Nr. 30| Der »I«tz«n«r att 3 «fg*t erscheint täglich, au§er Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KiehenerZamilieodläHer. zweimal wöchentl.Kreir- dlattfLkdenNreirSietzen (Dienstag rind Freitag): zweimal monatl land «irtschastliche Seirfrage» Ferniprech - Anschliifie: lürdieSchrütleitungllS Verlag,Geschäitsstellebl Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger »ietze«. Annahme »an Anzeige, lür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt Jahrgang Mittwoch, 25. Dezember Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Sotatjonzdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- »ni> Steindruckerei 8. Lange. SchristleitANg. «eschästzftelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anzei^-m-ll: ^ a«d! t, ezuq » o re > >: monatl. 75 Ps., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auslchl. BefteUg. Zeilenprer» -lokal 15P>-, ailsw. 20 Ps. — Haupt- lchristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichtssaal": Karl Neurath: sür .Stadt und Land": Neue Nämpse im Westen. Die Rückzugrkümpfe der Russen. (WTB.) GrotzcsHauptauartier.22. Dez. vormittags. (Amtlich.) Bei Nieuport und in Gegend J p e r n herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Zur Wiedererlangung der am 20. Dezember verlorenen Stellungen bei Festubcrt und Givcnchy machten die durch französische Territoriale verstärkten Engländer gestern und heute nacht verzweifelte Vorstöße. die zurückgewiesen wurden: in der Gegend Riche- doirrg gelang es ihnen, in ihren alten Stellungen wieder Fuß zu fassen. Die gestrigen Angriffe der Franzosen in Gegend Albert nordöstlich Compisgnr. bei Souain und Perthes, wurden unter schweren Perlustcn für sie abgeschlagen. Fm westlichen Teil der -Argonncn nahmen wir einige Schützengräben. Ocstlich der Argonnen, nordwestlich und nördlich Berdun wurden die französischen Angriffe, zum Teil unter schwersten Perlusten für die Franzosen, leicht zurückgewiesen. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage in Osb mch Wcstpreußen unverändert. In Po len stehen unsere Truppen in heftigen Kämpfen um den Bzura- und Rawska-Abschnitt. An vielen Stellen ist der Uebergang über diese Abschnitte schon erzwungen. Auf dem rechten Ufer der P i l i c a steht der Kampf der verbündeten Truppen noch. Wir haben leider erst nach der Veröffentlichung fest>- gestellt. daß der gestern bekannt gegebene Befehl des französischen Generals Foffre vom 17. Dezember 1914 folgenden Rachstttz hatte: Der Befehl ist heute abend allen Truppen bekannt zu geben und zu verhindern, das; er in die Presse gelangt. Oberste Heeresleitung. Während auf den Kriegsschauplätzen im Westen unsere Truppen alle Angriffe kraftvoll und siegreich abwchren, hat cs in Polen ebenfalls neue Fortschrilte gegeben. An vielen Stellen, so heißt es in dem deutschen amtlichen Tagesbericht, find die Bzura u. Raw-ska bereits überschritten worden. Auchin Galicien haben die Russen nochmals ihre letzten Kräfte zusammengerafft, ohne jedoch gegen unsere Bundesgenossen etwas ausrichten zu können. Ter russische Generalstab hat wieder eine gekünstelte und verlegene Erklärung heraus- gebracht. Er spricht von „böswilligen N a ch r i ch t e n", die Deutschland über die Lage der russischen Heere in der. Welt verbreitet hätte. Tie deutschen Meldungen seien „voreingenommen" und „unzulänglich". Wir dürfen ruhig zugeben, daß die deutschen Nachrichten über Einzelheiten sich nicht verbreitet haben; insofern rst der Vorwurf der Unzulänglichkeit ja leicht zu erheben. Daß wir im allgemeinen dem Feinde gegenüber auch ein bißchen voreingenommen sind, ist gewiß menschlich zu begreifen, und es wäre geradezu unbegreiflich, wenn es nicht der Fall wäre. Aber die Hauptsache! Was ist denn die Wahrheit, die volle Wahrheit? Wird diese vom russischen Gcneralstab ausgesprochen? Er erklärt: „Die Annahme einer mehr eingeschränkten Frontlänge unserer Heere ist das -Ergebnis eines freien Entschlusses der Militärbehörde." Nun ist die militärische Willensfreiheit eilt Problem, über das sich sehr viel reden läßt. Ter Wille zum Rückzug kann immer frei genannt werden, auch wenn die betreffenden Truppen geschlagen worden sind. Und nun die „natürliche Begründung", die der russische Generalstab an- sührt. Mit etwas anders gewählten Worten, die aber dem Sinne nach dasselbe ausdrücken, heißt diese Begründung: die Deutschen waren stärker als wir! Das militärisch-diplomatische Kunststück wird in den neutralen Ländern wohl keinen großen Eindruck machen. In England aber denkt man russischer als Rußland selbst. Tie „Morning Post" schreibt nämlich u. a.: Tie deutschen Truppen haben eine heillose A n g st vor den Kosaken und vor den irregulären Truppen, weshalb sie ihrs linke Flanke, die an der Bzura operiert, durch einen breiten, unüberschreitbaren und aller Brücken beraubten Fluß gegen die stündlichen Truppen zu decken suchen. Nichtsdestoweniger beginnen die Deutschen sich bereits unbehaglich zu fühlen, da sie einen neuen Kamps an der Bzura vorbereiten. Tenn cs ist für sie von der größten Wichtigkeit, diesen Wasserweg zur Anfuhr ihrer Munition und ihrer Nahrungsmittel sreizuhalten. Elf Mellen oberhalb Wloc- tawec und vierzehn Mellen westlich von Plock ist die ganze Breite der Weichsel durch drei kleine Inseln im Filickse persperrt. Gerade gegenüber diesen Inseln liegt Dobrzin. Tie Deutschen machten nun einen energischen Versuch, auf diesem Punkt der Weichsel mit Hllse von Schiffsbrücken und Brückenmatcrial, das sie her- angebraclst lichten, zu überschreiten. Tic Teutichen verfertigten dann auch eine Hllssbrücke, die vom linken User bis zur ersten Insel ging. Sie überschritten daun diese Brücke in großer Anzahl, aber nutz standen sie vor der schwierigen Aufgabe, eine Brücke von diesem Jnselchen über den Hauptarm der Weichsel zu schlagen, der dort eine halbe Meile breit ist. Tie Russen ließen die Deutschen ruhig an der Arbeit, und während die Deutschen die dortige schnelle Strömung zu überbrücken suchten, brachten die Russen auf den Anhöhen des rechten Ufers ihre Artillerie in Stellung. Tann begannen sie plötzlich heftig zu feuern, und diese mörderische Beschießung verursachte eine derarlige Panik unter den Deutschen, daß sic Hals über Kopf zurückwichcn und keinen Versuch machten, ihr Brückenmaterial zu retten, das wohl jetzt in den Händen der Russen ist. Zuerst heißt es, die Deutschen hätten heillose Angst, und zur Begründung dieser Behauptung ivird daun sort- gefahren, sie hätten neue Angriffe eiugeleitet. Es fällt uns iiicht ein, von „böswilligen" Meldungen der Engländer zu spreche». Wie bei uns, so wird dieser Tratsch der „Morning Post" auch in anderen Ländern nur Heiterkeit erwecken. Aus Angst haben wir im Vorrücken uns den Schutz der Flüsse gesucht! Aus '.'lugst vor de» Kosaken werden lmr cnu Ende noch Warschau erobern. Wenn wir aus Angst vor unseren Feinden gesiegt haben werden, wird der Wortcstrom der englischen und russischen Redekünstler noch immer nicht versiegt sein. * . * ^ Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22, Dezember mittags: In dcn Karpathen wird nahe südlich dcn Gebirgskammen in dem Gebiete der Flüsse Nagy-Ag, Latorcza und Ung gekämpst. In Galizien gingen die Russen gestern wieder zum Angriff über, ohne jedoch durchdringen zu können. Namentlich am unteren Dnnajec hatten sie schwere Verluste. An der Nida und im Raume südlich Tomaszow entwickelten sich kleinere Gefechte. Die Kämpfe im Vorfeld von P r z e m p s l dauern fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö s e r , Feldmarschalleutnant. Die Bemäntelung der Lage durch den russischen Geueralstab. Petersburg, 22, Tcz, -WTB. Nichtamtlich.) Tic Leitung des Großen General st abs ettlärt: Da seitens des Teutschen Reiches und Oesterreich-UngarnS über die Lage unserer Heere und über das Ziel unserer sttategischen Maßnahmen in den letzten Tagen böswillige Nachrichten weit verbreitet worden sind, glaubt der Große Gencralstab die russische Gesellschaft vor der Voreingenommenheit und der Unzulänglichkeit der in der feindlichen Presse über unsere Streitlräikc verbreiteten Meldungen warnen zu müssen. Tic Annahme einer mehr eingeschränkten Frontlänge seitens unserer Heere ist das Ergebnis eines f r c i c n E n t s ch t u s i c S d er M i l i t ä r bc h ö r d e. Diese Maßnahme findet ihre ganz natürliche Begründüng darin, daß die Deutschen uns gegenüber ganz beträchtliche Kräfte kon- zenttterl haben. Dieser Entschluß sichert uns überdies weitere Vorteile, über die der O essen tl ich keit Aufklärung zu geben aus Gründen der militärischen Ordnung im Augenblick unglücklicherweise nicht möglich ist. Anmerkung des WTB.: Nach den heutigen Meldungen ans dem Osten ist erfreulicherweffc anzunehmen, daß. die russische Heeresleitung bald noch wehr derartige „freie Entschlüsse" fassen und die „damit verbundenen" Vorteile einheimsen wird. Deutsche Flugzeuge über Warschau. Berlin, 23. Dez. Ueber ein schweres Bombardement von Warschau durch deutsche Flugzeuge berichtet, wie die „Voss. Ztg." meldet, der „Lodzer Courier": Am Samstag hörte man in Warschau im Lause von drei Stunden und zwar von 6 bis 9 Uhr früh den Donner explodierender Bomben, der die Luft zittern machte. Mehrere Häusermauern stürzten ein und man hörte das Stöhnen der Verwundeten. Von zwei deutschen Flugzeugen wurden 80 Bomben herabgeworfen. Die Zarenfamilie in Moskau. Moskau, 22. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiser- s a m i l i e ist hier eingetrosten. Türkische Siegesnachricht. Ko nstan tino pr l, 22. Dez, (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptauartier teilt mit: An der kaukasischen Front überraschtenunscreTruppendieRusscn durch einen Nachtangriff in ihren Stellungen bei El Agös und Arhi, 30 Kilometer östlich von Köpriköj. Der Feind erlitt schwere Vertu st e an Toten und Verwundetcn und ergriffdie Flucht. — Die in - dischen Besatzungstruppen von Aegppten desertieren massenweise und laufen mit den Waffen zu uns über. Die Besetzung AserbeidschanS. Petersburg, 22. Tez. (Ctt. Frkft.) Wie die „Rußkoje Stowo" aus Teheran bettchtet, haben die persischen Kurden mit den türkischen Truppen säst die ganze Provinz Ascrbeidschan besetzt. Dschulfa sei bedroht. Erfolglose Beschießung von Alexandrette. Konstantinopcl, 22, Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Hauptguartiers, Ein französisches Schiff hat gestern die Küste nördlich von Alexandrette ohne Erfolg beschossen. Von den übttgen Kriegsschauplätzen ist nichts Bedeutendes zu melden. Der Kampf in Flandern. Berlin, 23, Dez. Am Kanal im Osten von Nieuport haben in den letzten Tagen heutige Gefechte stattgesunden. Laut „Bossischer Zeitung" berichtet die „Daily Mail": Oft standen die Teutschen den Belgiern und Franzosen stundenlang gegenüber, während nur das Wasser des Kanals sie voneinander trennte. Ein Fahrzeug lag ans der ftanzösischen Seite des Kanals bei Passchendaelc. Es wurde so umgedrehtz daß es eine Brücke bildete. Die Soldaten umwickelten ihre Schuhe mit Lappen oder gingen ans Strümpfen im Gänsemarsch über diese Brücke, ohne daß die Teutichen es vorerst merkten. Beim Näherlömmen enispanu sich ein Baj o ne t ikampf. Als dann noch Verstärkungen über das Boot cinttafen, wurden die Deutschen etwas zurückgedrängi. Das holländische Presseburean meldet, daß die Franzosen große Anstrengungen machen, um sich in den Besitz der Eisenbahnlinie Roulers-Menin zu setzen, um dadurch auf die Deutschen an der Linie Menin-Roubaix-Lille einen Dricck auszuüben. Trotz der Zuführung großer Artilleriemengen ist ihnen der Vorstoß nicht gelungen. Die von Ipern heranführenden Marschstraßen werden weiterhin von der deustchen Artillerie beherrscht. Berichte aus Selzeete schildern, wie der Berliner Lokalanzciger meldet, die Maßnahmen gegen eine^mögliche Sperrung der Schelde und einen Angriff auf den großen Schissahttskanal Gent-Terneuzen seitens der englischen Flotte, Der Mittelpunkt ist die Zothuis, ein etwa ein Kllometer langer Gcbäudckomplex, der tells von Mauern umgeben in einem dichten Nadelgchölz längs des Kanals liegt. Diese Position ist stark mit Laufgräben und schwerer» Batterien befestigt und bel,erricht den Kanal iuid die Eisenbahn: Zahlreiche Sandkähne von Baggern, gefüllt mit Sand- und Bascllt- steine», liegen für eine eventuelle Kanalsverrung berest. Die Stimmung der deutschen Truvven ist erheblich angeseuert durch die Meldungen von dem neuen Siege der deutschen Truppen in Polen. Die Soldaten sagen, jetzt werden wir auch bald mll den Franzosen und Engländern fettig, die Belgier zählen wir nicht mehr mit. Ein feindlicher Flieger über Straßburg. Straßburg, 22, Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Heute nachmittag zwischen 3zrnd 4 Uhr erschien ein feindlicher Flie- g e r über unserer Stadt und ließ in der Nähe der Jllkircher Müh. lenwerlc eine Bombe fallen, die einen leeren Schuvven und Fen- ster eines Getreidespeichers beschädigte. Einige Svrengstücke fielen in den Handelshafen. Verletzt wurde niemaitd, Der Flieger, der sich in 1500 bis 1700 Meter Höhe bewegte, wurde beschossen. Die Rekrutierung in Frankreich. Paris, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Matin" meß det: An den Bürgermeistereien in Frankreich wurden am 20. Dezember Rekruticrungstafeln der Jahresklasse 1916 an> geschlagen. Ter von dcn Deutsche» besetzte Teil Frankreichs. P a r i s, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps* meldet: Nach Berichten der Statistischen Gesellschaft hat daZ besetzte französische Gebiet eine Bevölkerungszahl von 3 255 000, als 8,20 Prozent der gesamten französischen Bevölkerung. Ter Wert des unbebauten besetzten Gebietes bv- trage ungefähr 4 Milliarden, der der Wirtschaftsgebäude 1,1 Milliarden, der der Fabriken 1,5, der der Geschäftshäuser 1,2, der Wohnhäuser 5, des Handels- und Jndustriematerials 1 Milliarde. Der Gesamtwert des besetzten Gebietes if demnach ungefähr auf 14,5 Milliarden veranschlagt. Der Wert der Hypothekenschuld in dem besetzten Ge» biete beträgt ungefähr 1 Milliarde, Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich. Berlin. 22. Tcz, (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsch^ Allgemeine Zeitung" schreibt über die Lage der deutschest Kriegsgefangenen in Frankreich: Das International« Komitee vom Roten Kreuz in Genf stellt einen von dem französischen Bevollmächtigten für die Ueberwachung der Kriegsgefangenenlager erstatteten Bericht zur Verfügung, in dem es heißt: „Ich habe die Gefangenenlager in Blaye, Möntauban, 'Albertville. Rouen. St, Etienne, Le Puy, Clermont und Aurlllac besucht und kann versichern, daß die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenem dort überall korrekt ist. Alle für ihre Unterkunft, Kleidung und Verpflegung getroffenen Einttchtungcn müssen als ausreichend bezeichnet werden. Ein Verbot, deutsche zu sprechen, besteht nichts Ter bttesliche Verkehr mit ihren Angehörigen ist den Gefangene» gestattet, indes Hai man in einzelnen Lagern die Beschränkung ln» hin getrosten, daß pro Woche nur diit Brief von zweli Setton, stellenweise auch zwei Briefe abzuschicken gestattet ist. Im übrigen gelten für alle Lager die gleichen ministeriellen Vorschriften Tic über die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in Cleir mont-Ferrand in der deutschen und schweizerischen Presse vcr> breiteten beunnihigenden Gerüchte sind nicht begründet, Berlin, 22, D^. (WTB. Nichtamtlich.) Bon der Erlaubnis, Matcrialgaben den gefangenen Teutschen in Frankreich über- senden zu dürfen, Hai das Rote Kreuz sofort nach Abschluß der bezüglichen Verhandlungen Gebrauch gemacht. Ein Waggon mit warmen Sachen, Lebens- und Gennßmitteln ist gestern aberst mit deni 0-Zug von hier über Stuitgatt nach Gens abgegangen Ein weiterer Waggon wird in Stuttgart von dem Württembcrgischen Landesvercin vom Roten Kreuz angehängt. Zwei Waggon sind aus München, je einer aus Dresden, Karlsruhe und D a r m - stadt auf dem Wege nach Gens. Von hier werden die Gaben imter Begleitung eines Deutsch-TchwcizeiE nach Frankreich gebracht, wo die Aushändigung unter der Aussicht des amerikanischen Botschafters erfolgen wird. Aeußerungen des englischen Schatzkanzlers. London, 22, Dez, (WTB. Nichtamtlich.) „Daily Chrvnicle" veröffentlicht eine Unterredung des französischen Abgeordnete» Louauet mit Lloyd George, in welcher der englische Schatz- kanzlcr sagte, Englands ?lusgaben betrügen für Heer und Flott« monatlich 45 MUlionen Pfund Sterling, England habe jetzt über zwei Millionen Soldaten und Seeleute un ^ ter den Waffen. Seit Anfang August habe man ohne Wehrpflicht etwa kV« Millionen Soldaten rekrutiert und man werde vielleicht aus 2 l /» Millionen kommen. Vor dem Frühling würde V-Million ausgezeichnet ausgebildetcr und sehr begeisterter Soldaten das Expeditionskorps verstärkt haben. Der Schwätzer Churchill. Berlin, 23. Dez. Nach einer Meldung der „Deutschen Tageszeitung" aus London, wird Churchill wegen seines Briefes cm den Bürgermeister von Scarborough heftig »angegriffen, worin er von deutschen Kindermördern spricht und sonst noch starke Worte gegen den Feind gebraucht^ — „Morning Post" und „Globe" meinen, Churchill protestiere allzu oft, Er möge sich des allen englischen Wortes erinnern, daß Reden ein schlechtes Wund- hcilmittel sei. Auch sollte er den neutralen Mächten das Urteil überlassen. Es sei der englischen Natton unlieb, daß der höchste Leiter der mächtigen, aber auch stummen Flotte, mit Sch-rmpstnorten um sich werfe, AuS London. London, 22. Tez. (WTB. Nichtamtlich? Um die deutschen' und österreichischen Kellner zu ersetzen, haben die großen Hotels Londons Lehrlinge angeiwmmen, zu der» Ausbildung eine Fachschule eingerichtet wurde. 3 Offiziere und 16 Mann der „Emde,ft" ausgcsundcn. N - w Jork, 22. Tez. (Etr. Bln.) „Central NewS" meldet las Paris, daß ein Schiff der Ententemächte ein. Boot ausgenommen hübe, an dessen Bort» sich drei Offiziere und 16 Wann der „Emden" befunden hätten. Aus Südafrika. London, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" Melden aus Kapstadts Das Parlament tritt wahrscheinlich Anfang Februar zusammen, um Ausnahmevcr- siigungen und die regelmäßigen Geschäfte zu erledigen. Die Frage der Bestrafung der aufständischen Buren bildet den Gegenstand lebhaften Interesses der Oeffentlichtcit. Tie Regierung wird wahrscheinlich den Mittelweg einschlagen, d. h. sie wird weder zu mild noch zu streng Vorgehen. Zur -Aburteilung der Leiter des Aufstandes, wie Tewet, und von Prädikanten wie Broekhuizen wird ein besonderer Gerichtshof auS drei Richtern mit Genehmigung des Parlamentes gebildet werden. Die GencralstaatSanwältc von Transvaal und Oranje gehen sofort an die Vorbereitung der Fälle für den besonderen Gerichtshof heran. Bisher war das unmöglich, da die Mehrzahl der wichtigen Zeugen im Felde war. Die Hauptschwierigteit bilden die aufständischen Mannschaften. Wenn man ihnen das Wahlrecht entzöge, würde Botha der Borwurf treffen, daß er seinen politischen Gegner Hentzog schwächen wolle. Es könnte dazu führen, dahHertzog seinen Einfluß wiedergewinne. Andererseits kann man sie nicht ungestraft laufen lassen, da das den Unwillen der gegen sie zu Felde gezogenen Bevölkerung Hervorrufen würde. Geldstrafe wäre wirkungslos, da die Mehrzahl der Mannschaften weder Geld noch Land besitzt, und diejenigen, die sich BothaS Amnestie vom 12. November zunutze gemacht haben, überhaupt nicht strafrechtlich verfolgt, wohl aber mit Entziehung deS Wahlrechts bestraft werden können. Tie Aufständischen, die sich des PlündernS oder eines andern Bruches der Gebräuche zivilisierter Kriegführung schuldig gemacht haben, werden von einem richterlichen Ausschuß, der in der Bildung begriffen ist, abgeurteilt. Schließlich soll ein besonderer Ausschuß eingesetzt werde», der die Schadenersatzansprüche der lohalen Bürger behandeln wird. In der Oranje-Kolonie allein wird der Schaden auf 200 000 Pfund Sterling geschätzt. Eine Huldigung für Hindenburg. Berlin, 22. Dez. (Etr. Bln.) Sämtliche Posencr Schulen brachten dem Gcncralscldmarschall v. H i n d e n - bürg am Freitag eine Huldigung auf dem Posencr Schloß-- platz dar. Auf eine kurze Ansprache des Stadtschulrats antwortete der Generalfeld mar schall mit ungefähr folgenden Worten: Ich danke Ihnen für die freundlichen Worte des Tankes und der Hoffnung, die Sie an mich gerichtet haben, und danke der Jugend, die sich hier so zahlreich und begeistert versammelt hat. Mir gebührt aber nicht der Dank für die Erfolge, die wir gegenüber den russischen Feinden errungen haben. Ich habe nur den Namen dazu hcraegeben. Ter Tank gebührt Gott dem Herrn, der uns immer gnädiglich behütet hat, der uns auch fernerhin behüten wird, denn er kann uns nicht plötzlich von seiner Baterhand loslasscn. Er güaihrt dem Kaiser, der mit das Vertrauen geschenkt hat, nach meinen Plänen zu handeln, den Mitarbeitern und Gehilfen, die unermüdlich Tag und Nacht geholfen haben, das schwere Werk zu vollenden, vor allem aber unserer tapferen Armee, die in seltener Ausdauer mit unvergleichlichen» Mut uird Tapferkeit meine Gedanken verwirk- licht hat. Die kühnsten Pläne nützen nichts, ivenn man sich nicht auf ein durchgebildetes, in fester Manneszucht stehendes, von Vaterlandsliebe und Königstrerie erfülltes Heer verlassen kann. I ch sehe getrost in die Zukunft. Gott der Herr tvird uns einen ehrenvollen Frieden schenken. Nochinals herzlichen Dank! Wien, 22. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Klagensurt: Generalseldmarschall v. Hin- denburg sandte an die Gemeindevertretung von Bill ach folgendes Dankschreiben: Hauvtauartier-Oost, 13. Dez. Hochverehrter Herr Bürgermeister ! Ter Stadtgemcinde Villach danke sch herzlichst für die gütige Benachrichtigung, einem Platze ihrer Stadt meinen Namen geben zu wollen. Ich bin unendlich erfreut, daß eine Stadt des uns so treu verbündeten Kaiserstaates den Beschluß faßte, umsomehr, als ich täglich Gelegenheit habe, den Mut und die Ausdauer der k. k. österreichisch-ungarischen Wehrmacht, darunter auch der braven Kärntner, zu bewundern. Möge nach der Besiegung des gemeinsamen Feindes unter dem Schutze des goldenen Friedens Ihrer Sladtgenieinde »oeitcres Blühen und Gedeihen bcschieden sein! Das ist »nein aufrichtiger Wunsch, v. H i n d c n b u r g , Generalseld- maischall, Oberbefehlshaber der gesaintcn deutschen Strcitkrästc im Osten. Dresden, 22. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Der König verlieh dem Oberbefehlshaber im Osten,Generalfeldmarschaff v. H i n d e n b u r st das Ritterkreuz und Kommandeurkreuz 1. Klasse des Militär-St.-Heinrichsordens, dem Generalstabschef, Generalleutnant v. Luden dor ff das Ritterkreuz desselben Ordens. General v. Mackensen zum Generalobersten ernannt. (WTB.) Berlin, 22.Dez. (Nichtamtlich.) Das „Mili- tärwvchcnblatl" meldet: v. Mackensen, General der Kavallerie, Oberbefehlshaber der 9. Armee, ist zum General- o b e r st e n befördert worden. Au» Heften. Die Freie wirtschaftliche Bereinigung der Zweiten Kammer hielt am Montag unter dem Vorsitz des Abg. Korell-Angenrod eine längere Sitzung ab, in der über die Höchstpreise wichtiger Nahrungsmittel beraten wurde. Auch Vertreter der Landwirtschasts- lajirmet und des Bundes der Landwirte wohnten den Verhandlungen bei. Wie wir erfahren, wird beabsichtigt, verschiedene Anträge bei der Zweiten Kammer einzubringen. Znnächst liegt ein dringlicher Antrag vor, betr. die Fest- jetzung der Höchstpreise für Mehl und Brot, Petroleum, Benzol, Malzkaffee, Haserpräparate, Kraftfuttermittel und Düngemittel. Kupfervitriol usw. Die Festsetzung soll derart erfolgen, daß eine Umgehung ausgeschlossen scheint. Ein anderer dringlicher Antrag betrifft die Beschlag, nahmebcstimmung für landwirtschaftliche Produkte und Bedarfsartikel, sowie sonstige Maßnahmen zur Sicherung der Bolksernährung. Insbesondere sollen von den Beschlagnahmebedingungen getroffen werden: die großen Läger und Mühlen, auch die Futter- und Düngemittel sollen zu dem Zweck beschlagnahint werden, damit sie den Verbrauchern zugesührt werden können. Bei den Beschlagnahmungen sollen unbedingt landwirtschaftliche Sachverständige zugezogcn werden, damit deren fachmännisches Urteil gehört wird. Weiter wird beantragt: Die weitere Einschränkung des Verbrauchs von Kartoffeln und Getreide zu Brennzwecken, weitere Einschränkung des Gebrauchs der Gerste in den Brauereien, Verminde-, rung des Anbaues von Zuckerrüben zugunsten von Frühkartoffeln, Sommergetreide, Gemüse usw., Förderung der Herstellung von Fleisckdauerwaren, Hinwirknng aus erhöhten Ersatz des Rindfleisches durch Schweinefleisch in den Ge- ; jangenenlagern. .. _ , . An» Stadt und Land. Gießen, 23. Dezember 1914. Der Gicßcner Landsturm in Feindesland. VI. Schon zwei volle Monate hier in B.! Unser liebes Gießen braucht aber nicht zu glauben, daß sein Landswrm in dieser Zeitspanne, so fern der Heimat, bereits verwelscht sei. Es sind die alten ehrlicheil Chatten noch, wie sie sür Deutschlands Ehr' und Sein freudig hinausgezogen sind und treu ausharren werden, unbeschadet des Wunsches, bald wieder in Frieden ihren Kohl bauen zu können. Im Augenblick freilich könnte ein unbeteiligter Zuhörer wohl manchmal glauben, die „Stadt der Rompreise" — wie sich B. seiner zahlreichen hier beheimateten bemerkeirswerten Künstler wegen gern nennen hört — sei noch immer französische Garnison, nur hatten sich die Pioupious den Spaß gemacht, ihren Landsleuten einmal „deutsch" zu konmien. Zu solchem Glauben müßte man allerdings Eiigländer sein uird von» Deutschen >r»ie vom Französischen gleicherweise nicht mehr Ahnung haben, als Albions Sühne es im allgemeinen für nötig erachten, wenn sie den Kontinent bereisen. Denn das Französisch, das zurzeit von den Pseudo-Franzosen verzapft wird, ist manchmal baarsträubend, und gewiß nur die ihm im Blute liegende Höflichkeit des Franken läßt ihn seinem Gegenüber trotzdem verbindlich lächelnd versichern, der Herr spreche das Französische bereits „trev bien". So eilt Lob ans berufenem Munde spornt zu neuen „Taten", und wenn der Heiner das nädjiftc Mal die Straße von Gaffern zu säubern hat, ivird er gewiß nicht verfehlen, sein Licht leuchten zu lassen: ..llackemoisells, nix promenade, deiends!“ Und um jedeir Zweifel auszuschließen, wird er ein lahnwasserfeuchtes „Mißgebürter!" folgen lassen. Ja, unsere Franzosen aus Bogclsberg oder Oden- walv! Besonders verdrießlich sind ihnen, wie es scheint, die Akzents über dein o wie beim Worte „Untres" über dem Hauvt- portal des Bahnhofes. Bersticg sich doch neulich ein treuherziger Kamerad aus Bayernlaud im Anschaucn dieses Wortes zu der wuchligcu .Kritik: „Jsch e Bcrrucktheil, Tippli nauf z'machc!" Wer über solchen Zorn lächeln möchte, darf aber nicht vergessen, daß aus diesem Holze die Kerle geschnitzt sind, die mit Woirnc dem Armeebefehle Rupprechts, des Wittelsbachsprossen, folgen, der unserm bösartigsten Gegner, John Bull, „deutsche Hiebe besonderer Art" verspricht. O Heimat, wer möchte sich deinem Zauber cntschlagcn, um ein glattes, aber ebenso vlattes Welt- bürgertuni cinzutanschen! Drohte ja, wovor auch ernstzunehmende Männer wieder und wieder warnen zu müssen glaubten, deutsche Eigenart in jenes umzuschlagen, so hat dieser Krieg mit all seinen Schrecken das Wunder vollbracht, den Stolz auf das uns von den Nationen des Erdballs Unterscheidende zu hoher, weithinleuchtender Flamme anzufachen. Auch wir Hessen nähren dies Feuer: die Geburtstagsfeier des Landessürsten zeigte cs; es trat auch zutage, als Erbprinz Philipp zu Solms-Lich aus der Fahrt zu seinem Tragonerregiment vor einiger Zeit B. berührte. Rasch fanden sich auf dem Bahnsteige vor dem haltenden Militärzüge die Lich er des Landsturmbataillons zusammen, um ungeachtet aller Standesunterschiede dem fürstlichen Kameraden ihre Zuneigung zu bezeigen. Einige gemeinsame Ansichtskarten werden ihren Empfängern im Geburtsort der Großherzogin Eleonore eine schöne, dauernd« Erinnerung sein. Eine neue Gelegenheit, die Bilder der Heimat wieder einmal recht lebendig werden zu lasten, bot sich, als 50 feldgrau einge- kleidcte Kameraden vom Landsturm-Ersatz-Bataillon Gießen zur Verstärkung unseres, des ersten Bataillons eintrafen. Bevor sie der 4. Kompagnie zugeteilt und von dieser aus Außenwachen geschickt wurden, verpiauderte sich manches Stündchen von Weib und Nachbar, Kriegeslast und Stand der Saaten. Auch brachte llir Trausportzug einen Waggon voller Pakete mit und stillte so allerlei Begehren nach Dörrfleisch oder Hausmacherwurst gewohnter Art imd Güte. Was aber säst den blanken Neid der blauen Litewken erregte, war das schmucke Aussehen der Feldgrauen und ihre funkelnagelneue Ausrüstung mit allem Drum und Dran des Feldsoldaten. Wohl hat man sich inzwischen auch des 1. Bataillons angenommen und es erreicht, daß die alten, bereits „feldgrün" gewordenen Mäntel — schier dreißig Jahre zählten sie gewiß — gegen neue aus lodenartigem Stoff ausgetauscht wurden. Aber sie werden bei der dauernden scharfen Inanspruchnahme sicher nur einen vorläufigen Ersatz bedeuten und bei längerer Kriegsdauer Belleidungsstücken in Güte und Haltbarkeit der vom Fiskus gelieferten weichen müssen. Wie lang der Krieg iwch dauern wird? lieber diese Frage haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen, aber noch keiner hat eine befriedigende Antwort gesunden. Selbst die Kunst berufsmäßiger Wahrsager und Zeichendeuter versagt hier wieder einmal völlig. Biel lieber richtet sie sich daher auf das Schicksal des Einzelnen. Da lassen sich mit Welt- und Menschenkenntnis manchmal den Uneingeweihten geradezu verblüffende Gv- gebnisse zeitigen, die ihrerseits wieder auf die Gebefrsudigkeit des! Glücklichen, dem der „Schleier der Zukunft" gelüstet wurde, günstig einwirken. Auch hier in Frankreich gibt es kluge Weiblein genug, vor deren Auge im Himmel und cchf Erden keine Geheimnisse bestehen, und sie halten es nicht für unter itz«r Würde, auch den Feind einen Blick ins Verborgene tun zu lassen und Barbarengeld zwar nicht zu heischen, aber doch anzunehmen. Welcher Art die „Weisheit" ist, die hier an den Mann gebracht wird, zeige (in llebersetzung) folgende, an die Adresse eines deutschen Eisenbahners gerichtete, mit Bleistift auf den erstbesten Briefumschlag geschriebene Weissagung einer mit Scheldewasser getauften Sibhlle: „Mein^Herr, Sie sind sehr weit von Ihrer Heimat entfernt. die eine Stadt ist. Sie haben eine große Rpise nrit großem Erfolg und eine große Freude der Liebe vor sich und werden den Gegenstand derselben bald sehen. Ich finde Sie in Gesellschaft von Soldaten, die Ihnen während der rn naher Aussicht stehenden Reise zuwiderhandeln werden. Sic werden mit eineni Mmrnje des Gesetzes zu tun haben und dein Tod eines jungen dunllen Mannes erfahren und zwar bald. Ich sehe Gew und einen dunllen Kameraden der aus Ihrer Gegend ist. Ihre Frau hat dunkle Haare und liebt Sie mit großer Freude. Es wird von neuem «ine Geburt und viel Glück für Sie selbst gäben. Ein Brief Ihrer Frau für Sie mit großen Neuigkeiten ist unterwegs." Doch lassen wir die Zukunft aus sich beruhen,! J!n diesem Schicksalsjahre, da die Würfel über Sein und Nichtsein der Völker fallen, kann Wohl und Wehe des Einzelnen nicht lange die allgemeine Aufmerllamkcit beanspruchen. Und wenn im Augenblick dev Gang der Geschehnisse auf dem westlichen Kriegsschauplätze zum Stocken gelangt scheint, so wendet sich der Sinn gerade des Landsturmmannes, des Familienvaters, dem kommenden Weih- nachts feste zu, und kopffchüttelnd und seufzend gedenkt er der uralten Verheißung: Friede aus Erdenk R. G. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) KriegSireiw. Heinrich Wandmacher, Res.-Inl.-Rgt. 208, aus Hanau. — Landwehrmann Heinr. Keppel, Jns.-Rgt. 116, auS Ober-Seemen. - Musketier Otto Mäser, Jns.-Rgt. 118, aus Rohrdach. — Landwehrmann Wilh. Reumann, Jns.-Rgt. >18, aus Rudingshain. — Kriegslreiw. Seminar Karl Herrmann, Res.Jns.-Rgt. 223, aus Wörsdors i. Taunus. — Ersatzreservist Lehrer Peter Schneider, Res.-Jni.-Rgt. 221, aus Tarmsladt. Knegssreiw. Willy E b e r t, Res.«Jns.°Br. 221, guS Butzbach. — Einj.-Freiw. stuck, weck. Walter G i l l y, 2. Garde-Rgt. z. F., aus B ügeSheim. — Musk. Eugen Fernkorn, Jns.-Rgt. 118, aus fsenbach a. M. — Unterofs. d. Res. Otto He brich, 1. Garde- Ers.-Rgt., aus Wetzlar-Riedergirine«. — Landwehrmann Peter Martin A u r i g a, Landwehr-Ersatz-Bat. 41, aus Lauldork. - Landwehrmann Friedr. Werner, Ersatz-Bai. 41, aus Hermannslein. — Gesr. Heinr. H o I, Jns.-Br. 49, aus Darmsladt. — Lehr- anitsassessor Will,. Otto in Darmstadt. -- Dtpl.-Jng. Wilh. D e r n an der Techn. Hochschule in Darmstadt. — Ersah-Res. Ludwig Meinhardt, Jns.-Rgt. 143, aus Wetterstadt. * "Der Großherzog ist gestern vormittag im Auto voin Kriegsschauplatz in Darinstadt eingetrosfen, um das Weihnachtssest im Kreise seiner Familie zu verbringen, ** Landes Universität. Geh. Mebizinalrat Professor Tr. Somme r, zurzeit Rektor der Universität Gießen, wurde wegen seiner Verdienste um die Erforschung des angeborenen Schwachsinnes zuin Ehrenmitglied der ungarischen Gesellschaft für Kindersorschung in Budapest ernannt. ** Landes-Universität. Dem Dr. phil. Hubert Erhard, Assistenten am hiesigen Zoologischen Institut, wurde die venia legendi für das Fach der Zoologie erteilt. ** Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebelleutnant D a m m aus Marburg. Unteroffizier im Jns.-Rgt. Nr. 81 Dr. Wilhelm S t u r m f c l s., aus Marburg. Gefreiter Konrad Fischer aus Heskem, Garde-Lehr-Jnf.-Rgt. Leutnant Heinrich Ostcrtag aus Darmstadt. Vizefeldwebel Jacob Weber, Jns.-Rgt. 221 (früher Sergeant im Jns.- Rgt. 115). Unterofsizier der Reserve im Jns.-Rgt. 115, zuletzt Gerichtsschreiberaspirant am Amtsgericht Darmstadt I Hrch. K r c d e l. Gefreiter Georg Komp von der Marine-Infanterie ans Schotten. Leutnant der Res. Oberlehrer Freitag von Butzbach, zurzeit beim Feldbataillon in Fricdberg. Feldwebel Heinrich Geiß von Vadenrod. •' A m t l i ch e Personal Nachrichten. Der ®ro6-' Herzog hat dem Schrisisteller Otto Stockhausen in Darmstadt den Charakter als Hotrat erteilt. — Tie Grobherzogin hat an> 5. Dezember d. Js. dem Siegcllackarbeiter Franz Weyer zn Bretzenheim bei Mainz das Allgen,eine Ehrenzeichen mit der I»- ichriit „Für treue Arbeit' verliehen. — Am 12. Dezember d. Js. wurde der Slenerantseher Fiiedrich Kopv zu Mainz unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom 1. Januar 1915 ab au» sein Rachsnchen in den Ruhestand versetzt. ** Land- uitb forstwirtschaftliche Bernfs- enossen schaft für das Groß Herzogtum essen. Die diesjährige Gen o s sens ch a ftsver- sammlung der land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschast für das Großherzogtum Hessen fand unteri dem Vorsitz des Großh. Geh. Rcgierungsrats Bichmanw am 21. Dezember im Rathaussaal in Darinftadt statt. Nach! dem Rechenschaftsbericht für 1913 betrug die Zahl der ari- gemcldeten Betriebsunfälle 3558. llebernommen wurden' aus dem Vorjahre 1824 llnsälle, so daß insgesamt 5382 Unfälle neu zu bearbeiten waren. An Entschädigungen für Renten an Verletzte, Kosten des Hcllversahrcns ujw. wurden 1 049 210.84 Mk. bezahlt und 4920 Rentcnbescheide erlassen. Tie Sunnne der crstntalig im Rechnungsjahre gezahlten Ent°- schädigungcn betrug 225 258.22 Mk. Die Mittel der Rück-' läge beziffern sich aus 2 206 496.90 Mk. Der Voranschlag der Berussgenossenschast für 1915, der in Einnahme uniy Ausgabe mit 2 844 401.38 Mk. abschließt, wurde gntgeheißen„ ebenso derjenige der der Berussgenossenschast ungegliedertem! Haftpflichtversicherungsanstalt, die sich weiter günstig ent-e wickelt. — An der Kriegsanleihe hat sich der Genossenschaftsvorstand mit 400 000 Mk. beteiligt. — Ein Antrag des Herrn Gärtnereibesitzers Steinh a u e r - Laubenheim, den Höchstwert, der für Umlegung der Beiträge in Frage kommt, auf 1 Mk. für den Quadratmeter sestznjetzen, wurde eingehend erörtert und dem Vorstand zur werteren Behandlung überwiesen. ** Stadtlheater. Es sei daraus hingewicsen, daß die sämtliche» FeiertagS-Vorstellunge» zu billigen Preisen (zwei zw Potkspreiscn, zwei zu kleinen und eine z» ermäßigleir Preisen) gegeben werde», so daß weilcsten Kreisen der Besuch ermöglicht wird. Namentlich sei auch an die besonderen Vergünstigungen für Militär- personen vom Feldwebel abivärts erinnert. ** Wcihnachtswctter scheint sich noch in letzter: Stunde einstellen zu wollen, sicherlich zum Besten der in; diesem Jahre ohnehin auf schwankem Grunoc steheudeu: Festesstimmung. Nach einer fast sternklaren 'Nacht zeigte das! Quecksilber heute früh 2 Grad unter dem Nullpunkt, und! in den Anlagen schlüpften ällenthalben die Schwarzdrosseln! durchs Gebüsch, die sich stets sofort in die Nähe der Wohnungen flüchten, wenn ihnen draußen der Frost kein Durchsuchen des Erdreichs nach der gewohnten Nahrung gestattet. Dicke Reifdecken lagen auf den Dächern, und an tausend! Aestchen und Grashalmen hingen die kleinen weißen Kristalle.. Mit gleichmäßigem Grau hat sich der Himmel alliwählüh behängen. Schnee liegt in der Luft, und vielleicht erleben wir echte, weiße Weihnacht. ** Weihn acht s v erkehr. Jür Gegensatz zn früheren Jahren wird der starke allgemeine Verkehr ant 24. Dezember nachmittags mit der Abbeförderung einer großen Anzahl von Militärnrlaubern zusanrmen- treffen, und auch am 27. Dezember und 31. Dezember nachmittags außergewöhnlich anschwellen. Wegen Her gäbe eines großen Teils der Betriebsmittel zn Heereszwecken können Bor-, Nach- und Sonderzüge nicht in dem gleichen Umfange gebildet werden, als es ftüher geschehen ist und wie eA auch dieses Jahr zur ordnungsmäß-igen, pünttlichen Betriebsführung wünschenswert wäre. Es wird nicht zu vermeiden sein, daß am 24., 27. und 31. Dezember nachmittags alle Züge sehr stark benutzt, leicht Verspätungen erhalten,, und unter Umständen Anschlüsse versäumen werden; vereinzelt werden den Personenzügen auch mit Bänken ausgerüstete Güterwagen beigesteltt werden müssen. Hiernach! dürfte es sich empfehlen, wenn rtle diejenigen, die über ihre. Reisezeit frei verfugen können, ficf) dem Vorstehenden gpmäßx mit ihrer Reise einrichten. ** Die Berte ihung von Ehren-llrkunderv durch die Handwerkskammer zu Darmstadt. Nachdem die Handwerkskammer zu Darmstadt beschlossen hat, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, welche 25 Jahre in ein und demselben Betriebe unun terbrochen tättg gewesen sind, als Anerkennung für die treue Arbeit, Ehren-Urkunden zu verleihen, haben auf eingereichte Anträge und nach Erfüllung der satznngsü gemäßen V er leihungs bestimm urigen nachstehende 21 gelernte Handwerker Chven-llrkitnden erhalten: Provinz Stör- kenburg: Schneider. Peter V., Tapezier zu Griesheim bei Wilhelm Schmauk, Hoftapeziermeister zu Darmstpdt; Dingel dein, Adam, Faktor zu Darnistädt bei Cd. Roether, Buch- und Kunstdruckerei zu Darmstadt: König, Peter, Maurer zu Griesheim bei I. Müller Nachs. L. Weber, Baugeschäft zu Darmstadt: Walter, Ludwig, Graveur zu Darmstadt bei Schlager u. Best, Kammfabrik zu Darmstadt;. Bickhardt, Heinrich, Weißbinder zn Darmstadt bei Ferdinand Schulz vorm. .Paul Weber, Weistbiudermeister zu Darmstadt; Weichsel, Philipp, Mechaniker zu Bensheim bei W. Euler, Fabrikant zu Bensheim; Attig, Gg. Nikolaus, Schneider zu Bensheim bei Georg Schmitt III., Schneidermeister zu Bensheim; Lebert, Georg Friedr., Weißbinder zu Roßdorf bet Ferdinand Schulz vorm. Paul Weber, Weißbindermcister zu Darmstadt; Groß, Fviedrich Thielemann, Spengler und Installateur zu Offenbach bei Christ. Grünheit, Jnftallationsgeschäft und Bauspenglerei zu Offcn- bach; Mann, Wilhelm, Schmied zu Darntstadt bei Joh. Deckmann, Hoffchmiedemeister zn Darmstadt; Horch, Peter IL, Gürtler zn Offenbach bei Firma Mocller u. Schroeüer, Metall- uno Gürtlerwaren.sabrik zn Ossenbach; Steinban er, Josef, Steinhaucr zn .Hirschhorn bei Firma Ainann uno Mathes zu Hirschhorn. — Provinz R h c i n h c s scu: Fuhrmann, Franz, Schneider zu Osthofen bei Jakob' IleCer IL SDtoe., 5©ieffiecgrf«ßTt zu Osthofen; Bott | sorg EU., Wucher zu Mainz bei PH. Schumacher Nachs. j itzer und Weber, Maler- und Wuchergeschäft zu Mainz; olImann, Oskar, Installateur zu Mainz bei W. Schlis-- > arm. Inh. R. Schlisnrann, Jnstallationsgeschäft zu Mainz. Provinz Oberhessen: Schäfer, Wilhelm, Weiß- nderzu Dorheim bei Heinrich Becker vorm. Gg. Hieroni- I ns, Maler-, Weißbinder- und Stuckgeschäst zu Friedberg: ehr. Georg, Zimmerpolier zu Schliß bei Heinrich Metzen- irf, Zimmermeister zu Schlitz; Schneider, Leonhard, Italer und Weißbinder zu Gießen, bei Louis Petri III.,- au- und Dekorationsmaler zu Gießen; Bläser, Luftn. II, ! iaurer und Weißbinder zu Vadenrod bei Johannes Hill orm. Gg. HiN, Maurermeister zu Storndorf; Wagner, ohann, Zimmerer zu Schlitz bei Heinrich Metzendors, Zim- ermcister zu Schlitz; G u t b e r l e t, Georg Heinrich, Dachecker zu Romrod bei Firma L. Rößner, Dachdeckergeschäst > i Alsfeld. — Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1115 sind von der gewerblichen Korporation, iveicher der rbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Tarm- adt bis spätestens 1. November 1915 einzureichen. Ten Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur AuS- nchnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem BetriebS- ! ihaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeits- .'ugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen uu- nterbrochenen Tätigkeit in ein und demselben Betriebe nthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestell- :S Leumundszeugnis beizuschließen. " Das Fest der Silber»«» Hochzeit ieiern am 15. Dezember Herr I. Lamp und Fra». Schillerstrabe 87. "Verlaus ausrangierter Militärpserde, trnch- iger Stute» und Fohle». Mo»tag, den 28. Dezember 19J4, ! ormlltagS 10 llhr, findet in Bi sch «veiler (Elsaß) eine Ver- eigernng von Vierden des ElappenpierdedepotS daselbst an La»d- >>rte statt. Bescheinigung wegen Zulassmig zu dieser Ver- eigerung erteilt die Landwirtschastskannner Därmsladl für andivirte des Grobbcrzoglums aus Ansorder». Die Gesuche um rleckung dieser Bescheinigung müssen von der Bürgermeisterei es Antragstellers mit deni Vermerk versehen sein, daß letzterer I andwirt ist und die Pserde iür seinen eigenen Betrieb benötigt. Landkreis Gießen. O Beuern, 22. Dez. Seit einiger Zeit hat linser Kirchturm ne neue ll h r «rt,alten. In etwa 20 Bieter Höhe sind die | ,80 Meter hohen Zifiernblätter »ach vier Seiten angebracht. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 2.-. Dez. Gestern abend iand int Konffr- I nandensaale durch Kretsrat von Werner die lleberreichiing der >on der Ärohherzogin gestitteten Brosche a» ll hiesige j) e l s c r i n n e n vom R o t c n K r e u z, die sich für die Dauer )ti Krieges in den Dienst der freiwilligen Krankenpflege gestellt I ind verpflichtet haben, statt. KreiSral von Werner hielt an die dellerinnen eine kiirze Ansprache, in welcher er mif die Pflichten ind die Tätigkeit der ireiwilligen Heljcrinnei, hinwies, und dankte >e» Aerzte» und bei, Schwestern des hiesigen KrankenbanscS, >vo- elbst die belleriimen einen praktische» AuSbildungskursuS genossen ^ wben, für ihre bereitwillige UiilerrichtSerleilung. Ter llcber- eichung wohnte» eine Anzahl Mitglieder des hiesige» Zwcig- 'ereinS vom Roten Kreuz bei. X Aus bei» oberen Vogelsberg, 22. Dez. Durch I sie ungeheure Schneelast in» vorigen Winter haben die jungen Zichl ei, bestände zum Teil sehr gelitten und machen auch in ftesein Winter de» Holzhauern mit dem Ausarbeite» des Nutz- ,olzeS viel zu schaffen. Obivohl im Frühjahr und Sommer brs in AnSbrnch des Krieges von mehreren Leuten in diesen Bestän- | len tüchtig gearbeitet wurde, konnte man doch nicht damit fertig werden, so daß noch Arbeit in genügender Weise vorhanden ist. Starkcnburg und Nheiuhcssen. __ m. Offeitbach a. M., 23. Dez. In der gestrigen IStadtverordnetensitzung gab der Vorsitzende Oberbürgermeister Dr. D u l l o unter den Mitteilungen eine E i ne gabederNotstandsarbeiter bekannt, in der diese um Uebernahme der Steuern auf die Stadtkasse nachsuchen. Die Eingabe wurde dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Aus Antrag des stellvertretenden Militär-Inspekteurs der srei- ivilligen Krankcnpslcgc wurde zur Beschaffung von Liebes- ! gaben für die im Felde stehenden Truppen ein Beitrag von 2000 Mk. bewilligt. Für die Herstellung der gärtnerischen Anlagen am Tempelseering wurden -12 400 Mk. bewilligt; die Arbeiten sollen dann in Angriff genommen werden, wenn während des Krieges Mangel an Arbeitsgelegenheit eintreten sollte. Zur Erleichterung der Bezahlung des GaSpreiseS während der Kriegszeit wurde beschlossen, daß während der Dauer des Krieges denjenigen Gasabnehmern, deren Ernährer zur Fahne einberufen oder durch den Krieg arbeitslos geworden sind, und die gleichzeitig Leucht- und Heizgas benutzen, auch Gasauromaten mit einem Einheitspreis von 16 Pfennig für den Kubikmeter ohne Gewährung von Gebrauchsgegenständen gesetzt werden können. Außerhalb der Tagesordnung wurde beschlossen, sämtlichen im Felde stehenden städtischen Beamten und Arbeitern Liebesgaben im Werte von je 6Mk. zu übersenden. Weiter wurde beschlossen, den Angehörigen der im Felde stehenden städtischen Arbeiter während der Weihnachtswoche den doppelten Betrag des sonstigen vollen Wochen verdien st es zu gewähren. Hessen-Nassau. l>. Bad H o in b u r g v. d. H., 22.^Dez. AuS dem Schloßteich wurde heule die seit etlichen Tagen vermißte 17jährige Tochter eines Malermeisters als Leiche gezogen. Liebcskunmler soll daS junge Mädchen in den Tod getrieben haben. h. B a d H o m b u r g v. d. H., 22. Dez. Die Stadtverordnetenversammlung nahm den der Stadt vcrmach- ten Nachlaß des verstorbenen L. Brainbier mit dem Ausdruck des Dankes an. Sie bewilligte sodann für lleberschreitungen bei der Schlachthosverwaltung 300 Mk., denen jedoch 807 Mk. Ersparnisse gegeilüberstehe»; verschiedenen Pächtern städli- [ 'scher Grundstücke gewährte man für Ernteaussälle mehrere hundert Mark Nachlaß. Dem Bau eines Scrpentinenweges vom Wnig Wilhelms Weg nach dem Marmorstein stimmte man einhellig zu. — A u f s e h e n u n d I n t e r e s s e erregte eine Magistratsvorlage über eine K r e d i t b e w i l l i g u n g kür 00 Wagen gelieferte Kohlen. Als die Stadt im Anfang des Krieges größere Mengen Kohlen bezog, erhielt sie durch das Versehen eines städtischen Beamten 90 Eisenbahnwagen z u v i e l, die einen Wert von 23 607 Mk. hatten. Zwar nahm die Militärverioallung sofort 30 Wagen ab, auch Private, die Gasanstalt und einige Private Hallen der der Stadl aus dem Kohlensegen: aber die Abfuhr der Kohlen dauerte über die lagerfristige Zeit weit hinaus, so daß die Eisenbahnverivaltung ein Standgeld von 2 5 00 Ml. fordert. Die Versammlung bewilligte schließlich 23 697 Mk. für Kohlen, lehnte aber die Zahlung von 2500 Mk. Standgeld ab. Wenn eine gütliche Einigung mit der Bahn glicht zustande kommt, wird jedenfalls ein Prozeß gegen die Stadt die Folge sein. _ Gietzener Strafkammer. th. Gießen, 22. Dez Von der Anklage des Diebstahl« sreigesprochc» wurde der Schmiedemcistcr C. Sch. von Selters, den das Schöffengericht Ortenberg zu l Tag Gefängnis allein aus die Aussage des Bestohlenen verurteilt hatte. Der bisher unbescholtene Mann sollte onn Gemeinderechncr, mit dem er einmal eine Tifscrenz hatte, einen Karst im Werte von 2Mk. vom Wogen genommen haben. Trotz der Tunkelheit des Abends ivollte der Bestohlene gesehen baden, daß der Meister den Diebstahl verübt hat. Die Strafkammer konnte sich von der Schuld des Sch. nicht überzeugen und hob daher das Schössengerichtsurteil auf. Gewerbsmäßiger Güterhandel. Ter Viehhändler Eliesar S. von N.-Ohmen war voin Schöffengericht wegen Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen der hessi- tchen Verordnung gegen den gewerbsmäßigen Gülerhandcl zu einer Geldstrafe von 20 Mk. event. 5 Tage Gefängnis verurteilt worden. In der Verhandlung vor der Strafkammer machte S. geltend, er habe nie mit Gütern gehandelt und habe nur die Absicht gehabt, für sich einige Wiesen zu erwerben. Es sei ein Gut seil gewesen, dessen Besitzer, mit deni er wegen des Ankaufs der Wiesen verhandelt habe, aber erklärte, er verlause jein Gut nur im ganzen. Alan sei ivegen des Kaufpreises einig geworden. Nach Zustande- iömnien des Kaufes habe er die einzelnen Parzellen sämtlich versteigern lassen, dock: habe er für diejenigen Wiesen und den Wald, die er behalten wollte, den Zuschlag nicht erteilt. Rechtsanwalt lB k i l st c i n - Grünberg, der den Angellagten vertrat, bestritt die Rechtsgülligkeit der HZsischen Verordnung betressend den gewerbsmäßigen Güterhandel in der Form, wie sie besteht, weil gewisse Bestimmungen gegen die Gewerbeordnung und gegen das bürgerliche Gesetzbuch, also gegen .Reichsvecht verstoßen. Der Verteidiger führte aus, daß die Verordnung, welche der Angeklagte verletzt dabei, soll. u. a. Verträge, welche aus Grund des bürg erliche,f Gesetzes abgeschlossen sind, für nichtig crllärt, wenn der Anmelde- srist von 14 Tagen vor deni Kaufabschluß beim Kreisanrt nicht erfolgt sei. Daniit wird dem Verkäufer eines Guts die Gelchästs- sähigleit abgeschnitten. Tas Schöffengericht habe auch den Begriff der Gewerbsmäßigleit falsch anfgesaßt, und es müsse schon deshalb auf Freisprechung erkamit werden. Tie Strafkammer erflärte, baß sie in Uebereinstimnrung mit dem Oberlaudesgericht ine aus sozialen Gründen erlassene Verordnung gegen die gewerbsmäßigen Güterzertrümmerer zu Recht bestehend erachte, daß also ein Verstoß gegen das Reichsrecht darin nicht erblickt werden kann, dagegen habe has Schöffengericht geirrt, wenn es angenommen hat, daß der Angeklagte gewerbsmäßig gehandelt hat. Tie Kammer erflärte, daß in dem einmaligen Kauf und Verkauf eines Gutes, wie er im vorliegenden Fall gegeben sei, eine GewerbSmäßigkeit nicht gegeben sei, weshalb unter Aushebung des ergangenen Urteils der Angeklagte sreizusprechen sei. Ui»iversitäts»Nachrlchten. jj Marburg, 22. Dez. TaS Personal-Verzeichnis der Studierenden der hiestgcn Universität, welches diesmal etwas später wie sonst zur Ausgabe gelangt ist, enthält aui seinen ersten schwarz umränderten Seilen bereits etwa 60 Namen von An» gehörigen der ll n i v e r s i 1 ä t, die bis zur Drucklegung den Heldentod genmde» baden. Wie viele der im Felde weilenden Marbnrger Studenten, deren Namen im Verzeichnis durch ein Fähnchen kenntlich gemacht sind, bereits mit dem Eilerneii Kreuz ausgezeichnet wurden, ließ sich noch nicht erniilteln. WoS die Zahl der iür das Wintersenielter iminatrikulierten Studierenden a»- belangi, so sind es 1873 Männer und 176 Frauen, zusammen 2040, dazu kommen noch 11 M9n»er und 2 Frauen, welche znm Hören der Vorlclniiqen berechtigt sind. Es studieren 220 Theologie, 274 Jurisprudenz, 584 (31 Frauen) Medizin und 971 (145) Philologie. Der Heimat nach stammen 1650 (144) ans Preußen, darunter 590 (38) ans Hessen-Nassau, die übrigen, bis auf etwa ein ntzend Ausländer ans Holland, der Schweiz und Ainerika, aus den übrigen deutschen Bundesstaate». Wahre SiegeSsreude. (Der Rückzug der Russen.) ..Jungdeutschland" ziehe hffraus vor's Tor lind wen es als Sprecher sich auSerkor, Ter trete vor die erglühende Schar lind bringe dem Kaiser ein Hurra dar Und preise das Kämpfen und preise das Ringen Und künde im Osten das große Gelingen. Zuletzt noch sage er srairk und frei: „Nur schade, daß wir nicht waren dabei." Und aus den Plätzen mögen die Kleinen Sich eilig zum frohen Spiele vereinen. In bunten, fröhlichen Kinderreihen Ans voller Kehle ihr Hurra schreien. Und jubelnd die Fähnchen flattern lassen Auf slaggengeschmücktcn Straßen und Gassen. Uns aber, denen das Schicksal gebeut. Zu Hause zu wirke,» in glorreicher Zeit, Knüpfe der Sieg noch fester das Band > Mit unseren Brüdern iin Fei»tdesland Und uns der Nächstenliebe Berus, Den schönsten, den Gott uns im Herzen schuf. Ihr Frauen, vergesset heut' eigenes Leid, Bedenkt, daß ihr deutsche Frauen seid. Verkündet den Sieg, doch nicht aus den Gassen, Das habt ihr den Kleinen ja gern überlassen. Doch da, wie ihr wisset im Lazarett Geht sacht' durch die Reihen von Bett zu Bett, Reicht jedem Krieger freudig die Hand, Erzählt von den Kämpfen zu Wasser und Land, Erzählt von dem Siege, den wir errungen. Von unfern blauen und grauen Jungen, Wie unsere Schisse die Meere durchgueren Und halten die deutsche Flagge in Ehren Und wir die Deutsche Wacht am Rhein Verschoben weithin nach Frankreich hinein. Und wenn auch am Abend die Kinder bang Fragen, wo ihr geblieben so lang, Dann saget: „Wir haben die halbe Nacht Bei verwundeten Helden am Bette gewacht, Tie für euch geblutet, die für euch gelitten, Die euch eine glückliche Zukunst erstritten, Denen haben wir frohe Kunde gebracht Von der in Polen gewonnenen Schlacht. Und seht ihr sie später an Stöcken und Krücken, Dann eilt, ihnen dankbar die Hände zu drücken. Denn Helden sind es der edelsten Art, Tie Euch vor seindlichein Einfall bewahrt. Sie haben ihr Bestes dahingegeben, Um Euch zu erwerben ein glückliches Leben." _ Hungen, am 18. Dezember 1914. Stbgr. Büchertisch. — Taschenbuch der Luftflotten. Um Klarheit in die seindlichen Liistslottenstreitkratte zu brnrgen und um uns über Stärke und Bauart der seindlichen Lustslugzeuge auszuflären, ist der 2. Jahrgang des Taschenbuches der Lmtslotten von R a s ch und H o r m e l gerade zur rechten Zeit erschienen. Wir finden darin alle Flugtnven von »'amtlichen kriegführenden Staaten ioivic auch der neutralen. Auch die deutschen Luftschiffe dursten im Bild gebracht werden; sonst mußte, »ras Deutschland und Oesterreich betrifft, den Anordnuirgcn der Militärbehörden cntsprecheird Zurückhaltung walten. So schlcii von Teutsckstand und Oesterreich die Schiffslisten und die Organisation des Mllitärluitfahrweiens, ebenso natürlich die Luftschiffhallen sowie die Uebersicht über die Bautätigkeit der deutschen Wersten, welche Angaben bei den anderen Staaten in größter Ausführlichkeit und Genauigkeit gegeben sind. Trotz des Fehlens der diesbezüglichen deutschen »in- österreich». scheu Abteilungen ist das Buch für den deutschen Offizier wie für die Ticherheitsbehörden und Luflslottensreunde im allgemeinen von unschätzbarem Werte, da eben alle Luftschiffe der Welt im Bild genau dargestellt sind und ihre Leistungsfähigkeit erläutert wird. Vermittelst des Buches lassen sich auch »ast alle Luftschiffe und Flugzeuge erkennen und es läßt sich meist feststellen. aus welchem Lande sic stammen. Auch die neuesten Motore sind in anschau lichen Abbildungen zur Ausnahme gekämmten, so daß das Buch dar! soeben erschienen ist (I. F. Lehmann's Verlag München, Preis 4 Mark), weitesten Kreisen des Heeres, der Verwaltung und des deutschen Volkes wichtige Dienste leisten wird. Auch für die Heranwachsende Jugend, die dem Flugsport so großes Jnterelle ent- gegenbringt, dürfte das Büch eine willkommene Weihnachtsgabe sein. — Adam Karrillon. 16 Novellen aus dem Chattenlande. Geb .4 Mark. Des Odenwälder Dichters Erzählungen packen mit derber Faust zu. Die rütteln auf und lösen durch eine herzerfrischende Komik, durch einen satirischen Humor in der Erfindung wie in der Schilderung ein befreiendes lautes Lachen los. Grimn» und Liebe spricht aus jedem Worte des Landarztes und Bauerndichtcrs, der hier im knappen Porträt, in starken Umrissen wohl das treueste, der Wirklichkeit am meisten entsprechende Zeugnis von seinen Dörslen» ablegi, das er je versucht hat. Derbe Holzschnittplastik meißelt die knochigen Züge deS Landvolkes heraus, in einer Anschaulichkeit, die unmittelbar wirkt. Und das um so mehr, als alles, was Doktor Ebenich, die Mittel- sigur aller Geschichten, an starken Späßen, kraftstrotzenden Torheiten und bewegten Schicksalen mittcilt, erlebt ist mit jeder Faser des Herzens und der Sinne. Eine prachtvolle, mannhafte Menschlichkeit spricht aus allen, auch den satirisch angelegten Bildern von der armen, um die Not des Daseins ringenden Walt»- und Gebirgsbevölkerung. r— Walther Burk, Der versunkene Herrgott. Roman. Geb. 4 Mark. In diesem romantisch-bunten Werk, das von einem versunkenen L-chlossc und den Schicksalen seiner Besitzer und Anwohner ergreifenden Bericht ablegt, offenbart sich ein Schriftsteller von reichein Gemüte uttö ernster Lebenskenntnis. Der Heldin Liebesweb »mb charaktervolles Ringen zum Friede»» und Glück ist zauberhaft verwoben mit den Stimmungen einer dunklen Sage, die wie ein Fluch das Leben im Schlosse Erlheim niederhält. Ter Seelcnadel einer Frauengestalt von seltsamer Feinheit überwindet alle Hindernisse und führt alles Leid zum besreienden Ende. Nicht nur ihr Schicksal vollendet sich mit wohltuender Kraft, auch das der Dorjeimvohner, für die sie forjjenb fintritt, als ein Schildbürgerstreich die guten Franken dieses stillen Winkels im deutschen Lande in ernste Bedrängnis ge. bracht baß___ Märkte. fc. Frankfurt a. M. Diehhoi Marktbericht vom 23. Dez. Auftrieb: Rinder 160 (Ochsen 63, Bullen 00, Kühe und Färsen 57), Kälber 1131, Schale 157, Schiveine 1076. Tendenz: Kälber lebhaft, Schaf« langsam, Schweine mittelmäßig, geräumt. Preise für 100 Pld. Lebend- Schlachtgewicht Kälber. Mk. Mk. Feinste Mastkälber.......... 53—58 88—96 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 48—52 81—88 Eeringcre Plast- und gute Saugkälber . . . 44—47 76—80 Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel . . . 40-00 86-00 Aeltere Masthain,nel, gut genährt« junge Schale und geringere Mastlämmer . . . 29-00 70-00 S ch w «i« c. Dollfleff'chige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht..... 57.50—60.00 74.00—77.00 Vollfleijchig« Schiveine unter 80 kg Lebendgewicht ........ 57.00—58.50 73.00—75,00 Dollfleischig« Schweine von >00 bis 120 kg Lebendgewicht..... 69.00—61.00 74.00—77.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht..... 59.00—61.00 74.00—77.00 Wetleräussicksten in Hessen am Donnerstag, den 24, Dez. ia!4 ■ Wolkig, vereinzelte Schneesälle, kalt, östliche Winde. Letzte Nachrichten. Herabsetzung des Wechseldiskonts und des Lombard» zinssutze». lWTB.) Berlin. 23. Dez. Die deutsche Reichs- b a n k hat den Wechseldiskont von 6 auf 5 und den Lombardzinsfutz von 7 auf 6 Proz. herabgesetzt. Die Schlacht in Polen. Genf, 23. Deg, Nach hier vorliegenden Meldungen irunmt die Schlacht in Polen auf der Weichselfront mit übermäßig großer Heftigkeit ihren Fortgang. Tie Lage der Deutschen, die bedeutende Streitrräste zusammengezogen haben, und die mit großer Todesverachtung Vorgehen, steht bis jetzt günstig. Das Verhalten der Russen in Lemberg. R o t t e r d a m, 23. Dez. „Nowojc Wremja" erzählt zur Begründung der harten Maßnahmen der Russen in Lemberg, daß dort ein förmlicher A u f st a n d vorbereitet worden sei, und zwar durch Soldaten der polnischen Legion mit Hilfe deS polnisckien Roten Kreuzes und von Aerzten. Die Soldaten hätten sich während der Einnahme von Lemberg in die Spitäler geflüchtet und sich dort wie Kranke und Verwundete benommen. Die Verschwörer hätten in den den Kasernen gegenüber liegenden Häusern Maschinengewehre und Kanonen ansgestellt und Waffen unter die revolutionär gesinnte Bevölkerung verteilt. Enttäuschung in Paris. Genf, 22. Dez. Die heute vorliegende wortreichste aller bisherigen Jofsrenoten ist dazu bestimmt, dem ftanzösi- schen Parlament, das in den nächsten Stunden debattetos nahezu neun Milliarden bewilligen soll, den Mangel jeder bedeutt'ame- ren Entscheidung zu verschleiern. Die Gerrngsügigkeit der heute gemeldeten Afsären steht in auffallend scharfem Widerspruch zu der Ruhmredigkeit des Joffreschen Tagesbefehls, dessen zeitgemäße Veröffentlichung durch das deutsche Haupchuarticr einen sehr peinlichen Eindruck in Pariser parlamentarischen Ksteisen hervorrief. Noch gestern abend sab Kriegsminister Millerand sich' genötigt, dem Budgetousschuß mitzuteilen, daß die Pariser Zeitungsmel- dungen über große Erfolge der Verbündeten unbestätigt geblieben seien. Ter Ausschuß war wenig entzückt, zu vernehmen, daß die Deutschen eifrig sortfahren. Ppern und Arras zu bombardieren, und daß im Argonnerwalde die angekündigte französische Revanche auch gestern ausgeblieben sei. Ein Abenteuer des Militärattachss Majors v. Wintcrfeldt. San Remo, 22. Dez. Der italienische Dampfer „Re Umberto", der von Barcelona nach Genua unterwegs war, wurde von einem sran»ösischen Kreuzer angehalteu unb durchsucht Unter den Passagieren beiand sich der trübere deutsche Müitärattacho in Poris, Major v. Winterseidt. Er sollte sestgenommen und nach Toulon abgesührt werden, dürfte aber irach Vorzeigung von Gelettbriesen der frarrzösilchen und englischen Regierung seine Reise sortseßen. Dir neutrale .Haltung Chiles. Kovenhagen, 23. Dez. Der Pariser „Temps" behauptet in einem Arttkel, daß die chilenische Regierung ihre neutrale Halttmg aufgegeben habe, indem sie einem deutschen Kreuzer gestattete, in dem Haien von Punta Arena Kohlen einzunehmen. Tie Willigkeft Chiles gegenüber Deutschland sei geeignet, Verstimmung bei den Alliierten hervorzurufei^ und er- ivecke auch einen schlechten Eindruck bei Chiles nächsten Freunden (Zu der Zeft, als das Geschwader des Admirals Rodiestwenskl die Häsen der französischen Kolonien anlief, hat man die geschätzte Neutral ität etwas anders ausgelegt.) Verantwortlich für „Feuilleton". „Gerichtztsaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G o e tz. Feldpostbriefe: Wegen der allgemeinen Nützlichkeit ver dient bekannt zu werben, daß die Feldpostbriefe iür 3m,'er'* Brust Caramellen ohne Porto versandt werden. Der Absender braucht aus diese Briese nur die Adresse auizuschreiben und in den nächsten Postsckmller zu werfen. Er sorgt dadurch vor, daß sein Angehöriger im Felde draußen gegen Erkältungen. Husten, Heiserkeit und .Katarrhen geschlitzt bleibt oder vorhandene Uebcl befeittgt werden y AiD Nachruf. Am 21. Dezember ist unser hochverehrter, lieber Chef Herr Stadtgeometer Reinhard Wissner durch einen sanften Tod von seinem schweren, mit überaus grosser Geduld ertragenen Leiden erlöst worden. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen wahrhaft väterlichen Freund und treuen Berater. Er war für uns alle das Vorbild treuester Pflichterfüllung und nie ermüdender Arbeitskraft. Sein wohlwollendes und gerechte^ Wesen sichern ihm in unser aller Herzen ein stets dankbares Andenken. Er ruhe in Frieden! Giessen, 22. Dezember 1914. Die Beamten, Bediensteten und Messgehilfen des städtischen Vermessungsamtes. 12538 Schmerzerfüllt teilen wir mit, dass wir am 22. Dezember nach langen bangen Wochen die traurige Nachricht erhielten, dass unser einziger innigst geliebter, hoffnungsvoller Sohn und Neffe Georg Becker, Ing. Unteroffizier der Res. im Infanterie-Regiment 171/4, Kolmar am 22. Oktober im Lazarett in Frankreich an seiner schweren Verwundung im Alter von 28 Jahren fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer die schwer geprüften Eltern: Telegr. Becker und Frau gsb. Dietz. Giessen (Kaiser-Allee 23), den 23. Dezember 1914. >--27 ■•V.^ :-v - , Am 22. August starb aus Belgiens blutgetränkter Erde den Heldentod sürs Baterland mein herzensguter Mann, der treusorgende Bater unserer beiden lieben Kinder, unser unvergehlicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Enkel und Nesse Uiterofij. ö. lej. Stal Stumpi 10. Kompagnie. Jnsant. Regiment Nr. 118 im 28. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Elisabetbe Stumps Ww., geb. Wallbott und Kinder Familie Karl Stumpf I. Familie Heinrich Wallbott X. »nd Angehörige. In demselben Gesecht und zu gleicher Stunde starb auch unser zweiter hoffnungsvoller, guter Sohn, Bruder, Schivager, Enkel, Onkel. Neffe und Freund Musketier 8t»rii Stumpf 18. Kompagnie. Jnsant. Regiment Nr. 118 im 21. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Karl Stumps I. u. Angehörige Elisabetbe Jung. Garbenteich, Klein-Lindeu. Im Kampfe sürs Baterland starb an den Folgen seiner am I I. Dezember ans russischer Erde erhaltenen Verwundung mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Stenl Infanterie-Regiment Rr. 168, Maschinen - Gewehr-Abteilung im 23. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Wilhelm Stenl. als Bater Familie Friedrich Stenl Richard Stenl Emma Stenl. Muschenheim. Mühlheim b. Ofsenbach, Homburg v.d. H., 22. Dezember 1914. Nachdem der seitens Kgl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. dem hiesigen Zweigverein zwecks Einrichtung einer Verbandstation bisher überlassene Wartesaal III./IY. Klasse auf Aufforderung der genannten Behörde alsbald geräumt werden mußte, wurde der Dienst an unsrer Verbands- und Erfrischungsstation bis auf weiteres eingestellt. Den Herren und Damen, welche sich bisher in aufopferungswilliger Weise in den Dienst der guten Sache gestellt haben, sei hiermit seitens des Vereins, auch auch im Namen der Verwundeten, deren Leiden sie lindern halfen, herzlicher Dank ausgesprochen in der sicheren Erwartung, daß sie im Bedürfnisfalle unseren wackeren Kriegern wieder wie bisher ihre Hilfe zuteil lassen wenlen. Gießen, 22. Dezember 1914. 12534 Alice-Fpauen-VereiD. ZwepreiB m Roten Kreuz. Nähmaschinen Geldkassetten, Geldkörbe Wertpapier - Kasten sind passende Weihnachtsgeschenke. Grösste Aus- Fr. Krogmann Rnhnhnfstr 20 DoKnk«fp4- on Bahnhofstr. 30 Bahnhofstr. 30 / Fürs Vaterland starb in Russland unser lieber Bundesbruder Heinrich Stier, cand. phil. Kriegsfreiw.-Gefreiter im Inf.-Regt. Nr. 222. Die Landsmannschaft Darmstadtia. 12515n Er starb so früh und wird so sehr vermißt. Er war so lieb, so treu und gut, daß man ihn nie vergißt. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 4. Dezember in Rußland mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der glückliche Vater seines Kindes, unser lieber hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Neffe. Heinrich Grün F.rsate-Renervlnt im Infant.-Regiment Nr. 49, 5. Komp. im Alter von 24 Jahren. Es ist das zweite Opfer, welches unsere Familie dem Vaterlande bringt. In tiefer Trauer: Fran Anna Grün, geb. Klinket and Kind Familie Chrlwtian 8r(in Familie Karl Grün Familie Wilhelm Gr.in Familie Karl Klinket Familie Lndivlg Klinke! IV. Lollar, Hilden, den 22. Dezember 1914. 12550 LbtthkWtr fiiinitarein |ii Sielen. Am dritten WeihnachtLseicrlag, vormittags 11 Uhr. findet in der Ausstellung im Turmhaus gemiib S 2 der Salzung öffentlich die Verlosung ooil AurechWeineil auf Kunstwerke unter den Mitgliedern des Bereins statt. Zur Bciwohnung an dieser Verlosung wird ergebenst eiugeladen. Ter Borstand des Oberhesffschen Kunstvereins. Keller _ Oberbürgermeister. _ 1253 ID Licht-Spiel-Haus Vom 19. bis inkl. 23 Dezember 1914: Von Indianer überfallen Spannendes Wild-West Drama in 3 Akten. Die neaeate Krlegaberlehlerstattung im Film. Aktualität. Liebe kennt kein Hindernis Feinsinniges Lustspiel I» 3 Akten. (12507a Wer bleibt Sieger, Tolle Komödie. nilitür ohne Charge zahlt Werktage die Hüllte. Voranzeige: Ab Freitag, den 25. Dezember. NureinigeTage! ,DieBergnacht“Romantisches Schauspiel in 3 Akten aus der Zeit des Tiroler Bauernaufstandes, mit Henn; Porten i. d. Hauptrolle. Christbäume Heute treffen noch 2 Sendungen 08488 am CasS ErnftLudwig beim Stoötthcatcr ein. Gröfftc Auswahl. Billigste Preise. Telephon 812. W . Hankel Neuen Baue 7. Zurückgesetzte li 11111111111111111 III 11H111 r 1111111111 f 1111111111111111111111 i 111111111 i I li I r 1111111111111111111 TTTTT ITH weit unter Einkaufspreis. "MC Gg. Appel Seltersweg 56. 12528 Wollen Sie billig Apfelsinen u. 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Feiertag), nachmittags 37, Ubr: Volks-Preise 1 Volks-Preis* I ♦ Kindervorstellung 4 Aschenbrödel WeihnachtSlomödie mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von E- 21. Görner. Ende 6 Uhr. Abends 77* Ubr Gewöbnl.Preiielermäbigti Wie einst iw Mai Poffe mit Gesang und Tan» in 4 Bildern v. Rudolf Ber- nauer 11 . Rudolph Schanzet. Musik von Waller Kollo und Willv Brcdschneider. Ende 107. Uhr. Soldaten vomFeldwebcl abwärts zahlen bei allen Bor- stellungcn ausLu.3. Parkett nur halbe Preise. 1125396