Rr. 300 Zweites Blatt 164. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener Lamtllenblätler" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatl fflt den Kttis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seil- ftagen" erscheinen monatlich zweimal. General-Anzeiger für Cberhejsen Dienstag. 22. Dezember M4 Rotationsdruck und Verlag der Brühlhche» Universitäls - Buch- und Sieindructerci. R. Lange, Gießen. Schriltleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul- straße 7. Geschäitsstelle u.Berlag:^^S1,Schrill- leilung: fca#I12. Adresse iür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Der neue Pharao. Ein ireuer Herrscher hat den sagenhaften Thron der Pharaonen in Aegypten bestiegen. Nach sangen Bemühungen ist es den Engländern gelungen, in der ägyptischen Königs- sanrilie einen Nachfolger jür den von ihnen aus dem Lande vertriebenen Khediven Abbas Hilmi zu finden. Prinz Hussein Ke mal heißt der neue Fürst, der allerdings nicht als Khedive, sondern als „Sultan" über das heilige Nilland herrschen soll. Er ist ein Sohn des Khediven Fsmael und der Onkel des vertriebenen Abbas II. Die Engländer folgen also ganz ihrer üblichen Taktil in der Beherrschung fremder Völker: sie ernennen ein Mitglied der alten Tynastte des Landes zum Schattenkönig, um durch ihn ihre Gewaltherrschaft über die Eingeborenen auszuüben. Dieses System hat sich in Indien bewährt, wo den eingeborenen Fürsten eine scheinbare Regierungsgewalt ebenfalls überlassen wor- den tst, während sie in Wirklichkeit natürlich nur die gekrönten Handlanger der englischen Regierung sind, die sie zum Dank für ihre Willfährigkeit mit Orden und Ehren, überhäuft. Der neue Schattensultan, der sich, offenbar erst nach einigem Widerstreben, bereitgesünden hat, den Thron seines vertriebenen Neffen zu besteigen, erscheint zum Werkzeug der englischen Machthaber besonders geeignet. Der sechzigjährige Mann wurde am Hofe Napoleons III. erzogen und gilt als ein europäisch.gebildeter Mann, der sich namentlich um die Entwickelung der ägyptischen Landwirtschaft verdient gemacht hat. Fm Volke freilich, das dem ver- hannten Khediven sehr anhängt, genießt er keine besondere Beliebtheit, und die Aegypter dürfte die Kunde von seiner Ausrufung zum Sultan ziemlich gleichgültig lassen. Wie lange wird die Herrschaft des neuen Pharao über das Land der Pyramiden dauern? Es dürste noch- einige Zeit währen, bis wir die Antwort auf diese Frage erhalten. Er wird genau so lange herrschen, ime seine Beschützer die Engländer, und die Dauer dieser Herrschaft hängt von den Erfolgen ab, die die Türken in ihren Operationen gegen Aegypten erzielen. Ueber die Lage im Nillande hören wir sehr wenig. Die Engländer üben eine eiserne Zensur und unterdrücken alle ungünstigen Nachrichten. Eins ist gewiß: die britische Regierung macht die größten Anstrengungen, um den Sueztanal gegen den Angriff der Türken zu verteidigen. Aus England, aus Indien, aus Kanada unb 1 Australien sind Truppen nach Aegypten geworfen worden. Künstliche Ueberschiwenrmungen, die das zur Bewässerung dienende Kanalsystem ermöglichten, erschweren die Annäherung an das Kanalgebiet und verkürzen die Verteidigungslinie. Die türkischen Angriffe gegen den Kanal, die vor einiger Zeit gemeldet wurden, sind nur Vorposten ge fechte gewesen, an denen vor allem Beduinen teilnahmen. Die türkische Hauptmacht wird erst jetzt gegen den Nil in Bewegung gesetzt werden. Die Verpflegung und der Transport sind in dem straften- und wasserarmen Lande sehr schwierig, und das Vorbringen schwerer Artillerie wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Aussichten eines Aufstandes in Aegypten selbst erscheinen aber, wie vortreffliche Kenner des Landes versichern, vorläufig gering, denn die britischen Besatzungstruppen machen jede Auflehnung: der Eingeborenen unmöglich Erst wenn die Türken die ersten Erfolge errungen haben werden und im Lande festen Fuß gefaßt haben, wird die nationalistffche Bewegung gegen die Fremdherrschaft ausbrechen. Dann ällerdin^ mit elementarer Gewalt, die den Zusammenbruch der englischen Herrschaft unvermeidlich machen wird. Die Engländer geben sich über diese Gefahr keinen Täuschungen hin, und sie versuchen deshalb, alle Notablen und einflußreichen Kreise in Aegypten durch Versprechungen von liberalen Reformen zu gewinnen. Doch gerade der Umstand, daß die sonst so stolzen und selbstbewußten Herren jetzt mit einem Male so freundlich und entgegenkommend geworden sind, zeigt den Eingeborenen, wie ängstlich und unsicher sich die Engländer fühlen, und trägt dazu bei, die Hoffnungen der Patrioten auf die endgültige Befreiung zu beleben. Die ägyptische Bevölkerung ist ruhig, aber es ist die Ruhe vor dem Sturm, und der erste türsische Sieg auf ägyptischem Boden wird die verborgenen und unterdrückten Leidenschaften wild und verheerend aufflammen lassen. Ohne schwere Kämpfe werden die Türken ihr Befteiungswerk nicht vollenden können; darüber ist man auch in Konstantinopel keinen Augenblick im Zweifel. Aber die Stimmung der maßgebenden osmanischcn Kreise ist dennoch durchaus zuversichtlich!. Und der Widerhall, den der Aufruf des Kalifen zum heiligen Krieg in. allen Teilen der islamitischen Welt findet, stärkt das Vertrauen auf den endlichen Erfolg. Dann wird Abbas Hilmi wieder unter der Fahne des Propheten den Thron seiner Väter besteigen, und von dem Schattenkönig Hussein wird es eines Tages heißen, wie in Tausend und einer Nacht: Es war einmal ein Sultan... Kairo, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Der neue Sultan von Aegypten hielt gestern seinen feierlichen Einzug, in den Abin-Palast. Auf dem Wege durch die Stadt wurde er durch die Volksmenge lebhaft begrüßt. Aga-Khan, der Führer der indischen Mohamtnedaner ist hier emgelrofsen, um an der Feierlichkeit der Thronbesteigung des Sultans teilzunehmen. Aus dem Reiche. Ein Aufruf deutscher Volkswirtschaftslehrcr! Berlin, 20. Dez. Die Professoren der Nationalökonomie an der Universität Berlin, A. Wagner, G. V. Schmoller, M. Gering, H. Herkner, K. Vollöl erlassen im Verein mit den Physiologen M. Rubner und N. Z u n tz, dem Mitgliede des Reichsgesundheitsamtes Geh. Rat Prof. R o st, dem Rektor der Berliner Handelshochschule Prof. Eltzbacher und dem Herausgeber der „Sozialeir Praxis" Prof. E. Francke den folgenden Aufruf: Die englische Regierung, die den Weltkrieg gegen uns an- stistete, führt ihn in der hinterhältigsten Weise. Entgegendem Völkerrecht unterbindet sie die Zufuhr von Lebensmitteln und Roh st offen, die für Deutschlands un- bewaffnete Bevölkerung bestimmt sind. Die englische Regierung wird, wie sie verkündete, den Krieg in die Länge ziehen, damit am Ende des Erntejahres Hunger und Not uns zu einem schimpstichen Frieden zwingen, die Siege zu Nichte werden, die unsere Tapferen in offener Feld- und Seeschlacht errangen. Diese Pläne durchkreuzen zu Helsen^ ist jeder von uns daheinr- gebliebene, ob Mann, Weib oder Kind, berufen. Das deutsche Volk muß mit ausreichenden Vorräten in das nächste Erntejahr eintreten. Dies ist möglich, wenn jedermann, der Reiche wie der weniger Bemittelte, seine Lebensweise dem anpatzt, was unsere Landwirtschaft zu bieten hat. Die Hanptregeln sind: 1. Geht ehrerbietig und haushälterisch um mit allen nutzbaren Stoffen, verwendet sorgsam jeden noch irgendwie brauchbar«! Abfall. 2. Eßt Kriegsbrot lK-Drvt) und fordert solches von Euren Bäckern. Es ist nahrhaft und schmackhaft wie ungemischtes Roggcn- oder Weizenbrot. Kartoffeln sind reichlich vorhariden. Das Brotgetreide aber reicht nur aus, wenn 10—20 Potent Kartoffeln! eingebacken, oder wenn weniger Brot und mehr Kartoffeln genossen werden. 3. Laßt das Weizenbrot (Brötchen, Knüppel, Schrippen, Senr- melnl in der Hauptsache den Kranken und Schwachen, schränkt vor allem den Verbrauch von Kuchen, Swllen und anderem feinen Gebäck miss äußerste ein, denn an Weizen und Weizenmehl fehlt uns ein Drittel des bisherigen Bedarfs. 4. Spart an Fleisch, an Fett und Butter. Jetzt besteht zwar ein reichliches Angebot an Schlachttieren, weil vielen Landwirten die ausländischen Futtermittel fehlen. Daraus folgt aber nicht, daß man nun um so mehr Fleisch verzehren dürfte. Geschieht dies, so wird das Angebot bald sehr knapp iverden. Vielmehr ist der Fleisch-, Fett- und Butterverbranch schon jetzt einzuschränken, damit unser Volk später keinen Mangel leide. Wer es kann, sammle sür seinen Hausbedarf einen . Vorrat an Dauerware (geräuchertem Schinken und Speck, Dauerwurst) und Schmalz und zwar bedächtig und ohne Ueberstürzung. 5. Die Grundlage der Ernährung müssen einheimische Pflanzenstoffe bilden: Karwffeln, Roggen, Weizen, Hafer, Buchweizen, Gemüse, frisches und eingemachtes Obst. In ausgiebiger Weise kann Zucker verwendet werden. Zucker, fast überreichlich vorhanden, ist ein vorzügliches Nahrnngs- und Ersatzmfttel für Fett und Butter. Dazu genieße man Milch und Käse, namentlich auch Magermilch und Magerkäse, die durch ihren Eiweißgehalt ein vortrefflicher Fleischersatz sind. Es lassen sich aus den in genügendem Maße verfügbaren Stoffen sehr mannigsaltige und nahrhafte Speisen beretten. Nicht die Not, sondern die Vorsorge gebietet die planmäßig« und veränderte Lebensführung, die wir empfehlen. Die fleinen llnbeguemlichkellen, welche sie mit sich bringen mag, wird jeder gern auf sich nehmen, in dem Gedanken, damit das Werk derer zu fördern, die im Felde und aus der Sec ihr Leben uich ihre Gesundheit freudig sür unser teures Vaterland einsetzen. Minister v. Breitenbach hat den sämtlichen preußisch- hessischen Eisenbahndirektionen ein „Merkblatt" über den sparsamen Verbrauch von Nahrungsmitteln für die Dauer des Krieges mit dem Aufträge zugehen lassen, das Blatt in allen Warte- und Spcisesälen, in den Kanttnen, Ucbernach- tungs- und Ausenthaltsräumen des Personals, sowie bei sämtlichen Dienststellen aushängen zu lassen. Sluch allen Amtsblättern ist das „Merkblatt" als Beilage mitzugeben. * Zurückstellung von der Einberufung. Berlin, 19. Dez. (Nichtamtlich.) Zur Aufklärung: der beteiligten Kreise weist die „Nordd. Allg. Ztgc" darauf hin, daß die stellvertretenden Generalkommandos ermächtigt: sind, nach Wochen berechnete Zurückstellungen von Mannschaften der Landwehr, der Ersatzreserve und des Landsturms ohne Rücksicht auf d-ie Berufszugehörigkeit dann zu verfügen, wenn ein staatliches Interesse vorliegt oder Rücksichten ans das Allgemeinwohl dies erheischen. Den! Betrieben soll hierdurch Gelegenheit geboten werden, sür geeigneten, nicht dienstpflichtigen Ersatz und seine Einarbeitung zu sorgen. Gelingt dies in einzelnen Fällen trotz nachweislich ernstlicher Bemühungen nicht, so können und werden die stellvertretenden Generalkommandos Wiederholungen der befristeten Zurückstellungen eintreten lassen. Unvereinbar mit dem Grundgedanken der allgemeinen Wehrpflicht aber wäre es, die Angehörigen ganzer Berufsklassen, z. B. die Leiter landwirtschaftlicher Nebenbetriebe, Borschnitter, Müller usw., wenn ihre Vertretung durch nicht- dienstpflichtige Personen möglich ist, dauernd von der Einberufung zu befreien. Eine Entlassung bereits eingestellter Leute hars nur im äußersten Notfall erfolgen. Der Kaiser empfing vor seiner Abreise zur Frrmt den Professor Lucas von C r a n a ch, unseren bekannten Schmuck- künstler, zur Ueberreichung eines Kriegsringes. Der Kaiser sprach dem Künstler, wie uns mitgeteilt wird, seine Befriedigung über die künstlerische Arbeit aus. Durch Verordnung des Bundesrates vom!,' 19. Dezember ist die bisher bestehende 68 Kilogrammgrenze bei G e r st e gestrichen worden, so daß vom 24. Dezember cur ein einheitlicher Höchstpreis für Gerste aller Gewichte bestehch Dieser Gerste-Höchstpreis ist überall dem Roggen-Höchstpreis gleichgesetzt worden, so daß er z. B. in Berlin 220, in Leipzig 225 und in München 237 Mark beträgt. Aus Ostpreußen. Die für Ostpreußen sehr bedeutsame Frage, wieviel von den Geflüchteten nach dem Kriege in die verwüsteten Landesteile zurückkehren werden, beantwortete bei der Beratung der Kriegshllfskommission für Ostpreußen Oberpräsident von Batockt dahin: man werde mit dem Verlust von zweihunderttausend bis dreihunderttausend Menschen rechnen müssen. Da Ostpreußen schon vor dem Kriege keinen Ueberschuß an Arbeitskräften besaß, würde ein solcher Vorgang erst recht die Notwendigkeit einer scharfen inneren Kolonisation ergeben. Der Weihnachtsgruß des bayerischen Kö- nigspaares an seine Truppen im Felde. Das Königspaar von Bayern hat den bayerischen Truppen im Feld nachstehenden Weihnachtsgruß gesandt: „Zum Weihnachtsfest gedenke ich gaitz besonders herzlich aller meiner! lieben Landeskinder, die fern von der Heimat vor dem wa§ Zrankreichs Heerführer lesen. Was Frankreichs Heerführer lesen, wenn sie während des Krieges dazu Muße haben, darüber macht das Pariser „Journal" etwa folgende Mittellungen: der Generalissimus Jossre, der wie Napoleon mll 5 Stunden Schlafes auskonrmt, liest vor dem Einschlafen täglich, und zwar die Bibel, dieses große Soldatew- buch: er soll in der Exegese wohl bewandert sein. Uebrigens liest er die Bibel in lateinischer Sprache und hat eine schöne alte Ausgabe. Gallieni, der Oberbefehlshaber in Paris, der, wie schon der Name verrät, italienischer Abkunft ist, zeigt dies mich in seiner Lektüre: er liest Manzonis „promessi sposi", selbstverständlich nicht in Ueberseyung, sondern in italienischer Sprache. „Eine Stunde Lektüre täglich," so soll er sich geäußert haben, bringt mll mehr Erholung, als ein ganzer Monat Ruhe. Man muß aber große Bücher lesen. Dieser wunderbare Roman ist die „Bibel des Herzens"!" General Castelnau. der sehr volkstümlich ist, und dessen Name, seit er lln Kriege einen Sohn eiw- gebüßt hat, besoirders viel genannt wurde, ist ein Mystiker. Er liebt es, religiöse Bücher und Heiligengeschichten zu lesen. Es ist nicht lange her, daß ein ftanzösischer Schriftsteller, Joseph Fahre, dem diese Neigung des Generals bekannt war, ihm eins seiner Werke schickte, nämlich das Mysterium „Die Befteiung von Orleans" in zweller Auflage. Casieliuru soll dem Schriftsteller dafür in etwa folgenden Worten gedankt haben: „Lieber Herr und teurer Patriot! Zwischen zwei Ritten zur Front beelle ich mich, Ihnen für Ihre schöne Smdung zu danken. Indem Sie dafür kämpften, den Kult unserer heiligen Jungfrau von Orleans zu verbrellen, haben Sie an unserer Seite für die Unabhängigkeit unseres Landes, die Ehre und die Reinheit unserer Rasse gekämpft: indem Sie unsere Heldin von einst erhoben, haben Sie mächtig dazu beigetragcn, die Helden von heute zu schaffen, die, das können Sie mir glauben, im Volke unseres Frankreich, zahlreich sind. Seien Sie bedankt und gesegnet. Gott erhalte Sie, und die hellige Johanna von Arc stehe Ihnen bei!" — General Pan liest in den kmzen Augenblicken sicher Ruhe mll Vorliebe die Werke von Möllere und die Gedanken von Waise Pascal. ;— Neues von der Dresdner Galerie. Wie die „Kunstchronik" berichtet, hat Dr. Posse, der Leiter der Dresdner Galerie, bevor er ins Feld rückte, noch eine wichttge neue Anord- nuno ln der Sammlung vorbereitet: die neue Aufftellung von vier der sechs alttllederländischen Teppiche, die vorher mll den raffael- schen Tepvichcn gemeinsam in dem runden Oberlichffaale der Galerie hingen. Dort hatten sie seit dem Jahre 1853 ihren Platz, nachdem sie (aus den Vorräten des König!. Schlosses in die Galerie überführt worden waren, und sie waren hier in fast senkrechtem Lichte so ungemein unglücklich aufgestellt, daß sie nicht allein ganz um ihre Wirkung kamen, sondern auch in ihrem hohen künstlerischen Werte völlig unbeachtet blieben, obgleich sie ihre wundervolle Farbenpracht und ihre seltene Erhaltung zu einem Schatze ersten Ranges stempeln. So konnte es geschehen, daß erst im vorigen Jahre der Dresdner Kunstgelehrte Ernst Kumsch den Zusammenhang zwischen einigen dieser Teppiche und bekannten Dürrrschen Sttchen entdeckte. Durch Passes neue Aufstellung sind nun diese Teppiche in all dem Glanze ihrer Zeichnung, ihrer Farben und des Goldes geradezu neu gewonnen worden und bilden nun Prachtstücke der Dresdner Galerie. Sie wurden in der Mitte der langen Niederländer-Galerie ausgestellt, wo sie durch Seitenlicht von Norden in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung kommen. Einige Kabinette sind hier in einen einzigen, in zurückhaltenden Farbentönen ausgestatteten Raum verwandelt worden; auf vier Scherwänden hängen einige wenige Gemälde von Rnhsdael, Hobbcma und Metsu. sowie Vermeers köstliche Briefleserin zwischen den zwei kleinen Bildnissen von Frans Hals, so daß hier eine Art Tribuna von Meisterwerken der holländischen Kunst enfftanden ist. — Wiener Kunstleben im Krieg«. Der Krieg hat im Wiener Kunstleben schwerwiegende Spuren hmterlassen. Wie wll einer Mitteilung der Knnstchvonik entnehmen, sind die beiden kunsthistorischen Museen seit Mitte August geschlossen und werden vor- läusig auch nicht wieder eröffnet werden, da eine große Anzahl von Beamten und Dienern zum Milllärdienst einberufen ist. Auch in der Hasbibliothek konnte der normale Betrieb ebensowenig wie in der Erzherzaglichen Kunstsammlung Alberttna aufrecht erhalten werden. Die hier beschäftigten Herren stehen zürn größeren Tell lln Felde, oder sind sonst in Milllärdiensten beschäftigt. Die Benutzung der beiden letzteren Sammlungen wird daher nur ausnahmsweise zu besonderen wissenschaftlichen Zwecken gestattet. Ebenso hat das Museum der Stadt Wien seine Pforten geschlossen. Die Staatssammlungen aber vertreten den trefflichen Gesichtspunkt, gerade während des Krieges dem Publikum ihre Schätze nach Möglichkeit zugänglich zu machen und so weiteren Kreisen die Gelegenheit zu künstlerischer und wissenschaftlicher Anregung nicht gänzlich zu nehmen. Die Slaatsgalerie, deren Aufsichspersonal aus Invaliden besteht, blieb im ganzen Umfange zu den gewohnten Stunden geöffnet: das Oesterreichische Museum für Kunst und Industrie ermöglicht den Besuch und di« Benutzung i>n Bibliothek in einer herabgesetzten Zahl von Sunden. Der Besuch dieser Staatssanrm- lungen ist sehr gut. Im übrigen wurde durch den Krieg das Wiener Kunstleben völlig brachgclegt; das Gebäude der Sezession und der größte Teil des Künstlerhauses wurden zu Spitälern des Roten Kreuzes eingerichtet. — Deutsche Frauen. Aus Kassel schreibt uns ein Mit- arbeller: Mit Bedauern las ich dieser Tage, daß einer meiner Bekannten, ein blutjunger, hoffnungsvoller Leutnant, den Heldentod gelunden hatte. Diese Nachricht ging mir sehr nahe. Ich mußte an die alte Mutter deS fröhlichen Jungen denken; wie sie wohl den Verlust ihres Einzigen auffaffen würde? Ich traf sie aus der Strohe und sprach sie an, um ihr mein Beileid auszudrücken. Sie sah überrascht aus; ,Ja, ich habe ihn hingebe» müssen: aber sagen Sie, ist er nicht eines herrlichen Todes gestorben? Sein Bursche Ichrieb mir und das Bataillon bestäligle es, dreißig Schrille vor der Front bei einem Sturm ist er geiallen! Denken Sie, dreißig Schritte vor der Front I Ist das nicht ein schöner Tod? Mein Junae, nein, ich kann nicht trauern, das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse schmückte seine Brust; kaum 18 Jahre alt, hat er, wie mir geschrieben wurde. Hervorragendes geleistet. Als Leutnant hatte er Aulgabcn auszusühren, wie sie andere nicht so leicht erhalten. Noch am Tage vor seinem Tode brachte er von einem Patrouillengang eine äußerst wichtige Meldung mit, dt- am nächsten Tage der Anlaß z» einer siegreichen Schlacht wurde. Beglückt schrieb er mir, daß sein Oberst und sein General ihn gelobt hätten. Sie sollten seine Briete lesen! Keine Zagheit, keine Klage, nur dar Glücksgetühl, seinem Kaiser und seinem Vaterlande dienen und sür sie sterben zu können, ersüllte ihn. Sein Kaiser ging ihm über alles. Schon als kleiner Junge sang er stolz: »O Aegtr, Herr der Fluten.' Das wußten selbst meine Lieferanten, denen er das Lied des Kaisers ost Vorsingen mußte Einmal bat man ihn auch in einem Drün- warentaden darum. Was glauben Sie, mein Junge blickt sich um, schüttelt den Kops und sagt: ,Für diesen Raum ist mir das Lied meines Kaisers zu schade I' Und dar mit fünt Jahren! Nun tst er sür seinen geliebten Kaiser gestorben. Er hat den Tod nicht ge- türchtet. Wenn doch sein Vater noch dar alles erlebt yätie I Ich kann über den Tod meines großen, heldenhatten Jungen ,ncht trauern. Nach dem, was ich Ihnen gesagt bade, werden Sie mich, verstehen!' Nach dem Geständnis dieser großen Seele schien mir' jedes Wort banal. Ich zog meinen Hut vor dieser deutsche» Fra» lteser, als ich es sonst zu tun pflegte. Feinde stehen Ich gedenke ihrer mit Stolz und Dank in vertrauensvoller Zuversicht, das; ihre opferfreudige Pflichterfüllung von Erfolgen gekrönt sein wird, die die Gewahr dafür bieten, daß künftig niemand mehr ivagt, die deutschen Weihnachtsfeiern zu stören. Ludwig." — „Vom Weih- nachtSbaum eile» meine Gedanken hinaus zu euch wacheren Soldaten, die ihr das Weihnachtssest nicht im Familien- kreise feiern könnt. Aber eines möge euch beruhigen. In jeder Stadt und in jedem Dorf sind aufopfernde Hände bemüht, eure Ängehörigen vor Not zu bewahren und euren Kindern eine Wcihnachtsfreude zu bereiten. Damit zollen wir euch den Dank des Vaterlandes, von dessen Greifen ihr den Schrecken des Krieges ferngehalten habt. Gott befohlen! Maria Therese." Der ehemalige Reichstagsabgcordnete Dr. Weill in französischen Diensten. Ter „F-igaro" veröffentlicht eineil Brief des cheinaligen ReickMagsabgeord- neten für Dtetz, Dr. Weil l, an seine Freunde, worin er seinen ani 5. August erfolgten Eintritt in die französische Armee bestätigt und gleiünzeitig zu reclft- fertigen sucht. Er sei überzeugt, dadurch seine Pflicht als sozialdemokratischer elfaMothringiseher Reichstagsabgeordneter getan zu haben. Der offene Pries Weills ist von einem großen Teil der Pariser Presse übernommen worden. — Der „Vorwärts" erklärt: „Jedenfalls werden sich die Partei und der Fraktionsvorstand mit dieser Angelegenheit noch beschäftigen-" Heer und Flotte. Veränderungen im Bestand der Kriegsflotten seit Beginn des Krieges bis Ende November 1914. Dem soeben zur Ausgabe kommenden Nachtrag zu Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten (München, I. F. Lehmanns Verlag, 50 Psig.) entnehmen wir nachstehende interessante Angaben. Die Schiffsbestände der Staaten Argentinien, Brasilien, Chile, Norwegen und Türkei haben sich dadurch zuungunsten dieser Lälider verändert, daß England die für sie im Bau befindlichen Schiffe ohne weitere Verhandlungen in Besitz genommen hat. Dadurch vermehrt sich die Zahl der englischen Kriegsschiffe um neun Stück, was immerhin einen wesentlichen Wertzuwachs bedeutet. Außerdem hat England seine Flotte dadurch zu vermehren gewußt, daß es durch eine erhöhte Bautätigkeit eine Reihe von Schiffen rasch vollendete. So sind nicht weniger als 3 Linienschiffe in der Zwischenzeit fertig geworden, 2 Großkampfschifse werden Anfang 1915, 2 weitere im Frühjahr 1915 fertig, so daß 'England im Frühjahr 1915 über 7 weitere Großkampsschiffe verfügt. Ferner hat England eine ganze Reihe ausrangiert gewesener Schiffe wieder in Dienst gestellt, so daß, trotzdem es seit Beginn des Krieges nicht weniger als 17 Schiffe im Gesamtgewicht von 129 220 Tonnen verloren hat, es noch besser dasteht, wie zu Beginn des Krieges. — Die Verluste unserer anderen Feinde, die gleichfalls einzeln aufgeführt sind, sind im Vergleich zu England unwesentlich. Es find 12 Schiffe mit einer Wasserverdrängung von 23 340 Donnen. Diese Veränderungen in den einzelnen Gruppen sind im Nachtrag von Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten in sehr instruktiver Weise zusammengestellt, indem bei jeder Schiffsklasse und jedem Land angegeben ist, wie groß der Schisfsbestand Anfang August war, was durch Verluste abhandeu gekommen, was im Laufe des Krieges durch Stapellaus oder Erwerbung neu dazu gekommen ist. Sehr interessant sind auch die Aufstellungen bezüglich der Handelsschiffe, die in den Dienst des Heeres gestellt worden sind. Wir finden in England z. B. nicht weniger wie 97 große Handelsdampfer mit etwa über 300 000 Tonnen, die als Hilfskreuzer zum Schutz des Handels und zum Truppentransport zur Verfügung stehen. Für sonstige Kriegszwecke sind> 36 Schiffe gemietet, für Lazarettzlvecke 13 Schiffe, außerdem sind 550 kleinere Fahrzeuge für Zwecke der Kriegsmarine heran- gezogen worden. 20 Abblldnngen führen uns die Haupt- lypen der in den verschiedenen Ländern fertiggestellten neuen Schisse vor. Eine zweite wertvolle Ergünzuirg wird Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten dadurch erhallen, daß die deutsche und österreichische Kriegsflotte, über die es bisher verboten war, Mitteilungen zu machen, nunmehr sreigegeben sind. Verlustliste. Landwehr-Jnfantrrie-Rcgimcnt Nr. 116, Darmstadt. Gießen, Friebbcrg i. Hess. Gefechte vom 17. bis 30. XI. 14. 2. Kompagnie: Wehrm. Adam Jacob, Lorsch, Bensheim, lvw., b. d. Tr. 9. Kompagnie: Uffsz. Georg Schmidt, Hartershausen, tot. — Utffz. Joha, Waldzell, Lohr, lvw. — Gefr. Heinrich Fecher, Secligstadt, Offendach lvw. — Wehrm. Heinrich Neun, Wenings, Büdingen, schvw. — Wehrm. Ludw. Miesenbach, Niederrod-Langen, lvw. — Wehrm. Peter Jos. Grimm, O.-Marnstiege, lvw. 10. Kompagnie: Wehrm. Joseph Maier, Hainstadt, Offenbach, lvw. 12. Kompagnie: Wehrm. Phil. Svrurckel, O.-Florstadt, Friedberg, lvw. — Wehrm. Heinrich Schaupach, N.-Florstadt, lvw. — Wehrm. Martin Appel, Kl.-Krotzenburg, Hanau, lvw. Landsturm-Bataillon IV Darmstadt. Gefecht am 28. XI. 14. 1. Kompagnie: Utffz. Philipp Eder, Sprendlingen, Akzetz, schvw. — Utffz. Joses Gerst, Höchst a. M., vw. — Gefr. Kvrl Neuhaus, Eckern, Lüdenscheid, tot. — Landsturmm. Peter Germrot h, Worms, schvw. 3. Kompagnie: Off.-Stellv. Schoolmwrn, schvw. — Feldw Arnold Mohr, Biebrich, tot. — Vizefeldw. Aböls Fraund, Maulofs, Usingen, vw. — Utffz. Karl Seniler, Grünberg, lvw. — Uffsz. Jakob Best, Worms, low. — Uffsz. Franz Fry, Bockenrod, Alzey, kvw. — Utffz. Konrad Löchcl, Deckenbach, Alsfeld, lvw. — Uffsz. Johann Rödel, Obersdorf, Lichtcnsels, lvw. — Gefr. Wilhelm Heiß, Kraftsolms, Wetzlar, tot. — Ldstm. Wilh Westenberger II., .Hornau, Obertaunus, tot. — Ldstm. Pet. Heinr. Mank, Wehrheim, Usingen, tot. — Ldstm. Ludwig Löw, Dvrffvril, Usingen, tot. — Ldstm. Ferdinand Müller, Poppenrod, Kissingcn, tot. — Ldstm. Christian Dommermuth, Boten, Unterwcsterwald, verm. — Ldstm. Engelbert Franz Sartory, Augsbing, verm. — Gesr. Ludwig Berlhold, Homburg v. d. Höhe, lvw. — Gcsr. Friedffch Dorn, Weinbach, Oberlahn, lvw. — Gesr. Aböls Merz, Michelbach, Usingen, lvw. — Gefr. Karl Rühl, Emmershausen, schvw. — Gefr. Karl Beidt, Rod a. d. Weil, schvw. — Ldstm. Otto Becker, Elsenfeld in Bay., lvw. — Gefr. Theodor Diehl, Oellingen, Obenvcstcrwald, lvw. — Gefr. Ludwig Hofsmann, Usingen, lvw. — Ldstm. Jakob Tippe, Offheim, Limburg, lvw. — Ldstm Theovhll Depot, Bernhardtsweiler, lvw. — Ldstm. Georg Fricdel, Ncuhcidhof in Bay„ lvw. — Ldstm. Adolf Groitzsch, Groitzsch in Sa., schvw. — Ldstm. Johann Gottschalk, Sfferstadt i. Taunus, VW. — Ldstm. Johann Jung, Offheim, vw. — Ldstm. Johann Kaul, Okriftel, Höchst a. M., schvw. — Ldstm. Heinrich Klum, Wolfenhausen, Obcrlahn, lvw — Ldsffn Arnold Knapp, Dauborn, Limburg, lvw. — Ldstm. Wilh. Herkersdorf, Alfftadt, Oberwesterwald, schvw. — Ldstm. Georg Knaus, Astrrrode, Ziegenhain, lvw, — Ldstm. Kurt Mestlin, Breslau, lvw — Ldstm. Friedrich Reuter, Rcichenbach, Usingen, lvw. — Ldstm. Joses Schmidt, Vilmar, Obcrlahn, lvw. — Ldstm. Äug. Stahl, Dauborn, Limburg, lvw. — Ldstm Josef Stciof, Lahr, Limburg, schvw. — Ldstm. Johannes Wild, Pommelsbrunn, Hers- bruck, schvw. — Ldstm. Johann Emil Lich, Londorf, Gießen, lvw. Au» Stavt smO CanOw Gießen, 22. Dezember 1914. Auf dem Felde der ILhre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Ernst Hecrmann, Sohn von Plärrer Heermonn in Marburg. — Res. Adam Jpoimnnn, Jnl.-Rgt. 167, aus Sarnau. — Jäger Friedrich Möller, 2. Bayr. Jäger-Bat., aus AngerSvach. Res. Heinr. Karl, Res.-Jni.-Regt. 116, aus Obermoos.— Unteroff. Friedr. Ludwig Philipp, Jiff.-R> gt. 115, aus Ofsenbach a. M. — Lehraintsassefsor Wilb. Otto aus Darmstadl. — Jäger Ludwig Dteper, 2. Bayr. Jäaer-Bat., aus Reinheim. — Landwehrmann Heinr. Merle, Jns.-Regt. 87, aus Angenrod. - KriegSsteiw Gustav S p o e r e r aus Burgsolms. — KriegSlreiw. Berth. Naumann, Jnl.-Regt. 1 41, aus Wetzlar. — Landwehrm. Friedrich Bremo » d, Landwehr-Brig.-Ersatz-Bat., ans Tiesenbach. — Landwetirm. Ludwig Ferbcr, Landw.-Rcgt. 4l, aus Dorlar. — Dlusk. Aug. Schneider, Jnl.-Regt. 118, aus Dutenhole». — Uiileroff. d. Res. Karl Kort Haus, stuä. iux., Res.-Jns.-Regt.Ll8, aus Braunlels. . ** Ritter des Eisernen Kreuzes: Oberstabsarzt Dr. Reinhardt aus Rauschenberg. Geft. Daniel M ö h l aus Rauschenberg. Oberjäger beim Res.-Jäger- Bat. 24 Heinrich Kombach er aus Marburg. Usiz. Siegfried Rosenthal aus Friedberg. Res. Karl Diehl aus Braunfels, Jnf.-Äegt. 81. Gefr. August Schmidt aus Homberg, Ulanen-Regt. 6. Reservejäger Friedrich Hofmann aus Dorlar, Kreis Wetzlar, Jäger-Bat. 1l. Vizeseldwebcl Ernst Walter aus Manderbach. Leutn. W. Jäger aus Osfenbach, Jns.-Regt. 168. Ufsz. d. R. Georg Eichhorn aus Worms-Neuhansen, Jns.-Regt. 221. Usfz. d. R Heinr. Stroh aus Marköbel, Res.-Jns -Regt. 88. ** Militärische Ausbildung der Fugend. Am letzten Mittwoch abend tmterrichlete Herr Dr. Scharfer über „Gelände und seine Ausnutzurrg", Herr Kern über „unser Militärgewehr", Herr La mb y behandelte in packender, klarer Weise die Frag«: „Wie schießt unsere ArtUleric". Das ungünstige Wetter am Sonntag nachmittag hinderte nicht die gründliche Ausnutzung der vorgesehenen Uebungs- zeit. Während die eine Kompagnie in der Exerzierhalle die verschiedenen Schriftarten, insbesondere auch den Paradeschritt in der Gruppe, im Zug und in der Kompagnie energisch übte, wurde die andere Kompagnie in den einzelnen Zügen in den Gängen der Kaserne mit der Handhabung des Gewehrs, insbesondere mit dem Zielen vertraut gemacht. In der anschließenden Besprechung der Führer wurde festgestellt, daß man mit dem bis jetzt Erreichten zufrieden sein könne, und daß. der eingeschlagene Weg, der eine gründliche Vorbereitung verbürge, beibehalten werden solle. Nach Neujahr sollen im Anschluß an das Ersatzgeschäst Neuanmeldungen Aelicrer, die in Zügen für sich zusammengestellt werden, angenommen werden. Jugendliche unter 16 Jahren sollen nur bei besonderer körperlicher Entwicklung angenonrmen werden. Die nächste llebung findet Sonntag, 3. Januar, 2 Uhr, statt, die nächste Ueburigssstunde am Mittwoch (6. Januar) abend statt. — Kurzer WeihnachtS- uird Neujahrsur- laub. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit wird den Truppen, die sich im Bereich des 18. Armeekorpsbezrr^ befinden, nur ein kurzer Urlaub zu den bevorstehenden Feiertagen gewährt. Der Weihnachtsnrlaub währt vom Donnerstag mittag 12 Uhr bis Sonntag abend und der Urlaub zu Neujahr ist für die Zett vom 31. Dezenibec mittags bis 2. Januar 12 Uhr mittags festgesetzt. **Eisenbahn-uud Heeresdieufl. We groß die Beteiligung unserer wackeren Effenbahner an dem Kriege ist, erhellt aus einer soeben bekannt gewordenen Stattsttk. Bei Beginn des Feldzuges sind zum regelmäßigen Waffendienst in der Front sofort etwa 35 000 Wann einderückt. Ferner sind zum Betriebe der Eisenbahiren in Feindesland rund 42 MO Mann abgegeben worden. Es sind hiermit zurzeit 7 7 000 Bedienstete dem heimischen Eisenbahnbetrieb entzogen. Wenn man berücksichtigt, daß bereits seit Anfang November wieder ein „FriedensfahrPlan" in Kraft ^treten ist, der den Verkehr in einem allgemein anerkannten großen Umfang »»iederhergrstellt hat, und daß ferner sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr nahezu den Prozentsatz der Friedensstärke w-ieder erreicht haben und daß endlich für die ständigen ungeheuren Mili- tärtrcmsporte ein gewaltiges Personal nötig istt wird man ohne werteres zngÄen, daß die Eisenbahner und ihre Verwaltungen Meisterleistnngen vollbringen. ** Stad ttheater. Bon morgen Mittwoch ab werden im Theaterburean die Billetts für di« sämtlichen Vorstellungen der Weihnachtsfetertage angegeben. Am Mittwoch rmd Donnerstag dieser Woche ist die Theaterkasse von 10—1 Uhr geöffnet, am Freitag, den 1. Feiertag, von 11—1 Uhr. ** Die BezrrVskasse Gie Herr I. bittet um Bekanntgabe folgender Mitteilung: Mm 28. d. Mts. ist bei Großh. Bezirkskasse Gießen I t e iuZahl tag und es werden daher an diesem Tage dortselbst weder Zahlungen geleistet noch entgegen genommen. ** Postnachrichten. Das U mrechuungsv erh ält« nis für Postanweisungen aus Dänemark nach Deuffchland fft von der dänischen Poftverwaltung aiff IM Mt. ■= 89 Kronen festgesetzt worden. — Das Umrechnungsverhälttris für Postanweisungen aus S chwcd en nach Deuffchland ist von der schwedischen Poftver- waktinig «ff lM Mk. — 9Ö Kronen sestgffetzt worden. ** Einrichtungen des Po st »eitungsdieustes in Be l gie n. Am I. Januar 1915 tritt in Belgien ein deutscher Postzeitirngsdien st in Wiiksonrkerl. Es werden zunächst von den Poftanstalten in Brüssel und Verniers Bestellungen des Publikums auf deutsche Zeitungen und Zeitschriften angenommen. Die einzelnen Exemplare werden unter Umschlag mit der persönlichen Adresse des Beziehers gegen Erhebung des in Denffch- land geltenden Bezugspreises imd der im Zeitungsdienst der Feldpost Wichen Unffchlaggrbühr befördert. ** Ein« Bitte der P o st Verwaltung. Beim Herannahen des Jahreswechsels ist wiederum daraus anftnerksani zu machen, daß es sich dringend empfiehll, die Freimarken für Nenjahrsbricfe nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher^ 30 i kaufen, damit sich der Schalterverkrhr an dem genannten Tage ordnungsnräßig abwickeln kann. Auch liegt cs im eigenen Jntercffe des Publikums, daß die Neujahrsbriese frühzeitig aufgeliefert werden, und daß nicht nur auf den Briefen noch Großstädten. sondern mich «ff Briefen nach Mittelstädten die Wohnung des Empfängers angegeben werde. Für Berlin ist außerdem die Angabe des Postbezirks (0, N, 8, W »sw.) und des Bestell-Postamts dringend enmiuscht. Verzeichnisse der Straßen und Plätze Berlins mit Angabe des Postbezirks und der Be stell-Postanstalt werden an allen Posffchaltern sonnt von den Otts- und Landbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft. ** Gegen die Ulktarterr. In der am letzten Freitag abgehaltenen gemeinschaftlichen Sitzung der vereinigten Hassiavereinc Gießens wurde gerügt, daß Ansichtspostkarten in das Feld geschickt würden, die mit Karikaturen versehen sind, die jeden guten Deutschen mtt Entrüstung erfüllen müssen. Schon wiederholt sei in den Zeitungen darauf hingewiesen nwrden, daß unsereit Truppen im Feld mit solche» unsinnigen Kurten in dieser ernsten Zeit nicht gedicitt ist, sondern daß gerade das Gegenteil er- reicht wird. Die Vereine halten es deshalb für ihre Pflicht, vor Sendung solcher Karten in das Feld ernstlich zu warnen. , _ Landkreis Gießen. X TOielerf, 2l. Dez, In der Ictzlcn Sitzung des Gcmeinde- ralr wurde zunächst über die Vertretung der Aerzteslelle beschlossen. Ferner ivurde beschlossen, da in einen, Orie mit annähernd 3'/, Tausend Einwohnern ein Arzt unentbehrlich ist, ein Benrlaubungsaeluch kür Herrn Tr. Wöhrmann bei den, zuständigen Truvpenlcil einzureichen. — Tie eingereichte» Rechnungen über Wachedienst wurden genehmigt. — Tie Juslallalio» der Kirche mit elektrischem Lichte soll aui dem Submisstoiisivege vergeben werden. — Ein Gesuch der Landwirtschaslskannner um Bc» schäsiigung Kriegsgeiangencr mußte, da kein Bedürkuis vorliegt, abgelehm werde— Tie Auskührung von kleinere» Reparaturen an der Waffe, Ie>t»»g soll von dem Vorsitzenden cnigelcitet werde». — Zum Schlüsse wurde der Vcrkau! des dieffährigen Grubenholzes an das Gießener Braunsteinbergwcrk vormals Fernie « genehmigt. r. Loudork, 21. Dez. Gestern nachmittag ?a»d I» der diesige» Kirche die Bescherung der Kinder der K I e t n k i n d e r- schule Londott-Kcsselbach statt. Pkarrer Hosmann richtete schöne Worte a» die Alte» und an die Kleinen. Tie Schüler trugen schöne WeibnachtSIieder vor und die Kleine» sangen und sprachen mit freudigem, ivalirhait kindlichem Herzen die von der Kinderlchrcrin eiiigeübten Lieder. Dla» sah manch tränenvolles Auge, deun so mancher Daler der Kleinen kämplt im Feindeslande iür den heimischen Herd und denkt mit ivehmüligem Herzen an die Lieben zurück, die das schöne Weihnachtssest ohne ihn leiern müssen. Möge ein gütiges Geschick sie alle wieder zu den Ihren zurückkehren lassen. Starkenburg und Rdrinhkssen. w. Ofsenbach a Dl., 21. Dez. Tie Angehörigen der verheirateten Kriegsteilnehmer, die von der städtischen Kriegslürsorge unterstützt werden, erhallen neben den sonstigen Ilnleislützunge» als Weihnachtsgabe der Stadt einen Varbetrag, der sür die Frau aus 3 DIk. und kür jedes Kind auf by Pkennige kestgesetzt wurde, aber im Höchsttall den Gesamtbetrag von h Mk. nicht überschretten darf Da die Zahl der Arheils- losen insolge der zahlreichen Dliliiäraukträge, die hier allenthalben ausgekührl werden, außerordeniltch gering ist, kommen kür die WeihnachtSgabe nur Angehörige von verheirateten Kriegstell» nehmern in Betracht, deren Zahl rund 2506 betragen dürste, wodurch eine Ausgabe von etwa 12 — 15 000 Mk. crsorderlich werden wird. Bisher wurden neben der ireiwilligcn Spende in Höhe von rund 140 000 Mk. kür die Kriegssürsorge eine halbe Million benötigt, so daß die sür die gleichen Zwecke bestimmte und bereits bewilligte zweite halbe Million bereits in Angriff genommen werden mußte. Hessen-Nassau. * Frankfurt, 20. Dez. Der Mittelrheinische Fabrikanteu-Berein hielt am 17. Dezember in Fraukfiird s (t. M., Hotel „Frankfutter Hos" eine geschlossene Mitgliederversammlung unter den, Bpffitz des Herrn Prof. Dr. L. Beck Biebrich ab. Regierungsrat Dr. Schweighosfer - Berlin berichtete zu, nächst über die Gründung und Tätigkeit des Kriegsaus»' schnsses der deutschen Jndurie, der von den beiden großen Zenttalverbänden der Industrie, dem Zeniralverbmid deutscher Industrieller und dem Bund der Jndusttiellen, gemeinsam errichtet worden ist uird eine sehr rege Täffgkeit entfallet hat. Dieselbe gilt u. a. der Arbeitsbeschaffung der Jndusttic, der Art der Vergebung der Hecreslieferungen, der Rohstoffversorgung, der För- derimg des Außenhandels, der Gestaltung des Eisenbahnvl'rkehrs^ der Gründung von Kriegs-Kreditkasscn, der Verständigung zivischen Rohstoffvcrbändcn und Verbrauchern, den Vcrgelttingsmaßregeln gegen das Ausland, der Feststellung von Schadenersatzanspnichcn, der Rechtsberatung und dem Nachttchtenwesen im Auslände. Jusffz- rat Dr. Fuld-Mainz erötterte sodann die wichtigsteir aus der Kriegslage entstandenen Rechtsftagen. — An die Darlegungen der beiden Referenten schloß sich ein reger Meinungsaustausch Ein» besonderen Raum in den Verhandlungen nahmen die Effabruiigen ein, die bei der Vergebung von Lieferungen durch die Heeresverwaltung gemacht wurden. Es kamen eine große Anzahl von Gesichtspunkten zur Sprache, die den maßgebenden Stellen bereits unterbreitet worden sind, und cs wurde dig Er- koartuug daran geknüpft, daß die gemachten Erfahrungen zu einer zweckmäßigeren Organisaffon der Vergebung führen müßten. Der Vorsitzende schloß die Versammlcmg nach dreistündiger Dauer mit einem Hinweis auf die am 7, Januar 1915 statffindende Generalversammlung. vüchertisch. — Der neue Elsaß-Roman Walter Bloems: Das verlorene Vaterland. (Verlag von Grethlein & Cie., Leipzig.) Im Jahr« 1909, als tiefer Fried« über Europa lag, begann Walter Bloem seine Roman-Tttlogte vom .Eisernen Iahr^. 1913 hat er sie vollendet. Zu einer Zeit, als «in großer Teil der deutschen Literatur in der Pflege rein arltstifcher Verfeinerung sich, darlebte, hat Walter Bloem außer allem Zusammenhang mil dem herrschenden Richtungen den Ruhm der deutschen Waffen gesungen,, sich zu einer Weltanschauung bekannt, welche das Heil von einer! Stärkung nalionaler Wehrhastigkeit, >rumnhasten TatgeisleS er-, wartete. Wie von selbst bot sich nun sür die Versolgung der Entwicklung des Gewordenen als wichtigster Gegenstand di« Geschichte des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Inmitten der elsässischen Menschen und LandschastSeindrücke, aus dem St. Odilienbcrg und im wundervollen Straßburg, ist der größt» Teil des Roman« entstanden, der — als erster einer Reihe von drei Werken — die Änsänge des neuen Werdens im Reichslandeschildern sollt«. Waren es in der Trilogie die groben nwnumenlale« Linie» der Rlassenkämpi« und Dölkerschicksale, welch« dem Gesarnt- wett seinen groben Eriolg gebracht haben, so beruh! der Wett de« ersten Bandes des Elsaß-Zyklus in der sorgsamen Darstellung de« Beginnes eines KuitnrprozeffeS, der das Eeisler- und Herzenslcden der mit dem Schwert errungenen Gaue langsam, aber stetig dem Deuffchtum zurückerobern sollte und, wie die Geschichte der jüngsten RIonate erweist, auch wirklich zurückerobett hat. Im übrigen ist < auch dieses Buch ein interessanter und spannender Unlerhaltun-L- roman. Llngesandt. (Für Form mrd Inhalt aller unter dieser Rubrik steherchen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Di« Anhännkivagen der Straßenbahn. Während der drei letzten Sonntagnachmittage hat die Direk- ffon unserer Sttaßenbahn probeweise, und wie es scheint, mit Erfolg, Anhänge wagen verkehren lassen. Nun möchten wir bcsckwiden folgenden Vorschlag machen: Könnten nicht auch bei diesen Wagen die jeweiligen vorderen Türen für dir Fahr--" gaste geöffntt werden? Einmal zum Votteil des Bahnprffvnals: Die notwendige Verständigung zwischen Wagenführer und dem Schaffner im zweiten Wagen wäre naturgemäß, infolge der llei- neren Entfernung, eine viel leichtere. Und dann wäre der Schaffner viel schneller an der Knppelungsvorffchffing, so daß das Umhängen der Wagen an den Endstationen viel schneller twr sich gehen könnte. Slber auch die Fahrgiffle hätten Nutzen davon: sie sind gewohnt, vorn einzusteigen, so daß ein Suchen nack, dem Eingang wegsällt — wieder eine Zeitersparnis. Endlich käme es nicht mehr, wie augenblicklich, vor, daß man z. B. an der Wolf- straße mitten im Grünen auf den: Bahnkörper aussleigen muß, ein besonders ffir ältere Leute großer Mißstaud. Wir ivürden es begrüßen, wenn diese allerdings geringfügigen Uebelstäirdc abgestellt iverden könnten. Ttzenn nicht, so würden >vir einer kurzen Darlegung der Bedenken gcwn cntgegensehen. . . Mehrere Fahrgäste. > l Weihnachts-Geschenk ist ein praktischer Gebrauchsgegenstand stets eine willkommene Gabe. Wählen Sie sich: Für Herren Praktische Haas- and Reise-Schahe Herren-Gamaschen Herrea-Stiefel Boxcalf mit Doppelsohle, elegante bequome'Formen. Für Damen Warme Tuch- und Kamelhaar - Pantoffel Strümpfe Hamen Gamaschen Hamen-Stiefel Chevreau und Lackleder in modernsten Formen. Für Kinder Pantoffeln ln verschied. 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Aus den Waldungen der Gemeinde Großen- Buseck sollen im Wege schriftlichen Angebots ver kaust werden: Klasse mit Eichenstämme 4. 5. 6. 2,77 Festmetcr 3,51 8 Kiefernstämme 2. 35 26 79 391 2 Fichtenstämme 2 2 1 0,83 „ 10,75 .. 3. , „ 41,55 „ 4. „ „ 21,54 5a. „ „ 32,94 „ 5b. „ .. 73,57 3. .. „ 3,08 „ 4. ff 1.55 „ 5a. .. „ 0,92 .. Fichtenstamm 5b. „ „ 0,18 „ Angebote sind nach Sortiment und Klassen getrennt mit entsprechender Aufschrift bis zum 28. Dezember l. I., nachmittags 1 Uhr, bei Unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung stattfindet. Das Holz lagert im Distrikt Galgenberg und Diebsborn und wird auf Wunsch von Forstwart Wagner vorgezeigt. Großen-Buseck, den 21. Dezember 1914. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. Bullenverkauf. Donnerstag, den 24. l. Mts., nachmittags nm 3 Uhr, soll auf dem Gemeindehause dahier ein fetter BogelSberger Bulle meistbietend versteigert werden. Großen-Buseck, den 21. Dezember 1914. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. i 25 ot Amtliche Bekanntmachungen dev Stadt Gietzen. Familienunterstühung für zum Kriegsdienst einberufene Mannschaften. Auslegung des Reichsgesetzes vom Erlatz des Herrn Reichs- Nach einem der 28. Fe bruar 18 88 4. August 1914 dienenden kanzlers haben im Jalle der Bedürftigkeit cbensalls Slnsvruch auf Jamilienunterstützung die Jamilien derjenigen Mannschaften, die a) im Herbste dieses JnbreS ihre 2- oder 3 jährige Dienit- ollicht beendet ballen und nicht entlassen worden sind, b) noch nicht militärpflichtig waren oder eine Endgültige Entscheidung über ihr MilitärverhäiMis noch nicht besahen, aber als Kriegsfreiwillige eingeireten sind Diesbezügliche Slnträge werden im StadlhanS — Zimmer Nr. 13 — vormittags entgegengenommcn. [12410B Lieferungsvergebung Bekieidun g armer Konfirmanden zu Ostern Zur Bekieidun t ......................... 1915 sind folgende Lieferungen zu vergeben: 1. etwa 29 fertige Knabcnanzügc aus schwarzem Stoff, 2. schwarzer Stoff zu Mädchcnklcidcrn, 3 sarbiger Baumwollffancll zu Untcrrölken. Ilngebote find unter Bcisnguug von Mustern, audi zu dem Futter für die Knabenanzuge und die svlädchen- klcider, und mit entsprechender Ausschrist verschlossen bis ivätestcnS 31. Dezember 1914 beim Sirmenaml, Aiterweg 9, einzureiche»._ 12413B Lieferungsvergebung. Die Lieferung 1. der Kleider, Anzüge und Wäsche für sladtarmc Kinder und Erwachsene. 2. der Sdinbc nach Maft und die Anserligung der Schuh- rcvaraturcn, 3. des fertigen Schubwerks, 4. de» Brotes, 5. der Särge für die Zeit vom 1. April 1915 bis 31. März 1916 ist zu vergeben. t'lngcboie sind verschlossen bis ivätefieiis 3l Dezember 1914 bei dem Städtischen Armcnamt. Slster- wcg 9, wo auch die Bedingungen cingesehen werden können und die Angebotssormnlare rrhalilich find rin zureichen. <:1414B Springmanns Schuhwarenhaus Bahnhofslraße 58 GIESSEN Bahnhofstraße 58 Grösste Leistungsfähigkeit durch Grosseinkauf für eigene Geschäfte in Nürnberg, Erlangen, Arnberg, Würzburg, Schweinfnrt, AschafFenburg, Fulda, Giessen und weitere Verkaufsstellen. Betrachten Sie gefälligst unsere Fenster! 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Wir glauben in dem unteren Stockwerk des früheren „Cafe Ebel" die geeigneten Räumlichkeiten gefunden zu haben und haben dort, mit dankenswerter Genehmigung des Garnisonskommandos, vor einigen Tagen ein „Soldatenheim" eröffnet, das den Soldaten, insbesondere den Verwundeten und ihren Angehörigen täglich von 10 Uhr vormittags bis 8y, Uhr abends offen stehen soll. Freiwillige Helfer haben ihre dauernde Mitwirkung bereits zugesagt. Angesichts der in die Augen fallenden Notwendigkeit eines ! solchen Heims für unsere braven Krieger, denen das Vaterland so unendlich viel zu verdanken hat, hoffen wir keine Fehlbitte zu tun, wenn wir alle Kreise unserer Stadt auffordern, zur Bestreitung der nicht unerheblichen Kosten für Miete, Einrichtung und Unterhaltung des Soldatcnheims nach Kräften beizusteuern. Beiträge werden von der Geschäftsstelle de» Gietzener Anzeiger» entgegengenommen. Der Ausschuß für Errichtung eines „Zoldalenhelms": Beyer, Dekan: Bücking, Landgerichtsdirektor i. P.; Friedberger, Stadtverordneter; Geh.Hosrat Pros. vr. Fromme; Justizrat Grünewald, Beigeordneter; vr. Güngcrich, Landgerichtsprästdent; Geb. Hoirat Pro!, vr. Haupt, Univ.-Bibiiotheks Direktor; Geh. Kommerzienrat Heichelheim; vr. Hirschseld, Prooinzialrabbiner; Frau Pros. Höhlbaum; Hosmann, Oberstaatsanwalt; Emil Horst, Fabrikant; Frau Rechnunasrat Kalbfleisch: Keller, Oberbürgermeister; Pros. Vr. König; Lange, Buchdruckereibesitzer; Frau Oberstleutnant Naumann, Vorsitzende des allgemeinen deutsche!» Frauenvereins, O.-G. Gietzen; vr. Sander, Provinzial-Rabbiner; Geh. Medizinalrat Pros, vr. Sommer, Rektor derLoridesuniversität; Wilhelm Schneider, Rentner; v. Schlosser, Geh. Kirchenrat; Schwabe, Garnisonspsarrer; Oberstabsarzt vr. Siegert, Lazarelt- direktor; Geheimerat vr. Ustuger, Provinzialdirektor; Wiener, Landgerichtsrat und Vorsitzender des Zweigvereins Gießen vom „Roten Kreuz'. 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