz dieser englischen Niederlage genannt wird, liegt in Nordfrankreich, bei Bethune. Tas letzte Treffen mit „Farbigen und Engländern", wie eS immer treffend in der deutschen amtlichen Meldung heißt, hat am 24. Dezember stattgefunden. Dabei wurde dem Feind ein weiteres Stück seiner Befestigungen abgenommen. Ob an diesem einen Tag 300 0 Engländer getötet worden sind, oder ob sich dieser Verlust des Feindes auf die wiederholten Gefechte verteilt, läßt sich nicht genau sagen; da in der Meldung vom Ersolg der Kämpfe bei Festubert gesprochen wird, ist es wahrscheinlich, daß es sich um ein zusammenfassendes Ergebnis handelt. Kennzeichnend für die Art der Kämpfe ist, daß 3000 Feinde getütet wurden, während nur 19 Offiziere und 819 Mann gefangen genommen worden sind. Von erfreulicher Bedeutung ist ferner, daß ein russischer Angriff gegen die ostpreußische Seenplatte, bei Lötzen, für die Russen verlustreich abgewiesen worden ist. Hierbei wurden 1000 Gefangene gemacht. Auch weiter südwestlich, von Soldau und Neidenburg her, waren die Kämpfe der Unseren von gutem Erfolge: Mlawa siel wieder in unsere Hand. In Nordpolen, am Bzura- und Rawska-Abschnitt, gab es heftige Bajonettkämpfe, wobei die Russen große Verluste erlitten. Auch in Südpolen wurde der Feind zurückgetrieben. Ans Galizien melden die Oesterreicher, daß dort die Russen wieder mit einer Offensive eingesetzt und „mit starken Kräften" Teilerfolge errungen haben. Das Becken von Krosno und Jaslo (in Mittelgalizien, südöstlich von Tar- now) ist leider wieder in ihre Hände gefallen. Im ganzen oürfen wir mit den Ergebnissen der letzten Tage zufrieden sein. Unser Reichskanzler hat dem.französischen Ministerpräsidenten auf seine vhrasenhaften und unwahren Beschuldigungen, wie die „Nordd. «Allg. Ztg." mittelst (siehe die nachstehende Meldung) treffend erwidert. Erfreulich ist auch, daß die derzeitige Regierung Japans im Volke keinen Rückhalt mehr hat. Es ist nicht daran zu denken, daß Japan auf dem Kriegsschauplatz im Westen eingreifen wird. Das japanische Parlament ist aufgelöst worden. Der österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 24. Dez. (WTB. Nichtamttich.) Amtlich wird verlautbart: 24. Dezember, mittags. Im oberen Nagn-Ager- Tale bei Oekoraszö steht der Kampf. Im Laroreza-Talc wirsen unsere Truppen gestern mehrere Angriffe unter großen Verlusten für die Russen ab und zersprengten ein feindliches Bataillon bei Also-Vereczkc. Im oberen Ung-Talc gewinnt unser Angriff allmählich Raum gegen den Uszokcr-Patz. Am 21. wurden im Gebiete dieses Karpathentales 650 Russen gefangen genommen. Tic Kämpfe an der bekannten galizischen Front dauern fort. An der unteren N ida machten unsere Truppen in einem Gefecht am 22. Dezember über 2000 Gefangene. Im Raume von Tomaszow und an der Rawka- Bzura-Linie wird weiter gekämpft. Pom 11. biszum 20. Dezemberwurden von uns insgesamt 430 0 0 Russen gefangen genommen. Im Innern der Alonarchie befinden sich jetzt bereits 200 000 kriegsgefangene Feinde. v. Süfer, Fcldmarschalleutnant. Wien. 25. Dez. Amtlich wird verlautbart: Wien, 25. Dez. mittags: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze wurde gestern an einem großen Teile der Front weitcrt gckümpst. Unsere Kräfte im N a g y - A g - und L a t o r c z a- Gebiete wiesen mehrere Angriffe unter schweren Verlusten des Feindes ab. Nächst des Uzsoker Passes nahmen wir eine Grenzhöhc. In 6) a l i z i e n wurde der Gegner weiter gegen Lisko zurückgedrängt. Zwischen Wislok und B iala hingegen setzte er seine Angriffe den ganzen Tag und mit besonderer Intensität am Weihnachtsabend und in der Heiligen Nach! fort. Am Dunajec und an unserer unveränderten Front in R u f s i s ch - P o l r n fanden teils Artilleriekämpfe statt, teils herrschte Ruh.'. Auf dem Balkan k r i c gs sch aup l a tz c hat sich nichts ereignet. Im Norden wie iin Süden gedenke» unsere bravem Trupven dankbar der Heimat, die sa reiche Weihnachtsgabcr sandte Daß sich auch die Fürsorge dc-s Deutschen Reiches an diesem Werke mit großen Spenden beteiligst. wurde als neuer Beweis der innigen Zusammengehörigkeit der verbündeten Heere warm empfunden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabrs v. H ö f e r, Feld marsch al leutnaut. Wien, 26. Dezember. (WTB. Nichtamllich.) Amtlich vird vcrlautbart 26. Dezember mittags: Gcstcrn nahmen anjcrc Trupven nach viertägige» hcldtiimiitigc» Köiiiv'eii den Uzsokcr-Pnß. In Galizien führten die Russen ihre vor cinigc» Tagen begonnene Offensive mit itarfeu Kräften fort und gclniiglcn wieder in dcn Besitz de« Beckens von Krosno nnd Jaslo. Tic Lage am unteren Dnnajcc und im der Nida ift nnneräuDert. Südlich Tomaszow gewann uiiscr Angriff ostwärts Raum. Auf dem Balkan-Kriegsschauplatze herrscht seil zehn Tagen Ruhe. Nur an der Save uni) an VerDrina komnil es zuweilen zu unbedeutenden Plänkeleien. Die Festung Bilcea wies am 24. Dezember einen schwachen Angriff der Montenegriner ab. Der Skellvcrtreter des Chefs des Gcncralstabcs v. Hofer, Feldmarschalleulnant. * ck * Ter amtliche französische Bericht. Paris, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend 11 Uhr: Bor Nieuport machten wir einen leichten Fortschritt. Ein feindlicher Angriff gegen Notre dame de Lorettc nördlich Lens ift zuruckqewiesen worden. Heute morgen haben wir einen neuen Schützengraben in der Nähe von Puisaleine erobert und uns dort trotz mehrerer Gegenangriffe behauptet. In der vergangenen Nacht griff der Feind Töte de faux in den Vogesen heftig, aber ohne Erfolg an. Ein Weihnachtscrlaß des Kronprinzen. Berlin, 24. Dez. Der Berichterstatter der „Voss. Ztg." schreibt vom westlichen Kriegsschauplatz: Viel Freude hat folgender Erlaß des Kronprinzen an die Mannschaften hervorgcruscn: ,)Weihnachtcn in Frankreich in engster Fühlung mit dem Feinde. Solche Feier wird uns allen unvergeßlich bleiben. Dazu wünsche Ich sämtlichen Angehörigen meiner tapferen Arm« Gottes reichsten Segen, bis wir uns mit dem Soldaienglück pflichtbewußter Streiter einen Frieden erkämpft haben, auf den wir und unser geliebtes Vaterland stolz sein können. Wie mein Großvater, der Kronprinz Friedrich Wilhelm, Weihnachten 1870 seiner braven Armee, Euren Vätern nnd Grvßväter», so sende Ich jedem einzelnen meiner treuen Mitkämpfer als bescheidene Erinnerungsgabe an die gemeinsame Weihnachtsfeier in Deutschlands größter Zeit eine Tabaks- 0 f e i s e mit Meinem Bilde. Gez. Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen." Ein deutsches Flugschifs über Dover. London, 24. Dez. Ein deutsches Flugzeug kreuzte heute früh über Dover und wart eine Bombe ab, die in einen Garten stel und explodierte, aber keinen Schaden anrichtete. Das Wetter war unsichtig und das Flugzeug nur einige Sekunde» sichtbar. Es kehttc sofort über das Meer zurück. Bier englische Schiffe versenkt? Schanghai, 24. Dez. (Ctr. Bin.) Tie Bersicherungs- Aocntur von Pangtsekiang meldet, der deutsche Hilft, treuzer ..Prinz W i l h e l m" habe an der Südostküstc Süd- aw.erikas vrercngrlicheHandelsschiffevcrscnlt Ei» norwegischer Dampfer von dcn Engländern angehaltcn. (WTB.) Kopenhagen, 27. Doz. (Nichtamtlich.) Ter norwegische Dampfer „Nomsdal', von Neiv-Pork nach Däne- inark nnd Norwegen unterwegs, ist von englischen Krieg?, schiffen ausgebracht nnd nach Kerkwall geführt worden. Der Danipser ist mit Getreide und einer großen Menge Aluminiinn beladen, da? nach Norivegen bestimmt ist. Die norwegische Regierung soll die Garantie leisten, daß das Aluminium in Norwegen verbraucht wird. Reue Liebesgaben. Tie „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Tic bisherige iegeirs- reiche Tätigkeit der Sammelstcllen iür Liebesgaben in Deutschland vermochte trotz der hochherzigen Beihilfen a„S dem ganzen Reich iticf» alle im Felde stehenden Truppen ge. nügcnd mit Gaben zu versehen. Besonders unter den Reserve- und Landlvehrsormationen sowie unter oen Landsturmbataillonen befinden sich einige, die nur spärlich bedacht sind. Um hier Pen erwünschten Ausgleich zu schaifen. stellten die vrcußislin'n Slaats- minister gemeinsam mit dcn kaiserlichen Staatsiekrewren eine Weib nachts gäbe von 30000 Mark zur Verfügung. Staatssekretär Tr. Soli hat bereitwilligst die Beschaffung und Verteilung der Sachen übernommen. Mit Hilfe des Armeeoberkommandos sind die Truppenteile sestgestcltt, die in Frage kommen, sowie die Beträge, die den einzelnen Truppenteilen »u- jcuMiiot iwtocii i»ucn i:iu)Cs8dae,i, wi ocrca ^ietcauiti)$u auch die Zentralltellen der Arbeitcttnnen und die Cäcilienhils» beittligl sind, werden in nächster Zeit an die Front gebracht, so das sich unsere braven Truppen bald dieser Gaben erfreuen können. Schlechte Munition der Franzosen und Belgier. Aus dem Großen Hauptquartier erfahren mit: In der französischen Presse tritt neuerdings wiederholt die Bemerkung auf, daß. die von der deutsche» Artillerie verschossene Munition nur geringe Wirkung habe und sehr viele Blindgänger ausweise. Tie Tatsache ist bedingt richtig, nur handelt es sich nicht um deutsche, sondern um erbeutete französische und belgische Munition. Ihre Minderwertigkeit ist auch uns bekannt: da es sich aber um ganz außerordentlich große MunitionSbeständc handelt, die doch aus irgendeine Weise unbrauchbar gemacht werden mußten, schien cs immer noch am besten, sic ihren früheren Besitzern wieder zuzusenden. Tic schweizerische Mission in den Gefangenenlagern Deutschlands. Bern. 24. Dez. Der Bundcsrat hat mit der Mission in den G e s a n g e n e n l a q e r n Deutschland-; den Uniaer* sitätsvrosessvr Tr. Lugen Tevaud aus Freiburg beauftragt. Te- vaud wird nächstens nach Berlin abreisen. Ter türkische Londcravjutant des Deutschen Kaiser». Kopstantinopel, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) General Z e k l i Pascha, der zum Spezialadjutanten des D c u t s ch e ii K a i s c r s .ernannt worden ist, ist gestern nach Berlin abgereist. ' . * (Sin türkischer Sieg an der kaukasischen Front. Ko n st a n t i n o p e l, 24. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DaS Hauptquartier meldet: Auf der kaukasischen Front trugen unsere 'Truppen zwischen Olti und Id einen entscheidenden Sieg davon. Tie Schlacht dauert mit neuen Erfolgen für uns noch fort. Bis jetzt erbeuteten wir sechs Geschütze und über tausend Gefangene, darunter einen Obersten, und eine Menge Munition und Kriegsmaterial. — Ein englischer Kreuzer versuchte gestern in A k a b a einzudringen, wurde aber gezwungen, sich unter dem Feuer unserer Geschütze sofort wieder zurückzuziehen. Das Feuer bes Kreuzers richtete keinen Schaden an. Var japanische Volk gegen seine Negierung. London, 25. Dez. Die „Times" meldet aus Tokio vom 21. Dez.: Der Plan der Regierung, die Armee auSzu- bauen, bildet den einzigen Grund für die Meinungsverschiedenheit unter den politischen Parteien. Da es der Majorität nicht gelang, das Kabinett durch einen Angriff auf seine auswärtige Politik und den Borwurf, daß Japan sich England unter» ordne, znm Wanken zu bringen, wird sie Samstag, wenn die Armeevorlage zur Sprache kommt, gcgcndieRegie- rung in Opposition treten. Sollte die Regierung unterliegen, wird das Hans aufgelöst und die Neuwahlen würden im März, die Wiedereröffnung des Hauses im Mai stattsinden. Tokio, 26.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burnus: Das Parlament lehnte die Regierungsvorlage. die eine Vermehrung der Armee um zwei Divisionen verlangte, mit 213 gegen 148 Stimmen ab. Der Kaiser ordnete darauf die Auflösung des Parlaments an. Paris, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Im „Figaro" erörtert Honotaux die Frage, welches die Meinung Japans über eine japanische Intervention in Europa sei. Mehrere Zeitungen seien einer gewissen Mitwirkung günstig, aber die meisten seien einer etwaigen Teilnahme Japans an dem Kriege in Europa abgeneigt. Honotaux fügt hinzu, Graf Okuma sei augenblicklich nicht gewillt, eine Ntton an der Seite der Verbündeten zu unterstützen. Die Italiener in Balona. Vakona, 25. Dez. (Meldung der Agenzia Stefani.) Seit einigen Tagen hatte man Nachricht, daß sich hier Bewegungen mit nicht ganz klaren Zielen, aber mit der Tendenz auf Umsturz jeder Autorität vorbereiteten. Eine Berordnung der Ortsbehörde hatte das Waffentragen allgemein untersagt, um einer Agitation, welche die Vertreibung der Flüchtlinge und ihre Rücksendung nach Epirus I bezweckte, entgegenzntreten. ! Die Beschädigung von Baudenkmälern in Ostpreußen. Der Provinzialkonservator von Ostpreußen, Baurat Prof. Dr. Detylessen, hat seht im Zentralblatte der Bauverwaltimg über die Beschädigungen von Baudenkmälern in Ostpreußen während der iliussenzeit Bericht erstattet. Bei der Vernichtung von Baulichkeiten sind hiernach die Russen ganz planmäßig vorgegangen: sie scheinen gar nicht mit dauernder Besetzung gerechnet zu haben und wollten nur so viel wie möglich vernichten, um wenigstens möglichst großen Schaden anzurichten. Auffällig ist, daß die Kirchen und Denkniäler in der Regel von der Zerstörung verschont geblieben sind. Selbst auf dem Marktplatze sonst ganz verbrannter Städte stehen die kleinen Kriegerdenv- mäler völlig heil, und frei wie bisher heben die ^Gotteshäuser ihre hohen roten Dächer über das Trümmermeer empor. Tie Kirchen, die beschossen wurden, weil der Feind sie als Bcobachlnngsstand benutzte, so in Gerdauen, Glock- stern, Posjciscrn, sind wieder herstellbar. Der am meisten zu beklagende Tenkmalsvcrlu.st ist die Kirche in Allen- o arg. Sie wurde von den Russen verbrannt, und der Turm noch besonders gesprengt, um den Unseren den hohen Be- obackckungsstand zu nehmen. Das reiche, dem ausgehenden 17. Jahrhundert angehörcndc Inventar dieser Kirche ist dabei zugrunde gegangen. Gleich den Kirchen sind auch die festen Häuser des Ordens verschont geblieben. Tie Neidcnbnrg hat nur einige Sckmßverlctzungeii in den Wehr- gangdäckarn der Südseite. Haus Soldau blieb ebenfalls von der Zerstörung verschont. Verbrannt ist das nioderne Obergeschoß der alten Burg Tapiau: dies Obergeschoß war häßlich, eine Verunstaltung, des Städtebildes und das «Gegenteil eines Teiikmalswertes. Im Anschlüsse an diesen Bericht bespricht Professor Deihlefsen die Vorschläge, die zur Beseitigung der .Kriegsschäden geinacht worden sind, und er macht darauf auf- merlsam, daß die Beobachtung städtebaulicher Gesichtspunkte beim Wieocraufbau nur in beschränktem Maj»e möglich sein wird. Denn überall ist noch Mauerwerk, oietfach sogar sind die ganzen Umsassungcn stehen geblieben, so daß es nur eines neuen Daches bedarf, um das ge- schlossene HauS wiederzugewinnen: und die Not der Zeit Western du bsr Movßerwuluviecuug wu.ro« me Deponierung durch Schüsse in verschiedenen Teilen der Llaüt in Aufregung versetzt. Die italienische Kolonie flüchitetc in das italienische Konsulat, und der italienische Konsul bat den Admiral PatriS um Landung von Matrosen von dem Hafen-Linienschiff Sardegna. Die italienischen Matrosen gingen ohne Zwischenfall an Land. Der Befehlshaber der Gendarmerie der «tadt und andere Persönlichkeiten besuchten den italienischen Konsul und brachten ihm ihre Dankbarkeit für das, was Italien für Balona tue, zum Ausdruck. Sie versprachen die Mitarbeit der Bevölkerung. Tie Matrosen nahmen die Stadt friedlich in Besitz. Es herrscht vollständige Ruhe. Durazzo, 25. Dez. (Meldung der Agenzia Stefani.) E s s a d Pascha ist mit Rücksicht auf die schwierigen Ver- hälttiisse, die im Innern Albaniens, besonders in Tirana und Umgebung herrschen nach Kroja abgereist, wo er sich zu den dort versammelten Streitkräften begeben wird. Weitere Streitkräite werden mit dem Dampfer Citta die Bari ab- gehen. Tie Regelung der Finanzen i» Belgien. Brüssel, 24. Dez. (W. D. Nichtamtlich) Der Generrl- gouvcrneur hat der SociötöGönörale de Bel- g i q u e da? ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten -- zunächst für die Dauer eines Jahres — erteilt. Tie Noten erhalten Zwangstürs. In der Urkunde heißt eS: Zum Regierungskommissar bei dem Notendepartc- ment der Sociötö Gönörale de Belgique ist Felir Somary ernannt worden. Die belgische Nationalbank darf ab heute weder neue Noten auSgeben noch Noten wieder in Verkehr bringen, die an sie zurückgefkossen sind oder künftig zurück- sließen werden. Ter Gencralkommissar für die Banken in Belgien ist ermächtigt, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um eine Ausnahme von diesem Verbot in besonderen Fallen zuzulafsen. Zu der Verordnung, betr. den Verlust des Notenprivileg? der National bank und der Verleihung desselben an die Sociöts Gönörale de Belgique erließ der Generälgouverneur folgende Bekanntmachung: ^ Tic Belgische Nationalbank brachte auf Beschluß des.belgischen Staatsministcriums vom 26. August 1914 den gesamten Mctall- oestand, eine große Menge zur Ausgabe fertiger Noten, ihre Noten- llischees und Notenstemvel, ferner die bei ihr deponierten Werte des Staate?, die von Privaten als Kaution hinterlegten Werte, sowie Wcrtvavierc der Ehaisse Gensrale d'espargnc et de rttrait^ nach London. Eine mit Zustimmung der deutschen Regierung nach London entsandte Kommission, bestehend ans Mitgliedern des BerwallungSrateS der Nationalbank, dis einen Teil dieser Werte nach Brüssel zurückbringen sollte, erhielt von der Bank von England, wo die Werte dcvoniert sind, den Bescheid, daß sic sich mit dem belgischen Finanzministcr in Le Havre ins Einvernehmen setzen 'olle. Ter belgische Finanzministcr aber erklärte, daß er sich die Verfügung übe.r die in England befindlichen Metallvorräte sowie der Noten und Klischee? der Nationalbank vorbehaüe. Tic Nationalbank schoß ferner im Widerspruch mit ihren Statuten, die die Gewährung von Blankovorschüssen untersagen, der belgischen Regierung grotze Summen zur Deckung vor. Der belgische Finanzminister nahm diese Vorschüsse mit der wörtlichen Begründung in Anspruch, daß sie „den Charakter einer Requisition.trügen, der die Bank zu gehorchen habe, obgleich sie ein Privat-Jnstitut sei". (Brief des Finanzministers an die Nationalbank vom 20. August 1914.) Das Verhalten der Nationalbank und de? Finanzministcr? ist wider Recht und Gesetz. Es oerletzt die von der belgischen Regierung der Nationalbank gegebene Verfassung aufs schwerste und stellt das Land vor eine große Gefahr, denn der belgische Finanzministcr könnte den Metallvorrat der Bank, diese Reserve der Volkswirtschaft, direkt oder indirekt zu Kriegszwecken verwenden. Dadurch würde die Grundlage des Notenumlaufs von rund 1600 Millionen Franken erschüttert. Alles dieses bedroht die Lebensinteressen der belgischen Bevölkerung aufs schwerste. Die deutsche Regierung steht vor der Möglichkeit, daß die belgische Regierung Noten eines im okkupierten Gebiete Belgiens bcsindlickien Instituts zur Unterstützung feindlicher Handlungen gegen die deutsche Regierung ausgibt. Aus all diesen Gründen sehe ich mich gezwungen, der belgischen Nationalbank das Recht zur Notenausgabe zu entziehen und den Gouverneur sowie denStaatskommissar desiJnstituts abzüberufen. Tie rechtmäßig misgcgebencuNoten der Nationalbank behaltcn/Zwangskurs. Um das. Wirtschaftsleben des Landes vor einer Katastrophe zu bewahren, erteilte ich dem ältesten belgischen Bankinstitut, der Sociötö Gönörale de Bclgigue das Notenprivileg. Die Noten dieses Instituts erhalten Zwangskurs. Das Notendevarte- ment der Sociöts Gönsrale de Belgigue wird die Möglichkeit haben, in voller Freiheit, auf solidester Grundlage die Bedürfnisse von Handel, Industrie und Landwittschaft zu befriedigen. Sie wird den Abbau des Moratoriums herbeiführen Helsen. Tie Zivil- Verwaltung wird mit der Sociötö Gönsrale de Belgique insbffon- bf-il iuuv »ic iuuenuftitii, uuni-i au-ui. cuane-»-: köuu.ui, um teil Beiizern von Einlagen bei der Caisse Gönörale de retraiie und dieleui Institut selbst wieder zu ihrem Eigentum zu verhelfen, da? gegenwärtig widerrechtlich in der Bank von England sestgehalten wird. Schönfärberei und Gllusiou der französischen Kammer. Pari?, 24. Sez. . WTB. Nichtamtl.) Tic Kammer trai in die Tebotte über die vrovisottschen Budgetzwölstel ein. Der Vorsitzende de? DudgetausschuffcS Elementes verla? eine kurze Erklärung und sagrc: „Tie genaue Prüfung der Finanzen und de? Kriegsmaterial? hat in dem Ausschuß den besten Eindruck erweckt. Ich kann der Kammer versichern, daß ein ungehcnre? Wunder durch französische Energie unter dem feindlichen Feuer vollbracht wurde. Diese? ist zugleich mir dein Heroismus der Soldaten ein Pfand für den desto näheren Sieg. Je mehr unsere Verbündeten gleich uns sicher sind, die wirksame Blockade Deutschlands und Oesterreich-Ungarns durchzusührcn, und dadurch die unvermeidliche Niederlage dieser beiden Staaten herbei- zuführcn. Ter Ausschuß hat einstimmig die geforderten Kredite angenommen. Wir sind sicher, daß die Kammer die gleiche Einmütigkeit beweisen wird, die von unsereir Gegnern so sehr gefürchtet und von unseren Verbündeten als neuer Beweis erwartet wird, daß wir keine Anstrengungen scheuen, um bis zum Ende durchzuhaltcn!" Ter Generalberichtcrstattcr Marin bat daraus die Kammer, den Gesetzesantrag unverändert anznnehnien. Der Antrag wurde einstimmig mit 561 Stimmen angenommen.. Der Senat nahm Len Gesetzescmtrag über die provisorischen Budgetzwölstel an, sowie ferner die vorgelegtrn Gesetzes» anträge. Hierauf wurde die Session geschlossen. Der Reichskanzler gegen den französischen Ministerpräsidenten. Berlin, 24. Dez. (WTB.) Wie wir erfahren, hat der Reichskanzler an die kaiserlichen Botschafter und Gesandten nachstehendes Rundschreiben gerichtet: Großes Hauvtquac- ticr, den 24. Dezember 1914. In der Rede, die Minister- vräsident Diviani in der französischen Kammer gehalten hat, befind» sich der Passus, daß Frankreich und Rußland am 31. Juli dem englischen Vorschlag beigcstimmt hätten, die militärischen Borbercüungen einzustellen und in Verhandlungen in London einzutreten. Hätte Deutschland zugestimmt, so hätte der Friede noch in dieser letzten Stunde erhalten werden können. Ta ich diese im französischen Parlament ausgesprochene falsche Behauptung gegenwärtig von der Tttbüne des Deutschen Reichstage? nicht widerlegen kann, so sehe ich mich veranlaßt. Eurer P. P. die nachstehenden Darlegungen zuzustellen, mit dem Ersuchen, davon den weitestgehenden Gebrauch zu machen. Ter btttischc Konfercuzvorschlag, der im englischen Blaubuch unter Nr. 36 abgedruckt ist, stammt vom 26. Juli. Sein Inhalt war, daß Bettretcr von Deutschland, Frankreich und Italien mir Sir Edward Grcy in Loichou zusainmentrelen sollten, um dort einen Ausweg aus den Schwierigkeiten, die in der serbischen Frage entstanden waren, zu suchen. Äon Anfang an hat Deutschland den Standpunkt vertreten, daß der Konflikt zwischen Serbien und Ocst-rreich-Ungarn eine Angelegenheit sei, die nur die nächst- beteiligicn beiden Staaten berühre. Diesen Standvunkt hat auch Sir Edward Grey später selbst anerkannt. Deutschland mußte den englischen Konserenzvorschlag ablehnen, weil es _ nicht zulasten konnte, daß Oesterreich-Ungarn in einer Frage seiner nationalen Lebensinteressen, die nur Oesterreich-Ungarn selbst an- gingcn, einem Tribunal der Großmächte unterstellt würde. Aus dem deutschen Weißbuch geht hervor, daß auch Oesterreich-Ungarn den Konferenzvorschlag als unannehmbar bezcichnete. Durch seine KriegScrk.ärung an Serbien dokumentierte cs feinen festen Wüten, die serbische Frage ohne das Dazwischentreten der Möchte allein zu regeln. Zugleich ettlürte es aber, um alle gerechten Ansprüche Rußland? zu besttedigcn, sein vollkommenes terri- tottales Desinteressement Serbien gegenüber. Ta Rußlands sich nicht mit dieser Versicherung begnügte, war aus der ^serbischen Frage eine europäische geworden, die zunächst in einer Spannung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland ihren Ausdruck fand. Um zu verhindern, daß aus dieser Svannung eine europäische Kon- flagration sich entwickelte, mußte ein neuer Boden gesucht werden, ans dem eine Bermittlunasaktion der Mächte sich aribahnen konnte. Es war Deutschland, dem das Verdienst gebühtt, diesen Boden zuerst betreten zu haben. Staatssekretär v. Jagow wies in seinem Gespräch mit dem britischen Botschafter am 27. Juli daraus hin, daß er in dem Wunsche Rußlands, mit Oesterreich-Ungarn direkt zu verhandeln, eine Entspannung der Lage und die beste Aussicht aus eine friedliche Lösung erblickte. Diesen Wunsch, durch den die englische Konfercnzidee auch nach russischer Meinung vorläufig ausgeschaltet war, hat Deutschland von deni Tage, wo er geäußert wurde, mit aller Energie, die. ihm zu Gebote stand, in Wien unterstützt. Kein Staat kann ehrlicher und energischer danach gestrebt haben, den Frieden der Welt zu erhalten, als Deutschland. England selbst verzichtete nunmehr daraus, seine Konserenzidee weiter zu versolgen und unterstützte auch seinerseits den Gedanken der direkten Verhandlungen zwische« Wien und Petersburg (Blaubuch 67). Diesen begegneten jedoch Schwiettgkeiten. und zwar Schwiettgkeiten, die nicht von Deutschland und Oeste» reich-Ungarn, sondern von den Ententemächten herbcigeführt wurden. Sollten Deutschlands Bemühungen gelingen, so bedurfte es des guten Willeirs der nicht unmittelbar engagiettcn Mächte, cs zwingt zweifellos dazu, akle ixgend noch verwendbaren Wände wieder zu benutzen. Dadurch wird Arbeit und Geld gespart und das wirtschaftliche Leben schneller wieder in Bewegung gesetzt. klebrigen» sind die Stadtgründungen der Ordenszcit so zweckentsprecheitd erfoltzt, daß man höchstens die hineingetretenen Fehler späterer Zeiten zu verbessern braucht. Besonders nachdrücklich weist Prof. Deth- lefsen auf den sehr empfindlichen Mangel Ostpreußens an Architekten hin. Ueberall jst es das kleine Unternehmertum, das mit dem Hauptbauherrn, dem Kleinbürger, zusammen, das ganze Bauwesen beherrscht, und es wäre daher nur mit Freuden zu begrüßen, wenn das Unglück, das die Provinz gettoffen hat, dazu führen sollte, daß einige wirkliche Architekten mehr sich in Ostpreußen ntederlassen und dauernd halten könnten. Dunkle Weihnachten in London. Tic Engländer haben Weihnachten immer besonders gern als Lichtfest gefeiett, und hell mußte es au diesem Tage in London sein, reckst hell, wenn die wahre Christsreude herrschen sollte. Ties Jahr aber ist'» nichts mit Lichterglanz und 5)cllig- leü im nebelfeuchten, früh umduiikelteu Londoner Winter. Mit bewegten Worten klagen die Engländer in den Zeitungen, daß die strengen Verordnungen, die aus Angst vor den deulsch-n Zcvvelinen jede Entsaltung von Licht verbitten, die ganze Weih- nachtsseicr zuniehte machen. Tie Behörden haben geradeaus er- klärt, daß an nne Aushebung oder auch, nur Milderung des Bcleuchtungsverbots nickst zu denken sei: das ttnzrge, was man zugcstrhttl könne, wäre, daß die unbedingt iwtwendigcn Vtt- schärsungnr erst nach dem l. Januar eiirtreten. Maar wttrdtt sick> an die Vaterlandsliebe dtt Engländer, die eben diesmal auf Uwe altgewohnten Weihnachtsbräuche verzichten müßten, und betont, daß die Verordmmgen über die Belenckstung keine will- küttiche Maßregel der Polizei seien, sondern eine sorgfältig überdachte Durchführung eines besttnnnten Planes, der vom Kricgs- ministerium und dem Ministerium des Jnnttn gemeinsam ausgearbeittt sei. Nur im Interesse des Publikums halte man an dieser Verdunkelung Londons fest, und jedes Nachgeben und Bttücksichtigen der so dringlich vorgebrachten Weihnachtswünsche würde eine schwere Gefahr für das Land bedeuten. Das Lichtocrbot in London hat in den letzten vür Monaten verschiedene interessante Wandlungen erfahren. Im Septembtt ttat es zunächst recht milde aus, in dem man dem Publikmn mir „nahelegtc", die Beleuchtung aus «gründen der allgemeinen Sicherheit so viel wie möglich ein- zuschränken. Tie umfangreichen Beobachtungen über die Wirkungen dieses „Rates" ergaben aber nur einen ungenügendttl Schutz gegttl die deutschen Zeppeline, und so erfolgte denn eine mit schweren Straftti drohende Verordnung im Oktober, die allen Hausbtt'itzenl und Ladcninhabern bn Einbruch der Dunkel- bttt befahl, alle Beleuchtung der Außenseite der Häuser und solche innere Beleuehtnng, die nach außen hm sichtbar sei, aus ein Mininiwn lstrabznsexen. Im November gab es dann eine Erleicksterund, indem die Beleuchtung dtt Haussassadcn bis um 6 Uhr in ttnem beschränkten Umsang gestatttt wurde. Im Dezember abtt ist man wied« zu dem Gesetz znrückgekehrt, welches die größte Beschränkung alles künstlichen Lichtes „bei Eintritt der Dunkelheit" zur Pflicht macht, und die Dunkelheit tritt in .London ja manchmat schon am frühen Morgen ein. Außerdem müssen allie Gefährte rote Latttnen haben, damit sie in den dunkeln Sttaßen sichtbar sind mid der beängstigend großen Zahl von Unglückssällen gesteuert wird. Alle Hotels und großm Restaurants in London liegen also während der Weihnachtszeit so ziemlich, im Dunkeln, wie es während dtt Weihnackstseinkäuse die Geschäfte taten. Bälle und größtte Festlichkeiten werden nicht gestatier, und so wird vietleickst Weihnachten fertig bringtti, was bisher auch die Granaten der deutschen Kriegsschiffe nicht so recht vermochten, den Engländern endlich klar zu machen, daß sie ttn Kriege sind. — Bernhard Stavenhagen +. In Geni starb am Freitag Bernhard Stavenhagen, Professor am dortigen Kon- sttvatorium und Leiter der Abonnemcntskonzerte. Stavenhagen ist 52 Jahre alt geworden. Er stammte aus Greiz. Seine musikalische Ausbildung erwarb er an der Kgl. Hochschule in Berlin als Schüler von Rudorfs und Kiel und ging dann als Schüler Liszt? nach Weimar. Hier wie in Pest und Rom, wohin er den Meister begleitete, empfing er Liszts reiche Fördttung. Von 1880 bis 1890 lebte der Künstler in Weimar. Bon dort aus unternahm tt zahl- r.-iche Konzertreisen, die ihn bis nach Amerika führten und iynt reiche Ehren brachten. Seit 1896 war tt auch als Dirigent tätig, zuerst in Weimar, dann in München, wo er seit 1898 als Hoskapellmcistcr wirkte und auch an der Leitung der Akademie- Konzerte beteiligt war. 2luch als Komponist trat er bttvor und schrieb Chorwerke, Lieder, Klavierkonzettc u. a. Arbeiten. Die Deutsche Kolonie in Gens verliert in dem dahiugcschiedencn Künstltt eines ihrer besten Mitglieder. Siavenhagcn war ein cchtdttitschcr Mann, der deutschen «achc mit Leib und Seele ergttwn. »«durfte über auch des -Still hatte«» der Hauptbtteiligten, denn wenn eine der beiden Mächte, »wischen denen »ermittelt wer- den sollte, die im Gange befindliche Aktion durch militärische Maßnahmen störte, so war von vornherein klar, daß dies« Aktion nie zum Ziele gelangen konnte. Wie stund es nun mit dem guten Willen der Mächte? Wie Frankreich sich verhielt, ergibt sich mit aller Deutlichkeit aus dem französischen Gelbbuch. 6$ traute den deutschen Versicherungen nicht. Alle Schritte der deutschen Botschafters Freiherrn v. Schoen wurden mit Mißtrauen ausgenommen. Sein Wunsch auf mäßigend« Einwirkung Frankreichs in Petersburg wurde nicht beachtet, denn man glaubte annehmen zu sollen, daß die Schritte Herrn ». Schoens nur dazu bestimmt waren, ä compromettre la France au regard de la Russie. AuS dem französischen Gelbbuch ergibt sich, daß Frankreich keinen einzigen positiven Schritt im Interesse des Friedens getan hat. Was für eine Haltung hat England angenommen? In den diplomatischen Gesprächen gibt cS sich den Anschein, bis zur letzten Stunde zu vermitteln, aber seine äußeren Handlungen hatten eS auf eine Demütigung der beiden Dreibundmächte abgesehen. England war die erste Großmacht, die militärische Maßnahmen in großem Stil anordnete und dadurch eine Stimmung, insbesondere bei Rußland und Frankreich, schuf, die allen BcrmittlungSaktionen im höchsten Grade abträglich waren. Es ergibt sich auS dem Berichte des französischen Geschäftsträgers in London vom 27. Juli (Gclbbuch Nr. 66), daß schon am 24. Juli der Befehlshaber der englischen Flotte diskret seine Maßnahmen für die Zusammenziehung der Flotte bei Portland getroffen hatte. Großbritannien hat also früher mobilisiert als selbst Serbien. Großbritannien hat sich ferner ebenso wie Frankreich geweigert, in Petersburg mäßigend und zügelnd einzuwirken. Auf die Meldungen des englischen Botschafters in Petersburg, aus denen klar hervorging, daß nur eine Mahnung an Rußland, mit der Mobilisation einzuhaltcn, die Situatton retten konnte, hat Sir Edward Gren nichts getan, sondern die Dinge gehen lassen, wie sie gingen. Zu gleicher Zeit hat er aber geglaubt, daß es nützlich sein würde, Deutschland und Oesterreich-Ungarn, wenn auch in nicht ganz klarer Weise, doch deutlich genug darauf hinzuweiscn, daß sich auch England an einem europäischen Kriege beteiligen könnte. Zu derselben Zeit also, wo England sich nach dem Fallenlassen seiner Konferenzidee den Anschein gab, zu wünschen, daß sich Oesterreich-Ungarn auf Deutschlands Vermittlung hin nachgiebig zeigen sollte, weist Sir Edward Greg den österreichisch-ungarischen Botschafter in London aut die englische Flottcnmvbilisation hin (Blaubuch Nr. 48), gibt dem deutschen Botschafter zu verstehen, daß sich auch England an einem Kriege beteiligen könnte und unterrichtete die Botschafter des Zweibundes sofort von dieser an die d'ätsche Adresse gerichteten Warnung, womit der Sieg der KriegSvartci rn Petersburg besiegelt war. Es war das gerade diejenige Haltung, die nach der sachverständigen Ansicht des englischen Botschafters Buchanan am ungeeignetsten war. eine gute Stimmung zwischen d«nt Mächten hervorzurusen. Unter diesen Schwierigkeiten wird man es als einen besond-ren Erfolg betrachten dürfen, daß es Deutschland gelang, Oesterreich-Ungarn dem Wunsche Rußland?, in Sondervcrhanelimgcn ein-utrctm, geneigt zu machen. Hätte Rußland, ohne seinerseits militärische Maßnahmen zu treffen, die Verhandlungen mit Ocsterreilb-Ungarn, das nur gegen Serbien mobilisiert hatte, im Gange gehalten, so hatte dar volle Aussicht aus E.ha tung des Weltsriedens bestanden. Satt dessen mobitisicrte Rußland gegen Ocsterrctch-Ungarn, wobei Saisonow sich völlig darüber ttar war,Btaub. 78>, daß damit alle Verständigungen mtt Oesterreich-Ungarn hinftclcn. Das mühsame Resultat der deutschen DermittlungSverbandlungen war damir mit einem Schlag erledigt. Was geschah nun settcnS der Ententemächte, um den Frieden in dieser letzten Stunde zu erhalten? Sir Edward Grcy nahm seinen K o n s c r e n z v o r s ch l a g wieder aut. Auch nach Ansicht des Herrn Sassonvw war legt der geeignete Moment gekommen, um unter dem Druck der russisch m Mobilisation gegen Oesterreich-Ungarn den alten englischen Gedanken der Konversation ;u Vieren wieder zu emvseüen (Deutsches Weißbuch Seite 7). Graf Pourtalcs ließ den Minister nickt im Ztveisel darüber, daß nach seiner Auffassung die Ententemächte hiermit dasselbe von Oesterreich-Ungarn verlangten, was sic Serbien niä r hatten zumuteir wollen, nämlich unter militärischem Truck nachtzugeben. Unter solchen Umständen konnte Deutschland und I Oesterreich-Ungarn der Konferenzgedanke unmöglich svmvathisch i sein. Trotzdem erklärte Deutschland in London, daß es im Prinzip den Vorschlag einer Intervention der vier Mächte annähmc. Ihm widerstrebe lediglich die Form einer Konferenz. Gleichzcittg drang der d.n sche Bot chistcr in Petersburg in Sassonow, auch seinerseits Konzessionen zu machen, um ein Kompromiß zu ermöglichen. Daß diese Bemühungen fruchtlos blieben, ist bekannt. Rußland ielbst schien an der' weiteren Vermittlungstätigkeit Deutschlands in Wien, die bis zur letzten Stunde wcitergcführt wurden, nichts nicftr zu liegen. Es ordnete in ter Nacht vom 30. zum 31. Juli die Mobilisation seiner gesamten S t r c i t k r ä f t e an, was die Mobilisation Deutschlands und besten spätere Kriegserklärung zur Folge haben mußte. Angesichts dieses Ganges bcr Ereignisse ist es nicht verständlich, wie ein verantwortlicher Staatsmann den Mut finden kann, zu behaupten, daß Deutschland, das sich der russischen Mobilisation, den militärischen Vorbereitungen Frankreichs und der Mobilisierung der englischen Flotte gegen über fand, noch am 31. Juli durch die Annahme einer uittcrf dcu erhobenen Waffen der Ententemächte abzuhaltenden Konferenz den Frieden hatte retten können. Es^ war nicht das bis zur letzten Stunde in Wien vermittelnde Deutschland, das bic Idee der Vermittlung der vier Mackste nmnöglrch gemackit bat. es waren die militärischen Maßnahmen W Ententemächte, die ,rnc- denswortc im Munde führten, mährend sic zum .Kriege ent,»Ionen naten. v. Bethmann Äollwcg. Eine Rede des Papstes. Rom. 24. Dez. Ter Papst empfing l>eiite vormittag im Dhronsaale das Heilige Kollegium, um dessen Weih- nacht »wünsche cntgegenzunehmcn. Der Papst antwortete in einer längeren Rede, dankte für die Wiiniche und gedachte,in lobenden WorteiOseines großen Vorgängers Pius X. Tann stihr er fort, unter den Wünschen des Heiligen Kollegiums enckeme chm keiner devi Weihnachtssest mehr zu entsprechen, als der Wumch. der all- Herzen bewege, der Wunsch nach Frieden. Dielen Wunsch habe er mit besonderem Eifer ausgenoinmen, dazu getrieben durch die schmerzlichen Ereignisse, die seit fünf Monaten au, der ganzen Welt Trauer verursachten. Unglückttcherwepe habe die Vorsehung seinem Pontifikat keine frohen Ausvizren gegeben, denn wahrend man den neuen Papst mit Freudenruten hatte begrutzen wollen, sei er mit Massen- und Schlachtenlärni begrub! worden. Aber er habe von Beginn seines PvMisikals di- Größe seiner Frredeiwiw,- lion als Nachfolger Christi nicht überleben können. Er habe offent- lich und privatim keinen Weg unvenucht gelanen, damit fern Kat, sein Wille und seine Sorge für den Fneden gut ausgenommen würden. In diesem Sinne habe er einen Wanemtillstand zu Weihnachten vorzuschlagen gedacht, in der Loilnung, daß man, wenn au» nicht das schwarze Gesvenst des Krieges verscheuchen, so dock wenigstens denen Linderung bringen könnte, denen der Krieg Wunden geschlagen habe. Leider sei diese christliche, Anregung nickst^von Erfolg gekrönt gewesen, ober das habe ihn nicht cntnrnngt, wildern, er beabsichtige, seine Anstrengungen, da-s Ende des Krieges zu beschleunigen oder wenigstens dessen traurige Folgen i“ lern, sortzusetzen. Er sei, nickst ohne Hoffnung aut einen glücklichen AuSgang, für den Austausch von Kriegsgefangenen eingctrcten, die für einen späteren Kriegsdienst unbrauchbar und. Ferner habe er genmnscht. daß Priester, die der Sprache der Gefangenen kundig sind, sich diesen nähern, um s«e zu trösten und wohlwollende Vermittler zwischen ihnen und ihren Familien zu bilden, die vielleicht aus Mangel an Nachrichten in Sorge seien. Ute Papst drückte zum Schluß den Wunsch aus, datz^der Krieg 'wld ende und die Regierenden wie die Völker ans die Stimme des Engels hören möchten, der das Geschenk des Friedens ankündige Ec hosse fest daß Gott diesen Wunsch gut ausnchmen werde und fordere aus. zu beten, daß dies geschehe.. Der Papst schloß mit den besten Wünschen für das Heilige Kollegium und erteilte darauf den apostolischen Segen. • « * Aus Südafrika. London, 24. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) „Daily Tele- gr«ph" berichtet aus Johannesburg: Die Verluste der Anhänger der Regierung seil Beginn des Aufstandes betragen 124 Tote, 267 Verwundete und 332 an^dic Deutschen verlorene Gefangene. Tie Buren hatten 170 Tote und 300 Verwundete. Der österreichische Angriff gegen französische «riegsschiffe. Paris, 25. Dez. Amtlich. Ein österreichisch-u»- garisches Unterseeboot schleuderte zwei Torpedos gegen ein französisches Panzerschiff im Kanal von Otranto. Eines traf den Panzer im Vorderteil und explodierte. Es verursachte nur geringen Materialschaden. Niemand wurde verletzt. Marineminister Augagnenr erklärte in einem Interview über die Beschießung eines französischen Panzers u. a.: Dies bedeutet einen einfachen Kriegszwischensall. Der Panzer konnte die Fahrt ohne Hilfe fortsetzen und wird sehr bald den Dienst wieder ausnehmen. Ich habe keine Bestätigung, der österreichischen Nachricht über die Versenkung eines ftanzölischen Unterseebootes vor Pola. Immerhin ist das Ereignis nicht unmöglich und beweist namentlich die eifrige Tätigkeit der französischen Flotte. Jedenfalls ist es unrichttg, daß diese zwei Unglücks- sälle, welche weder geographische noch taktische Beziehungen besitzen, mit einer großen Seeschlacht in der Adria zusammcnhängcn. Wieder ein italienischer Dampfer durchsucht. Athen, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence d'Athsnes": Ein französischer Kreuzer durchsuchte bei Dedeagatsch den italienischen Dampfer „T o r i n o" und verhaftete neun auf der Fahrt nach Konstantinopel befindliche Türken. Eine italienische Prinzessin geboren. Rom, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Königin ist glücklich von einer Prinzessin entbunden worden. Das Befinden der Königin und der Prinzessin ist vorzüglich. Vom Prinzen von Battenberg. London, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der König bewilligte dem Prinzen von Battenberg für hervorragende Verdienste um die Marine einen besonderen Halbsold von 2000 Pfund jährlich. Vom Zaren. Moskau, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zar hat sich gestern abend zur Front begeben. Kmgsöriefe aus dem westen. Weihnachtsfeier an der Front. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Mülhausen i. Elf., 23. Dez. An der südwestlichsten Kampsessront in den Vogesen erlebte sch heute die eindrucksvollste Weihnachtsfeier meines Lebens inmitten unserer kämpfenden Krieger. Durch Gaben von Hanse, durch Liebessendunaen von allen Seiten,' durch die Fürsorge der Offiziere und die großartige Freigebigkeit oberclsassischer Schulmädchen war der mit einer hohen, in Lichtern erstrahlenden Wasgau-Tanne geschmückte Schul- sestsaal fast überreich mit Gaben bestellt. Die alten deutschen Kindcrweihnachtslieder brachten die rechte frohe Stimmung, und bei der Erinnerung an die fernen Lieben floß manche Träne in die grauen Bärte der Landstürmer. In einer schönen schlichten Rede betonte ein Kriegsfreiwilliger, daß heute das ganze deutsch« Volk eine in Liebe vereinte Weihnachtsfaniilie sei. Wir feiern nach Gottes Willen Kriegsweihnachten, aber in der Hoffnung, unfern Kindern ewigen Weihnachtsfricden zu erkämpfen. Mitten aus der Festfeier heraus wurde ein Teil der Mannschaften durch plötzlichen Befehl an die Front gerufen und nahm, von dem Weihnachtsgesang der Zurückbleibenden begleitet, tief ergriffen und siegesfroh von den Kameraden Abschied. W. S ch e u e r in a n n, Kriegsberichterstatter. Aur dem Reiche. Eine Ehrung des Eisenbahnministers Breiteubach. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Dan- tenbach. Rektor und Senat dcr Technischen Hochschule Danzig beschlossen auf Antrag der 'Abteilung für Bau- und Jnge- nieurwesen einstiimnig, Sr. Exzellenz dem Minister der öffentlichen Arbeiten, Tr. B r e i t e n b a ch, die Würde eines D r. - I n g. der Hochschule seiner Vaterstadt ehrenhalber zu verleihen in dankbarer Anerkennung der gewaltigen Leistungen der ferner tatkrästtgcn Führung anverttuuten Eisenbahnen, weiche den raschen Aufmarsch der deutschen Heere und die schnelle Verschiebung großer Truvpenmassen zur Verteidigung unserer Grenzen in Ost und West ermöglicht haben. Verfehlte Spekulationen. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrist: „Vergebliche Spekulation aut Llufhebung von. Zöllen, namentlich auf Aushebung des Kartofselmehlzolles". Obwohl im Morgenblatt der „Nordd. Mlg. Ztg." vom 5. Dezember bereits darauf hingewiesen ivurdc, daß alle Anträge ans Ergänzung des Verzeichnisses der zoll-- sreieu Waren bis auf weiteres abgelchnt werden mußten, und solche Anträge sowie Anträge aus Zollerlaß im Einzelfalle.völlig aussichtslos sind, entstehen immer wieder Gerüchte, daß für einzelne Waren Zollaushebung in Aussicht stehen solle. Solche Gerüchte geben dann Aiüaß zu Spekulationskäusen ini Ausland und ftthren zu schweren Enttäuschungen der betroffenen Händler, die bei der Einfuhr der Waren zur Zollzahlung angehalten weiden und sich vergeblich um Zollerlaß bemühen. Lw beantragten setzt mehrfach die Händler die Aushebung des Zolles aus K a r t o s s c l m e h l und machten in der Hoffnung aus Aushebung des Zolles spekulative .Einkäufe im Ausland. Die Hoffnung auf Aufhebung des Zolles auf Kartoffelmehl ist unbegründet. Es besteht nicht die Wsicht, die sehlgcschlagrnen Spemlatroncn durch Gewährung eines Zollerlasses zu unterstützen. Eine Stiftung der Stadt Karlsruhe. In dankbarer Anerkennung der bisherigen Leistungen unserer Flotte beschloß der Stadtrat von Karlsruhe, die Summe von 5000 Mark der zuständigen Stelle als Liebesgabe für die Marinemannschaften zur Verfügung zu stellen. Davon soll ein noch zu bestimmender Teil der tavseren Besatzung des Patenschisses der Stadt, des Kleinen Kreuzers „Karlsruhe", bezw. deren Angehörigen zugewendet werden. _ Letzte Nachrichten. lDTB.l Berlin, 27. Dez. lieber einen furchtbaren Schrecken, den zivei Flieger gestern mittag über Southend an der Themse-Mündung verbreiteten, wird dem Berliner Lokal-Anzeiger folgendes berichtet: Die Bewohner glaubten sehr heftiges Grmehrfcucr zu ver-nchmen und redeten sich ein. ein deutsches Geschwader sei an der Themse-Mündung erschienen und beschösse die Stadt. Tausende stürzten an den Strand, wo sich ergab, daß deutsche Flieger Bomben geworfen hatten. Englische Flugzeuge aus Sheernest versuchten den beiden deutschen Fliegern den Rückzug abzuschnciden. Diese entkamen jedoch im Nebel. Au» Stadt und Land» Gießen, 27. Dezember 1814. Weihnachtsfeiern. In der Herberge zur Heimat. Lange nicht so zahlreich wie in Fricdensjahren waren die Gäste diesmal am Nachmittag vor dem Christfest unter das schützende Dach der gastlichen .Herberge zur Heimat ein- gekchrt. Statt über hundert, waren es nur etwa 35 Gäste, sämtlich ältere Männer. In dcni oberen Saal brannte der geschmückte Weihnachtsbaum. Die Kinder der Familie Loh langen mit Harmoniumbegleitung die Weihnachtslieder und sagten recht nett ihre für das Fest passenden Gedichte her. Ter langjährige oberste Leiter der Herberge, Kirchenrat Pfarrer O. S ch l o s s e r, hatte cs sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Feier nlitznwirken, er verlas das Evangelium der frohen Bolschasst und knüpfte daran eine Ansprache, die den Versammelten zu Herzen ging. Ein reichliches Abendessen an wcltzgedccktcn^schcn versetzte die Gäste der Herberge in eine behagliche Stimmung, und fröhlich suchten die Leute ihr Nachtlager auf. Am ersten Feiertag vormittag begann die Einkleidung der Männer, wozu freundliche Spender den Herbergsvater in diesem Jahre wieder in die Lage versetzt hatte». Alles, ivas schadhaft und schäbig an der Garderobe der Männer der Landstraße war, wurde ausgewechselt. Jeder erhielt ein Paar Strümpfe, und die Beschenkten konnten gegen Mittag ihren Wanderstab weitersetzen. In den Kasernen. Unsere Garnison, die in den Kasernen aus lauter Rekruten besteht, ivar durch die Weihnachtsnrlauber stark gelichtet. Die Reste der Kompagnien aber rückten am heiligen Abend um den brennenden Weihnachtsbaum gemütlich zusammen. O du fröhliche, o du selige, so ertönte es in den Mannschaftssttiben, worauf der Herr Feldwebel oder ein sonstiger Vorgesetzter eine markige Ansprache an die Baler- landsvertcidigcr richtete. Noch ein Lied und es ging an die Verteilung der Gaben, welche die Kompagnie ihren Kindern gespendet hatte. Ms dann später die Zigarren oder auch das Pfeifchen dampften, kehrte bei der Mannschaft eine recht gemütliche Stimmung ein. Auch in den Kasernen- wachtstuben waren, alter Sitte gemäß, geschmückte Wcih- nachtsbäume vorhanden. Landstürmer-Weihtiachtsabend. Auf der Liebtgshöhe und im Gefangenen- Lager hatte man auch den Landsturmleuten, die jeden Dag in einer Stärke von etwa 250 Mann auf Wache sich dort befinden, einen Christabend bereitet. Mlen diesen Familienvätern mag es wohl leid getan haben, das Fest nicht im Kreise ihrer Familie verleben zu können. Aber sie müssen sich trösten, daß es Heuer Millionen ihrer deutschen Brüder, die draußen vor dem Feinde liegen, nicht besser geht. Für die Landsturinleute waren prächtige Christbcrume geschmückt, an eine Spende für die Leute war leider nicht gedacht tvorden. Der Wachhabende hielt eine markige Ansprache, woraus den Leuten zu Ehren des Tages Kaffee und Küchen verabreicht wurde. Im Provinzial-Arresthaus. Gegen 5 Uhr fand im Provinzial-Arresthaus am Christabend jm Andachtsraum beim brennenden Dannenbaum ein Festgottesdienst für die Gefangenen statt. Ein von jungen Damen gebildeter Chor leitete ihn durch ein Weihnachtslied stimmungsvoll ein, worauf Pfarrer Aus seid eine Ansprache hielt. Der Veranstaltung wohnten Oberstaatsanwalt Hoffmann und die Beamten des Hauses bei. —, Am Sonntag fand für die katholischen Insassen ein Festgottesdienst im Provinzialarresthaus statt. » Auf dem Felde der Ehre gefallen. _ (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Ersatz-Res. Telcgraphen-Assistent Ferdinand Belz, Jnf.- Regt. 136, aus Wiesbaden. — Lairdwehrin. Johannes Bonder- hcid, Landwehrinsant.-Rcgl. 116, aus Betzenrod. — Landwehrm. Ludwig Roßmann, Res.-Jns.-Regl 118, ans Klein-Bieberau. — Res. Friede. Ga >rß. Ins.-Regt. 168, aus Selters. — Landstnrm- mann Hcinr. Ludw. Jüngling, 2. Battl. Breslau, aus Aulen- dicbach. — Landwehrmann Heinr. Neun II., Landwehr-Jns- Rcgt. 416, aus Usenborn. — Untcroff. d. Res. cand. ing. Wilhelm van Gries, Jnf.-Regt. 136, aus Bensheim. — Trainsahrer Fritz Schneider, Ers.-Landsturmbat. Kosten !., aus Wetzlar. — Landwehrm. Friedrich Diefsenbach, Res.-Jnf.-Regt. 116, aus Berstadt. — Kriegsfreiw. Gefr. Karl Reich, Psarramtskan- didat, aus .Hochstadt bei Hanau. — Kriegsfreiw. Ernst Hirschhorn, Res.-Reg. 222, aus Wetzlar. — Res. Heinr. Schaum, Jnf.-Regt. k 16. aus Klein-Rechlcnbach. — Untcroffz. Lehrer Wllh. Wenzel, Jnf.-Regt. 80, ans Lützellinden. — Landwehrmann Heinr. Beth »nd Friedrich Nern ans Niederkleen. — Unterosfz. der Rci. Gust. Nies, Res.-Jnf.-Regt. 116, aus Ober-Lais. — Musk. Eugen Fernkorn, Ins.-Regt. 118, aus Ossenbach a. M. — Feldwebel Schell, Jns.-Rcgt. 168, Friedbcrg. — Geft. Peter Liinpert, Jnf.-Regt. 87, aus Maar. — Res. Karl Hos - t c rb c r t h, Res.-Jnf.-Regt. 118, aus Kimbach i. O. — Unterofsz. b. Res. Finanzasp Gustav R o s a r, Jnf.-Regt. 116, aus Gießen. — Kriegsftciw. Forstassessor Ludwig F r a n tz, Oberjägcr im Hirschberger Jägcrbat., aus Darmstadt. — Res. Jakob Naas, Jnf.-Regt. 118, aus Worms. — Landwehrmann Georg Schäfer, Res.-Jnf.-Regt Il6, ans Hemmen. ** R i t t e r d e s E i s e r n e n Kreuzes: Postassistest Heinrich Wahl, Leutti. d. R. im Jnfanteric-Regt. 116. Sergeant Zaun im Jns.-Rcgt. 118. Eduard Krömmel- bein aus Calbach, Trag.-Regt. 23. Unteroff. Felümaga- zin-Kontrolleur Scholz vom Etappenmagaziu der fünften Armee, früher in Worms. Lehrer Friedrich Adam von Weinheim bei Alzey, Jnf.-Regt. 116. Gerichlsschrciber-Asv. Heinrich Kr edel, zurzeit Vizefeldwebel d. R. beim Jnf.- Regt. 115, aus Worms. Gesr. Wilhelm Penkaus Tarm- stadt, Drag.-Regt. 13. Gesr. Wilhelm Schäfer aus Mittel- buchen, Res.-Jnf.-Regt. 88. Gefr. Ernst Roth aus Hanau- Kessclstadt, Juf^-Regt. 176. Johann Heinrich Schmidt aus Eisa, Pion.-Bat^25. Heinrich Klee. Vizemachttiteister der Gardc-Fcldart.-sckiießschule in Jüterbog, aus Romrod. Oberarzt d. R. Dr. Altvater von der Landes-Heil- und Pflegcaiistalt in Herborn. Leutn und Kvnlpagniefithrer (Rechtsanwalt) Dormann, beim Landsturmbat. Hanau, aus Wetzlar. Pionier Sch e l l c u b e r g aus BraunselS. Garde-Grenadier Hermann Kuhn aus Allendorf, Kr Wetzlar. Oberlehrer Kloos und Vizepostdirektor Frisch aus Friedbcrg. Res. Gefr. Hcrm. Hartmann, Jnf.-Regt. 116, aus Homberg a. i>. Ohm ** Hinden bürg-Spende der Stadt GicßeL. Die Stadlverivaltung Gießen beteiligte si chmtt 300V iitztz. an einer Hinbenburgspende sür das Oftherr. ** Protestfrist fürWechsel. Nachdem der Bun- vesrat durch Bekanntmachung vom 17. Dezember die Pro-- leslfrist für Wechsel, die in E ls a ß -1! o ! h r i n g c n , in der Provinz L ft v r e u ß e n oder in einzelnen Kreisen W e >t- preußens zahlbar sind, sowie für solche im Stadtkreise Danzig zahlbaren gezogenen, Wechsel, die als Wohnort des Bezogenen einen in Ostpreußen oder in einem der beteiligten westpreußischcn Kreise liegenden Ort angeben, anderweit festgesetzt hat, ist die Postordnung vom 20. 3.1900 entsprechend geändert worden. Postprotestauftrüge mit Wechseln der bezeichneken Art werden in Fällen, in denen der Auftraggeber nicht aus der Rückseite des Auftrags anders bestimmt hat und der Protest nicht wegen ausdrücklicher Zahlungsverweigerung oder aus anderen Gründen schon nach der ersten Vorzeigung zu erheben ist. erst an folgenden Tagen nachmals zur Zahlung oorgczeigt: a) wenn der Zahlungsing des .Wechsels in der Zeit vom 30. Juli bis einschließlich 1. September 1914 eingetreten ist, am 1. Februar 1913; b) loenn der,Zahlungsrag des Wechsels in der Zeit vom 2. September' bis einschließlich 31. Dezember 1914 eingetreten ist, fünf Monate nach dem Zahlungstage; e) wenn der Zahlungstag des Wechsels in der Zeit vorn I. Januar bis einschließlich 29. April 1913 eintritt, am 31. Nlai 1913; M wenn der Lahlungstag des Wechsels am 30. 'April 1915 oder später eintritt, am dreißigsten Tage nach 'Ablauf der Protestsrist des Art. 41 Absatz 2 der Wechselordnung. Als Zahlungstag gilt der Fälligkeitstag, wenn dieser ein Sonn- oder Feiertag ist, der nächste Werktag. Fällt der Schlußtag der Frist zur Vorzeigung des Wechsels auf einen Sonn- oder Feiertag, so tritt der nächste Werktag an seine Stelle. ** Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 230 bis 300 Gramm werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar >91.3 von neuenr zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Vfg. Die Sendungen müssen dauerhaft verpackt sein. Nur sehr starte Papplaften, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Vcrpackniigs- stoffes ist die Narnr des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier vd-er Leinwand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Tie Päckchen, auch die mit Klammerverschtuß nerscheiren, müssen allgemein mir dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ans- delmnng in mehrfacher Kreuzung? Tie .Aufschriften sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und müssen deutlich! und richtig sein. 'Außer kleinen Betleidungs-' und Gebrauchs- gegcnständen sind auch Lebens» und Genuß mittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind l e i ch t v e r- derbliche Waren, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschenfeuerzeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in eineni starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten und dieser in einen durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, und sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespäuen oder einem schwammigen Stoffe so ungefüllt sind, daß beim Schad- hastlverden des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, werden, so heißt es in einer amtlichen Bekanntmachung, von den Postanstalten unweigerlichzurück- gewiesen. ** N eujahrsvriefverkehr. Mit Rücksicht aus den N e u j a h r s b r i e f v e r k e h r können Privatsendungen im Gewicht über 50 Gramm im Verkehr zwischen der Heimat und dem Feldheer in der Zeit vom 29. Dezember bis einschließlich 2. Januar n i ch t a n g e n o m m e n werden. Es wird dringend ersucht .auch die Sendungen bis 50 Gramm nur zur 'llebcrmittelung eigentlicher Nachrichten zu benutzen, Liebesgaben und dergleichen aber mit ihnen nicht zu verschicken. Kreis Wetzlar, n. Niederkleen, 26. Dez. Die Gerichtstage in Nreder- klccn werden iru Geschäftsjahre 1915 abgehaltcn am 19. Januar, 23. Februar, 23. März, 20. April, 18^ Mai, 22. Juni, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember. g. Gleiberg, 26. Dez. Fast die ganze Dorfgemeinde war am ersten Weihnachtsabend unter dem strahlenden Christ- baum in der alten Burgkapclle versammelt. Lehrer Lochau hält bereits 30 Jahre lang diese gern besuchten Ehristsciern in unserer Äcmciirdc. -ff R o d h c i m a. d. Bieber, 26. Dez. Am Tage vor Weihnachten wurden .aus hiesiger Gemeinde zwei Wagen Festtagskuchen den Gicßener Lazaretten zugesahreir. Hesscn-Nassau. m. Neustadt, 27. Dez. In dem Torfe Gleimenhain cr- hängle sich heute morgen die ledige Näherin Elisabeth R. in einem Ansall von geistiger Umnachtung. Verlustliste. Landsturm-Bataillon I Breslau. Gefecht am 30. 1l. 14. (Ohne Angabe der Kompagnie.) Utssz. Karl Marrheimer, Diez a. d. Lahn, tot. — Utssz. Wilhelm Reichel, Lohrheim, Unterlahnkreis, vcrw. — Utssz. August Adam. Frankfurl a. M., tot. — Ldstm. Friedr. Karl Schmidt, Mittelgründen i. Hess., tot. — Gcsr. Ludwig Grill, Oberrosbach 1. Friedberg, tot. — Ldstm. Heinr. Ludw. Jüngling, Aulcndiebach, Büdingen, tot. - Ldstm. Friedr. Karl Dählcr, Höchst a. d. Nidder, .Hessen, tot. — Ldstm. Johannes Glanz, Kalbach, Büdingen, tot. — Ldstm. Peter Kranz, Kemmenau, Ems, tot. — Gcsr. Konrad Maurer, Kemmenau, Ems, tot. — Ldstm. Karl Heinr. Justi, Wiesbaden, tot. — Ldstm. Joh. Georg Menscr, Büdingen, leichtvcrw., b. d. Tr. — Gcsr. Wilh. Müller, Ranstadt, Büdingen, vcrw. — Ldstm. Bernhard Langsdorf, Bad-Nauheim, verw. — Ldstm. Karl Heinr. Schmidt, Assenheim, Friedberg, verw. — Gesr. Karl Fr. Dietrich, Flacht, Diez, verw. — Gesr. Georg Fachingcr, Fachingcn a. d. L., verw. — Ldstm. Heinrich Wagner, Kägenellcn- bogen, Untcrlahn, verw. — Ldstm. Michael Ebcrt, Frankfurt a. M., verw. — Ldstm. Heinrich Tolle, Frankfurt a. M., vcrw. — Ldstm. Gustav Paschelke, Frankfurt a. M., vcrw. — Ldstm. Konrad Diez, Frankfurt a. M., vcrw. — Ldstm. Georg Schwimm, Frankfurt a. M., verw. — Ldstm. Adam Muth, Frankfurt a. M., verwundet. __ Lin Erdrutsch in Italien. Roni, 25. Dez. Infolge eines Erdrutsches, den die Regengüsse der letzten Tage verursachst haben, sind in Valmont o n e 5 Hä u s er eingestürzt. 4 Tote und zwölf Verwundete wurden geborgen. Man befürchtet, daß noch etwa 20 Personen unter den Trümmern liegen. Von Pier ist ein Hilfszug abgegangerr. Landwirtschaft. — Die Zentralkassc der hessischen landlo Ge. ii ojsen sch asten, e. G. m. b. H., zu Tarmstedt teilt ihren Genossenschaften oseben mit, daß sic vom 1. Januar berechnet an Zinsen: a) in laufender Rechnung für Guthaben 4 Pro;., für Schulden, die nicht durch Verpfändung von Forderungen an die landw. Genossenschaftsbank besonders sichergestellt sind, den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 5 Proz., für Kredite, die durch Vcrvsändung von Forderungen an die landw. Gc- nosscnschaslsbank sichergesiellt sind, > 2 Proz. uirter dem jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 4>3 Proz.; d) im Wechsel- > ' veriehr für Wechsel jeder Art — Tarlehnswcchscl und Geschäfts- Wechsel — den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 5Proz.; an Provision: sowohl in der lausenden Rechnung wie für Tor- Ichnsivechscl nach wie vor ‘/io Proz. Kandel. Die Londoner Börse. London, 25. Dez. Die Börse wird am 4. Januar unter starken Beschränkungen crössnet werden. Es sollen vor allem plan- mäßige Realisierungen in Wcrtoavieren und Machenschaften, die eine Hcrabdrückung der Preise bezwecken, verhindert, ferner soll der Markt gänzlich gegen den Feind abgeschlossen werden. Alle . t Geschäftsabschlüsse müssen gegen bar durchgeführt und amtlich verzeichnet werden. Kein Mitglied darf offen Angebote für Effekten ! machen oder solche selbst offen anbieten. Ein Komitee wird vor Er- ösinung der Börse für die Papiere iremder Regierungen und andere internationale Börsenwerte M . imalvreise festsctzen, die ohne Einwilligung des Schatzamtes nicht weiter herabgesetzt werden dürfen. Die Papiere werden nur dann zum Handel zugelassen, wenn sie seit Slusbruch des Krieges nicht in feindlichem Besitze waren. Jede Arbitrage ist verboten. Ter Handel mit Wertpapieren für Kam- talanlagcn, die nach dem 4. Januar gemacht worden sind, wird nur gestattet, wenn sie chom Säwtzamte gebilligt such. 4t Vom westdeutschen Eisenmarkt wird uns berichtet: sowohl rn der Lage des Roheisenmarktes, als auch in den einzelnen Zweigen der fertigen Produkte hat sich in den letzten Wochen eine Aenderung nicht vollzogen. Tie Beschäftigung schwankt zwischen 50 lind 60 Proz. da, wo man mit Hccreslicferung rechnen kann: wo dies nicht der Fall ist, geht die Beschästigung bis auf 40 Proz. herunter. Es ist wohl für die erste Zeit des kommenden Jahres damit zu rechnen, das; die Verhältnisse >0 andaucrn werden. Der Versand des Roheisenoerbandes, der im Oktober 50 Proz. betrug, bat sich bislang aui 55 Proz. gesteigert. In der Hauptsache ist Nachfrage nach Qualitätsware, welche sich im Preise auch erhöht hat. In einer durchaus festen Stimmung befindet sich der Erzmarkt: Sicgerländcr sowie benachbarte Marken werden gesucht: tÄassauischer Roteisenstein ist per Waggon um 10 Mk. in bie Höhl gegangen, so daß jetzt 165 Mk. dafür bezahlt werden müssen. Auch für Siegcrländcr ist eine Prcisausbesserung unausblechlich. r -— N y Kräftiger Stammhalter angekommen! Willi Weis und Frau Josie , geb. Brück Giessen, 26. Dezember 1914. _ J Statt besonderer Anzeige. Am 23. Dezember starb im Lazarett in Luxemburg mein lieber Sohn, mein teurer Gatte, unser lieber Vater, Grossvater, Schwiegersohn und Onkel Oberstleutnant Wilhelm Müller Kommandeur des Landsturm-Bataillons Worms. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Senatspräsident Müller Ww, Viktoria Müller, geb. Weith Lena Walther, geb. Müller Viktoria Müller Margot Biese, geb. Müller Elisabeth Droop, geb. Müller Fritz Müller, Kriegsfreiwilliger Gertrud Müller Med. -Rat Prof. Dl’. Walther, Chefarzt des Reservelazaretts I Dr. med. Biese, Stabsarzt, z. Zt. im Felde Landgerichtedirektor Droop, Oberleutnant, z. Zt. in Monjoie und 8 Enkel. Nieder- Ingelheim, Giessen, Düsseldorf, Bielefeld. Die Beerdigung findet in Giessen am Montag, 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. Von. Beileidsbesuchen, bittet man. absehen zu wollen. Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland stard in Rußland unser treuer Sangesbruder Zimmermeister und Bautechniker Joh. August Loh Ersatzreservist im Jnf.-Regt. 222. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. iz-M iWiMnein „Litderkran;" Dutenhofen. Am 6. Oktober starb bei einem Sturmangriff aui Frankreirbs Grde den Heldentod iürS Vater- land mein iii»igügelicb:er unvergeßlicher ältester Sohn, unser lieber guter Bruder Gesreitcr Heinrich Stein 7. Komp. Leibgarde-Jns.-Regt. Nr. 115 im 22. Lebensjahre. In tiefe ui Schmerz: Familie Stein Ww. Beuern, den 24. Dezember 1814 08520 chiefjbrille von ausrückendcm Soldat verloren. Geg. Belohnung abzug. Buff, Grabrnstr.4. 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