Ar. 30« Btt «etzener erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich »leßenerFaMlliendlStter: zweimal wöchentl.ilreik- »Utt sLrden Ktti« Liehen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl Con6< «irtschastliche Setffrage« Ferusprech - AnschlüGe: sürdieSchriitleitungllI Verlag,Geschältsslellebl Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Ließe«. Annahme van Anzeige« sür die Tagesnuinmer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt M- Jahrgang Dienstag, 22. Dezember lM General-Anzeiger für Oberhessen S( t u n 4 o ret j; monatl. 75 Pst oiertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausichl. Bestellg. Zeilcnprei^' lokal l5Ps, nusw. 20 Pi. — Haupl- ichristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichts- saal": Karl Neurath; iür .Stadt und Land" den votatisArdruck uni» Verlag der vrühl'schen Unio.-Vuch- und §teindru«kerel R. Lange. 5chriftlett«ng. Seschästrstelle u. Druckerei - Schulstr. 7. An,-i?enttll/ B-ck Ohnmächtige Angriffslust der Franzosen. Neue Rümpfe an der belgischen Rüste. (WTB.) Trotzes Hauptguartier. 21. Dez. vormittags. (Amtlich.) Französische Angriffe bei Nienport wurden auch gestern abgewiesen. Zwischen Richcbourg-l'Avouä lmd dem Kanal d A i r c ä la Bassse griffen unsere Truppen die Stellung der Engländer >md Inder an. Die feindlichen Schützengräben wurden g e st ü r m 1, der Feind aus seinen Stellungen unter schweren D c r l u st c n geworfen. Wir erbeuteten 1 Geschütz, 5 Maschinengewehre, zwei Minenwcrfer und nahmen 2 70 Engländer und Inder, darunter 10 Offiziere gefangen. Der beiNotre - Damedr Lorette am 18. Dezember a» den Gegner verlorene Schützengraben ist zurückerobert. In der Gellend Soua in - M a ffi g e s (nordöstlich Chülo») griffen die Franzosen gestern heftig an und drangen an einer Stelle bis in unsere Vorgrüben vor. Ihre Angriffe brachen jedoch sämtlich in unserem Feuer zusammen. 4 Offiz j c r e und 310 Mann liehen die Franzosen i n u n - fercr Hand. Eine grohe Zahl gefallener Franzosen liegt vor unseren Stellungen. In den Argonncn nahmen wir eine wichtige Waldhvhc bei Le Four de Paris, eroberten drei Maschinengewehre, eine Revolverkanonc und machten 275 Franzosen zu Gefangenen. Die mit großer Heftigkeit geführten Angriffe der ^NranzosennördlichVerdunscheiterten gänzlich. Die grohe Regsamkeit der Franzosen vor unserer ganzen Front ist erklärlich durch folgenden bei einem gefallenem französischen Offizier gefundenen Heercsbefchl des Generals Jofsrr vom 17.Dezember 1914: „Armee-Befehl vom 17. Dezember 1914. Seit 3 Monaten find die heftigen und ungezählten Angriffe nicht imstande gewesen, uns zu durchbrechen, lleberall haben wir ihnen siegreich widerstanden. Der Augenblick ist gekommen, um die Schwäche auszunutzen, die sie uns bieten, nachdem wir uns gestärkt haben cm Menschen und Material. Die Stunde des Angriffs hat geschlagen. Nachdem wir die deuffchen Kräfte in Schach geleiten haben, handelt es sich darum, sie zu brechen und unser Land endgültig von den Eindringlingen zu beffeien. Soldaten! Mehr als jemals rechnet Frankreich auf Euren Mut, Eure Energie und Guern Willen, um jenen Preis zu siegen. Ihr habt schon gesiegt an der Marne, an der Vser, in Lothringen und in den Vogesen Ihr werdet zu siegen verstehen bis zum schließlichen Triumph." Fofsre. Zn Ost>- und Weslpreußen ist die Lage unverändert. JnPolcnfortschreitenderAngriff gegen die Stellungen, in denen der Feind Front gemacht hat. Oberste Heeresleitung. Gegen die Russen wird in den gestern bezeichneten Stellungen, wo sie von neuem Front gemacht haben, weitergekämpft, und wir dürfen gewiß sein, daß die Niederlage des rückgängigen Gegners vollständiig gemacht wird. Zn Petersburg hat man eine amtliche Erklärung ausgegeben, in der in ziemlich schüchterner Weise gegen die deutsche Siegesmeldung Einspruch erhoben wird. Die deuffche Heeresleitung verschweige ja alle Einzelheiten und nenne keine näheren geographischen Bezeichnungen. Welch faule Einwendungen das sind, wird auch der einfältigste Mann in neutralen Ländern erkennen. Wir haben ja gesehen, wie Rußland seine amtlichen Berichte abfaßt. Sie sind zwar etwas länger als die Deuffchen, aber wie namentlich französische Blätter öfters sesfftellten, sehr unklar und verschwommen. Natürlich, wenn man etwas zu verschweigen hat, verdeckt man es mit schönen Worten! Uns aber genügt der tägliche kurze Spruch unserer Heeresleitung, Wir verlangen von unseren militärischen Stellen keine langatmigen Federsuchsereien, sondern begnügen uns mit den kurzen, wahrheitsgetreuen Darlegungen der Tatsacheu Und die Erfahrung spricht da ja doch gewichtig mit. Me war's mit der Schlacht von Tannenberg? Die Russen haben darüber amtlich so gut wie nichts gemeldet. Me deuffchen Meldungen aber haben, wie auch draußen, über unseren Grenzen, bezeugt wird, sich stets als zuverlässig erwiesen. Lassen wir die Russen nur weiter flunkern; die Tatsachen werden am Ende am lautesten reden. Im W e st e n zerren die Franzosen an den Ketten, in die sie von den deutschen Truppen geschlagen worden sind. Man kann es dem General Joffre nachsühlen, daß er das Bedürfnis hat, seinem unglücklichen Land« auch einmal wieder Trost zuznsprcchen, und da solck)>er Trost nur wirksam in Erfolgen gefunden werden kann, so täuscht man eben einige Erfolge vor. Es ist aber nichts mit französischen Siegen. Unsere amtlichen deutschen Stelle,, beweisen dies in sehr überzeugender Weise. Der gestrige Tagesbericht chnsercr obersten Heeresleitung klingt wahrhaftig nicht darnach, als ob es unseren Führern draußen ängstlich würde. Zuvcrsichllicher als je lauten vielmehr diese Aenßerungen. Man erkennt es, daß die Franzosen seit einigen Tagen an verschiedenen Stellen verzweifelte Anstrengungen machen. um den sie einschnürenden Ring zu sprengen, und der in der deutschen Meldung wiedergegebene Armeebefehl Joffres vom 17, Dezember erhellt blitzartig die Lage und die Absichten des französischen Generalissimus. „Der Augenblick ist," so verkündete er am Donnerstag, „gekommen, um die Schwäche auszunützen, die sie uns bieten, nachdem wir uns verstärkt haben an Menschen imd Material," Joffre meinte natürlich, daß Deutschland viele Truppen nach dem Osten abberufen habe; aber warum kam er mit seinen Angriffen nicht früher? In Polen wird doch schon seit Wochen mit großem Menschenmaterial gekämpft! „Nachdem wir uns verstärkt haben an Menschen "und Material!" Das wird wohl eine kleine, entschuldbare Notlüge sein, darauf berechnet, den Soldaten neue» Mut zu mache», ihnen den Willen und die Energie zum Angriff zu stärken. Warum sollte man in so entscheidender Stunde den höchsten Ansporn heim Feinde nicht verstehen? Joffre wußte, daß in Polen um die Entscheidung gekämpft wurde. Verloren die Russen die Schlacht, so mußte er mit neuen, übermächtigen Angriffen der Deutschen rechnen. Also hieß es, letzte, verzweifelte Anstrengungen zu machen. Aber die Großtaten sind nach jenem Armeebefehl vom 17. d. M. doch ausgeblieben. Wahr ist es, daß an fast allen Stellen der langen Front wieder heftig gekämpft worden ist. Der letzte deutsche Tagesbericht spiegelte die Ereignisse ausführlich wieder, lleberall waren unsere Truppen dem Gegner überlegen. Hatte gestern das deutsche Hauptquartier in ehrlichem Geständnis berichtet, daß ein deutscher Schützengraben in französische Hand gefallen sei, so ist heute schon wieder die frohe Nachricht verzeichnet, daß dieser Schützengraben zurückerobert worden ist. Wir freuen uns an solchem Geist der Wahrheit, Zuversicht und Tatkraft! Mit hoher Befriediguim blicken wir auf die heutigen. Meldungen über deutsche Fliegerangriffe auf Calais und Dover. Auch der fiegesfrohe Wagemut der deuffchen Marine winkt uns verheißungsvoll zu. Staatssekretär v. Tirpitz hat Ende November im großen Hauptquartier einem Amerikaner gegenüber sich über die deuffche Taktik zur See geäußert: England will uns anshungern, hat der Großadmiral gesagt. Wir können dasselbe Spiel treiben und England umzingeln, jedes englische Schiss oder jedes seiner Berbündeteir, das sich irgend einem Hafen Englands oder Schottlands nähert, torpedieren und dadurch den größeren Teil der Nahrungsmittelzusuhr abschneiden. Das hieße nur England mit demselben Maße messen, mit dem es uns mißt. In Unterseebooten größeren Typs sind wir England überlegen. Wir wissen, daß der größere Tyv dieser Boote um England herumsahren und sogar 14 Tage draußen bleiben kann. Und als der Amerikaner bemerkte, es sei kein Geheimnis, daß Deutschland 40 neue Unterseeboote vom großen 900-Tonnentyp baue, hat Herr v. Tirpitz nicht widersprachen. England möge seine Hoffnung auf unsere Aushungerung getrost ausgeben. Vielleicht kommt es umgekehrt. Tirpitz scheint an einen Blokadekrieg mit deutschen Unterseebooten zu denken, mit welchen England die Zufuhren abgeschnid- ten werden könnten. Doch wir dürfen uns nicht überschwänglichen Erwartungen hingeben. Es ist immerhin damit zu rechnen, daß später unsere Nahrungsmittel knapper werden — wenn wir nicht Vorsorge treffen und den Rat befolgen, den uns die Männer der Volkswirtschaft heute erteilen und aus den wir hier nochmals ausdrücklich Hinweisen wollen. (Siehe unter „Aus dem Reiche".) Auch mit haushälterischer Sparsamkeit wollen wir Englands Vorhaben vereiteln! Sorgen wir, daß deuffche Organisation und Disziplin, im Bunde mit Opfermut und Tapferkeit, über alle feindlichen Anstrengungen triumphieren! Wie die Franzosen Erfolge berichten! Berlin, 21) Dez. Aus dem GroßenHaupt quartier erfahren wir: Mit welchen Siegesbotschaften die französische Heeresleitung vor die Volksvertretung am 22. Dez. zu treten beliebt, sieht man aus den folgenden Auszügen der amtlichen französischen Mitteilungen vom 18. Dez. abends: „Eine kräftige Offensive machte uns zu Herren mehrerer Schützengräben von Auchy-les-Labassee, Loos, St. Laurent und Blangy. Aus letzterem Punkte. . . Me erstgenannten Orte liegen weit hinter unseren Stellungen. An keiner Stelle haben die Franzosen unsere Stellungen nehmen können. Ihre Angrisfsversuche brachen ausnahmslos zusammen. Bei Cuinchy, westlich Auchy, lagen 150 tote Franzosen am 18. morgens vor unseren Stellungen. Kleine in St Laurent und Blangy eingedrungene frarr- zösische Abteilungen wurden vernichtet bezw. gefangen genommen. Am Abend des 17. lagen die Franzosen als Herren ihrer Stelluirgen in ihren alten Gräben. Me Nachrichten: „An der Aisne und in der Champagne hat unsere schwere Arttllerie enffchieden die Ueberhand gewonnen" (18. Dez. nachmittags) und „Auf den Hauts de Meuse zerstörte unser durch Flugzeuge geleitetes Feuer zwei schwere Batterien" (19. Dez. nachmittags) sind von französischer Seite wohl kaum zu beweisen. An den Ergebnissen der späteren französischen Angriffe in der Champagne sieht man ja, mit welchem Erfolge die deutschen Batterien bekämpft sind. Me Fliegerbeobachtung scheint unter schlechter Sicht gelitten zu haben. Jedenfalls sind bei uns keine schweren Batterien zerstört Worden. „Tie Deutschen versuchten mit drei Bataillonen in den zersprengten französischen Schützengraben vorzustoßen, aber dieser Jnsanterieangrisf sowie derjenige, welchen sie gegen St. Hubert unternahmen, wurde zurückgeschlagen." Unsere Truppen nahmen bei diesem Angriff 8 Offiziere und 800 Mann von den französischen Jägern Nr. 9, Jägern Nr. 18 und Pionieren Nr. 7 gefangen. Das französische Jägerbataillon Nr. 9 wurde ansgcrieben. Wie verträgt sich diese Tatsache mit der obigen Meldung? „Wir machten Fortschritte in der Gegend von Nvtre Dame de Pansolatton, südlich La Bassse, mehrere Kilometer im Laufe der letzten Tage____" Genannter Ort liegt bei Vermelles. Das Dorf ist am 6. 'Dez. von uns geräumt worden und wir nahmen damals eine Stellung zwei Kilometer östlich von Vermelles, ibde fest in unseren Händen geblieben ist und an die sich die Franzosen im Sappenangriff langsam heranarbeiteten. „In der Gegend von Albert sind wir während des Tages vom 18. unter einem sehr heftigen Feuer vorgerückt und haben die Drahtverhaue der zweiten Linie der seind- lichen Schützengräben erreicht." Gewiß erreichten 80 Franzosen diese Drahtverhaue, sie wurden gefangen genommen. Die übrigen Angriffe kamen leider nicht so wert vorwärts. „Bei Lihons wurde eine feindliche Truppe in Kolonnenstellung überrascht und buchstäblich niedergelegt." Ob eine deutsche Truppe von den Franzosen „tu Kolonnenstellungsl gesehen worden ist, ist hier nicht bekannt. „Niedergelegh kann sie sich höchstens zur eigenen Deckung haben, da Verluste in jener Gegend überhaupt nicht eingetreten sind." Ein deutscher Flieger über Dover. I. Kö l n, 22. Dez. Die „Köln. Ztg." bringt folgendes vom gestrigen Tage datierte Telegramm ihres Kriegsberichterstatters auf dem westlichen Kriegsschauplatz: Heute mittag war ich in einem Orte der belgischen .Küste Zeuge der glücklichen Rückkehr des de utschenMa- rinefliegers Oberleutnant von Prondzynski, der heute vormittag um 9.30 Uhr nach Dover aufgestiegen war. Er hat dort mehrere Bomben abgcworfen, von denen eine den Hascnbahnhofgetroffen haben dürfte. Der Flieger beobachtete zwischen Dover und Calais zwei Reihe nenglischerundfranzösischerTorpedo- boote, dir dort anscheinend zum Schutze der Hände lösch ifsi- fahrl ausgestellt waren. Ferner sah er im Hafen von Dover mehrere Schiffe, darunter eines von der Ma )cstic-Klassc. Ebenso sah er mehrere Schiffe unweit der englischen Küste. Längs der ganzen Küste in den englischen Downs konnte er einen regen Handclsschiffsverkehr fcststellen. Mit dem Winde flog der Flieger in einer Stunde von Dover an den Ort seines Aufftieges zurück. Es ist dies der erste Strrifzug eines deutschen Wasserflugzeuges an dir englische Küste. Der österreichische Tagesbericht. Wien, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. Dezember mittags. I» den Karpathen macht unser Angriff im oberen Flußgcbictdcr Latoreza gute Fortschritte. Nordöstlich des Lupkowcr Passes an der Linie nördlich Krosno — Tuchow und am unteren Dunajec wird heftig weiter gekämpft. Die Lage in Südpo len bat sich nicht geändert. Der Stellvertreter des Cbefs des Gcneralstabs: v. Höfrr, Feldmarschalleutnant. Ein Zeppelin und deutsche Flieger über Warschau. Berlin, 22. Dez. Wie aus Warschau über K r i * stiania berichtet wird, hat rin Zeppelin die Stadt b o m b a r d i e r t. 18 B o m b e n seien in die Stadt gefallen. Zwei Häuser wurdcir zerstört, 90 Menschen getötet und 50 verwundet. Tags darauf seien von deutschen Fliegern wieder B o m b e n auf Warschau geworfen worden. — Das Gerücht, die Staatsbank sollte aus Warschau wrgvrrlrgl werdrn.wirö von der Bankdirektion in Petersburg dementiert. Russische BerdrehungSkünstc. Petersburg, 20. Dez. (Ctr. Frkf.) Die amtliche Petersburger Tele gr aphen agent ur verbreitet „zur Aufklärung des neutralen Auslandes" folgende Mitteilung : Während die Mitteilungen des russischen Generalissimus genaue Darstellungen mich der Aktionen von sekundärer Bedeutung bieten, und den Gang der Kriegsoverationen treu widcrspiegeln. was in allen neutralen Ländern anerkannt wird, sehen die deutschen Mitteilungen ganz anders aus. Beweis dafür ist die letzte preußische Nachricht, die stolz meldet, daß die Russen volllom- men in allen Punkten der Front geschlagen seien, daß sie den Feldzug verloren hätten und die Deutschen diesen glanzend gewonnen haben. Dieses siegreiche Eonrmunigus erwähnt nick,ff die geringsten strategischen oder militärischen Einzelheiten, meldet keine geographischen Namen, nennt nicht Me Zahl der Gefangenen und erwähnt keine Trophäen anderer Art, was im allgemeinen die Sieger tun. Das Commnniaue beschränkt sich auf eine unbestimmte Versicherung, daß der deutsche Triumph allgemein sei. Ter Zweck derartiger Fanfaren ist zu klar, als dal; man sich die Mütze geben müßte, die europäische Meinung zu lehren, wem gewisse,ihastcrc »nd treuere Berichterstatter zur Verfügung stehen. Die Deutschen möchten diese Meinung zu ihren Gunsten umstnnnren, aber cs gelingt ihnen schlecht, und sie täuschen sich, wenn sie glauben, sich als Sieger ausgcben zu können. Sie wurden in Wirklichkeit von Eicchanow aus gegen ihr Gebiet zurückgedrängt, und die russischen Truppen, die ihnen auf den Fersen sind, haben bereits ihren Fuß aus deutsches Gebiet gesetzt, eine Tatsache, die das deutsche Haupt- guarlier selbst zugegeben hat, Postanwcisungsverkehr der Kriegsgefangenen zwischen Deutschland und Rußland. Berlin, 19, Dez, (Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, Auf Grund einer uns aus Kopenhagen zugegangcnen Mitteilung haben wir in der Nr, 310 vom 13. d, M, die Nachricht gebracht, daß das Dänische Rote Kreuz in Kopenhagen die Ueberweisung von Geldern an deutsche Kriegsgefangene in Rußland nicht mehr vermitteln könne, da die russische Regierung die Auszahlung von Geldern an Kriegsgefangene allgemein untersagt habe. Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, daß Postanweisungen, die von Deutschland auS direkt an deutsche Kriegsgefangene in Rußland zur Absenkung gelangen, neuerdings wieder zugelassen sind, nachdem die russische Postverwaltung der Eröffnung des Postanweisungsverkehrs der Kriegsgefangenen zwischen Deutschland und Rußland zugestinrmt hat. Berliner Blätter über die Lage. Berlin, 22. Dez, Der gestrige Tagesbericht der deutschen Obersten Heeresleitung enthält, wie die „K r e u z z t g." erklärt, einen ebenso bedeutsamen wie erfreulichen Bericht über die Kriegslage im Westen: „De Enttäuschung über das Scheitern aller Angriffe möge nicht nur für den Generalissimus der Franzosen, dessen Tüchtigkeit und soldatische Tugenden auch dem Feinde Respekt abnötigten, sondern namentlich für die französische Regierung und das französische Volk sehr groß sein, da sie besonders auch schmerzlich betroffen seien von dem Scheitern des russischen Massenangrifsfs aus Deutschland," In der „Deutschen Tageszeitung" heißt es zu dem Bericht der Obersten Heeresleitung: Wenn I o s f r c von Verstärkungen spricht, die die große Regsamkeit seiner Truppen begründen und erhöhen sollten, so wolle man nicht untersuchen, in welchem Maße etwa solche Verstärkungen erfolgt sein könnten. Me wirklichen Gründe dieser Regsamkeit liegen wahrscheinlich in russischen Hilferufen und in dem Zusammentritt der französischen Kammer, der man um jeden Preis einen gelungenen Sieg mit Aussicht aus weiteren Erfolg bieten wolle, Dic Kämpfe an der belgischen Küste. Berlin, 22. Dez, Meldungen verschiedener Blätter zufolge, schreitet der deutsche Ängriff gegen Nieu- p o r t fort. Das schlechte Wetter beeinträchtigt die Operationen, Die Verbündeten halten noch im allgemeinen ihre Stellungen. Im Walde von Houthulst wrdersetzen sich die Deutschen mit großer Hartnäckigkeit dem Vorrücken der Verbündeten, — „Allgemeen Handelsblad" meldet, daß Zee- brüg ge und Hey st von englischen Schiffen aufs neue bombardiert worden ist. Im ganzen wurden einige dreißig Schüsse abgegeben, die die deutschen Truppen nicht beantworteten. Das Spiel der Scheinwerfer war deutlich sichtbar, Gestern gegen Mittag fuhr ein englisches Geschwader in Schlachtordnung bei Zeebrügge vorbei, aber außerhalb des Bereiches der deutschen Kanonen. Dic Regelung der belgischcu Kontributionen. Brüssel, 21. Dez, (WTBt Nichtamtlich) Ueber die erfolgte Regelung der belgischen Kontributionen erhalten wir folgende Darstellung: Die am 19, Dezember gefaßten Beschlüsse der Landtage der neun belgischen Provinzen, die der Bevölkerung Belgiens vom Ge- neralgouvcrneur auserlegte Jahreskontribution von 480 Millionen Francs durch die Ausgabe von Schatzscheinen aufzubringen, erledigten eine Reihe wichtiger Fragen, Bisher waren Kontributionen einzelnen Städten auferlegt. Mehrere Kontributionen konnten überhaupt nicht oder nur zum Teil beigetrieben werden, wo eine Finanzierung möglich war und erfolgte, war sie sehr verschiedenartig. Die vielsältige Kapitalbeschaffungsart war geeignet, Verwirrung in den Kapitalmarkt zu bringen. Es erschien ferner nicht gerechtfertigt, daß dic Kontributionen nur den Städten auserlegt waren, während das wohlhabende s l a ch e L a n d davon verschont blieb. Eine Vereinheitlichnng der Kontributionen und ihre Auferlegung auf das ganze Land war daher geboten. Den Weg einer Staatsanleihe oder der Begebung von Schatzscheinen durch das Land Belgien wollte die deutsche Verwaltung schon aus völkerrechtlichen Rücksichten nicht betreten. Darum wurde der Weg gewählt, die Kontribution den neun Provinzen aufzuerlegen und sie für die Ausbringung des Betrages solidarisch haftbar zu machen. Bei den Verhaiwlungen mit den Vertretern der deputation permanente zeigte sich deren Bestreben zum Entgegenkommen und selbsteinegewisseGeneigtheitzursachlichenMit- arbeit, Namentlich fand der Vorschlag der deutschen Verwaltung, die Kontributionen durch Schatzscheine aufzubringen, die von einem alle größeren belgischen Banken umfassenden Konsortium zu übernehmen und vckn der neu zu schassenden Notenbank zu begeben sind, Verständnis bei den Vrovinzvertretcrn, Sie begrüßten es offenbar, daß dem Lande eine unmittelbare Belastung gegenwärtig erspart bleibt und die Deckung der Schatzscheinc ans die Friedcnszeit übertragen wird. Mit diesen Verhandlungen Wurde dic Regelung der Requisitionen verbunden. Die Requisitionen ivurden bisher mit Bonds bezahlt, deren Einlösung der Zeit nach Friedensschluß Vorbehalten war. Nunmehr sollen dic Requisitionen durch Barzahlung beglichen werden. Besondere Beachtung erforderte die Frage der Bezahlung der in Amwerpen, Gent und an anderen Stapelplätzen des Landes Vorgefundenen Warenvorräte, über die die Rohstofsabteilung des Kriegsministeriums verfügte. Die belgischen Eigentümer werden volle Bezahlung sü r die Waren erhalten, sobald sie in Deutschland emgctrofsen und nach ihrem Werte abgeschätzt sind, Dese Bezahlung soll in einer Weise erfolgen, daß währeicd des Krieges eine Geldübcr- lragung von Deutichland nach Belgien nicht stattzusinden braucht. Es ist gewiß freudig zu begrüßen, daß es gelungen ist, mitten rm Kriege neun Provinziell andtage zusammen zu- berufen und sie zur Annahme des Vorschlages dar deutschen Regierung zu bestimmen. Die Art und das Ergebnis der Lösung der Kontrchutionen- und Rcqnisitionenfragen wird in gleicher Weise den Forderungen der Sieger "wie der Leistungsfähigkeit des Landes und seiner Verfassung gerecht und bringt in seine schwierigen toirtschaftlichen Verhältnisse die dringend benötigte Ordnung, Deutsche für Erdarbeiten in französischen Sümpfen. Paris, 21, Dez, (Ctr, Frkft.) Der „Matin" erzählt mit der an ihm gewohnten Gefühlsroheit, daß 125 k r i e g s - gefangene Deutsche, die im ehemaligen Karmeliteo- kloster in Briom in der Auvergne eingcsperrt sind, zu Erdarbeiten in den Sümpfen von Ennezat und Lalluat abkonw mandiert sind. Der Boden, so meint das Blatt, sei zwar feucht, aber die Deutschen seien reichlich genährt, was inan den französischen Gefangenen in Deutschland ebenfalls wünschen möchle. Der „Matin" ist also trotz seines Zynismus offenbar doch davon überzeugt, daß seine Denunziation die Deutschen nicht veranlassen wird, nun auch französische Kriegsgefangene zu Sklavenarbeiten in gesundheitlich gcsähr lichcn Sümpfen zu verwenden. Der Schwätzer Churchill. Berlin, 22, Dez. In einem Beileids-Telegramm des Marineministers C h u r ch i l l an den Bürgermeister von Scarborough heißt es: Die Flotte ist enttäuscht, daß die Mssetäter ungestraft entkommen sind. Sie wartet aber mit voller Geduld eine günstige Gelegenheit ab, und diese würde sicher kommen. Nichts beweise so sehr die Effektivität des von der britischen Flotte ausgcübten Druckes als dieser wahnsinnige Haß des Feindes gegen England. Dieser Haß sei ein Gradmesser für die Furcht des Feindes. Welche Taten die deutsche Flotte auch aussührcn werde, der Name Scar- borough werde sie brandmarken, Deutsche Flieger über Calais. Amsterdani, 21. Dez, (Ctr. Fkft.) Die „Times" meldet aus Calais: Am Sonntag warf ein deutscher Wasserfliegcr zwei Bomben aus Calais. Es wurde kein Schaden angerichtet, Schiffbruch eines englischen TrnppciitransportdampferS? Berlin, 21, Dez, (Priv.-Tel.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Rom: Die bei Livorno an den Strand geschwemmten englischen Helme werden immer zahlreicher. Es sind schon über 40; außerdem sahen Fischer auf dem Meere bei der Insel G o rgo n a Hunderte und Aberhuuderte englische Soldatenhelme treiben. Ebenso wurden Rettungsgürtel angespült. Es handelt sich also offenbar um den Schiffbruch eines englischen Truppentransportixnnpsers, Zur Schlacht bei den Falkland-Jnseln (WTB.) Berlin, 21, Dez, (Nichtamtlich.) Aus Buenos-Aires eingetroffenen Meldrmgen zufolge sollen nach zuverlässig erscheineirden Berichten des Blattes „Prensa" folgende mglische Schisse an der Schlacht am 8. Dezember teilgenommen haben: „Jnvincible", „Inflexible", „Canopus", „Carnar" (?), „Cornwall", „Krnt", „Glasgow" und „Bristol". Nach einem weiteren Bericht ans derselben Quelle soll eine größere Anzahl Offiziere und Mannschaften der Besatzung der „Gneisenau" gerettet sein. Die österreichische Kriegsanleihe. Wien, 21, Dez. (WTB, Nichtamtlich.) Ae Grntztch- lungen auf die Kriegsanleihe haben einen sehr guten Erfolg: Es ergaben sich bis jetzt 800 Millionen Kronen, die der Finanzuerwaltung bereits zugekommen sind. Frankreich annektiert Tunis? Rom, 21. Dez, (Ctr. Frkft.) Gerüchtweise wird die Annektion von Tunis durch Frankreich als bevorstehend bezeichnet. Eine NcutralitätSverlctzung Griechenlands? Konstantinopel, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) „Terdschuman i Hakkikat" erfährt, Griechenland habe die Erlaubnis erteilt zur Errichtung von Stationen für drahtlose Telegraphie auf der kleinen Insel Fan ar bei Mytelene imb im Hafen von Mudros auf der Insel Lemnos, von denen die Engländer und Franzosen Nutzen ziehen. Die englischen Geschwader bedienten sich des Hafens von Sygri aus Mytelene als Nahrungsmitteldepots. Das Blatt betont, daß dies eine Verletzung der Neutralität sei. Der Krieg im Orient. Koustantinvpel, 21, D^, (W.B, Mchtamtlich) Wie das Blatt „Turan" erfährt, hat der Araber Häuptling Jln Soud eine Streitmacht von etwa 6000Reitern, dav- cmter 3000 Meharisten, ausgerüstet und sie in der Richtung nach Bassorah entsandt, damit sie zum türkischen Heere stoßen. Er selbst soll mit der Hauptmacht seiner Stämme demnächst nach dem Jemen abgehen. Ein anderer mDch- ttger Häuptling, Nedschd ibn Resid, hat gleichfalls eine bedeutende Streitmacht ausgerüstet Er wartet nur den Befehl der türkischen Regierung ab, um ins Feld zu ziehen Dic Leipziger Mission in Englisch-Ostafrika. L e i t> i i fl, 21. Dez. (WTB, Nichtamtlich.) Von dem Ar- beitsselde der Leipziger Mission unter den Kamba in Englisch-Ostafrika, dessen im Juni beschlossene llebergabc an die englische Mission noch nicht ausgeführt werden konute, waren seit Kriegsausbruch kein« Rackwichteu mehr gekommen Jetzt sind Briefe vom 31, Oktober cingetroffen. Die Missionare merkten dort von der Unruhe des Krieges kaum etwas, sie konnten ihre Arbeit ungestört verrichten. Nach einer vorübergehenden Stockung machte auch die Beschaffung von Lebensmitteln, deren Preis um 15 Prozent stieg, keine Schwierigkeiten Die Bank in Mombassa wurde bei Kriegsbeginn geschlossen, ohne daß vorher die Guthaben abgehoben werdeu konnten. Die Missionare mußten sich daher sehr einrichten, sie hoffen aber auch in Zukunft das nöttgste Geld beschaffen zu können. Mit den in Deutsch-Ostafrika arbeitenden Leipziger Missionaren istjedeVerbindungabgebrochen Die französischen Eisenbahnen im Krieg. „Im Anfang war das Chaos", so charakterisiert der französische Berichterstatter des Londoner „Daily Graphic" die Zustände auf den französischen Bahnen zu Beginn des Krieges, Und wenn sich auch in militärischer Hinsicht die Verhältnisse inzwischen ein wenig gebessert haben, so dauert doch für die Beförderung von Privatpersonen und Güter das Chaos noch an. Es grbt keinen Fahrplan, keine Schrrell- züge, keine Schlaft vagen und keine Speisewagen; ja wenn inan irgend wohin fahren will, kann man dies nur nach der Erledigung unzähliger verwickelter Formalitäten mit einem besonderen Erlaubnrsschein tun. Und doch ist das Eisenbahnfähren jetzt auch wieder sehr vereinfacht. Man braucht sich keine Sorgen über den Fckhrplan zu machen, wenn man nach Epernay fahren will. Ans einen telephonischen Anruf bei der Ost-Bahn wird mitgeteilt, daß der erste Zug zwei Minuten nach Mitternacht abfahrt, und daß in Zwischenräumen von je 6 Stunden weitere Züge folgen, die auf jeder Station halten. .Wie lange die Züge fahren, weih nienmnd. Der Berichterstatter, Mr, Gordon Smith, der während eines zehnjährigen Aufenthaltes in Deutschland dessen Eijenbahnverhältnisse kennen gelernt hat, schildert nun eine Fahrt von Paris nach Epernay, die sonst der Mbendschnell- ;ug in 2H« Stunden mit begnemem Speisewagen znrüttlegt. „Wir brauchten gerade acht Stunden für die Entsernnng von 137 Klm., sichren also mit einer Slunüeiigeschwindigkeft von 17 Klm. Ein Radsalircr tvürde die Hälste der Zeit gebraucht haben. An jedem Fenster der Wagen klebte ein Zettel: „Dic Reisenden incrbcn gewarnt, beim Befahren der Brücket, von Chalisert, Jsles- lcs-Villenoy und Armrntiöres die Köpfe herauszubeugen," Diese Brücken waren von den Engländern bei ihrem eiligen Rückzug zerstört worden und die sranzösischen Pioniere haben Hilfsbrücken bauen müssen. Vor der großen Marncbriicke bäit der Zug: dann beginnt er sie langsam zu übcrkriechen. Das Gcdälkc ächzt und stöhn! and wir haben das Gefühl, als sollten wir jede» Augenblick über das zerstörte Geländer in den 15 Meter unter uns dahinslrömenden Fluß stürzen. Doch die Brücke hält. Alle 500 Meter taucht am Bahndamm ein Wachtseuer ans, bei dessen Schein die Bajonette der Posten blitzen. Auf den Stationen fragt kein Sck>afftier »ach den Fahrlarlen: dasür sehen wir Wachen mit aufgepilanztem Bajonett, Im Wartesaal schläft eine halbe Kompagnie aus einem Strohlager und anstelle des Stationsvorstehers mit seiner weißen Mütze waltet ein Hauptmann als Stationskommandant des Dienstes, Aus den Nebengleisen stehen nicht wie sonst Wagen mit Kohlen und Gütern aller Art: wir sehen Krankenwagen vom Noten »kreuz, Munitionswagen, flache Loren, von denen sich im Halbdunkel die Umrisse von Geschützen und Lafetlen ablieben, und mehrere Züge mit Truppen ziehen aus dem Nebengleise vorbei. Einmal erreicht der Zug dic „Schncllzugsgeschwindigkeit" von 30 Klm., dann kriecht er wieder mit 5 Klm, Geschwindigkeit dahin. Wiederholt liegen wir über eine Viertelstunde in Tunnels: Dampf und Rauch dringen durch die Ritzen der mangelhaft gebauten Wagen in unseren Raum, Doch niemand beklagt sich; „es wird schon eine Ursache habe», daß wir warten müssen: es ist ja Krieg", Ms wir ans dem Bahnhof wm Tormans auf 10 Minuten halten, dringt Kanonendonner an unser Ohr, Unwillig fahren mehrere Schläfer einpor. „Hören Sie, man beschießt Reims!" Das ist alles: dann drehen sie sich aus dic ändere Seile und schlafen weiter. Endlich heißt es: „Epernay! Mles aus- steigen!" Wir räkeln uns, die Ofsiziere schnallen Fernstechcr, Revolver und Säbel um, und wir verlassen nach achtstüicdiger Fahtt den Zug," Wie sehr sttcht dieses Bild von den Zuständen in Deutschland ab, wo auch während der Mobilmachung der Personenverkehr aufrechterhalten werden konnte, und wo seit Monaten tviedcr Schnellzüge mit Speise- und Schlafwagen nach allen Richtungen verkehren und die Güterbeförderung wie im Frieden geregelt ist. Hat doch — um nur dieses Beispiel zu erwähnen — Berlin wie alle Fahre auch diesmal ganze Güterzüge voll Weihnachtsbäume aus Mitteldeutschland und aus dem Osten erhalten. Ariegsbriefe auz dem Westes. Bon unserm Kriegsberichterstatter, flluberrchttgler Nachdruck, auch auszugsweise, »er b o t«- Die belgische Bäöerküste im Kriege. Großes Hauptquartier, 19, De». Das Küstengebiet von Knocke, dem ersten Otte westlich der holländischen Grenze, bis Lomtartzyde, dem dicht vor der User gelegenen, von unserer Marine erstürmten Dorfe, ist eine nach zivei 'Seiten geöffnete Kampfessront: Im Norden längs dem Meere harren wir des Angriffs dewEngländer, über deren LandungsRänc die Belgier soviel zu erzählen wußten, als der Krieg begann, bis sie jetzt in schmerzlicher Enttäuschung die Hoffnung mehr und mehr zu verlieren begonnen haben. Im Westen steht der Krieg längs der User. Während wir hier die Entwicklung bis zu dem Augenblicke, den w i r wählen werden, ruhig abwarten können, rennen sich die Franzosen, angepeiffcht von ihren um unser Vordringen gegen den Acrmelkanal ängstlichen englischen Verbündeten, immer wieder, wenn auch mit sichttich ermattenden Kräften, die Köpfe blutig. Das ist das Kriegstheater, das ich in diesen Tagen nach allen Mchtungen dnrchwandett habe. Da die Engländer ja immer wieder versichern, wir hätten die Dünen längs der ganzen Küste mit Kanonen gespickt, so kann ich diese Angabe ans sich beruhen lassen und brauche vczn der diesbezüglichen Tättgkeft unserer Truppen nichts zu berichten. Dazu wird wohl später einmal Anlaß sein. Desto lieber erzähle ich von dem, was ich von nnsern Feinden beobachtete, Wenn bei Ebbe das Meer im Sonnenschein weft hinaus erglänzet, dann sieht man von Knocke, und bei gutem Wetter schon von Zeebrügge aus die glatte Flut mit schwarzen Punkten, den Kaviarkörnern eines Seeungctüms oergleichbar, ziemlich dicht bestreut. Das sind die Minenfelder, die unsere Feinde nach der neutralen Zone des holländischen Fahrwassers hin angelegt haben. Leider ist dies Bemühen recht minderwertige Arbeit gewesen. Bei jedem hohen Seegange reißen sich die Minen los und werden teils an die Küste angeschwemmt, teils treiben sie, als eine auf Jahre hinaus unabsehbare Gefahr für die friedliche Schifffahrt, nach der offenen See hinaus. Denn im Gegensatz zu unseren Seeminen, die im Augenblick, wo sic sich trotz sorgfältiger Verankerung losreißen würden, (was so gut wie ausgeschloffen ist), unter Gewähr unscharf werden, behalten die englischen und ftan- zösischcn Minen ihre Entzündbarkerl auch wenn sie sich von der Ankerkettr befreien. Wft besitzen darüber ein cmsgreStzges Stud-iermraterüK, welches uns jeder Sturmgang beschert. Dann kommen die Minen an die Küste angetrieben — bei Knocke z. B, hat man sie schon zu Dutzenden gesunden — und werden von unseren Küstenwachen fcstgestellt und später, soweit wir nicht die sehr kostspielige Sprengladung zu besonderen Zwecken für uns verwenden, gesprengt. Hierfür hat man ein sehr einfaches Verfahren. Das Mineu- kommando verfügt über einen Berliner Autvonrnibns, bei' früh« die Leipziger Straße entlang fuhr, jetzt aber gute Kriegsdienste tut. Der nimmt dic angetrnchene Wine an ein langes Schlepptau und fährt, unter der Deckung des benachbarten Deiches, in einem Teinpo los, welches zu Hause die freundliche Aufmerksamkeit jedes Schutzmanns wecken würde, Ae Mine fängt an, über den Strand zu hüpfen und bald darauf geht sie donnernd fti die Luft. Sehr zu ihrem Mißvergnügen bekommen aber die neutnckn Holländer auch ihr Teil von diesem unwillkommenen Strandgut ab. Wiederhott sind sie durch „eine schwere Stanmabe" an der Küste alarmiert worden, die sich dann als das Gedröhn der bei hoher See gegen ihren Sttand antreibenden englischen und französischen Seeminen heransgeftellt hat Die in .Holland sitzenden englischen Zecttuigsbcrichterstatwr ängstigen dann ihre nervösen Landsleute mit spaltrnlcmgen Sensatcowstelegraninien über Seegefechte an der belgischen Küste. Nun könnte es den Engländern wohl so paffen, wenn sie die bösen Geister, welche sie durch ihre Minenstremmg rü-sen. jetzt los werden Tönntm, denn uns sind sie wirklich ntzcht im Wega, Aber wir sorgen durch zeitgemäßen Ersatz dafür, haß die lieblichen Beete der Minrnselder lückenlos wcfterblühen. Und unsere Minen reißen sich nicht los. Unter Garantie nicht! Es wird mir ein unvergeßlicher Anblick sein, wie der Leip- ziger-Straßen-Antobus mit einer Miiwnladnng am Strande erschien, Junenraum und Verdeck waren besetzt inft einer Anzahl altgedicnter Seebären, Vorne neben dem Fahrer hatte man eine und hinten unter der Wendeltreppe zum Dach noch drei Seeminen ausgcladen. Sie waren, so gefährlich die Sache beim Gedanken an die zentnerschweren Sprengladungen sein mochte, noch „un- geschärst" und daher ganz harmlos. Einige der Leute packten die schwarzen Riesenbirnen an und trudelten sie wie leere Weftisässer über den Strandwrg, Wenn di« Minen freilich „geschärft" sind, dann Gnade Gott allem, was in ihr Bereich kommt. Ich batte die seltene Gelegenheit, während des mehrtägigen Aufenthaltes auf diesem Kriegsschauplatz die Wirkung einer hochgehenden deutschen Secminr zu beobachten und iverdc darüber später berichten, nun» das hier im Gange befindliche Kapitel der Kämpfe abgeschlossen sein wird. ANe die Bäder längs dem Strande, die sich sonst durch ihre größere oder geringere Vornehmheit anscheinend so ejsersüchtig voneinander zu unterscheiden bestrebt waren, bieten jetzt denselben öden Anblick dar. Ales, was vordcni der heiteren Lust sorgloser, Sommrttage gewidmet war, halt der mit Regen durchweichte Flugsand wie mit einer Flut schmutziger Tränen übergossen, Halbvcr- weht sind die Tennisplätze, Dausen von Rieselsand liegen ans den Strandterrassen der eleganten Gasthäuser, Badewäschc, Sport und Spiel gerate sind im Sande verstreut. Die Glasateliers der Dünenphotographen sind nur Eisengerivpc: die Scheiben sind unter dem Donner der Geschütze und bei der Sprengung des an der Brandungszone augetriebenen Minenpslasters geborsten. Sämtliche Häuser am Strande sind geschlossen, die Fenster verrammelt und vcniagclt, die Bewohner zu ihrer eigenen Siclierheit nach dem Binnenlande, meist nach Brüssel geleitet worden, Wie nötig das ist, habe ich bei der Besprechung der gründlichen Zcr- Itörung der Hasenanlagen und Bürgerwohnungen von Zeebrüggc geschildert. So sieht Knocke aus, wo sonst die Badegäste in den Dünen die zahllosen Kaninchen jagen, ein Geschäft, welches jetzt nur ein Keiner verwilderter Terrier betreibt, der allein von allen „Einwohnern" zurückgeblieben ist. So sieht auch H e y st aus. das in seinen besten Zeiten von mehr als 15 000 deutschen Besuchern belebte Familieirbad, das so schöne Ausslüge nach Holland bietet. Da drüben liegt die holländische Grenze, Man sieht den Kirchturm von Sluis, das ictzt von Zeitungsberichterstattcrn aller Länder und auch von — Spionen wimmelt. Man vergegenwärtigt sich einen Augenblick, was das eigentlich ist, ein Land, das inmitten des blutigsten Weltkrieges seincir sicheren Frieden hat, Sb ihn alle unbehelligt achten werden, wie wir Deutschen? Dg draußen, in der neutralen Fahrrinne der Scheide. kreuzt das niederländische Kriegsschiff „Zcehund", um sorglich über jeden Eingrift in das Machtbereich des neutralen Königtumcs zu wachen. Air der Grenze aber stehen, säst Schulter an Schulter, holländische Truppen und ein Straßburger Reserve-Regiment Posten, Die Elsässer aus dem äußersten Südwesten schinnen das Reich in der nordwestlichen Ecke des Kriegsschauplatzes, Uebcr die schmutzigen Fluten des Leopold-Kanals, über das zerstörte Zeebrüggc und Blankenberghes „sashionable" Strand» straßen, wo vor den ehernen Kriegern des Kongodcnkmales deutsche Matrosen die Wacht am Meere halten, geht es nach Ostende. Feiernd stehen die Fischer, die nach der Sommerwochen einträglicher Wirtstätigkeit sonst auf die Ausbeutung der Speisekammern der Nordsee ausziehen, um die kleine Flotte ihrer Boote im Fischerhafen. Die Däuser am Strande sind auch hier geschlossen. Zerschossen sind, entgegen den wiederholten Behauptungen englischer Blätter, daß ganz Ostende brenne, nur einige Luxushotels, durch die englische Flotte, und zwar ausgesucht englische, am schlimmsten das „Majestic". Auf den Strandpromcnaden sind Schützengräben ausgehoben. Die feinen Niesen des Pflasterbclages bieten eine gute Brustwehr und dienen in dem rieselnden Bande als Schütze der brüchigen Wände. Das sind, so ganz äußerlich betrachtet, wirkliche Luxusschübengräben. Im Spielsaal des Kursaalgebändes haben deutsche Matrosen ihr Biwak ausgeschlagcn. So gutem Zweck hat der mft spielerischen Erkern und Türmchen verzierte Bau noch nie gedient. Aus der Bühne eines Nebensaales üben ein paar Blaujacken in Vermummungen. die sic von der Aequatortaufc mckgeb-cacht zu haben scheinen, ein ausgelassenes Weihnachtsfestsviel, Aber draußen am Sttande stehen dräuend schwerkalibrige Geschütze, in sichere Deckungen tief eingesenkt. Nicht umsonst hat die Direktion des Kursaales in einem Briefe, den ich zufällig in einem Bureauschranke fand, den Besuchern für 1914 „eine ganz besonders interessartte Saison" versprochen. Das haben einige Gäste, Angehörige neutraler Staaten, so ausgesaßt, daß sic auch nach dem Kriegsausbrüche in Ostende bleiben wollten, bis sic jetzt ganz zuletzt von den deutschen Militärbehörden mit sanfter Gewalt zu einer Luftveränderung veranlaßt wurden. Die Wairderimg nach Middelkerkc und Westende läßt mich das fröhliche Treiben unserer Blaujacken, die zuerst widerwillig und dann mit ganzer Lust Landratten geworden sind, noch eingehender beobachten als vorher. Sie betreiben längs der ganzen Küste die Eisen- und Straßenbahnen, sie buddeln sich rn die Badekarrcn in den Dünensand und bauen sich mft ihnen unterirdische, viclzimmerige Wohnungen, sie dressieren sich die sonst als Reittiere für die Sommergäste verwendeten Esel zu wertvollen Gehilfen für den Lasttransport urch sie hoben, alles in allem, viel Humor und wenig Langeweile. Auch hier sind viele Elsässer. Ein Zug Matrosen baut sich ein pomphaftes uuterirdisches Wiuter- schloß, das „Sttaßburgcr Düfte" heißen soll. Und alle freuen sich: „Wenn die Kaiwe-Engländer nur kämen! Die sollen uns Straßburger kennen lernen!" Bei Middelkerkc komme ich in die vorderste Frrmt. Die Däuser- rcihc dort vor uns ist Noch unser Besitz, jenseits die Mole kennzeichnet schon den feindlichen Schützengraben. Bon seinem Artlllerie- beobachtungsstande aus, der weit vorn in der Feucrlinic liegt, zeigt mir ein freundlicher Generäl, den ich zuerst sah, als er die Nethestellung bei Waelheni erstürmen ließ, und den ich dann bei dem siegreichen Einzug in Antwerpen wredcr traf, die Stellung des Feindes. Dort drüben blitzt, im sahlen Nachmittagslichte, zwischen trüben Uebcrschwemmungswicsen ein dünnes, helleres Band: die Vier. Jenseits, durch zwei ungleiche Brüdcrtürme, einen dicken und einen mageren, gekennzeichnet, das arme, vom Feinde besetzte, im Bereich unserer schweren Geschütze liegende Städtchen N i e u v o r t. Bor uns Lombattzpde, dessen Namen wie der Kehrreim eines durch die Jahrhunderte sortklingenden deutschen Seemannsliedes klingt. Und alles Land um uns, soweit es aus dem opalisierenden Brackwasser der Uebcrschwemmnngsflut ragt, Schlachtfeld, Ehrcnscld. Jeder Fußbreit ein Grab, jeder Fußbrcft wett, ein ewiges Deldcndenkmal zu tragen. W. Scheuermaun, Kriegsberichterstaüer. Au» Stadt und LanS». Gießen, 22. Dezember 1914. ** Personalnachrichten, Die Großherzogin hat am 16, Dezember d, I, dem Pfarrer Heinrich Reichert zu Ober-Lais die evangelische Pfarrstelle zu Schaafheim übertragen nnd am 19, Dezember d, I. den Lehramtsassessor Alfons Kn oll aus Degmarn, Oberamt Neckarsulm, zum Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß- Umstadt und den Lehramtsassessor Heinrich Schneider aus Heppenheim a, d, B, zum Oberlehrer tnt der Oberrval- schule zu Mainz ernannt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freftvilliger Feuerwehren wurde verliehen an Georg Geyer, Philipp Gimbel, Peter Kartscher, Wilhelm Schwab, Philipp W esp, Franz Alt rmd Wilhelm M eise l, sämtlich zu Darnistadt. — Ucbertragen wurde am 16. Dezember d. I. der Schulamtsaspirantin Gertrud« Weber aus Mainz eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Klein-Auheim, Kreis Ottenbach. — Die Großherzogin hat am 18. Dezember d. I. dem Amtsrichter bei dein Amtsgericht Mainz Dr. Paul Krug den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. ** Denkmal für den Stifter der llniversi-- t ä t. Auf die Bitte des Rektorats der Universität im An- zeigcteil sei hiermit hingewiesen, "Die letzten Oberschlesicr, 180 Mann ein- gckleidcte Rekruten, die bisher s»c den Waffendienst cingeäbt wurden und in der neuen Kaserne ihd Quartier hatten, sind am Samstag in ihre Heimat nach Breslau zurückgcbracht worden. Durch den gleichzeitigen Abzug von ca. 300 Feldgrauen in Feindesland ist Platz in unseren Kasernen geworden, so daß die vor ca. 14 Tagen in Bürgerquarticre gelegte junge Mannschaft nun in die Kaserne einziehen konnte. Landkreis Gießen. = Beuern, 21. Dez, Am Sonntag fand die Christ - bescherung der Kleinkindcrschule statt. Während nach Kriegsausbruch die Leitung durch Frau O e ch l e r von hier ge> lchah, bekam die Leiterin »ach steigender Frequenz Hille durch Fräulein Gemmecker aus Gießen. Es konnten 44 Kindern Gebranchssachen, Spielzeug nnd Gebäck beschert werden. Als besondere Weiunachlsgabe erhielt die Kinderlebule als künftige Arbeitsstätte den neuen Gemeindesaal überwiclen. Er ist durch Umbau der P l a rr I ch e u n e entstanden, enthält einen großen, etwa 300 Leute lassenden Raum, dem durch eine bewegliche Scheidewand ei» kleinerer Saal abgelrennt werden kann, und außerdem eine Bühne lür Dorlührnnge». Der Saal bedeutet für unser Gemeindeleben eine bedeutsame Förderung. Kreis Büdingen Nidda, 21. Dez. Hier wurde gestern im Saale zum Gam- bttmrs eine Versammlung der Leiter der Jungdeutschland- bcwegung im Kreise Büdingen abgehalten. Fast sämtliche Gemeinden waren vertreten: außerdem hatten sich noch viele Freunde der vaterländischen Bestrebungen eingesunden. Der Vorsitzende, Geh, Regierungsrat Boeckmann aus Büdingen, begrüßte die zahlreiche, etwa 160 Besucher starke Versammlung mit herzlichen Dankesworten an die Leiter und Vorstände der einzelnen Gruppen und erteilte hierauf Leutnant Schröder vom Ins,-Regt, 116 aus Gießen das Wort zu seinem Vorträge über: „Instruktion der Jugendwehren", Der Redner gab kleine Belehrungen über Kompay- nicn, Gruppen, Züge, Marschkolonnen, Marschrichtungen. Verhalten beim Marsche, Beobachtungen und Orientterungen im Gelände, Schützenlinien, Gcländebeschreibimg, Augenübungen aller Ar^, besonders dtt Entfernungsschätzung, Dorchübungen, Gebrauch der Uhr nnd der Karte, technische Fertigkeiten, Deckung, Schützengräben und Kämpfe zwischen zwei Patteien, Bezüglich der aus der Versammlung gestellten Frage über Abzeichen der Mitglieder der Jugendwehren wurden Armbinden oder besondere gleichmäßige Mützen empfohlen. Von einer Uniform soll abgesehen werden. Großer Wert wurde den Bescheinigungen über Teilnahme an den Ucbungen für die znm Heere Einrückenden beigrrnessen. Sie sollen von den Leitern ausgestellt und von der Ortspvlizci> behörde mft dem Dienstsiegel versehen werden. Die von einigen Leitern vorgebrachten Wünsche, daß ein gesetzlicher Zwang die jungen Leute zur Teilnahme verpflichten möge und der Bestrafung derjenigen Personen, die die zum Wähle des Vaterlandes ins Leben gerufenen neuen Besftebungen verächtlich machen nnd zu hindern suchen, sollen geeigneten Orts unterbrcfttt werden. Der Kreis Büdingen umfaßt in 14 Bezirken 1760 Jugendliche, die an den Ucbungen regelmäßig teftnehmen und von 216 Leftern unterwiesen werden, gewiß schon ein großer Erfolg nach acht Wochen, Geh, Rc- gierungsrat Boeckmann gedachte in seinem Schlußwort in kerniger, zündender Weise unseres erhabenen Kaisers, der Hel den ha feen Armee und des teuren Vaterlandes, Sern dreifaches Hoch auf dieselbeni fand begeisterten Widerhall: ebenso gab das kräftig gesungene Lied: „Deutschland, Deutschland über alles" der Begeisterung und Vaterlandsliebe der versammelten Deutschen, meistens frühere Soldaten, würdigen Ausdruck, Hessen-Nassau. m. KirchhaIn, 21. Dez. Gestern nachmittag sand im Saale des Hotels Mosebach hier die Jahresversammlung der Railleisenvereine deS Kreises Kirchhain statt. Die Der- sammlung wurde durch den Vorsitzenden Plärrer E ch l i r t - Mardori mit einem Kailcrhoch eröffnet. Der Geschäftsbericht wurde von dem Vorsitzenden vorgelragen. Der Unterverband besteht aus 14 Vereine», die MitglieSerzahl betrug >m Vorjahre 1322, jetzt 1393. Der Umsatz im abgelaulene» Geschäftsjahr betrug über 2 k Millionen Mark. Ten Bericht über die Filialen erstattete der stellvertretende Direktor Schüler aus Kastei. Der Redner verurteilte die unerhörte Preissteigerung eiuzelner Werke der künstlichen Düngemittel inlolqc des Kriegszustandes; die Festsetzung der Höchstpreise hicrlür sei elivas verspätet criolgt. Landtagsabgeordneter Drin »bürg - Fulda sprach über da? Thema: .Krieg, Landwirtschaft und Genossenschaft'. — Landrat v. Gilsa, der aus dem westlichen Kriegsschauplätze kämpst, ist zum Haupi- mann beiördert worden. h. Bad Homburg v. d. H., 21. Dez. Als neulich morgens die Bewohner der nach einem früheren sehr spendabel gewesenen russischen Kurgaste genannten P r o w o - ro f f st r a ß e aufwachten, wohnten sie in der — H i n de n- burgstraße. Ein Patriot hatte nachts die neue Bezeichnung heimlich anbringen lassen und damit den Beifall der sanzen Stadt gesunden. Hoffentlich macht nun auch die Stabt aus dem Scherz wirklichen Ernst. Gerichtssaal. X Gießen, 21. Dez. (Kriegsgericht.) Frei- gesprochen wurde» vor einiqe» Tagen vom Kriegsgericht die sechs Berliner TranSvortarbeckcr, die vor 5 Wochen von einen, Laiidsturmmann anl dem Bahnhol Gießen angeballen wurden, weck ste stch durch Mitiührung von anffällwe», Gepäck verdächtig geinacht haben sollen. Tie Leute waren von einem Transport uns Frankreich heimgekommen nnd hatte» sich zur Erinnerung an Feindesland einiqe Waffen und sonstige Kleinigkeiten angeeiqnet. Ter silberne Taselanffatz, den man bei der Durchsuchung des Gepäckes qehmbtn haben sollte, ist vor de», Kriegsgericht „» einen, leicht versilberte», ans Messing oder Eisenblech hergeslellten, säst wertlosen Beutestück zusammengeschrunivst. Eingesandt. lFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber leinerlei Verantwortung.) Ersatz für Petroleum. Von allen Seite» ist i» letzter Zeit viel über Petroleum» manqel nnd Ersatz geschrieben worden. Auch ich möchte aus eine ei,stäche Sache a»!merlsa,n machen. ÜJiit Recht wird jetzt vielsach Azetylengas als Lichtquelle angepriese». Jedoch wird von Viele» daher noch kein Gebrauch davon gemacht, weck das Brennen von "Azetylen auch eine andere Lichtanlage (Lampe» bedingt. Gute Dienste leistet >ii,n hierbei eine Fahrrad- l a l e r n e (Karbid-Lampe), welche wobl im Besitz eincs iede» Radsahrers ist. Man nimmt den oberen Teil sanft der Glasscheibe ab, so daß das Lichtärinchen lreisteht. Die Flamme kann man nach jeder Größe regulieren Man hat damit cm sehr schönes Helles, ruhig brennendes Licht, da? auch bei Luftzug nicht flackert. Durch Abnehmen der Glasscheibe blendet auch das Licht nicht. Jntenflver wirkt das Licht noch, ivcnil man anstelle der Blende eine flache Scheibe (ans Weißblech oder derql.j anbringt. Ter Verbrauch stellt sich ebenso billig wie Petroleum, und was die bauptsache ist, Karbid ist zu haben, ivas bei Pelroleinr nur spärlich der Fall ist. Märkte. fc. grnntfttrt a. M., 22. T >z. Heu- »nd St robm arkl' Man »olieile ve» 3,«0—4,00'Bit., Stroh (Kornlangltroh) 0.00 bis 0.00 Alk., Wir, stroh 0,00-0,00 Mark. Alles je bll Kilo. Ge- schält lebhaft. Tie Zusuhren waren a»S den Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg. Amtlicher Wetterbericht. Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen. Wefteranssichten in Hessen am Mittwoch, den 23. Dez. 1914: Abnahme der Bemölknnq, kälter, südöstliche Winde, letzte Nachrichten. Der Kampf in Flandern. Amsterdam, 22, Dez, Die französische Gesandtschaft im Haag teilt mit: In den Argonnen und bei St. Hubert ist cs dem Feinde durch einen kräftigen Angriff gelungen, etwas überdieMaashöhen vorzudringen. Die zur Untätigkeit verdammte französische Flotte. Basel, 22, Dez, In der Marine kommissimt der französischen Deputiertenkammer bemühte sich Marin eminister !Au g agnc ur die gegen die französische Marine gerichteten Angriffe zurückzuweisen. Der Minister erklärte, Pariser Blättern zufolge, die Vorwürfe, daß die Marine nichts leiste, seien unberechtigt. Leiste denn die englische Marine mehr? Beide seien zur Untätigkeit verdainmt, da der Gegner sich nicht stelle. Die Deutschen und die Oesterreicher müßten zuerst schießen. Die französischen Unterseeboote seien mit ebenso großem Erfolg tätig wie die deutschen, doch müsse iljTc Tätigkeit gehei mblei - be n, (!) Das Publikum würde sie nicht nach dem Ergebnis beurteilen. Aus dem spanischen Senat. i. Köln, 22. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: In der letzten Sitzung des Senats regte bei der Erwähnung des europäischen Krieges der Senator Marquis de Herrera an, im Sitzungsprotokoll zu verzeichnen, daß die Versammlung sich der Trauer der Kriegführenden anschließe und den Wunsch für einen baldigen Frieden äußere. Vom Ministertische wurde erklärt, daß mau sich diesein Wunsche an- schlicße. Der Vorsitzende erklärte, der Anregung des Senators gerne Rechnung tragen zu wollen. Der Zug der Neugierigen nach Scarborongh. Kristiania, 22. Dezember. Aus London wird gemeldet: Ein Exträzug brachte gestern tausende von Menschen nach Scarborongh,,wo im. Hafen ein lebhafter Handel mit Granatsplittern und anderen Andenken an das deutsche Bombardement vor sich ging. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G o e (4_ Billige, gute Nahrungsmittel werden in jeder Familie gebraucht. Dazu gehören: Oetkep-Pudchngs aus Tr. Oetkcr's Puddingpulvern......zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Rote Grütze aus Tr. Oetker s Rote Grützcpulver.........zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.) Mehispeisen und Suppen aus Dr. Octher's Gus18nI inPaketenzu V«, lj-, v> Pfund. (Me wieder das englische Mondamin! Bester ist Dr. Oetkers Gustin.) J Preis 15, 30, 60 Pfg, 4048hv Ohne Preiserhöhung in allen Geschäften zu haben. Billig. Wahrhaft. Cdohlfchmeckcnd. r Giessener Paedagogium (Staatlich konzession. höhere Privatschule) Individuelle Vorbereitung in kleinen KInssen (VI—01) f. alle Prüfungen höherer Schulen, bes. Einjährigen-, Abiturienten - Examen Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. Beste Erfolge. — Wiederholt bestanden Schüler ihre Prüfungen mit bedeutendem Zeitgewinn. Aufnahmen von Knaben und Mädchen jederzeit. Direktor Brackemann, Bleichstraße 6 P2339P] \ /WA/\/\/WWA/\/W»>A/WNA/\/\/\/WW Mehrere Ausstattungen Speisezimmer, Herren-Wohnzimmer, Schlafzimmer u. Küche werden billig abgegeben, da die Käufer im Felde. Hofmöbelfabrik Th. Brück. BilligesGemüse. Rotkraut St. f> — 15Pi. Weißkraut "lv—w „ Rote Rübe» Pfund 6 „ Weiße Rüben » 5 „ Rüßcbcnialat Teller 10 „ Spinat. Blumenkohl. Roicnkobl sowie alle anderen Gcinüse zu bekannt billigen Preisen, Seit*. Rrucnweg 32. Lebende Spiegel-Karpfen nnd Schleien At!Wt^kak>liau usiv. W-st.kkstiüsc-Koiiscrvcst Rrrak Rinn Kognak P , auch in Feldpost-Packungen Kakao und cdwfoliiiif erster Fabriken ernpfieOlt I. M. Schulhof Marktktr. 4 Tel. I I f». rMEDICOx wvOichl.CtschiaÄ. ßheum^risnuir' Airifllib beffvif schiel,-»Brooctxure MEJHC0-GE5EU5OUFT Oomenham Hainx Statt jeder besonderen Anzeige. Gestern abend ist mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Reinhard Wissner, Stadtgeometer nach langem, schwerem, mit großer Gedulcj getragenem Leiden sanft und gottergeben heimgegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Caroline Wissner, geb. Müller. Gießen (Henselstr. 2), den 22. Dezember 1914. Die Beerdigung wird Donnerstag, den 24 . Dezember, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus stattfinden. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 12522 Ai Am 26. Sevtember starb den Heldentod iürs Vaterland aus Frankreichs Erde unser Turnbruder Lehrer Heinrich Hnlißein Unteroffizier im Regiment 116, Ritter des Eisernen Kreuzes. Wir werden ihm ein ehrendes und treues Andenken bewahren. 12,20 Turnverein Lich. Nachruf. Auf Rußlands Erde stelen fürs Vaterland unsere lieben Sangesbrüder Wilhelm Gerlach Reierv. im J»ia»t.-Regt. Nr. 167, 6. Komv. Wilhelm Schmidt Reierv. im Jnsant.-Rcgt. Nr. 167, 6. Komp. Wir verlieren in ihnen treue und pflichteifrige Mitglieder, denen wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Gesangverein „Harmonie", Crumbach. Für die uns erwiesene Teilnahme an dem Tode unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen aus diesem Wege herzlichen Dank. Zamilie vörner Familie (Elfer. Gießen, den 22. Dezember 1914. Die glückliche Geburt einer TOCHTER zeigen hocherfreut an Dr. Ernst Schneider und Frau Else z. Zt.: Kiew (Südrussland) »«« isao Gros-Offerte! Socken-Angebot enorm billig. 350 Paar schwere graue Socken. . DM. MI. 7.75 350 Paar schwere wölbe Socken, grao Dlzd. Mk. 11.75 000 Paar reinwollene Socken,£ h a " sr u z DM. Mk. 18.00 150 Paar schwere Schafwoll-Socken, nf , rt m fQ r n Krau, reine Wolle.....IBA. IS.3U Kaufhaus Katz, Gießen fttinhofatr. 14. 12510a Bahnhofstr. 14. Verlag von Emil Roth in Gießen. Bibliothek vaterländischer Saac» und Erzählungen. Band VI. Der eiserrreLaridgraf Kulturhistorischer Roman aus dem 14. Jahrhundert von Rudolf Franke. 8°. 336 Seiten. Gebeitet Mk. 3.-. elegant gebunden Mk. 4.—. Der hier vorliegende Roman ist aufs trefflichste geeignet, den Dichter mit einem Schlage dem deutschen Lesevublikum vertraut und beliebt zu machen. Seinen Stoff entnimmt Franke der hessisch- thüringischen Geschichte des 14. Jahrhunderts. Die Hauvlngur des Romans ist Landgraf Ludwig der Eiserne, der vom Volke zur Regierung berusen, mit seinem Bruder und seiner Mutier in schwere Kon- ffikie geriet. Die Jntriguen und Kämpfe des Bischofs von Mainz gegen Heinrich ffnd mit echt historischer Treue geschildert. Wahrhast aninulende-inniae Liebes- szenen unterbrechen die lebendige historische Zeitschilderung. Kassel, Marburg, Franlcnberg, Gienen, Hessen und Thüringen, gaben den historischen Boden für den Roman ab. Die Schilderung ist lebensecht, scharf und leidenschaftlich, erschütternd, erregend, von überwältigender Kraft. Hier sprich« ein lieser Kenner der Menschcnseele, ein Künstler, der auch über die höchsten Mittel des Ausdrucks verfügt. Der Leser dieses neuen Romans wird sich nur schwer von dem tiesen Eindruck, welchen der Roman Hervorrust, wieder frei machen können. Bibliothek vaterländischer Sage» und Erzählungen, Band III: Zwischen Klein unö $mcr£lttg. Kulturgeschichtlicher Roman auS der Franzosenzeil ,1808-1814» von Heinrich BechtolSbeimer. 8°. 320 Seiten. Preis geb. 3 Mk.. in seinem Lcincnwand 4 Mk. Gediegene Ausstattung mir Buchschmuck. Die Erzählung setzt ein mit dem Jahre 1808 und zeigt uns die Lage der Rheinländer unter der Herr- Ichast Napoleons. Wir werden in da» Dorf Degen- heim geführt und sehen die Landbevölkerung bei Arbeit und harmloser Freude. Kirckweihlanz, Weinlese, Streiche der Dorsiugend, Birnenschäien usw. treten vor uns hin in lebendiger, vielsach humoristischer Schilderung. Aber unvermerkt tritt der Ernst der schweren Zeit in dar heilere, pfälzische Dorffcbrn ein. Die Konskription von 1809 sührt 8 Söhne des Dorfes in den Krieg nach Spanien. Im Mittelpunkt der Erzähluna steht der Bauernsohn Heinrich Schmabi. der als Grenadier im 103. Linienrcgimente im Felde steht. Sei» Vater stirbt kur» nach dem Weggang des Sohnes. In Gram und Herzeleid warten auf diesen die aiie Mutier und die Braut. Wie 1812 das geschlagene französische Heer über den Rhein ^uriick- komml und wie 1813 der Sturm der Besreiunas- kriege dabinbraust. wird in groben, eindrucksvollen Zügen geschildert. Nun kehren einige der Konskribierlen auS Ruhland und Spanien, wo sie gckänivil und gelitten haben, zurück. Die Mehrzahl ist aus den Schlachtieldern geblieben. Endlich im Juli 1814 komm» .Heinrich Schmäht auS der Geiangen- ichaft tn England zurück, elend und vertvadrlost. So führt uns das Buch in Freud und Leid, in Krieg und Frieden die wcchseloollen Schicksale der Dors- bewohner vor Augen. Lachen und Weinen schlingen sich ineinander, wir machen die Kirchweihireudc» mit und werden an Sterbebetten gestihrt. Das Buch eignet sich in hervorragender Weise sür Bolksbiblio- theken, ebensosehr aber auch iür gebildete Leser, die hier in eine ganz eigenartige Welt geführt werden. Es ist ein Volksbuch im uinsaffendsten und besten Sinne des Wortes. 12514 R Verein zur Förderung eines Saalbaues in Bietzen «g. ®.) Ordentliche Ssneml-Versammlung Mittwoch den 30. Dezember 1914 im Hotel „Grotzberzog von Hessen". 1. Entgegennahme des Jahresbericht«, 2. Prüsung der Rechnung sür das abgclauiene Rech- nungsjahr und Erteilung der Entlastung, 3. Verschiedenes. 125300 Der Vorstand. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste meines lieben Gatten, unseres braven hoffnungsvollen Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders und Schwagers Ludwig Velten XIII. Wöhrmann im Reserve-Inf.-Regt. Nr, 116 sagen wir unsern innigsten Dank. Familie Velten. 08479] Familie Schupp. Grossen-Linden, den 22. Dezember 1914. Im Kampfe für König und Vaterland fiel in Russland unser innigstgeliebter, treuer Sohn, Bruder, Neffe und Vetter Zimmcrmeister und Bautechniker Joh. Aug. Loh Ersatz - Reservist im Infanterie - Regiment 222, 3. Komp, im blühenden Alter von 23 Jahren. Um stille Teilnahme bittet 12525 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Joh. Loh III. Dutenhofen, Klein-Linden, den 21. Dezember 1914. Den Ehrentod für sein teures Vaterland starb am 3. Dezember bei einem Sturmangriff in Polen unser lieber Sohn und Enkel, unser guter Bruder und Neffe Karl Zoller Kriegsfreiw. Oefr.!. Res.-Inf.-Regt. 222,3. Komp. im Alter von 17 1 /, Jahren. In tiefem Schmerze: Familie Lehrer Zoller. Hansen, G&mbach, 21. Dezember 1914. moe Beileidsbesuche werden dankend abgelehnt. ! i I' M' WNWWM " — 'MWW Licht-Spiel-Haus Vom 19. bis inkL 23. Dezember 1914: Von Indianer überfallen Spannendes Wild-West-Drama U 3 Akten. Die neneste Krlegsberichterstattnng Im Film, Aktualität Liebe kennt kein Hindernis Feinsinniges Lustspiel ln 3 Akten. [12507a Wer bleibt Sieger, Tolle Komödie. BiUttr ekan Cknrnt takll wirktags 41« HUtta. Voranzeige: Ab Freitag, den 25. Dezember. Nnr einige Tage! .Die BergnachC’Romantisches Schauspiel in 3 Akten ans der Zeit des Tiroler Bauernaufstandes, mit Bnaay Perlen L d. Hauptrolle. Frische Fische heute und Donnerstag eintreffend: fjftinjft toi Mnatl - LchkWe 1—4-pfündig. in ganzen Fischen von 2'/,—5 Pfund und im Ausschnitt. Frische Bnißscht. Frischt Fischloteletts. Frischt Mstt-Schollen Lebende Weihnachts-Karpfen empsehlen Gebrüder Verdux Bahnhofstr. 27. 12529 a Fernspr. 231. Dlrz Hermann Steingoetter. Freitag, den 25.Dez. >814 tl.Feiertaa), abdS.7>/,Ubr Kleine Prelee I Kleine Prelnel Getschelae tanken Billigkeit. Colber HistortlcheS 5 “ Sr Schaulp Akten von Paul Heule. Ende IE/, Ubr. SamStag, d. 28. De». 1814 <2. Feiertag), nachmittags 3'/, Ubr Volki-Prelsel Volks-PreiseI Im weissen Rosst Lustsviel tn 3 Aulzügen von OSkar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Ende 5-/. Uhr. Abends 7'/, Ubr: Kleine Prelnel Kleine Prelaet Neuheit! Neuheit!! Als ieb noch im FlOgelkleid» Ein fröhliches Spiel tn 4Aai- zügen von Albe« Kehm und Martin Frehfee. Ende nach IO 1 /, Uhr. Sonntag. 27. De». 1914 >3. Feiertag), nachmittags 3‘/, Ubr: Telki-Preinel Volke-Preleef ♦ Klndervoratellang ♦ Aschenbrödel WcihnachtSkomödie mit Gelang und Tanz in 6 Bildern von C. 21. Görner. Ende 6 Uhr. Abends 7>,. Ubr Gewöhn!. Preise lcrmähigl) Wie einst im Mai Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern v. Rudolf Ber- nauer u. Rudolph Schanzer. Musik von Waller Kollo und Willy Brcdschnetder. Ende 10-/. Ubr. Soldaien vom Feldwebel abwärts zahlen bei allen Bor- stellunaen auiLu.3. Parkett nur halbe Preise. 112509C